Heute in Te Deum

Samstag · 4. Februar 2012

Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich
allein.
Markus 6,32

Rabanus Maurus
Rabanus (Hrabanus; 780–856), Benediktinermönch im Kloster Fulda, wurde 847 zum Erzbischof von Mainz bestellt. Er war die geistige Autorität des Ostfrankenreiches, Primus praeceptor Germaniae, Lehrer Germaniens. Neben einer Enzyklopädie von 22 Bänden verdanken wir ihm auch eine Reihe von geistlichen Gedichten und Liedern, u.a. den Hymnus »Veni Creator Spiritus«.
L: Weish 9,1–6.9–10.12a; E: Mt 5,13–16


Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS
Ewiger, gütiger Gott,
du Schöpfer und Herr aller Dinge:

Innig umfängt dich mein Geist
und die ganze Kraft meiner Seele,
du meine Liebe, mein Lob,
du Zierde und Licht meines Herzens.

Du hast den Leib mir erbaut,
schufst mir Augen zum Schauen der Schöpfung,
schenkst mir zum Hören das Ohr,
zum Werken die wendigen Hände.

Was die Erde auch birgt,
was Meer und Himmel umschließen
und was immer sich regt,
was atmet, begehrt und empfindet,

all dies schuf deine Hand
und trägt und erhält es im Dasein,
gibt ihm Leben und Kraft
und lenkt es mit Allmacht und Weisheit.
Nach »O Deus aeterne«, Hrabanus Maurus († 856), Stundenbuch

PSALM 62 Verse 2–8
Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, *
von ihm kommt mir Hilfe.
Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg; *
darum werde ich nicht wanken.
Wie lange rennt ihr an gegen einen Einzigen, /
stürmt alle heran wie gegen eine fallende Wand, *
wie gegen eine Mauer, die einstürzt?
Ja, sie planen, ihn von seiner Höhe zu stürzen; *
Lügen ist ihre Lust.
Sie segnen mit ihrem Mund, *
doch in ihrem Herzen fluchen sie.
Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; *
denn von ihm kommt meine Hoffnung.
Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg; *
darum werde ich nicht wanken.
Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre; *
Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht.
Psalm-Gebet
Gütiger Gott, du hast uns geschaffen und erhältst uns. Rufe uns immer wieder zu dir zurück, so werden wir in dir Ruhe und Kraft finden.

LESUNG Markus 6,30–31
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.

BENEDICTUS – LOBGESANG DES ZACHARIAS
Antiphon:
Der Herr hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David.

BITTEN
Wir beten zu Jesus Christus, der alle Menschen zu Gott führen will:
A: Herr, bleibe uns nahe.
– Schenke uns die Ruhe, ganz bei dir zu sein.
– Gib uns die Einsicht zu sehen, was im Moment ansteht.
– Lass uns immer mit Freude zu dir kommen.

VATERUNSER
Gott hat Erbarmen mit uns. In Jesus Christus schenkt er sich uns selbst, damit wir nicht verloren gehen. Wir beten: Vater unser im Himmel …

SEGEN

Gott, der Hirte seines Volkes, segne uns.
Er führe uns, wo wir den Weg nicht wissen.
Er stehe uns bei, wo wir keine Hilfe haben.
Er trage uns, wo wir nicht weiter können.
Amen.

ORA ET LABORA
Der Herr erwiderte: »Niemals kannst du in solchem Gewühl und Gedränge sein, dass, falls du dich aus ganzem Herzen mir zukehrst, du nicht sogleich in der Einsamkeit mit mir wärest.«
Mechthild von Hackeborn (1241–1299; Zisterzienserin, Mystikerin)


Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Schenke uns ein Herz, das auf dein Wort hört.

LESUNG 1 Könige 3,4–13
In jenen Tagen ging der König Salomo nach Gibeon, um dort zu opfern; denn hier war die angesehenste Kulthöhe. Tausend Brandopfer legte Salomo auf ihren Altar. In Gibeon erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll. Salomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt. So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?
Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht. Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und Ehre, sodass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen dir gleicht.

Impuls
Gott träumt sich in das Leben der Menschen, um ihr Innerstes zu erreichen. So erscheint Gott auch Salomo, dem Sohn und Thronerben Davids, im Traum und lässt ihn eine Bitte aussprechen. Salomo könnte um langes Leben, Glück, Liebe, Erfolg bitten. Damit würde er ganz seine Eigeninteressen ins Zentrum rücken. Aber Salomo denkt nach und erinnert sich daran, dass er da, wo er jetzt ist, nur hingekommen ist, weil Gott schon David begleitet, ihm Barmherzigkeit erwiesen, Schuld vergeben hat. Und so bittet er Gott um »ein hörendes Herz«, damit er sein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Eine kluge Bitte, die von der sprichwörtlichen Weisheit Salomos zeugt!
Wenn ich darauf vertraue, dass Gott mir zur Seite steht, dann lerne ich, um das Richtige zu bitten: Ich bitte über mich selbst und meine eigenen Wünsche hinaus, ich bitte um »ein hörendes Herz«, das sich Gottes Willen öffnet und sich von dem Gehörten anrühren lässt.

