Dienstag · 9. Februar 2010
| Warum leben deine Jünger nicht nach den Satzungen der Ältesten,
sondern essen das Brot mit unreinen Händen? |
| Markus 7,5b |
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
HYMNUS
Du Licht des Himmels, großer Gott,
der ausgespannt das Sternenzelt
und der es hält mit starker Hand,
du sendest Licht in unsre Welt.
Die Morgenröte zieht herauf
und überstrahlt das Sternenheer,
der graue Nebel löst sich auf,
Tau netzt die Erde segensschwer.
Das Reich der Schatten weicht zurück,
das Tageslicht nimmt seinen Lauf
und strahlend, gleich dem Morgenstern,
weckt Christus uns vom Schlafe auf.
Du, Christus, bist der helle Tag,
das Licht, dem unser Licht entspringt,
Gott, der mit seiner Allmacht Kraft
die tote Welt zum Leben bringt.
Erlöser, der ins Licht uns führt
und aller Finsternis entreißt,
dich preisen wir im Morgenlied
mit Gott, dem Vater, und dem Geist. Amen.
Nach »Deus, qui caeli lumen es« (5.–6. Jh.)
PSALM 24
Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, *
der Erdkreis und seine Bewohner.
Denn er hat ihn auf Meere gegründet, *
ihn über Strömen befestigt.
Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, *
wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, *
der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.
Er wird Segen empfangen vom Herrn *
und Heil von Gott, seinem Helfer.
Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, *
die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.
Ihr Tore, hebt euch nach oben, /
hebt euch, ihr uralten Pforten; *
denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit? /
Der Herr, stark und gewaltig, *
der Herr, mächtig im Kampf.
Ihr Tore, hebt euch nach oben, /
hebt euch, ihr uralten Pforten; *
denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit? /
Der Herr der Heerscharen, *
er ist der König der Herrlichkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Heiliger Gott, du schenkst uns die reinen Hände und das reine Herz, dass wir dir nahen und dich schauen dürfen. Komm zu uns und bleibe bei uns.
LESUNG Markus 7,8–9
In jener Zeit sagte Jesus den Pharisäern und einigen Schriftgelehrten: Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung.
BENEDICTUS – LOBGESANG DES ZACHARIAS
Antiphon:
Der Herr hat an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat.
BITTEN
Zu Jesus Christus, der uns Gottes Wort verkündet und uns den rechten Weg führt, rufen wir:
A: Herr, erbarme dich.
– Lass uns erkennen, was notwendig und richtig ist.
– Stärke unsere Bereitschaft, dein Wort zu tun.
– Gib uns Verständnis für die verschiedenen Wege, dir zu dienen.
VATERUNSER
Gott schenkt uns seine Gerechtigkeit, damit wir ihm aufrichtig dienen und seinen Willen tun. Wir beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …
SEGEN
Gott segne uns mit seinem Wort, das uns die Richtung zeigt.
Er segne uns mit seinem Wort, das uns für seine Freiheit öffnet.
Er segne uns mit seinem Wort,
das uns seine Liebe erfahren lässt.
Amen.
ORA ET LABORA
Treibt den Menschen die Gunst der Leute und Freundschaft oder die Lust seines Leibes irgend wozu oder wovon ab, so sagt er: Es muss und soll sein. Sieh, das ist alles falsch. Hätte der Mensch keine andern Muss oder Soll als jene, dazu ihn Gott und die Wahrheit weisen und treiben, er hätte dann wohl weniger zu beschicken und zu tun als jetzt.
Theologia Deutsch, 21. Kapitel
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Durch dein Wort bist du bei uns, Gott, und wendest dich uns zu. Höre unser Beten.
LESUNG 1. Buch der Könige 8,22–23.27–30
In jenen Tagen trat Salomo in Gegenwart der ganzen Versammlung Israels vor den Altar des Herrn, breitete seine Hände zum Himmel aus und betete: Herr, Gott Israels, im Himmel oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit ungeteiltem Herzen vor ihm leben.
Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. Wende dich, Herr, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet. Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll. Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet.
Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Stätte beten. Höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst. Höre sie und verzeih!
