Neuigkeiten

Romano Guardini und Maria Laach

8. Juni 2022 / Neuigkeiten

Papst Franziskus bringt den Theologen und Religionsphilosophen immer wieder mit Rückgriffen auf dessen Werk ins Gespräch, und im Dezember 2017 ist in München der Seligsprechungsprozess für Romano Guardini (1885–1968) eröffnet worden. Maria Laach und Guardini standen und stehen in einer besonderen Beziehung zueinander.

Aus einem flüchtigen Kontakt 1911 erwuchs in den Jahren ab 1917 eine kurze, fruchtbare Zusammenarbeit, die für den Mainzer Kaplan und nicht weniger für die Abtei weitreichende Folgen haben sollte: Für Guardini ergab sich daraus eine Art Lebenswende: „der Schritt in die Berühmtheit“. Umgekehrt trug er – bislang kaum wahrgenommen – durch sein Vordenken Wesentliches zum liturgischen Publikationsunternehmen bei, mit dem sich die Abtei künftig als ein international anerkannter Vorort der Liturgischen Bewegung auf wissenschaftlicher Ebene auswies. Guardinis Schrift „Vom Geist der Liturgie“ wurde zum Zugpferd für die von Abt Herwegen herausgegebene Reihe „Ecclesia orans“. Das Konzept der Zeitschrift „Jahrbuch für Liturgiewissenschaft“ (heute „Archiv für Liturgiewissenschaft“) geht auf Guardinis Ansatz zurück, auch im Blick auf die Liturgiefähigkeit des heutigen Menschen die heutige Liturgie „systematisch“ zu bedenken. Er hielt sich mehrfach in der Abtei am See auf und blieb ihr bis zu seinem Lebensende dankbar verbunden.

Dem einstigen Zusammenwirken ist verdankt, dass das Archiv der Abtei heute eine der umfangreichsten Sammlungen mit Guardini-Briefen (an Cunibert Mohlberg, Ildefons Herwegen und weitere Laacher Mönche) verwahrt. Diese ermöglichen unerwartete Einblicke in Leben und Werk und bieten Anlass und Stoff zu weiterer Forschung.

Unter diesen Vorzeichen ist die Abtei nach München eingeladen gewesen, als sich im Mai in der Katholischen Akademie in Bayern Vertreter von „Guardini-Stätten“ unterschiedlicher Art getroffen und die künftige Satzung einer Romano-Guardini-Gesellschaft beraten haben. Sehr gerne verbreiten wir auf diesem Wege die dazu erschienene Pressemitteilung.

Pressemitteilung

Gemeinsame Initiative zur Gründung der Romano-Guardini-Gesellschaft

(19. Mai 2022) – In der Katholischen Akademie in Bayern wurde jetzt der Startschuss für die Gründung einer Romano-Guardini-Gesellschaft gegeben. Erstmals in der Wirkungsgeschichte des großen Theologen und Religionsphilosophen Romano Guardini (1885–1968) versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster Institutionen, um ihrer Zusammenarbeit eine feste Form zu geben. Besonders an den Wirkungsstätten Guardinis in Berlin, München, Mooshausen und auf Burg Rothenfels ist die Pflege seines Erbes auch institutionell verankert. So betont Prof. Michael Rutz, Präsident der Berliner Guardini-Stiftung: „Ein neuer Geist des Miteinanders kann uns alle in unserem Tun stärken.“ Und der Direktor der Katholischen Akademie in Bayern, Dr. Achim Budde, ergänzt: „Der Austausch ist zuletzt immer intensiver geworden. So lag die Idee einer gemeinsamen Gesellschaft in der Luft.“

Die Expertinnen und Experten zu Romano Guardini vor der Kulisse von Schloss Suresnes im Park der Akademie in MünchenFoto: Katholische Akademie in Bayern

Nun wollen die Einrichtungen gemeinsam mit allen, die dem Denken Guardinis andauernde Aktualität zuschreiben, ihre Vernetzung intensivieren. Unter dem gemeinsamen Dach einer Guardini-Gesellschaft soll der Informationsfluss über sämtliche Aktivitäten nicht nur ausgebaut, sondern auch über vielfältige Projekte mit wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Schwerpunkten nachgedacht werden. Noch im laufenden Jahr sollen eine Satzung und eine Website entstehen. Dann wird breit zur Beteiligung an der Gründung der Guardini-Gesellschaft eingeladen. Die Gründungsversammlung mit der gemeinsamen und öffentlichen Unterzeichnung der Satzung ist für 2023 in Berlin geplant. Sitz der Gesellschaft wird München sein.

An dem Treffen in der historischen Romano-Guardini-Bibliothek beteiligt waren die Katholische Akademie in Bayern (vertreten durch PD Dr. Achim Budde und Dominik Fröhlich), die Guardini Stiftung Berlin (vertreten durch Prof. Michael Rutz, Mariola Lewandowska und Dr. Patricia Löwe), der Freundeskreis Mooshausen (vertreten durch Prof. Dr. Alfons Knoll, Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und Pfr. Marc Grießer), die Burg Rothenfels (vertreten durch Claudia Hamelbeck), der Postulator des Seligsprechungsprozesses für Romano Guardini Dr. Johannes Modesto sowie die Guardini-Forscher Prof. Dr. Peter Reifenberg aus Mainz, Stefan Langenbahn aus Maria Laach und Helmut Zenz.

Weitere Informationen:
Dominik Fröhlich, Tel. 00 49 (0)89/38 102-138
Mail: E-Mail schreiben

Quelle: Katholische Akademie in Bayern // https://www.kath-akademie-bayern.de/


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