Samstag · 17. Januar 2026
Nicht die Starken bedürfen des Arztes,
sondern die Kranken.
Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.
Markus 2,17bc
Antonius († 356) trägt eine Reihe von Titeln: Vater des Mönchtums, der Große, Dämonenkämpfer, Wundertäter. Nach der von Bischof Athanasius verfassten Lebensbeschreibung verschenkte er nach dem Tod seiner Eltern seinen Besitz und zog sich in die Einsamkeit zurück. Geplagt von quälenden Visionen, wechselte er mehrfach den Ort zu einer immer noch strengeren Lebensweise. Durch seinen Widerstand gegen die Versuchungen gewann er ein Ansehen, das viele Menschen in ihren Nöten zu ihm führte, und ihm wurden Dämonenaustreibungen und Wunderheilungen zugeschrieben. Um ihn herum entstanden verschiedene mehr oder weniger lose Zusammenschlüsse weiterer Einsiedler, nicht zuletzt, weil in der Zeit der diokletianischen Verfolgung Christen in die ägyptische Wüste flüchteten und in der strengen Askese eine Art unblutigen Martyriums sahen.
L: Eph 6,10–13.18; E: Mt 19,16–26
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
O Gott, du bist ganz ohne Anfang,
o Gott, du gehst aus Gott hervor,
und du, Gott, ausgehend von beiden,
komm uns zu Hilfe, steh uns bei.
Sei du allein nur unsre Sehnsucht,
sei unsre Liebe, unsre Freud’;
zu dir geht all unser Verlangen,
in dir mög’ unsre Wonne sein.
Du, Vater, bist Herr aller Menschen,
mit ihm, der reinen Jungfrau Sohn,
mögst unser Inneres und Äuß’res
du leiten durch den Heil’gen Geist.
Sei eingedenk, Heil’ger, Dreifalt’ger,
was deine Güte hat getan:
Im Anbeginn schufst du den Menschen,
erschufst ihn dann im Blute neu.
Uns, die geschaffen hat die Einheit,
hat Christi Liebe dann erlöst;
damals liebt’ er uns durch sein Leiden,
jetzt liebt er uns durch Gnadenwahl.
Freude sei dir, du heil’ge Dreiheit,
Freude, Vollkommenheit und Kraft
und alle Schönheit, alle Allmacht,
höchste Verehrung, Lob und Ehr'. Amen.
Nach »Deus de nullo veniens«; 14. Jahrhundert -
PSALM 149
Verse 1–7.9
Singt dem Herrn ein neues Lied! *
Sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen.
Israel soll sich über seinen Schöpfer freuen, *
die Kinder Zions über ihren König jauchzen.
Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz, *
ihm spielen auf Pauken und Harfen.
Der Herr hat an seinem Volk Gefallen, *
die Gebeugten krönt er mit Sieg.
In festlichem Glanz sollen die Frommen frohlocken, *
auf ihren Lagern jauchzen:
Loblieder auf Gott in ihrem Mund, *
ein zweischneidiges Schwert in der Hand,
um die Vergeltung zu vollziehn an den Völkern, *
an den Nationen das Strafgericht,
um Gericht über sie zu halten, so wie geschrieben steht. *
Herrlich ist das für all seine Frommen.
PSALM-GEBET: Gerechter Gott, begegne uns mit dem Schwert deines Worts, das wegnimmt, was uns von dir trennt, und uns zu dir führt. -
Lesung
Markus 2,13–14
Jesus ging wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Der Herr hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet.
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Herr Jesus Christus, du bist der Arzt, von dem wir Heilung erwarten dürfen, wir bitten dich:
A: Herr, bleibe bei uns.
– Komm zu uns in unseren Alltag.
– Hilf uns, ohne Vorurteile auf Menschen zuzugehen.
– Lass uns die Vielfalt der Berufungen hochschätzen. -
Vaterunser
Gott ist der Arzt der Sünder. Er will uns das ewige Leben schenken. Voll Vertrauen beten wir zu ihm: Vater unser im Himmel …
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Ora et labora
Der Sinn einer Berufung auf Religion kann nicht Abgrenzung, sondern nur Kommunikation zu sein.
Dorothee Sölle (1929–2003; evangelische Theologin und Dichterin)
Segen
Der Gott der Geduld und des Trostes
schenke uns die Einmütigkeit, die Christus Jesus entspricht,
damit wir Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus,
einträchtig und mit einem Munde preisen. Amen.
