Heute in Te Deum

Dienstag · 20. Februar 2018

So soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es
wird nicht wieder leer zurückkommen, sondern wird tun, was
mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
Jesaja 55,11a

Carl Sonnenschein Der katholische Theologe und Politiker Dr. Carl Sonnenschein (1876–1929) stammte aus einer Handwerkerfamilie. 1906 wurde er Referent beim sozialpolitischen Volksverein für das katholische Deutschland in Mönchengladbach und 1910 in Rom zum Priester geweiht. Seit November 1918 wirkte er in Berlin fortan als moderner Großstadtapostel. Als Studierendenseelsorger, Leiter des Akademischen Arbeitsamtes, der Katholischen Volkshochschule Berlin und anderer Einrichtungen war er nicht nur sozial und pädagogisch, sondern auch politisch tätig. Bereits im Alter von 52 Jahren starb er am 20. Februar 1929 nach längerer Krankheit.

Friedrich Weißler Friedrich Weißler (1891–1937), protestantischer Christ jüdischer Herkunft, gilt als das erste Todesopfer der evangelischen Bekennenden Kirche im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Der Jurist wirkte an einer Denkschrift der Bekennenden Kirche in Berlin mit, die sich gegen die Nazipolitik wandte. Das ursprünglich geheime Papier gelangte in die Auslandspresse und erregte beträchtliches Aufsehen. Weißler, der angeblich das Papier weitergegeben haben soll, wurde von der Gestapo verhaftet und 1937 ins KZ Sachsenhausen verbracht, wo er als evangelischer Christ an den Misshandlungen als »Volljude« starb.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Christus - mächtiger Gott!
    Du, Allherrscher der Schöpfung,
    lenkst die kreisenden Welten -
    wandelst auf Wogen,
    wendest die Stürme -
    rufst deine Engel,
    zwingst die Dämonen -
    König der Welt!
    Allem verleihst du das Sein,
    Wort des allmächtigen Vaters!

    Christus - Heiland der Welt!
    Aus dem Schoße des Vaters
    steigst du rettend hernieder:
    wirst unser Bruder,
    teilst unsre Armut -
    trägst unsre Leiden,
    tilgst unsre Sünden -
    hebst uns empor:
    Erster des neuen Geschlechts,
    das du erlöst und geheiligt.

    Christus - göttliches Haupt!
    Wie der Weinstock die Reben
    nährst du uns, deine Glieder:
    senkst in die Seelen
    göttliches Leben,
    einigst die Völker
    in deiner Kirche
    heiligem Leib.
    Zieh uns auf ewig an dich,
    Mittler unsterblichen Lebens!
    Zeitgenössisch

  • PSALM 5

    Verse 2–9.12–13

    Höre meine Worte, Herr, *
    achte auf mein Seufzen!
    Vernimm mein lautes Schreien, mein König und mein Gott, *
    denn ich flehe zu dir.
    Herr, am Morgen hörst du mein Rufen, *
    am Morgen rüst ich das Opfer zu, halte Ausschau nach dir.
    Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt; *
    der Frevler darf nicht bei dir weilen.
    Wer sich brüstet, besteht nicht vor deinen Augen; /
    du lässt die Lügner zugrunde gehn, *
    Mörder und Betrüger sind dem Herrn ein Gräuel.
    Ich aber darf dein Haus betreten *
    dank deiner großen Güte,
    ich werfe mich nieder in Ehrfurcht *
    vor deinem heiligen Tempel.
    Leite mich, Herr, in deiner Gerechtigkeit, /
    meinen Feinden zum Trotz; *
    ebne deinen Weg vor mir!
    Alle sollen sich freuen, die auf dich vertrauen, *
    und sollen immerfort jubeln.
    Beschütze alle, die deinen Namen lieben, *
    damit sie dich rühmen.
    Denn du, Herr, segnest den Gerechten. *
    Wie mit einem Schild deckst du ihn mit deiner Gnade.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, du hast uns erlöst und wir dürfen mit Jesus Christus eintreten in dein Heiligtum. Heilige und reinige uns, damit wir immer bei dir sein dürfen.

  • Lesung

    Matthäus 6,7

    Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Mein Wort kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Herr Jesus Christus, deine Worte sind Weisungen für unser Leben. Dich bitten wir:
    A: Führe uns durch deinen Geist!
    ¬ Hilf uns, Feindseligkeiten zu überwinden.
    ¬ Hilf uns, Versöhnung und Vergebung zu finden.
    ¬ Hilf uns, geduldig und friedfertig zu werden.

  • Vaterunser

    Wir sind eingeladen, als Kinder Gottes beim Schöpfer Frieden zu finden. So beten wir mit den Worten Jesu Christi: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Das Gebet ist Ermutigung, das Lebensnotwendige zu tun, es ist Vergewisserung, das zu tun, was im Sinne Gottes ist.

    Jutta Lehnert (*1955; Pastoralreferentin)


Segen

Gott, unser Vater,
begleite uns heute mit deiner Liebe und deinem Segen.
Segne uns und unsere Mitmenschen,
denen wir in unserem Alltag begegnen.
Senke deine Liebe in unsere Herzen
und mache uns reich an guten Werken.
Lass uns deine Liebe und deinen Segen weitergeben. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort wirke in unserem Leben.


