Heute in Te Deum

Samstag · 23. Juni 2018

Sorgt nicht für morgen,
denn der morgige Tag
wird für das Seine sorgen.
Matthäus 6,34a

Argula von Grumbach (von Stauff) Argula (1492–1568), aus adliger Familie in Bayern stammend, stand mit Martin Luther in Briefwechsel. Unter dem Pseudonym Argula von Stauff verteidigte sie die Schriften der lutherischen Lehre und wurde so zur ersten weiblichen Autorin im Protestantismus. Die ganze Spannung und Tragik, die sich zwischen der alten und neuen Lehre aufbaute und das ganze Jahrhundert zerriss, machte auch vor ihrer Familie nicht Halt.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Lass mich, gütiger Herr,
    mit ganzem Herzen dir dienen,
    dich verkünden im Wort,
    dich tiefer erfassen im Glauben
    und in freudigem Dank
    zu dir die Hände erheben.

    Du bist mein Weg, meine Kraft,
    der sprudelnde Quell meines Lebens,
    du meiner Mühsal Lohn,
    mein Schöpfer und gütiger Lehrer.

    Sieh meine Armut und Not
    und verzeih mir Torheit und Sünde;
    gib, dass ich Gutes nur will
    und mit deiner Kraft es vollbringe.

    Dann lass mich, deinen Knecht,
    beseligt dein Angesicht schauen
    und, von Wonne durchströmt,
    an dir mich ewig erfreuen.
    Neues Stundenbuch

  • PSALM 33

    Verse 13–19

    Der Herr blickt herab vom Himmel, *
    er sieht auf alle Menschen.
    Von seinem Thronsitz schaut er nieder *
    auf alle Bewohner der Erde.
    Der ihre Herzen gebildet hat, *
    er achtet auf all ihre Taten.
    Dem König hilft nicht sein starkes Heer, *
    der Held rettet sich nicht durch große Stärke.
    Nichts nützen die Rosse zum Sieg, *
    mit all ihrer Kraft können sie niemand retten.
    Doch das Auge des Herrn ruht auf allen,
    die ihn fürchten und ehren, *
    die nach seiner Güte ausschaun;
    denn er will sie dem Tod entreißen *
    und in der Hungersnot ihr Leben erhalten.
    PSALM-GEBET: Starker Gott, gib uns die Einsicht, dass du unsere Hilfe bist. Steh uns bei in der Not und mach auch uns bereit zu helfen.

  • Lesung

    Matthäus 6,31–33

    Jesus sagte zu seinen Jüngern: Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht; euer himmlischer Vater ernährt sie.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, du sorgst dich um uns, deine Kirche. Wir rufen zu dir:
    A: Komm in unsere Mitte!
    ¬ Gib uns Kraft durch deine Nähe in unserem Alltag.
    ¬ Mache unser Herz weit durch dein Wort.
    ¬ Erfülle unsere Seelen mit deinem Frieden.

  • Vaterunser

    Gott ist immer für uns da und wartet auf unsere Zuwendung. So wollen wir beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Ein Herz, das sich für Gott öffnet, ist auch offen für die Nöte unserer Welt und es wird freier sein als ein Herz, welches in erster Linie an irdischen Dingen hängt, die der Vergänglichkeit und der Vernichtung durch Rost und Motten preisgegeben sind.

    Martin Petzold (*1955; deutscher Kammersänger in Leipzig)


Segen

Herr, segne uns, damit wir auf deinen Wegen gehen.
Segne uns. wo immer wir an unsere Grenzen kommen.
Segne uns, damit wir auf dem Weg deines Heiles bleiben.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Starker Gott, durch dein Wort komme deine Kraft auf uns herab.


