Mittwoch · 10. März 2010
| Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin,
das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. |
| Matthäus 5,17a |
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
HYMNUS
Christus, wahres Licht, Güte und Leben,
Freude der Welt, Liebe ohne Maß;
du hast von allem Tod uns errettet
durch dein Blut.
Säe in unsre Herzen die Liebe,
gieß ein des Glaubens ewiges Licht,
mehre – wir bitten dich – in uns allen
die Glut der Liebe.
Weit weiche von uns der tückische Feind,
den du vernichtet in deiner Kraft;
der Heilige Geist, von oben gesandt,
sei uns nahe.
Ehre sei Gott, dem ewigen Vater,
ebenso dir, dem einzigen Sohn,
mit dem gleichmächtig der Heilige Geist
auf ewig regiert. Amen.
Nach »Christe, lux vera« (10. Jh.)
PSALM 119 Verse 89–96
Herr, dein Wort bleibt auf ewig, *
es steht fest wie der Himmel.
Deine Treue währt von Geschlecht zu Geschlecht; *
du hast die Erde gegründet, sie bleibt bestehen.
Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute *
und dir ist alles dienstbar.
Wäre nicht dein Gesetz meine Freude, *
ich wäre zugrunde gegangen in meinem Elend.
Nie will ich deine Befehle vergessen; *
denn durch sie schenkst du mir Leben.
Ich bin dein, errette mich! *
Ich frage nach deinen Befehlen.
Frevler lauern mir auf, um mich zu vernichten; *
doch mein Sinn achtet auf das, was du gebietest.
Ich sah, dass alles Vollkommene Grenzen hat; *
doch dein Gebot kennt keine Schranken.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Ewiger Gott, durch dein Wort hat du alles gut geschaffen. Gib uns Verständnis für dein Wort und wecke in uns die Freude, deinen Willen zu tun.
LESUNG Matthäus 5,19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
BENEDICTUS – LOBGESANG DES ZACHARIAS
Antiphon:
Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
BITTEN
Zu unserem Herrn Jesus Christus, der den Willen Gottes erfüllte, rufen wir:
V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
– Hilf uns, auch in Kleinigkeiten treu zu sein.
– Mach uns bereit, mehr als nur das Minimum zu tun.
– Schenke uns Freude an Gottes Wort.
VATERUNSER
Gottes Wort und seine Liebe vergehen nicht. Er wird seine Verheißungen erfüllen und uns durch sein Wort zu ihm führen. Wir beten: Vater unser im Himmel …
SEGEN
Gott segne uns mit seinem Wort, das uns die Richtung weist.
Er segne uns mit seinem Wort, das uns zu ihm ruft.
Er segne uns mit seinem Wort,
das uns Ausdauer gibt für den Weg.
Amen.
ORA ET LABORA
Der Christ kann sich nicht damit begnügen, das Ereignis, dass er ein Wort Gottes gehört hat, als ein Faktum zu würdigen und hinter sich zu bringen. Denn das Wort birgt mehr Leben in sich als der Mensch selber, ja unendlich viel mehr, als er ahnt. Es bleibt, auch wenn es missbraucht, verdrängt, verfallen, vergessen ist, Ausdruck und Zeugnis der Liebe Gottes. Als solches hat es die Macht, sich selbst aus der Asche immer neu zu Glut zu entfachen.
Adrienne von Speyr (1902–1967; schweizerische Mystikerin)
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Lass uns deine Worte nicht vergessen, Gott. Sie sollen uns prägen.
LESUNG Buch Deuteronomium 4,1.5–9
Mose sprach zum Volk: Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch zu halten lehre. Hört und ihr werdet leben, ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.
Hiermit lehre ich euch, wie es mir der Herr, mein Gott, aufgetragen hat, Gesetze und Rechtsvorschriften. Ihr sollt sie innerhalb des Landes halten, in das ihr hineinzieht, um es in Besitz zu nehmen. Ihr sollt auf sie achten und sollt sie halten. Denn darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der Völker. Wenn sie dieses Gesetzeswerk kennen lernen, müssen sie sagen: In der Tat, diese große Nation ist ein weises und gebildetes Volk.
Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen? Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften, die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch heute vorlege?
Jedoch, nimm dich in Acht, achte gut auf dich! Vergiss nicht die Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte, die du gehört hast. Lass sie dein ganzes Leben lang nicht aus dem Sinn! Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!
Impuls
Das fünfte Buch der Thora, das Deuteronomium, ist vorwiegend eine Sammlung von Texten, die auf Mose zurückgeführt werden.
