Heute in Te Deum


Donnerstag · 15. Oktober 2026

Weh euch Lehrern des Gesetzes!
Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis
weggenommen.
Lukas 11,52a

Theresia von Ávila (1515–1582) wurde in einer Familie geboren, die unter dem Druck der Reconquista, der christlichen Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Muslimen, vom Judentum zum Christentum übergetreten war. Mit 16 Jahren kam sie zur Erziehung in ein Augustinerinnenkloster, wurde aber krank. Während sie zur Genesung bei ihrer Schwester lebte, las sie Briefe des Kirchenvaters Hieronymus. Gegen den Willen ihres Vaters trat sie in den Karmel in Ávila ein. Sie wurde wieder krank bis zu einer todesähnlichen Starre und blieb drei Jahre gelähmt. Nach einer gesundheitlichen Besserung geriet sie in eine tiefe religiöse Krise. Sie fühlte sich zu schlecht für das Beten, das sie als »Verweilen bei einem Freund« verstand; auch empfand sie den Umgang mit Besuchern des Klosters als oberflächlich. Eine tiefe Erfahrung von Liebe vor einer Statue des Schmerzensmannes war für sie befreiend. Bei weiteren mystischen Erfahrungen fand sie in der Begleitung durch verschiedene Beichtväter zunächst Angst, zunehmend aber auch Aufklärung und Hilfe. Sie erhielt die Erlaubnis zu einem noch konsequenteren Leben zusammen mit Gefährtinnen. Daraus entstanden der Ordenszweig der Unbeschuhten Karmelitinnen, deren Ziel ein geschwisterlicher Lebensstil, das Freiwerden vom Ich und die intensive Pflege der Freundschaft mit Gott in großer Demut, ist – im Unterschied zum zeitgenössischen Rigorismus, der auf extreme Askese durch Fasten, Selbstgeißelung und totale Abstinenz setzte. Zusammen mit Johannes vom Kreuz als Spiritual ihres Konvents konnte sie ihre Gemeinschaft in diesem Geist erneuern und weitere Klöster gründen.
L: Röm 8,22–27; E: Joh 15,1–8

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Dein Wort, Herr, ruft den Tag herbei,
    treibt weg die Finsternis der Nacht,
    und was in Schlaf versunken war,
    durch deine Güte auferwacht.

    Du zeigst uns neu dein Angesicht
    und neigst dich über alle Not.
    In Christi Liebe sind wir dein
    und finden Leben noch im Tod.

    Dir, Vater, in der Ewigkeit
    mit deinem viel geliebten Sohn,
    in Einheit mit dem Schöpfergeist,
    erklingt auf Erden unser Lob. Amen.
    Deutsches Hymnar

  • CANTICUM

    Weisheit 2,12–20

    Lasst uns dem Gerechten auflauern! *
    Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg.
    Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor *
    und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung.
    Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen, *
    und nennt sich einen Knecht des Herrn.
    Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, *
    schon sein Anblick ist uns lästig;
    denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, *
    und seine Wege sind grundverschieden.
    Als falsche Münze gelten wir ihm; *
    von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat.
    Das Ende der Gerechten preist er glücklich *
    und prahlt, Gott sei sein Vater.
    Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, *
    und prüfen, wie es mit ihm ausgeht.
    Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, *
    dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand
    seiner Gegner.
    Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, /
    um seine Sanftmut kennenzulernen, *
    seine Geduld zu erproben.
    Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; *
    er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.
    CANTICUM-GEBET: Treuer Gott, in Jesus Christus hat der Tod aller Propheten und Gerechten seine Erfüllung und seinen Sinn gefunden. Stärke auch unsere Treue zu dir.

  • Lesung

    Lukas 11,52

    Jesus sprach: Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen

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    Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Herr Jesus Christus, du willst alle Menschen zum Vater führen. Wir bitten dich:
    A: Herr, sende uns deinen Geist.
    – Schenk uns das Verlangen nach deiner Freundschaft.
    – Öffne unserem Suchen die Tür zu Gottes Reich.
    – Gib uns Kraft zu der Einsicht: Gott allein genügt.

  • Vaterunser

    In Jesus Christus hat Gott die Tür zu seinem Reich geöffnet. Wir wollen eintreten und auch andere zu Gott mitnehmen. So beten wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Höre nicht auf, Herr, unser Gott, uns und aller Welt mit deinem guten Wort zuzusetzen, dass der Glaube sich herumspreche bei allen Menschen und die Kraft deiner Barmherzigkeit sich durchsetze, wo Bedrückte verzweifeln und Unterdrückte den Mut verlieren, wo die Mächtigen sich vergessen und die Ohnmächtigen vergessen werden, wo nach Leben geschrien und um Gnade gebettelt wird: Erbarm dich, Herr!

    Eberhard Jüngel (* 1934; evangelischer Theologe und Religionsphilosoph)


Segen

Gott, segne uns mit Zeugen,
die dir bis zuletzt treu bleiben.
Segne uns mit Boten,
die der herrschenden Meinung widersprechen.
Segne uns mit Menschen,
die aus der Erfahrung deiner Liebe leben. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gütiger Gott, dein Wort lasse uns deine Gerechtigkeit erkennen.


