Freitag · 30. Juli 2010
| Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? |
| Matthäus 13,55a |
Petrus Chrysologus
Petrus (um 380–450) wurde vor 431 Bischof von Ravenna, das unter ihm als Residenzstadt zur kirchlichen Metropole aufrückte. Seine gedankentiefen und originellen Predigten erwiesen ihn als einen bedeutenden Redner und Schriftsteller, daher der Beiname »Chrysologus« (= Goldredner). Petrus, der mit Leo dem Großen befreundet war, bekämpfte mit ihm die Irrlehren, die sich im 5. Jahrhundert entwickelten.
L: Eph 3,8–12; E: Lk 6,43–45
William Penn
William Penn (1644–1718) wurde schon als Jugendlicher Anhänger der 1652 von George Fox gegründeten »Gesellschaft der Freunde«, der »Quäker«. Mehrmals seines Glaubens wegen inhaftiert, schrieb er religiöse Bücher und Briefe, die zu den grundlegenden Schriften der Quäker gehören.
Nach mehreren Missionsreisen in Deutschland und Holland kaufte er 1674–1682 die Kolonie New Jersey in Nordamerika, damit er dort eine Heimat für verfolgte Christen und eine tolerante christliche Gemeinschaft aufbauen konnte. Hier in Pennsylvania entstand eine Keimzelle der modernen Demokratie.
Nach England zurückgekehrt, startete er eine Kampagne zur religiösen Toleranz, woraufhin alle aus religiösen Gründen Gefangenen – darunter 1200 Quäker – freigelassen wurden. Bei William Penns letztem Aufenthalt in Pennsylvania entstand die Charta für den Staat, die Vorbild der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten wurde.
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
HYMNUS
Nun lass uns neu beginnen, Herr,
an diesem Tag, der vor uns liegt.
Gib uns den Mut, um unverzagt
dich zu bezeugen in der Welt.
Hilf uns erfassen, dass wir stets
dein Schicksal teilen, Jesus Christ:
dass wir als Toren vor der Welt
im Zeichen deines Kreuzes stehn.
Hilf uns begreifen, dass dein Blut
und deine Tränen uns erlöst
und dass auch uns auf deiner Spur
derselbe Weg ins Dunkel führt.
Schenk uns den Glauben, dass du wirkst
in unsrer Schwachheit, unsrer Not,
und dass der Vater bei uns bleibt
im Geist, der uns mit dir vereint. Amen.
Stundengebet Abtei Kellenried
PSALM 55 Verse 2.13–15.17.19–20.23
Vernimm, o Gott, mein Beten; *
verbirg dich nicht vor meinem Flehen!
Nicht mein Feind beschimpft mich, *
das würde ich ertragen;
nicht ein Mann, der mich hasst, tritt frech gegen mich auf, *
vor ihm könnte ich mich verbergen.
Nein, du bist es, ein Mensch aus meiner Umgebung, *
mein Freund, mein Vertrauter,
mit dem ich, in Freundschaft verbunden, *
zum Haus Gottes gepilgert bin inmitten der Menge.
Ich aber, zu Gott will ich rufen, *
der Herr wird mir helfen.
Er befreit mich, bringt mein Leben in Sicherheit /
vor denen, die gegen mich kämpfen, *
wenn es auch viele sind, die gegen mich angehen.
Gott hört mich und beugt sie nieder, *
er, der als König thront seit Ewigkeit.
Wirf deine Sorge auf den Herrn, /
er hält dich aufrecht! *
Er lässt den Gerechten niemals wanken.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Barmherziger Gott, du bist treu, auch wenn sich die Menschen gegen uns stellen, die uns am meisten verbunden sind. Gib uns die Kraft, in allem deinen Weg zu gehen.
LESUNG Matthäus 13,54–55b
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?
BENEDICTUS – LOBGESANG DES ZACHARIAS
Antiphon:
Du, Kind, wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.
BITTEN
Herr Jesus Christus, du bist der Zeuge von Gottes Wahrheit und Liebe, wir rufen zu dir:
A: Herr, komm deinem Volk zu Hilfe.
– Hilf uns, keinen Anstoß an dem zu nehmen, was für uns neu und fremd ist.
– Mach uns bereit, in unseren Familien zu versöhnen.
– Steh uns bei, damit auch wir Zeugnis von deiner Liebe geben.
