Heute in Te Deum


Samstag · 11. Juli 2026

BENEDIKT VON NURSIA

Dann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht
und Frömmigkeit und jeden guten Weg.
Sprichwörter / Sprüche 2,9

Benedikt (um 480–547), Sohn einer begüterten Familie in Nursia, kam zum Studium der artes liberales nach Rom. Angewidert von der Sittenlosigkeit in der Hauptstadt, zog er sich als Einsiedler in eine Höhle bei Subiaco zurück. Nach drei Jahren geistlich gereift, wird er als Mann Gottes von vielen aufgesucht. Mönche erbitten ihn als Abt für ihr Kloster. Benedikt scheitert mit seinen monastischen Vorstellungen bei dieser Gemeinschaft. Er kehrte nach Subiaco zurück, wo sich Schüler um ihn sammeln, für die er zwölf kleine Klöster gründete. Gregor d. Gr. schildert im 2. Buch der »Dialoge« diese Zeit, in der das monastische Ideal Benedikts Gestalt gewinnt. Zusammen mit einigen Mönchen geht er nach Monte Cassino und gründet das Kloster, in dem er seine Mönchsregel niederschrieb. In dieses Werk sind neben eigenen Erfahrungen Traditionen des frühen Mönchtums aus dem Osten und Westen, Schriften der Kirchenväter, aber vor allem die Heilige Schrift als Urgrund für das asketische Leben eingegangen. Leitthemen der Regula Benedicti sind die Grundhaltung des Hörens, die Tugenden Liebe, Gehorsam, Schweigsamkeit und Demut, der Eifer für den Gottesdienst, die Liebe und der Friede unter den Brüdern, die Sorge um Schwache und Kranke in der Gemeinschaft, aber auch für Gäste, Fremde und Arme, die zum Kloster kommen. Die Spiritualität ist geprägt von einer innigen Christozentrik und dem Sinn sowohl für die einzelne Person wie für die Gemeinschaft. – Die Benediktregel ist bis heute Richtschnur und Inspirationsquelle des abendländischen Mönchtums. Benedikt von Nursia wurde von Papst Pius XII. »Vater Europas« genannt; Papst Paul VI. ernannte ihn 1964 zum Schutzpatron Europas.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Der goldne Morgen steigt empor
    und schenkt im Glanze uns den Tag,
    da unser Vater Benedikt
    durchschritt das Tor der Ewigkeit.

    Wie Abraham, so zog er aus
    in neues, unbekanntes Land,
    ließ Glanz und Reichtum dieser Welt
    und folgt’ dem Wort, das ihn berief.

    Jetzt tritt er in die heil’ge Stadt,
    erreicht das Ziel nach langem Weg
    und schaut das Antlitz seines Herrn,
    das seine Sehnsucht stets gesucht.

    Lass uns dir folgen auf dem Weg,
    Gesegneter, so bitten wir,
    zum ew’gen Reiche führe uns,
    die du der Welt entsagen lehrst.

    Dem Vater sei die Herrlichkeit
    und seinem eingebornen Sohn.
    Lob sei dem Geist, der beide eint,
    durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
    Nach »Aurora surgit aurea«, Petrus Damiani (11. Jh.),
    Monastisches Stundenbuch

  • CANTICUM

    Weisheit 8,2–8

    Die Weisheit habe ich geliebt und gesucht von Jugend auf, /
    ich suchte sie als Braut heimzuführen *
    und fand Gefallen an ihrer Schönheit.
    Im Umgang mit Gott beweist sie ihren Adel, *
    der Herr über das All gewann sie lieb.
    Eingeweiht in das Wissen Gottes, *
    bestimmte sie seine Werke.
    Ist Reichtum begehrenswerter Besitz im Leben, *
    was ist dann reicher als die Weisheit, die in allem wirkt?
    Wenn Klugheit wirksam ist, *
    wer in aller Welt ist ein größerer Meister als sie?
    Wenn jemand Gerechtigkeit liebt, *
    in ihren Mühen findet er die Tugenden.
    Denn sie lehrt Maß und Klugheit, /
    Gerechtigkeit und Tapferkeit, *
    die Tugenden, die im Leben der Menschen nützlicher sind
    als alles andere.
    Wenn jemand nach reicher Erfahrung strebt: *
    Sie kennt das Vergangene und errät das Kommende,
    sie versteht, die Worte schön zu formen *
    und Rätselhaftes zu deuten;
    sie weiß im Voraus Zeichen und Wunder *
    und kennt den Ausgang von Perioden und Zeiten.
    CANTICUM-GEBET: Ewiger Gott, schenke uns das Wissen um dich und dein machtvolles Wirken, damit wir uns dir zuwenden und im Vertrauen auf dich leben.

