Laacher Messbuch

Hochfest der Auferstehung des Herrn - Am Tag

21. April 2019

Ich bin erstanden und bin immer bei dir. Halleluja.
Du hast deine Hand auf mich gelegt. Halleluja.
Wie wunderbar ist für mich dieses Wissen. Halleluja.
Vgl. Ps 139,18.5–6
Oder:
Der Herr ist auferstanden,
er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja.
Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Halleluja.
Vgl. Lk 24,34; Offb 1,6

Das höchste Fest unseres christlichen Glaubens steht nicht umsonst am Beginn des Frühlings. Wenn die ersten Blüten aus der Erde hervorbrechen, das erste Grün der Wälder schon eine Ahnung von neuem, erwachendem Leben schenkt, feiern wir den, der den Tod überwunden und neues, unvergängliches Leben in diese Welt gebracht hat. Aber anders als in der Natur ist dies kein Leben, das immer wieder neu entsteht; es ist kein Kreislauf, dessen Abläufe sich in natürlicher Regelmäßigkeit vollziehen. Die Überwindung des Todes, die wir an Ostern feiern, ist ein einmaliges Ereignis, das alles Bisherige übersteigt und das Unmögliche möglich macht. Unser Leben hat eine Zukunft, die kein Ende kennt. Dafür haben wir allen Grund, Gott zu danken. Halleluja!

Kyrie-Rufe

Oder: GL 318 • KG 436
Herr Jesus Christus, du hast den Tod überwunden. Herr, erbarme dich.
Du schenkst der Welt neues Leben. Christus, erbarme dich.
Wer an dich glaubt, wird ewig leben. Herr, erbarme dich.

Gloria



Tagesgebet


Allmächtiger, ewiger Gott, am heutigen Tag hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen. Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung. Schaffe uns neu durch deinen Geist, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Erste Lesung

Apg 10,34a.37–43
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte: Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.
Und wir sind Zeugen für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet.
Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben.
Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkünden und zu bezeugen: Dieser ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten.
Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt. |F

¬ Es war ein weiter Weg für die Jünger Jesu, auch für Petrus, um zu erkennen, dass das, was Jesus zeitlebens verkündet hat, eine Botschaft ist, die in die ganze Welt gehört. Der, der den Tod eines von Gott Gestraften auf sich nahm, erweist sich als der, den die Propheten angekündigt haben. Aber es brauchte die Auferstehung, die diesen Glauben in den Jüngern entfaltete. Doch als ihnen endlich die Augen aufgegangen waren, da konnten sie nicht anders: Da mussten sie diese Botschaft allen Menschen verkünden – ob sie es hören wollten oder nicht. Petrus, der oft so wankelmütig war, wird nun zum großartigen Zeugen des Messias.
Ja, die Faszination des Glaubens beflügelt die Menschen. Kann es nicht auch uns gelingen, dem Evangelium mehr Raum zu geben in unserem Alltag, in unserer Umgebung? Werden wir doch wie Petrus zu Glaubenszeugen, wenn nicht durch unser Wort, dann doch durch unser Tun.


Antwortpsalm

Ps 118,1–2.16–17.22–23 (|R: vgl. 24)
|R: Halleluja. – Oder: Das ist der Tag, den der HERR gemacht;
wir wollen jubeln und uns über ihn freuen.
Danket dem HERRN, denn er ist gut, *
denn seine Huld währt ewig!
So soll Israel sagen: *
Denn seine Huld währt ewig. – |R
Die Rechte des HERRN, sie erhöht, *
die Rechte des HERRN, Taten der Macht vollbringt sie.
Ich werde nicht sterben, sondern leben, *
um die Taten des HERRN zu verkünden. – |R
Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, *
er ist zum Eckstein geworden.
Vom HERRN her ist dies gewirkt, *
ein Wunder in unseren Augen. – |R

Zweite Lesung

Kol 3,1–4
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Kolossä.
Schwestern und Brüder! Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt!
Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische!
Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.
Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. |F

¬ Durch die Taufe sind wir Christen dem alten Leben gestorben; das neue Leben, das uns Jesus durch seine Auferstehung geschenkt hat, ist auch uns verheißen, mehr noch: Wir sind mit ihm auferweckt zum neuen Leben! Das bleiben aber nur fromme Worte, wenn wir uns nicht immer neu bemühen, uns von seiner Botschaft, von seiner Nähe ergreifen zu lassen. Wir werden erst dieses neue Leben in uns spüren, wenn wir uns durchdringen lassen von seiner unendlichen Liebe, ja, wenn wir unseren Sinn immer neu auf das Himmlische, auf ihn richten.

Oder: 1 Kor 5,6b–8
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder! Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?
Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid! Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden.
Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern, nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit! |F

¬ Wer etwas Neues beginnt, muss Altes hinter sich lassen. Ostern muss den Menschen verändern. Wir können nicht so weiterleben wie vorher. Wem der Auferstandene begegnet, der muss neue Wege beschreiten, weil es ihn drängt, sich zu verändern, ja, die Welt zu verändern. Denn Jesus hat die Welt auf den Kopf gestellt, das Unvorstellbare hat die bestehende Weltordnung durcheinandergewirbelt. Jetzt endet das Leben nicht mehr im Tod, sondern das Leben lebt – und wir haben Teil daran!

Sequenz


Singt das Lob dem Osterlamme,
bringt es ihm dar, ihr Christen.

