Heute in Te Deum

Mittwoch · 28. September 2016

Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück,
der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
Lukas 9,62b

Lioba Lioba († 782) war mit Bonifatius verwandt, der sie zur Missionsarbeit nach Deutschland berief, wo sie um 735 erste Äbtissin des Klosters Tauberbischofsheim wurde. Lioba, in Kunst und Wissenschaft hochgebildet, war eine geschätzte Lehrerin und Erzieherin.
L: Weish 7,7–10.13–14.26.27b.29–8,1; E: Joh 15,5.8–12

Wenzel Wenzel, tschechisch Václav (* 904), Herzog von Böhmen, förderte mit allem Nachdruck die Christianisierung Böhmens und war um die religiöse und kulturelle Bildung seines Volkes sehr bemüht. Er wurde durch seinen jüngeren Bruder Boleslaw, der noch dem Heidentum anhing, 929 oder 935 ermordet. Seine Ruhestätte fand Wenzel in dem von ihm gegründeten Veitsdom in Prag.
L: 1 Petr 3,14–17; E: Mt 10,34–39

Lorenzo Ruiz und Gefährten In den Jahren 1633–1637 starben in der japanischen Stadt Nagasaki 16 Christen als Märtyrer, unter ihnen Lorenzo Ruiz, ein von den Philippinen stammender Familienvater. Sie alle haben, wenn auch zu verschiedenen Zeiten und unter unterschiedlichen Bedingungen, zur Verbreitung des Glaubens auf den Philippinen, auf Taiwan und auf den japanischen Inseln beigetragen.
L: Weish 3,1–9; E: Mt 10,28–33

Adolf Clarenbach Adolf Clarenbach (um 1500–1529) war Lateinlehrer in Münster und in Wesel. Er wurde Anhänger der Reformation, weshalb er seine Heimat verlassen musste. In Köln und im Rheinland predigte er die neue Lehre. 1529 ließ ihn der Rat der Stadt Köln mit seinem Kollegen Peter Fliesteden verhaften. Nach längerer Haft und Folter wurden die beiden Prediger vor den Toren Kölns durch Feuer hingerichtet. Beide sind die ersten Märtyrer der Reformation in Deutschland.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Gott, du weites Meer der Gnade,
    du tiefe Glut der Liebe,
    du sprühende Schöpferkraft.
    Alle Ehre gebührt dir, guter Gott.

    Jesus Christus,
    du mildes Licht der Hoffnung,
    du lebendige Gegenwart des Wortes Gottes,
    du ewiges Leben.
    Alle Ehre gebührt dir, guter Gott.

    Heiliger Geist,
    du fröhlicher Wind der Gewissheit,
    du heilsame Unruhe, du verlockende Sehnsucht.
    Alle Ehre gebührt dir, guter Gott.

    Heiliger, dreieiniger Gott,
    dir bringen wir unsere Anbetung und Liebe,
    heute und alle Tage und in Ewigkeit.
    Verfasser unbekannt

  • PSALM 48

    Verse 10–15

    Über deine Huld, o Gott, denken wir nach *
    in deinem heiligen Tempel.
    Wie dein Name, Gott, /
    so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde; *
    deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.
    Der Berg Zion freue sich, *
    die Töchter Judas sollen über deine gerechten Urteile jubeln.
    Umkreist den Zion, *
    umschreitet ihn, zählt seine Türme!
    Betrachtet seine Wälle, /
    geht in seinen Palästen umher, *
    damit ihr dem kommenden Geschlecht erzählen könnt:
    »Das ist Gott, unser Gott für immer und ewig. *
    Er wird uns führen in Ewigkeit.«
    PSALM-GEBET: Herr, unser Gott, du bist der gute Hirte, der uns führt. Gib deiner Kirche Menschen, die mitgehen und uns den Weg zeigen.

