Heute in Te Deum


Sonntag · 14. Juni 2026

11. SONNTAG IM JAHRESKREIS
2. SONNTAG NACH TRINITATIS

Umsonst habt ihr’s empfangen,
umsonst gebt es auch.
Matthäus 10,8b

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Christus, du heller Morgenstern,
    du bist die Sonne, leuchtend schön;
    vor dir weicht Nacht und Finsternis,
    dein Strahl macht alles licht und rein.

    Erfülle uns, du heil’ges Licht,
    vertreibe Dunkelheit und Schuld,
    mach hell und lauter unser Herz
    und bleibe bei uns allezeit!

    Lass uns im Glauben wachen, Herr,
    in froher Hoffnung dir vertraun;
    du Liebe, die sich ganz verschenkt,
    gib uns, in Liebe eins zu sein!

    Gott Vater, dir sei Preis und Ehr
    und deinem eingebornen Sohn,
    dem Tröster auch, dem Heil’gen Geist,
    von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
    Stundengebet Abtei Kellenried

  • PSALM 100

    Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde! /
    Dient dem Herrn mit Freude! *
    Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
    Erkennt: Der Herr allein ist Gott. /
    Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, *
    sein Volk und die Herde seiner Weide.
    Tretet mit Dank durch seine Tore ein! /
    Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels! *
    Dankt ihm, preist seinen Namen!
    Denn der Herr ist gütig, /
    seine Huld währt ewig, *
    von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.
    Ehre sei den Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, wir gehören dir. Schenke uns das Leben bei dir und führe uns in dein Reich, in dem wir dich ewig loben.

  • Lesung

    Matthäus 9,37–38

    Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

    Benedictus öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus, mit dir wollen wir diesen Tag beginnen. Wir bitten dich:
    A: Herr, erhöre uns.
    – Lass uns heute dein Wort mit offenem Herzen hören.
    – Gib uns die richtigen Worte ein, damit wir andere erfreuen können.
    – Nimm alle Herrschsucht und Überheblichkeit von uns.

  • Vaterunser

    Wir beten mit Jesu Worten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Entfällt sonntags.


Segen

Gott, segne uns an diesem Tag,
damit wir als neue Menschen leben.
Dein Segen ist heilsame Arznei für unsere Seele
und Motivation für Werke der Liebe.
Darum lass deinen Segen aufleuchten auf unserem Weg
durch diesen Tag. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort helfe uns, als neue Menschen zu leben.


  • 1. Lesung

    Exodus 19,2–6a°

    In jenen Tagen kamen die Israeliten in die Wüste Sínai. Sie schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg.
    Mose stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der HERR vom Berg her zu: Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden: Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und zu mir gebracht habe.
    Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.

    Impuls

    Wüsten, ob warme oder kalte, sind ganz besondere Orte. Sie sind nur auf den ersten Blick leer, ohne alles Leben. So manche Pflanzen und auch Tiere haben sich an das Leben inmitten dieser unwirtlichen Orte angepasst. Auch der Mensch kann eine gewisse Zeit in ihnen verbringen. Wüsten werfen ihn mit ihrer Stille und Weite auf sich selber zurück, er sieht dem Wesen seiner Existenz, seiner Verwundbarkeit und Endlichkeit ins Auge. Nicht von ungefähr verbringt Jesus eine Zeit in der Wüste, bevor er sein öffentliches Wirken beginnt. Auch die Exoduserfahrung, seit jeher Dreh- und Angelpunkt der jüdischen Glaubenswelt, ist unlösbar mit der Wüstenerfahrung verbunden. In dieser lebensbedrohlichen Situation begegnen sich der HERR und das Volk. Gott steigt herab und Mose steigt hinauf. Im aufeinander Zugehen findet Begegnung statt. Zum wiederholten Mal betont auch dieser Bibeltext: Gott ist ein Gott, der sich zeigt, der sich in der Menschengeschichte konkret zu erkennen gibt, der den Menschen zu sich ruft, regelrecht um ihn wirbt, ihm letztlich aber die freie Wahl lässt, das Angebot anzunehmen oder auszuschlagen. Meine Antwort auf dieses Angebot will jeden Tag neu gesucht werden.

  • 2. Lesung

    Römer 5,6–11°

    Schwestern und Brüder! Christus ist, als wir noch schwach waren, für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben. Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
    Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht vor dem Zorn gerettet werden.
    Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Gottes Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben. Mehr noch, ebenso rühmen wir uns Gottes durch Jesus Christus, unseren Herrn, durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.

    Impuls

    Bei den Römern war die Strafmaßnahme der Kreuzigung das Schlimmste, was einem Menschen widerfahren konnte. Der qualvolle Tod zog sich oft über Tage hin, der Verurteilte war den Blicken und der Verachtung der Vorbeigehenden schutzlos ausgeliefert. Überdies wurde der so Hingerichtete oft nicht begraben und sein Körper dem Fraß der Tiere überlassen. Diese Todesstrafe sollte vor allem auch der Abschreckung dienen. Jesu Kreuzigung war für seine Anhänger und Freunde die Katastrophe schlechthin. Wie sollten sie damit umgehen, wie dem Geschehenen einen Sinn abringen? Paulus verbindet in seiner Theologie Sterben und Auferweckung Jesu eng mit der Erlösung des Menschen. Für ihn sind wir mit Gott versöhnt durch den Tod seines Sohnes. Es war eine, seine Art und Weise, mit dem Unfassbaren umzugehen, es zu deuten; seine Theologie hat Generationen von Christen geprägt. Die Evangelien kennen diese Auslegung in der Form nicht. Dass Vielfalt von Interpretationen in der Bibel zugelassen wurde, versöhnt mich persönlich mit so manchen Aussagen, die ich nicht nachvollziehen kann – und erinnert mich immer wieder daran, dass auch meine Sicht nicht die einzig mögliche ist.

