Heute in Te Deum

Donnerstag · 28. Januar 2021

Mit welchem Maß ihr messt,
wird man euch wieder messen,
und man wird euch noch dazugeben.
Markus 4,24b

Thomas von Aquin (1225–1274) wurde als jüngstes Kind einer adeligen Familie schon mit fünf Jahren in das Benediktinerkloster Montecassino gegeben, um später seinem Onkel als Abt nachzufolgen. Gegen heftigen Widerstand seiner Familie trat er zu den als Bettelorden gegründeten Dominikanern über. Nach Studien, u .a. bei Albertus Magnus, wurde er Lehrer der Theologie. Thomas verfasste mehr Schriften als jeder andere theologische Autor; er soll mehreren Sekretären gleichzeitig diktiert haben. Seine Theologie gründet auf den Gedanken von Aristoteles, die er mit der christlichen Offenbarung verbindet. Es ist sein Verdienst, Theologie als Wissenschaft etabliert zu haben. Er ist auch ein Dichter hohen Ranges, am bekanntesten sind das Pange lingua (5. und 6. Strophe: Tantum ergo), das Adoro te devote und die Sequenz zu Fronleichnam: Lauda Sion. Allerdings hat sich auf Aussagen von Thomas auch die Inquisition berufen.
L: Weish 7,7–10.15–16; E: Mt 23,8–12

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Christus - mächtiger Gott!
    Du, Allherrscher der Schöpfung,
    lenkst die kreisenden Welten -
    wandelst auf Wogen,
    wendest die Stürme -
    rufst deine Engel,
    zwingst die Dämonen -
    König der Welt!
    Allem verleihst du das Sein,
    Wort des allmächtigen Vaters!

    Christus - Heiland der Welt!
    Aus dem Schoße des Vaters
    steigst du rettend hernieder:
    wirst unser Bruder,
    teilst unsre Armut -
    trägst unsre Leiden,
    tilgst unsre Sünden -
    hebst uns empor:
    Erster des neuen Geschlechts,
    das du erlöst und geheiligt.

    Christus - göttliches Haupt!
    Wie der Weinstock die Reben
    nährst du uns, deine Glieder:
    senkst in die Seelen
    göttliches Leben,
    einigst die Völker
    in deiner Kirche
    heiligem Leib.
    Zieh uns auf ewig an dich,
    Mittler unsterblichen Lebens!
    Zeitgenössisch

  • PSALM 5

    Verse 2–9.12–13

    Höre meine Worte, Herr, *
    achte auf mein Seufzen!
    Vernimm mein lautes Schreien, mein König und mein Gott, *
    denn ich flehe zu dir.
    Herr, am Morgen hörst du mein Rufen, *
    am Morgen rüst ich das Opfer zu, halte Ausschau nach dir.
    Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt; *
    der Frevler darf nicht bei dir weilen.
    Wer sich brüstet, besteht nicht vor deinen Augen; /
    du lässt die Lügner zugrunde gehn, *
    Mörder und Betrüger sind dem Herrn ein Gräuel.
    Ich aber darf dein Haus betreten *
    dank deiner großen Güte,
    ich werfe mich nieder in Ehrfurcht *
    vor deinem heiligen Tempel.
    Leite mich, Herr, in deiner Gerechtigkeit, /
    meinen Feinden zum Trotz; *
    ebne deinen Weg vor mir!
    Alle sollen sich freuen, die auf dich vertrauen, *
    und sollen immerfort jubeln.
    Beschütze alle, die deinen Namen lieben, *
    damit sie dich rühmen.
    Denn du, Herr, segnest den Gerechten. *
    Wie mit einem Schild deckst du ihn mit deiner Gnade.
    PSALM-GEBET: Starker Gott, du schenkst uns Vergebung, damit deine Güte unser Leben prägt. Mach uns zu Menschen, die dir folgen und nach dem Beispiel Jesu Christi leben.