  • Lesung

    Lukas 9,59–60

    Zu einem anderen sagte Jesus: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Jesus sagte: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie in Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Zu Jesus Christus, der uns immer neu zur Nachfolge einlädt, lasst uns beten:
    A: Christus, höre uns!
    ¬ Gib uns heute Worte ewigen Lebens.
    ¬ Hilf uns, dein Wort für uns richtig zu begreifen.
    ¬ Sende uns dahin, wo wir gebraucht werden.

  • Vaterunser

    Wir folgen Jesus, indem wir auf sein Wort hören und beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Aufbruch macht mein Leben lebendig. Vergangenes hinter mir lassen, ist Voraussetzung dafür, Neues zu entdecken. Und dazu fordern mich die harten Worte Jesu immer wieder ganz neu und eindeutig heraus. Und sie sind mir radikale Zusage: Er wird mich auf meinem Weg der Nachfolge nicht verlassen.

    Markus Essig (* 1965; Geschäftsführer Kolpingwerk Freiburg)


Segen

Gott und Vater, segne uns!
Wie die Morgensonne die Nacht vertreibt
und das Rauschen des Windes unsere Sehnsucht weckt,
so werde durch deinen Segen unsere Traurigkeit in Freude gewandelt,
und unser Tagewerk werde zum Segen für die
Schwestern und Brüder. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, durch dein Wort hast du alles geschaffen. Erneuere uns durch dein Wort.


  • Lesung

    Ijob 9,1–12.14–16

    Ijob antwortete seinen Freunden und sprach: Wahrhaftig weiß ich, dass es so ist: Wie wäre ein Mensch bei Gott im Recht! Wenn er mit ihm rechten wollte, nicht auf eins von tausend könnt er ihm Rede stehen. Weisen Sinnes und stark an Macht – wer böte ihm Trotz und bliebe heil?
    Er versetzt Berge; sie merken es nicht, dass er in seinem Zorn sie umstürzt. Er erschüttert die Erde an ihrem Ort, sodass ihre Säulen erzittern.
    Er spricht zur Sonne, sodass sie nicht strahlt, er versiegelt die Sterne. Er spannt allein den Himmel aus und schreitet einher auf den Höhen des Meeres.
    Er schuf das Sternbild des Bären, den Orion, das Siebengestirn, die Kammern des Südens. Er schuf so Großes, es ist nicht zu erforschen, Wunderdinge, sie sind nicht zu zählen.
    Zieht er an mir vorüber, ich seh ihn nicht, fährt er daher, ich merk ihn nicht. Rafft er hinweg, wer hält ihn zurück? Wer darf zu ihm sagen: Was tust du da? Wie sollte denn ich ihm entgegnen, wie meine Worte gegen ihn wählen?
    Und wär ich im Recht, ich könnte nichts entgegnen, um Gnade müsste ich bei meinem Richter flehen. Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört.

    Impuls

    Dieser Text klingt hoffnungslos. Dennoch ist er wichtig. Er führt eindrucksvoll eine Seite Gottes vor Augen, die im kirchlichen Leben und in vielen frommen Kreisen fast ganz ausgeblendet ist: den sogenannten »numinosen« Aspekt Gottes: So nahe Gott uns in seinem Sohn Jesus Christus gekommen ist, hat er dennoch auch eine unfassbare und unbegreifliche Seite. Er sprengt alle unsere menschlichen Vorstellungen. Deshalb müssen wir die Spannung zwischen unserem kindlichen Vertrauen auf ihn und unserer »Ehr-Furcht« vor ihm im streng buchstäblichen Sinn dieses Wortes aushalten. Er ist nicht nur der »liebe Gott« und »unser Freund«, sondern auch der ganz Andere. Sogar Jesus, der ihn mit »Abba« (»Papa«) anreden konnte und uns diese Anrede beibrachte, schrie zum Himmel, weil er ihn am Ende als unendlich weit fort erleben musste.

