Heute in Te Deum


Donnerstag · 30. April 2026

Der Knecht ist nicht größer als sein Herr
und der Gesandte nicht größer als der,
der ihn gesandt hat.
Johannes 13,16b

Pius V. (Michele Ghislieri, 1504–1572) wurde mit 14 Jahren Dominikaner, zehn Jahre später Provinzial und Inquisitor, dann Bischof, Kardinal und Großinquisitor. Dabei zeichnete er sich durch Reformeifer aus, sodass er 1566 unter dem Einfluss von Karl Borromäus zum Papst gewählt wurde. Als Papst blieb er Mönch – unter den päpstlichen Gewändern die raue Kutte tragend, lebte er bescheiden und einfach, mit großem Interesse für die Menschen. So investierte er große Summen in die Erneuerung der Infrastruktur Roms, das zu dieser Zeit als »Cloaca Maxima« galt. Vergehen wie die Entweihung des Sonntags, Gotteslästerung oder Ehebruch verfolgte er mit harten Strafen, für Ablasshandel verhängte er Exkommunikation. Er reformierte die Kurie und ließ gemäß den Beschlüssen des Konzils von Trient den Catechismus Romanus, das Römische Brevier (1568) und das Missale Romanum (1570) bearbeiten und neu herausgeben. Er gilt als einer der großen Reformpäpste der Neuzeit.
L: 1 Kor 4,1–5; E: Joh 21,1.15–17

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Christus selber ward zum Eckstein,
    als er unter uns erschien,
    Gott und Mensch hat er vereinigt
    und der Kirche Grund gelegt,
    hat sie auferbaut zum Tempel,
    zur erhabnen Zionsstadt.

    Diese heilge, Gott geweihte
    und von ihm geliebte Stadt
    hallt von Lobgesängen wider
    und von lautem Jubelklang.
    Gott, dem einen und dreifaltgen,
    gilt ihr froher Festgesang.

    Großer Gott, lass dich hernieder
    in der Fülle deiner Huld,
    neige dich, hör unsre Bitten,
    schenk Erbarmen seinem Volk!
    Gieße deinen reichen Segen
    hier an heilger Stätte aus.

    Ewig sei dir Ruhm und Ehre,
    heilige Dreifaltigeit!
    Sei du unser Tag der Freude,
    Tag, der keinen Abend kennt.
    Und wir werden dich erheben,
    dir lobsingen ohne End. Amen.
    Zeitgenössisch

  • PSALM 29

    Verse 1–4.7a.9b–11

    Bringt dar dem Herrn, ihr Himmlischen, *
    bringt dar dem Herrn Lob und Ehre!
    Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, *
    werft euch nieder vor dem Herrn in heiligem Schmuck!
    Die Stimme des Herrn erschallt über den Wassern. /
    Der Gott der Herrlichkeit donnert, *
    der Herr über gewaltigen Wassern.
    Die Stimme des Herrn ertönt mit Macht, *
    die Stimme des Herrn voll Majestät.
    Die Stimme des Herrn sprüht flammendes Feuer. *
    In seinem Palast rufen alle: O herrlicher Gott!
    Der Herr thront über der Flut, *
    der Herr thront als König in Ewigkeit.
    Der Herr gebe Kraft seinem Volk. *
    Der Herr segne sein Volk mit Frieden.
    PSALM-GEBET: Ewiger Gott, du bist in unserer Mitte und willst bei uns wohnen. Führe uns in deine Herrlichkeit.

  • Lesung

    Johannes 13,16–17

    Nachdem Jesus den Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat.

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, du bist gekommen, nicht um dich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. Wir rufen zu dir:
    A: Herr, steh uns bei.
    – Mach uns bereit, dem Nächsten zu dienen.
    – Erhalte uns in der Treue zu dir.
    – Mach uns aufmerksam für deine Gegenwart in unserem Leben.

  • Vaterunser

    Gott hat sich in Jesus Christus zu unserem Diener gemacht, um uns zu retten. Wir sind bereit zu unserem Dienst und beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    In meiner Kindheit war Jesus jemand, der grausam an ein Kreuz genagelt war, überall hing und mit mir als Jüdin nichts zu tun hatte. Erst sehr viel später hab ich erfahren, dass er Jude war und dass er die Verbindung ist zwischen dem Judentum und dem Christentum.

    Ilana Lewitan (*1961; Künstlerin)


Segen

Gott, segne uns, dass wir sehen, was du an uns getan hast,
und die Größe deiner Liebe zu uns ermessen.
Segne uns, dass wir Einsicht gewinnen in unsere Schwäche
und die Würde erkennen, die du uns geschenkt hast.
Segne uns, dass wir die Kraft finden, dir zu dienen,
und darin unsere wahre Größe finden. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, dein Wort tröste uns und richte uns auf.


  • Lesung

    Apostelgeschichte 13,13–25°

    Von Paphos fuhr Paulus mit seinen Begleitern ab und kam nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück.
    Sie selbst wanderten von Perge weiter und kamen nach Antióchia in Pisídien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich. Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu ihnen und ließen ihnen sagen: Brüder, wenn ihr ein Wort des Zuspruchs für das Volk habt, so redet!
    Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört!
    Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt und das Volk in der Fremde erhöht, im Land Ägypten; er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt und etwa vierzig Jahre durch die Wüste getragen. Sieben Völker hat er im Land Kánaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben, für etwa vierhundertfünfzig Jahre. Danach hat er ihnen Richter gegeben bis zum Propheten Sámuel.
    Dann verlangten sie einen König und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Bénjamin, für vierzig Jahre. Nachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Ísai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird.
    Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt. Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel eine Taufe der Umkehr verkündet.
    Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber siehe, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.

