Heute in Te Deum

Montag · 10. Dezember 2018

Saget den verzagten Herzen:
»Seid getrost, fürchtet euch nicht!
Seht, da ist euer Gott!«
Jesaja 35,4a

Tag der Menschenrechte Heute ist der Tag der Menschenrechte. Er wird jedes Jahr am 10. Dezember begangen und ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die 1948 durch die Generalversammlung der UN verabschiedet worden ist. Menschenrechtsorganisationen nehmen diesen Tag jedes Jahr zum Anlass, die Menschenrechtssituation weltweit kritisch zu betrachten und auf aktuelle Brennpunkte hinzuweisen.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    O Heiland, reiß die Himmel auf,
    herab, herab vom Himmel lauf.
    Reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
    reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

    O Gott, ein’ Tau vom Himmel gieß,
    im Tau herab, o Heiland, fließ.
    Ihr Wolken, brecht und regnet aus
    den König über Jakobs Haus.

    O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
    dass Berg und Tal grün alles werd.
    O Erd, herfür dies Blümlein bring,
    o Heiland, aus der Erden spring.
    Friedrich Spee (1622), 1.–3. Str.; GL 231 · KG 302 · EG 7 · EST 305 · CG 522

  • PSALM 41

    Verse 2–6.11–14

    Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt; *
    zur Zeit des Unheils wird der Herr ihn retten.
    Ihn wird der Herr behüten *
    und am Leben erhalten.
    Man preist ihn glücklich im Land. *
    Gib ihn nicht seinen gierigen Feinden preis!
    Auf dem Krankenbett wird der Herr ihn stärken; *
    seine Krankheit verwandelst du in Kraft.
    Ich sagte: Herr, sei mir gnädig, *
    heile mich; denn ich habe gegen dich gesündigt.
    Meine Feinde reden böse über mich: *
    »Wann stirbt er endlich und wann vergeht sein Name?«
    Du aber, Herr, sei mir gnädig; *
    richte mich auf, damit ich ihnen vergelten kann.
    Daran erkenne ich, dass du an mir Gefallen hast: *
    wenn mein Feind nicht über mich triumphieren darf.
    Weil ich aufrichtig bin, hältst du mich fest *
    und stellst mich vor dein Antlitz für immer.
    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, *
    von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, ja amen.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, du heilst uns von unseren Sünden und gibst uns Kraft in jeder Not. Hilf uns, nach deinem Vorbild die Last der Schwachen mitzutragen.

  • Lesung

    Lukas 5,22b–24

    Jesus sagte zu den Schriftgelehrten und den Pharisäern: Was habt ihr für Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Die Kraft des Herrn drängte Jesus dazu zu heilen.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Wir bitten Jesus Christus, den Arzt und Heiland der Welt:
    A: Herr, erbarme dich.
    ¬ Mach uns bereit, uns für die einzusetzen, die sich selber nicht helfen können.
    ¬ Bewahre uns davor, über andere zu urteilen und schlecht zu reden.
    ¬ Hilf uns, dass wir unsere Hoffnung auf dich an andere weitergeben können.

  • Vaterunser

    Gott verzeiht die Sünden. Er richtet uns auf und beruft uns, seine Kinder zu sein. Wir beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Jesus ist so sehr mit Gott verbunden, dass in Jesu Reden und Tun Gott selbst handelt – er heilt und vergibt die Sünden. Und wir wissen: Christinnen und Christen sind gerufen, Jesus nachzufolgen, allen wird zugetraut: Wir können einander heilen, wir können einander vergeben.

    Helga Kohler-Spiegel (* 1962; Professorin für Religionspädagogik, Vorarlberg)


Segen

Gott, barmherziger Vater, segne uns.
Richte uns auf, wenn wir am Boden liegen.
Gib unseren Schritten weiten Raum
und lenke sie zu dir. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, dein Wort stärke uns. Es gebe uns die Kraft, dir zu folgen.


  • Lesung

    Jesaja 35,1–10

    Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes.
    Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten.
    Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor und Bäche fließen in der Steppe.
    Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen. An dem Ort, wo jetzt die Schakale sich lagern, gibt es dann Gras, Schilfrohr und Binsen. Eine Straße wird es dort geben; man nennt sie den Heiligen Weg. Kein Unreiner darf ihn betreten. Er gehört dem, der auf ihm geht. Unerfahrene gehen nicht mehr in die Irre. Es wird keinen Löwen dort geben, kein Raubtier betritt diesen Weg, keines von ihnen ist hier zu finden. Dort gehen nur die Erlösten. Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.

