Heute in Te Deum

Montag · 21. August 2017

Und siehe, einer trat zu ihm und fragte:
Meister, was soll ich Gutes tun,
damit ich das ewige Leben habe?
Matthäus 19,16

Pius X. Giuseppe Sarto (1835–1914), Kind einfacher Bauern in Riese in Venetien, wurde Priester, Bischof von Mantua, Patriarch von Venedig und 1903 Papst Pius X. Seinem Wahlspruch gemäß (»Alles in Christus erneuern«) lag ihm eine Vertiefung des religiösen Lebens am Herzen; er leitete viele Reformen im Bereich der Liturgie, des Kirchenrechts und der Bibelwissenschaft ein. Nicht unumstritten war sein Einschreiten gegen den »Modernismus«.
L: 1 Thess 2,2b–8; E: Joh 21,1.15–17

Gerd Groote Gerd Groote (1340–1384), ursprünglich Domprediger in Utrecht, wirkte als Bußprediger in den südlichen Niederlanden. Da er auch die Missstände in den Orden und bei den Geistlichen anprangerte, wurde er mit Predigtverbot belegt. Er ging nach Deventer und scharte ab 1381 einen Kreis Gleichgesinnter um sich, mit denen er ein gemeinsames Leben ohne Gelübde führte. Groote wurde damit der Begründer der »devotio moderna«, einer religiösen Erneuerungsbewegung des 14./15. Jahrhunderts, die eine persönliche, innere Frömmigkeit der Nachfolge Christi anstrebte. Zu dieser Bewegung gehörte auch Thomas von Kempen; seine »Nachfolge Christi« ist eines der meist gelesenen religiösen Bücher.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Herr,
    sprich dein ewiges Wort in mich
    und lass es mich hören.

    Herr,
    strahle dein Licht in mich
    und lass es mich schauen.

    Herr,
    drücke dein Bild in mich
    und lass es mich bewahren.

    Herr,
    wirke dein Werk in mir
    und lass es mich stets
    von Neuem empfangen.
    Aus dem Kloster Rheinau (14. Jh.)

  • PSALM 34

    Verse 12–15

    Kommt, ihr Kinder, hört mir zu! *
    Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen.
    Wer ist der Mensch, der das Leben liebt *
    und gute Tage zu sehen wünscht?
    Bewahre deine Zunge vor Bösem *
    und deine Lippen vor falscher Rede!
    Meide das Böse und tu das Gute; *
    suche Frieden und jage ihm nach!
    PSALM-GEBET: Gerechter Gott, du zeigst uns den Weg zum Leben. Begleite uns auf diesem Weg, damit wir nicht irregehen.

  • Lesung

    Matthäus 19,21–22

    In jener Zeit sagte Jesus einem jungen Mann: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird unsre Schritte lenken auf den Weg des Friedens.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie in Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Am Beginn des Tages bitten wir unseren Erlöser:
    A: Christus, höre uns!
    ¬ Stärke in uns die Sehnsucht nach deiner Nähe.
    ¬ Zeige uns die göttlichen Spuren in deiner Schöpfung.
    ¬ Bewahre uns vor der lähmenden Macht der Geldgier.

  • Vaterunser

    Beten wir, wie Jesus es uns lehrte: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Alle wirtschaftliche Tätigkeit ist immer im Rahmen der sittlichen Ordnung so auszuüben, dass das verwirklicht wird, was Gott mit dem Menschen vorhat.

    II. Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution


Segen

Gott, segne uns an diesem Tag
und lass uns zum Segen werden.
Alle Schwestern und Brüder, die uns am Herzen liegen,
alle Menschen, die uns begegnen,
und alle Geschöpfe, die uns umgeben,
sollen deinen guten Segen erfahren. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Treuer Gott, dein Wort rufe uns immer wieder zu dir zurück.


