Laacher Messbuch

Taufe des Herrn

11. Januar 2026

Als Jesus getauft war, öffnete sich der Himmel,
und er sah den Geist Gottes wie eine Taube
auf sich herabkommen.
Und die Stimme des Vaters aus dem Himmel sprach:
Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.
Vgl. Mt 3,16–17

Haben Sie den Himmel schon mal offen gesehen? Klar, den blauen Himmel ohne Wolken mit viel Sonnenschein und so. – Haben Sie DIE Himmel schon mal offen gesehen? Ihre kleinen offenen Himmel im Alltag: die nette Kollegin am Arbeitsplatz; die Kinder, die prächtig gedeihen; die blühende Natur; das Zwitschern der Vögel, … und die gemeinsame Freude, wenn Ihre Mitmenschen ihre kleinen persönlichen Himmel offen sehen! Wie viele kleine offene Himmel kommen da an einem ganz normalen Tag auf einmal zusammen! Wieviel Geist fließt aus diesen vielen kleinen offenen Himmeln ins Leben!

Kyrie-Rufe


Herr Jesus, geliebter Sohn des Vaters.
Kyrie, eleison.
Du öffnest uns die Himmel.
Christe, eleison.
Du gießt deinen Geist in unser Leben.
Kyrie, eleison.

Gloria



Tagesgebet


Allmächtiger, ewiger Gott, bei der Taufe im Jordan kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab, und du hast ihn als deinen geliebten Sohn geoffenbart. Gib, daß auch wir, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind, in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Oder:
Allmächtiger Gott, dein einziger Sohn, vor aller Zeit aus dir geboren, ist in unserem Fleisch sichtbar erschienen. Wie er uns gleichgeworden ist in der menschlichen Gestalt, so werde unser Inneres neu geschaffen nach seinem Bild. Darum bitten wir durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Es können auch die Lesungen (mit Antwortpsalm und Ruf vor dem Evangelium) vom Lesejahr A genommen werden.

Erste Lesung

Jes 42,5a.1–4.6–7
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht Gott, der HERR: Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er
bringt wirklich das Recht. Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf seine Weisung warten die Inseln.
Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen, um blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.
Wort des lebendigen Gottes.

IMPULS »Fama crescit eundo – Das Gerücht wächst, indem es sich verbreitet«, heißt es beim römischen Dichter Vergil. Will sagen, das Gerücht wird immer »lauter«, ohne dass damit unbedingt hohe Dezibelwerte verbunden wären. Hate speech, Diffamierung, Verleumdung, Rufmord im Internet, am Arbeitsplatz, in der Kirche, … – dieses unerträgliche Lärm-Crescendo macht nicht nur die Betroffenen krank, sondern hat das Potenzial, ganze Gesellschaften niederzureißen. Der Teufelskreis der Zerstörung dreht sich und dreht sich und dreht sich … –
»Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.« Sind diese Worte in dem ganzen Getöse nicht Balsam für die Seele? Wer will uns denn daran hindern, den zischenden, flüsternden, gärenden und fauchenden Teufelskreis zu durchbrechen? Wer will uns daran hindern, das geknickte Rohr wieder zu richten? Wer will uns daran hindern, den glimmenden Docht wieder zu entfachen? Wer will uns daran hindern, Recht zu schaffen?


Antwortpsalm

Ps Ps 29 (28),1–2.3ac–4.3b.9b–10 (Kv: vgl. 11b)
Kv Der HERR schenkt seinem Volk den Frieden. – Kv

Bringt dar dem HERRN, ihr Himmlischen, *
bringt dar dem HERRN Ehre und Macht!
Bringt dar dem HERRN die Ehre seines Namens, *
werft euch nieder vor dem HERRN in heiliger Majestät! – (Kv)

Die Stimme des HERRN über den Wassern: *
der HERR über gewaltigen Wassern.
Die Stimme des HERRN voller Kraft, *
die Stimme des HERRN voll Majestät. – (Kv)

Der Gott der Ehre hat gedonnert. *
In seinem Palast ruft alles: Ehre!
Der HERR thronte über der Flut, *
der HERR thronte als König in Ewigkeit. – Kv


Zweite Lesung

Apg 10,34–38
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.
Er hat das Wort den Israeliten gesandt, indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus: Dieser ist der Herr aller.
Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.
Wort des lebendigen Gottes.

IMPULS Lieber Petrus, sehr sympathisch, dass auch Du in der Lage bist, Fehler einzugestehen!
Du bist ja offensichtlich anfangs davon ausgegangen, dass Gott sehr wohl auf die Person sieht und dabei sehr wohl unterscheidet zwischen Juden und Griechen, Sklaven und Freien, Männern und Frauen und so weiter. (Wie ich in der Apostelgeschichte in Kapitel 10 lese, hat Dich das Erlebnis mit Kornelius in Cäsarea zu dieser Erkenntnis gebracht.)
Auch durch die anderen »Menschlichkeiten«, die von Dir berichtet werden, fühle ich mich Dir echt nahe: Dein Reinplappern in das Gespräch zwischen Elija, Mose und Jesus oder Dein »Einknicken« auf dem See oder die Geschichte mit dem Hahn, der dreimal krähte – mehr brauche ich ja gar nicht aufzuzählen. Und mit diesem »Background« nennt der Herr Dich dann auch noch »Fels« und übergibt Dir die Himmelsschlüssel …
Also, wenn DU schon erkennst, dass Gott nicht auf Person und Ansehen schaut, werde ICH diese Erkenntnis hoffentlich auch noch gewinnen. Vale – Lebe wohl!