Vgl. Römer 15,5–6
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, schenke uns dein Wort, durch das wir Anteil an dir haben.
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Lesung
1 Samuel 9,1–4.17–19; 10,1 (1a)°
In jenen Tagen lebte in Bénjamin ein Mann namens Kisch, ein Sohn Ábiëls, des Sohnes Zerors, des Sohnes Béchorats, des Sohnes Afíachs, ein wohlhabender Benjaminíter. Er hatte einen Sohn namens Saul, der jung und schön war; kein anderer unter den Israeliten war so schön wie er; er überragte alle um Haupteslänge.
Eines Tages verliefen sich die Eselinnen von Sauls Vater Kisch. Da sagte Kisch zu seinem Sohn Saul: Nimm einen von den Knechten, mach dich mit ihm auf den Weg und such die Eselinnen!
Sie durchquerten das Gebirge Éfraim und durchstreiften das Gebiet von Schalíscha, fanden sie aber nicht. Sie zogen durch das Gebiet von Scháalim – ohne Erfolg; dann durchwanderten sie das Land Jémini, fanden sie aber wieder nicht.
Als Sámuel Saul sah, sagte der HERR zu ihm: Das ist der Mann, von dem ich dir gesagt habe: Der wird über mein Volk herrschen.
Saul trat mitten im Tor zu Sámuel und fragte: Sag mir doch, wo das Haus des Sehers ist! Sámuel antwortete Saul: Ich bin der Seher. Geh vor mir her zur Kulthöhe hinauf! Ihr sollt heute mit mir essen. Morgen früh will ich dich dann weiterziehen lassen. Ich werde dir Auskunft über alles geben, was du auf dem Herzen hast.
Früh am Morgen nahm Sámuel den Ölkrug und goss Saul das Öl auf das Haupt, küsste ihn und sagte: Hiermit hat der HERR dich zum Fürsten über sein Erbe gesalbt.Impuls
Ausgesucht hat er sich diese Aufgabe nicht. Gleichsam über Nacht wird Saul zum Fürsten über Israel. Er war gerade mit etwas völlig anderem beschäftigt. Er suchte Eselinnen, deren Besitz auf sein wohlhabendes Elternhaus hinweist. Die Eselinnen spielen in seinem Leben dann aber keine Rolle mehr. Saul begegnet Samuel, einem wahren Propheten. Er verfügt über die ausgeprägte Fähigkeit, Gottes Stimme wirklich zu hören. Ohne Auswahlverfahren und Bewerbungsgespräch salbt Samuel den jungen Saul zum Herrscher über Israel. Als Qualifikation wird seine Schönheit genannt. Damit ist aber nicht Attraktivität gemeint, sondern eine körperliche Ausstrahlung, die seine starke Persönlichkeit und seine Autorität zum Ausdruck bringen. Von einem Moment auf den anderen ist Saul, ein Mann aus dem Volk, für das ganze Volk Israel verantwortlich. Seine Tätigkeit beginnt durchaus verheißungsvoll. Doch im Laufe der Zeit entfremdet sich Saul zuerst von Samuel, später auch von Gott. Selbst das Leben eines von Gott Auserwählten muss nicht vollkommen und perfekt verlaufen.
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Evangelium
Markus 2,13–17°
In jener Zeit ging Jesus hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm nach.
Und als Jesus in dessen Haus zu Tisch war, da waren viele Zöllner und Sünder zusammen mit ihm und seinen Jüngern zu Tisch; es waren nämlich viele, die ihm nachfolgten.
Als die Schriftgelehrten der Pharisäer sahen, dass er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.Impuls
Unter einem brutalen Herrschaftssystem ist es schwierig, sich richtig zu verhalten. Widersetzt man sich, entzieht man sich selbst die Lebensgrundlage. Passt man sich an, wird man Teil des Systems. Die Zöllner stecken in diesem Dilemma. Sie treiben die Zölle bei der einfachen Bevölkerung ein. Damit stützen sie die römische Herrschaft in Palästina. Von der eigenen Bevölkerung sind sie daher nicht immer gut gelitten. Andererseits aber müssen auch sie von irgendetwas leben. Denn sie waren in der Regel selbst arme Schlucker. Nur wenige von ihnen hatten die privilegierte Position eines Oberzöllners wie Zachäus inne. Wenn aber ausgerechnet die Schriftgelehrten über die Zöllner schlecht reden, hat das einen faden Beigeschmack. Denn auch die Schriftgelehrten arbeiteten mit der römischen Besatzungsmacht zusammen. Weil sie aber auf penible Weise die Gesetze der Tora einhalten konnten, konnten sie sich ihre eigene Verstrickung schön reden. Den einfachen Zöllnern war das aufgrund ihrer Lebensumstände nicht möglich. Jesus durchschaut dieses Spiel. Ganz bewusst wendet er sich einer Gruppe zu, die von zwei Seiten unter großem Druck steht. Nicht die Zöllner sind das Problem, sondern die Brutalität der römischen Herrschaft. Unter diesem Druck darf es nicht sein, dass sich eine Gruppe über eine andere erhebt.
