Heute in Te Deum

Mittwoch · 18. Januar 2017

Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun,
Leben erhalten oder töten?
Markus 3,4b

Gebetswoche für die Einheit der Christen Motto in diesem Jahr: Versöhnung - die Liebe Christi drängt uns (vgl. 2 Kor 5,14-20)

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Schon zieht herauf des Tages Licht,
    wir flehn zu Gott voll Zuversicht:
    Bewahre uns an diesem Tag
    vor allem, was uns schaden mag.

    Bezähme unsrer Zunge Macht,
    dass sie nicht Hass und Streit entfacht;
    lass unsrer Augen hellen Schein
    durch Böses nicht verdunkelt sein.

    Rein sei das Herz und unversehrt
    und allem Guten zugekehrt.
    Und gib uns jeden Tag das Brot
    für unsre und der Menschheit Not.

    Senkt sich hernieder dann die Nacht
    und ist das Tagewerk vollbracht,
    sei dir all unser Tun geweiht
    zum Lobe deiner Herrlichkeit.

    Dich, Vater, Sohn und Heil’ger Geist,
    voll Freude alle Schöpfung preist,
    der jeden neuen Tag uns schenkt
    und unser ganzes Leben lenkt. Amen.
    Nach „Iam lucis orto sidere“; Ambrosius († 397) zugeschrieben
    Melodie: GL 595 oder 704 · KG 679 oder 763

  • PSALM 7

    Verse 2–10

    Herr, mein Gott, ich flüchte mich zu dir; *
    hilf mir vor allen Verfolgern und rette mich,
    damit mir niemand wie ein Löwe das Leben raubt, *
    mich zerreißt, und keiner ist da, der mich rettet.
    Wenn ich das getan habe, Herr, mein Gott, *
    wenn an meinen Händen Unrecht klebt,
    wenn ich meinem Freunde Böses tat, *
    wenn ich den quälte, der mich grundlos bedrängt hat,
    dann soll mich der Feind verfolgen und ergreifen; /
    er richte mein Leben zugrunde *
    und trete meine Ehre mit Füßen.
    Herr, steh auf in deinem Zorn, *
    erheb dich gegen meine wütenden Feinde!
    Wach auf, du mein Gott! /
    Du hast zum Gericht gerufen. *
    Der Herr richtet die Völker.
    Um dich stehe die Schar der Völker im Kreis; *
    über ihnen throne du in der Höhe!
    Herr, weil ich gerecht bin, verschaff mir Recht *
    und tu an mir Gutes, weil ich schuldlos bin!
    Die Bosheit der Frevler finde ein Ende, /
    doch gib dem Gerechten Bestand, *
    gerechter Gott, der du auf Herz und Nieren prüfst.
    PSALM-GEBET: Gerechter Gott, du bist die Hilfe der Unschuldigen und deine Boten haben immer wieder gegen jedes Unrecht protestiert. Mach auch uns bereit, den Unschuldigen beizustehen und für das Recht einzutreten.

  • Lesung

    Markus 3,3–4

    Jesus sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie in Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Zu Jesus Christus, der alle Menschen zum Vater führen will, beten wir:
    A: Herr, höre uns!
    ¬ Gib uns heute ein Wort des Friedens.
    ¬ Gib uns die Kraft, den Kranken beizustehen.
    ¬ Gib uns die Freiheit, ganz dir zu gehören.

  • Vaterunser

    Beten wir mit Jesu Worten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Mein göttlicher Erlöser gab mir zu verstehen, dass alle, welche am Heile der Seelen arbeiten, die Gabe haben werden, auch die verhärtetsten Herzen zu rühren; sie werden, falls sie nur selber eine zarte Andacht zu seinem heiligen Herzen pflegen, mit wunderbarem Erfolg arbeiten.

    Marguerite Marie Alacoque (1647–1690; französische Nonne und Mystikerin)


Segen

Herr, segne uns und behüte uns.
Lass deinen Segen ruhen auf allen, die uns am Herzen liegen.
Gib, dass wir selber wie ein Segen für die Menschen sind, die
uns begegnen. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort gebe uns die Kraft, zu dir zu halten.


