Geschichte

Foto: Jens Neumann

Seit der Neubesiedlung des Klosters Maria Laach gab es viele künstlerische Talente unter den Benediktinermönche, die eine starke kreative Ausstrahlung nach außen besaßen. Der neue, geistig-religiöse Aufbruch nach dem Ersten Weltkrieg bewegte auch die kirchliche Kunst, die vielfach ebenfalls in den Klöstern der Mönche entfaltet wurde. So kam beides zusammen: starke künstlerische Begabung unter den zahlreichen Mönchen in vielen Abteien und ein vitaler Aufbruch in der liturgischen Erneuerungsbewegung, bei der Maria Laach unter Abt Ildefons Herwegen eine wichtige Rolle spielte.


Erste Verlagsgründung in Maria Laach

Im März 1929 wurde in Maria Laach unter der Leitung von P. Bonaventura Dreesbach OSB ein Verlag gegründet, der in den anschließenden Jahren versuchte, die Laacher Kunst zu verbreiten, die von den Laacher Künstlermönchen getragen wurde. Dies geschah mit Erfolg im In- und Ausland. Bald aber erkannte man, dass diese umfangreiche Aufgabe alleine von den Mönchen nicht mehr bewältigt werden konnte.

Im benachbarten Mendig, später nach Maria Laach verlegt, wurde eine Werkstatt mit einigen Mitarbeitern gegründet, in der vor allem nach Laacher Entwürfen Kreuze, Madonnen, Heiligenfiguren und Medaillons verschiedener Größe in Gips hergestellt wurden. Besonders beliebt waren auch die Laacher Krippenfiguren. Im Verlag der „Kunstwerkstätten” wurden zudem Werke der „Holzschneidekunst” und des „Metallgusses” angeboten. Die Firma Velden-Vordamm bei Berlin stellte bemalte Teller, Vasen und Leuchter in Keramik nach Entwürfen von P. Theodor Bogler OSB her. 1933 wurde eine Steindruckwerkstatt eingerichtet.

Ab dem 1. Mai 1935 wurde der Verlag Kunstwerkstätten der Abtei Maria Laach unter der Firma „Ars liturgica, Spengler u. Co. Kom. Ges., Werkstätten für Laacher Kunst” weitergeführt. Aufgrund der regen Nachfrage nach den Laacher Kunsterzeugnissen in den vorangegangenen Jahren hatte man bereits weltliche Kräfte als Mitarbeiter einstellen müssen. Nun kam auch ein weltlicher Leiter dazu.


Neuaufbau 1950-1968

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste aus wirtschaftlichen Gründen die Kommanditgesellschaft aufgelöst werden. 1951 gründete P. Theodor Bogler OSB den Verlag Ars liturgica praktisch neu und sorgte für eine zeitgemäße Form. Zudem verstand er es, die Laacher Kunstwerkstätten neu zu organisieren.

Als erster Verlag im deutschsprachigen Raum publizierte der Laacher Kunstverlag Karten zu den großen Themen der Bibel und der Bildwelt der frühmittelalterlichen Miniaturmalerei. P. Theodor entwarf Vasen, Schalen, religiöse Plaketten, Bilder für Kirchen und Privaträume und liturgische Gewänder. Die damals jungen Künstler Christoph Fischbach und Br. Lukas Ruegenberg OSB hatten an den Entwürfen zu neuen Keramikbildern reichen Anteil. Kunstdrucke wurden auf Holz gezogen und so entstand im Laufe einiger Jahre eine weitere Kunstwerkstätte für Bildtafeln, die mit ihren handvergoldeten Rahmen einzigartig auf dem Markt und im In- und Ausland sehr beliebt waren. Nicht zuletzt wurde die Bronzekunst im Verlag gefördert.

Als P. Theodor am 13. Juli 1968 starb, war dies für die Laacher Kommunität und für den Verlag ein herber Verlust. Eine kreative Zeit des Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg unter seiner Leitung war zu Ende gegangen.


Umbau und Wachstum

Nach dem Ausscheiden von P. Maternus Hoegen OSB aus der Ars liturgica übernahm P. Drutmar Cremer im März 1971 die Gesamtleitung des Unternehmens. Er erkannte den Wandel der Zeit und versuchte mit seinen Mitarbeitern den veränderten Ansprüchen gerecht zu werden und mit erweiterten und der Zeit angepassten Programmen vielen Menschen auf der Suche nach Lebensorientierung zu dienen.

Als einer der ersten publizierte der Verlag Bildmeditationskarten zu alter und neuer Kunst – als Versuch, den Menschen mit Auge und Herz den Weg zu Gott zu deuten. Diese Karten wurden über viele Jahre im gesamten deutschen Sprachraum sehr gut angenommen. Gebetskarten zu den menschlich-religiösen Anlässen kamen dazu.

Eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit entstand mit der rheinischen Malerin Beate Heinen. Ihre Spruchkarten und -kalender sowie ihre Weihnachtsbilder wurden zu einem maßgeblichen Programmelement des Verlags und finden bis heute großen Anklang.
Der Laacher Kunstverlag erhielt zudem die Möglichkeit, alle Bilder zu den Glasfenstern von Marc Chagall in Mainz, seiner größten Arbeiten in Glas überhaupt, als Karten, Andachtsbildchen, Dias und in Kalenderform zu verbreiten.

Für den Druck von Karten wurden Aussagen von Künstlern der modernen Zeit gesucht, ohne das gewachsene alte Laacher Verlagsprogramm aufzugeben. Karten nach Werken von Meistern der „Klassischen Moderne” und mancher zeitgenössischer Kunst der Gegenwart, neue Karten-Serien und Kalender mit Fotografien, z. T. mit geistlichen Kurztexten, wurden publiziert. Auf dem Gebiet der Kerzenproduktion und der Glaskunst gab es neue Entwicklungen.

Der Laacher Kunstverlag hat sich nach und nach mit zahlreichen neuen Angeboten erweitert. Der Raum zur Lagerung und die Versandabteilung wurden zu klein. Im Juli 1999 konnten das Lager und der Versand des Verlags in der alten, restaurierten Zehntscheune des Klosters aus dem 17. Jahrhundert untergebracht werden.

Der Kundenstamm hat sich in den letzten 30 Jahren verändert. Das Interesse an einer ausdrücklich religiös geprägten Kunst hat stark nachgelassen. Aber die Frage nach dem Sinn des Lebens und nach sozialer Verantwortung hat auch heute noch einen hohen Stellenwert. Konfessionelle Grenzen werden deutlich überschritten. Ökumenische Angebote steigen allseits im Wert. Die Verantwortlichen des Verlags erkannten die Wichtigkeit der Klöster, vor allem monastischer Lebensart, die von religiösen und suchenden Menschen vermehrt aufgesucht werden. Diese erhoffen sich gerade dort Lebensorientierung und spirituelle Anregung. Darum hat der Laacher Kunstverlag die klösterlichen Buch- und Kunsthandlungen über die Jahre immer wieder mit Rat und Tat unterstützt, auch aus dem Bewusstsein einer pastoralen Verantwortung für die Botschaft Christi. Die Laacher Kunden sind heute im ganzen deutschen Sprachraum, aber darüber hinaus auch in West- und Nordeuropa und in den USA zu finden.