Heute in Te Deum

Samstag · 16. Dezember 2017

So wird auch der Menschensohn
durch die Schriftgelehrten leiden müssen.
Matthäus 17,12c

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Du, dessen Rechte
    alle Reiche
    einzig leitet,

    zeig deinem Volke
    deine große Macht,
    gewähre ihm das lang ersehnte Heil.

    Du, den des Sehers Mund
    weissagend kündet
    hoch von des Himmels heller Burg,
    steige herab auf unsre Erde,
    Jesus, Herr.
    Nach »Qui regis sceptra« (9./10. Jh.), Stundenbuch

  • PSALM 50

    Verse 1–6

    Der Gott der Götter, der Herr, spricht, /
    er ruft der Erde zu *
    vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.
    Vom Zion her, der Krone der Schönheit, *
    geht Gott strahlend auf.
    Unser Gott kommt und schweigt nicht; *
    Feuer frisst vor ihm her; um ihn stürmt es gewaltig.
    Dem Himmel droben und der Erde ruft er zu, *
    er werde sein Volk nun richten:
    »Versammelt mir all meine Frommen, *
    die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.«
    Die Himmel sollen seine Gerechtigkeit künden; *
    Gott selbst wird Richter sein.
    PSALM-GEBET: Gerechter Gott, du willst alles zum guten Ende führen. Mach uns bereit, vor dir zu bestehen und zu dir zu gehen.

  • Lesung

    Matthäus 17,11–12

    Jesus gab den Jüngern zur Antwort: Ja, Elija kommt und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Wie Ehrfurcht gebietend warst du, Elija, wer dir gleichkommt, kann sich rühmen.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Christus, der uns hört, wann immer wir beten, rufen wir an:
    A: Herr, erbarme dich!
    ¬ Komm wie ein Tau vom Himmel in unseren Tag.
    ¬ Gib uns die richtigen Worte, wenn wir um Rat gefragt werden.
    ¬ Lass nicht zu, dass Angst und Trägheit unsere Glaubensfreude trüben.

  • Vaterunser

    Beten wir, wie Jesus es uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Wir sind Fackeln und haben nur einen Sinn, wenn wir brennen, nur dann werden wir Licht. Die Zukunft ist ein Rätsel, unser Weg verliert sich im Nebel, aber wir wollen ihn gehen und uns hingeben, weil du wartest in der Nacht mit tausend Menschenaugen, die von Tränen überlaufen.

    Luis Espinal (1932–1980; Jesuitenpater und Menschenrechtsaktivist)


Segen

Guter Gott, segne diesen jungen Tag.
Wie der Tau auf den Pflanzen erfrische uns dein Segen.
Wie die Strahlen des Lichts wärme uns deine Liebe.
Wie die Freude auf Weihnachten erfülle uns dein Segen. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, mache dein Wort zu einer Flamme, die uns für dich entbrennen lässt.


  • Lesung

    Jesus Sirach 48,1–4.9–11

    In jenen Tagen stand Elija auf, ein Prophet wie Feuer, seine Worte waren wie ein brennender Ofen. Er entzog ihnen ihren Vorrat an Brot, durch sein Eifern verringerte er ihre Zahl. Auf Gottes Wort hin verschloss er den Himmel und dreimal ließ er Feuer herniederfallen. Wie Ehrfurcht gebietend warst du, Elija, wer dir gleichkommt, kann sich rühmen.
    Du wurdest im Wirbelsturm nach oben entrückt, in Feuermassen himmelwärts. Von dir sagt die Schrift, du stehst bereit für die Endzeit, um den Zorn zu beschwichtigen, bevor er entbrennt, um den Söhnen das Herz der Väter zuzuwenden und Jakobs Stämme wieder aufzurichten.
    Wohl dem, der dich sieht und stirbt; denn auch er wird leben.

    Impuls

    Elija, der große und auch unheimliche Prophet, war in seinem Leben und Wirken ein feuriger, glühender Prophet. Er war ganz entbrannt für die Sache Gottes in seiner Zeit. Nach 2 Könige 1,1–18 starb er keinen gewöhnlichen Tod, sondern wurde stattdessen im feurigen Wagen zum Himmel entrückt. Daher kam es in der Überlieferung zu der Erwartung, dass er wiederkäme, um sein Volk noch einmal aufzurütteln.
    Propheten sind Menschen, die Feuer und Flamme sind für mehr als sich selbst, für Gott und das Leben der Welt. Im rheinland-pfälzischen Maxdorf gab es an einem Gymnasium 2014 ein Projekt über prophetische Menschen heute. Als beispielhaft standen da: Albert Schweizer, Martin Luther King, Mutter Teresa, Oscar Romero, Roger Schutz und Ruth Pfau. Welche Menschen, es müssen keine öffentlichen Berühmtheiten sein, die für mich etwas Prophetisches verkörpern, kommen mir in den Sinn? Und welche Wirkung haben sie auf mich?

  • Evangelium

    Matthäus 17,9a.10–13

    Während Jesus und seine Jünger den Berg hinabstiegen, fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?
    Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen.
    Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.