  • Lesung

    Richter 2,11–19

    In jenen Tagen taten die Israeliten, was dem Herrn missfiel, und dienten den Baalen. Sie verließen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus Ägypten herausgeführt hatte, und liefen anderen Göttern nach, den Göttern der Völker, die rings um sie wohnen. Sie warfen sich vor ihnen nieder und erzürnten dadurch den Herrn.
    Als sie den Herrn verließen und dem Baal und den Astarten dienten, entbrannte der Zorn des Herrn gegen Israel. Er gab sie in die Gewalt von Räubern, die sie ausplünderten, und lieferte sie der Gewalt ihrer Feinde ringsum aus, sodass sie ihren Feinden keinen Widerstand mehr leisten konnten. Sooft sie auch in den Krieg zogen, war die Hand des Herrn gegen sie und sie hatten kein Glück, wie der Herr gesagt und ihnen geschworen hatte. So gerieten sie in große Not.
    Der Herr aber setzte Richter ein, die sie aus der Gewalt der Räuber befreiten. Doch sie gehorchten auch ihren Richtern nicht, sondern gaben sich anderen Göttern hin und warfen sich vor ihnen nieder. Rasch wichen sie von dem Weg ab, den ihre Väter, den Geboten des Herrn gehorsam, gegangen waren. Sie handelten nicht so wie ihre Väter.
    Wenn aber der Herr bei ihnen Richter einsetzte, dann war der Herr mit dem Richter und rettete die Israeliten aus der Gewalt ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der Herr hatte Mitleid mit ihnen, wenn sie über ihre Feinde und Unterdrücker klagten.
    Sobald aber der Richter gestorben war, wurden sie rückfällig und trieben es noch schlimmer als ihre Väter, liefen anderen Göttern nach, dienten ihnen und warfen sich vor ihnen nieder. Sie ließen nicht ab von ihrem bösen Treiben und von ihrem störrischen Verhalten.

    Impuls

    Israel war in seiner Frühzeit kein stabiles politisches Gebilde und daher Angriffen seiner Nachbarn schutzlos ausgeliefert. Die Autoren des Richterbuches sind überzeugt, dass Israel wehrhafter und besser geschützt gewesen wäre, wenn es sich Jahwe und nicht den Göttern seiner Umwelt anvertraut hätte. Die jüdische Religionsgeschichte ist im Laufe der Jahrhunderte über diesen auf Dauer unbefriedigenden Zusammenhang von Gottesverehrung und Wohlergehen hinweggegangen. Dass die Götter der Nachbarvölker den Menschen nicht helfen können, hatten die Israeliten bald eingesehen. Dass aber auch der Gott Israels seine Anhänger Leid und Vernichtung aussetzt, wird erst später zur schmerzlichen Erfahrung und zum Problem Ijobs. Aus dem parteiischen Gott der Schlachtfelder wird ein universaler Gott der Weisheit und der Innerlichkeit – und aus Jahwe, dem Feldherrn und Kämpfer Israels, schließlich der Gott, der Mensch wird und mit den Menschen leidet. Ist dem religionsgeschichtlich noch etwas hinzuzufügen? Nein. Außer vielleicht, dass unsere Seele nicht historisch denkt und dass sie sämtliche Spielarten der Gottesverehrung weiterhin in sich trägt: den Glauben an den unbegreiflichen, die Liebe des leidenden und ebenso die Hoffnung auf den starken und mächtigen Gott, der alles neu macht.

  • Evangelium

    Matthäus 19,16–22

    In jener Zeit kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist »der Gute«. Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote!
    Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
    Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch?
    Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.
    Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

    Impuls

    Der junge Mann will es ganz genau wissen und er erhält eine genaue Antwort: Selig ist, wer nach Gottes Geboten lebt. Diese sind allen bekannt. Mehr braucht es nicht. Damit hätte er sich zufrieden geben können. Jesus sagt ihm damit nichts Neues. Der Mann kennt die Gebote sehr wohl und er hat sie gehalten. Selig ist er damit offenbar nicht geworden. Er stellt höchste Ansprüche an sich und sein Leben und träumt von der Vervollkommnung. Er ist ein unduldsamer Zauderer, der sich nicht entscheiden kann. Weder kann er sich mit den Geboten, die den Normalsterblichen zur Seligkeit genügen, zufriedengeben noch kann er die höchsten Kriterien der Vollkommenheit erfüllen. Er wird sich zwischen einem von beidem entscheiden müssen, ehe es ihn zerreißt.