Mose ist ein Erinnerer. Unermüdlich prägt er ein, wiederholt, ruft ins Gedächtnis, damit nicht in Vergessenheit gerät, worauf es ankommt, und das Volk Gottes dem Bund entspricht, den Gott mit ihm am Sinai geschlossen hat. Denn unser Leben kann nur glücken, wenn Gottes Gebote eingehalten werden und wir sie unser »ganzes Leben lang nicht aus dem Sinn verlieren«. Gottes Gebote halten: nicht vergessen, dass er aus der Knechtschaft Ägyptens befreit hat und den langen Weg durch die Wüste bis zum Gelobten Land mitgezogen ist. Gottes Gebote halten: diesen absolut treuen, verlässlichen Gott ebenso treu und verlässlich mit dem eigenen Leben zu beantworten, ihn, den einzigen Gott, Jahwe, ihn, den »Ich-bin-da«.
Unser Glaube braucht Geschichten und Bilder, in denen wir unser Leben wieder neu auslegen können. Er braucht aber auch feste Kernformulierungen, Glaubensbekenntnisse, die dem Wechsel der Zeiten standhalten und ihn vor dem Zerfließen bewahren. Prägen wir uns als Grundstruktur des Glaubens ein, dass Gott nicht ohne uns sein will und wir nicht ohne Gott sein können. Wenn wir diese Gegenseitigkeit nicht aus dem Blick verlieren, haben wir eine Orientierung, die uns in allen Wechselfällen des Lebens Halt und Sinn gewährt.
EVANGELIUM Matthäus 5,17–19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Impuls
Nicht: »Was ist noch erlaubt?«, sondern: »Was ist schon geboten?« bedeutet Erfüllung des Gesetzes. Geboten ist alles, was der Entfaltung des Lebens dient: Wohlwollen, Versöhnungsbereitschaft, Vertrauen ineinander, Wahrhaftigkeit. Wer die Gebote so mit Leben füllt, »der wird groß sein im Himmelreich«. »Die Stunde ist kostbar. Warte nicht auf eine spätere, gelegenere Zeit« (Katharina von Siena).
GEBET
Gott, du hast uns in deinen Geboten kostbare Weisungen mit auf unseren Weg gegeben, damit wir in einer oft so undurchschaubaren Welt die Orientierung nicht verlieren. Hilf uns, deine Weisungen für unsere Gegenwart in deinem Sinn zu deuten und sie mit Liebe zu füllen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der aus deinen Geboten sein Leben gestaltet hat. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
HYMNUS
Ehre sei dir, Christe,
der du littest Not,
an dem Stamm des Kreuzes
für uns bittern Tod,
herrschest mit dem Vater
in der Ewigkeit:
Hilf uns armen Sündern
zu der Seligkeit.
Kyrie eleison.
Salzburg um 1350; EG 75 • GL 499 • KG 388 • CG 622 • EST 106
PSALM 78 Verse 1–8
Mein Volk, vernimm meine Weisung! *
Wendet euer Ohr zu den Worten meines Mundes!
Ich öffne meinen Mund zu einem Spruch; *
ich will die Geheimnisse der Vorzeit verkünden.
Was wir hörten und erfuhren, *
was uns die Väter erzählten,
das wollen wir unseren Kindern nicht verbergen, *
sondern dem kommenden Geschlecht erzählen:
die ruhmreichen Taten und die Stärke des Herrn, *
die Wunder, die er getan hat.
Er stellte sein Gesetz auf in Jakob, /
gab in Israel Weisung *
und gebot unseren Vätern, ihren Kindern das alles zu lehren,
damit das kommende Geschlecht davon erfahre, /
die Kinder späterer Zeiten;*
sie sollten aufstehen und es weitergeben an ihre Kinder,
damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen, /
die Taten Gottes nicht vergessen,*
und seine Gebote bewahren
und nicht werden wie ihre Väter, /
jenes Geschlecht voll Trotz und Empörung,*
das wankelmütige Geschlecht, dessen Geist nicht treu zu Gott hielt.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Treuer Gott, du hast Großes an uns getan. Lass uns dich nicht vergessen, sondern unser Vertrauen auf dich setzen.
LESUNG Buch Deuteronomium 4,9
Mose sprach zum Volk: Jedoch, nimm dich in Acht, achte gut auf dich! Vergiss nicht die Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte, die du gehört hast. Lass sie dein ganzes Leben lang nicht aus dem Sinn! Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!
MAGNIFIKAT – LOBGESANG MARIENS
Antiphon:
Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen.
FÜRBITTEN
Zu Gott, der uns seine Verheißungen gegeben hat und unsere Bitten hört, rufen wir:
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
– Für den christlich-jüdischen Dialog.
– Für die Völker, die ohne eigenen Staat als Minderheiten leben.
– Für alle, die Kinder und Jugendliche erziehen.
– Für die Menschen, die einen neuen Anfang suchen.
VATERUNSER
Gott ist treu und vergisst uns nicht, auch wenn wir ihn vergessen. Durch seinen Sohn will er alle Menschen zu sich führen. Wir beten: Vater unser im Himmel …
SEGEN
Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs,
segne uns mit dem Segen,
mit dem er die Väter und Mütter des Glaubens gesegnet hat.
Er vollende in uns die Fülle seiner Verheißungen.
Amen.