Abt Mauritius Wilde zu Besuch im Kellerladen e. V.
1. Juli 2026 / Neuigkeiten
Abt Mauritius Wilde zu Besuch im Kellerladen e. V. in Köln- Bilderstöckchen
Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln vom 26. Juni 2026:
Bei seinem ersten Besuch im Kellerladen e. V. in Köln-Bilderstöckchen bekam der Abt von Maria Laach, Mauritius Wilde, in der Edith-Stein-Kapelle eine Reliquie der heiligen Edith Stein überreicht. Die Benediktiner sind eng mit der Siedlung verwoben.
In zwei großen Planschbecken toben ausgelassen mehrere Kinder. Deutschlandfahnen erinnern überall an die aktuelle Weltmeisterschaft im Fußball. Aus dem Schornstein des „Kellerladen-Restaurants“ qualmt es gewaltig: Würstchen und Kotelett brutzeln auf dem Grillrost. Rund um den alten Eisenbahnwaggon, der als Begegnungsort den Mittelpunkt der Siedlung im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen bildet, ist alles für den Empfang des Gastes vorbereitet: Abt Mauritius Wilde aus der Abtei Maria Laach wird erwartet. Die Freunde vom Kellerladen e. V., einem Selbsthilfeverein, der vor Jahrzehnten von dem unlängst verstorbenen Benediktinermönch Bruder Lukas Ruegenberg gegründet wurde, haben den Abt der Eifelabtei anlässlich seiner Einführung im vergangenen Oktober zu einem Besuch ins Bilderstöckchen eingeladen.
Gottesdienst und Kapellenführung
Groß ist die Freude, als der Abt in Begleitung von Bruder Leonhard kurz nach drei an diesem Freitagnachmittag am Waggon ankommt. Nach der herzlichen Begrüßung – auch der leitende Pfarrer der Gemeinde, Michele Lionetti, ist gekommen – führt der Weg der Gäste zunächst in die Edith-Stein-Kapelle. Das kleine Gotteshaus, das Bruder Lukas mit zahlreichen Kunstwerken ausgeschmückt hat, bauten die Menschen aus dem Bilderstöckchen Anfang der 1990er-Jahre aus Dankbarkeit für einen glimpflich verlaufenen Unfall während einer Ferienfahrt. Lia Brühl, Urgestein des Kellerladens, gab während einer kurzen Führung Auskunft über die Geschichten, die mit jedem Bild, jedem Kreuz oder dem Altar verbunden sind. Der Altarstein zum Beispiel, den Abt Anno Schoenen, der Vorvorgänger von Abt Mauritius, einst weihte, ist ein Findling aus dem Bergdorf Lipowez in der Ukraine. Er erinnert an die Hilfstransporte des Kellerladens in das noch immer vom Krieg betroffene Land.
Abt sichtlich bewegt
Im Namen der Gemeinschaft überreichte Lia Brühl dem Abt in der Kapelle zwei Geschenke. Zum einen erhielt Abt Mauritius eine Reliquie der heiligen Edith Stein. Die Schwestern des Kölner Karmels hatten das Stück Stoff von einem Kleid der von den Nazis ermordeten Ordensfrau gestiftet. Und dann bekam er noch einen Miniaturnachbau des Eisenbahnwaggons. Der von der Herzlichkeit des Empfangs sichtlich bewegte Abt versprach, die enge Beziehung zwischen den Menschen in Bilderstöckchen und der Mönchsgemeinschaft in Maria Laach auch über den Tod von Bruder Lukas hinaus nicht abreißen zu lassen. „Natürlich wäre es am schönsten, ich könnte euch einen zweiten Bruder Lukas schicken. Aber den gibt es nicht. Heute bin ich das erste Mal bei euch. Aber ich verspreche, es wird sicher nicht das letzte Mal sein“, betonte er. Noch lange blieben die beiden Benediktiner mit den Menschen zusammen. Erst ein abendliches Gewitter beendete das Fest.
Text und Fotos: ROBERT BOECKER