Einkleidung von Bruder Valerius
5. Mai 2026 / Aus Kloster & Konvent
Am 26. April wurde Bruder Valerius eingekleidet, er ist aktuell unser dritter Novize. Über seinen Weg und den Übergang von Postulat zu Noviziat gibt er persönliche Einblicke
Seit dem 26. April nennt man mich Br. Valerius, vorher hieß ich Christian. Nun trage ich ein Ordensgewand, vorher Alltagsklamotten. Warum diese Veränderung? Am 26. April war meine Einkleidung, der Beginn meines Noviziats in der Benediktinerabtei Maria Laach.
Dieser Schritt kommt nicht aus dem Nichts. Mein erster Besuch in Maria Laach liegt inzwischen über zwei Jahre zurück. Nicht lange nach meiner Firmung in dieser Abteikirche zog ich dann in die Klausur des Klosters ein und lebe hier nun seit fast zwei Jahren mit. Ich hatte demnach viel Zeit den klösterliche Rhythmus mitzuerleben, die täglichen Gebetszeiten, das Arbeiten, das Gemeinschaftsleben, seit dem Postulat auch den Unterricht, die Feste, die warmen und die kalten Jahreszeiten.
Von Anfang an spürte ich ein inneres Feuer für dieses monastische Leben. Dieses Feuer ist nach der langen Zeit nicht erloschen, sondern brennt noch stärker als zuvor und motiviert mich diesen Weg weiterzugehen. Jeder Tag mit dem Chorgebet, der Arbeit im Kloster und dem Zusammensein mit der Gemeinschaft erfüllt mich mit Freude und vertieft meinen Glauben an meine Berufung.
Diese Zeit war für mich eine Zeit des Kennenlernens und der Prüfung. Ich konnte das Leben im Kloster über längere Zeit erfahren, mit allem, was dazugehört: Vertrautes und Neues, Leichtes und Herausforderndes. Vor allem aber durfte ich den Konvent immer besser kennenlernen und ins Herz schließen. Es ist eine Verbundenheit mit dieser Gemeinschaft entstanden, für die ich sehr dankbar bin.
Mit der Einkleidung endete nun das Postulat und es beginnt das Noviziat, ein neuer Abschnitt auf dem Weg des monastischen Lebens. Es ist eine Zeit, in der der eingeschlagene monastische Weg bewusster und verbindlicher weitergegangen wird. Das Ordensgewand, das man in einer schlichten Feier überreicht bekommt, ist ein äußeres und sichtbares Zeichen für eine innere Entscheidung, das Leben auf Gott auszurichten, Christus nachzufolgen, ein Gottsuchender zu sein. Auch der neue Name gehört zu diesem Schritt. Es bestehen mehrere Gründe dafür, dass ich den Namen „Valerius“ gewählt habe. Ich möchte hier einen Grund nennen. Der hl. Valerius war der zweite Bischof von Trier. Mit diesem Namen drücke ich meine Verbundenheit mit dem Bistum Trier aus, das für mich zur Heimat, vor allem auch zur geistlichen Heimat geworden ist. Hier bin ich katholisch geworden, hier in Maria Laach, das schließlich auch im Bistum Trier liegt, möchte ich mein geistliches Leben weiter vertiefen. So steht der Name für meinen bewussten Entschluss, diese neue Heimat anzunehmen und zum Ausdruck zu bringen.
Man darf aber nie vergessen, dass mit dem Noviziatsbeginn noch vieles vor einem liegt und dass das Lernen, Suchen und Prüfen mit dem Ende des Postulats keineswegs abgeschlossen ist. Im Gegenteil, das Noviziat ist vielmehr eine Zeit des vertieften Lernens, Suchens und Prüfens der eigenen Berufung.
Hier, an diesem Ort, in diesem Konvent, möchte ich Gott suchen, Christus nachfolgen, innerlich wachsen, lernen und mein Leben Gott in einer brüderlichen Gemeinschaft widmen. Dieses Kloster ist mir zur Heimat geworden, und ich blicke dankbar auf die Zeit und die gemachten Erfahrungen zurück.
So beginnt nun ein neuer Abschnitt meines Weges. Ich gehe ihn mit Zuversicht und Vertrauen. Möge mir der Herr ein guter Hirte sein.
Gottes Segen Ihnen allen!
Br. Valerius
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