Aus Kloster & Konvent

Br. Lukas Ruegenberg OSB verstorben

3. März 2026 / Aus Kloster & Konvent

Foto: Marie-Luise Preiss

+ Am 3. März 2026 entschlief im Frieden Christi

BR. LUKAS ALFRED RUEGENBERG OSB Mönch von Maria Laach

im 98. Jahr seines Lebens, im 72. Jahr seiner Profess.

Wir bitten, des Heimgegangenen im Gebet zu gedenken.

Abt Mauritius und die Mönche der Abtei
56653 Maria Laach, den 3. März 2026



Pressemitteilung zum Tod von Bruder Lukas Ruegenberg OSB

Abtei Maria Laach trauert um Bruder Lukas Ruegenberg OSB (1928–2026)
Maria Laach, 5. März 2026. Die Abtei Maria Laach trauert um Bruder Lukas Ruegenberg OSB, der am 3. März 2026, im 98. Lebensjahr und im 72. Jahr seiner Profess verstorben ist. Mit ihm verliert die Gemeinschaft einen Mönch, der Glauben, künstlerisches Schaffen und den Dienst an den Menschen über Jahrzehnte miteinander verbunden hat.
Abt Mauritius würdigt Bruder Lukas in tiefer Dankbarkeit: „Bruder Lukas hat unser Kloster mit seinem Glauben und seiner Kunst geprägt – und weit über Maria Laach hinaus Menschen erreicht, die sonst allzu leicht übersehen werden. Mit seinem gebenden Herzen war er unermüdlich an der Seite der Bedürftigen. Sein Wirken hat in unzähligen Leben Spuren hinterlassen. Wir vertrauen ihn der barmherzigen Liebe Gottes an und danken für sein langes Leben, das so vielen zum Segen geworden ist.“

Bruder Lukas wurde 1928 in Berlin geboren und verbrachte dort seine Kindheit. Mit 15 Jahren wurde er im Zweiten Weltkrieg als Flakhelfer eingezogen. Nach dem Krieg spürte er zwei Berufungen: die tiefe Auseinandersetzung mit dem Glauben und die vom Großvater geerbte Begabung und Begeisterung für Malerei. Von 1947 bis 1951 studierte er freie Malerei an der Berliner Kunstakademie bei den Altmeistern der „klassischen Moderne“ Max Kaus und Karl Schmidt-Rottluff, einem der wichtigsten Vertreter des Expressionismus.
1951 trat er in die Abtei Maria Laach ein und wurde Benediktinermönch. Seine künstlerische Ausbildung vertiefte er von 1958 bis 1962 mit einem Zweitstudium für Kirchenmalerei an der Münchener Kunstakademie bei Franz Nagel. In der Folgezeit erhielt Bruder Lukas mehrere große Aufträge für Glasfenster-Gestaltungen, unter anderem in der Heilig-Kreuz-Kirche in Neuwied und im St. Bernhard-Krankenhaus in Kamp-Lintfort.
Anfang der sechziger Jahre führte ihn eine Krise zu den Armen. Mit Erlaubnis des Abtes zog er 1965 in eine Obdachlosensiedlung nach Köln und engagierte sich dort in der Sozialarbeit. Er lebte abwechselnd dort und im Kloster. Sein Engagement war so beständig und fruchtbar, dass ihn die Stadt Köln 1972 bat, in Köln-Bilderstöckchen eine Jugendarbeit zu beginnen. Es entstand der „Kellerladen“, der bis heute besteht und auf eine erfolgreiche Sozialarbeit zurückblicken kann. Bruder Lukas brachte sich – trotz hohen Alters und neben dem Leben und Wirken im Kloster – weiterhin in dieser Arbeit ein.

Aus dem Kreis des Kellerladens heißt es zum Tod des Weggefährten: „Bruder Lukas war für uns ein geliebter Mensch. Wir durften viel von ihm lernen; er hat uns teilhaben lassen und uns mitgenommen. Er war Vater, Bruder und Freund zugleich. Er machte Gott anwesend. Die Liebe, die er von Gott empfing, gab er weiter – an die Menschen, denen er begegnete.“
Bruder Lukas initiierte und begleitete Hilfstransporte in die Ukraine und die Slowakei und engagierte sich für ein Roma-Lager – Initiativen, die aus dem Umfeld des „Kellerladens“ hervorgegangen sind. Für eine neu gebaute Kapelle in dem Roma-Dorf Habesch schuf Bruder Lukas 2008 einen Zyklus von 18 Bildtafeln mit biblischen Motiven.

Seit vielen Jahren illustrierte Bruder Lukas zudem Kinderbücher, die biblische Geschichten, aber auch Erlebnisse aus dem Dritten Reich und dem Holocaust erzählen und durch seine Bilder anschaulich machen. Ebenso flossen seine Erfahrungen aus der sozialen Arbeit und der Begegnung mit Menschen in die mittlerweile zahlreich veröffentlichten Buchprojekte ein.
In seinem Atelier im Kloster sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Ölgemälde, Kreuze und Plakate entstanden. In vielen Klosterbereichen – etwa im Gastflügel – finden sich seine Bilder, geprägt von seinem Studium der expressionistischen Malerei.
Die Abtei Maria Laach nimmt Abschied in Dankbarkeit für ein langes Mönchsleben, das in Kunst und Dienst, in Kontemplation und tätiger Nächstenliebe Frucht gebracht hat. Wir bitten alle, die sich Bruder Lukas verbunden wussten, um das Gebet für den Verstorbenen.


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