Heute in Te Deum

Donnerstag · 17.05.2012

Christi Himmelfahrt
Tag der Himmelfahrt des Herrn

Der hinabgefahren ist, das ist derselbe,
der aufgefahren ist über alle Himmel,
damit er alles erfülle.

Epheser 4,10

Am 40. Tag nach Ostern begehen wir mit allen christlichen Kirchen des Erdkreises das Fest Christi Himmelfahrt. Die Himmelfahrt Christi ist ursprünglich als Teilmotiv des österlichen Paschamysteriums (des rettenden Durchgangs des Herrn durch den Tod ins Leben, an dem wir Anteil erhalten) an Ostern oder an Pfingsten mitbegangen worden. Die Aussage des Himmelfahrtstages, dass Jesus erhöht und bei Gott ist, gehört zum Inhalt des Osterfestes. Nur bei Lukas in der Apostelgeschichte wird die Aussage der Erhöhung von der der Auferstehung getrennt und auch zeitlich unterschieden. So schauen wir zum erhöhten Herrn, der seinen Ostersieg vollendet. Er verheißt uns sein Nahesein und seine zweite Ankunft und gibt den Jüngern den Auftrag, aller Welt das Werk der Erlösung zu verkünden und zu bezeugen.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Dir, unserm Herrn, der alles weiß,
sei jubelnd Lob und Preis gebracht;
du siehst des Herzens Innerstes,
erwärme es mit deiner Gnad'.

Denn du behütest, guter Hirt,
das Gute, suchst Verlorenes.
Auf reicher Weide füg uns einst
in deine gute Herde ein.

Nicht zähl’ dein richterlicher Zorn
uns den verlor’nen Böcken zu;
lass uns bei dir, dem Richter, sein
als Schafe auf der ew'gen Weid.

Dir sei, Erlöser, Herrlichkeit,
dir Ehre, Macht und Siegespreis,
denn du regierst und lenkst das All
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
Nach: »Scientiarum Domino« (13.–14. Jh.)

PSALM 47

Verse 2–3.6–9.10b

Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn Furcht gebietend ist der Herr, der Höchste, *
ein großer König über die ganze Erde.
Gott stieg empor unter Jubel, *
der Herr beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm! *
Spielt unserm König, spielt ihm!
Denn Gott ist König der ganzen Erde. *
Spielt ihm ein Psalmenlied!
Gott wurde König über alle Völker, *
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.
Denn Gott gehören die Mächte der Erde; *
er ist hoch erhaben.
Psalm-Gebet
Allmächtiger Gott, du hast Jesus Christus zum König und Herrn der ganzen Schöpfung gemacht. Erfülle durch ihn unsere Hoffnung auf Leben und Heil.

Lesung

Markus 16,19–20

Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!

Bitten

Wir beten zu Jesus Christus, der uns zum Vater vorausgegangen ist:
A: Herr, komm deinem Volk zu Hilfe.
– Mach uns bereit, uns von dir senden zu lassen.
– Lass uns deine bleibende Nähe erfahren.
– Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist.

Vaterunser

In der Himmelfahrt Jesu haben wir Menschen unsere endgültige Heimat bei Gott gefunden. Wir beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …

Segen

Der allherrschende Gott, der Christus zu seiner Rechten erhöht
und uns den Zugang zum Leben erschlossen hat,
gewähre uns die Fülle seines Segens.
Amen.
Nach dem Messbuch

Ora et labora

Wir müssen als Christen in der menschlichen Gesellschaft, die uns umgibt, eine neue Verbindlichkeit suchen, müssen im Beruf, am Arbeitsplatz das Mittel entdecken, die Gegenwart Christi, vielleicht wortlos, auszustrahlen.

Roger Schutz (1915–2005; ökumenischer Theologe, Gründer der Communauté de Taizé)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Dein Wort, Gott, führe uns zur Einheit mit dir und untereinander.

1. Lesung

Apostelgeschichte 1,1–11

Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat, bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde. Vorher hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben. Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.
Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

Impuls

In der Antike stellte man sich die Erde als eine Scheibe vor, über der sich die gläserne Kugel des Himmels wölbte. Dieser Vorstellung entsprach das Bild der Auffahrt Christi in die Wolken des Himmels. Doch der Himmel als geographisches Jenseits wurde spätestens seiner Naivität entlarvt, als der russische Astronaut Gagarin spöttisch erklärte, er habe Gott da oben nicht angetroffen. Ist es da nicht konsequent, die alten Bilder abzuschütteln und den Himmelfahrtstag zum Vatertag umzudeuten? Oder müssen wir lernen, uns von überholten Bildern zu befreien, um den Kern dieses Festes zu erfassen? Die Ikonenmaler malten die Kuppeln ihrer Kirchen oft mit dem Himmel aus. Nicht blau, sondern golden. Dieser goldene Hintergrund, Bild für die göttliche Dimension, ist kein geographisches Jenseits, er umgibt uns ganz und überall. Uns von diesem Hintergrund umschließen zu lassen, heißt mit den guten Möglichkeiten rechnen, die aus diesem »Gold« in unser Leben einfließen. Weil Jesus in den Himmel aufgefahren ist, ist er nicht mehr nur an einem Ort in Jerusalem oder Nazaret, sondern an seiner Gegenwart können alle teilhaben. Die Mahnung der Engel, »was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?«, hält uns dazu an, vor allem auf die Erde zu schauen, denn sie ist der Ort, an dem wir wirken sollen, bis er wiederkommt. Schauen wir zum Himmel, lassen wir uns von ihm inspirieren – aber vergessen wir darüber die Erde nicht. Dann liegt Gottes Segen auf uns.

