16. Sonntag im Jahreskreis
19. Juli 2026
Gott ist mein Helfer, der Herr beschützt mein Leben.
Freudig bringe ich dir mein Opfer dar
und lobe deinen Namen, Herr, denn du bist gütig.
Ps 54 (53),6.8
Viele glauben, dass man großen Mut, starke Kraft, vielleicht auch Klugheit und Wissen braucht, um das Reich Gottes wachsen zu lassen. Die Bilder des Sonntags-Evangeliums erzählen aber davon, dass selbst kleinste Spuren des Vertrauens reichen und Gott lässt es zu Großem wachsen. Dieses Vertrauen, dass auch Weniges durch Gott groß werden kann, das ist tatsächlich wahrer Glaube.
Kyrie-Rufe
Herr, wir stehen mit unserem kleinen Glauben, unserem Misstrauen und unserer Mutlosigkeit vor dir und bitten dich: Lass selbst das Kleinste in deinem Erbarmen groß werden, lass uns wachsen im Vertrauen auf dich. So rufen wir:
Herr, erbarme dich, trotz unseres Unglaubens.
Herr, erbarme dich.
Herr, erbarme dich, trotz unserer Verzagtheit.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich, trotz unseres Zögerns.
Herr, erbarme dich.
Gloria
Tagesgebet
Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle, die du in deinen Dienst gerufen hast. Mach uns stark im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, damit wir immer wachsam sind und auf dem Weg deiner Gebote bleiben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Erste Lesung
Weish 12,13.16–19Lesung aus dem Buch Weisheit.
Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir, der für alles Sorge trägt; daher brauchst du nicht zu beweisen, dass du gerecht geurteilt hast.
Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit und deine Herrschaft über alles lässt dich alles schonen. Stärke beweist du, wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt, und bei denen, die sie kennen, strafst du die anmaßende Auflehnung. Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde und behandelst uns mit großer Schonung; denn die Macht steht dir zur Verfügung, wann immer du willst.
Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss, und hast deinen Söhnen und Töchtern die Hoffnung geschenkt, dass du den Sündern die Umkehr gewährst.
Wort des lebendigen Gottes.
IMPULS Das Buch der Weisheit erzählt von einem Gott, der Stärke hat, einem Gott der Macht. Aber dieser Gott missbraucht die Macht nicht, sondern sie ist Grundlage einer absoluten Gerechtigkeit. Er braucht es nicht, dass er richtet und urteilt, er besitzt die absolute Souveränität, selbst die, die sich gegen ihn richten, zu befreien und ihnen Vergebung zu schenken. Das ist die Hoffnung, die aus der Stärke Gottes erwächst.
Antwortpsalm
Ps 86 (85),5–6.9–10.15–16 (Kv: 5a)Kv Du, mein Herr, bist gut und bereit zu vergeben. – Kv
Du, mein Herr, bist gut und bereit zu vergeben, *
reich an Liebe für alle, die zu dir rufen.
Vernimm, HERR, mein Bittgebet, *
achte auf mein lautes Flehen! – (Kv)
Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen /
und sich niederwerfen, mein Herr, vor deinem Angesicht, *
sie werden deinen Namen ehren.
Denn du bist groß und tust Wunder, *
nur du bist Gott, du allein. – (Kv)
Du, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, *
langsam zum Zorn und reich an Huld und Treue.
Wende dich mir zu und sei mir gnädig, /
gib deinem Knecht deine Stärke *
und rette den Sohn deiner Magd! – Kv
Zweite Lesung
Röm 8,26–27Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder! Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.
Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist. Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.
Wort des lebendigen Gottes.
IMPULS Paulus weiß um einen Gott, der selbst gegen die Schwäche angeht, der uns beisteht und mit seinem Geist unsere Schwäche zur Stärke macht. In diesem Vertrauen können wir im Geist Gottes stark sein und ergänzend zu dem, was uns fehlt, heilig werden.
Ruf vor dem Evangelium
vgl. Mt 11,25Halleluja. Halleluja.
Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;
du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen
Halleluja.
Evangelium
Mt 13,24–43+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf
deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen:
Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!
Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war.
Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist:
Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.
Dann verließ er die Menge und ging in das Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
Er antwortete: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut sind die Kinder des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende, der Welt; die Schnitter sind die Engel.
Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gesetzloses getan haben, und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.
Wer Ohren hat, der höre!
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
IMPULS Die Bilder vom Wachstum aus dem Kleinen ins Große, wie das Bild vom Senfkorn, das sprichwörtlich geworden ist, sind uns von Kindheit auf vertraut. Was wir übersehen, ist die Voraussetzung, dass tatsächlich aus dem Senfkorn ein Baum wird, dass tatsächlich aus dem wenigen Sauerteig ein Brot werden kann. Es braucht das Vertrauen auf Gott, der aus Kleinem Großes machen kann, und es braucht das Beginnen, denn das Wachsen ist Sache Gottes, das Beginnen ist die unsrige.