  • Evangelium

    Lukas 9,57–62

    In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger auf ihrem Weg nach Jerusalem weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
    Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
    Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

    Impuls

    Wer den Ruf zur Nachfolge vernimmt, spürt deutlich, dass ihm ein Bruch mit seinem bisherigen Leben zugemutet wird. Das ist hier auf drei Bilder gebracht: Heimatlosigkeit, geradezu pietätloser abrupter Bruch mit der Vergangenheit, Verzicht auf Familie und folglich leibliche Nachkommen. Zu beachten ist, dass das tatsächlich Bilder für den starken Einstiegsimpuls sind, nicht buchstäbliche Bedingungen. Fängt man an, nach den ersten Schritten traurig zurückzublicken, so verliert man den Schwung und die Kraft und damit seine Tauglichkeit für das Reich Gottes.


Gebet

Gott, durch alle Fragen und Brüche meines Lebens hindurch führe mich näher zu dir. Gib mir die Kraft und den Mut, die Schritte zu tun, die deine Liebe mir nahelegt. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Das Sinnen unsrer Liebe richte sich
    auf dich, Gott, der Verzeihung schenkt,
    dass du in Güte unsern Herzen
    die Reinigung von Schuld gewährst.

    Wie Fremdlinge sind wir gekommen
    und wie Verbannte seufzen wir,
    du bist der Hafen, du die Heimat,
    zum Haus des Lebens führe uns.

    Glücksel’ge Liebe, die nach dir,
    dem Quell des Lebens, Durst verspürt,
    o Wahrheit! – Selig sind die Augen
    des Volkes, das dich schauen darf.

    Die Feier deines Lobs gereiche
    dir nun zur größ’ren Herrlichkeit,
    und ohne Ende sie begeht,
    wer aus dem Staub sein Herz erhebt.

    Gewähre dies, du milder Vater,
    und du, Einz'ger, dem Vater gleich,
    zusammen mit dem Tröstergeist
    herrschend in Zeit und Ewigkeit. Amen.
    Nach »Amoris sensus erige« (10. Jh.)

  • PSALM 27

    Verse 7–14

    Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; *
    sei mir gnädig und erhöre mich!
    Mein Herz denkt an dein Wort: »Sucht mein Angesicht!« *
    Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.
    Verbirg nicht dein Gesicht vor mir; /
    weise deinen Knecht im Zorn nicht ab! *
    Du wurdest meine Hilfe.
    Verstoß mich nicht, verlass mich nicht, *
    du Gott meines Heiles!
    Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, *
    der Herr nimmt mich auf.
    Zeige mir, Herr, deinen Weg, *
    leite mich auf ebener Bahn trotz meiner Feinde!
    Gib mich nicht meinen gierigen Gegnern preis; *
    denn falsche Zeugen stehen gegen mich auf und wüten.
    Ich aber bin gewiss, zu schauen *
    die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
    Hoffe auf den Herrn und sei stark! *
    Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, du willst uns Gutes geben. Gib uns das Vertrauen, zu dir zu beten und von dir alles zu erwarten.

  • LESUNG

    Ijob 9,1–4

    Ijob antwortete seinen Freunden und sprach: Wahrhaftig weiß ich, dass es so ist: Wie wäre ein Mensch bei Gott im Recht! Wenn er mit ihm rechten wollte, nicht auf eins von tausend könnt er ihm Rede stehen. Weisen Sinnes und stark an Macht – wer böte ihm Trotz und bliebe heil?

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Jesus sagte: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!

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    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Zum dreifaltigen Gott rufen wir voll Zuversicht:
    A: Wir bitten dich, erhöre uns!
    ¬ Segne den Dialog zwischen Christen und Muslimen.
    ¬ Gib uns die Kraft, unseren Glauben im Blick auf das Evangelium zu erneuern.
    ¬ Beschütze die Menschen in Israel und Palästina vor Terror und Verzweiflung.
    ¬ Segne alle Ehepaare, die in diesen Tagen ihre silberne, goldene oder diamantene Hochzeit feiern.

  • Vaterunser

    Christus wollte alles zum Vater führen durch sein Kreuz. So beten wir nach seiner Weisung: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, gib uns deinen guten Segen.
Sende ihn wie einen Lichtstrahl in unseren Sinn, damit wir
dein Wort begreifen.
Begleite mit deinem Segen unsere Wege, damit wir nicht irregehen.
Amen.