  • Lesung

    2 Chronik 24,17–25

    Nach dem Tod des Priesters Jojada kamen die führenden Männer Judas zum König und warfen sich vor ihm nieder. Dieser hörte damals auf sie, sodass sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verließen und die Kultpfähle und Götzenbilder verehrten. Wegen dieser Schuld kam ein Zorngericht über Juda und Jerusalem. Der Herr schickte Propheten zu ihnen, um sie zur Umkehr zum Herrn zu bewegen, aber man hörte nicht auf ihre Warnung.
    Da kam der Geist Gottes über Secharja, den Sohn des Priesters Jojada. Er trat vor das Volk und hielt ihm vor: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des Herrn? So könnt ihr kein Glück mehr haben. Weil ihr den Herrn verlassen habt, wird er euch verlassen.
    Sie aber taten sich gegen ihn zusammen und steinigten ihn auf Befehl des Königs im Hof des Hauses des Herrn. König Joasch dachte nicht mehr an die Treue, mit der ihm Jojada, der Vater Secharjas, gedient hatte, sondern ließ dessen Sohn töten. Dieser aber rief sterbend aus: Der Herr möge es sehen und vergelten.
    Um die Jahreswende zog das Heer der Aramäer gegen Joasch. Sie drangen nach Juda und Jerusalem vor und machten alle führenden Männer des Volkes nieder. Ihre gesamte Beute brachte man zum König von Damaskus. Mit nur wenig Kriegern war das Heer der Aramäer gekommen; aber der Herr gab ein sehr großes Heer in ihre Gewalt, weil die Israeliten den Herrn, den Gott ihrer Väter, verlassen hatten. So vollzogen die Aramäer an Joasch das Strafgericht.
    Als sie abzogen und ihn schwer krank zurückließen, verschworen sich seine Diener gegen ihn wegen der Blutschuld am Sohn des Priesters Jojada und erschlugen ihn auf seinem Bett. Man begrub ihn in der Davidstadt, aber nicht in den Gräbern der Könige.

    Impuls

    Berater haben auf die Entscheidungen und Handlungen der Herrscher großen Einfluss. Sie können die Mächtigen davon überzeugen, den Weg des Friedens zu wählen. Sie können das Herz der Herrscher für Gottes Gebote erwärmen. Genauso können die Berater aber auch Hass schüren und ihren Einfluss dazu verwenden, sich und ihre Gönner zu bereichern. Sie haben die Macht, die Herrscher zu Kriegen zu überreden und Kritiker mundtot zu machen. Nicht nur die Berater unserer Tage haben diese Macht. Am Beispiel der Berater von König Joasch lässt sich beobachten, was geschieht, wenn die Mächtigen auf Menschen hören, denen Gottes Gebote gleichgültig sind und die nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Unter dem Einfluss neuer Berater schreckt König Joasch, der doch zuvor so treu zu Gott und seinem Volk stand, nicht davor zurück, seinen Kritiker ermorden zu lassen. Wer mordet, zieht andere Mörder auf sich. Joaschs Ende ist gewaltsam. Tragisch ist nur, dass der Hass und die Gewalt der Herrscher nicht allein auf sie selbst zurückfallen. Immer sind auch die einfachen Menschen mitbetroffen. Sie sind die ersten Opfer, wenn die Mächtigen sich um Gottes Gebote nicht scheren.

  • Evangelium

    Matthäus 6,24–34

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
    Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
    Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
    Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
    Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
    Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

    Impuls

    Angst ist der tägliche Begleiter in der Moderne. Sie ist diffus und hat meistens keinen konkreten Grund. Sie lähmt. Sie blockiert das Handeln. Aber sie treibt auch voran. Sie lenkt unsere Alltagsentscheidungen. Ohne dass wir es ihr erlaubt hätten, übt sie Macht über uns aus und will, dass wir ihr gehorchen. Und so planen wir Projekte, um danach neue Projekte zu planen. Wir rechnen und berechnen und schließen Versicherungen ab. Am Abend flüstert die Angst leise in unser Ohr: »Du hättest das Projekt heute noch zu Ende bringen müssen. Bevor du schläfst, solltest du das noch schnell erledigen.« Am Morgen weckt die Angst uns mit einem neuen Leistungskatalog. Und zwischendurch schreibt sie uns einen Brief: »Du musst sparen, damit du am Ende ruhig schlafen kannst.« Jesus sagt zu unserer Angst: »Du bist der Feind! Du nimmst meinen Freunden den Atem. Du raubst ihnen das Leben. Deinetwegen achten sie nicht darauf, wie barmherzig Gott ist. Deinetwegen misstrauen sie der Liebe Gottes. Deinetwegen vergessen sie, wie kostbar das Glück ist, das Gott schenkt.« Und zu uns sagt Jesus: »Gott ist mächtiger als die Angst. Gott ist größer als eure Sorgen. Gott sorgt für euch am Abend und am Morgen und auch in den Stunden der Nacht.«


