Heute in Te Deum


Mittwoch · 29. Juli 2026

Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing,
und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost.
Jeremia 15,16a

Marta, Maria und Lazarus Die beiden Schwestern Marta und Maria wohnten in Betanien, vermutlich in einem eigenen Haus, nicht im Haus ihres Bruders Lazarus. Die drei Geschwister waren Freunde Jesu. Marta war wohl die Ältere. »Sie nahm Jesus in ihr Haus auf und sorgte für den Gast« (Lk 10,40; Joh 12,2). Zu ihr, der sorgenden Hausfrau, sagte Jesus im Hinblick auf die ihm zuhörende Maria: »Maria hat den guten Teil erwählt.« Hier wird scheinbar das kontemplative Leben über das aktive gestellt. Dabei geht es um das »eine Notwendige« für alle, von dem das aktive Tun nicht ablenken soll. In der Erzählung von der Auferweckung des Lazarus (Joh 11,25–27) ist Marta wiederum die Aktivere, sie geht Jesus entgegen. Auf das Offenbarungswort Jesu: »Ich bin die Auferstehung und das Leben« bekennt sie: »Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in diese Welt kommen soll.«

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Christus, göttlicher Herr,
    dich liebt, wer nur Kraft hat zu lieben:
    unbewusst, wer dich nicht kennt;
    sehnsuchtsvoll, wer um dich weiß.

    Christus, du bist meine Hoffnung,
    mein Friede, mein Glück, all mein Leben:
    Christus, dir neigt sich mein Geist;
    Christus, dich bete ich an.

    Christus, an dir halt’ ich fest
    mit der ganzen Kraft meiner Seele:
    Dich, Herr, lieb’ ich allein –
    suche dich, folge dir nach.
    Nach »Christe Deus, vitae verae fabricator« (Ad Christum Precatio),
    Alphanus von Salerno († 1085)

  • PSALM 9

    Verse 14–21

    Sei mir gnädig in meiner Not; *
    Herr, sieh doch, wie sie mich hassen!
    Führ mich herauf von den Pforten des Todes, /
    damit ich all deinen Ruhm verkünde in den Toren
    von Zion *
    und frohlocke, weil du mir hilfst.
    Völker versanken in der Grube, die sie selber gegraben; *
    im Netz, das sie heimlich gelegt, hat ihr Fuß sich verfangen.
    Kundgetan hat sich der Herr: /
    Er hielt sein Gericht; *
    im eigenen Werk hat sich der Frevler verstrickt.
    Hinabfahren müssen die Frevler zum Totenreich, *
    alle Heiden, die Gott vergessen.
    Doch der Arme ist nicht auf ewig vergessen, *
    des Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren.
    Erheb dich, Herr, damit nicht der Mensch triumphiert, *
    damit die Völker gerichtet werden vor deinem Angesicht.
    Wirf Schrecken auf sie, o Herr! /
    Erkennen sollen die Völker: *
    Sie sind nur Menschen.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, Jesus Christus hat den Tod besiegt und uns in seiner Auferstehung das Leben gebracht. Lass unsere Hoffnung nicht zuschanden werden und schenke uns das Leben bei dir.

  • Lesung

    Johannes 11,21–23

    Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Herr Jesus Christus, du bist die Auferstehung und das Leben. Wir bitten dich:
    A: Herr, stehe uns bei.
    – Hilf uns, dir auch zu begegnen, wenn wir enttäuscht und ratlos sind.
    – Tröste uns, wenn wir trauern.
    – Sei du unsere Hoffnung, die stärker ist als der Tod.

  • Vaterunser

    Gottes Treue geht auch durch den Tod mit uns. Im Vertrauen auf ihn beten wir, wie uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    In den wunderbaren Augenblicken der Harmonie ahnen wir die Vollkommenheit unseres Usprungs und unseres Endes, zwischen denen die chaotischen Jahrhunderte der Erde liegen wie ein einziger stürmischer Tag.

    Marie Luise Kaschnitz (1901?1974; Schriftstellerin und Dichterin)


Segen

Gott, segne uns mit einem Glauben, der auch im Tod Halt gibt.
Segne uns mit einer Hoffnung, die über den Tod hinausschaut.
Segne uns mit einer Liebe,
die uns durch den Tod zum Leben führt. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, dein Wort wecke in uns die Liebe zu dir und zum Nächsten.


  • Lesung

    Jeremia 15,10.16–21°

    Weh mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast, einen Mann, der mit aller Welt in Zank und Streit liegt. Ich bin niemands Gläubiger und niemands Schuldner und doch fluchen mir alle.
    Fanden sich Worte von dir, so verschlang ich sie; dein Wort wurde mir zum Glück und zur Freude meines Herzens; denn dein Name ist über mir ausgerufen, HERR, Gott der Heerscharen.
    Nie saß ich im Kreis der Lustigen und nicht war ich fröhlich; unter der Macht deiner Hand sitze ich einsam; denn du hast mich mit Groll angefüllt. Warum dauert mein Leiden ewig und ist meine Wunde so bösartig, dass sie nicht heilen will? Wahrlich, wie ein versiegender Bach bist du mir geworden, ein unzuverlässiges Wasser.
    Darum – so spricht der HERR: Wenn du umkehrst, lasse ich dich umkehren und wieder vor mir stehen. Wenn du Edles hervorbringst und nicht Gemeines, darfst du wieder mein Mund sein. Jene werden umkehren zu dir, du aber kehre dich ihnen nicht zu!
    Dann mache ich dich für dieses Volk zur bronzenen, festen Mauer. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dir zu helfen und dich zu retten – Spruch des HERRN. Ja, ich rette dich aus der Hand der Bösen, ich befreie dich aus der Faust der Tyrannen.

