Heute in Te Deum

Mittwoch · 3. März 2021

So soll es nicht sein unter euch;
sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.
Matthäus 20,26

Internationaler Tag des freien Sonntags Gegen eine schleichende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes und die Entwicklung zur »Rund-umdie-Uhr-Gesellschaft« wurde 2006 die bundesweite »Allianz für den freien Sonntag«, eine ökumenisch getragene Initiative, gegründet.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Vernimm, du guter Schöpfergott,
    in Gnade unser lautes Flehn.
    Durch vierzig Tage steigt es auf:
    Herr, wende uns dein Antlitz zu!

    Du kennst die Herzen, milder Herr,
    du weißt, wie schwach wir Menschen sind.
    Voll Reue flüchten wir zu dir:
    Vergib uns gnädig unsre Schuld.

    Wir haben wahrlich oft gefehlt
    und vieles Gute nicht getan.
    Nun schaffe deinem Namen Preis:
    Verleih uns Schwachen neue Kraft.

    Wenn wir durch Fasten unsern Leib
    jetzt läutern durch Enthaltsamkeit,
    dann gib, dass sich auch unser Geist
    im rechten Tun vor dir bewährt.

    Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
    lobsinge alles, was da lebt.
    Lass uns, durch deine Gnade neu,
    dich preisen durch ein neues Lied.
    Nach »Audi, benigne Conditor«, Gregor dem Großen († 604) zugeschrieben,
    Stundenbuch

  • PSALM 49

    Verse 13.17–21

    Der Mensch bleibt nicht in seiner Pracht; *
    er gleicht dem Vieh, das verstummt.
    Lass dich nicht beirren, wenn einer reich wird *
    und die Pracht seines Hauses sich mehrt;
    denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, *
    seine Pracht steigt nicht mit ihm hinab.
    Preist er sich im Leben auch glücklich /
    und sagt zu sich: *
    »Man lobt dich, weil du dir’s wohl sein lässt«,
    so muss er doch zur Schar seiner Väter hinab, *
    die das Licht nie mehr erblicken.
    Der Mensch in Pracht, doch ohne Einsicht, *
    er gleicht dem Vieh, das verstummt.
    PSALM-GEBET: Ewiger Gott, gib uns Einsicht, dass Macht und Besitz vergehen, und führe du uns auf dem Weg des Lebens.

  • Lesung

    Matthäus 20,23

    Jesus antwortete: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Herr Jesus Christus, du bist gekommen, um zu dienen und dein Leben für uns hinzugeben. Wir bitten dich:
    A: Herr, erbarme dich.
    – Mach uns bereit, dir auch im Leiden nachzufolgen.
    – Bewahre uns, von äußerem Glanz geblendet zu werden.
    – Hilf uns, dass wir als Geschwister miteinander umgehen.

  • Vaterunser

    Gott schenkt uns seine Gnade, bevor wir etwas tun. Er kommt uns entgegen. Wir beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Wer jene, die das Kräfteverhältnis weit unter ihn stellt, als seinesgleichen behandelt, macht ihnen wahrhaft das Menschsein, dessen das Schicksal sie beraubte, zum Geschenk. Soweit dies einem Geschöpf möglich ist, wiederholt er in Bezug auf sie die ursprüngliche Großmut des Schöpfers.

    Simone Weil (1909–1943; französische Philosophin)


Segen

Gott, segne uns, wenn wir auf eigene Pläne verzichten müssen.
Segne uns, wenn andere erfolgreicher sind als wir.
Segne uns, wenn unser Weg schwer und mühsam wird.
Sei du uns immer nahe und stehe uns zur Seite. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort bewahre und schütze uns.


  • Lesung

    Jeremia 18,18–20

    Meine Feinde sagten: Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne schmieden! Denn nie wird dem Priester die Weisung ausgehen, dem Weisen der Rat und dem Propheten das Wort. Kommt, wir wollen ihn mit seinen eigenen Worten schlagen und Acht geben auf alles, was er sagt.
    Gib du, Herr, Acht auf mich und höre das Gerede meiner Widersacher! Darf man denn Gutes mit Bösem vergelten? Denn sie haben mir eine Grube gegraben. Denk daran, wie ich vor dir stand, um zu ihren Gunsten zu sprechen und deinen Zorn von ihnen abzuwenden.

    Impuls

    Jeremia erhielt als junger Mann den Auftrag von Gott, seinen Landsleuten das Gericht anzusagen. Sie hatten sich auf politische Bündnisse mit Nachbarn verlassen, ihre eigene Politik betrieben, ohne auf Gott zu achten, der sie doch führen und leiten wollte. Gott berief Jeremia mit den Worten: »Ich lege meine Worte in deinen Mund: Von heute an hast du die Macht über Völker und Königreiche. Reiße aus und zerstöre, vernichte und verheere, baue auf und pflanze an!« (Jeremia 1,10). Viermal wird Jeremia angewiesen zu zerstören, zweimal nur aufzubauen, deutlich betont Gott seinen Willen, dem Treiben des Volkes ohne ihn ein Ende zu bereiten.
    Jeremia wirkte mit seiner Aufgabe alleingelassen. Seine einzige vertraute Quelle für Hilfe war Gott selbst. So wundert es nicht, dass er Gebete an Gott formuliert, die seine Sehnsucht nach Flucht, seine Depression, auch Selbstmordgedanken zum Ausdruck bringen. Man versteht, in welcher Zerreißprobe sich Jeremia mit dieser Bitte befand. Fast hoffte er, dass Gott ein Unheil sende, damit seinen Mahnungen geglaubt würde.

