Aus Kloster & Konvent

Weihnachtsbrief von Abt em. Benedikt

21. Dezember 2023 / Aus Kloster & Konvent

Liebe Laacher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Oblatinnen und Oblaten, liebe Nachbarn, liebe Laacher Freundinnen und Freunde
und alle, die Sie sich unserem Kloster verbunden wissen.

Erstmals erscheint nun ein solcher Brief an Sie in den Tagen des Advents. Er soll in etwa die Klosterzeitung ersetzen, die seit Dezember 2004 bis Dezember 2022 insgesamt 62 Mal erschienen ist und sich doch einiger Beliebtheit erfreute. Sie wurde, aus Gründen des Sparens, durch Newsletter, also eine Computerversion ersetzt. Manche mögen dies, verständlicherweise, bedauern, zumal die, die zum Computer keinen Zugang haben. Da hat ein solcher Weihnachtsbrief, der das zu Ende gehende Jahr reflektiert, sein Gutes; dadurch können wir Sie in geraffter Form teilhaben lassen an dem, was sich im Laufe des Jahres hier ereignet hat, und Ihnen zugleich unseren Dank und unsere guten Wünsche zum Weihnachtsfest und für das neue Jahr übermitteln. Um ein Thema des Jahres 2022 aufzugreifen, den 130. Jahrestag der Wiederbesiedlung unseres Klosters (25. November 1892), so schauten wir u.a. dankbar auf das Wirken der Laacher Künstlermönche zurück, die unser Kloster nach außen hin, aber auch wesentlich im Inneren mitgeprägt haben. Das Deckblatt dieses Briefes ziert deshalb ein Weihnachtsbild unseres 1978 verstorbenen Bruders Notker Becker. Es gab eine Vortragsreihe über Kunst und Künstler in Maria Laach sowie einige Ausstellungen, von denen die über P. Theodor Bogler, den Bauhauskünstler, „100 Jahre Vorratsgefäße“, im Laacher Forum noch zu sehen ist.

Aber nun der Reihe nach: Ab dem 1. Januar 2023 hat die Salzburger Äbtekonferenz die Herausgeberschaft des „Archiv für Liturgiewissenschaft“ übernommen und der Sitz der Schriftleitung wechselte zur Erzabtei St. Peter/Salzburg. Damit endete in Maria Laach auch die langjährige Mitarbeit von Herrn Stefan K. Langenbahn als Schriftleiter. Allen, den Herausgebern, Martin Klöckener, Benedikt Kranemann, unserem Mitbruder Cyprian Krause, Alexander Zerfaß, sowie dem Schriftleiter sei hier von Herzen gedankt.
Es war schön, auch am Beginn dieses Jahres (5. bis 8. Januar) wie schon so oft eine große Zahl von Politikerinnen und Politikern bei uns zu haben, die mit Bischof Dr. Peter Kohlgraf Exerzitien machten. Am 11. Januar kamen wieder unsere Ärztinnen und Ärzte zum Jahrestreffen, denen Abt em. Benedikt durch Lichtbilder und Vortrag einen Einblick über „130 Jahre Kunst und Künstler in Maria Laach“ gab. Mit den Schwestern der Abtei St. Hildegard freuten wir uns über die Wahl von Sr. Katharina zur Äbtissin (24. Januar). Vor ihrem Eintritt ins Kloster machte sie in unserer Klostergärtnerei ein Praktikum, später dann auch eines in unserer Buch- und Kunsthandlung; so ist sie uns allen gut bekannt. An der Benediktion (4. März) nahmen P. Prior Petrus und Br. Stephan teil. Ebenfalls im Januar begann mit dem Aufbau eines großen Gerüsts im südlichen Querhaus der Abteikirche die Renovierung unserer Abteiorgeln, die uns das ganze Jahr über begleitete. Zuerst danken wir unserem Freundeskreis, der diese Renovierung mit insgesamt 300.000 Euro unterstützt – das ist der Grundstock, ohne den diese Renovierung nie hätte umgesetzt werden können. Noch unter der vormaligen Kulturstaatsministerin Monika Grütters wurde aus dem Bundeshalt ein großer Betrag bereitgestellt, die Renovierung zu fördern. Außerdem danken wir den vielen Spenderinnen und Spendern für die unglaubliche Unterstützung. Die gesamten Maßnahmen sind komplett durch Spenden finanziert. So zeigt uns die sich nun vollendende Renovierung: wir sind nicht allein! Danke für alle Unterstützung. Die Orgelweihe ist für den 5. Januar 2024 vorgesehen, unser Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann wird sie vornehmen. Alle Termine und viele weitere Informationen finden Sie unter www.maria-laach.de.

