Heute in Te Deum

Montag · 22. Oktober 2018

Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger,
es ist alles ganz eitel.
Kohelet 1,2

Johannes Paul II. Karol Józef Wojtyla wurde als Erzbischof von Krakau am 16. Oktober 1978 als erster Slawe zum Papst gewählt. Am 18. Mai 1920 in Wadowice bei Krakau geboren, begann er 1938 ein Studium der Philosophie und Philologie und nahm Schauspielunterricht. Unter der deutschen Besatzung ab 1940 entgeht er nur durch Schwerstarbeit in der Industrie der Deportation; zugleich beginnt er in einem illegalen Priesterseminar das Theologiestudium. Nach der Priesterweihe 1946 setzt er sein Studium in Rom fort. Er habilitiert sich in Lublin und lehrt in Krakau Moraltheologie, bevor er 1958 zum Weihbischof von Krakau ernannt wird. Die Bischofsweihe empfängt er am 28. September 1958. Bischof Wojtyla nimmt am II. Vatikanischen Konzil teil. 1964 wird er zum Erzbischof von Krakau ernannt und 1967 in das Kardinalskollegium aufgenommen.
Nach dem kurzen Pontifikat von Johannes Paul I. wird Kardinal Wojtyla am 16. Oktober 1978 zum Papst gewählt.
Papst Johannes Paul II. wird eine wesentliche Rolle bei der Überwindung des Kommunismus in Osteuropa zugeschrieben. Bei einem in den Motiven nie ganz aufgeklärten Attentat auf dem Petersplatz am 13. Mai 1981 wird er schwer verletzt.
Sein langes Pontifikat kann hier in Kürze nicht gewürdigt werden. Bei seinem Tod am 2. April 2005 wurde der Ruf laut: »Santo subito!« (Heiligsprechung sofort).
Am Barmherzigkeitssonntag 2014 wurde er heiliggeprochen. Der Festtag des Heiligen wurde auf den 22. Oktober gelegt, den Jahrestag seiner Amtseinführung 1978.

Jeremias Gotthelf Der Schweizer Pfarrer Jeremias Gotthelf (1797–1854) – mit bürgerlichem Namen Albert Bitzius – begann nach Jahren im Schul- und Pfarrdienst schriftstellerisch tätig zu werden. Pestalozzi, den er noch selbst gehört hatte, wurde ihm Vorbild. Gotthelf forderte eine Erneuerung des Familienlebens nach dem Vorbild seines Lehrers. Er sammelte schweizerische Sagen und verfasste Romane.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Christus, du heller Morgenstern,
    du bist die Sonne, leuchtend schön;
    vor dir weicht Nacht und Finsternis,
    dein Strahl macht alles licht und rein.

    Erfülle uns, du heil’ges Licht,
    vertreibe Dunkelheit und Schuld,
    mach hell und lauter unser Herz
    und bleibe bei uns allezeit!

    Lass uns im Glauben wachen, Herr,
    in froher Hoffnung dir vertraun;
    du Liebe, die sich ganz verschenkt,
    gib uns in Liebe eins zu sein!

    Gott Vater, dir sei Preis und Ehr
    und deinem eingebornen Sohn,
    dem Tröster auch, dem Heil’gen Geist,
    von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
    Stundengebet Abtei Kellenried

  • PSALM 30

    Verse 7–13

    Im sicheren Glück dachte ich einst: *
    Ich werde niemals wanken.
    Herr, in deiner Güte *
    stelltest du mich auf den schützenden Berg.
    Doch dann hast du dein Gesicht verborgen. *
    Da bin ich erschrocken.
    Zu dir, Herr, rief ich um Hilfe, *
    ich flehte meinen Herrn um Gnade an.
    Ich sagte: /
    Was nützt dir mein Blut, wenn ich begraben bin? *
    Kann der Staub dich preisen, deine Treue verkünden?
    Höre mich, Herr, sei mir gnädig! *
    Herr, sei du mein Helfer!
    Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, *
    hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit
    Freude umgürtet.
    Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. *
    Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, auf dich setzen wir unsere Hoffnung. Stehe uns bei in jeder Gefahr und Bedrohung; denn du allein bist der, der helfen kann.

  • Lesung

    Lukas 12,15

    Jesus sagte zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Zu Jesus Christus, der das Ziel und der Lohn unseres Lebens ist, rufen wir:
    A: Herr, komm deinem Volk zu Hilfe.
    ¬ Stärke den Frieden und die Einheit in unseren Familien.
    ¬ Mach uns offen für alle, die am Rand stehen und vergessen werden.
    ¬ Mach uns bereit, immer wieder zu dir umzukehren.

  • Vaterunser

    Gott hat uns auf sich hin geschaffen. Er ist das Ziel unseres Lebens. Von ihm her bestimmt sich der Wert alles dessen, was wir tun. Wir beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    In einer Welt, in der nichts mehr wirklich wichtig ist, in der man tun kann, was man will, besteht die Gefahr, dass Prinzipien, Wahrheiten und Werte, die in Jahrhunderten mühsam erworben wurden, auf die Müllhalde eines übertriebenen Liberalismus gekippt werden.

