Heute in Te Deum


Mittwoch · 28. Oktober 2026

HLL. SIMON UND JUDAS

Es begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging,
um zu beten; und er blieb über Nacht im Gebet zu Gott.
Lukas 6,12

Über den Apostel Simon, auch mit den Beinamen Kananäus und Zelot, ist wenig Sicheres bekannt (vgl. Mt 10,4; Mk 3,18; Apg 1,13). Wahrscheinlich war er ursprünglich Mitglied der Zeloten, die zur Zeit Jesu gewaltsam einen Umsturz herbeiführen wollten. Als Apostel wirkte er wohl zunächst in Ägypten und später »jenseits des Euphrats«; er starb in Armenien gemeinsam mit Judas als Märtyrer.
Judas Thaddäus wird in den unterschiedlichen Namenslisten der Apostel an zehnter Stelle geführt (Mk 3,18; Mt 10,3; Lk 6,16) und im Johannesevangelium »Judas – nicht der Iskariot« genannt (Joh 14,22). Er wird meist zusammen mit Simon erwähnt und erlitt zusammen mit ihm das Martyrium.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    In aller Welt erscholl mit Macht
    durch die Apostel, Herr, dein Ruhm;
    du hast in Gnade sie erwählt
    zum Dienst für Gottes Königtum.

    Du gabst dein Wort in ihren Mund,
    erfülltest sie mit deiner Kraft,
    warst als ihr Freund und Weggefährt
    mit ihnen auf der Wanderschaft.

    Zum Dienst der Liebe hast du sie
    für aller Menschen Heil bestellt;
    sie gaben Blut und Leben hin
    als Samenkorn, als Licht der Welt.

    So siegt in ihnen Gottes Geist,
    ihr Zeugnis preist den Menschensohn.
    Sie sammeln ihm ein neues Volk,
    das ihm lobsingt an seinem Thron. Amen.
    Stundengebet Abtei Kellenried

  • PSALM 122

    Ich freute mich, als man mir sagte: *
    »Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.«
    Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: /
    Jerusalem, du starke Stadt, *
    dicht gebaut und fest gefügt.
    Dorthin ziehen die Stämme hinauf,
    die Stämme des Herrn, /
    wie es Israel geboten ist, *
    den Namen des Herrn zu preisen.
    Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, *
    die Throne des Hauses David.
    Erbittet für Jerusalem Frieden! *
    Wer dich liebt, sei in dir geborgen.
    Friede wohne in deinen Mauern, *
    in deinen Häusern Geborgenheit.
    Wegen meiner Brüder und Freunde *
    will ich sagen: In dir sei Friede.
    Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, *
    will ich dir Glück erflehen.
    PSALM-GEBET: Gott, du bist unser Friede. Bleibe bei uns und mache uns zu deiner Wohnung, sodass dein Friede in uns bleibt.

  • Lesung

    Lukas 6,13–16

    Als es Tag wurde, rief Jesus seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel. Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot, Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Jesus verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.

    Benedictus öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Gott, du rufst uns beim Namen. Wir bitten dich:
    A: Gott, sei du unsere Hilfe.
    – Mach uns bereit, deinem Ruf zu folgen.
    – Hilf uns, in unserem Leben deine Kraft zu spüren und im Vertrauen auf sie zu handeln.
    – Sende uns Menschen, die dein Wort verkünden.

  • Vaterunser

    Jesus Christus hat seine Apostel gelehrt zu beten. Verbunden mit allen, die an Jesus glauben, beten wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Der Mensch bedarf des Gebetes, um seelisch gesund zu bleiben. Doch nur aus lebendigem Glauben heraus kann er beten. Wiederum aber bleibt sein Glaube nur lebendig, wenn er betet. Denn das Gebet ist keine Tätigkeit, die man üben oder lassen kann, ohne dass der Glaube dadurch berührt würde, sondern dessen elementarste Äußerung: der Umgang mit dem Gott, auf welchen der Glaube sich richtet. Man kann eine Zeit haben, in der das Gebet stockt; auf die Dauer aber kann man nicht glauben, ohne zu beten – sowenig man leben kann, ohne zu atmen.

    Romano Guardini (1885–1968; Jugendseelsorger, Theologe, Religionsphilosoph)


Segen

Gott, du hast uns erschaffen und kennst uns vom Mutterleib
an,
du hast uns in der Taufe als deine Kinder erwählt
und uns berufen und gesandt.
Segne uns, dass wir deine Gaben wertschätzen,
mit ihnen arbeiten und so Frucht bringen für dein Reich.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, mache uns zu einem Tempel, in dem du wohnst.


  • Lesung

    Epheser 2,19–22°

    Schwestern und Brüder! Ihr seid jetzt nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Eckstein ist Christus Jesus selbst.
    In ihm wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr zu einer Wohnung Gottes im Geist miterbaut.

