Laacher Orgelkonzerte

Wort und Klang zum 3. Advent


Termin

Organist: Gereon Krahforst, Maria Laach
p(uk-text-large). Sprecher: N.N.

Programm:

Petr Eben | 1929 – 2007
Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens
für Orgel und Sprecher
nach Texten von Johann Amos Comenius (1592 – 1670)
in Deutscher Übersetzung

Dauer: ca. 75 Minuten
Der Eintritt ist frei
Am Ende wird bei der Türkollekte eine großzügige Spende erbeten
Anmeldung nicht erforderlich

Petr Eben (* 22. Januar 1929 in Žamberk) ist einer der markantesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen und tschechischen internationalen Musik. Nach dem Abitur am Gymnasium in Český Krumlov studierte er zwischen 1948 und 1952 Klavier bei František Rauch und 1950 bis 1954 Komposition bei Pavel Bořkovec; beide Studiengänge absolvierte er an der Akademie der Musischen Künste in Prag. Der Schwerpunkt seines vielseitigen Wirkens (als Komponist, Pianist, Klavierbegleiter und Kammermusiker, Improvisator auf Orgel und Klavier, Pädagoge, Publizist) liegt auf der Komposition, für die er seine wesentliche musikalische Inspiration aus dem gregorianischen Choral und dem Volkslied bezieht, die er im Rahmen einer modernen Musiksprache zitiert. Im Vordergrund von Ebens Schaffen steht immer die Beziehung zum Zuhörer („Wenn ich niemanden hätte, der mir zuhören würde, dann könnte ich nicht schreiben …“) und das Bemühen, das eigene Anliegen so prägnant wie möglich vorzutragen. Die Kompositionen haben häufig ein inneres Programm bzw. sind mit einem Kommentar oder Motto versehen. Das Werk des Komponisten gipfelt in großen philosophisch und geistlich gestimmten Konzeptionen, in denen vor allem die Suche nach existentiellen Sicherheiten und überzeitlichen Werten im Vordergrund steht.
Die bisher letzte Konzertimprovisation von Petr Eben ist die abendfüllende Orgelimprovisation auf Themen des berühmten Buchs Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens, das der humanistische Philosoph, Schriftsteller, Pädagoge und Theologe JOHANN AMOS COMENIUS (1592 – 1670), einer der größten Persönlichkeiten nicht nur der tschechischen Kultur, verfasst hatte. Es handelt sich um vierzehn Improvisationsflächen, zwischen denen ausgewählte Passagen aus dem Buch des Comenius erklingen. Im Jahre 2002 verlieh Eben diesen Improvisationen eine definitive schriftliche Form (so wurden sie zu der heute erklingenden Komposition).
Seinen Zugang zu diesem Werk verdeutlichte Petr Eben mit diesen Worten:
“Der Pilger, der das Labyrinth der Welt durchwandert, findet hier nichts Erfreuliches und wendet sich seinem Gott in seinem Herzen zu. Was mich aber an Comenius´ Ansicht am meisten berührt, ist seine unermüdliche Arbeit für die Verbesserung dieser Welt. Hierin kann er als Beispiel auch für unsere Gegenwart dienen: sich einen eigenen kritischen Blick und Abstand von dieser Welt zu bewahren, aber seine ganze Kraft ihrer Verbesserung zu widmen.
In den Orgelimprovisationen zitiere ich Choräle aus dem Amsterdamer Kantional des Comenius; manchmal versuche ich, auf moderne Weise die dramatischen Passagen des Textes auszudrücken, wie zum Beispiel die Deformation der menschlichen Gesichter, das Sirren der Pfeile oder das Abrutschen vom Glücksrad der Fortuna. Die ganze Atmosphäre des Textes vermittelt keinen idyllischen Spaziergang durch die Welt, sondern einen bitteren, satirischen, bizarren und manchmal geradezu apokalyptischen Blick auf die Welt – und dies bestimmt auch den Charakter der Musik.“
Kateřina Vondrovicová, übersetzt von Anna Ohlidal

Die einzelnen Texte und Orgelstücke dazu lauten:

I. Prolog (Orgel)

II. Blick auf die Welt

III. Masken

IV. Die Pfeile des Todes

V. Die süßen Ketten der Liebe

VI. Das Fest der Akademia

VII. Die Ignoranz der Gelehrten

VIII. Das Rad der Frau Fortuna

IX. Die Frevelhaftigkeit des Menschengeschlechtes

X. Das trügerische Versprechen des Goldenen Zeitalters

XI. Eitelkeit über Eitelkeit

XII. Entsetzen und Ohnmacht

XIII. Heimkehr zu Gott

XIV. Epilog (Orgel)


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