  • Evangelium

    Matthäus 20,17–28

    In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen.
    Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.
    Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.
    Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.
    Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.
    Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

    Impuls

    Gönnen können – nur im Reim klingt es so leicht. Nein, gönnen zu können, gehört zu den schweren Übungen für unser Herz: Wenn andere mehr Erfolg haben, schöner oder klüger sind als ich. Am schwersten fällt das Gönnen, wenn andere Aufmerksamkeit oder Liebe empfangen – und ich keine oder zu wenig für meinen Geschmack. Darum kann ich diese Mutter verstehen, für die eigenen Kinder ist das Beste gerade gut genug! Den immer härter werdenden Konkurrenzkampf, wer der Beste, wer die Erfolgreichste sei, will sie für ihre Kinder zu deren Gunsten rechtzeitig beenden. Dieses klein-herzige Aufrechnen hat Jesus bei seiner Zuhörerschar wahrscheinlich unterschätzt, er will die Jünger vielmehr auf seine bald kommende Leidenszeit hinweisen. Stattdessen Konkurrenzkampf! Heute lächeln wir darüber und sprechen von einem Heilsversprechen für alle. Wir würden uns sogar nicht wundern, wenn Jesus uns sagen würde: Gott wirkt das Heil auch unter denen, die nicht zu uns gehören – weit über die Grenzen des Christentums hinaus. Auch sie werden einen Platz im Himmel erhalten.
    Nein? Eher nicht? Dann ist das die neue Herzens-Übung.


Gebet

Gott, dein Sohn ist nicht gekommen, dass er sich bedienen lasse, sondern dass er diene. Er hat sich dem Trend der Welt verweigert, der Macht und Ehrenplätze anstrebt. Hilf mir zu dieser Gelassenheit, dass ich in dir meine eigene Mitte finde, um nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Du Urheber und Herr der Zeit!
    In fester Ordnung zeichnest du
    den hellen Tag durch Arbeit aus,
    die Nacht jedoch durch Schlaf und Ruh’,

    Ein laut’res Herz richt’ auf dich aus,
    dass unheilvolle Ruhe nicht
    es öffne für des Bösen Pfeil,
    der grausam es verwunden will.

    Frei von Begierde sei das Herz,
    dass es in jener Glut nicht brenn’,
    die sich in unsre Sinne schleicht,
    die Lebenskraft des Geistes schwächt.

    Gewähr dies, milder Vater du,
    und du, Einz’ger, dem Vater gleich,
    zusammen mit dem Tröstergeist
    die Herrschaft führt in Ewigkeit. Amen.
    Nach: „Sator princepsque“; 7.-8. Jahrhundert

  • CANTICUM

    Philipper 2,6–11

    Christus Jesus war Gott gleich, *
    hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
    sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave *
    und den Menschen gleich.
    Sein Leben war das eines Menschen; /
    er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, *
    bis zum Tod am Kreuz.
    Darum hat ihn Gott über alle erhöht /
    und ihm den Namen verliehen, *
    der größer ist als alle Namen,
    damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde *
    ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
    und jeder Mund bekennt: /
    »Jesus Christus ist der Herr« – *
    zur Ehre Gottes, des Vaters.
    CANTICUM-GEBET: Großer Gott, dein Sohn war unter uns als einer, der dient. Mach uns bereit, dir zu dienen.

  • LESUNG

    Jeremia 18,19–20

    Gib du, Herr, acht auf mich und höre das Gerede meiner Widersacher! Darf man denn Gutes mit Bösem vergelten?
    Denn sie haben mir eine Grube gegraben. Denk daran, wie ich vor dir stand, um zu ihren Gunsten zu sprechen und deinen Zorn von ihnen abzuwenden.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unseren Vater, der uns in Jesus Christus alles schenken möchte, bitten wir:
    A: Höre unser Gebet.
    – Für die Christen in Lateinamerika und ihre Basisgemeinden.
    – Für die Staaten, in denen Gewalt herrscht.
    – Für den Einsatz aller, die für die Umwelt aktiv sind.
    – Für alle Menschen, die auf unser Gebet vertrauen.

  • Vaterunser

    Gott gibt auf uns acht und steht uns bei. So dürfen wir voll Vertrauen zu ihm beten, wie es uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns,
dass wir unseren Platz in dieser Welt finden.
Segne uns,
dass wir nicht darauf aus sind, andere zu verdrängen.
Segne uns, indem du uns einen Platz bei dir gibst. Amen.