Heute in Te Deum

Mittwoch · 26. Februar 2020

ASCHERMITTWOCH

Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt:
Lasst euch versöhnen mit Gott!
2 Korinther 5,20

Heute beginnen wir die heiligen vierzig Tage (lat. »Quadragesima«) der österlichen Bußzeit. Sie dienen der Vorbereitung auf die Feier des Leidens, des Sterbens, des Todes und der Auferstehung des Herrn an Ostern. 40 Jahre dauerte die Wüstenwanderung des Volkes Israel, 40 Tag fasteten Mose auf dem Berg Sinai und der Prophet Elija auf dem Weg zum Horeb und schließlich Jesus nach seiner Taufe. In der Alten Kirche bereiteten sich in dieser Zeit die Katechumenen intensiv auf ihre Taufe in der Osternacht vor, während die bereits Getauften sich ihrer eigenen Taufwürde neu bewusst wurden und sie im Hören von Gottes Wort und im Gebet vertieften. Menschen, die durch eine schwere Sünde ihre Gemeinschaft mit Gott und ihren Brüdern und Schwestern verletzt hatten, bereiteten sich durch strenges Fasten auf die Versöhnung vor.
Das Auflegen der Asche zu Beginn der österlichen Bußzeit geht auf die Aufnahme der Sünder in den Stand der Büßer zurück. In Gallien wurden sie in Anlehnung an die Vertreibung der Stammeltern aus dem Paradies aus der Kirche getrieben, mussten ein Bußgewand anlegen und wurden mit Asche bestreut. Während diese öffentliche Buße vor der Jahrtausendwende aufgegeben wurde, blieb der Ascheritus für alle Gläubigen bis heute erhalten. Mit ihm beginnen sie die Fastenzeit als eine Zeit nicht nur leiblichen Fastens, sondern auch der geistlichen Umkehr, der erneuernden Hinwendung zu Gott. So wird die österliche Bußzeit zu den »großen Jahresexerzitien des Volkes Gottes« (Balthasar Fischer).
Das Fastenzeitprogramm, wie es in der Benediktregel niedergelegt ist, gibt dem Beten und Lesen den Vorrang vor dem leiblichen Fasten und unterstreicht das freudige Klima christlichen Fastens als intensive Pflege der Beziehung zu Gott.
»Deshalb raten wir, dass wir wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit in aller Lauterkeit auf unser Leben achten. ( …) So möge jeder über das ihm zugewiesene Maß hinaus aus eigenem Willen und in der Freude des Heiligen Geistes Gott etwas darbringen ( …) und mit geistlicher Sehnsucht und Freude das heilige Osterfest erwarten« (RB 49).

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Nun ist sie da, die rechte Zeit,
    die Gottes Huld uns wieder schenkt,
    nun ist er da, der Tag des Heils,
    erfüllt von Christi hellem Licht.

    Jetzt soll sich unser ganzes Herz
    durch Fasten und Gebet erneun,
    und durch Entsagung werde stark,
    was müde ist und schwach und krank.

    Laß uns, o Herr, mit Geist und Leib
    das Werk der Buße freudig tun,
    daß wir den Übergang bestehn
    zum Pascha, das kein Ende kennt.

    Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
    lobsinge alles, was da lebt.
    Laß uns, durch deine Gnade neu,
    dich preisen durch ein neues Lied.
    Nach »Nunc tempus acceptibile« (spätestens 10. Jh.), Stundenbuch

  • PSALM 112

    Verse 1–9

    Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt *
    und sich herzlich freut an seinen Geboten.
    Seine Nachkommen werden mächtig im Land, *
    das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.
    Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, *
    sein Heil hat Bestand für immer.
    Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: *
    der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.
    Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, *
    der das Seine ordnet, wie es recht ist.
    Niemals gerät er ins Wanken; *
    ewig denkt man an den Gerechten.
    Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung; *
    sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.
    Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; *
    denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.
    Reichlich gibt er den Armen, /
    sein Heil hat Bestand für immer; *
    er ist mächtig und hochgeehrt.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, auf dich dürfen wir hoffen. Sei du unser Halt, dass wir nicht ins Wanken kommen, und mach uns zu Menschen, die gütig sind und bereit zu helfen.

  • Lesung

    Matthäus 6,3–4

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Gott, der du der Lohn aller bist, die nach deinem Willen leben, wir bitten dich:
    A: Gott, komm deinem Volk zu Hilfe.
    – Gib uns Freude daran, Gutes zu tun.
    – Hilf uns, dass wir uns nicht durch Beifall oder Missachtung anderer beirren lassen.
    – Schenke uns die Erfahrung deiner Nähe.

  • Vaterunser

    Gott selber ist der Gute. Er gibt seine gute Gaben und will uns zu einem Leben führen, in dem wir Gutes tun. Wir beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    »Das Übel mit der Wurzel ausrotten«, das sagt sich leicht. Besser wäre es, die Wurzel zu heilen.

