Heute in Te Deum

Samstag · 28. Mai 2016

Ich will dir danken, Herr,
und dich loben und deinen Namen preisen.
Jesus Sirach 51,17 (apokr.)



Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS
Du höchstes Licht, du ewger Schein,
du Gott und treuer Herre mein,
von dir der Gnaden Glanz ausgeht
und leuchtet schön so früh als spät.

O Gott, du schöner Morgenstern,
gib große Lieb zu unserm Herrn
und schenke uns die Einigkeit,
dass niemand bleibt in Dunkelheit.

Treib aus, o Licht, die Finsternis,
behüt uns, Herr, vor Ärgernis;
erneure uns in deiner Kraft,
die Glauben, Hoffnung, Liebe schafft.

Du Sonne ohne Untergang,
wir singen dir den Lobgesang
und preisen dich, Dreifaltigkeit,
von nun an bis in Ewigkeit.
Nach Johannes Zwick (1541/45); GL (1975) 557 · EG 441 · EST 469

PSALM 119 Verse 89–96
Herr, dein Wort bleibt auf ewig, *
es steht fest wie der Himmel.
Deine Treue währt von Geschlecht zu Geschlecht; *
du hast die Erde gegründet, sie bleibt bestehen.
Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute *
und dir ist alles dienstbar.
Wäre nicht dein Gesetz meine Freude, *
ich wäre zugrunde gegangen in meinem Elend.
Nie will ich deine Befehle vergessen; *
denn durch sie schenkst du mir Leben.
Ich bin dein, errette mich! *
Ich frage nach deinen Befehlen.
Frevler lauern mir auf, um mich zu vernichten; *
doch mein Sinn achtet auf das, was du gebietest.
Ich sah, dass alles Vollkommene Grenzen hat; *
doch dein Gebot kennt keine Schranken.
PSALM-GEBET Ewiger Gott, dein Wort kennt keine Schranken. Hilf uns, dein Wort zu lieben und daraus zu leben.

LESUNG Markus 11,27b–28
Als Jesus im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm und fragten ihn: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, das zu tun?

BENEDICTUS – LOBGESANG DES ZACHARIAS
Antiphon:
Der Herr hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen.

BITTEN
Herr Jesus Christus, du überwindest das Böse durch deine Liebe. Wir bitten dich:
A: Herr, erhöre uns!
¬ Nimm uns alle bösen und unehrlichen Gedanken aus dem Sinn.
¬ Befreie uns von falschen Ängsten und Zwängen.
¬ Erfülle uns mit dem Geist wahrhaftiger Liebe.

VATERUNSER
In Jesu Hingabe offenbart sich die Liebe Gottes zu allen Menschen. So rufen wir zum Vater mit den Worten Christi: Vater unser im Himmel …

SEGEN

Gott, segne uns und erneuere unsere Herzen,
lass deinen Segen Kompass für unseren heutigen Weg
und Treibstof für unsere Nächstenliebe sein.
Dann wird auch dieser Tag ein Tag des Herrn für uns. Amen.

ORA ET LABORA
Das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, das war seine Stärke. Er nahm den Menschen an sich in den Blick. Er machte deutlich, dass jedem Menschenwürde zukommt, auch denen, die die Frommen als unrein bezeichneten. Dieses Denken und Handeln von Jesus Christus lohnt es, im eigenen Leben vor Augen zu haben.
Angela Merkel (* 1954, deutsche Politikerin und seit 2005 Bundeskanzlerin)


Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, gründe unser Leben fest auf dein Wort.

LESUNG Judas 17.20b–25
Liebe Brüder, denkt an die Worte, die von den Aposteln Jesu Christi, unseres Herrn, im Voraus verkündet worden sind.
Gründet euch auf euren hochheiligen Glauben und baut darauf weiter, betet in der Kraft des Heiligen Geistes, haltet fest an der Liebe Gottes und wartet auf das Erbarmen Jesu Christi, unseres Herrn, der euch das ewige Leben schenkt. Erbarmt euch derer, die zweifeln; rettet sie, entreißt sie dem Feuer! Der anderen aber erbarmt euch voll Furcht; verabscheut sogar das Gewand eines Menschen, der der Sünde verfallen ist.
Dem einen Gott aber, der die Macht hat, euch vor jedem Fehltritt zu bewahren und euch untadelig und voll Freude vor seine Herrlichkeit treten zu lassen, ihm, der uns durch Jesus Christus, unseren Herrn, rettet, gebührt die Herrlichkeit, Hoheit, Macht und Gewalt vor aller Zeit und jetzt und für alle Zeiten. Amen.

Impuls
Anliegen des Judasbriefes, um etwa das Jahr 100 geschrieben, ist es, gegen die Gefährdungen des christlichen Glaubens anzugehen. Diese Gefährdungen mögen heute andere sein als damals, gefährdet bleibt der lebendige Glaube immer. Um nicht zu erliegen, rät der Verfasser des Judasbriefes uns Folgendes:
Auf dem Glauben gründen und weiterbauen.
Beten in der Kraft des Heiligen Geistes.
Sich an die Liebe halten.
Das Erbarmen Jesu Christi erwarten.
Sich selbst der andern erbarmen.
Das ist christliches Lebensprogramm in allen Zeiten in jedem Land und Kontinent, in jeder nur möglichen Situation.