  • Lesung

    Markus 4,21–22

    Jesus sprach: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Der Herr hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Herr Jesus Christus, du hast uns Gottes Verborgenheit geöffnet. Wir bitten dich:
    A: Herr, sende uns deinen Geist.
    – Gib uns die Ohren, aufmerksam Gottes Wort zu hören.
    – Entzünde in uns dein Licht, damit es allen leuchtet.
    – Mach uns bereit, dass wir uns dir ganz überlassen.

  • Vaterunser

    Gottes Wort ist nicht verborgen. Wir dürfen es hören und können ihm folgen. Wir antworten darauf mit dem Gebet, das uns Jesus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Wie soll ich wissen, was ich glaube, eh ich lese, was ich schreibe?

    Thorsten Latzel (* 1970; Theologe, Direktor der evangelischen Akademie Frankfurt)


Segen

Gott, segne uns, wenn wir Dunkelheiten in uns entdecken.
Segne uns, wenn wir das Dunkle in uns vor dir verbergen
wollen.
Segne uns und öffne unser Leben für dein Licht. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gütiger Gott, dein Wort sei uns Ansporn, dir zu dienen.


  • Lesung

    Hebräer 10,19–25

    Wir haben die Zuversicht, Brüder, durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten. Er hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch.
    Da wir einen Hohenpriester haben, der über das Haus Gottes gestellt ist, lasst uns mit aufrichtigem Herzen und in voller Gewissheit des Glaubens hintreten, das Herz durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.
    Lasst uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten, denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu.
    Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen.
    Lasst uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander, und das umso mehr, als ihr seht, dass der Tag naht.

    Impuls

    Dass das Christentum einen Gott im Fleisch verehrt, ist eine bleibende Sensation und Grund genug, immer wieder ins Staunen zu geraten. Man kann sich darüber nicht genug wundern, wie so etwas in der Religionsgeschichte möglich gewesen ist: dass ein Gott sich nicht nur in einem Menschen prophetisch ausspricht oder ausdrückt, sondern ganz und gar in ihn eingeht. Dass Götter irdische Verkleidungen annehmen, ist nicht ungewöhnlich. Zeus tritt mal als Stier, mal als Schwan auf. Odin wird zum Wurm. Aber das sind nur taktische Spielchen und Maskeraden, meistens um Frauen zu verführen. Der christliche Gott geht dagegen in der Gestalt eines Menschen ganz auf und erleidet ein irdisches Leben bis zum Tod. Der Gott der Christen weiß also aus eigener Erfahrung, was es heißt, ein Mensch zu sein. Etwas Größeres ist in der Tat in der Literatur der Menschheit niemals erdacht und »erfunden« worden. Und für uns bedeutet es eine Verpflichtung: Denn das Leben, das wir hier auf Erden führen, ist genau das, das wir mit ihm teilen und mit ihm gemeinsam haben. Und an diese göttlich-menschliche Gemeinsamkeit erinnern wir bei all unseren Zusammenkünften. Darum sollen wir ihnen nicht fernbleiben, auf dass die Sensation, die in dem »fleischlichen Gott« steckt, uns immer bewusst und der Geschmack daran uns niemals fad werde.

  • Evangelium

    Markus 4,21–25

    In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!
    Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

    Impuls

    Der Evangelist Markus listet hier Sprüche auf, die auch Matthäus und Lukas kennen, bei ihnen aber in unterschiedliche Zusammenhänge gehören. Der Satz vom Maß etwa lässt an die Bergpredigt denken. Matthäus zitiert ihn im Zusammenhang mit dem Richten. »Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!« Der Satz kann einem täglich bei der Zeitungslektüre in den Sinn kommen. Dass Politiker, Aktivisten, Leitartikler, »Influencer« etc. einander mit sachlicher Kritik überziehen, gehört einerseits zu einem gesunden und freien Wettbewerb der Meinungen, bei dem im glücklichen Fall das Bestmögliche für die größtmögliche Anzahl Menschen herauskommt. Doch das Meinungsklima ist in den letzten Jahren rauer, der Ton lauter und schärfer geworden. Oft genug geht es darum, andere moralisch zu diskreditieren. Christen sollen sich nicht verstecken oder so tun, als ginge sie das nichts an. Aber sie sollten eine Fraktion der Mäßigung bilden, die sich der Sachlichkeit verpflichtet weiß und sich vorschneller Urteile enthält.