    Impuls

    Auffallend, wie fein in der Wortwahl unterschieden wird zwischen Gott, dem Propheten und dem Volk Israel. Zunächst muss der Prophet selbst umkehren, vorher darf er überhaupt nicht im Namen Gottes sprechen. Seine Wortwahl ist wichtig. Edles soll er sprechen, wenn er im Namen Gottes spricht und nicht Gemeines. Wenn das geschehen ist, dann wird auch das Volk sich dem Propheten und seinen Worten zuwenden – aber – der Prophet darf daraufhin sich nicht dem Volke zuwenden, denn es ist höchst verlockend und gefährlich, den Erfolg dann zu genießen, in der Volksmenge gleichsam zu ›baden‹, die man wieder auf den Weg Gottes gebracht hat. Der Prophet muss immer Gott zugewandt bleiben und selbst wenn er zum Volke spricht, so steht er doch letztlich alleine vor Gott.

  • Evangelium

    Johannes 11,19–27°

    In jener Zeit waren viele Juden zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen.
    Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
    Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
    Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

    Impuls

    In ihrer Antwort wiederholt Marta nicht alles, was Jesus ihr gesagt hat bzgl. Auferstehung, Jüngster Tag, Leben und Sterben. Jesus fragt sie, ob sie das glaubt. Ihre Antwort geht über das Gefragte hinaus und sie antwortet eben nicht, dass sie das glaubt, sondern das sie ihm glaubt. Als der Sohn Gottes, als der Christus, ist er das Wort des Lebens. Hier schlägt Johannes versteckt eine Brücke zum Prolog seines Evangeliums, in dem er geschrieben hat: »Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.« (Joh 1,14) Marta sieht im Menschen Jesus schon vor seiner Auferstehung den Christus.


Gebet

Herr Jesus Christus, du bist das lebendige Wort des Vaters, das in die Welt gekommen ist. Du bist verlässlich, deine Wahrheit trägt. Lass mein Herz darauf vertrauen, dass du alles in mir und in der Welt vollenden kannst, was du verheißt. Hilf mir, mit deiner Stimme meinen Weg zu gehen, im Glauben, dass deine Liebe mich hält und zum Ziel führt. Schenke mir Zuversicht, auch in Unsicherheit und Wandel, denn dein Wort, du bleibst bestehen in Ewigkeit. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    So leise, wie der Abend sinkt,
    so leise dient ein reiner Geist.
    Er führt uns treu auf stille Art,
    die uns vom Tod ins Leben weist.

    Als Bote Gottes leitet er
    geduldig uns auf rechtem Pfad.
    Er führt behutsam, ohne Zwang
    und ist uns nah mit seinem Rat.

    Du sandtest, Vater, liebevoll
    uns Engel, die dein Antlitz schaun,
    zu helfen uns, die deinem Sohn
    und auch dem Geist sich anvertraun. Amen.
    Quelle unbekannt – Melodie: GL 696 · KG 284

  • PSALM 89

    Verse 6–17

    Die Himmel preisen, Herr, deine Wunder *
    und die Gemeinde der Heiligen deine Treue.
    Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, *
    wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?
    Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen, *
    für alle rings um ihn her ist er groß und furchtbar.
    Herr, Gott der Heerscharen, wer ist wie du? *
    Mächtig bist du, Herr, und von Treue umgeben.
    Du beherrschst die Empörung des Meeres; *
    wenn seine Wogen toben – du glättest sie.
    Rahab hast du durchbohrt und zertreten, *
    deine Feinde zerstreut mit starkem Arm.
    Dein ist der Himmel, dein auch die Erde; *
    den Erdkreis und was ihn erfüllt hast du gegründet.
    Nord und Süd hast du geschaffen, *
    Tabor und Hermon jauchzen bei deinem Namen.
    Dein Arm ist voll Kraft, *
    deine Hand ist stark, deine Rechte hoch erhoben.
    Recht und Gerechtigkeit sind die Stützen deines Thrones, *
    Huld und Treue schreiten vor deinem Antlitz her.
    Wohl dem Volk, das dich als König zu feiern weiß! *
    Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts.
    Sie freuen sich über deinen Namen zu jeder Zeit, *
    über deine Gerechtigkeit jubeln sie.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, du hast alles geschaffen. Mach uns bereit, uns dir anzuvertrauen und dir als dein Volk zu dienen.

  • LESUNG

    Jeremia 15,19ab

    So spricht der Herr: Wenn du umkehrst, lasse ich dich umkehren, dann darfst du wieder vor mir stehen. Redest du Edles und nicht Gemeines, dann darfst du mir wieder Mund sein.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Ich bin die Auferstehung und das Leben.

    Magnifikat öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, du hast uns zuerst geliebt. Wir kommen zu dir und bitten dich:
    A: Herr, unser Gott, erhöre uns.
    – Für Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Trauernde begleiten.
    – Für Diplomaten, die sich international für Abrüstung einsetzen.
    – Für alle Gruppen, die an der Bewahrung der Schöpfung arbeiten.
    – Für enttäuschte Menschen, die nicht mehr an die Liebe glauben.

  • Vaterunser

    Gott hat uns seinen Sohn gesandt, damit wir durch ihn leben. Wir bitten um das Leben, das Gott uns geben will, und beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns, damit wir den Nächsten lieben
und durch ihn auch dich, den wir nicht sehen.
Segne uns, damit wir in der Liebe bleiben,
sodass du in uns bleibst und wir in dir. Amen.