Laacher Messbuch

3. Sonntag der Osterzeit

15. April 2018

Jauchzt vor Gott, alle Menschen der Erde!
Spielt zum Ruhm seines Namens!
Verherrlicht ihn mit Lobpreis! Halleluja.
Ps 66,1–2

»Lass die österliche Freude fortdauern« ist das Stichwort im Tagesgebet und auch das des Evangeliums – und auch unseres Lebens, des Lebens der Kirche. Wie oft vergessen wir, was das Evangelium für uns ist: Frohe Botschaft. Karfreitag ist der finale Punkt der Geschichte, die ab Ostern neugeschrieben wird – fortdauernd. Immer wieder sind wir nämlich bedroht von der Gefahr der Resignation, der Bitterkeit und des Vergessens. Ostern ist passiert und fordert uns immer wieder neu, selbst aufzustehen und von der Hoffnung, die uns trägt und zieht, zu erzählen, sie zu bezeugen, ja, sie zu leben (vgl. 1 Petr 3,15). Und dies hängt mit Ostern zusammen, wie das Tagesgebet bittet, da Ostern das Geschenk neuer und echter Lebenskraft ist, die uns hell und glänzend macht, eben strahlend vor Freude. Dieses frohe Strahlen soll aus dem Herzen kommen und dort im Glauben verankert sein; es hat nichts mit kurzfristiger Erheiterung zu tun, denn Ostern ist das Fest unserer Erlösung. Diese Tatsache können wir nur mit existenzieller, wahrer Freude beantworten.

Kyrie-Rufe

GL 133 • KG 669
Herr Jesus Christus, du verkündest uns das Evangelium der Freude. Herr, erbarme dich.
Dein Wort hast du gesprochen, damit wir es zu den Menschen tragen. Christus, erbarme dich.
Du willst unsere Hoffnung und unsere Freude sein. Herr, erbarme dich.

Gloria



Tagesgebet


Allmächtiger Gott, lass die österliche Freude in uns fortdauern, denn du hast deiner Kirche neue Lebenskraft geschenkt und die Würde unserer Gotteskindschaft in neuem Glanz erstrahlen lassen. Gib, dass wir den Tag der Auferstehung voll Zuversicht erwarten als einen Tag des Jubels und des Dankes. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Erste Lesung

Apg 3,12a.13–15.17–19
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen wandte sich Petrus an das Volk: Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen.
Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer. Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im Voraus verkündigt hat: dass sein Messias leiden werde. Also kehrt um und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden. |F

¬ Petrus ist in seiner Rede an das Volk die Rückbindung an die Geschichte Gottes mit Israel, mit Abraham, Isaak und Jakob enorm wichtig. Damit will er zuerst einmal zeigen, dass die Geschichte Gottes mit den Menschen eine Geschichte der Kontinuität ist – Gott hat sein Volk nicht verlassen, im Gegenteil. Er geht über alle Grenzen des Bekannten hinaus und will durch die Botschaft des Evangeliums alle Menschen erreichen. Das, was Israel verheißen ist, soll durch Jesus und seine Botschaft an alle Menschen gehen. So wie Petrus sich auf seine Vorfahren im Glauben beruft, so sind auch die Apostel und die Heiligen und alle Generationen vor uns wie Säulen, auf denen unser heutiger Glaube, ja, das ganze Leben der Kirche fußt: Wir stehen mit unserer Geschichte auf lebendigem Grund. Aber auch einen Blick nach vorne gibt Petrus: Die Zeugenschaft der Auferstehung ist gleichsam vererbbar. Durch die Bischöfe, die sich durch die Weihe an die Apostel zurückbinden, sind auch wir heute, wir, die wir glauben, mit dem Ostergeschehen und dessen Zeugen verbunden. Die ersten Zeugen der Auferstehung sind uns Garanten dieser Glaubenswahrheit, sodass auch wir berufen sind, als Zeugen der Auferstehung das Evangelium zu leben und zu verkünden. Denn heute gilt diese Aussage für uns: Wir sind seine Zeugen.

