Pflanzen-Service (Pflegeanleitungen)

Sukkulente Kalanchoe-Arten

Pflegeanleitungen Dickblatt-Gewächse

Die über 150 Kalanchoe-Arten gehören zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und sind in den tropischen und subtropischen Regionen Madagaskars, des östlichen und südlichen Afrikas sowie Asiens beheimatet. Die bekannteste Art ist sicherlich das reichblühende „Flammende Kätchen“. Die meisten Arten gehören zu den Sukkulenten (wasserspeichernden Pflanzen).

Kalanchoe-Arten

Katzenohr (Kalanchoe tomentosa)

Herkunft: Madagaskar
(tomentosa = filzig)

Diese Art hat einen mehr buschigen Wuchs und bleibt mit bis zu 50 cm (max. 80 cm) relativ kompakt. Ihre Blätter sind länglich-schmal (max. 6 cm lang) und beidseitig samtig-filzig, silbergrau und haben am leicht gezahnten Rand bronzefarbene Tupfen. Auch hier ist ein Rückschnitt gut möglich. Vermehrung wie bei K. beharensis beschrieben.

Kalanchoe thyrsiflora

Herkunft: Südafrika
(thyrsiflora = straußblütig)

Ihre Blätter sind umgekehrt ei- oder herzförmig und werden max. bis 15 cm lang. Die Pflanze wächst in der Regel eintriebig, aufrecht kann sie bis zu 30 cm hoch werden. Bei zu lang gewordenen Pflanzen kann man sie auch zurückschneiden – vorzugsweise im Frühjahr/Sommer. Die Pflanze verzweigt sich dann.

Die bläulich-graue „Patina“ auf der Ober- und Unterseite des Blattes ist eine Art Wachsschicht, die durch Reiben etc. schnell beschädigt wird. Das hat zwar für die Pflanze keine negativen Auswirkungen, nimmt aber natürlich etwas von ihrer Attraktivität. Bei neuen Blättern bildet sich diese Schicht wieder neu.

Elefantenohr (Kalanchoe beharensis)

Herkunft: S-Madagaskar
(beharensis = aus Behara/Madagaskar)

Sie haben relativ große, fleischige Blätter, sind dreieckig (je nach Art etwas länglicher oder kürzer), die in ihrem Aussehen an Elefantenohren erinnern. Ober- und Unterseite haben eine samtig-filzige Oberfläche, die Ränder sind gezahnt oder gewellt. Diese Art hat einen aufrechten hohen Wuchs und kann bis zu 2 m hoch werden.

Zur Zeit sind hauptsächlich drei Varietäten im Handel: Eine Varietät mit silbergrauer Oberfläche beidseitig, hier werden die Blätter mit dem Wachstum der Pflanze sehr groß (30 – 40 cm in der Länge).

Eine zweite Varietät hat eine relativ dunkle, bronzefarbene bis braune Oberfläche, die Blattunterseite ist wieder mehr silbergrau. Bei der dritten Varietät – die Sorte „Fang“ – sind die Blätter etwas kürzer und bleiben allgemein etwas kleiner. Die „Behaarung“ ist auf Ober- und Unterseite in einem helleren Bronze-Ton. Auf der Blattunterseite hat sie zusätzlich noch Wucherungen, die wie Dornen aussehen.

Brutblatt-Arten

Nahe Verwandte der Kalanchoe sind die ca. 30 Brutblatt-Arten. Die heutige Gattung Bryophyllum (die nur auf Madagaskar zu finden ist) lief in der Vergangenheit auch unter dem Namen Kalanchoe. Unter ihnen befindet sich auch die berühmte „Goethepflanze“ (Bryophyllum calycinum). Ihre Vermehrungsart faszinierte Goethe dermaßen, dass er sie in einem Gedicht verewigte.

Brutblatt (Bryophyllum pinnatum)

Sie wächst eintriebig und hat hellgrüne, dreieckige Blätter, die bis zu ca. 10 cm lang werden und gezahnt sind. Die Besonderheit des Brutblattes ist, dass sie ihre „Kinder“ quasi lebend gebärt: An den Zähnen ihrer Blätter bilden sich Dutzende nur wenige Millimeter große neue Pflänzchen inkl. Wurzeln. Bei Berührung fallen sie ab, um sich dann irgendwo „sesshaft“ zu machen.

Regsames Brutblatt (Bryophyllum daigremontianum)

Sie wächst buschartig, ihre Blätter sind schmal, braun gefleckt und nur wenige Zentimeter lang. Ihre „Kinder“ trägt sie nur an den Blattspitzen – im Englischen heißt sie bezeichnenderweise „Mother Of Thousand“ = Mutter von Tausend. In Gewächshäusern kann sich ihre „Vermehrungswut“ schon mal als Fluch herausstellen – ihre „Kinder“ setzen sich in allen Ritzen fest und gedeihen dort prächtig!

Standort und Pflege

Die sukkulenten Kalanchoe – Arten lieben einen hellen, sonnigen Standort und sollten ausreichend Platz zur Verfügung haben, damit die fleischigen Blätter nicht unnötig brechen. Im Sommer können sie ins Freie gestellt werden, allerdings sollte man sie erst an die harte UV-Strahlung gewöhnen (nicht direkt der vollen Mittagssonne aussetzen).

Bei zu starkem Wachstum oder starkem Blattverlust im unteren Bereich der Pflanze ist ein Rückschnitt gut möglich und sinnvoll. Die Pflanze verzweigt sich dann unterhalb der Schnittstelle, und die Triebspitze (oder ein Blatt, ein Blattteil) kann einfach in Erde oder einen Topf/Kiste mit Sand gesetzt werden und wächst an! Diese jungen Setzlinge bekommen nur gelegentlich Wasser über Substrat – sinnvoller ist das tägliche Besprühen bis zur Wurzelbildung.

Sukkulenten allgemein kommen mit sehr wenig Wasser aus. Im Sommer sollten sie ein bis zwei mal wöchentlich gegossen werden – je nach Größe großzügig. Vorsicht vor Staunässe! Im Extremfall kommen sie damit aber auch bis zu drei oder vier Wochen aus.

Düngergaben (vorzugsweise mit Kakteendünger) sind in der Hauptwachstumszeit 1-2 mal monatlich ideal. Im Winter die Wassergaben dementsprechend reduzieren. Dann wäre auch eine etwas niedrigere Temperatur (+5°C bis +18°C) ideal, ist aber nicht zwingend notwendig. Umtopfen sollte man sie im Frühjahr bis Hochsommer in eine durchlässige, nicht zu humusreiche Erde!

Unter ungünstigen Umständen können sich Wollläuse ansiedeln. Diese können gut mit Paraffinöl-Produkten wie zum Beispiel „Promanal“ oder „Elefant-Sommeröl“ bekämpft werden. Vorsicht nur bei Arten wie z. B. Kalanchoe thyrsiflora: Die blaugrünliche Wachsschicht, die wie Patina auf den Blätter liegt, kann durch das großflächige Einsprühen (aber auch durch das Anfassen der Blätter) beschädigt werden. Beim Befall sollte man deshalb die Schädlinge mit dem Mittel einpinseln.


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