2. Lesung

Epheser 4,1–13 (Kf: 4,1–7.11–13)

Schwestern und Brüder! Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. E i n Leib und e i n Geist, wie euch durch eure Berufung auch e i n e gemeinsame Hoffnung gegeben ist; e i n Herr, e i n Glaube, e i n e Taufe, e i n Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.
Aber jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat. <
Deshalb heißt es: Er stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene, er gab den Menschen Geschenke. Wenn er aber hinaufstieg, was bedeutet dies anderes, als dass er auch zur Erde herabstieg? Derselbe, der herabstieg, ist auch hinaufgestiegen bis zum höchsten Himmel, um das All zu beherrschen.
> Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.
So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen. <

Impuls

Unserer Epoche ist die transzendente Macht von bindender Kraft abhanden gekommen. Um so mehr greift ein Diesseits um sich, das der modernen Dreifaltigkeit von Erfolg, Geld, Macht dient. Wer sie nicht bedienen kann, muss sehen, wo er bleibt. – Bei Paulus dagegen hören wir von der bindenden Kraft Gottes, die die Welt zusammenhält und uns die »e i ne gemeinsame Hoffnung« gibt, einmal dort anzukommen, »wo es keine Wunde des Todes mehr gibt« (Hl. Ambrosius). Diese Hoffnung fordert uns auf, Alternativen für ein humanes Miteinander zu entwickeln und dem Tanz um das goldene Kalb »Erfolg, Geld, Macht« zu widerstehen.

Evangelium

Markus 16,15–20

In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.
Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.
Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

Impuls

Himmelfahrt: Jesus geht uns voraus, sein Abschied ist nicht Ende, sondern neues Leben, das uns über unsere Bestimmung für eine Zukunft unzerstörbaren Lebens Gewissheit gibt.
Himmelfahrt: Jesus zieht uns durch unseren Tod hindurch mit sich in den Himmel.
Himmelfahrt: Gott kommt uns entgegen. Und wir gehen auf Gott zu.
Wenn wir aus diesem Bewusstsein unsere Lebenszeit gestalten, spüren wir, selbst in den schwersten Stunden unseres Lebens: Wir sind unangreifbar aufgehoben in Gott. Unsere Antwort ist das Einlösen der Aufforderung Jesu: »Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!«

Gebet

Gott unserer Zukunft, mit der Himmelfahrt Jesu Christi hast du auch uns den Himmel geöffnet. Lass uns unseren Auftrag auf der Erde erkennen und erfüllen, damit wir bereit sind, wenn du uns in dein Reich holst. Gib uns den Blick zum Himmel, damit wir die Erde verstehen und gestalten, und gib uns den Blick zur Erde, damit wir Himmel und Erde miteinander verbinden. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der uns vorausgegangen ist in dein Reich. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Frieden und Freude bannen alle Trauer:
Heute ging Christus heim zu seinem Vater,
um für uns alle bei ihm einzutreten
als unser Anwalt.

Drangsal und Leiden tragen wir voll Hoffnung,
da Christi Liebe alles überwindet;
er hat verheißen, seinen Geist zu senden,
um uns zu stärken.

Bald wird er kommen, um uns heimzuholen
an seine Stätte, die er uns bereitet.
Sein Geist wird wirken, wird die Welt vollenden
nach seinem Willen.

Dank sei dem Vater, Ruhm dem Sohn gesungen,
Lobpreis dem Geiste, der in allem waltet.
Aus seinem Frieden schöpfen wir die Freude
als unseren Anteil. Amen.
Deutsches Hymnar

CANTICUM

Kolosser 1,15–20

Jesus Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, *
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Denn in ihm wurde alles erschaffen *
im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; *
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
Er ist vor aller Schöpfung, *
in ihm hat alles Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, *
der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; *
so hat er in allem den Vorrang.
Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, *
um durch ihn alles zu versöhnen.
Alles im Himmel und auf Erden
wollte er zu Christus zu führen, *
der Frieden gestiftet hat
am Kreuz durch sein Blut.

LESUNG

Epheser 4,1

Schwestern und Brüder! Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

Fürbitten

Wir beten zu Gott, der Jesus Christus als Herrn und König zu sich erhöht hat:
V: Gott, unser Vater. A: Wir bitten dich, erhöre uns.
– Für die Christen in den Ländern, wo sie eine kleine Minderheit bilden, dass sie Gottes Kraft und Hilfe erfahren.
– Für die Abgeordneten in den Parlamenten unseres Landes, dass sie die richtigen Entscheidungen für das Allgemeinwohl treffen.
– Für die Opfer von Terror und Gewalt, dass sie Hilfe erhalten.
– Für alle, die nicht an ein Weiterleben nach dem Tod glauben können, dass sie Hoffnung finden.

Vaterunser

Jesus Christus sitzt zur Rechten Gottes, so können wir sicher sein, dass unsere Worte Gott erreichen. Wir beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …

Segen

Vor den Augen seiner Jünger
wurde Christus zum Himmel erhoben;
er sei uns ein gnädiger Richter, wenn er wiederkommt.
Er thront in der Herrlichkeit des Vaters
und bleibt dennoch inmitten seiner Kirche;
er schenke uns den Trost seiner Gegenwart.
Amen.
Nach dem Messbuch