Oder: Kurzfassung: Mt 13,24–30
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Credo
Fürbitten
Im Vertrauen darauf, dass Gott selbst die kleinsten Anfänge und die bescheidensten Versuche, diese Welt zu verändern, in etwas Großes verwandeln kann, bitten wir:
– Für Alle, die Politik betreiben, Verantwortung in der Welt tragen, dass sie nicht verzagen. Dass sie, auch wenn sie nur geringe Möglichkeiten entdecken, im Vertrauen auf die Größe Gottes mit Frieden, Gerechtigkeit und Hoffnung immer wieder neu aufbrechen.
– Für unsere Gemeinde und unsere Kirche, dass wir bei all dem, was wir an Kleinem und Bescheidenem verspüren, darauf vertrauen, dass daraus eine große Gemeinschaft wachsen kann. Dass die Ernte des Glaubens bei Gott liegt, aber wir nicht aufhören sollten, immer wieder neu mit dem Wort Gottes zu beginnen.
– Für uns selbst, selbst wenn wir verzagt sind und wenig auf das vertrauen, was wir an Talenten in uns tragen, dass wir uns bemühen, diese einzusetzen. Damit aus Fantasie und der Verbindung mit dem Geist Gottes Großes und für andere Nutzbares wird.
– Für alle, die kaum Hoffnung in ihrem Leben tragen, dass sie die letzten Zeichen des Lichtes, der Liebe und der Nähe aufnehmen und zurückfinden ins Leben.
Dies bitten wir im Vertrauen auf die großmachende Liebe Gottes. Amen.
Gabengebet
Herr, du hast die vielen Opfer, die dir je von Menschen dargebracht werden, in dem einen Opfer des Neuen Bundes vollendet. Nimm die Gaben deiner Gläubigen an und heilige sie, wie du einst das Opfer Abels angenommen hast; und was jeder einzelne zu deiner Ehre darbringt, das werde allen zum Heil. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation
Sonntage VIIIIn Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und dein Erbarmen zu rühmen. Die Sünde hatte die Menschen von dir getrennt, du aber hast sie zu dir zurückgeführt durch das Blut deines Sohnes und die Kraft deines Geistes. Wie du eins bist mit dem Sohn und dem Heiligen Geist, so ist deine Kirche geeint nach dem Bild des dreieinigen Gottes. Sie ist dein heiliges Volk, der Leib Christi und der Tempel des Heiligen Geistes zum Lob deiner Weisheit und Liebe. Darum preisen wir dich in deiner Kirche und vereinen uns mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.
Einladung zum Vaterunser
Es ist eine bescheidene Bitte, wenn wir um das tägliche Brot beten. Wir bitten nicht um ein Festmahl. Wir bitten darum, dass aus dem Kleinen, das uns vielleicht wie ein Brot übrig bleibt, wirklich auch ein Sattmachen, ein Leben entstehen kann. So bitten wir: Vater unser im Himmel …
Einladung zum Friedensgebet
Ich habe eine Hand und die gebe ich einem anderen, denn so entsteht die Kette des Friedens. Ich habe nur zwei Hände und kann mich verbinden, aus zwei Händen, in Verbindung mit anderen, kann das Netz des Friedens wachsen: Herr Jesus Christus …
Kommunionvers
Ps 111 (110),4–5Ein Gedächtnis seiner Wunder hat der Herr gestiftet, gnädig und barmherzig ist der Herr. Er gibt denen Speise, die ihn fürchten.
Oder: Offb 3,20
So spricht der Herr: Ich stehe an der Tür und klopfe. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich bei ihm eintreten und mit ihm Mahl halten, und er mit mir.
Schlussgebet
Barmherziger Gott, höre unser Gebet. Du hast uns im Sakrament das Brot des Himmels gegeben, damit wir an Seele und Leib gesunden. Gib, daß wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen und als neue Menschen leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Schlusssegen
Im Jahreskreis VIGott, unser Vater, segne euch mit allem Segen des Himmels, damit ihr rein und heilig lebt vor seinem Angesicht.
Er lehre euch durch das Wort der Wahrheit; er bilde euer Herz nach dem Evangelium Christi und gebe euch Anteil an seiner Herrlichkeit.
Er schenke euch jene brüderliche Liebe, an der die Welt die Jünger Christi erkennen soll.
Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn † und der Heilige Geist.
***
Nichts kann noch so klein sein, dass es nicht in sich alle Möglichkeiten Gottes trägt. Aus dem kleinen Korn entsteht eine ganze Welt. Selbst in der geringsten Hoffnung und in dem kleinsten Glauben kann der ganze Himmel enthalten sein. Das ist die Möglichkeit Gottes, wenn er auf die Suche nach uns geht.
Wolfgang Fey