EVANGELIUM Markus 6,30–34
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.
Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an.
Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

Impuls
Ein Symptom unserer Zeit ist das Burn-out-Syndrom, das Ausgebranntsein an Körper und Seele, weil »man« meint, sich dem schnelllebigen Diktat des Tuns unterwerfen zu müssen. Die Folge: Man fällt aus dem gesunden Rhythmus von Aktion und Kontemplation heraus. Doch wir sind auf die Balance zwischen Tun und Ruhe angewiesen, so wie unser Körper das Ein- und Ausatmen braucht. Von Jesus wird berichtet, dass er sich immer wieder in die Einsamkeit zurückzieht, weil sich ihm in der Stille, im Zwiegespräch mit Gott, Quellen der Kraft auftun, aus denen er neue Energie schöpfen kann.

GEBET
Gott unseres Lebensatems, schneller, weiter, höher sind die Devisen der Gegenwart und wir finden manchmal kaum noch Luft, um richtig durchzuatmen und zur Besinnung zu kommen. Verschaffe uns Ruhe und Ausgleich, lass uns den Alltag unterbrechen, damit wir die Freude am Leben nicht verlieren. Amen.


Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS
Mein schönste Zier und Kleinod bist
auf Erden du, Herr Jesu Christ;
dich will ich lassen walten
und allezeit in Lieb und Leid
in meinem Herzen halten.

Dein Lieb und Treu vor allem geht,
kein Ding auf Erd so fest besteht,
das muss ich frei bekennen.
Drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not
von deiner Lieb mich trennen.

Dein Wort ist wahr und trüget nicht
und hält gewiss, was es verspricht,
im Tod und auch im Leben.
Du bist nun mein und ich bin dein,
dir hab ich mich ergeben.

Der Tag nimmt ab. Ach schönste Zier,
Herr Jesu Christ, bleib du bei mir;
es will nun Abend werden.
Lass doch dein Licht auslöschen nicht
bei uns allhier auf Erden.
Leipzig (1597); GL 559 • KG 206 • EG 473

PSALM 111
Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen *
im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.
Groß sind die Werke des Herrn, *
kostbar allen, die sich an ihnen freuen.
Er waltet in Hoheit und Pracht, *
seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.
Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet, *
der Herr ist gnädig und barmherzig.
Er gibt denen Speise, die ihn fürchten, *
an seinen Bund denkt er auf ewig.
Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan, *
um ihm das Erbe der Völker zu geben.
Die Werke seiner Hände sind gerecht und beständig, *
all seine Gebote sind verlässlich.
Sie stehen fest für immer und ewig, *
geschaffen in Treue und Redlichkeit.
Er gewährte seinem Volk Erlösung /
und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten. *
Furcht gebietend ist sein Name und heilig.
Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; /
alle, die danach leben, sind klug. *
Sein Ruhm hat Bestand für immer.
Psalm-Gebet
Barmherziger Gott, dich zu erkennen und zu lieben, schenkt uns Weisheit. Hilf uns, immer das Große und Gute vor Augen zu haben, das du tust, damit wir dich nicht vergessen.

LESUNG 1 Könige 3,10–12a
Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen.

MAGNIFIKAT – LOBGESANG MARIENS
Antiphon:
Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat der Herr geschaut.

FÜRBITTEN
Wir beten zu Gott, der uns den Weg zum Leben zeigt:
A: Herr, unser Gott, erhöre uns.
– Für die Lehrer und Schüler an den kirchlichen Schulen.
– Für Frauen und Männer, die in unserem Staat Leitungspositionen innehaben.
– Für alle jungen Menschen, die nach Vorbildern für ihr Leben suchen.
– Für alle Menschen, die sich keine Ruhe gönnen.

VATERUNSER
Gott schenkt uns seinen Geist, der uns zeigt, was wir tun sollen. Durch Gottes Geist gestärkt können wir beten: Vater unser im Himmel …

SEGEN

Gott, segne uns mit dem richtigen Rhythmus für unser Leben.
Segne uns mit Ruhe und Freizeit.
Segne uns mit Gemeinschaft und Alleinsein.
Segne uns mit dem Gespräch mit dir,
in dem du uns Kraft gibst.
Amen.