    Impuls

    Leben Sie in einer guten Hausgemeinschaft? Wenn ja, wissen Sie aus eigener Erfahrung, worauf es ankommt, dass diese gepflegt wird und gelingt. Gegenseitige Rücksichtnahme, Wohlwollen, ehrliche und klare Kommunikation. Paulus nennt die Schwestern und Brüder in Ephesus Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Auch wir sind gemeint. Unsere Heimat ist bei Gott, in seinem Haus erfahren wir Geborgenheit und Heimat. Unsere Antwort ist Dankbarkeit und das Gespräch mit Gott, das im Gebet Ausdruck findet.

  • Evangelium

    Lukas 6,12–19°

    In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
    Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel:
    Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus, Johannes, Philíppus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Simon, genannt der Zelót, Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskáriot, der zum Verräter wurde.
    Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon waren gekommen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Und die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt.
    Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.

    Impuls

    Unwillkürlich entstehen beim Lesen und Hören des Evangeliums innere Bilder. Sie haben Wirkung, mehr als Worte. Der heutige Abschnitt aus dem Lukasevangelium lässt in mir das Bild einer Pyramide entstehen. Oben – auf der Spitze – sehe ich Jesus alleine in der Zwiesprache mit Gott, dem Vater. Von ihm gestärkt und erfüllt ruft er seine Jünger zu sich und wählt zwölf aus, die namentlich genannt werden. Mit ihnen steigt er hinab. Die Pyramide wird nach unten breiter. Unten am Fuß warten die Menschen, die große Schar seiner Jünger und alle, die sehnsüchtig auf Heilung ihrer Krankheiten hoffen. Sie spüren die Kraft, die von ihm ausgeht. In der tiefen, inneren Verbundenheit mit dem Vater kann Jesus alle heilen. Das Bild der Pyramide kann mir Richtung weisen. Es beginnt nahe bei Gott und führt zu den Menschen. Von Paul M. Zulehner stammt die Formulierung: »Wer in Gott eintaucht, taucht bei den Armen auf. Und umgekehrt.«


Gebet

Herr Jesus Christus, aus der innigen Nähe zu Gott, deinem Vater steigst du herab vom Berg, um bei den Menschen zu sein. Sie suchen deine Nähe, weil sie die Kraft spüren, die von dir ausgeht. Wir bitten dich, lass auch uns erfahren, dass du da bist in unserem Leben und uns heilen und verwandeln willst. Von Herzen danken wir dir. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    Lobpreis und Ehre, Christus, dir, des Vaters Wort;
    Licht du vom Lichte, das die Finsternis vertreibt.
    Du bist die Wahrheit, bist der Weg zur Herrlichkeit.
    Du bist das Leben, das im Tod nicht untergeht.

    Deine Apostel legen von dir Zeugnis ab,
    tragen die Botschaft furchtlos in die Welt hinaus;
    sammeln die Menschen als ein neues, heilges Volk,
    das in der Liebe alle Völker einen soll.

    Deine Apostel gingen in den Tod für dich,
    gaben ihr Leben für die frohe Botschaft hin.
    Dank sei dem Vater, der uns in sein Licht beruft,
    Ruhm deinem Geiste, der aus ihnen machtvoll sprach. Amen.
    Stundengebet Abtei Kellenried

  • CANTICUM

    1 Korinther 1,22–30

    Die Juden fordern Zeichen, /
    die Griechen suchen Weisheit. *
    Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten:
    für Juden ein empörendes Ärgernis, *
    für Heiden eine Torheit,
    für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, *
    Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
    Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen *
    und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.
    Seht doch auf eure Berufung, Brüder!
    Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, *
    nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme,
    sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, *
    um die Weisen zuschanden zu machen,
    und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, *
    um das Starke zuschanden zu machen.
    Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott
    erwählt: /
    das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, *
    damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.
    Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, /
    den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, *
    zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.
    CANTICUM-GEBET: Gott, unser Vater, du hast Jesus Christus als deinen geliebten Sohn beglaubigt. Mach auch uns bereit, ihm zu glauben und zu folgen.

  • LESUNG

    Epheser 2,20

    Schwestern und Brüder! Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Alle Leute versuchten, Jesus zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.

    Magnifikat öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Herr Jesus Christus, durch dich sind unsere Sünden geheilt und vergeben.
    V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
    – Für die Gemeinschaft der Kirchen im Glauben und in der Liebe.
    – Für die politischen Häftlinge, dass sie Menschen haben, die sich für sie einsetzen.
    – Für alle Opfer von Terror und Gewalt.
    – Für all jene, die den Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaften führen.

  • Vaterunser

    Die Apostel haben den Glauben verkündet, den auch wir bezeugen. So beten wir, wie bereits sie gebetet haben: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns, wenn wir vom Berg in die Niederungen
hinabsteigen müssen.
Segne uns, wenn wir Gebet und Arbeit nur mühsam
in Einklang bringen.
Segne uns in unserem aufreibenden Alltag
und mache uns darin zu deinen Zeugen. Amen.