  • Lesung

    Epheser 1,1–10°

    Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, an die Heiligen in Éphesus, die Gläubigen in Christus Jesus, Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    Gepriesen sei Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
    Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor ihm. Er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und zu ihm zu gelangen nach seinem gnädigen Willen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.
    Durch sie hat er uns reich beschenkt, in aller Weisheit und Einsicht, er hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat in ihm. Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, das All in Christus als dem Haupt zusammenzufassen, was im Himmel und auf Erden ist, in ihm.

    Impuls

    Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie bekämen einen Brief von Paulus, adressiert an Ihren Namen und Wohnort. Und darin schreibt der Apostel, dass Gott Sie liebt und dazu bestimmt hat, seine Tochter / sein Sohn zu werden. Er schreibt, dass dies Gottes Plan ist, unverrückbar und aus Liebe. Der Satz geht tief, bis an die Wurzel und fühlt sich an wie ein Anker. Nicht Sie müssen das zugesagte Leben verdienen, es wird Ihnen von Gott aus Liebe geschenkt. Der Brief, den Sie in den Händen halten, ist alltagstauglich. Als geistliches »Wertpapier« hilft er, das Leben mit all seinen Fragen, Herausforderungen und Konflikten im Wissen anzunehmen, dass Gottes Liebeskraft stärkt und trägt. Ihr Teil ist es, JA zu sagen zu Gottes Plan. Ich wünsche es Ihnen, mir und uns allen – in einer Welt, in der soviel Nein ertönt.

  • Evangelium

    Lukas 11,47–54°

    Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden. Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten.
    Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen, damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, von dieser Generation gefordert wird, vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharías, der zwischen Altar und Tempelhaus umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden.
    Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.
    Als Jesus von dort weggegangen war, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen; sie lauerten ihm auf, um ihn in seinen eigenen Worten zu fangen.

    Impuls

    Mit Schlüsseln lassen sich Räume auf- und zuschließen und wer sie besitzt hat Macht. So die Gesetzeslehrer, die Zugang haben zu Wissen und Erkenntnis und die sich anmaßen, die Türen zum Reich Gottes nach ihrem Gutdünken zu versperren. Sie stellen Stoppschilder auf, hindern Menschen daran, Gottes Wort zu hören und zu befolgen. Den Propheten errichten sie Denkmäler, gleichzeitig sorgen sie dafür, dass diese mundtot gemacht werden. Jesus geißelt die Haltung der Gesetzeslehrer und entlarvt ihre wahren Absichten. Entsprechend ist die Reaktion. Sie greifen zur Gewalt. So war dies zur Zeit Jesu und so ist es leider auch heute. Jesus lehrt uns das Gegenmodell. Nicht Gewalt, sondern Liebe führt zu Gott.


Gebet

Herr Jesus Christus, wohin ich blicke, geht es um Macht und das Recht des Stärkeren. Es widerstrebt mir und gleichzeitig spüre ich die Ohnmacht, etwas zu ändern. Komm zu mir, erfülle mich mit deinem Frieden und hilf mir Bote des Friedens zu sein. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    Gott, deine Güte reicht so weit,
    so weit die Wolken gehen;
    du krönst uns mit Barmherzigkeit
    und eilst, uns beizustehen.
    Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort,
    vernimm mein Fleh’n, merk auf mein Wort,
    denn ich will vor dir beten.

    Ich bitte nicht um Überfluss
    und Schätze dieser Erden;
    lass mir, so viel ich haben muss,
    nach deiner Gnade werden!
    Gib mir nur Weisheit und Verstand,
    dich, Gott, und den, den du gesandt,
    und mich selbst zu erkennen!
    Christian F. Gellert (1757); EST 626 · CG 892

  • CANTICUM

    Kolosser 1,12–14

    Dankt dem Vater mit Freude! *
    Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben
    am Los der Heiligen, die im Licht sind.
    Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen *
    und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
    Durch ihn haben wir die Erlösung, *
    die Vergebung der Sünden.
    CANTICUM-GEBET: Treuer Gott, wir sehen die Dunkelheit des Todes, mach uns bereit für das Licht des ewigen Lebens, das du uns gibst.

  • LESUNG

    Epheser 1,3–4

    Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Magnifikat öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Jesus, unser Bruder und Herr, durch deinen Tod am Kreuz hast du uns erlöst. Demütig bitten wir dich:
    V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
    – Für alle Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
    – Für eine friedliche und demokratische Entwicklung in den arabischen Ländern.
    – Für alle Frauen und Männer in medizinischen Berufen und in der Pflege.
    – Für alle, die sich radikalisiert haben und Gewalt ausüben.

  • Vaterunser

    Gott ist gerecht und will auch uns gerecht machen, indem wir durch den Glauben zu ihm gehören. Wir beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott segne uns mit seiner Gerechtigkeit,
damit die Selbstgerechtigkeit verschwindet.
Er segne uns mit der Würde, seine Kinder zu sein,
damit wir uns nicht eigene Würden zulegen.
Er segne uns mit der Unbegrenztheit seiner Liebe,
damit wir über unsere Grenzen wachsen. Amen.