Laacher Messbuch

15. Sonntag im Jahreskreis

12. Juli 2026

Ich will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen,
mich satt sehen an deiner Gestalt, wenn ich einst erwache.
Ps 17 (16),15

Wie gehen wir wirklich mit dem Wort Gottes um: Wird es in uns fruchtbar und werden wir verändert? Wirkt es sich auf andere aus, wenn wir es aussprechen, weiterschenken, weitersagen? Ist es ein fruchtbares Wort? Das Evangelium lädt uns ein, über unseren Umgang mit dem Wort Gottes wirklich nachzudenken. Fällt es bei uns wirklich auf ein geöffnetes Hören und ein geöffnetes Herz?

Kyrie-Rufe


Herr Jesus Christus! Öffne uns, mache uns fruchtbar für dein Wort.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus! Lass uns nicht steinern und hartherzig sein, sondern mache uns froh und frei für dein Wort.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus! Lass uns fruchttragen in dem Verstehen und Hören, das du uns schenken kannst.
Herr, erbarme dich.

Gloria



Tagesgebet


Gott, du bist unser Ziel, du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit und führst sie auf den rechten Weg zurück. Gib allen, die sich Christen nennen, die Kraft, zu meiden, was diesem Namen widerspricht, und zu tun, was unserem Glauben entspricht. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Erste Lesung

Jes 55,10–11
Lesung aus dem Buch Jesája.
So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.
Wort des lebendigen Gottes.

IMPULS Die Verfasser des Jesája-Buches nehmen vorweg, was Jesus sagen wird. Wer wirklich das Wort Gottes spricht, der erreicht, dass es sich vermehrt, dass es Frucht bringt und dass es als Dank und Lob zurückkommt. Es ist eine Hoffnung, eine Vision. Erfüllt hat sie sich teilweise, manchmal bei uns, oder auch nicht.

Antwortpsalm

Ps 65 (64),10.11–12.13–14 (Kv: vgl. Lk 8,8)
Kv Dein Wort, o Herr, fiel auf guten Boden
und brachte reiche Frucht. – Kv

Du hast für das Land gesorgt, es getränkt, *
es überschüttet mit Reichtum.
Der Bach Gottes ist voller Wasser, /
gedeihen lässt du ihnen das Korn, *
so lässt du das Land gedeihen. – (Kv)

Du hast seine Furchen getränkt, seine Schollen geebnet, *
du machst es weich durch Regen, segnest seine Gewächse.
Du hast das Jahr mit deiner Güte gekrönt, *
von Fett triefen deine Spuren. – (Kv)

In der Steppe prangen Auen, *
es gürten sich die Höhen mit Jubel.
Die Weiden bekleiden sich mit Herden, /
es hüllen sich die Täler in Korn. *
Sie jauchzen, ja, sie singen. – Kv

Zweite Lesung

Röm 8,18–23
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder! Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin: Denn auch sie, die Schöpfung, soll von
der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.
Wort des lebendigen Gottes.

IMPULS Das ist das große Wort des Paulus, dass nicht nur wir Menschen, sondern die gesamte Schöpfung in die Erlösung hineingenommen sind. Das spüren wir in diesen Tagen auch ganz deutlich, wie wir miteinander verbunden sind: Das, was wir Menschen sind, und das, was die Schöpfung ist. Wir haben dafür Worte, Schlagworte, wie etwa Klimawandel, und spüren, dass da etwas ist, was uns eint.

Ruf vor dem Evangelium


Halleluja. Halleluja.
Der Samen ist das Wort Gottes, der Sämann ist Christus.
Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.
Halleluja.

Evangelium

Mt 13,1–23
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich.
Und alle Menschen standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre!
Da traten die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
Er antwortete ihnen: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen; ihnen aber ist es nicht gegeben.
Denn wer hat, dem wird gegeben und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen. An ihnen erfüllt sich das Prophetenwort Jesájas: Hören sollt ihr, hören und doch nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen und doch nicht einsehen.
Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden. Mit ihren Ohren hören sie schwer und ihre Augen verschließen sie, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören und mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen und sich bekehren und ich sie heile.
Eure Augen aber sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Ihr also, hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Zu jedem Menschen, der das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; bei diesem ist der Samen auf den Weg gefallen.
Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt; er hat aber keine Wurzeln, sondern ist unbeständig; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er sofort zu Fall.
In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört, und die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum ersticken es und es bleibt ohne Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt Frucht – hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