Impuls
Salomo hat gerade den Tempel eingeweiht und schon nagt der Zweifel an ihm. In seinem Gebet relativiert er sein Lebenswerk: »Selbst der Himmel und die Erde fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe!« Nichts und niemand kann Gott fassen. Und die Frage nagt bis heute weiter, sie ist nicht totzukriegen. Eine schöne Ergänzung ist deshalb eine alte Legende über die Gründung des Tempels in Jerusalem:
Zwei Brüder besitzen einen Acker. Der ältere hat Frau und Kinder. Der jüngere ist allein und auf Hilfe angewiesen. Der ältere will ihm deshalb heimlich einen Teil seiner Ernte überlassen. Der jüngere Bruder denkt, sein älterer hat eine Familie zu ernähren und braucht mehr als er selbst, denn er muss für niemanden sorgen, deshalb will er einen Teil seiner Ernte dem Bruder überlassen. Sie bringen beide in der Nacht heimlich einen Teil ihrer Ernte zum anderen. Unterwegs treffen sie sich, erkennen ihr Vorhaben, fallen sich in die Arme und errichten an dieser Stelle einen Tempel, denn in ihrer Umarmung sind Himmel und Erde zueinander gekommen. In einem solchen Tempel an einem solchen Platz, wo Menschen Erde und Himmel miteinander verbinden, da wohnt Gott.
EVANGELIUM Markus 7,1–13
In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte:
Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.
Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung.
Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden.
Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.
Impuls
Reinheit ist kein Wert an sich. Reinheit ist eine Herzenshaltung. So können schmutzige Hände reine Hände und reine Hände schmutzige Hände sein. »Wer reine Hände behalten will, der hat keine reinen Hände« (Charles Péguy).
GEBET
Gott, du hast uns das Leben gegeben, damit es uns miteinander glückt. Du hast kein Gefallen an Regeln, mit denen wir uns gegenseitig beschweren. Einzig die Aufrichtigkeit im Umgang miteinander und in der Beziehung zu dir liegt dir am Herzen. Lass uns der Würde entsprechen, die du in uns gelegt hast, indem wir uns an deinen Weisungen orientieren. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
HYMNUS
Wir bitten dich, Herr Jesu Christ,
weil es nun Nacht geworden ist,
du mögest bei uns bleiben;
damit die Angst und Dunkelheit,
die um uns lagern weit und breit,
dein Licht uns nicht vertreiben.
Beschütze du, was sich verirrt,
was sich verwundet und verwirrt
und was nicht heimgefunden.
Entsende deine Engelschar
uns zum Geleit durch die Gefahr
in diesen dunklen Stunden.
Dein Name soll gepriesen sein,
er soll uns in den Schlaf hinein
und durch die Nacht begleiten,
damit wir alle insgemein
in Ruhen und im Tätigsein
dein Reich allhier bereiten.
Quelle unbekannt
PSALM 113
Lobet, ihr Knechte des Herrn, *
lobt den Namen des Herrn!
Der Name des Herrn sei gepriesen *
von nun an bis in Ewigkeit.
Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang *
sei der Name des Herrn gelobt.
Der Herr ist erhaben über alle Völker, *
seine Herrlichkeit überragt die Himmel.
Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, *
im Himmel und auf Erden,
ihm, der in der Höhe thront, *
der hinabschaut in die Tiefe,
der den Schwachen aus dem Staub emporhebt *
und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?
Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, *
bei den Edlen seines Volkes.
Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen; *
sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Allmächtiger Gott, deine Schöpfung kann dich nicht fassen, doch du willst uns Menschen nahe sein. Höre unsere Bitten und lass uns dich finden.
LESUNG 1. Buch der Könige 8,27–28a
In jenen Tagen betete Salomo: Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. Wende dich, Herr, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu!
MAGNIFIKAT – LOBGESANG MARIENS
Antiphon:
Der Herr vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten.
FÜRBITTEN
Gott hört auf unser Gebet, zu ihm rufen wir in unseren Anliegen:
A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
– Eine die christlichen Kirchen im gemeinsamen Gebet.
– Lass im Heiligen Land Frieden und Verständigung wachsen.
– Segne den Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung.
– Führe alle Menschen, die dich suchen, zu dir.
VATERUNSER
Gott ist in unserer Mitte und baut aus uns seinen Tempel. Wir beten, wie es uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
SEGEN
Den Reichtum seines Segens
schenke uns der Herr des Himmels und der Erde,
der uns in seiner Kirche versammelt hat.
Er hat Christus zum Eckstein seiner Kirche gemacht;
uns füge er darin ein als lebendige Steine.
Der Heilige Geist wohne in unseren Herzen
und mache sie zum Tempel Gottes,
damit wir einst wohnen dürfen im himmlischen Jerusalem.
Amen.
Nach dem Messbuch