Neuigkeiten

Zum Heimgang von Pater Drutmar Cremer OSB

26. April 2021 / Neuigkeiten

Am 14. März verstarb in Maria Laach P. Drutmar Cremer im 91. Jahr seines Lebens. Er war der langjährige und verdiente Leiter des Verlags ars liturgica, jetzt Klosterverlag Maria Laach; sein damit zusammenhängendes Wirkungsfeld erstreckte sich aber weit über die Klostermauern hinaus. P. Drutmar, Jahrgang 1930, stammte aus dem Laach benachbarten Burgbrohl und wusste sich seiner Ursprungsheimat und den Menschen des Brohltals stets verbunden. Sein Vater Josef Cremer hatte dort das Amt des Bürgermeisters inne und der Sinn für die Kommunalpolitik ging wohl auch auf den Sohn über, der sich viele Jahre im Gemeinderat der Ortsgemeinde Glees, zu der Maria Laach gehört, und im Verbandsgemeinderat der Verbandsgemeinde Brohltal engagierte.

Seine Schulbildung genoss Helmut Cremer im Ako, dem Aloisiuskolleg der Jesuiten in Bad Godesberg, dem er sich zeitlebens verbunden fühlte. Am 28.4.1952 trat er in die Abtei Maria Laach ein, absolvierte sein Studium daselbst sowie in der Erzabtei Beuron und empfing am 27. Juli 1958 mit vier weiteren Laachern in der Abteikirche durch Weihbischof Dr. Bernhard Stein die Priesterweihe. Es begann ein fruchtbares Wirken, das buchstäblich erst im Sterben sein Ende fand – das Projekt der Sanierung des Laacher Waldfriedhofs beschäftigte ihn bis in seine letzten Lebenstage. P. Drutmar startete mit jugendlichem Elan als Lehrlingspater im damaligen Lehrlingsheim der Abtei, wurde dann Jugendpater im Jugendheim St. Winfrid (Ehemaligentreffen fanden statt bis zum Ausbruch der Pandemie). Immer lag ihm an den Menschen, für die er sich nach Kräften einsetzte.

Sein eigentliches Charisma kam zur Entfaltung, als er 1971 die Leitung des Laacher Kunstverlags übernahm, eine Aufgabe, die ihm in jeder Beziehung entgegenkam und in die er sich mit großer Hingabe einbrachte. Selber künstlerisch und mit hohem ästhetischen Empfinden begabt, prägte er den Verlag und ebenso die Buch- und Kunsthandlung mit seinem Können und seiner reichen Persönlichkeit, gemeinsam mit einsatzfreudigen kenntnisreichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Mit vielen Künstlerinnen und Künstlern im In- und Ausland pflegte er Kontakte und Freundschaft und konnte nicht wenige zur Mitarbeit in Maria Laach gewinnen. Kunstobjekte im Bereich der Abtei – etwa der „Laacher Engel“ und der „Prophet“, Ambo und Lesepult in der Kirche, aber auch die seiner tatkräftigen Initiative verdankte völlig neu gestaltet Johanneskapelle – zeugen von diesen Kontakten und von dadurch erschlossenen Möglichkeiten. Die Renovation und Erweiterung der Laacher Buch- und Kunsthandlung wäre ohne P. Drutmars Engagement nur schwer möglich gewesen. Kurz: P. Drutmar hatte Fantasie, war kreativ und packte an – mitunter auch mit erheblichem Durchsetzungsvermögen (dabei vor den Kopf Gestoßene gaben nachher zu: Es war für Laach und es ist gut!).

Noch so manches an Tätigkeit wäre zu nennen: Culinarius-Küchenchef verbunden mit der Gewinnung bosnischer Ordensschwestern für Klosterküche und Gastflügel (für alle eine schöne Zeit!), Leiter der Seelsorge, Subprior, Prior und anderes mehr. P. Drutmar hat etwas bewirkt, und er tat es für sein Maria Laach – und immer aus gläubigem Herzen heraus. Nicht vergessen sei seine Autorentätigkeit: Gedichte auf hohem Niveau, Kunst- und Bildbände, Predigtbücher u.a.m. Es war ein reiches Leben, das erfüllt und vom Glauben gestärkt auf Erden zu Ende ging.

P. Drutmar hinterlässt eine Lücke – an seinem Platz im Kloster und in den Herzen Vieler.

Benedikt Müntnich OSB


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