  • Lesung

    Hebräer 7,1–3.15–17

    Schwestern und Brüder! Melchisedek, König von Salem und Priester des höchsten Gottes; er, der dem Abraham, als dieser nach dem Sieg über die Könige zurückkam, entgegenging und ihn segnete und welchem Abraham den Zehnten von allem gab; er, dessen Name »König der Gerechtigkeit« bedeutet und der auch König von Salem ist, das heißt »König des Friedens«; er, der ohne Vater, ohne Mutter und ohne Stammbaum ist, ohne Anfang seiner Tage und ohne Ende seines Lebens, ein Abbild des Sohnes Gottes: dieser Melchisedek bleibt Priester für immer.
    Das ist noch viel offenkundiger, wenn nach dem Vorbild Melchisedeks ein anderer Priester eingesetzt wird, der nicht, wie das Gesetz es fordert, aufgrund leiblicher Abstammung Priester geworden ist, sondern durch die Kraft unzerstörbaren Lebens. Denn es wird bezeugt:
    Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.

    Impuls

    Die spannungsreiche Bühne des Hebräerbriefes betritt nun eine Gestalt, die für uns ebenso fremd wie geheimnisvoll ist: Melchisedek, König von Salem und Priester des höchsten Gottes. Ohne Vater, ohne Mutter und ohne Stammbaum, ohne Anfang seiner Tage und ohne Ende seines Lebens, ein Abbild des Sohnes Gottes. Fängt schon mit ihm die messianische Heilszeit an, die von Frieden und Gerechtigkeit geprägt ist? Für den Autor des Hebräerbriefes wäre das kaum denkbar. Er nimmt die spärlichen Schriftzeugnisse zu Melchisedek (Gen 14,17–20; Ps 110,4) zusammen und sieht in ihm eine Gestalt, die dem Jesus, dem »ewigen Sohn« (Hebr 1,2), nachgebildet ist. Diese soll (in der Schrift) auf den besonderen Hohepriester Jesus hinweisen. Dessen Priestertum ist eben nicht »menschlich/zeitlich« und »nach der Ordnung des Levi«, sondern »ewig« und »nach der Ordnung des Melchisedek«. Nur dieser Hohepriester verschafft bleibenden Zugang zu Gott und damit sicheren Zugang zum Heil. Wer in der Glaubenskrise also diesem Hohepriester anhängt, dessen Heil ist von »Ewigkeit her« gesichert.

  • Evangelium

    Markus 3,1–6

    In jener Zeit, als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
    Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
    Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand war wieder gesund.
    Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

    Impuls

    Mittlerweile haben sich Jesus und seine Schüler Feinde gemacht. Ihre Botschaft vom Reich Gottes stößt zunehmend auf Ablehnung. Nicht bei den einfachen Menschen, sondern bei den Funktionseliten. Die Heilung eines Mannes mit einer lahmen Hand legt den Konflikt frei. Infolge seiner Behinderung fristet dieser Mann sein Leben am sozialen Rand. Jesus holt ihn – das ist Reich-Gottes-Programm in Reinform! – in die Mitte. Dadurch wird der Mann vor aller Augen in das normale Leben re-sozialisiert. Die Vertreter der religiösen Institutionen macht das sprachlos. Da ist einer, der im Namen Gottes an ihnen vorbei wirkt! Dadurch verlieren sie in aller Öffentlichkeit ihre religiöse Deutekompetenz, ihren Status und damit auch ihre Macht. Sie erleben am eigenen Leib, wie sich eine Umwertung der Wertigkeiten vollzieht: Die Mächtigen rücken an den Rand, die Randständigen rücken in die Mitte! Das können sie nicht hinnehmen und sie beschließen, Jesus zu vernichten. Jesus aber wird beim Reich-Gottes-Programm bleiben bis in den Tod.