  • Lesung

    Jesaja 55,10–11

    So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

    Impuls

    Kaum ist die Welt am Morgen erwacht, beginnt sie auch schon zu reden. Und das geht den lieben langen Tag so bis tief in die Nacht hinein und noch weit darüber hinaus. Ein scheinbar nie ganz versiegender Strom an Worten leitet und begleitet uns durch unsere Tage, Wochen, Monate, ja, durch unser ganzes Leben. Wie viele Worte man in seinem Leben wohl redet? Das ist eine schwierige Frage! Eine amerikanische Universität jedenfalls hat einmal untersucht, wie viele Wörter man/frau pro Tag spricht. Im Durchschnitt waren es 16 000. Was diese Worte jeden Tag so alles bewirken? Das ist eine noch schwierigere Frage! Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht genau. Vieles können wir nur vermuten. Wie anders verhält es sich da mit dem Wort Gottes. Nach dem Propheten Jesaja kehrt Gottes Wort nicht leer zu ihm zurück, sondern bewirkt, was er will, und erreicht all das, wozu er es ausgesandt hat. Es ist ein kraftvolles Wort. Es schafft und verändert die Wirklichkeit. Das menschliche Wort kommt ihm hierin sehr nah. Und doch: Gottes Wort übersteigt alle anderen Wörter. Gottes ultimatives Wort an uns Menschen heißt: »Jesus Christus«. In ihm hat sich Gott um unseres Lebens und Heiles willen ausgesprochen.

  • Evangelium

    Matthäus 6,7–15

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten:
    Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
    Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

    Impuls

    Jeder Mensch hat eine Mutter und einen Vater. Sonst wäre er/sie nicht auf dieser Welt. Das ist ja klar! Ob Mutter und Vater den von ihnen in die Welt gesetzten Menschen aber auch erhalten und halten, das ist schon nicht mehr so klar … Mit dem Eintritt in die Welt beginnt jedenfalls die menschliche Suche nach Sicherheit und Geborgenheit. Wer steht zu mir? Wem kann ich mein Leben anvertrauen? Jesus gibt den so Suchenden und Fragenden eine klare Antwort: »Gott, dein und unser Vater, steht zu dir! Ihm kannst du dich anvertrauen! Denn er weiß, was du brauchst, noch ehe du ihn um etwas bittest.« Das ist so einfach und klingt deswegen in den meisten Ohren wohl zu einfach … Doch gerade in dem, was sich so naiv anhört, liegt die größte Kraft. Man/frau kann sie erfahren, wenn frau/man einfach/naiv wird. Mit Dummheit hat das nichts zu tun, aber viel mit Weisheit. Geben Sie Gott heute mal eine Chance und seien Sie einfach/da …


Gebet

Ja, Herr, wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das deinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu dir zurück, sondern bewirkt, was du willst, und erreicht all das, wozu du es ausgesandt hast! Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Der lieben Sonne Licht und Pracht
    hat nun den Lauf vollführet,
    die Welt hat sich zur Ruh gemacht,
    tu, Seel’, was dir gebühret.

    Tritt an die Himmelstür
    und sing ein Lied dafür;
    lass deine Augen, Herz und Sinn
    auf Jesum sein gerichtet hin.

    Der Schlaf wird fallen diese Nacht
    auf Menschen und auf Tiere;
    doch einer ist, der droben wacht,
    bei dem kein Schlaf zu spüren.

    Es schlummert Jesum nicht,
    sein Aug’ auf mich er richt.
    Drum soll mein Herz auch wachend sein,
    dass Jesus wache nicht allein.

    Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh
    und schlaf fein sanft und stille;
    ihr müden Augen schließt euch zu,
    denn das ist Gottes Wille;

    schließt aber dies mit ein:
    O Jesus, ich bin dein!
    So ist der Schluss recht wohl gemacht.
    In Jesu Namen: Gute Nacht.
    Christian Scriver († 1693)
    Melodie: GL 220 · KG 455

  • PSALM 103

    Verse 8–13

    Der Herr ist barmherzig und gnädig, *
    langmütig und reich an Güte.
    Er wird nicht immer zürnen, *
    nicht ewig im Groll verharren.
    Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden *
    und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld.
    Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, *
    so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.
    So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, *
    so weit entfernt er die Schuld von uns.
    Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, *
    so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, du bist bereit zu verzeihen und wendest dich uns in Liebe zu. Hilf uns, an deine Liebe zu glauben und sie zu leben.

  • LESUNG

    Jesaja 55,11

    So ist es (auch) mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Jesus Christus ist unser Retter und Erlöser, der Sohn des lebendigen Gottes. Ihn bitten wir voll Vertrauen:
    A: Christus, höre uns!
    ¬ Für die Christen, die in so vielen Ländern dieser Welt unter Verfolgung leiden und dennoch in österlicher Zuversicht verharren.
    ¬ Für alle, die gegen den bedrohlich wachsenden Antisemitismus in Europa ihre Stimme erheben.
    ¬ Für die verzweifelten, verwirrten und verunsicherten Menschen: um neuen Sinn und Halt in ihrem Leben.
    ¬ Für die vielen Flüchtlinge, die Opfer von Gewalt und Ausbeutung geworden sind.

  • Vaterunser

    Wer betet, ist nie allein. Wir befinden uns in weltweiter Gemeinschaft, wenn wir mit den Worten Jesu beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Barmherziger Gott, lass uns erkennen, was zum Heile dient,
und führe uns zur Gemeinschaft deiner Heiligen.
Dein Friede komme über uns und alle Länder dieser Welt.
Segne uns und bewahre uns und alle Menschen an diesem
Abend vor Unheil und Schaden. Amen.