Gebet
Fürsorglicher Gott, du hast Erbarmen für Menschen, die an den Rand gedrängt werden. Bewahre uns davor, dass wir gefühllos und gleichgültig werden. Lass uns rettend einander die Hand reichen. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
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HYMNUS
Schöpfer des neuen Lichts, gütiger König du,
in festem Wechselspiel planst du der Zeiten Lauf.
Da jetzt die Sonne sinkt, mehrt sich die Finsternis:
Christus, schenke dein Licht, uns, deiner gläubigen Schar.
Unser Herr Jesus Christ, Hoffnung und Zuversicht,
du allen Lichtes Quell, Wahrheit, die uns befreit;
Felsen, der niemals wankt, aus dem der Funke schlägt,
Flamme, die hell erstrahlt und unser Herz beseelt.
Was könnte würd’ger sein am Anfang dieser Nacht,
dass wir dir, Gott, zum Preis singen den Lobgesang;
Vater und Sohn und Geist, heil’ge Dreifaltigkeit,
von deren Licht erhellt, strahlet die ganze Welt. Amen.
Stundengebet Abtei Kellenried -
PSALM 26
Verschaff mir Recht, o Herr;
denn ich habe ohne Schuld gelebt. *
Dem Herrn habe ich vertraut, ohne zu wanken.
Erprobe mich, Herr, und durchforsche mich, *
prüfe mich auf Herz und Nieren!
Denn mir stand deine Huld vor Augen, *
ich ging meinen Weg in Treue zu dir.
Ich saß nicht bei falschen Menschen, *
mit Heuchlern hatte ich keinen Umgang.
Verhasst ist mir die Schar derer, die Unrecht tun; *
ich sitze nicht bei den Frevlern.
Ich wasche meine Hände in Unschuld; *
ich umschreite, Herr, deinen Altar,
um laut dein Lob zu verkünden *
und all deine Wunder zu erzählen.
Herr, ich liebe den Ort, wo dein Tempel steht, *
die Stätte, wo deine Herrlichkeit wohnt.
Raff mich nicht hinweg mit den Sündern, *
nimm mir nicht das Leben zusammen mit dem der Mörder!
An ihren Händen klebt Schandtat, *
ihre Rechte ist voll von Bestechung.
Ich aber gehe meinen Weg ohne Schuld. *
Erlöse mich und sei mir gnädig!
Mein Fuß steht auf festem Grund. *
Den Herrn will ich preisen in der Gemeinde.
PSALM-GEBET: Gütiger Gott, dein Evangelium ist der Grund, auf den wir unser Leben bauen. Komm uns zu Hilfe, dann werden wir in allen Nöten bestehen. -
LESUNG
1 Samuel 10,1
Früh am Morgen nahm Samuel den Ölkrug und goss Saul das Öl auf das Haupt, küsste ihn und sagte: Hiermit hat der Herr dich zum Fürsten über sein Erbe gesalbt.
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Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Der Herr erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Gott, du willst das Heil aller Menschen, wir bitten dich:
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
– Für die ökumenische Arbeit des Weltrats der Kirchen.
– Für die Angehörigen der Sicherheitskräfte in unserem Land.
– Für alle, die sich für einen sozialen Beruf entscheiden.
– Für unsere Kranken und alle, die für sie sorgen. -
Vaterunser
Gott sendet sein Wort in unser Leben, damit es uns auf seinem Weg führt. Wir folgen Gottes Wort und beten, wie es uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne uns und lass uns mehr finden, als wir suchen.
Segne uns und zeige uns neue Wege.
Dein Segen führe uns zum Ziel,
indem wir von dir gefunden werden. Amen.