Bogler-Ausstellung

VOM BAUHAUS NACH MARIA LAACH

Das Leben und Werk von Theodor Bogler (1897-1968) –
Soldat und Ehemann, Mönch und Künstler, Kaufmann und Priester
Ausstellung in der Benediktiner-Abtei Maria Laach vom 17. Juni bis 11. August 2018

In diesem Sommer lädt die Benediktinerabtei Maria Laach zu einer besonderen Ausstellung ein: Unter dem Titel „Vom bauhaus nach Maria Laach – Theodor Bogler (1897-1968)“ werden in unserem Kloster die Reigen des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums eröffnet. Und Sie können dabei sein vom 16. Juni bis 11. August 2018. Entlang des bewegten und bewegenden Lebens von Pater Theodor Bogler (Soldat und Ehemann, Künstler und Mönch) gehen Sie auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Ideen und Auswirkungen der Bauhaus-Bewegung, die bis heute ihre Spuren auch in Ihrem Alltag und im Kloster hinterlassen haben. Die Ausstellung findet hinter den Klostermauern im historisch-rustikalem Ambiente der ehemaligen Abtei-Werkstätten statt.

Eine spannende Entdeckungsreise Wir freuen uns auf Ihren Besuch: Bruder Stephan Oppermann OSB, Katharina Brellochs, Pater Andreas Werner OSB (Prior-Administrator), Franz Kösters, Pater Albert Sieger OSB

Hinter den Klostermauern, im rustikalen und historischem Ambiente der Abtei-Werkstätten erwartet den Besucher eine interessante und vielfältige Ausstellung mit über 500 Exponaten aus der Zeit des Bauhauses bis heute, darunter vor allem zahlreiche Keramiken. Entlang des Lebens von Pater Theodor Bogler (1897-1968) lädt die umfangreiche Sammlung ein zu einer spannenden Entdeckungsreise zu den Ideen der Bauhaus-Bewegung, die sich bis hinein in unseren Alltag verwirklicht haben.

In der Abtei und in unseren Werkstätten schuf Theodor Bogler Objekte, die gleichzeitig schön und innovativ sowie funktional sind und serienmäßig hergestellt werden konnten, sodass die Kunst und Ästhetik in den Alltag einziehen konnte. Viele Dinge unseres täglichen Lebens bis hin zu modernen liturgischen Geräten, sakrale Ausstattung und Gestaltung sowie Paramente basieren auf Formen, die im Bauhaus in Weimar/Dornburg entwickelt wurden. Dort begann Boglers künstlerische Laufbahn. Bis heute sind die Formen maßgebliche Inspirationsquellen der Maria Laacher Keramikmanufaktur.

Pater Theodor Bogler war Ehemann und Offizier, Künstler und Mönch, Kaufmann und Priester. Entlang seiner bewegten und bewegenden Biographie gehen die Besucher auf deine spannende Entdeckungsreise durch die 1920er bis 1960er Jahre. Die funktionale Gestaltung der Alltagsgegenstände ist Ausdruck der Vision einer neuen Gesellschaft.


    Pater Theodor Bogler

    Theodor Bogler war Offizier des Ersten Weltkrieges, sein Wesen hatte eine deutlich soldatische Prägung. Von 1919 bis 1920 studierte er am Staatlichen Bauhaus in Weimar und absolvierte den Vorkurs bei Johannes Itten und erhielt Unterricht bei Lyonel Feininger. Das Sommersemester 1920 nutzte er für ein Architektur- und Kunstgeschichte-Studium in München, danach setzte er das Studium am Bauhaus Weimar fort. Unter Gerhard Marcks und Max Krehan erlernte Bogler das Töpferhandwerk in Dornburg und absolvierte seine Gesellenprüfung. 1922 heiratete er die Witwe eines Hauptmannes, die zwei Kinder mit in die Ehe brachte. 1923 entwarf er auf Betreiben von Walter Gropius keramische Küchengefäße als Prototypen für das „Haus am Horn“ 1924 wurde Theodor Bogler kaufmännischer Leiter der Töpferwerkstatt in Dornburg; ab 1925 leitete er die Modell- und Formwerkstatt der Steingutfabriken Velten-Vordamm, Werk Velten bei Berlin. Seine Frau erkrankte schwer und starb bereits 1925. Die beiden Kinder wuchsen danach bei den Großeltern auf.

    Seine menschlichen Erfahrungen führten Theodor Bogler zur Konversion in die katholische Kirche und 1927 auf den Rat Romano Guardinis in die Benediktinerabtei Maria Laach. 1929 überarbeitete Bogler keramische Veltener Entwürfe mit liturgischen Motiven, die in der Abtei Verwendung fanden. 1933 hatte er seine Studien in Maria Laach und Beuron abgeschlossen und entwickelte seine reichen Talente auf vielfältigen Gebieten. Er schrieb in theologischen und kunsthandwerklichen Zeitschriften. In dem Buch “Soldat und Mönch”, welches 1937 erschien, stellte er seinen Lebensweg dar und schrieb danach weitere autobiographische Bücher. Während des Zweiten Weltkrieges stand er dem Abt lIdefons Herwegen als Prior der Abtei zur Seite.

    Nach dem zweiten Weltkrieg diente er den Benediktinerinnen von Herstelle als Spiritual und baute ab 1951 den Kunstverlag Ars Liturgica in Maria Laach neu auf. Wichtig und verdienstvoll sind die “Laacher Hefte” unter dem Titel “Liturgie und Mönchtum”, von denen er 43 Ausgaben herausbrachte.

    Pater Theodor war eine menschlich reife, ausgeglichene und ungewöhnlich gestalterisch schaffende Persönlichkeit. In der Führung des Kunstverlags und der Kunstwerkstätten hatte er eine glückliche Hand. Er belebte die alten Geschäftsverbindungen zur Majolika Manufaktur Karlsruhe. Im nahe gelegenen Höhr-Grenzhausen fand P.Theodor qualitätvolle keramische Handwerksbetriebe. Mit seinen Entwürfen knüpfte er an die jeweiligen individuellen Fertigungstechniken der Werkstätten an, die ab 1951 für die ARS LITURGICA produzierten.

    Darüber hinaus entwarf Pater Theodor sakrale, liturgische Geräte und Paramente. In harmonischer Zusammenarbeit mit dem Landeskonservator leitete er die Restauration der Abteikirche. Später wurde er zum Berater der Liturgischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ernannt und war Mitbegründer des Liturgischen Instituts in Trier. Er wurde für viele Menschen ein geschätzter Berater und Anreger, Seelsorger und Begleiter.

    In Erinnerung an P.Theodor Bogler geben wir der Öffentlichkeit vom 17. Juni bis zum 11. August 2018 einen Überblick seiner Lebensspuren und die seiner direkten Verwandten. Nach umfangreichen Recherchen wird erstmalig ein bisher nicht dagewesener Querschnitt seines künstlerischen Lebenswerkes in der Benediktinerabtei Maria Laach präsentiert.