Heute in Te Deum

Montag · 14. Juni 2021

Gib dem, der dich bittet,
und wende dich nicht ab von dem,
der etwas von dir borgen will.
Matthäus 5,42

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Seht, golden steigt das Licht empor –
    da schwindet hin die dunkle Nacht,
    die unsren richtungslosen Schritt
    hart an des Abgrunds Rand gebracht.

    Des neuen Tages heitres Licht
    dringt tief in unsre Seele ein
    und macht, von Arglist ungetrübt,
    des Herzens Streben klar und rein.

    Von Aug und Zunge, Mund und Hand
    bleib jede böse Regung fern;
    so führe uns der neue Tag
    aus Finsternis zum Licht des Herrn.

    Ein Auge schaut auf uns herab,
    das über unsrem Leben wacht:
    Es sieht voll Güte unser Tun
    vom frühen Morgen bis zur Nacht.

    Und jener letzte Morgen einst,
    den wir erflehn voll Zuversicht,
    er finde wachend uns beim Lob
    und überströme uns mit Licht.

    Gott Vater, dir und deinem Sohn
    sei Lob und Dank und Herrlichkeit
    und auch dem Geist, der bei uns ist,
    jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.
    Nach »Lux ecce surgit aurea (Sol ecce surgit igneus)«,
    Prudentius († nach 405), 5. Strophe »Aurora iam spargit polum« (7.–8. Jh.),
    Stundenbuch; Melodie: GL 666 · KG 670

  • PSALM 7

    Verse 2–10

    Herr, mein Gott, ich flüchte mich zu dir; *
    hilf mir vor allen Verfolgern und rette mich,
    damit mir niemand wie ein Löwe das Leben raubt, *
    mich zerreißt, und keiner ist da, der mich rettet.
    Wenn ich das getan habe, Herr, mein Gott, *
    wenn an meinen Händen Unrecht klebt,
    wenn ich meinem Freunde Böses tat, *
    wenn ich den quälte, der mich grundlos bedrängt hat,
    dann soll mich der Feind verfolgen und ergreifen; /
    er richte mein Leben zugrunde *
    und trete meine Ehre mit Füßen.
    Herr, steh auf in deinem Zorn, *
    erheb dich gegen meine wütenden Feinde!
    Wach auf, du mein Gott! /
    Du hast zum Gericht gerufen. *
    Der Herr richtet die Völker.
    Um dich stehe die Schar der Völker im Kreis; *
    über ihnen throne du in der Höhe!
    Herr, weil ich gerecht bin, verschaff mir Recht *
    und tu an mir Gutes, weil ich schuldlos bin!
    Die Bosheit der Frevler finde ein Ende, /
    doch gib dem Gerechten Bestand, *
    gerechter Gott, der du auf Herz und Nieren prüfst.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, du rufst uns, dir zu folgen. Nimm das Unrecht von uns weg, damit wir vor dir bestehen können.

  • Lesung

    Matthäus 5,39

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Der Herr hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus, mit dir wollen wir diesen Tag beginnen. Wir bitten dich:
    A: Herr, erhöre uns.
    – Lege uns den Geist der Zuversicht ins Herz.
    – Gib uns Worte ein, mit denen wir andere erfreuen.
    – Nimm alle Herrschsucht und Gewaltbereitschaft von uns.

  • Vaterunser

    In Jesus Christus hat sich Gott für uns wehrlos gemacht. Wir können ihm seither auf dem Boden unserer menschlichen Erfahrungen begegnen. Mit seinen Worten beten wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Es gibt etwas, was man an einem einzigen Ort in der Welt finden kann. Es ist ein großer Schatz, man kann ihn die Erfüllung des Daseins nennen. Und der Ort, an dem dieser Schatz zu finden ist, ist der Ort, wo man steht.

    Martin Buber (1878–1965; Religionsphilosoph)


Segen

Gott, segne uns,
damit wir als neue Menschen leben.
Denn dein Segen ist heilsame Arznei für unsere Seele
und Motivation für Werke der Liebe.
Darum lass deinen Segen aufleuchten
auf unserem Weg durch diesen Tag. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gerechter Gott, dein Wort halte uns von der Sünde fern.


  • Lesung

    2 Korinther 6,1–10

    Schwestern und Brüder! Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch, dass ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt. Denn es heißt:
    Zur Zeit der Gnade erhöre ich dich, am Tag der Rettung helfe ich dir.
    Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung. Niemand geben wir auch nur den geringsten Anstoß, damit unser Dienst nicht getadelt werden kann.
    In allem erweisen wir uns als Gottes Diener: durch große Standhaftigkeit, in Bedrängnis, in Not, in Angst, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Zeiten der Unruhe, unter der Last der Arbeit, in durchwachten Nächten, durch Fasten, durch lautere Gesinnung, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, durch das Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken, bei Ehrung und Schmähung, bei übler Nachrede und bei Lob.
    Wir gelten als Betrüger und sind doch wahrhaftig; wir werden verkannt und doch anerkannt; wir sind wie Sterbende und seht: Wir leben; wir werden gezüchtigt und doch nicht getötet; uns wird Leid zugefügt und doch sind wir jederzeit fröhlich; wir sind arm und machen doch viele reich; wir haben nichts und haben doch alles.