Am 8. Februar wurde im Dokumentationszentrum deut-scher Sinti und Roma zu Heidelberg die Ausstellung „Roma in der Slowakei“ mit Gemälden unseres Br. Lukas eröffnet, bei der Romani Rose, Manfred Lautenschläger und Abt Benedikt das Werk von Br. Lukas würdigten. Es folgte am 26. Februar die Ausstellungseröffnung unseres jüngsten Künstlers Br. Stephan „Meer Himmel“ und viele weitere Veranstaltungen um ein Triptychon im Alten Dom St. Johannis zu Mainz.

Zu den Kar- und Ostertagen d. J. fanden zum ersten Mal die „Klostertage in Maria Laach“ statt (in der Folge dann zusätzlich noch im September), zu denen wir junge Männer regelmäßig einladen möchten, um durch Mit-Leben unser Kloster und das Klosterleben näher kennenzulernen, eine Initiative von P. Philipp zusammen mit Br. Jonas. Hier sei angemerkt, dass weiterhin an jedem dritten Samstag des Monats die Jugendvigil stattfindet.

Am Samstag der Osteroktav, dem 15. April, freuten wir uns über die zeitliche Profess unseres Br. Jonas, der seit WS 2022/23 in Salzburg Theologie studiert. Im feierlichen Rahmen legte er die Profess im Kapitelsaal ab und versprach vor P. Prior Petrus nach reiflicher Überlegung für drei Jahre Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam im Kreis der Mitbrüder, seiner Familie, einigen Freunden und Mitsängern der Cappella Lacensis. Aus gegebenen Anlass sangen die Chormitglieder am Abend noch einen österlichen Evensong in der Abteikirche.

Im Rahmen der noch andauernden Apostolischen Visitation unseres Klosters wurde ein „Klösterlicher Wirtschaftsrat“ (KWR) eingesetzt (konstituierende Sitzung am 25. April), eine Maßnahme, die der veränderten Personalstruktur unseres Konventes und den wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen in Maria Laach Rechnung trägt. Auch wenn die Investitionen für Seehotel und Klostergaststätte wichtig und sinnvoll waren – die baulichen Zustände ließen keine Alternative zu – wurden als direkte Folge der Pandemie die finanziellen Ressourcen des Klosters schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der KWR leistet uns nun auf dem wirtschaftlichen Feld ganz erheblichen Beistand. Auch an dieser Stelle danken wir dem bisherigen Wirtschaftsbeirat, der uns über Jahre hin sehr geholfen hat, sowie dem neuen Gremium für die beachtliche uneigennützige Hilfe.

Am 24. Juni fand in unserem Kloster unter großer Beteiligung wieder ein Messdienertag unserer Pfarreiengemeinschaft Brohltal (ab 24.9. Pastoraler Raum Sinzig) statt, wo unser P. Elias weiterhin als Seelsorger mitwirkt.

Am Samstag, dem 8. Juli, hatten wir wieder die Freude, zahlreiche Mitglieder unseres „Vereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach“ bei uns begrüßen zu können. Bei der turnusgemäßen Mitgliederversammlung sprachen P. Prior Petrus, der Vorstandsvorsitzende Manfred Sattler, Prof. Dr. Ulrich Steger aus der Sicht des Klösterlichen Wirtschaftsrates sowie P. Clemens Blattert SJ zum Thema „Junge Menschen auf der Suche nach ihrer Berufung und wie Kirche dabei unterstützen könnte“. Im Anschluss an die Vesper fand im Klostergarten wieder der gemeinsame Abendimbiss statt. Ein rundum schöner und froher Tag.
Am 11. Juli verabschiedete P. Prior Petrus unsere beiden langjährigen Mitarbeiterinnen in der Wäscherei, Frau Marieluise Schäfer und Frau Anita Frett, nach 34 bzw. 32jähriger Mitarbeit in den wohlverdienten Ruhestand. Etwas wehmütig war uns an diesem Tag allen zumute, es war ja nicht nur ein langjähriges, sondern auch ein sehr schönes Miteinander! Wir wünschen den beiden dankbar von Herzen Gottes Segen. Nun umsorgen uns wäschemäßig, gleichfalls liebevoll, unter der bewährten Obhut von Br. Meinrad, Frau Marion Pörsch und Frau Katrin Batsche.