  • Lesung

    Matthäus 19,27–28

    In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

    Benedictus öffnen...

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir bitten dich:
    A: Herr, sei du unsere Hilfe.
    – Wecke in uns die Sehnsucht, dich in allem zu suchen.
    – Gib uns die Kraft, dir auf unserem persönlichen Weg nachzufolgen.
    – Mach uns bereit, deinetwegen auch Verzichte zu akzeptieren.

  • Vaterunser

    Von Anfang an haben Christen nach Gott gesucht und zu ihm gebetet. Mit ihnen verbunden sprechen wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Lieben ist wie eine Sinfonie zu hören. Empfänglich zu sein für alle Klänge, die zur Sinfonie gehören.

    Anthony de Mello (1931?1987; indischer Jesuit, geistlicher Begleiter, Psychotherapeut und Autor)


Segen

Gott, segne uns mit der Freude an unserer Berufung.
Segne uns mit der Zufriedenheit mit dem, was du uns gibst.
Segne uns mit der Hoffnung auf das, was du uns verheißt.
Segne uns mit der Liebe, in der wir dich finden. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, dein Wort sei unser Glück und unsere Freude.


  • Lesung

    Sprichwörter 2,1–9°

    Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote beherzigst, der Weisheit Gehör schenkst, dein Herz der Einsicht zuneigst, wenn du nach Erkenntnis rufst, mit lauter Stimme um Einsicht bittest, wenn du sie suchst wie Silber, nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Furcht des HERRN begreifen und Gotteserkenntnis finden.
    Denn der HERR gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht. Für die Redlichen hält er Hilfe bereit, den Rechtschaffenen ist er ein Schild. Er hütet die Pfade des Rechts und bewacht den Weg seiner Frommen.
    Dann wirst du Recht und Gerechtigkeit begreifen, Redlichkeit und jede gute Bahn.

    Impuls

    »Wir bitten Dich: sende Deinen Geist in uns, die wir auf Erden leben und mache uns zu einem Volk, das das Richtige tut in Gerechtigkeit; lass Leben und Liebe stärker sein als Zerstörung und Tod und lass uns Menschen sein, die Zeugen sind von deinem Reich des Friedens.« So heißt es in einem Hochgebet der Niederländischen Kirche. Ein gutes Gesetzbuch haben ist noch keine Garantie dafür, dass es auch immer gerecht zugeht. Die Recht sprechen, müssen es auch in Gerechtigkeit tun. Eine schöne Perspektive, die das Buch der Sprichwörter uns da aufzeigt. Eine, die es lohnt, ihr auf der Spur zu bleiben: das Richtige tun in Gerechtigkeit.

  • Evangelium

    Matthäus 19,27–29°

    In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?
    Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
    Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erben.

    Impuls

    Alles hat seinen Preis und die Apostel sind in diesem Text sehr menschlich. Sie wollen nicht mit einem Minus aus der Sache mit diesem Jesus herausgehen. So schön und gut seine Botschaft auch ist und für die sie viel aufgegeben, ja anscheinend alles verlassen haben, sie möchten auf der anderen Seite auch etwas dafür bekommen. Bei näherer Betrachtung ist es wohl mehr ein theologischer als ein historischer Text, denn auf ihrem Weg wohnen sie einmal im Haus des Petrus (Mk 1,29–31) und nach dem Tode Jesu kehren die Jünger an ihren ehemaligen Arbeitsplatz zurück (Joh 21,1–14). Was die Perikope den Lesern vor Augen hält, ist aber doch die Konsequenz, dass es die Nachfolge Jesu nicht gibt, ohne dafür etwas aufzugeben – und – dass es am Ende, ganz am Ende das ewige Leben geben wird. Wer ihm in Liebe folgt, wird aber nicht anfangen, abzuwiegen und aufzurechnen, ob es sich lohnt.


