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Meditation zum Evangelium des 5. Fastensonntags

29. März 2020 / Neuigkeiten

Johannes 11,1-46


Es ist das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. Sie ist eines der großen Zeichen, die Jesus wirkt, damit die Menschen glauben. „Ich will, dass ihr glaubt“, sagt er.
Es ist ein langer und schwieriger Text. Aber er umkreist im Grunde nur ein einziges Thema: LEBEN. Jesus ist das Leben, er in Person. „Ich bin das Leben“, sagt er von sich. Ein ungeheurer Anspruch. Und noch mehr: An Ihn glauben heißt leben: „Wer an mich glaubt, wird leben.“ Das bedeutet: Um wirklich zu leben, muss ich eine Beziehung zu Jesus haben.
Wir wissen es alle: Leben und Leben ist zweierlei. Das ist doch kein Leben, sagen wir – wenn es mir dreckig geht – im Blick auf Menschen im Elend, denken wir nur an die vielen Flüchtlinge gerade jetzt.
Das ist doch kein Leben. Gilt das nicht auch von einem Leben, das sich erschöpft in der Suche nach Lust, Spaß, den Dingen, Geld, Sex …?

Leben ist mehr. Das geht uns gerade jetzt wieder auf, in der schrecklichen Zeit der Corona-Krise. Was Leben wirklich ist, zeigt uns Jesus – und Menschen, die an ihn glauben.
Vor kurzen starb in der Klinik in Lovere in der Region Bergamo, in der die Lage besonders schlimm ist, ein 72jähriger Priester, Don Giuseppe Berardelli. „Er war ein Priester … Wer sich an ihn wandte, wusste, dass er auf seine Hilfe zählen konnte“, heißt es. Er kam als Corona-Infizierter ins Krankenhaus. Seine Pfarrgemeinde kaufte ihm das lebensnotwendige Beatmungsgerät. Er gab es weiter für einen jüngeren Patienten. Bald danach starb er.
Ein 38jähriger Arzt in der Lombardei, bis zur völligen Erschöpfung tätig für Corona-Infizierte, bezeichnete sich selbst als Atheisten, „weil wir Ärzte sind und gelernt haben, dass die Wissenschaft die Gegenwart Gottes ausschließt. Ich habe immer über den Kirchgang meiner Eltern gelacht.“ Da kam ein alter Pfarrer in die Klinik mit ernsthaften Atembeschwerden. Er hatte eine Bibel bei sich, ging zu den Patienten, las ihnen vor und hielt ihre Hände. „Wir waren beeindruckt … Selber entmutigt und physisch und psychisch erschöpft, erkannten wir, dass dort, wo das, was der Mensch tun kann, endet, wir Gott brauchen, und wir haben begonnen, ihn um Hilfe zu bitten … Gestern starb der 75jährige Pfarrer … , der es geschafft hat, uns trotz seines Zustandes und unserer Schwierigkeiten einen Frieden zu bringen, den wir nicht mehr zu finden hofften.“

Der Glaube an Jesus bringt das LEBEN. Es ist schwer mit Worten zu beschreiben, deshalb diese Zeugnisse. Das Leben dieser Zeugen Jesu reicht in das Gottes-Leben hinein. Jesus braucht uns, damit die Menschen an ihn glauben und durch ihn zum wahren Leben finden.

Abt em. Benedikt


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