EVANGELIUM Markus 11,27–33
In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger wieder nach Jerusalem. Als er im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm und fragten ihn: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, das zu tun?
Jesus sagte zu ihnen: Zuerst will ich euch eine Frage vorlegen. Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von den Menschen? Antwortet mir!
Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Sollen wir also antworten: Von den Menschen? Sie fürchteten sich aber vor den Leuten; denn alle glaubten, dass Johannes wirklich ein Prophet war. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht.
Jesus erwiderte: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

Impuls
Die Menschen, die Jesus hier befragen wollen gehören zu den Einflussreichen ihrer Zeit und Gesellschaft. Jesus antwortet ihnen mit einer Gegenfrage. Auf das, was daran anschließt, sollten wir immer aufmerksam bleiben.
Sie überlegen nicht, was ihre Antwort ist, sondern was am besten passt. Sie wollen nicht ehrlich antworten, sie wollen klug sein. Nichts gegen Klugheit! Aber ohne Ehrlichkeit ist jede Klugheit verdorben.
Ich erinnere mich an Antworten von heutzutage, an Antworten von mächtigen, einflussreichen, politischen Menschen. Aber ich schaue auch ehrlich und aufmerksam auf meine Art zu antworten, wenn ich gefragt bin.

GEBET
Gott, wir leben in einer Welt, in der es nicht nur Licht und Dunkel, sondern auch viel Zwielicht und Schatten gibt. Um uns und auch in uns ist das so. Steh uns bei, dass wir unsern Weg ehrlich gehen, ehrlich fragen, ehrlich antworten, ehrlich glauben, ehrlich lieben. Amen.


Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS
Des Himmels Schöpfer, großer Gott.
Du hast das Firmament gebaut
und so geschieden Flut von Flut,
dass sie nicht wirr zusammenströmt.

Den Wolken wiesest du die Bahn,
den Flüssen zeigtest du ihr Bett;
nun hemmt die Flut des Feuers Macht,
damit die Erde nicht verbrennt.

So gieße denn, o guter Gott,
der Gnaden Ströme in uns ein,
damit uns nicht mit neuem Trug
die alte Schwachheit bringt zu Fall.

Der Glaube, den die Nacht bedrängt,
den Kleinmut zu verwirren droht,
er überwinde Trug und Wahn:
Er finde Licht und spende Licht.

Dies schenk uns, Vater voller Macht,
und du, sein Sohn und Ebenbild,
die ihr in Einheit mit dem Geist
die Schöpfung zur Vollendung führt. Amen.
Nach »Immense caeli conditor«; 7.-8. Jahrhundert
Melodie: GL 605 · KG 781

PSALM 56 Verse 2–6.9–10
Sei mir gnädig, Gott, /
denn Menschen stellen mir nach; *
meine Feinde bedrängen mich Tag für Tag.
Täglich stellen meine Gegner mir nach; *
ja, es sind viele, die mich voll Hochmut bekämpfen.
An dem Tag, da ich mich fürchten muss, *
setze ich auf dich mein Vertrauen.
Ich preise Gottes Wort. /
Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht. *
Was können Menschen mir antun?
Sie verdrehen meine Worte den ganzen Tag; *
auf mein Verderben geht ihr ganzes Sinnen.
Mein Elend ist aufgezeichnet bei dir. /
Sammle meine Tränen in einem Krug, *
zeichne sie auf in deinem Buch!
Dann weichen die Feinde zurück an dem Tag, da ich rufe. *
Ich habe erkannt: Mir steht Gott zur Seite.
PSALM-GEBET Gerechter Gott, dein Wort bleibt, wenn wir mit Worten verletzen und töten. Gib uns Kraft durch dein Wort.

LESUNG Judas 17.20b–21
Ihr aber, liebe Brüder, gründet euch auf euren hochheiligen Glauben und baut darauf weiter, betet in der Kraft des Heiligen Geistes, haltet fest an der Liebe Gottes und wartet auf das Erbarmen Jesu Christi, unseres Herrn, der euch das ewige Leben schenkt.

MAGNIFIKAT – LOBGESANG MARIENS
Antiphon:
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.

FÜRBITTEN
Wir rufen zu Gott, der uns in Christus das Heil geschenkt hat:
A: Gott, unser Vater! A: Wir bitten dich, erhöre uns!
¬ Um geduldige Kraft für alle, die in psychiatrischen Kliniken Dienst tun.
¬ Um Trost und Stärkung für alle Menschen, die von Ängsten und Traurigkeit gepeinigt werden.
¬ Um Schutz und Beistand für alle Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt und benachteiligt werden.
¬ Um neue Klarheit im Glauben für alle, deren Gottvertrauen erschüttert worden ist.

VATERUNSER
Weil Christus uns die Liebe des Vaters zeigte, sind wir niemals mehr einsam. Immer können wir zu Gott rufen und ihn bitten: Vater unser im Himmel …

SEGEN

Gott, segne uns, da der Tag sich neigt.
Segne uns in einer Welt, die sich oft kalt und heillos zeigt.
Dein Segen umgebe uns wie ein Festgewand und Schutzmantel.
Von dir behütet legen wir den Tag dankbar zurück in deine
Hände. Amen.