    Johannes Paul II. (1920–2005; ab 1978 Papst)


Segen

Gott, segne uns mit der Fülle deiner Gaben,
damit wir nicht Not leiden.
Segne uns mit deinem Reichtum,
damit wir weiterschenken können.
Segne uns mit deinem Überfluss,
damit wir allein von dir alles erwarten. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, dein Wort bleibt ewig. Aus ihm haben wir Leben.


  • Lesung

    Epheser 2,1–10

    Schwestern und Brüder! Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden. Ihr wart einst darin gefangen, wie es der Art dieser Welt entspricht, unter der Herrschaft jenes Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist.
    Zu ihnen gehörten auch wir alle einmal, als wir noch von den Begierden unseres Fleisches beherrscht wurden. Wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben, und waren von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen.
    Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet.
    Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben. Dadurch, dass er in Christus Jesus gütig an uns handelte, wollte er den kommenden Zeiten den überfließenden Reichtum seiner Gnade zeigen.
    Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft – Gott hat es geschenkt –, nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann.
    Seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat.

    Impuls

    Wenn es doch öfter so klar wäre mit der Sünde, dem Fleisch, dem Erbarmen und der Gnade. Das Buch »Tagebuch eines Landpfarrers« von Georges Bernanos aus dem Jahre 1936 endet damit, dass der suchende und zweifelnde Pfarrer bei einem Besuch in der Stadt im Hause eines inzwischen verheirateten Mitbruders sterbend bei diesem beichtet. Dieser nimmt ihm die Beichte ab und gibt ihm die Lossprechung und die letzten Worte des Sterbenden sind: »Was macht das schon? Alles ist Gnade!« Vielleicht können wir solche Gedanken und Sätze erst am Ende unseres Lebens wirklich annehmen und sagen. Doch wer oder was hindert mich daran, diesen Gedanken schon heute denken zu lernen: »Alles ist Gnade!«

  • Evangelium

    Lukas 12,13–21

    In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?
    Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.
    Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens!
    Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?
    So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

    Impuls

    Wenn der reiche Mann gewusst hätte, dass er noch in dieser Nacht sterben wird, dann hätte er sicher nicht mit dem Neubau einer größeren Scheune begonnen. Daher kann man ihm auch eine gute Portion Klugheit zubilligen, wenn sein Leben nicht planlos verläuft. Selbst das »Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens!« ist an sich nicht verwerflich. Dass er in seiner Lebensplanung Gott nicht mit eingebaut hat, das ist sein Fehler. Es ist gut, wenn wir für unser Leben einen Plan haben und wenn der heutige Tag nicht planlos verläuft, doch vergessen wir nicht, in das Heute und das Ganze Gott mit einzubeziehen.


Gebet

Gott, deine Pläne sind unerforschlich. Erforsche du die Pläne für unser Leben und diesen Tag. Breche mit deiner Gnade in sie ein, breche sie auf und gib im Überraschenden und Ungeplanten uns die Chance, stärker auf dich zu bauen, als Pläne es können. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Lass mich, gütiger Herr,
    mit ganzem Herzen dir dienen,
    dich verkünden im Wort,
    dich tiefer erfassen im Glauben
    und in freudigem Dank
    zu dir die Hände erheben.

    Du bist mein Weg, meine Kraft,
    der sprudelnde Quell meines Lebens,
    du meiner Mühsal Lohn,
    mein Schöpfer und gütiger Lehrer.

    Sieh meine Armut und Not
    und verzeih mir Torheit und Sünde;
    gib, dass ich Gutes nur will
    und mit deiner Kraft es vollbringe.

    Dann lass mich, deinen Knecht,
    beseligt dein Angesicht schauen
    und, von Wonne durchströmt,
    an dir mich ewig erfreuen.
    Neues Stundenbuch

  • PSALM 105

    Verse 7–11

    Er, der Herr, ist unser Gott. *
    Seine Herrschaft umgreift die Erde.
    Ewig denkt er an seinen Bund, *
    an das Wort, das er gegeben hat für tausend Geschlechter,
    an den Bund, den er mit Abraham geschlossen, *
    an den Eid, den er Isaak geschworen hat.
    Er bestimmte ihn als Satzung für Jakob, *
    als ewigen Bund für Israel.
    Er sprach: Dir will ich Kanaan geben, *
    das Land, das dir als Erbe bestimmt ist.
    PSALM-GEBET: Treuer Gott, du erfüllst deine Verheißungen. Hilf uns, sie im Glauben anzunehmen und allein auf dich zu vertrauen.

  • LESUNG

    Epheser 2,4–5

    Gott, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Zu Gott, unserem Vater, der uns das Leben bei sich schenken will, beten wir:
    A: Wir bitten dich, erhöre uns.
    ¬ Für die christlichen Kirchen, dass der Eifer für die Ökumene in ihnen nicht nachlässt.
    ¬ Für die Seelsorger und Studenten in den Hochschulgemeinden.
    ¬ Für alle, die an der Rechtsgestalt der Kirchen mitwirken.
    ¬ Für alle Menschen, die schwer erkrankt sind.

  • Vaterunser

    In allen Zeiten und Kulturen sammelt Gott Menschen um sein Wort. Er spricht zu uns durch Jesus Christus. Mit seinen Worten wollen wir beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns in allen Wechselfällen des Lebens.
Segne uns durch die Erkenntnis unserer Vergänglichkeit.
Segne uns durch unsere Hoffnung auf das ewige Leben.
Amen.