Gebet

Herr, die Ansprüche, die wir an uns selbst stellen, machen uns oft mehr zu schaffen als diejenigen, die von außen an uns herangetragen werden. Schenk uns die Einsicht, zwischen unserem Größenwahn und dem, was du wirklich von uns verlangst, zu unterscheiden und schenk uns die Kraft, das Richtige zu tun. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Der Tag neigt sich dem Abend zu,
    wir wenden uns an Gott, den Herrn,
    der als der ew’gen Liebe Bild
    in drei Personen Einer ist.

    Er ist die Quelle unsrer Kraft,
    wie Petrus uns vor Augen führt,
    da er des Lahmen Hand erfasst
    und ihn auf seine Füße stellt.

    Als Jünger Christi rufen wir
    die Macht des Namens Jesu an,
    dass wir den guten Kampf bestehn
    und aufrecht Gottes Wege gehen.

    Den ew’gen Vater preisen wir
    und Jesus Christus, seinen Sohn,
    den Beistand auch, den Heil’gen Geist,
    der uns erleuchtet, stärkt und führt. Amen.
    Nach »Ternis horarum terminis«; 7.-8. Jahrhundert
    Melodie: GL 696 · KG 284

  • PSALM 78

    Verse 55–66

    Gott vertrieb die Völker vor ihnen, /
    ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen *
    und teilte ihnen ihr Erbteil zu.
    Doch sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten; *
    sie hielten seine Satzungen nicht.
    Wie ihre Väter fielen sie treulos von ihm ab, *
    sie wandten sich ab wie ein Bogen, der versagt.
    Sie erbitterten ihn mit ihrem Kult auf den Höhen *
    und reizten seine Eifersucht mit ihren Götzen.
    Als Gott es sah, war er voll Grimm *
    und sagte sich los von Israel.
    Er verwarf seine Wohnung in Schilo, *
    das Zelt, wo er unter den Menschen wohnte.
    Er gab seine Macht in Gefangenschaft, *
    seine heilige Lade fiel in die Hand des Feindes.
    Er lieferte sein Volk dem Schwert aus; *
    er war voll Grimm über sein Eigentum.
    Die jungen Männer fraß das Feuer; *
    den jungen Mädchen sang man kein Brautlied.
    Die Priester wurden mit dem Schwert erschlagen; *
    die Witwen konnten die Toten nicht beweinen.
    Da erwachte der Herr wie aus dem Schlaf, *
    wie ein Held, der betäubt war vom Wein.
    Er schlug seine Feinde zurück *
    und gab sie ewiger Schande preis.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, du weißt, wie oft wir in die Irre gehen. Habe Geduld mit uns und hole uns zu dir zurück.

  • LESUNG

    Richter 2,18

    Wenn aber der Herr bei ihnen Richter einsetzte, dann war der Herr mit dem Richter und rettete die Israeliten aus der Gewalt ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der Herr hatte Mitleid mit ihnen, wenn sie über ihre Feinde und Unterdrücker klagten.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Der Herr denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Jesus Christus, du willst uns den Frieden des himmlischen Vaters schenken. Voll Vertrauen rufen wir zu dir:
    A: Christus, höre uns!
    ¬ Segne Papst Franziskus und alle Patriarchen und Bischöfe und gib ihren Bemühungen um Versöhnung Erfolg.
    ¬ Gib den Schwestern und Brüdern in den Ländern Lateinamerikas die Kraft, im Geist des Evangeliums sich von bedrückenden Verhältnissen zu befreien.
    ¬ Schenke Dichterinnen und Komponisten Geisteserfahrungen, die sie insprieren, die Liebe Gottes mit ihren Werken zu preisen.
    ¬ Erfülle verwitwete Menschen mit Trost und Vertrauen, dass ihre Verstorbenen in Gott ruhen.

  • Vaterunser

    Wir heißen Kinder Gottes und sind es. So beten wir gemeinsam mit allen Christen: Vater unser im Himmel …


Segen

Herr, gib uns deinen Segen.
In der Schönheit der Schöpfung,
in der Geborgenheit der Familie,
in der Erinnerung an vergangene schöne Stunden
schenke uns den Segen deines Trostes. Amen.