VATERUNSER
Gott hat seinen Sohn für uns gegeben, so dürfen wir alles von ihm erhoffen. In dieser Zuversicht beten wir: Vater unser im Himmel …
SEGEN
Gott segne uns mit Menschen, die uns aufrütteln,
wenn wir träge und müde sind.
Er segne uns mit dem Wort, das uns den Weg zeigt,
wenn wir die Orientierung verloren haben.
Er segne uns mit seiner Liebe,
die alles vollendet und zu ihm führt.
Amen.
ORA ET LABORA
Auch wer sich irrig einbildet, den Heiligen Geist zu besitzen, bleibt ungläubig, wenn er von der Offenbarung seiner Wirkkräfte in jenen hört, die ihn tatsächlich haben. Er kann einfach nicht glauben, jemand unserer Epoche werde so wie die Apostel Christi und die Heiligen der Frühzeit vom Heiligen Geist bewirkt, angetrieben und mit seiner bewussten Schau begabt. Jeder beurteilt den Nächsten, in der Tugend wie im Laster, nach der eigenen Verfassung.
Symeon der Neue Theologe (um 949–1022; byzantinischer Theologe und Mönch)
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, dein Wort zeigt uns, was gut und gerecht ist. Es führe uns zu dir zurück.
LESUNG Buch Jeremia 26,1–9
Im Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Joschijas, des Königs von Juda, erging vom Herrn dieses Wort:
So spricht der Herr: Stell dich in den Vorhof des Hauses des Herrn und sag zu den Leuten, die aus allen Städten Judas kommen, um im Haus des Herrn anzubeten, alles, was ich dir ihnen zu verkünden aufgetragen habe; kein Wort sollst du weglassen.
Vielleicht hören sie und kehren um, jeder von seinem bösen Weg, sodass mich das Unheil reut, das ich ihnen wegen ihrer schlechten Taten zugedacht habe.
Sag also zu ihnen: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mein Wort hört und meiner Weisung nicht folgt, die ich euch gegeben habe, wenn ihr nicht auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, die ich immer wieder zu euch sende, obwohl ihr nicht hört, dann verfahre ich mit diesem Haus wie mit Schilo und mache diese Stadt zu einem Fluch bei allen Völkern der Erde.
Die Priester, die Propheten und das ganze Volk hörten, wie Jeremia diese Worte vor dem Haus des Herrn vortrug.
Als Jeremia alles gesagt hatte, was er im Auftrag des Herrn vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk und schrien: Jetzt musst du sterben. Warum weissagst du im Namen des Herrn: Wie Schilo wird es diesem Haus gehen und diese Stadt wird verwüstet und entvölkert werden?
Das ganze Volk rottete sich beim Haus des Herrn um Jeremia zusammen.
Impuls
Jeremia – er erntet nur Spott, er muss den Untergang seines Volkes mit ansehen, er wird als Vaterlandsverräter beschimpft, er wird in eine Jauchegrube geworfen. Und schließlich wird er nach Ägypten verschleppt und getötet. Jeremias Schicksal zeigt, dass prophetischer Protest keine Mehrheiten sammelt, keine Wachstumsraten erzeugt und nicht auf freudige Zustimmung stößt. Immer wieder gibt es seitdem Lebensläufe, die Ähnliches erzählen können wie Jeremia. Menschen, die Widerstand leisten gegen Unrecht und Gewalt, die gegen den Strom der Allgemeinheit schwimmen und mit Spott, Leid, Verfolgung rechnen müssen. Warum müssen Menschen, die an Gott festhalten, so unter Druck geraten? Jeremia hat trotz allem Schweren das Vertrauen nicht verlassen, dass Gott mit ihm ist. Als er totgeschlagen wird, ist seine Botschaft von Gott noch lange nicht tot. Gerade bei denen, die sich so heftig gegen ihn wehrten, saß der Stachel seines Auftretens so tief, dass man die Worte dieses äußerlich Gescheiterten sorgsam aufbewahrte und in die Sammlung der heiligen Schriften Israels aufnahm. Es sind Worte, die nie verklingen dürfen, die nie veralten, die für uns heute noch ebenso wichtig sind und deren Erfüllung noch aussteht.
»Wacht darüber, dass eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird. Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet! Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!« (Günter Eich).
