Seminare und Einkehrtage

Wochenendseminar


Termin

“Christus für uns. Die Bilder im Evangeliar Heinrichs des Löwen bringen uns das Evangelium nahe“

Pfr. Dr. Hermann Mahnke

Fr. 4. bis So. 6. November 2022

Im Jahre 1983 wurde das Evangeliar Heinrichs des Löwen im Londoner Auktionshaus Sotheby’s für 32,5 Millionen DM ersteigert. Evangeliare sind Abschriften des Textes der vier Evangelien. Das Wochenendseminar wird von Gastpater Viktor und Pfr. Hermann Mahnke gemeinsam geleitet. Hermann Mahnke hat sich gut 20 Jahre mit den Bildern dieser bedeutendsten Handschrift vom Ende des 12. Jahrhunderts n. Chr. näher beschäftigt und entdeckt, dass der Schöpfer des Evangeliars – der Mönch Her(i)mann – nicht nur ein herausragender Künstler war, sondern zugleich auch ein großer Theologe mit einem gesamtbiblischen Horizont. Ist unsere Gegenwart vielfach von ethischen Fragen geprägt (Wie muss ich mich als Christ verhalten?), so lenkt der Mönch Her(i)mann mit seinen Bildern – man nennt sie auch Miniaturen – unsere Aufmerksamkeit auf das Evangelium, auf die zentrale Botschaft des Neuen Testaments von Jesu Leben und Wirken, von seiner Lebenshingabe und von seiner Auferweckung durch Gott für uns Menschen, also auf das Evangelium vom „Christus für uns“.

Der Kurs beginnt am Freitag um 18.30 Uhr mit dem Abendessen und endet am Sonntag mit dem Mittagessen um 12.00 Uhr. Am Freitagabend gibt es eine Einführung in das Evangeliar Heinrichs des Löwen, während am Samstagmorgen, am Samstagnachmittag und am Sonntagmorgen je eine Bildseite aus dem Evangeliar betrachtet und besprochen werden sollen. Manche Bildseite enthält zwei unterschiedliche Geschichten. Die drei für diesen Kurs ausgewählten Bildseiten beziehen sich auf das erste öffentliche Auftreten Jesu.

Am Freitagabend d. 4. 11. 2022 steht ein Bildervortrag „Einführung in das Evangeliar Heinrichs des Löwen“ auf dem Programm. Es wird um die Entstehung von Evangeliaren in der Zeit der frühen Kirche gehen, um Bilder vom Benediktinerkloster Helmarshausen und vom Braunschweiger Dom (Entstehungs- und Bestimmungsort des Evangeliars). Heinrich der Löwe hat bei der Auswahl des Bildprogramms des Evangeliars – es enthält 24 Bildseiten, die alle gezeigt werden – persönlich mitgewirkt.

Am Samstagmorgen d. 5. 11. 2022 beschäftigen wir uns mit einer Bildseite, die Jesu Taufe und seine Versuchung darstellt. Beide Begebenheiten folgen nach den Evangelien unmittelbar aufeinander (z. B. Mt 3,13–17; 4,1–11) und stehen in einem inneren Zusammenhang. Bei seiner Taufe durch Johannes den Täufer reiht Jesus sich in die Schar der Menschen ein, die von Johannes die Taufe zur Vergebung der Sünden empfangen möchten. Jesus wählt den Weg der Erniedrigung und der Solidarität mit uns Sündern – von Anfang an. Denn dieser Weg findet Gottes „Wohlgefallen“ (Mt 3,17). In der Versuchungsgeschichte möchte der Versucher Jesus von genau diesem Weg der Erniedrigung abbringen. Doch Jesus bleibt Gottes Willen treu.

Am Samstagnachmittag betrachten wir eine Darstellung von Johannes dem Täufer, wie er auf Christus das „Lamm Gottes“ hinweist, „das die Sünde der Welt hinweg nimmt“ (Joh 1,29). Dieses Wort setzt voraus, dass wir Menschen Sünder sind, denen es an Gottes- und Menschenliebe mangelt. Das zuzugeben fällt vielen Menschen schwer. Es sagt aber auch, dass Gott uns deswegen nicht verdammt, sondern dass er uns um Christi willen das vergibt, was uns von IHM und unseren Mitmenschen trennt.

Die letzte Bildbetrachtung findet am Sonntagmorgen d. 6. 11. 2022 statt: Wir beschäftigen uns mit der Bußpredigt von Johannes dem Täufer (Mk 1,1–8 [+ Mt 3,1–12]) und der Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16–20). Johannes der Täufer ist ein Gerichtsprediger; er erwartet, dass auch der nach ihm kommende Christus Gericht halten wird. Doch beruft Jesus seine ersten Jünger – allesamt Fischer aus Kapernaum – nicht zu Gerichtsdienern, sondern zu „Menschenfischern“, die die Menschen einladen sollen, Bürger des „nahe gekommenen Gottesreiches“ (Mk 1,14) zu werden.

Kursgebühr (50 €)

Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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