    Impuls

    Der Textabschnitt spielt im Matthäusevangelium beim Abstieg vom Berg der Verklärung, wo die drei Jünger die leuchtende Herrlichkeit Jesu erfahren hatten. Dort hatten sie Jesus im Gespräch mit Mose und Elija gesehen, den Vertretern von Gesetz und Propheten im jüdischen Glauben. Nun fragen die Jünger nach der Wiederkunft des Elija. Jesus verweist sie auf die Gestalt des Johannes’ des Täufers und sieht in ihm Elija wiedergekommen.
    Aber die meisten Menschen seiner Zeit erkennen das nicht. Sie erkennen weder den Vorläufer des Messias noch den Menschensohn selbst. Ohne die Bereitschaft zu glauben und sich einzulassen, sieht man das Wichtigste nicht. Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar, schrieb Antoine de Saint-Exupéry in seinem Kleinen Prinzen.
    Gottes Boten und er selbst und auch sein Heil kommen anders, als man denkt und erwartet. Auch an Weihnachten, dem Fest der Geburt Jesu, werden wir das sehen.


Gebet

Gott, öffne uns die Augen, dass wir deine Spuren erkennen und die Boten und prophetischen Menschen, die du uns sendest, dass sie uns zu Herzen reden und aufrütteln. Wir sind oft so gefangen in unsern Bildern und Vorstellungen und wenig frei, zu sehen und anzunehmen, wie du heute wiederkommst. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Mit Ernst, o Menschenkinder,
    das Herz in euch bestellt,
    bald wird das Heil der Sünder,
    der wunderstarke Held,
    den Gott aus Gnad’ allein
    der Welt zum Licht und Leben
    versprochen hat zu geben,
    bei allen kehren ein.

    Bereitet doch beizeiten
    den Weg dem großen Gast
    und rüstet euch mit Freuden,
    lasst alles, was er hasst.
    Macht eben jeden Pfad,
    die Täler all erhöhet,
    macht niedrig, was hoch stehet,
    was krumm ist, macht gerad’.

    Ach mache du mich Armen
    zu dieser heilgen Zeit
    aus Güte und Erbarmen,
    Herr Jesu, selbst bereit.
    Zieh in mein Herz hinein
    vom Stall und von der Krippen,
    so werden Herz und Lippen
    dir allzeit dankbar sein.
    Valentin Thilo (1642) / 3. Str.: Hannoversches Gesangbuch (1657); GL 727 · EG 10 · EST 318 · CG 530

  • PSALM 130

    Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: *
    Herr, höre meine Stimme!
    Wende dein Ohr mir zu, *
    achte auf mein lautes Flehen!
    Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, *
    Herr, wer könnte bestehen?
    Doch bei dir ist Vergebung, *
    damit man in Ehrfurcht dir dient.
    Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, *
    ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
    Meine Seele wartet auf den Herrn *
    mehr als die Wächter auf den Morgen.
    Mehr als die Wächter auf den Morgen *
    soll Israel harren auf den Herrn.
    Denn beim Herrn ist die Huld, *
    bei ihm ist Erlösung in Fülle.
    Ja, er wird Israel erlösen *
    von all seinen Sünden.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, du vermagst uns zu heilen und zu retten. Reiße uns heraus aus den Dunkelheiten unseres Lebens.

  • LESUNG

    Jesus Sirach 48,9–10

    Elija, du wurdest im Wirbelsturm nach oben entrückt, in Feuermassen himmelwärts. Von dir sagt die Schrift, du stehst bereit für die Endzeit, um den Zorn zu beschwichtigen, bevor er entbrennt, um den Söhnen das Herz der Väter zuzuwenden und Jakobs Stämme wieder aufzurichten.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    In jenen Tagen stand Elija auf, ein Prophet wie Feuer, seine Worte waren wie ein brennender Ofen.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Christus, der bei uns bleibt bis zum Ende der Zeiten, bitten wir zuversichtlich:
    A: Herr, erhöre uns!
    ¬ Hilf den Kirchen, heilend und tröstend für die Menschen unserer Zeit zu wirken.
    ¬ Stärke Männer und Frauen im kirchlichen Dienst und berufe immer neu junge Menschen, dir nachzufolgen.
    ¬ Hilf uns, Hunger und Armut zu bekämpfen und für die gerechte Verteilung der Schöpfungsgaben zu sorgen.
    ¬ Schenk den ewigen Frieden allen, die wegen ihres Glaubens ermordet wurden.

  • Vaterunser

    Gott hört uns, wo immer wir zu ihm rufen. Im Vertrauen auf das Kommen seines Friedensreiches lasst uns beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns an diesem Abend.
Schenke uns die Gelassenheit alter und erfahrener Menschen,
segne uns mit dem unerschütterlichen Vertrauen der neugeborenen
Kinder,
bewahre in uns die Lebenslust der unbeschwerten Jugend.
Und beschütze in deinem Segen alle, die wir lieben. Amen.