    Schott-Messbuch


Segen

Gott, segne unser Tun, dass es gut wird.
Segne unser Tun, dass wir Freude daran haben.
Segne unser Tun, dass es reiche Frucht bringt. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, lass dein Wort in unserem Leben
reiche Ernte tragen.


  • 1. Lesung

    Joël 2,12–18°

    Spruch des HERRN: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen! Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld und es reut ihn das Unheil. Wer weiß, vielleicht kehrt er um und es reut ihn und er lässt Segen zurück, sodass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt für den HERRN, euren Gott.
    Auf dem Zion stoßt in das Horn, ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge! Der Bräutigam verlasse seine Kammer und die Braut ihr Gemach.
    Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des HERRN sollen sprechen: Hab Mitleid, HERR, mit deinem Volk und überlass dein Erbe nicht der Schande, damit die Völker nicht über uns spotten! Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott?
    Da erwachte im HERRN die Leidenschaft für sein Land und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.

    Impuls

    »Am Aschermittwoch ist alles vorbei, die Schwüre von Treue sie brechen entzwei. Von all deinen Küssen darf ich nichts mehr wissen. Wie schön es auch sei, dann ist alles vorbei« – so hat Jupp Schmitz bei vielen Karnevalsveranstaltungen gesungen. Das Lied klingt wehmütig, weil alles so schnell vergeht. Aber was geht vorbei? Fröhlichkeit, sicher auch gesellschaftlich toleriertes Über-die-Strängeschlagen. Stimmt, allerdings die Lebenslasten sind nicht vorbei. Fastnacht als Vorbereitung auf die Fastenzeit? Eher nicht! Eher ein Versuch, mit Ausgelassenheit und hemmungslosem Streben nach Glück zu verdrängen, was nicht zu verdrängen ist. Deshalb ist die Antwort auf den Lebensfrust, auf die zermürbenden Lebenslasten nicht zuerst die Optimierung des Lebens, die Überwindung der einschränkenden Bedingungen, das Ringen um einen Zugewinn an Leben, sondern die Änderung der Lebensausrichtung hin zu Gott, der Geduld mit uns hat und dessen Güte keine Grenze kennt. Hier finde ich Entlastung und kann einen neuen Weg gehen. Diese Umkehr ändert nicht schlagartig meine Lebenssituation, aber sie distanziert mich von der Sucht nach Leben, von einem »Glücklich-sein-Müssen« auf Kosten anderer und letztlich zu meinem eigenen Schaden.
    Gott ermöglicht mir Umkehr durch Jesus Christus. Beim Propheten Joël wird die Umkehr sogar als große Volksbewegung beschrieben. Gott ruft zur Umkehr – in jeder Lebenslage, zu jeder Zeit.

  • 2. Lesung

    2 Korinther 5,20 – 6,2°

    Schwestern und Brüder! Wir sind also Gesandte an Christi statt und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen! Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.
    Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch, dass ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt. Denn es heißt: Zur Zeit der Gnade habe ich dich erhört, am Tag der Rettung habe ich dir geholfen.
    Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung.

    Impuls

    Gott will die Versöhnung mit uns und durch unser Mitwirken in der Gesellschaft. Gottes Ziel ist Frieden, Gemeinschaft, Zusammenarbeit, Nähe und Vertrauen in der Welt und mit ihm. Dennoch ist Unversöhnlichkeit zu allen Zeiten und an allen Orten zu finden. Nicht zuletzt mit der eigenen Person ist sie zu finden, unversöhnt mit dem eigenen Lebensschicksal. Aussöhnung mit mir selbst ist eine oft lebenslange Aufgabe. Unversöhnt mit Gott die nächste. Vertrauen, Beziehung. Gebetsrituale, all das gilt es zu suchen. Und es uns schenken zu lassen. Solche neue Sichtweisen auf das eigene Leben und den Glauben müssen geschenkt sein, sie kommen nicht allein von uns. Sie haben ihren Ursprung in Gott. Seit Adam und Eva verfolgt Gott das eine Ziel, nämlich uns mit ihm zu versöhnen. Gott selbst ergreift die Initiative zur Versöhnung.
    Das ist Geschenk, das ist Gnade – schwer zu begreifen und noch schwerer, dieses Geschenk nicht immer wieder zu vergessen.