EVANGELIUM Matthäus 13,54–58
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder? Leben nicht alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles?
Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie. Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.
Impuls
Anstoß nehmen an einem Menschen, weil er ein Verhalten zeigt, das nicht meinem Bild von ihm entspricht. Ihm nicht zugestehen, dass er sich weiterentwickelt hat. Ihn in die Schublade dessen einräumen, was ich meine, von ihm zu kennen. Ihn nicht sein lassen, was er ist, ihn kleiner machen als er ist. Mich über ihn erheben und meinen, ihn beurteilen zu dürfen. Meine Maßstäbe zu den allein gültigen machen. Die daraus resultierende Enge und Lieblosigkeit…
»Am Abend unseres Lebens wird es die Liebe sein, nach der wir beurteilt werden, die Liebe, die wir allmählich in uns haben wachsen und sich entfalten lassen, in Barmherzigkeit für jeden Menschen « (Frère Roger).
GEBET
Gott, grenzenloses Du, immer wieder hast du Propheten gesandt, um dein Wort in eine Welt hinein zu verkünden, die sich von dir entfernt hat und an sich selbst erkrankt ist. Sie wurden abgelehnt, weil sie den Finger in die Wunden der Zeit legten und zur Umkehr aufriefen. Auch an Jesus nahm man Anstoß, weil er deine grenzenlose Barmherzigkeit vor allem denen zusprach, die in der besseren Gesellschaft keinen Platz fanden. Wecke prophetische Stimmen unter uns, damit dein Wort Glauben findet in unseren Tagen. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
HYMNUS
Du aller Dinge Grund und Ziel,
Gott, dessen Wort das Weltall trägt,
im Wechsellauf der Zeiten bleibst
nur du die Mitte, unbewegt.
Schenke einen lichten Abend uns,
mit Christus sei das Werk vollbracht;
wenn einst des Lebens Stern uns sinkt,
bewahr uns vor des Todes Nacht.
Der du des Lebens Fülle bist,
ohn’ Ende sei dir Lob geweiht:
dir, Vater, Sohn und Heilger Geist,
schon jetzt und bis in Ewigkeit. Amen.
Deutsches Hymnar
PSALM 106 Verse 40–47
Der Zorn des Herrn entbrannte gegen sein Volk, *
er empfand Abscheu gegen sein Erbe.
Er gab sie in die Hand der Völker, *
und die sie hassten, beherrschten sie.
Ihre Feinde bedrängten sie, *
unter ihre Hand mussten sie sich beugen.
Oft hat er sie befreit; /
sie aber trotzten seinem Beschluss *
und versanken in ihrer Schuld.
Doch als er ihr Flehen hörte, *
sah er auf ihre Not
und dachte ihnen zuliebe an seinen Bund; *
er hatte Mitleid in seiner großen Gnade.
Bei denen, die sie verschleppten, *
ließ er sie Erbarmen erfahren.
Hilf uns, Herr, unser Gott, *
führe uns aus den Völkern zusammen!
Wir wollen deinen heiligen Namen preisen, *
uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Starker Gott, hilf uns und gib uns nicht unseren Wünschen und Begierden preis. Führe uns durch dein Wort zu dir zurück.
LESUNG Buch Jeremia 26,8
Als Jeremia alles gesagt hatte, was er im Auftrag des Herrn vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk und schrien: Jetzt musst du sterben.
MAGNIFIKAT – LOBGESANG MARIENS
Antiphon:
Der Herr nimmt sich seines Knechtes Israel an.
FÜRBITTEN
Gütiger Gott, du hörst unsere Bitten und vergisst uns nicht, wir bitten dich:
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
– Für alle Christen, die ihre Sünden bekennen und bereuen.
– Für die Gruppen, die sich für die Achtung der Menschenrechte einsetzen.
– Für alle Paare, die ein Kind erwarten.
– Für die Frauen und Männer, die alte und kranke Menschen besuchen.
VATERUNSER
Gott sendet seine Boten, um uns zu ihm zu führen. Auch in unserem Leben treffen wir auf seine Boten. Wir beten: Vater unser im Himmel …
SEGEN
Gott segne uns mit Orten und Zeiten, um ihn zu finden.
Er segne uns mit Worten, die uns treffen.
Er segne uns mit Menschen, die ihn verkünden.
Amen.