Heute in Te Deum

Dienstag · 28. September 2021

So werden viele Völker und mächtige Nationen kommen,
den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen
und den HERRN anzuflehen.
Sacharja 8,22

Lioba (um 665–782), aus angelsächsischem Adel, kam mit sieben Jahren in eine Benediktinerinnenabtei und erwarb eine hohe literarische und theologische Bildung. Bonifatius, mit dem sie verwandt war, rief sie zur Missionsarbeit nach Deutschland und machte sie zur ersten Äbtissin des Klosters Tauberbischofsheim, das unter ihrer Leitung zu einem bedeutenden Bildungs- und Kulturzentrum wurde. Lioba, in Kunst und Wissenschaft hochgebildet, war eine geschätzte Lehrerin und Erzieherin und führte nach dem Tod Bonifatius’ sein Missionswerk weiter.
L: Weish 7,7–10.13–14.26.27b.29 – 8,1; E: Joh 15,5.8–12

Wenzel, tschechisch Václav (um 904–929 oder 935), böhmischer Fürstensohn, erhielt als Kind eine für diese Zeit ungewöhnliche Bildung. Als sein Vater starb, ergriff seine Mutter anstelle des erst 13-Jährigen die Regentschaft, während ihre Schwiegermutter Ludmilla die Erziehung Wenzels und seines Bruders übernahm. Im Streit zwischen beiden Frauen wurde Ludmilla von Gefolgsleuten der Schwiegertochter ermordet. Mit etwa 20 Jahren beanspruchte Wenzel in harten Auseinandersetzungen die Macht. Er förderte in seinem Bereich mit Nachdruck das Christentum in der nichtchristlichen Umgebung, bis er durch seinen jüngeren Bruder Boleslaw, der noch dem Heidentum anhing, 929 oder 935 ermordet wurde. Die Legenden über sein Leben zeichnen ein Bild über den Streit zwischen geistlicher und weltlicher Macht bei der Christianisierung in Böhmen.
L: 1 Petr 3,14–17; E: Mt 10,34–39

Lorenzo Ruiz und Gefährten Lorenzo Ruiz (um 1605–1637) war der Sohn eines chinesischen Vaters und einer philippinischen Mutter, die beide katholisch waren. Er wurde eines Mordes bezichtigt und floh auf ein Schiff, auf dem auch zwei europäische Dominikaner, ein japanischer Priester und ein leprakranker Laie, Schutz suchten. Nach der Landung wurden sie festgenommen, gefoltert und kopfüber aufgehängt; die Asche ihrer Leichen wurde ins Meer geworfen. Sie stehen für insgesamt 16 christliche Märtyrer, die in den Jahren 1633–1637 zur Verbreitung des Glaubens auf den Philippinen, auf Taiwan und auf den japanischen Inseln beigetragen haben und als Märtyrer starben.
L: Weish 3,1–9; E: Mt 10,28–33

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Mein Leben ist nur ein Augenblick,
    eine flüchtige Stunde.
    Mein Leben ist nur ein einziger Tag,
    der mir entschlüpft und entflieht.

    Du weißt es, o mein Gott,
    um Dich auf Erden zu lieben,
    habe ich nichts als nur das Heute.
    Jesus, ich liebe Dich!

    Nach Dir verlangt meine Seele.
    Für diesen Tag nur meine sanfte Stütze!
    Komm, um zu herrschen in meinem Herzen,
    schenk mir Dein Lächeln gerade für heute!

    Herr, was kümmert es mich,
    wenn die Zukunft düster ist?
    Dich für morgen zu bitten, o nein,
    ich kann es nicht! …

    Bewahre rein mein Herz,
    bedecke mich mit deinem Schatten,
    gerade für heute!
    Theresia von Lisieux, Mein Lied von Heute

  • PSALM 7

    Verse 11–18

    Ein Schild über mir ist Gott, *
    er rettet die Menschen mit redlichem Herzen.
    Gott ist ein gerechter Richter, *
    ein Gott, der täglich strafen kann.
    Wenn der Frevler sein Schwert wieder schärft, *
    seinen Bogen spannt und zielt,
    dann rüstet er tödliche Waffen gegen sich selbst, *
    bereitet sich glühende Pfeile.
    Er hat Böses im Sinn; *
    er geht schwanger mit Unheil und Tücke gebiert er.
    Er gräbt ein Loch, er schaufelt es aus, *
    doch er stürzt in die Grube, die er selber gemacht hat.
    Seine Untat kommt auf sein eigenes Haupt, *
    seine Gewalttat fällt auf seinen Scheitel zurück.
    Ich will dem Herrn danken, denn er ist gerecht; *
    dem Namen des Herrn, des Höchsten,
    will ich singen und spielen.
    PSALM-GEBET: Gott, du allein bist unsere Rettung. Schau auf den Schwachen, der keine Hilfe hat, und erweise an ihm deine Macht und Gerechtigkeit.

  • Lesung

    Lukas 9,51–53

    Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!

    Benedictus öffnen...