    Impuls

    Im Paradoxen offenbart sich nicht selten eine tiefe Wahrheit. Paulus zählt einige Widersprüchlichkeiten auf: verkannt – anerkannt, arm – reich, nichts haben – alles haben. Zusammengehalten werden diese Gegensätze durch die Gnade, ein wunderbarer Begriff, der allerdings auch leicht missbraucht werden kann. Im Roman »Tagebuch eines Landpfarrers« von Georges Bernanos stirbt der skrupulöse junge Priester bei einem Freund und ehemaligen Mitbruder mit den Worten: »Alles ist Gnade!« Am Ende des Lebens und im Angesicht Gottes läuft wohl vieles auf die Gnade hinaus. Eine der spannendsten Definitionen Gottes ist die des Nicolaus von Kues: Gott ist die coincidentia oppositorum – der Zusammenfall aller Gegensätze. Seine Gnade bindet alles zusammen.

  • Evangelium

    Matthäus 5,38–42

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
    Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
    Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel.
    Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.
    Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

    Impuls

    Das Spiel mit den merkwürdigen Widersprüchlichkeiten aus der Lesung wird im Evangelium aufgegriffen. Intuitiv würden wir anders handeln und das wäre in manchen Fällen auch dringend angebracht: dem Bösen sehr wohl Widerstand leisten – vor Gericht für das Recht eintreten – sich nicht zwingen lassen! Und dann gibt es eben auch die Momente im Leben, in denen das Widersprüchliche das Richtige ist: das Böse entwaffnen durch Wehrlosigkeit – dem Recht die Gnade entgegenhalten – den Zwang durch innere Freiheit auflösen. Was es nicht gibt, ist ein Buch, in dem steht, wann wir wie handeln sollen. Die Botschaft Jesu entbindet uns nicht vom Nachdenken darüber, wann ich was tun soll. Sie ist ein Handlungsleitfaden, nicht ein Buch mit engen Regeln und Zwängen, sondern eine Richtschnur in die persönliche Freiheit.


Gebet

Herr, unser Gott, komme unserem Beten und Arbeiten mit deiner Gnade zuvor und begleite es, damit alles bei dir seinen Anfang nehme und durch dich vollendet werde. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Guter König und Herr,
    der uns das Licht erschuf,
    der dem Wechsel der Zeit
    sichere Ordnung gab -
    da die Sonne nun sinkt
    und sich das Dunkel mehrt,
    sei uns Leuchte und Licht,
    Christus, dein Angesicht.

    Wie du Israels Volk
    einst durch die Nacht geführt,
    ihm als feuriger Schein
    Richtung und Weg gezeigt,
    so geleite auch uns,
    die wir im Finstern gehn,
    zieh uns leuchtend voran,
    Flamme, die nie erlischt.

    Was kann würdiger sein,
    nun, da der Tag sich neigt,
    als dem währenden Licht
    Lob und Gesang zu weihn:
    Gott, der strahlend im Glanz
    ewiger Helle wohnt,
    ihm sei Ehre und Preis
    jetzt und durch alle Zeit. Amen.
    Nach „Inventor rutili, dux bone, luminis“; Prudentius († nach 405)

  • PSALM 37

    Verse 1.3–9

    Errege dich nicht über die Bösen, *
    wegen der Übeltäter ereifere dich nicht!
    Vertrau auf den Herrn und tu das Gute, *
    bleib wohnen im Land und bewahre Treue!
    Freu dich innig am Herrn! *
    Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt.
    Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; *
    er wird es fügen.
    Er bringt deine Gerechtigkeit heraus wie das Licht *
    und dein Recht so hell wie den Mittag.
    Sei still vor dem Herrn und harre auf ihn! /
    Erhitze dich nicht über den Mann, dem alles gelingt, *
    den Mann, der auf Ränke sinnt.
    Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; *
    erhitze dich nicht, es führt nur zu Bösem.
    Denn die Bösen werden ausgetilgt; /
    die aber auf den Herrn hoffen, *
    werden das Land besitzen.
    PSALM-GEBET: Treuer Gott, stärke unser Vertrauen auf dich, dass wir kommen und dir anbefehlen, was unser Herz begehrt.

  • LESUNG

    2 Korinther 6,2c–3

    Schwestern und Brüder! Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung. Niemand geben wir auch nur den geringsten Anstoß, damit unser Dienst nicht getadelt werden kann.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Der Herr stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott und Schöpfer, wir beten voll Vertrauen in den Anliegen von Kirche und Gesellschaft:
    A: Herr, erhöre uns.
    – Für die Frauen und Männer im karitativen und diakonischen Dienst der Kirchen.
    – Für alle staatlichen und kirchlichen Einrichtungen, die Flüchtlinge aufnehmen und ihre Integration begleiten.
    – Für alle Kinder und Jugendlichen in unserem Land, die nicht genug Liebe und Förderung erfahren.
    – Für alle Großeltern, die wichtige Aufgaben bei der Sorge für Enkelkinder übernehmen.

  • Vaterunser

    Wir leben in der Zeit der Gnade und der Rettung; denn Gott neigt sich uns zu. Voll Vertrauen dürfen wir beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns an diesem Abend.
Sei mitten unter uns, wo Traurigkeit die Herzen betrübt.
Lass die Sanftmut deines Geistes jeden Zorn und Zweifel stillen.
Und gib, dass dein Segen unseren Kleinglauben
in kindliches Vertrauen wandelt. Amen.