    Impuls

    Ein weiterer, großartiger Text aus der Feder des Propheten Jesaja. Er beschreibt, genauer gesagt, er inszeniert mit kraftvollen Bildern den Weg zurück ins Heil. Alle und alles wird ergriffen von ausgelassener, unbändiger Freude. Die von Gott Befreiten erwartet ein großartiges Schicksal: »Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen« (Jes 35,10). Jetzt endlich stellt sich das ein, wovon sie nicht einmal in ihren kühnsten Träumen zu hoffen gewagt hatten.
    Kein Wunder, dass in späteren Zeiten die Christen diesen Text für sich entdeckt haben. Sie haben ihn verbunden mit dem Kommen Jesu und dem Reich Gottes. Daraus haben sie neue Kraft geschöpft: »Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott!«

  • Evangelium

    Lukas 5,17–26

    Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Gesetzeslehrer; sie waren aus allen Dörfern Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen. Und die Kraft des Herrn drängte ihn dazu zu heilen.
    Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre. Sie wollten ihn ins Haus bringen und vor Jesus hinlegen. Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin. Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine Sünden sind dir vergeben.
    Da dachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer: Wer ist das, dass er eine solche Gotteslästerung wagt? Wer außer Gott kann Sünden vergeben?
    Jesus aber merkte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was habt ihr für Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!
    Im gleichen Augenblick stand der Mann vor aller Augen auf. Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte, und ging heim, Gott lobend und preisend. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

    Impuls

    In der heutigen Geschichte tummeln sich erstaunlich viele Personen. Zusammen tragen sie zu einer abwechslungsreichen Handlung bei, die den Leser rasch in ihren Bann schlägt. Man bekommt geradezu Lust, einmal selbst in die Erzählung hineinzusteigen. Dabei dürfte einem schnell klar werden: Jede Gruppe, jede Person, von Jesus bis hin zum Gelähmten, hat ihre ganz eigenen Voraussetzungen. Jeder sieht das Geschehen mit seinen Augen und kommt dadurch zu anderen Schlüssen. Muss es dabei bleiben? Das sicher nicht! Es wird wohl seine Zeit brauchen, bis jede Person richtig erfasst hat, was sich da vor ihren Augen ereignet hat. Der Evangelist jedenfalls lässt den Leser über seine Sicht der Dinge nicht im Unklaren. Für ihn ereignet sich dort die Kraft Gottes. Sie ist es, die alles vorantreibt und die Jesus zu seinem heilenden Handeln drängt.


Gebet

Guter Gott, dein Sohn hat dich uns nahegebracht. Jeden Tag erfahren wir aufs Neue, dass du es gut mit uns meinst. So können wir dem, was auf uns zukommt, ein Stück gelassener begegnen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
    darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
    O komm, ach komm vom höchsten Saal,
    komm, tröst uns hier im Jammertal.

    O klare Sonn, du schöner Stern,
    dich wollten wir anschauen gern;
    o Sonn, geh auf; ohn deinen Schein
    in Finsternis wir alle sein.

    Hier leiden wir die größte Not,
    vor Augen steht der ewig Tod.
    Ach komm, führ uns mit starker Hand
    vom Elend zu dem Vaterland.
    Friedrich Spee (1622), 4.–6. Str.; GL 231 · KG 302 · EG 7 · EST 305 · CG 522

  • PSALM 74

    Verse 12.15–23

    Gott ist mein König von alters her, *
    Taten des Heils vollbringt er auf Erden.
    Hervorbrechen ließest du Quellen und Bäche, *
    austrocknen Ströme, die sonst nie versiegen.
    Dein ist der Tag, dein auch die Nacht, *
    hingestellt hast du Sonne und Mond.
    Du hast die Grenzen der Erde festgesetzt, *
    hast Sommer und Winter geschaffen.
    Denk daran: /
    Der Feind schmäht den Herrn, *
    ein Volk ohne Einsicht lästert deinen Namen.
    Gib dem Raubtier das Leben deiner Taube nicht preis; *
    das Leben deiner Armen vergiss nicht für immer!
    Blick hin auf deinen Bund! *
    Denn voll von Schlupfwinkeln der Gewalt ist unser Land.
    Lass den Bedrückten nicht beschämt von dir weggehn! *
    Arme und Gebeugte sollen deinen Namen rühmen.
    Erheb dich, Gott, und führe deine Sache! *
    Bedenke, wie die Toren dich täglich schmähen.
    Vergiss nicht das Geschrei deiner Gegner, *
    das Toben deiner Widersacher, das ständig emporsteigt.
    PSALM-GEBET: Gott, du unser Schöpfer, erweise an uns deine Größe und Macht in aller Not und Bedrückung.

  • LESUNG

    Jesaja 35,4b.5–6a

    Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Er selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Allmächtiger Gott, du zeigst uns das Ziel unseres Weges. Wir bitten dich:
    A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
    ¬ Für die Arbeit von Caritas und Diakonie.
    ¬ Für den Kampf der Welternährungsorganisation gegen den Hunger in der Welt.
    ¬ Für jene, die einen Familienangehörigen pflegen.
    ¬ Für alle Frauen und Männer, die Kinder erziehen.

  • Vaterunser

    Gott verheißt uns die Zukunft bei ihm. Wir bitten darum, dass sein Reich komme: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne unsere Füße, damit sie auf deinen Wegen gehen.
Segne unsere Hände, damit sie dein Werk tun.
Segne unseren Mund, damit er dein Wort spricht.
Segne unsere Augen, damit sie dich einst sehen. Amen.