Ruf vor dem Evangelium

Vgl. Mt 3,16.17; Mk 9,7
Halleluja. Halleluja.
Der Himmel tat sich auf und eine Stimme sprach:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören..
Halleluja.

Evangelium

Mt 3,13–17
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?
Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.
Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

IMPULS Johannes tauft Jesus – obwohl es andersrum sein müsste! maria sagte zu dem engel »wie soll das geschehen da ich keinen mann erkenne – meint ihr ich sei gekommen um frieden auf die erde zu bringen nein sage ich euch sondern spaltung – von nun an werden fünf menschen im gleichen haus in zwietracht leben – kein prophet wird in seiner heimat anerkannt – ihr habt gehört dass gesagt worden ist auge für auge und zahn für zahn ich aber sage euch leistet dem der euch etwas böses antut keinen widerstand – wenn dich einer auf die rechte wange schlägt dann halt ihm auch die andere hin – liebt eure feinde und betet für die die euch verfolgen – er müsse von den ältesten und hohepriestern und schriftgelehrten vieles erleiden er müsse getötet und am dritten tag auferweckt werden – wenn ihr nämlich nur die liebt die euch lieben welchen lohn könnt ihr dafür erwarten« Obwohl alles andersrum sein müsste?

Credo



Fürbitten


Dich, Jesus, den geliebten Sohn des Vaters, bitten wir, die geliebten Kinder des Vaters:
V/A: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu. (GL 312,2)
– Für alle, die durch die Taufe die Welt mit deinen Augen sehen lernen.
– Für alle, die deine Liebe in unserer Zeit Wirklichkeit werden lassen.
– Für alle, die die Teufelskreise der Welt durchbrechen wollen.
– Für alle, die Dochte wieder entflammen und geknickte Rohre wieder aufrichten.
– Für alle, die sich für Gleichberechtigung einsetzen.
– Für alle Verstorbenen, die in ihrem Leben geliebt haben, und für alle, die nie menschliche Liebe erfahren durften.
Jesus, der du lebst und wirkst mit dem Vater, beflügelt vom Heiligen Geist, für alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Gabengebet


Gott, unser Vater, wir feiern den Tag, an dem du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart hast. Nimm unsere Gaben an und mache sie zum Opfer Christi, der die Sünden der ganzen Welt abgewaschen hat. Er, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Präfation

Vom Tag
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und deine Größe zu preisen. Denn bei der Taufe im Jordan offenbarst du das Geheimnis deines Sohnes durch wunderbare Zeichen: Die Stimme vom Himmel verkündet ihn als deinen geliebten Sohn, der auf Erden erschienen ist, als dein ewiges Wort, das unter uns Menschen wohnt. Der Geist schwebt über ihm in Gestalt einer Taube und bezeugt ihn als deinen Knecht, den du gesalbt hast, den Armen die Botschaft der Freude zu bringen. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Einladung zum Vaterunser


Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Ihr seid meine geliebten Söhne und Töchter, an denen ich Wohlgefallen gefunden habe. – In diesem Vertrauen beten wir zu dir: Vater unser im Himmel …

Einladung zum Friedensgebet


Die Teufelskreise unserer Zeit zu durchbrechen – dazu hat Gott uns berufen. Darum beten wir zu unserem Erlöser: Herr Jesus Christus …

Kommunionvers

Joh 1,30.34
Dieser ist es, über den Johannes gesagt hat: Ich habe es gesehen und lege Zeugnis ab: Dieser ist der Sohn Gottes.

Schlussgebet


Gütiger Gott, du hast uns mit deinem Wort und dem Brot des Lebens genährt. Gib, daß wir gläubig auf deinen Sohn hören, damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Im Jahreskreis III
Der allmächtige Gott gewähre euch Segen und Heil; er offenbare euch die Wege seiner Weisheit.
Er stärke euren Glauben durch sein Wort und schenke euch die Gnade, nach seinen Geboten zu leben, damit in allem sein Wille geschehe.
Er lenke eure Schritte auf den Weg des Friedens; er mache euch beharrlich im Guten und vollende euch in der Liebe.
Das gewähre euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

***

1. Gott ist gegenwärtig. / Lasset uns anbeten / und in Ehrfurcht vor ihn treten. / Gott ist in der Mitte. / Alles in uns schweige / und sich innigst vor ihm beuge. / Wer ihn kennt, / wer ihn nennt, / schlag die Augen nieder; / kommt, ergebt euch wieder.
3. Wir entsagen willig / allen Eitelkeiten, / aller Erdenlust und Freuden; / da liegt unser Wille, / Seele, Leib und Leben / dir zum Eigentum ergeben. / Du allein / sollst es sein, / unser Gott und Herre, / dir gebührt die Ehre.
6. Du durchdringest alles; / lass dein schönstes Lichte, / Herr, berühren mein Gesichte. / Wie die zarten Blumen / willig sich entfalten / und der Sonne stille halten, / lass mich so / still und froh / deine Strahlen fassen / und dich wirken lassen.
7. Mache mich einfältig, / innig, abgeschieden, / sanft und still in deinem Frieden; / mach mich reinen Herzens, / dass ich deine Klarheit / schauen mag in Geist und Wahrheit; / lass mein Herz / überwärts / wie ein‘ Adler schweben / und in dir nur leben.
8. Herr, komm in mir wohnen, / lass mein‘ Geist auf Erden / dir ein Heiligtum noch werden; / komm, du nahes Wesen, / dich in mir verkläre, / dass ich dich stets lieb und ehre. / Wo ich geh, / sitz und steh, / lass mich dich erblicken / und vor dir mich bücken.


Gerhard Tersteegen (Melodie: GL 387)