Heute in Te Deum

Donnerstag · 1. September 2016

Fürchte dich nicht!
Von nun an wirst du Menschen fangen.
Lukas 5,10c

Antikriegstag Die Idee zu einem Weltfeiertag für den Frieden war bereits 1845 in England aufgekommen. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Deutschland alljährlich der 1. September als »Antikriegstag« begangen. Er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. – Unter dem Motto »Nie wieder Krieg!« rief der Deutsche Gewerkschaftsbund die Bürger erstmals am 1. September 1957 zu Aktionen auf.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Nacht und Gewölk und Finsternis,
    verworr’nes Chaos dieser Welt,
    entweicht und flieht! Das Licht erscheint,
    der Tag erhebt sich: Christus naht.

    Jäh reißt der Erde Dunkel auf,
    durchstoßen von der Sonne Strahl,
    der Farben Fülle kehrt zurück
    im hellen Glanz des Taggestirns.

    So soll, was in uns dunkel ist,
    was schwer uns auf dem Herzen liegt,
    aufbrechen unter deinem Licht
    und dir sich öffnen, Herr und Gott.

    Dich, Christus, suchen wir allein
    mit reinem, ungeteiltem Sinn,
    dir beugen willig wir das Knie
    mit Bitten und mit Lobgesang.

    Blick tief in unser Herz hinein,
    sieh unser ganzes Leben an:
    Noch manches Arge liegt in uns,
    was nur dein Licht erhellen kann.

    Dir, Christus, guter Herr und Gott,
    dem ew’gen Vater, der uns liebt,
    dem Heil’gen Geist, der bei uns ist,
    sei Lob und Dank in Ewigkeit. Amen.
    Nach »Nox et tenebrae et nubila«; Prudentius († nach 405)
    Melodie: GL 667 · EG 437

  • PSALM 32

    Verse 1–7.11

    Wohl dem, dessen Frevel vergeben *
    und dessen Sünde bedeckt ist.
    Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last
    legt *
    und dessen Herz keine Falschheit kennt.
    Solang ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, *
    den ganzen Tag musste ich stöhnen.
    Denn deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und bei Nacht; *
    meine Lebenskraft war verdorrt wie durch die Glut des Sommers.
    Da bekannte ich dir meine Sünde *
    und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
    Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. *
    Und du hast mir die Schuld vergeben.
    Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; *
    fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.
    Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not; *
    du rettest mich und hüllst mich in Jubel.
    Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, *
    jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, hilf uns, unsere Schuld zu erkennen und umzukehren, und mach uns bereit zur Versöhnung mit dem Nächsten.

  • Lesung

    Lukas 5,6b.8.10bc

    Sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Simon antwortete Jesus: Wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie in Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Zu Jesus Christus, der uns zu Menschenfischern machen will, lasst uns rufen:
    A: Jesus, stehe uns bei!
    ¬ Begleite uns heute mit deinem Segen.
    ¬ Nimm alle Furcht und Trägheit von uns.
    ¬ Bewahre uns im unzerreißbaren Netz deiner Liebe.

  • Vaterunser

    Mit den Worten Jesu Christi rufen wir als Kinder Gottes zum Schöpfer:
    Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

  • Ora et labora

    Krieg zerstört umfassend. Er zerstört nicht nur die Wege, die Städte, die Häfen. Krieg zerstört den Menschen. Er verwandelt Lebendige in Tote und hinterlässt in unzähligen Überlebenden tote Seelen. Wer Gewalt ausübt oder ihr ausgesetzt ist, wandelt sich in seinem Wesen. Er wird ein Anderer.

    Joachim Gauck (* 1940; Bundespräsident)


Segen

Guter Gott, segne uns an diesem Morgen. Für die Aufgaben des Tages und für die Pflichten dieser Woche stärke uns mit deinem Segen, der uns trägt, der uns umfängt und der uns niemals fallen lässt. Denn mit deinem Segen brauchen wir keine Zerreißprobe zu fürchten, weil du bei uns bist. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gütiger Gott, dein Wort schenke uns Weisheit und Einsicht.


  • Lesung

    1 Korinther 3,18–23

    Schwestern und Brüder! Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List. Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig.
    Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch; Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch; ihr aber gehört Christus und Christus gehört Gott.

