Donnerstag · 11. Juni 2026
Ein Arbeiter
ist seiner Speise wert.
Matthäus 10,10b
Barnabas Josef (oder Joses) war ein zyprischer Levit, der von den Aposteln den Beinamen Barnabas (= Sohn des Trostes) erhielt. Er wird zwar in der Apostelgeschichte (14,14) als Apostel erwähnt, gehörte jedoch nicht zum Kreis der Zwölf. Von ihm wird (Apg 4,36f.) berichtet, dass er einen Acker verkaufte und das Geld, das er dafür bekam, den Aposteln schenkte. Er gehörte zu den Gründern und ersten Führern der christlichen Gemeinde in Antiochien. Er gilt als Lehrer des Paulus, den er nach seiner Bekehrung den Aposteln zuführte (Apg 9,27). Mit Paulus arbeitete er zusammen in Antiochia (Apg 11,22–26) und begleitete ihn auf seiner ersten Missionsreise (Apg 13–14). Auf dem Apostelkonzil in Jerusalem (Apg 15,2–35) trat er dafür ein, dass man den bekehrten Heiden das jüdische Gesetz nicht auferlegen dürfe. Später kam es mit Paulus zu einer Auseinandersetzung und Barnabas ging mit Markus nach Zypern (Apg 15,39).
E: Mt 10,7–13
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
Herr, du hast die Welt gestaltet,
dass sie sich in dir entfalte:
Dir sei Lob und Dank!
Was ersteht,
was vergeht,
was sich jauchzend um dich dreht,
ist dein!
Herr, du bist zur Welt gekommen,
hast sie in dich aufgenommen:
Dir sei Lob und Dank!
Bliebest hier,
wohnst in ihr,
um ein armer Mensch wie wir
zu sein.
Herr, so lass dein Werk gelingen,
lass den Geist die Welt durchdringen:
Dir sei Lob und Dank!
Dann erblüht
sie und glüht,
denn der ganze Himmel zieht
herein.
Zeitgenössisch -
PSALM 101
Verse 1–4.5b–7
Von Gnade und Recht will ich singen; *
dir, o Herr, will ich spielen.
Ich will auf den Weg der Bewährten achten. /
Wann kommst du zu mir? *
Ich lebe in der Stille meines Hauses mit lauterem Herzen.
Ich richte mein Auge nicht auf Schändliches; *
ich hasse es, Unrecht zu tun, es soll nicht an mir haften.
Falschheit sei meinem Herzen fern; *
ich will das Böse nicht kennen.
Stolze Augen und hochmütige Herzen *
kann ich nicht ertragen.
Meine Augen suchen die Treuen im Land; *
sie sollen bei mir wohnen.
Wer auf rechten Wegen geht, *
der darf mir dienen.
In meinem Haus soll kein Betrüger wohnen; *
kein Lügner kann vor meinen Augen bestehen.
PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, bei dir finden sich Gnade und Recht. Hilf uns, allein auf dich zu schauen und uns von allem Bösen zu trennen, damit wir dir dienen. -
Lesung
Matthäus 5,25
Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Jesus Christus, in dir begegnen wir der Liebe und Gerechtigkeit des Vaters. Wir bitten dich:
A: Herr, sei uns gnädig.
– Mach uns bereit zur Versöhnung.
– Lehre uns deine Gerechtigkeit.
– Bewahre uns vor Missgunst und Neid. -
Vaterunser
Gott zeigt uns seine Liebe. Wir dürfen sie von ihm lernen und so als seine Kinder sprechen: Vater unser im Himmel …
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Ora et labora
Herr, da ist der andere, mit dem ich mich nicht verstehe. Er gehört dir, du hast ihn geschaffen, du hast, wenn nicht so gewollt, ihn so gelassen, wie er eben ist. Wenn du ihn trägst, mein Gott, will ich ihn auch tragen und ertragen, wie du mich trägst und erträgst.
Karl Rahner (1904–1984; Jesuit, Theologe)
Segen
Gott, segne uns mit dem Eifer von Menschen,
die den Weg suchen.
Segne uns mit der Kraft von Menschen,
die ihren Weg gefunden haben.
Segne uns mit der Erfahrung von Menschen,
die den Weg kennen. Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, dein Wort ruft uns zur Umkehr. Wir wollen hören.
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Lesung
Apostelgeschichte 11,21b–26; 13,1–3°
In jenen Tagen wurden viele gläubig und bekehrten sich zum Herrn. Die Nachricht davon kam der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren und sie schickten Bárnabas nach Antióchia. Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich im Herzen vorgenommen hatten. Denn er war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn viel Volk hinzugewonnen.
Bárnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. Er fand ihn und nahm ihn nach Antióchia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und lehrten eine große Zahl von Menschen. In Antióchia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. In der Gemeinde von Antióchia gab es Propheten und Lehrer: Bárnabas und Símeon, genannt Niger, Lúcius von Kyréne, Mánaën, ein Jugendgefährte des Tetrárchen Heródes, und Saulus.
Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Bárnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe! Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.Impuls
Laut Apostelgeschichte werden die Anhänger Jesu in Antióchia zum ersten Mal Christen genannt, also Gläubige, die sich auf diesen Christus den Auferweckten berufen; dies wird Anfang der vierziger Jahre gewesen sein. Sie werden also zu diesem recht frühen Zeitpunkt schon als eigenständige Gruppe wahrgenommen. Dafür muss ihr Zeugnis klar und sichtbar gewesen sein. Das erklärt auch die Reaktion der Jerusalemer Gemeinde, die eigens Bárnabas nach Antióchia sendet, um nach dem Rechten zu sehen; die Nachricht, dass Nichtjuden sich zum Glauben an diesen Christus bekennen, stiftet Unruhe oder zumindest Unbehagen bei manchen dieser Urgemeinde. Obwohl Petrus schon in Jerusalem Rechenschaft über die Aufnahme von Heiden in die Gemeinschaft abgelegt hatte, scheinen die Wogen noch nicht geglättet zu sein. Neues zulassen, sich auf Unbekanntes einlassen, Fremdes einfach mal stehen lassen, fällt uns oft schwer. Aber wie das Beispiel des Bárnabas zeigt, wartet manchmal ganz Ungeahntes, Schönes und Einladendes auf uns: Bárnabas kehrt nicht sofort nach Jerusalem zurück, um Bericht zu erstatten, sondern nimmt sich die Freiheit, Paulus aufzusuchen und gemeinsam mit ihm ein Jahr in Antióchia zu verbringen, wo er sich wohl und aufgehoben fühlt.
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Evangelium
Matthäus 5,20–26°
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe!
Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist! Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.Impuls
In Gesellschaften und Kulturen definieren Menschen seit vielen tausend Jahren, wie sie mit dem Töten von anderem Leben umgehen. Das 5. Gebot des Dekalogs verbietet den Mord, d. h. das Töten eines Menschen aus Habsucht, Eifersucht, Selbstjustiz oder ähnlich niederen Gründen. Töten im Krieg war in Israel nicht verboten, Töten von Tieren auch nicht und auf schweren Vergehen wie Gotteslästerung oder Ehebruch stand explizit die Todesstrafe. Auch unsere heutigen Gesellschaften befassen sich mit dem Thema: Die Todesstrafe haben wir in Europa abgeschafft, das Verteidigungsrecht im Fall eines Angriffs hat Bestand, Selbsttötung ist kein Straftatbestand mehr, beim Thema Abtreibung und Sterbehilfe ringen wir um tragfähige gesetzliche Rahmenbedingungen, das Töten von Tieren zum Verzehr oder für die Kleiderindustrie zeigt öfters enormes Konfliktpotential auf – um nur einige konkrete Beispiele zu nennen. Jesus hob die Gültigkeit der 5. Weisung nicht auf, aber er weitete den Horizont der Vorschrift: Nicht nur das körperliche Auslöschen eines Menschenlebens ist verurteilungswürdig, sondern jede Haltung und jedes Wort, die seine Würde antasten. Menschliches Leben achten umfasst weit mehr als das Nichttöten des Gegenübers.
Gebet
Gott des Verzeihens, oft beherrschen uns Kleinmut und Versagensängste. Auf der anderen Seite geben wir viel zu oft, auch unbewusst, der Macht, dem Materiellen und dem Vordergründigen den Vortritt vor dir und deiner Gerechtigkeit. Umarme uns mit deinem liebenden Geist und halte uns fest bei unseren Stolperschritten auf dem Weg zu dir. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
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HYMNUS
Des Himmels Schöpfer, großer Gott.
Du hast das Firmament gebaut
und so geschieden Flut von Flut,
dass sie nicht wirr zusammenströmt.
Den Wolken wiesest du die Bahn,
den Flüssen zeigtest du ihr Bett;
nun hemmt die Flut des Feuers Macht,
damit die Erde nicht verbrennt.
So gieße denn, o guter Gott,
der Gnaden Ströme in uns ein,
damit uns nicht mit neuem Trug
die alte Schwachheit bringt zu Fall.
Der Glaube, den die Nacht bedrängt,
den Kleinmut zu verwirren droht,
er überwinde Trug und Wahn:
Er finde Licht und spende Licht.
Dies schenk uns, Vater voller Macht,
und du, sein Sohn und Ebenbild,
die ihr in Einheit mit dem Geist
die Schöpfung zur Vollendung führt. Amen.
Nach »Immense caeli conditor«; 7.-8. Jahrhundert
Melodie: GL 605 · KG 781 -
PSALM 36
Verse 6–11
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, *
deine Treue, so weit die Wolken ziehn.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, *
deine Urteile sind tief wie das Meer.
Herr, du hilfst Menschen und Tieren. *
Gott, wie köstlich ist deine Huld!
Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, /
sie laben sich am Reichtum deines Hauses; *
du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, *
in deinem Licht schauen wir das Licht.
Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld *
und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem
Herzen!
PSALM-GEBET: Gerechter Gott, in Jesus Christus hast du uns das Licht des Lebens geschenkt. Hilf uns, dass wir dich erkennen und in dir das Leben gewinnen. -
LESUNG
Apostelgeschichte 13,1a.2–3
In der Gemeinde von Antiochia gab es Propheten und Lehrer. Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie mir berufen habe. Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.
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Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Wir bitten dich:
A: Gott, höre unser Gebet.
– Für die Professoren und Studierenden der Theologie.
– Für Menschen, deren Lebensgrundlage durch Naturkatastrophen zerstört wurde.
– Für Familien, die in Armut geraten sind.
– Für Eltern und Kinder, die in ihren Ansichten nicht mehr zusammenfinden. -
Vaterunser
Gott zeigt uns den Weg, auf dem wir ihn finden. Wir beten, wie es uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne uns mit Mut, der Ja zu dir und zu uns sagt.
Segne uns mit Geduld gegenüber denen,
die zu uns Nein sagen.
Segne uns mit Liebe zu allen, die du uns sendest. Amen.