Austellungen

Konrad-Adenauer-Ausstellung


Termin

Glaube und Politik – Konrad Adenauer und die Abtei Maria Laach

- Ausstellung im Klosterforum Maria Laach vom 30. Mai bis 13. Oktober 2019 –

Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, unterhielt lebenslang eine enge Verbindung zur Abtei Maria Laach. Abt Ildefons Herwegen, der von 1913 bis 1946 der Abtei Maria Laach vorstand, war ein Schulfreund Adenauers. Der katholische Glaube war für beide eine wichtige Grundlage ihrer Freundschaft. Bereits zu der Zeit, als Adenauer Oberbürgermeister der Stadt Köln war, bestand ein enger Kontakt und Austausch.

Als Adenauer 1933 vor den Nationalsozialisten aus Köln fliehen musste, bat er seinen Freund, ihm in Maria Laach Zuflucht zu gewähren. Dieser ursprünglich für einige Wochen geplante Aufenthalt dauerte schließlich ein ganzes Jahr. Ein wichtiges und schweres Jahr für Adenauer, das ihn entscheidend geprägt hat. Getrennt von seiner Familie und ohne wirkliche Aufgabe lebte er in der Abgeschiedenheit des Klosters. Er fand Zeit zur Lektüre und Reflexion und setzte sich auch mit seinem Glauben auseinander. Zugleich nahm er den juristischen Kampf gegen die existenzbedrohenden Anschuldigungen auf, die die Nationalsozialisten gegen ihn erhoben.

Nachdem er 1934 Maria Laach verlassen hatte, blieb die enge Beziehung Adenauers zu seinem Freund, dem Abt, zur Abtei und zu weiteren Benediktiner-Mönchen bestehen. So war er auch in den folgenden Jahren mehrfach in Maria Laach zu Gast. Nach 1945 widmete sich Adenauer an führender Stelle dem Aufbau eines demokratischen Deutschlands und einer neuen überkonfessionellen Partei, der CDU. Eine frühe Tagung der jungen Partei fand 1947 in Maria Laach statt. Christliche Prinzipien spielten beim politischen Neubeginn eine maßgebliche Rolle. Für Adenauer war vor allem die Betonung der Würde, aber auch der Verantwortung des Individuums ein zentraler Gedanke, den er aus dem christlichen Wertekosmos ableitete. Der spätere Bundeskanzler brachte diese Idee sowohl in die Entwicklung des Parteiprogramms der CDU als auch in die Arbeit am Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ein, das am 24. Mai 1949 in Kraft trat.

Auch nach seiner Wahl zum ersten Bundeskanzler im September 1949 blieb Adenauer eng mit Maria Laach verbunden. So besuchte er mit dem italienischen Ministerpräsidenten Alcide de Gasperi, einem Gründervater des geeinten Europas, 1952 die Benediktinerabtei in der Eifel. Außerdem unterstützte er das Kloster beim Bau des Jugendhauses St. Winfrid, einem frühen Ort der deutsch-französischen Aussöhnung. Aber auch privat kam Adenauer verschiedentlich nach Maria Laach, wo zwei seiner Töchter heirateten.

Aus Anlass von 70 Jahren Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und siebzig Jahre nach Adenauers Wahl zum ersten Bundeskanzler veranschaulicht die Ausstellung Glaube und Politik. Konrad Adenauer und die Abtei Maria Laach all diese Ereignisse und vielfältigen Aspekte. Zugleich bietet sie einen Überblick über das politische Wirken Adenauers und sein wechselvolles Leben im ausgehenden 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Eintritt ist frei.

Foto: Adenauerhaus, Rhöndorf


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