  • Evangelium

    Matthäus 6,1–6.16–18°

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
    Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
    Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
    Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
    Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
    Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

    Impuls

    Habt acht auf eure Gerechtigkeit! Das steht wie eine Überschrift über dem Text. »Gerechtigkeit« ist in der Bibel das Kennzeichen unserer Beziehung zu Gott. Gerecht zu sein und gerecht zu handeln, bedeutet vor allem, unserer Gemeinschaft mit Gott gerecht zu werden. Der Gemeinschaft, die wir uns nicht verdienen und nicht erarbeiten können. Die Gemeinschaft, die Gott gestiftet hat, die er uns anbietet als Geschenk.
    Habt acht auf eure Gerechtigkeit! – Das heißt im Christentum genauso wie im Judentum: Achtet auf den Umgang mit euren Nächsten, die eurer Hilfe bedürfen. Der französische Bischof Jacques Gaillot hat es so ausgedrückt: »Wer in Gott eintaucht, der taucht neben den Armen auf.«
    Doch was meint Jesu Warnung: Habt acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden? Was heißt das mit dem Beispiel der Almosen? »Almosen« heißt laut Duden ein »geringes, dürftiges Entgelt«, mit dem jemand abgespeist wird. Im heutigen Text schwingen hingegen Erbarmen und Barmherzigkeit mit, ein ganz und gar positiver Begriff für ein Almosen, ein Ausdruck von Gerechtigkeit. Statt Abspeisen geht es darum, dass wir uns nach Kräften bemühen, dass alle Menschen das Lebensnotwendige erhalten, dass sie ein Leben in Würde führen können. Wir geben nicht von dem ab, was uns gehört, sondern von dem, was Gottes ist. Almosen sorgen dafür, dass Gottes gute Gaben gerecht verteilt werden. Gib von dem Deinigen, was der andere gerade braucht! Gib von deinem Geld, deiner Kraft oder deiner Zeit! Wie auch immer – gib generös und sei dabei ganz beim anderen und damit ganz bei Gott.


Gebet

Lass mich nicht nur geben, Jesus, wenn mich Sucht nach Anerkennung treibt. Denn dann spiele ich nur eine Rolle, um zu gefallen, mache meinen notleidenden Nächsten zum Statisten. Mach dich selbst zum Ziel meiner Barmherzigkeit. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Du Schöpfer, Gott, erhöre uns,
    wir flehen dein Erbarmen an.
    Lass uns in dieser Fastenzeit
    erfüllt von deiner Gnade sein.

    Dein Blick durchdringt des Menschen Herz,
    du weißt, wie arm und schwach wir sind:
    Wenn du es nicht vollendest, Herr,
    dann können wir nichts Gutes tun.

    Wir weichen oft vom Wege ab
    und fallen in des Bösen Macht;
    nun bitten wir voll Reue dich:
    Vergib uns alle Sünd und Schuld.

    Lass uns vertrauen deinem Wort,
    Versöhnung stiften in Geduld,
    damit das Herz mit neuer Kraft
    sich frei zu dir erheben kann.

    O heilige Dreifaltigkeit,
    du Gott in einer Wesenheit:
    Gib, dass wir suchen dich allein
    und einst an dir uns ewig freun. Amen.
    Nach »Audi, benigne Conditor«, Gregor d. Gr. († 604) zugeschrieben, Stundengebet Abtei Kellenried

  • PSALM 72

    Verse 1–4b.5–9a.11–14

    Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, *
    dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!
    Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit *
    und deine Armen durch rechtes Urteil.
    Dann tragen die Berge Frieden für das Volk *
    und die Höhen Gerechtigkeit.
    Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk, *
    Hilfe bringen den Kindern der Armen.
    Er soll leben, solange die Sonne bleibt und der Mond, *
    bis zu den fernsten Geschlechtern.
    Er ströme wie Regen herab auf die Felder, *
    wie Regenschauer, die die Erde benetzen.
    Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen *
    und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.
    Er herrsche von Meer zu Meer, *
    vom Strom bis an die Enden der Erde.
    Vor ihm sollen seine Gegner sich beugen. /
    Alle Könige müssen ihm huldigen, *
    alle Völker ihm dienen.
    Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, *
    den Armen und den, der keinen Helfer hat.
    Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, *
    er rettet das Leben der Armen.
    Von Unterdrückung und Gewalttat befreit er sie, *
    ihr Blut ist in seinen Augen kostbar.
    PSALM-GEBET: Gerechter Gott, du bist die Hilfe derer, die keinen Helfer haben. Mach uns bereit, auf der Seite der Armen und Schwachen zu stehen.

  • LESUNG

    2 Korinther 6,1.2a

    Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch, dass ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt. Denn es heißt: Zur Zeit der Gnade erhöre ich dich, am Tag der Rettung helfe ich dir.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unser Vater, der uns mit seiner Liebe beschenkt:
    A: Wir bitten dich, erhöre uns.
    – Für die Christen im Irak und im Iran, in der Türkei und in Syrien.
    – Für alle Politiker, die sich für eine gerechte soziale Ordnung einsetzen.
    – Für die Arbeit der kirchlichen Hilfswerke an den Brennpunkten der Not.
    – Für die Obdachlosen in unseren Städten.

  • Vaterunser

    Wir dürfen Gott um alles bitten. Im Vertrauen auf sein Wort beten wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit der Weite des Herzens.
Segne uns mit dem Blick für die Nöte der anderen.
Segne uns mit überströmender Freude. Amen.