Gebet

Gerechter Gott, leite meine Gedanken, Worte und Taten, damit ich erkenne, was gerecht und gut ist.
Schenke mir den Mut, für das Richtige einzustehen, auch wenn es schwer fällt oder Widerstand bedeutet. Gib mir ein Herz, das mitfühlt und für die Schwachen Partei ergreift, offene Augen für das Unrecht in der Welt hat und bereitwillige Hände zum Handeln. Hilf mir, in Liebe und Wahrheit zu leben und so ein Zeichen deiner Gerechtigkeit zu setzen, damit dein Reich der Gerechtigkeit und Liebe wächst – auch durch mich. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    Sei gegrüßt, Benediktus Gottesmann,
    du Gesegneter nach Namen und Gnade.
    Vornehm nach Herkunft und Gesinnung
    sahst du in allen Menschen den Adel der Gotteskindschaft.
    Sei gegrüßt, heiliger Vater Benediktus.

    Du hieltest stets Ausschau nach Gott,
    in allen Menschen begegnet dir Christus.
    Dir wurden die alltäglichen Dinge
    zu heiligen Altargefäßen.
    Sei gegrüßt, heiliger Vater Benediktus.

    Allezeit hörtest du auf Gott,
    wurdest so Lehrer von Gottes Wort.
    Im Acker des Alltags
    bewahrtest du den Schatz der göttlichen Weisung,
    Neues und Altes daraus zu schöpfen zur rechten Zeit.
    Sei gegrüßt, heiliger Vater Benediktus.

    Den Weg der Gebote eilend zu einem hohen Ziel,
    nahmst du doch Rücksicht auf die schwächeren Brüder.
    Vom Guten Hirten lerntest du,
    in Liebe für die Kranken und Schwachen zu sorgen.
    Sei gegrüßt, heiliger Vater Benediktus.

    Eifrig und treu im mönchischen Dienst,
    erkanntest du doch den Vorrang der Liebe.
    Dein Leben war vom Lob Gottes erfüllt,
    und schon auf Erden schautest du das Licht der kommenden
    Welt.
    Sei gegrüßt, heiliger Vater Benediktus.
    Nach der Benediktusregel und den Dialogen des hl. Gregor zusammengestellt zur Melodie des Hymnos Akathistos von Sr. Agnes Schmid OSB, Kellenried

  • PSALM 100

    Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde! /
    Dient dem Herrn mit Freude! *
    Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
    Erkennt: Der Herr allein ist Gott. /
    Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, *
    sein Volk und die Herde seiner Weide.
    Tretet mit Dank durch seine Tore ein! /
    Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels! *
    Dankt ihm, preist seinen Namen!
    Denn der Herr ist gütig, /
    ewig währt seine Huld, *
    von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.
    PSALM-GEBET: Ewiger, unbegreiflicher Gott, du hast dich uns offenbart. Hilf uns, dich zu erkennen, um von dir erkannt zu werden.

  • LESUNG

    Sprichwörter 2,6–8

    Der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht. Für die Redlichen hält er Hilfe bereit, den Rechtschaffenen ist er ein Schild. Er hütet die Pfade des Rechts und bewacht den Weg seiner Frommen.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Jeder, der um meines Namens willen alles verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.

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    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, Ziel unserer Suche und unserer Sehnsucht. Wir bitten dich:
    A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
    – Für alle, die du in eine geistliche Gemeinschaft berufen hast.
    – Für die Einheit Europas, das seine christlichen Grundlagen nicht vergisst.
    – Für alle Menschen, die nach der Wahrheit verlangen.
    – Für jene, die nach einem neuen Anfang für ihr Leben suchen.

  • Vaterunser

    Jesus Christus hat uns gelehrt, wie wir beten sollen. Wir folgen seinem Wort und beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit dem Wunsch, dich zu suchen.
Segne uns mit der Weisheit, deine Spuren zu entdecken.
Segne uns mit der Einsicht, von dir zu sprechen.
Segne uns mit den Worten, dich zu loben und dir zu danken.
Amen.