Ende Juli und Anfang August fand wieder die Caritas-Stadtranderholung bei uns statt, „ein tolles Ferienerlebnis für 42 Kinder aus Mayen und den Verbandsgemeinden Mendig und Vordereifel“, das „der herzlichen Aufnahme durch das Kloster Maria Laach zu verdanken ist. So stellten die Laacher Mönche nicht nur das Winfriedheim zur Verfügung, sie ermöglichten auch das tägliche Frühstück und leckere Mittagessen im Gastflügel des Klosters“ (Originalton Caritas-Bericht, der uns natürlich freut). Im Juli und im August war zu unserem Bedauern die Zeit unserer beiden FSJ-ler, Leandro Santos de Brito und Philipp Ott, zu Ende. Wir ließen die beiden nur ungern ziehen, da sie sich in vielfältiger Weise gut einbrachten und auch das menschliche Miteinander schön war. Leandro begann eine Ausbildung im Print-Medien-Bereich, Philipp bleibt uns noch erhalten, da er hier zum Keramiker ausgebildet wird. Wir danken beiden und wünschen ihnen für ihre Zukunft Gottes Segen.

An unserer Laacher Festwoche, rund um unsere hohen klösterlichen Feiertage Mariä Aufnahme in den Himmel und dem Kirchweihfest, nahmen zu unserer Freude wieder viele Menschen teil. P. Prior Petrus eröffnete am Samstag, dem 12. August, den Klostermarkt, der an den beiden Tagen Samstag und Sonntag wieder ein reichhaltiges Programm bot: unsere Gottesdienste, Orgelkonzerte, Führungen, Keramik-Ausstellung und vieles andere mehr.
Ebenfalls im Rahmen der Laacher Festwoche feierte unsere Cappella Lacensis auch ihr 15jähriges Bestehen. Seit dem Sommer 2008 kommen nun junge Menschen aus dem gesamten deutschen Sprachraum nach Maria Laach, um in klösterlicher Umgebung auf hohem Niveau und in verschiedensten Besetzungen Kirchenmusik in Konzert und Gottesdienst aufzuführen. Wir danken allen Sängerinnen und Sängern, die sich für und in Maria Laach engagieren!

Im September dann fand zum 350. Mal die dreitägige Fuß-Wallfahrt unserer Nachbargemeinde Kruft, der Abtei Laach seit der Gründung 1093 besonders verbunden, nach Nothgottes im Rheingau statt. Abt Benedikt hatte die Freude, die Wallfahrer in der Kirche von Nothgottes bei ihrer Ankunft zu begrüßen, mit ihnen die Andacht zu feiern und am Imbiss im Garten teilzunehmen. Ein bewegendes Erlebnis!

Vom 15. bis 20. Oktober tagte in Marienrode die Beuroner Äbtekonferenz, an der unser P. Prior Petrus teilnahm; u.a. ging es um die Frage der Zukunft unserer Klöster.
Am 24. Oktober traf sich eine Gruppe ehemaliger Mitarbeiterinnen der Klosterküche mit einigen Mitbrüdern zu Kaffee und Austausch über alte Zeiten – ein schöner Nachmittag, fanden alle Beteiligten.
Der 30. Oktober stellt einen Einschnitt in unseren Geschäftsbetrieben wie im Kloster selber dar: Wir trennten uns von unserem bisherigen Geschäftsführer Herrn Philipp Lohse; neuer Geschäftsführer wurde Herr Steffen Steckbauer. Wir wünschen ihm Gottes Segen und eine glückliche Hand.

Im Sitzungssaal des Rathauses zu Mendig wurde am 1. November die Autobiographie von Staatsminister a. D. Gernot Mittler „Auf festem Grund“ präsentiert; Abt Benedikt nahm daran teil. Das Buch enthält auch ein Kapitel „Maria Laach“, in welchem der Autor von seiner Verbundenheit mit unserem Kloster und seinem Engagement als Vorsitzender unseres Freundeskreises berichtet: „mein schönstes Ehrenamt“ – und für Maria Laach ein Glücksfall. Wir können Gernot Mittler gar nicht dankbar genug sein!

Ein Tag besonderer Art ist der 23. November. Unsere langjährige Dachdeckerfirma Wetzlar im benachbarten Kempenich hat ein Foto in ihrem Besitz, das auf den 23. Nov. 1923 datiert ist. Es dokumentiert die damalige Einschalung und Eindeckung unseres Ökonomietors durch Peter Wetzlar, den Großvater des jetzigen Firmeninhabers. Zu sehen sind: die Brüder Peter und Jakob Wetzlar sowie ein Verwandter der beiden. Der Sohn von Peter Wetzlar, Heinrich (geb. 1923) übernahm später den Betrieb; viele von uns erinnern sich lebhaft an ihn, wie er noch in hohem Alter auf den Laacher Dächern zu sehen war. Nimmt man den jüngsten Spross der Familie mit in den Blick, dann wären es vier Generationen ununterbrochener guter Zusammenarbeit. 1923 – 2023 sind 100 Jahre, und schon vorher waren Wetzlars bei uns im Einsatz. Wir sagen Danke und auf weitere gute Jahre.