Antwortpsalm

Ps 4,2.4.7–9 (|R: vgl. 7b)
|R: Halleluja. – Oder: Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr!
Wenn ich rufe, erhöre mich, *
Gott, du mein Retter!
Du hast mir Raum geschaffen, als mir angst war. *
Sei mir gnädig und hör auf mein Flehen! – |R
Erkennt doch: Wunderbar handelt der Herr an den Frommen; *
der Herr erhört mich, wenn ich zu ihm rufe.
Viele sagen: »Wer lässt uns Gutes erleben?« *
Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten! – |R
Du legst mir größere Freude ins Herz, *
als andere haben bei Korn und Wein in Fülle.
In Frieden leg ich mich nieder und schlafe ein; *
denn du allein, Herr, lässt mich sorglos ruhen. – |R

Zweite Lesung

1 Joh 2,1–5a
Lesung aus dem ersten Johannesbrief.
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt.
Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner und die Wahrheit ist nicht in ihm.
Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet. |F

¬ Der Schreiber des Johannesbriefs will seine Aussage an die Auferstehung als Grundlage unseres Glaubens zurückbinden: Christus ist für unsere Sünden gestorben (1 Kor 15,3). Denn Christus ist der Sünden wegen gestorben, er, der Gerechte, für uns, die Ungerechten, um uns zu Gott hinzuführen (vgl. 1 Petr 3,18). Dies hat der Autor vor Augen und will es auch den Lesern mitteilen: Vergesst nicht, warum Christus all das auf sich genommen hat; vergesst nicht, für wen er gelitten hat. Wir sollen, wenn wir sündigen, Böses tun oder Gutes unterlassen haben, daran denken, dass Christus uns durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen befreit hat. Er will uns auch heute noch von unseren Sünden befreien, er will uns aus den Lügen, den Unwahrheiten und Unzulänglichkeiten, in die wir jeden Tag verstrickt sind, herausholen. Der Schreiber des Johannesbriefs will seine Leser überzeugen, dass es sich lohnt, den Blick auf die Wahrheit Jesu zu richten, um die Kraft zu finden, in der Wahrheit und im Guten zu wachsen. Im Tun dessen, was Christus gelebt und gesagt hat, können wir ihn erkennen. Diese Erkenntnis hat ganz klar einen Wegcharakter. Doch dieser Weg kann nicht vom Ziel aus beginnen, denn wer sagt, er habe Christus erkannt, aber sich nicht danach richtet, was er sagt, hat eben nicht seine Wahrheit in ihm.

Ruf vor dem Evangelium

Vgl. Lk 24,32
Halleluja. Halleluja.
Herr Jesus, erschließ uns die Schrift! Lass unser Herz entbrennen, wenn du zu uns redest.
Halleluja.

Evangelium

Lk 24,35–48
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.
Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.
Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
Ihr seid Zeugen dafür. |F