    Impuls

    In der langen Geschichte mit seinem Gott hat Israel immer wieder Überraschungen erfahren. So könnte es für die jüdische Gemeinden, an die sich Paulus wendet, eigentlich durchaus vorstellbar sein, dass der Messias aus dem Hause Davids am Ende ganz anders ist als all die Führer Israels im Laufe der Geschichte. Dass Gott die Dinge also mal wieder auf seine ureigene Art richtet. Paulus beruft sich auf die Geschichte Gottes mit seinem Volk, er sieht die Kontinuität – aber er identifiziert den Christos in jenem Mann aus Nazareth, der in den Augen der Welt gescheitert ist. Und er wird in seiner Predigt später in die Richtung eines Universalitätsdenkens gehen, das im Ersten Testament durchaus auch immer wieder aufscheint, aber sich nun konsolidiert. Gottes Heilshandeln richtet sich auf das Volk Israel, ja, aber auch auf den Erdkreis.

  • Evangelium

    Johannes 13,16–20°

    Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Wenn ihr das wisst – selig seid ihr, wenn ihr danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Der mein Brot isst, hat seine Ferse gegen mich erhoben. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es.
    Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich senden werde, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

    Impuls

    Die Abschiedsreden Jesu sind, für mich gilt das auf jeden Fall und für andere gewiss auch, in ihrer kreisenden Argumentation und etwas zu geheimnisvollen Ausdrucksweise oft anstrengend, ermüdend und fremdartig. Gleichzeitig enthalten sie Worte, die mitten ins Herz der Sache und auch in mein Herz zielen: Was immer wir tun – in der Überzeugung, damit in der Nachfolge Jesus zu stehen und Gottes Willen zu erfüllen –, hüten wir uns vor Selbstüberhebung! Denn der Sohn Gottes hat sich klein gemacht, und alles, was wir tun, soll nicht uns, sondern Gott loben. Was hat der gute Papst Johannes doch noch gleich gesagt? »Giovanni, nimm dich nicht so wichtig«.


Gebet

Wir »stehen vor dir mit leeren Händen, Herr«. Aber wir wissen, dass du es gut mit uns meinst und die ganze Erde liebst und erhältst. Darum wenden wir uns immer wieder voller Hoffnung an dich, bitten um Führung, Stärke und Weisheit, um dann das unsere zu tun, damit dein Heil sichtbar wird in der Welt.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    Guter König und Herr,
    der uns das Licht erschuf,
    der dem Wechsel der Zeit
    sichere Ordnung gab –
    da die Sonne nun sinkt
    und sich das Dunkel mehrt,
    sei uns Leuchte und Licht,
    Christus, dein Angesicht.

    Wie du Israels Volk
    einst durch die Nacht geführt,
    ihm als feuriger Schein
    Richtung und Weg gezeigt,
    so geleite auch uns,
    die wir im Finstern gehn,
    zieh uns leuchtend voran,
    Flamme, die nie erlischt.

    Was kann würdiger sein
    nun, da der Tag sich neigt,
    als dem währenden Licht
    Lob und Gesang zu weihn:
    Gott, der strahlend im Glanz
    ewiger Helle wohnt,
    ihm sei Ehre und Preis
    jetzt und durch alle Zeit. Amen.
    Nach »Inventor rutili, dux bone, luminis«, Prudentius († nach 405),
    Stundenbuch

  • CANTICUM

    Philipper 2,6–11

    Christus Jesus war Gott gleich, *
    hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
    sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave *
    und den Menschen gleich.
    Sein Leben war das eines Menschen; /
    er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, *
    bis zum Tod am Kreuz.
    Darum hat ihn Gott über alle erhöht /
    und ihm den Namen verliehen, *
    der größer ist als alle Namen,
    damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde *
    ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
    und jeder Mund bekennt: /
    »Jesus Christus ist der Herr« – *
    zur Ehre Gottes, des Vaters.
    CANTICUM-GEBET: Allmächtiger Gott, hilf uns, nicht auf unsere eigene Größe und Kraft zu vertrauen, sondern Jesus Christus nachzufolgen, um so mit ihm von dir erhöht zu werden.

  • LESUNG

    Apostelgeschichte 13,15–16

    Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu Paulus und Barnabas und ließen ihnen sagen: Brüder, wenn ihr ein Wort des Trostes für das Volk habt, so redet. Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört!

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

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    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unser Vater, du tröstest uns in aller Not. Wir kommen zu dir:
    A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
    – Für die Christen in islamischen Ländern Afrikas.
    – Für die Lehrer und Schüler in unserem Land.
    – Für die Soldaten auf Auslandseinsätzen und ihre Familien.
    – Für die Kinder, deren Leben durch Krieg und Not traumatisch verletzt ist.

  • Vaterunser

    Gott führt sein Volk mit starker Hand. Voll Vertrauen dürfen wir uns an ihn wenden. So beten wir das Gebet Jesu: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, du hast uns ein Wort des Trostes gesandt.
Segne uns mit dem Trost, der uns durch Kreuz
und Tod zum Leben führt,
der die Sünde durchbricht und uns Gemeinschaft
mit dir schenkt. Amen.