In die Zeit des Advents führte uns, wie seit Jahren schon, das Benefizkonzert unseres Freundeskreises ein: „Adventliches Chorkonzert“, dargeboten vom Männerkammerchor Vocapella Limburg, einem Ensemble ehemaliger Limburger Domsingknaben – erhebend.

Auch Jubiläen und runde Geburtstage gab es zu feiern: das 60jährige Professjubiläum von Br. Joseph und Br. Meinrad, den 95. Geburtstag von Br. Lukas (den er, natürlich, ausgiebig im Kölner Bilderstöckchen feierte), den 85. von Br. Christoph und P. Basilius, den 75. von Br. Stephan Maria sowie den 60. von Br. Norbert und Br. Antonius.

Aus dem Kreis unserer Laacher Oblaten, die engen Kontakt zum Kloster pflegen und die unser P. Albert mit Hingabe betreut, verdient das 60jährige Oblationsjubiläum von Herrn Dr. Detlef Jankowski. Erwähnung; Herrn Jankowski gilt unser ausdrücklicher Dank für seine Verbundenheit mit unserem Kloster und für seinen vielfältigen Einsatz.

Unser Schützenbund Maria Laach feierte in Reudelsterz vom 12. bis 14. August das jährliche Bundesschützenfest, an dem Ehrenpräses Abt Benedikt erstmals aus gesundheitlichen Gründen zu seinem großen Bedauern nicht teilnehmen konnte. Von Herzen gedankt sei unseren Schützen für ihre Verbundenheit mit unserem Kloster und für so manchen Einsatz, diesmal auch wieder für die Mithilfe beim Maria Laach-Kellerladen-Hilfstransport für die Ukraine im Oktober. Am ersten Advent kamen viele zum Einkehr- und Kulturtag ins Kloster: zum Konventamt, mitgestaltet von der Schützenkapelle Luxem, zum anschließenden Kaffee und zum Vortrag von Bezirkspräses Dr. Volker Malburg. Das Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (15. bis 17. September) in Mayen richtete unser Bezirksverband Maria Laach, insbes. die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Mayen aus: ein gelungenes Fest.

An der Hilfe für Ukraine und Romalager Habesch/Slowakei haben sich auch in diesem Jahr wieder viele beteiligt, besonders Michael Lingenthal, P. Basilius und Sr. Felicitas aus Cochem haben zahlreiche Hilfstransporte auf den Weg gebracht und durchgeführt. Im Oktober begleiteten Br. Lukas, Abt Benedikt, Lia Brühl, Rupert Eis, Werner Henneberger und Winfried Stamm einen Hilfstransport mit Care-Paketen für die Ukraine mit Station im Habesch, für alle Beteiligten ein Erlebnis.

Unsere aufrichtige Dankbarkeit gilt auch unseren vielen ehrenamtlichen Helfern: dem Lektoren- und Kommunionhelfertrio bei unserer sonntäglichen 11:00 Uhr-Messe, Erwin und Bernhard Grones und Jürgen Hilger. Danken möchten wir aber auch Jürgen Hoffmann, der nach wie vor als unser Konventsfahrer fungiert, Michael Opladen, Hermann Vetter und vielen anderen.

Auch unserer Verstorbenen sei gedacht: Am 23. Juni starb Frau Elisabeth Scheuren, früher Mitarbeiterin im Seehotel; am 17. Juli starb Herr Hans Gerhard Biermann, in der Nachfolge seines Vaters Alfons Biermann langjähriger und verdienter Leiter unserer Bildhauerei. Er wurde im Familiengrab auf unserem Waldfriedhof beigesetzt; P. Prior Petrus hielt Messe und Begräbnis. Nicht vergessen sei Herr Hans Rauchel, unser langjähriger Architekt, der ebenfalls in diesem Jahr verstorben ist. Desgleichen gilt unser Gebetsgedenken den verstorbenen Mitgliedern unserer Oblatengemeinschaft, unseres Freundeskreises und allen mit Maria Laach Verbundenen.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
und Gottes Schutz und Geleit im neuen Jahr 2024 wünschen Ihnen allen von Herzen
die Mönche aus Maria Laach!


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