¬ »Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?« Es ist die zentrale Frage dieser Perikope und es ist auch die zentrale Frage unseres Lebens. Warum zweifeln wir denn? Nichts hat sich also geändert zu damals. Jesus zog mit seinen Jüngern umher, sie folgten ihm und schienen ihm auch zu glauben. Und doch haben sie ihn verraten, verlassen, verleugnet und verkauft. Sind wir nicht auch noch in dieser Situation? Geändert hat sich die Welt jedenfalls nicht. Die Menschen, auch die Christen, sind von morgens bis abends, im Kleinen wie im Großen, von Problemen und Streit, von Müdigkeit und Resignation, sogar von Krieg und Elend umgeben. Sähe die Welt nicht anders aus, wenn wir glauben, ihm wirklich glauben würden? Und vor allem: Müsste Jesus nicht langsam einmal der Geduldsfaden reißen? Nein. Wieder erklärt er seinen Jüngern die Schrift und schärft ihr Verständnis, wie schon den Emmausjüngern und bei unzähligen Gelegenheiten vor der Auferstehung. Er will, dass wir ihn und die Botschaft des Lebens bezeugen, doch er weiß um die Schwachheit unseres Zeugnisses. Und muss man nicht für die Sendung Jesu einhundert Prozent einstehen? Sind Jesus diese einhundert Prozent aber so wichtig, wo er doch schließlich um unsere Gebrochenheit weiß. Paulus sagt einmal: Wir sind zwar gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung (vgl. Röm 8,24). Vielleicht ist es ja gerade die Hoffnung auf Jesus und die Wahrheit des Evangelium, die uns antreibt, seine Zeugen zu sein: Mit dem Wissen unserer Gebrochenheit, mit der Erkenntnis, dass es viel Schrecken in der Welt gibt, mit der nüchternen Einschätzung, dass wir uns in unserer Menschlichkeit nie ganz auf Jesu Seite schlagen werden. Aber so will er uns, genau so. Er gibt uns die Hoffnung, in ihm einmal ein ganzer Mensch zu werden, einhundert Prozent, so, wie Gott uns vorgesehen hat. Und bis dahin geht er mit uns den Weg des Lebens, zeigt sich uns in seinem Wort und in seinem Sakrament und sagt uns: »Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28,20).

Credo



Fürbitten


Unseren Herrn Jesus Christus, der unsere Ängste und Zweifel kennt, bitten wir voll Vertrauen:
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
– Für unseren Papst Franziskus in seinem Dienst an der Verkündigung.
– Für alle, die die Botschaft von der Auferstehung in einer Welt voll Krieg und Tod bezeugen.
– Für jene, die in der Osternacht das Sakrament der Taufe empfangen haben und nun zur Kirche gehören.
– Für alle, die vor Krieg, Terror und Gewalt überall in der Welt auf der Flucht sind.
– Für die Arbeitssuchenden und jene, die vor existenziellen Nöten stehen.
Herr Jesus Christus, du reichst uns deine Hand, wenn wir Angst haben und zweifeln. Sei bei uns mit deiner Liebe und führe uns zum Licht, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Gabengebet


Allmächtiger Gott, nimm die Gaben an, die deine Kirche dir in österlicher Freude darbringt. Du hast ihr Grund gegeben zu solchem Jubel, erhalte ihr die Freude bis zur Vollendung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

Osterzeit IV
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater, in diesen Tagen freudig zu danken, da unser Osterlamm geopfert ist, Jesus Christus. Das Alte ist vergangen, die gefallene Welt erlöst, das Leben in Christus erneuert. Darum preisen wir dich in österlicher Freude und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.

Einladung zum Vaterunser


Wie Jesus die Jünger im Glauben an den Vater einte, so eint er auch uns heute durch die Worte, die er uns zu beten aufgetragen hat: Vater unser im Himmel …

Einladung zum Friedensgebet


Frieden kann es nur geben, wenn er von mutigen Zeuginnen und Zeugen des göttlichen Friedens vorgelebt wird. Deshalb bitten wir: Herr Jesus Christus …

Kommunionvers

Lk 24,46–47
Es steht geschrieben: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern die Bekehrung predigen, damit ihre Sünden vergeben werden. Halleluja.

Schlussgebet


Ewiger Gott, du hast uns durch die Ostergeheimnisse erneuert. Wende dich uns voll Güte zu und bleibe bei uns mit deiner Huld, bis wir mit verklärtem Leib zum unvergänglichen Leben auferstehen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

In der Osterzeit
Der allmächtige Gott hat uns durch die Auferstehung seines Sohnes aus Sünde und Tod befreit; er segne euch und schenke euch seine Freude.
Und Christus, mit dem wir auferstanden sind durch den Glauben, bewahre in euch die Gabe der Erlösung.
Gott hat uns in der Taufe angenommen als Kinder seiner Gnade; er schenke euch das verheißene Erbe.
Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.