IMPULS Es ist ein Satz, den wir schnell überhören oder überlesen. Matthäus schreibt: »Alle Menschen standen am Ufer« und drückt damit aus, dass das Wort Gottes zu allen Menschen gesprochen wird. Hörer des Gotteswortes sind die Menschen aller Zeiten, aller Welten und aller Nationen. Alle Menschen stehen am Ufer und in diesem Bild erzählt Matthäus uns, wie wir – nicht einfach nur die, die glauben, sondern alle Menschen – drauf reagieren, was Gott uns in Worten und Taten schenken und bereiten kann.

Oder: Kurzfassung: Mt 13,1–9
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich.
Und alle Menschen standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Credo



Fürbitten


Als Hörer des Wortes bitten wir:
V/A: Herr, erbarme dich.
– Herr Jesus, lass uns hören und lass uns verstehen, was du uns mit deinem lebendigen Wort sagen willst, auch in dieser Zeit, im Jetzt.
– Herr Jesus, du bist der wirkliche Samen, der das Reich Gottes wachsen lässt und der uns in die Fruchtbarkeit des Wortes ruft.
– Herr Jesus Christus, dein Wort fällt oft auf das Nichthören und auf das Steinerne in den Herzen der Menschen. Wir bitten dich, sprich dich weiter aus und bleib für uns lebendig.
– Herr Jesus Christus, oft hören wir nicht, was du sagst. Oft sind wir unfruchtbar und verwandeln dein Wort nicht. Öffne uns und mache uns lebendig.
– Herr Jesus Christus, dein Wort gilt über die Felsen und über das Dunkle des Todes hinaus. So lass unsere Verstorbenen dich als den lebendigen Samen und das lebendige Wort hören.
Wir danken dir, Herr Jesus Christus, dass du uns nicht allein lässt. Du bist an unserer Seite auf allen Wegen und zu allen Zeiten unseres Lebens, durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Gabengebet


Gott, sieh auf dein Volk, das im Gebet versammelt ist, und nimm unsere Gaben an. Heilige sie, damit alle, die sie empfangen, in deiner Liebe wachsen und dir immer treuer dienen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

Sonntage VII
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir Vater im Himmel, zu danken und deine Gnade zu rühmen. So sehr hast du die Welt geliebt, daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast. Er ist uns Menschen gleichgeworden in allem, außer der Sünde, damit du in uns lieben kannst, was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast. Durch den Ungehorsam der Sünde haben wir deinen Bund gebrochen, durch den Gehorsam deines Sohnes hast du ihn erneuert. Darum preisen wir das Werk deiner Liebe und vereinen uns mit den Chören der Engel zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Einladung zum Vaterunser


Dass das Wort Gottes in uns Wirklichkeit werden kann, nicht nur auf uns fällt, sondern in uns wächst, darum bitten wir: Vater unser im Himmel …

Einladung zum Friedensgebet


Dass der Samen, das Gute, die Wirklichkeit Gottes, die auch für uns in dieser Zeit gelten kann, wächst und nicht auf das Harte, auf den Fels stößt und damit vernichtet ist, und aus der Hoffnung, dass daraus Friede entsteht, beten, bitten und wünschen wir: Herr Jesus Christus …

Kommunionvers

Ps 84 (83),4–5
Der Sperling findet ein Haus und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein König! Selig denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben!
Oder: Joh 6,56
So spricht der Herr: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.

Schlussgebet


Herr, unser Gott, wir danken dir für die heilige Gabe. Lass deine Heilsgnade in uns wachsen, sooft wir diese Speise empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Im Jahreskreis III
Der allmächtige Gott gewähre euch Segen und Heil; er offenbare euch die Wege seiner Weisheit.
Er stärke euren Glauben durch sein Wort und schenke euch die Gnade, nach seinen Geboten zu leben, damit in allem sein Wille geschehe.
Er lenke eure Schritte auf den Weg des Friedens; er mache euch beharrlich im Guten und vollende euch in der Liebe.
Das gewähre euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

***

Wenn das Hören zu Herzen geht
verwandelt es sich
wird Teil von uns
wird aus uns Handlung, Tat, Geschehen

Aus dem Hören wird Sprechen, als Geschenk zum Weitersagen.


Wolfgang Fey