  • Evangelium

    Matthäus 9,36 – 10,8°

    In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
    Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
    Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philíppus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskáriot, der ihn ausgeliefert hat.
    Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samaríter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!
    Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!
    Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

    Impuls

    Jesus war fest in der Tradition des jüdischen Volkes verwurzelt. Ihm fühlte er sich zugehörig, zu ihm spürte er sich an allererster Stelle gesandt, um es auf den Weg des Ewigen zu leiten. Die Evangelien berichten wohl von einzelnen Begegnungen Jesu mit so genannten Heiden, wie bspw. dem Hauptmann von Kafarnaum (Lk 7, 1ff) oder der Syrophönizierin (Mk 7, 24ff), aber alles deutet darauf hin, dass Jesus keine Heidenmission anstrebte. Wenn er sich zwölf enge Weggefährten aussuchte, dann geschah das in Anlehnung an die zwölf Stämme Israels. Diese existieren zu seiner Zeit zwar schon lange nicht mehr, aber die Hoffnung, dass das Zwölfstämmevolk in der Endzeit wieder hergestellt wird, ist damals in Israel sehr lebendig. Jesus setzt somit ein klares Zeichen: Für ihn hat die Endzeit schon begonnen, das Reich Gottes ist nah, die Zeit drängt, die Gute Nachricht muss mit Worten und Taten verkündet werden. Vom Brennen für die Sache des Ewigen war Jesus beseelt, seine Jünger und die ersten Christengemeinden haben die Flamme weitergetragen. Jetzt ist es an uns.


Gebet

Guter Gott und Vater, schenke uns deinen Geist der Freude, damit wir so wie Jesus im geteilten Miteinander unser Leben feiern und uns nicht mit betrübtem Gesicht und gestresstem Herzen durch den Alltag quälen. Auf deinen Beistand, Herr, vertrauen wir, ihn erbitten wir. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    Wort Gottes, dessen Macht und Ruf
    im Urbeginn die Welt erschuf.
    Du bist der Anfang und das Ende.

    Der Himmel und die ganze Welt
    sind deiner Hoheit unterstellt.
    Du bist der Zeiten Lot und Wende.

    Die Weisheit baute sich ein Haus,
    darin spricht Gott sich selber aus
    und dieses Wort hat uns getroffen.

    Nun ist die Welt nicht mehr so leer,
    nicht mehr die Last so drückend schwer:
    Der Weg zum Vater steht uns offen. Amen.
    Vinzenz Stebler OSB († 1997), Stundenbuch; Melodie:
    GL 393 · KG 534 (letzte Textzeile wird wiederholt).

  • PSALM 65

    Verse 1–9

    Dir gebührt Lobgesang, Gott, auf dem Zion, *
    dir erfüllt man Gelübde.
    Du erhörst die Gebete. *
    Alle Menschen kommen zu dir unter der Last ihrer Sünden.
    Unsere Schuld ist zu groß für uns, *
    du wirst sie vergeben.
    Wohl denen, die du erwählst und in deine Nähe holst, *
    die in den Vorhöfen deines Heiligtums wohnen.
    Wir wollen uns am Gut deines Hauses sättigen, *
    am Gut deines Tempels.
    Gott, du vollbringst erstaunliche Taten, *
    erhörst uns in Treue, du Gott unsres Heiles,
    du Zuversicht aller Enden der Erde *
    und der fernsten Gestade.
    Gott, du gründest die Berge in deiner Kraft, *
    du gürtest dich mit Stärke.
    Du stillst das Brausen der Meere, *
    das Brausen ihrer Wogen, das Tosen der Völker.
    Alle, die an den Enden der Erde wohnen, /
    erschauern vor deinen Zeichen; *
    Ost und West erfüllst du mit Jubel.
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    PSALM-GEBET: Großer Gott, die ganze Schöpfung ist von deiner Herrlichkeit erfüllt. Verzeih uns unsere Sünden und führe uns zu dir, dann wollen auch wir dich immer loben.

  • LESUNG

    Römer 5,10–11

    Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Gottes Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben. Mehr noch, wir rühmen uns Gottes durch Jesus Christus, unseren Herrn, durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

    Magnifikat öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott und Schöpfer, wir beten voll Vertrauen:
    A: Herr, erhöre uns.
    – Für alle Menschen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen.
    – Für alle, die in den Flüchtlingslagern humanitäre Hilfe leisten.
    – Für alle Kinder und Jugendlichen in unserem Land, die nicht genug Liebe und Geborgenheit erfahren.
    – Für alle, die als Opfer von Terror und Krieg ihre Heimat verloren haben.

  • Vaterunser

    Wir heißen Kinder Gottes und sind es. Darum rufen wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns an diesem Abend.
Sei bei uns, wenn Traurigkeit die Herzen betrübt.
Lass die Sanftmut deines Geistes jeden Zorn und Zweifel stillen
und gib, dass dein Segen unseren Kleinglauben in Vertrauen
wandelt. Amen.