Gebet

Herr und Gott, oft genug versuchen wir, indem wir über andere urteilen, uns selbst reinzuwaschen oder unsere moralische Überlegenheit zu beweisen. Hilf uns, Herr, mit deiner Güte gegen das Gift der Selbstgerechtigkeit, in kleinen wie in großen Fragen! Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Dein Gnad, dein Macht und Herrlichkeit,
    o Herr, uns alle hoch erfreut.
    Du, großer Gott, hast uns erhört,
    durch deine Güte reich beschert.
    Von ganzem Herzen danken wir
    hierfür, o Gott und Vater, dir.
    Gelobt sei, Herr, dein Güt und Macht,
    die uns so gnädiglich bedacht.

    Gelobt seist du, Herr Jesus Christ,
    dein Wort uns Heil und Hoffnung ist.
    In deinem Namen sind wir da:
    In unsrer Mitte sei uns nah.
    Darum einmütig bitten wir,
    ein Herz und Sinn zu sein in dir,
    dass unser Tun den Menschen frommt,
    auf dass die Welt zum Glauben kommt.

    Gelobt seist du, Gott Heilger Geist,
    gelobt, was dein Gebot uns weist.
    Du Quell der Freude, Glanz und Glut,
    erwecke unsern Sinn und Mut;
    erhalt uns wachend im Gebet,
    dass unser Tun vor Gott besteht;
    lass deines Lichtes klaren Schein
    auf unserm Weg Erleuchtung sein.
    Cantica spiritualia, Augsburg (1844/47)

  • PSALM 111

    Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen *
    im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.
    Groß sind die Werke des Herrn, *
    kostbar allen, die sich an ihnen freuen.
    Er waltet in Hoheit und Pracht, *
    seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.
    Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet, *
    der Herr ist gnädig und barmherzig.
    Er gibt denen Speise, die ihn fürchten, *
    an seinen Bund denkt er auf ewig.
    Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan, *
    um ihm das Erbe der Völker zu geben.
    Die Werke seiner Hände sind gerecht und beständig, *
    all seine Gebote sind verlässlich.
    Sie stehen fest für immer und ewig, *
    geschaffen in Treue und Redlichkeit.
    Er gewährte seinem Volk Erlösung /
    und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten. *
    Furcht gebietend ist sein Name und heilig.
    Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; /
    alle, die danach leben, sind klug. *
    Sein Ruhm hat Bestand für immer.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, segne deine Gemeinde. Halte uns im Bekenntnis unserer Hoffnung und hilf uns, dir zu danken und dich zu loben.

  • LESUNG

    Hebräer 10,23–25

    Lasst uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten, denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu. Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen. Lasst uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander, und das umso mehr, als ihr seht, dass der Tag naht.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott ist treu und hält an seinen Verheißungen fest. Wir bitten ihn:
    A: Gott, höre unser Gebet.
    – Für alle Christen, die sich regelmäßig in Gebetsgruppen treffen.
    – Für alle, die mit ungewissem Schicksal in Flüchtlingslagern leben.
    – Für den internationalen Jugendaustausch als Chance für den Abbau von Vorurteilen.
    – Für Menschen, die auch dort helfen, wo andere sich abwenden.

  • Vaterunser

    Im Gebet erhalten wir Hilfe und Kraft. Voll Zuversicht beten wir, wie uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit Liebe, wenn wir Gewalt und Hass sehen.
Segne uns mit dem Glauben,
wenn wir die Sucht nach Genuss und Lust erleben.
Segne uns mit der Hoffnung,
wenn wir Resignation und Zynismus erfahren. Amen.