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Abtprimas in Maria Laach

24. August 2026 / Neuigkeiten

Abtprimas Jeremias Schröder OSBFoto: Marco Rothbrust

Abtprimas Jeremias Schröder zu Gast in Maria Laach

Zum Kirchweihtag war Abtprimas Jeremias Schröder OSB am Sonntag, 23. August, in Maria Laach zu Gast und feierte den Festgottesdienst in der Abteikirche. Sein Besuch unterstrich die Verbundenheit Maria Laachs mit der internationalen Benediktinerfamilie und mit Rom. Der Kirchweihtag erinnerte zugleich an die Weihe der Abteikirche vor 870 Jahren und fügte sich in die diesjährige Laacher Festwoche zum Jubiläum „100 Jahre Basilica minor“ ein.

Abt Mauritius begrüßte den Abtprimas zu Beginn des Gottesdienstes herzlich in Maria Laach. Jeremias Schröder repräsentiert als Abtprimas die Benediktinische Konföderation und damit die Benediktinerklöster weltweit. Abt Mauritius freute sich daher, mit ihm auch einen „Gruß aus Rom“ in Maria Laach willkommen heißen zu können.

In seiner Predigt rückte Schröder die Frage in den Mittelpunkt, was Maria Laach über seine architektonische Bedeutung hinaus prägt. Papst Pius XI. habe bei der Erhebung zur Basilica minor im Jahr 1926 zwar ausdrücklich die Schönheit der Kirche gewürdigt. Ebenso wichtig sei ihm jedoch die Wiederbelebung des Klosters nach einer langen Zeit der Verwaisung gewesen. Maria Laach stand damit schon damals für mehr als ein herausragendes Bauwerk der Romanik: sondern für ein Ort, der vom Gebet, von der Liturgie und vom Leben der Mönche geprägt worden sei.

Einen persönlichen Akzent setzte der Abtprimas mit dem Hinweis auf seinen Vorgänger Fidelis von Stotzingen. Der frühere Laacher Abt war später selbst Abtprimas in Rom und hatte sich nachdrücklich für die Erhebung Maria Laachs zur Basilica minor eingesetzt. Schröder erinnerte zugleich an bekannte Laacher Mönche des vergangenen Jahrhunderts, darunter Odo Casel und Burkhard Neunheuser. Doch ein Kloster, betonte er, werde im Alltag nicht allein von seinen großen Namen getragen. Ebenso wichtig seien die vielen Brüder, die über Jahrzehnte meist still und treu in der Gemeinschaft gelebt hätten.

Im Zentrum stand dabei die benediktinische stabilitas, die Bindung des Mönchs an seine Gemeinschaft und an seinen Ort. Das Kloster sei keine vorübergehende Bleibe, sondern der Ort, an dem das eigene Leben Wurzeln schlage und Gestalt annehme. Schröder griff dabei einen Gedanken des Trappisten und Kommentators der Benediktsregel Michael Casey auf: In der monastischen Tradition gebe es eine dreifache Liebe – die Liebe zu Gott, die Liebe zu den Brüdern und den amor loci, die Liebe zum Ort.

Dieser amor loci werde an einem Kloster auf vielfältige Weise sichtbar – in der Pflege des Hauses, in kleinen Details und nicht zuletzt in der Verbundenheit, mit der Mönche über ihr Kloster sprechen. Vielleicht, so Schröder, liege gerade darin ein Grund für die besondere Ausstrahlung eines solchen Ortes. Zur Liebe zum eigenen Kloster gehöre allerdings auch eine Prise Humor und Selbstironie – im Wissen darum, dass keine Gemeinschaft vollkommen ist.

Das Evangelium des Kirchweihtags bildete schließlich den geistlichen Bezugspunkt seiner Predigt. Zachäus steigt auf einen Baum, weil er Jesus wenigstens sehen möchte. Doch aus dem erhofften kurzen Blick wird eine persönliche Begegnung: Jesus kehrt bei ihm ein. Diese Nähe verändert Zachäus so grundlegend, dass er seinem bisherigen Leben eine neue Richtung gibt.
Darin liegt für Schröder auch der tiefere Sinn einer Basilika. Der Name gehe ursprünglich auf das „Königshaus“ zurück; die Christen hätten ihn auf das Haus ihres Königs übertragen. Eine Basilika dürfe deshalb schön und eindrucksvoll sein. Ihre eigentliche Bedeutung erschließe sich jedoch dort, wo Gott dem Menschen nahekomme und ihn berühre.
So mündete die Predigt in einen Satz, der das Jubiläum über den historischen Anlass hinaus öffnete. Die reichste Frucht der Basilika-Erhebung vor 100 Jahren und ihres heutigen Gedenkens sei, so Schröder, „dass unsere Herzen angerührt werden und unser Leben sich ändert.“

h3 Die Predigt bei DOMRADIO.DE
Die Predigt von Abtprimas Jeremias Schröder OSB ist auf domradio.de verfügbar

Quelle: domradio.de

Mehr zum Thema erfahren Sie auch im Domradio-Artikel “Abtprimas Schröder würdigt 100 Jahre Basilica minor Maria Laach”

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Fotos des Gottesdienstes: Marco Rothbrust


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