Gebet

Guter Gott, Jesus stellt die Menschen, die am Rand stehen, in die Mitte. Er übersieht niemanden. Er sieht jeden von uns mit all seiner Bedürftigkeit. Hilf uns, dass auch wir Menschen vom Rand in unsere Mitte holen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    O Gott, du bist ganz ohne Anfang,
    o Gott, du gehst aus Gott hervor,
    und du, Gott, ausgehend von beiden,
    komm uns zu Hilfe, steh uns bei.

    Sei du allein nur unsre Sehnsucht,
    sei unsre Liebe, unsre Freud’;
    zu dir geht all unser Verlangen,
    in dir mög’ unsre Wonne sein.

    Du, Vater, bist Herr aller Menschen,
    mit ihm, der reinen Jungfrau Sohn,
    mögst unser Inneres und Äuß’res
    du leiten durch den Heil’gen Geist.

    Sei eingedenk, Heil’ger, Dreifalt’ger,
    was deine Güte hat getan:
    Im Anbeginn schufst du den Menschen,
    erschufst ihn dann im Blute neu.

    Uns, die geschaffen hat die Einheit,
    hat Christi Liebe dann erlöst;
    damals liebt’ er uns durch sein Leiden,
    jetzt liebt er uns durch Gnadenwahl.

    Freude sei dir, du heil’ge Dreiheit,
    Freude, Vollkommenheit und Kraft
    und alle Schönheit, alle Allmacht,
    höchste Verehrung, Lob und Ehr'. Amen.
    Nach »Deus de nullo veniens«; 14. Jahrhundert

  • PSALM 20

    Verse 2–10

    Der Herr erhöre dich, am Tage der Not, *
    der Name von Jakobs Gott möge dich schützen.
    Er sende dir Hilfe vom Heiligtum *
    und stehe dir bei vom Zion her.
    An all deine Speiseopfer denke er, *
    nehme dein Brandopfer gnädig an.
    Er schenke dir, was dein Herz begehrt, *
    und lasse all deine Pläne gelingen.
    Dann wollen wir jubeln über deinen Sieg, /
    im Namen unseres Gottes das Banner erheben. *
    All deine Bitten erfülle der Herr.
    Nun bin ich gewiss: *
    Der Herr schenkt seinem Gesalbten den Sieg;
    er erhört ihn von seinem heiligen Himmel her *
    und hilft ihm mit der Macht seiner Rechten.
    Die einen sind stark durch Wagen, die andern durch Rosse, *
    wir aber sind stark im Namen des Herrn, unsres Gottes.
    Sie sind gestürzt und gefallen; *
    wir bleiben aufrecht und stehen.
    Herr, verleihe dem König den Sieg! *
    Erhör uns am Tag, da wir rufen!
    PSALM-GEBET: Starker Gott, du bist unsere Hilfe in jeder Bedrängnis. Wecke in uns die Freude an dir und bleibe uns nahe.

  • LESUNG

    Hebräer 7,15–16

    Das ist noch viel offenkundiger, wenn nach dem Vorbild Melchisedeks ein anderer Priester eingesetzt wird, der nicht, wie das Gesetz es fordert, aufgrund leiblicher Abstammung Priester geworden ist, sondern durch die Kraft unzerstörbaren Lebens.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Der Herr stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Wir bitten Jesus Christus, der für uns Hohepriester und Opferlamm wurde:
    A: Christus, hilf uns!
    ¬ Gib der Christenheit die Kraft, einander im Blick auf dein Kreuz immer näherzukommen.
    ¬ Segne die Kinder und Jugendlichen, die sich als Ministranten in unseren Gemeinden engagieren.
    ¬ Stärke alle Bemühungen, dem Hunger in Afrika erfolgreich zu begegnen.
    ¬ Hilf uns, der fortschreitenden Zerstörung der Natur zu wehren.

  • Vaterunser

    Als Töchter und Söhne Gottes beten wir mit den Worten unseres Bruders Jesus: Vater unser im Himmel …


Segen

Herr, sende uns deinen Segen.
Der Segen, den nur du zu geben hast,
der unsere Blindheit und Traurigkeit heilen kann
und der uns in Zeiten der Not nie gefehlt hat,
dieser Segen bleibe auch jetzt bei uns. Amen.