Das Lamm erlöst' die Schafe:
Christus, der ohne Schuld war,
versöhnte die Sünder mit dem
Vater.

Tod und Leben, die kämpften
unbegreiflichen Zweikampf; des
Lebens Fürst, der starb, herrscht
nun lebend.

Maria Magdalena, sag uns, was
du gesehen. Das Grab des Herrn
sah ich offen und Christus von
Gottes Glanz umflossen,

sah Engel in dem Grabe, die
Binden und das Linnen.
Er lebt, der Herr, meine Hoffnung,
er geht euch voran nach Galiläa.

Lasst uns glauben, was Maria den
Jüngern verkündet. Sie sah den
Herren, den Auferstandnen.

Ja, der Herr ist auferstanden, ist
wahrhaft erstanden. Du Sieger,
König, Herr, hab Erbarmen!
Amen. Halleluja.

Wipo von Burgund (vor 1050); GL (1975) 215/216; GL (2013) 320 · KG 433

Ruf vor dem Evangelium

Vgl. 1 Kor 5,7b–8a
Halleluja. Halleluja.
Unser Paschalamm ist geopfert: Christus.
So lasst uns das Festmahl feiern im Herrn.
Halleluja.

Evangelium

Joh 20,1–18 (Kf: 20,1–9)
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab.
Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein.
Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.
Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse. <
Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.
Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen.
Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.
Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. |F

¬ Es ist ein schwerer Gang; wenn man im Tod einen Menschen verloren hat, dessen Leben einem kostbar war, dann schnürt einem der erste Besuch des Grabs das Herz zusammen. Wir spüren den schweren Stein, der uns voneinander trennt. Es schmerzt.
Maria von Magdala erlebt ihn, den Schmerz; sie möchte ihm ausweichen und kann doch nicht anders, als sich ihm zu stellen. Dass das Hindernis, der Stein, der das Grab verschließt, schon weggeräumt ist, erfährt sie zunächst nicht als ein Geschenk, sondern es verstärkt noch ihre Trauer; denn nun scheint auch der Leib des geliebten Meisters nicht mehr da zu sein, das Letzte, das ihr noch von ihm geblieben ist. Erst später wird sie erkennen, dass mit dem weggerollten Stein auch alles Trennende aus dem Weg geräumt ist. Es braucht ein Wort: Jesus nennt sie beim Namen, das reicht, um das Unverstehbare zu verstehen.


Credo



Fürbitten


Lasst uns beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der neues Leben schenkt:
V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
– Für die Menschen, die unter der Brüchigkeit und Vergänglichkeit des Lebens leiden: Gib, dass sie von der Hoffnung auf Vollendung erfüllt werden.
– Für jene, die in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Erde leben: Lass sie nicht mutlos werden im Bemühen, Frieden zu schaffen.
– Für die Täuflinge, die an diesem Osterfest in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wurden: Erwecke in ihnen einen lebendigen Glauben an deine Nähe.
– Für alle, die um einen lieben Menschen trauern: Schenke ihnen Hoffnung auf ein Wiedersehen in deiner Herrlichkeit.
– Für die, die uns im Tod vorausgegangen sind: Lass sie im unvergänglichen Licht der Auferstehung geborgen sein.
Guter Gott, du willst nicht den Tod des Menschen, sondern dass er lebt. In der Auferweckung deines Sohnes hast du unserem Leben Sinn und Ziel gegeben. Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit. Amen.

Gabengebet


Herr, unser Gott, nimm die Gaben an, die wir in österlicher Freude darbringen für das Opfer, durch das deine Kirche auf wunderbare Weise wiedergeboren und gestärkt wird. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

Osterzeit I
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater, immer und überall zu danken, diesen Tag aber aufs höchste zu feiern, da unser Osterlamm geopfert ist, Jesus Christus. Denn er ist das wahre Lamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Durch seinen Tod hat er unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen. Darum jubelt heute der ganze Erdkreis in österlicher Freude, darum preisen dich die himmlischen Mächte und die Chöre der Engel und singen das Lob deiner Herrlichkeit.

Einladung zum Vaterunser


Jesus hat den Tod besiegt, er lebt beim Vater und tritt für uns ein. So können wir voll Vertrauen beten: Vater unser im Himmel …

Einladung zum Friedensgebet


In einer friedlosen Welt beten wir um den Frieden, den uns Jesus gebracht hat. Durch seine Auferstehung hat er alles Dunkel besiegt. Darum bitten wir: Herr Jesus Christus …

Kommunionvers

Vgl. 1 Kor 5,7–8
Unser Osterlamm ist geopfert, Christus, der Herr. Halleluja. Wir sind befreit von Sünde und Schuld. So laßt uns Festmahl halten in Freude. Halleluja.

Schlussgebet


Allmächtiger Gott, du hast deiner Kirche durch die österlichen Geheimnisse neues Leben geschenkt. Bewahre und beschütze uns in deiner Liebe und führe uns zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

An Ostern
An diesem Tag, der geheiligt ist durch die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, segne euch der gütige Gott und bewahre euch vor der Finsternis der Sünde.
In Christus haben wir Anteil am ewigen Leben; in ihm führe euch Gott zur unvergänglichen Herrlichkeit.
Unser Erlöser hat uns durch die Tage seines Leidens zur österlichen Freude geführt; er geleite euch alle Tage des Lebens bis zu jener Osterfreude, die niemals endet.
Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.