Gebet

Befreie uns von der Angst, Gott. Befreie uns von der Sorge. Brich ein in unsere Sicherheit und nimm sie uns. Gib uns Vertrauen zu dir. Du bist der Ursprung und das Ziel. Du bist die Quelle. Du bist das Leben. Du wirst uns tragen. Heute, morgen, alle Tage. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Wenn man der Sonne nachschaut,
    wie sie untergeht,
    denkt man an die,
    bei denen es wieder Morgen wird.

    In deiner Christenheit
    wird es Abend, Herr.
    Das Morgenlicht ist müde.
    Es geht woanders wieder auf.

    Die Meere tun sich wieder auf,
    die Feuersäule geht,
    und vom gelobten Land
    weiß niemand, wo es ist.

    Doch jeden Abend ist es
    erreicht. Das Mahl
    wird aufgetischt,
    als ob es das letzte wäre. Amen.
    Zeitgenössisch

  • PSALM 60

    Verse 3–7.12–14

    Du hast uns verworfen, o Gott, und zerschlagen. *
    Du hast uns gezürnt. Richte uns wieder auf!
    Erschüttert hast du das Land und gespalten. *
    Heile seine Risse! Denn es kam ins Wanken.
    Du hast dein Volk hart geprüft, *
    du gabst uns betäubenden Wein zu trinken.
    Für alle, die dich fürchten, hast du ein Zeichen aufgestellt, *
    zu dem sie fliehen können vor dem Bogen.
    Hilf mit deiner Rechten, erhöre uns, *
    damit die gerettet werden, die du so sehr liebst.
    Gott, hast denn du uns verworfen? *
    Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren.
    Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind! *
    Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos.
    Mit Gott werden wir Großes vollbringen; *
    er selbst wird unsere Feinde zertreten.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, wer dich verlässt, schlägt sich selber eine Wunde. Heile uns, Herr, und sei du unsere Hilfe.

  • LESUNG

    2 Chronik 24,17b–19

    Der König hörte damals auf führende Männer Judas, sodass sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verließen und die Kultpfähle und Götzenbilder verehrten. Wegen dieser Schuld kam ein Zorngericht über Juda und Jerusalem. Der Herr schickte Propheten zu ihnen, um sie zur Umkehr zum Herrn zu bewegen, aber man hörte nicht auf ihre Warnung.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Euch muss es zuerst um Gottes Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, den Allmächtigen, bitten wir um seine Hilfe:
    A: Guter Gott, erbarme dich!
    ¬ Hilf deiner Christenheit, die inneren Konflikte durch Wahrheitsliebe und Demut zu lösen.
    ¬ Gib den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in christlichen Krankenhäusern die Kraft für ihren oft schweren Dienst zum Besten der Patienten.
    ¬ Hilf den zu Unrecht Angeklagten oder Verurteilten in aller Welt, ihr Recht zu erlangen.
    ¬ Bring allen Patienten, die an schweren Schmerzen leiden, Hilfe und Hoffnung.

  • Vaterunser

    Im Gebet wenden wir uns an den Schöpfer, der nie aufgehört hat, uns zu lieben: Vater unser im Himmel …


Segen

Herr, dein guter Segen sei mit uns.
Deine tröstende Liebe erfülle uns.
Dein vergebendes Wort vertreibe unsere Angst.
Dann werden wir Zeugen deines Segens sein. Amen.