See und Landschaft

Das Laacher Seetal

Zwischen Rhein, Mosel und Ahr befindet sich im Osten der Vulkaneifel das Laacher Seetal. Über die nahegelegene Autobahn A 61 ist es gut und schnell zu erreichen. Der Laacher See und seine Umgebung bilden das größte Naturschutzgebiet in Rheinland-Pfalz.

Vulkanischer Ursprung

Das Laacher Seegebiet ist vulkanischen Ursprungs. Vor 10.000 Jahren waren diese Vulkane noch tätig. Nach dem Erkalten der Erdoberfläche bildeten sich innerhalb und außerhalb des Laacher Tales verschiedene Gesteine: Basalt, Trachyt und Phonolit, die teilweise heute noch abgebaut werden. Dazu kommen in der Region noch Bims und Trass, die aus der modernen Steinindustrie nicht wegzudenken sind. Dieser heute noch intensive Abbau hinterlässt klaffende Wunden in der Landschaft.

Wald, Felder und Wiesen

Das Laacher Tal blieb aber weithin davon verschont. Es strahlt eine spürbare Stille und Gelassenheit aus. Im Osten neigen sich die Waldzonen mit einem vielfältigen Baumbestand bis an den Seerand. Im Süden, Westen und Norden breiten sich Felder und Wiesen als landwirtschaftliche Nutzflächen aus.

Schon im Mittelalter hatten sich die Benediktiner bemüht, die Wasserflächen zu verkleinern und das feuchte Land trockenzulegen, um es wirtschaftlich zu nutzen. Sie schufen in einer beachtenswerten technischen Bauleistung durch die Hügel nach Süden einen unterirdischen Bergkanal. Damit wurde erreicht, dass der Seespiegel abgesenkt und auf einem gleichmäßigen Niveau gehalten wurde. Das Kloster hatte nun nicht mehr unter dem schwankenden Wasserspiegel des Sees zu leiden. Bei Hochwasser reichte der See vorher bis an die Klostermauern und überflutete die Krypta. Den Namen erhielt der Stollen nach dem zweiten Abt des Benediktiner-Klosters Maria-Laach, Fulbert (Amtszeit 1152 bis 1177).
Um dem See noch mehr Acker- und Weideland abzutrotzen, wurde der Seespiegel zwischen 1842 und 1845 durch einen weiteren, etwa 1060 m langen Abzugstollen (Delius-Stollen) weiter gesenkt. Dieser Stollen liegt ungefähr 5 m unter dem Fulbert-Stollen.

So wuchs das Laacher Land allmählich zu einer viel bewunderten Schönheit heran und erfreut sich im Zeitalter des Tourismus bei unzähligen Besuchern großer Beliebtheit.


Der Laacher See

Der ovale See ist mit rund 3,3 km² und mehr als 50 m Wassertiefe der größte See in Rheinland-Pfalz und ist 2015 zum wiederholten Male zum beliebtesten See in diesem Bundesland gewählt worden. Viele Menschen schätzen die Beschaulichkeit und den Erholungswert dieser besonderen Landschaft. Der Laacher See und die umliegenden Ländereien sind im Besitz der Abtei Maria Laach.

Der See ist von einem Ringwall umgeben, der an seiner höchsten Stelle 125 m hoch ist. Wissenschaftlich gesehen ist der Laacher See aber kein Maar und auch kein echter Kratersee, sondern eine wassergefüllte Caldera – ein Einbruchkrater, der nach Entleeren der Magmakammer unterhalb des Vulkankegels durch einen Einsturz entstanden ist. Mehr…

Naturschutzgebiet

Der See führt sein Eigenleben mit unterschiedlichen Fischarten (Aal, Barsch, Felchen, Hecht, Karpfen, Schleie), dichten, schilfbewachsenen und von Seerosen durchzogenen Uferzonen, die ein Paradies für seltene Wasservögel sind.

Er ist als Brutgebiet für Wasservögel wie Haubentaucher, Blessralle, Teichralle, Teichrohrsänger, Rohrammer u. a. sowie als Rast- und Überwinterungsgebiet für wassergebundene Vögel wichtig, da er nur in extrem strengen Wintern vollständig zufriert. Schell-, Tafel-, Reiher- und Krickente sind hier im Winter immer zu beobachten.

Um diesen Lebensraum zu erhalten, wurden der Laacher See und seine Umgebung zum Naturschutzgebiet erklärt. Mit einer Gesamtfläche von 21 km² einschließlich seiner Kraterrandbereiche ist der Laacher See das größte Naturschutzgebiet in Rheinland-Pfalz. Weil der Schutzbedarf im Sommer geringer ist, erstreckt sich die Schutzzeit von Oktober bis März und der See kann im Sommer auch als Naherholungsgebiet touristisch genutzt werden.