    Impuls

    Paulus gebraucht hier energische Worte gegen die Mitglieder der zerstrittenen und gespaltenen Christengemeinde in Korinth. Sie waren Parteigänger verschiedener Prediger geworden, derer sie »sich rühmten«, das heißt, auf die sie als die einzig richtigen schworen. Er nennt drei: sich selbst, Apollos und Kephas (Petrus). Er wettert gegen die anderen, sie sollten sich nicht einbilden, weise zu sein, das heißt, über die einzig richtige Wahrheit zu verfügen. Mit zwei Zitaten aus dem Alten Testament (Ijob 5,13 und Psalm 94,11) belegt er, dass dies für sie selbst und ihre Anhänger verhängnisvoll sei. Es ist eine zeitlos aktuelle Kritik an einander gegenseitig ausschließenden Theologien, Konfessionen und Kirchen. Eindrucksvoll ist die dreimalige geradezu beschwörende Rede vom (Zusammen-)Gehören, ja, sie ist in unserer globalen Welt aktueller denn je: Kaum etwas kann uns mehr helfen und motivieren als das Bewusstsein, eng zusammenzugehören: miteinander, mit der Welt, mit Gott.

  • Evangelium

    Lukas 5,1–11

    In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
    Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus!
    Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.
    Das taten sie und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, sodass sie fast untergingen.
    Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.
    Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

    Impuls

    Petrus und seine Gefährten hatten die ganze Nacht vergeblich gearbeitet und nichts gefangen. Sie waren beruflich erfahrene Fischer und jetzt erschöpft. Da kam ein ganz Unerfahrener daher und wies sie an, es am hellen Tag noch einmal zu versuchen, obwohl das erfahrungsgemäß die schlechteste Fangzeit war. In der Antwort des Petrus auf den Vorschlag Jesu ist besonders bemerkenswert die Formulierung: »Wenn du es sagst …« Einen anderen, der das zu ihm gesagt hätte, hätte er ausgelacht. Aber Petrus hatte ein Gespür für das Besondere, Einmalige an Jesus. Das unglaubliche Fangergebnis bestätigte und vertiefte es. Die Erfahrung des Petrus sprang sogar gleich noch auf Jakobus und Johannes über. Damit fing das Leben aller drei an, sich radikal zu verändern. Im Lauf der Jahrhunderte bekamen unzählige Menschen das Gespür für das Besondere an Jesus und ließen sich von seinem Wort treffen und verändern. Haben wir noch – oder wieder – ein entsprechendes Gespür für Jesus? Sagt er uns noch etwas? Was?


Gebet

Herr, mach uns hellhörig und bereit für das, was du uns sagst. Dein Wort füllt unsere leeren Netze. – Und: Bleib bei uns, auch wenn wir Sünder sind. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Mitten wir im Leben sind
    mit dem Tod umfangen.
    Wer ist, der uns Hilfe bringt,
    dass wir Gnad’ erlangen?
    Das bist du, Herr, alleine.
    Uns reuet unsre Missetat,
    die dich, Herr, erzürnet hat.
    Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott,
    heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott,
    lass uns nicht versinken
    in des bittern Todes Not.
    Kyrieleison.
    Nach „Media vita in morte sumus“; 11. Jahrhundert
    Melodie: GL 654 · KG 706 · EG 518

  • PSALM 36

    Verse 6–11

    Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, *
    deine Treue, so weit die Wolken ziehn.
    Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, *
    deine Urteile sind tief wie das Meer.
    Herr, du hilfst Menschen und Tieren. *
    Gott, wie köstlich ist deine Huld!
    Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, /
    sie laben sich am Reichtum deines Hauses; *
    du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.
    Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, *
    in deinem Licht schauen wir das Licht.
    Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld *
    und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem Herzen!
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, nichts soll uns von dir trennen. Nimm die Sünde von uns und erneuere an uns immer wieder deine Liebe.

  • LESUNG

    1 Korinther 3,18–19a

    Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Wir rufen zu Gott, dem Herrn, der unser Leben in seinen guten Händen hält:
    A: Wir bitten dich, erhöre uns!
    ¬ Hilf, dass die Christenheit in Wort und Tat dem Frieden in der Welt dienen kann.
    ¬ Stärke jene politischen Kräfte, die für Abrüstung und Deeskalation in den Krisengebieten eintreten.
    ¬ Segne die Menschen, die in Schulen, Gemeinden und Familien Streitigkeiten schlichten und Versöhnung fördern.
    ¬ Nimm die Opfer der Kriege unserer Zeit in deinen Frieden auf.

  • Vaterunser

    Als Söhne und Töchter Gottes folgen wir der Weisung Jesu und beten voll Vertrauen: Vater unser im Himmel …


Segen

Guter Gott, lege deinen Segen auf uns.
Wie eine heilende Medizin lindere er unsere Schmerzen.
Wie eine tröstende Umarmung nehme er uns die Ängste.
Wie ein liebender Blick erfülle er unsere Seelen mit Frieden. Amen.