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, der in seiner Liebe alle Menschen erlöst hat, bitten wir:
    A: Herr, sei du unsere Hilfe.
    – Ermutige uns, auch gegenüber Fremden gastfreundlich zu sein.
    – Schenke uns eine Geduld, die Ja sagt zur Eigenart aller Menschen.
    – Bewahre uns davor, rachsüchtig und ungerecht zu werden.

  • Vaterunser

    Gott ist voller Geduld und bereit zu verzeihen. In dieser Hoffnung sprechen wir das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Der Christ unterdrückt seine Rachegelüste nicht nur, um selber gut zu sein, sondern damit auch der Feind gut werde.

    Thomas Merton (1915–1968; Trappist und Friedensaktivist)


Segen

Gott, allmächtiger Vater, segne uns.
Entzünde in uns das Feuer deiner Liebe.
Entflamme in uns die Begeisterung für deine Sache.
Bewahre uns vor dem brennenden Hass und vor Gewalt.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gütiger Gott, mach uns bereit, zu dir zu kommen und dein Wort zu hören.


  • Lesung

    Sacharja 8,20–23

    So spricht der Herr der Heere: Es wird noch geschehen, dass Völker herbeikommen und die Einwohner vieler Städte. Die Einwohner der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Wir wollen gehen, um den Zorn des Herrn zu besänftigen und den Herrn der Heere zu suchen. – Auch ich will hingehen. – Viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere zu suchen und den Zorn des Herrn zu besänftigen.
    So spricht der Herr der Heere: In jenen Tagen werden zehn Männer aus Völkern aller Sprachen einen Mann aus Juda an seinem Gewand fassen, ihn festhalten und sagen: Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Gott ist mit euch.

    Impuls

    Jerusalem als Magnet, der Menschen förmlich anzieht. Von Völkern ist die Rede, von den Einwohnern ganzer Städte und schließlich wird noch eine Zahl genannt: Zehn Männer aus Völkern aller Sprachen hängen sich an den Mantel eines Mannes aus Juda. Will man das Bild umgangssprachlich weiter ausmalen, könnte einem – ohne despektierlich zu sein – der Rockzipfel der Mutter einfallen, an dem sich Kinder festhalten. Wie Kinder den Kontakt zu ihrer Mutter zur Bewältigung ihrer Angst suchen und brauchen, so sehr sehnen sich Menschen aller Zeiten nach dem Schutz Gottes. Wirkliche Heimat ist nur in seiner Nähe möglich. In den Psalmen und Texten des Alten Testamentes kommen wir in Berührung mit unserem Ursprung. Dorthin zieht es uns, dorthin wollen wir immer wieder gehen, »denn wir haben gehört, Gott ist mit euch.« Jerusalem als Sehnsuchtsort und Magnet für alle Menschen, die Gott anbeten und den Frieden suchen. Der Prophet Jeremia schreibt: »So spricht Jahwe: Stellt euch an die Wege und haltet Ausschau, fragt nach den Pfaden der Vorzeit, welcher der Weg zum Heil ist, und den geht. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.« Noch sind wir weit vom Ziel entfernt, aber die Richtung und jeder kleine Schritt stimmt. Auch der, den ich mir vornehme, heute zu gehen.

  • Evangelium

    Lukas 9,51–56

    Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.
    Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

    Impuls

    Eine seltsame Spannung durchzieht die Geschichte Jesu. Er, der mit offenem Herzen Menschen begegnet und sie, unabhängig von ihrer Geschichte und Herkunft, annimmt, steht selbst immer wieder vor verschlossenen Türen. Man nimmt ihn nicht auf. Schon zu Beginn seines Lebens müssen seine Eltern die bittere Erfahrung machen, in Betlehem keinen Platz zu finden. In einen Stall müssen sie ausweichen. Und nun, da der Lebensweg in das Leiden und Sterben einmündet, ist wieder kein Platz. Die Begründung ist so empörend, dass es zweien der Jünger reicht. Sie würden am liebsten Feuer auf das verstockte Dorf regnen lassen. Jesus weist sie zurecht. Er weiß, dass es diesen Ort, den wir Heimat nennen, auf Erden nicht gibt. Entsprechend sagt er zu dem Mann, der ihm nachfolgen will: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest. Aber der Menschensohn hat keinen Ort, an dem er sich ausruhen kann.« Nachfolge Jesu heißt unterwegs sein, unterwegs zu ihm und zu den Menschen. Dass er vorausgeht, gibt Hoffnung und Kraft.


Gebet

»Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh, mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu. Die Wege sind verlassen und oft sind wir allein. In diesen grauen Gassen will niemand bei uns sein. Nur einer gibt Geleite, das ist der Herre Christ, er wandert treu zur Seite, wenn alles uns vergisst.« Dafür, Herr, danken wir dir an jedem neuen Tag. Steh uns heute bei, die richtigen Schritte zu gehen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Nun danket all und bringet Ehr,
    ihr Menschen in der Welt,
    dem, dessen Lob der Engel Heer
    im Himmel stets vermeld’t.

    Ermuntert euch und singt mit Schall
    Gott, unserm höchsten Gut,
    der seine Wunder überall
    und große Dinge tut.

    Er gebe uns ein fröhlich Herz,
    erfrische Geist und Sinn
    und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz
    in Meerestiefen hin.

    Er lasse seinen Frieden ruhn
    auf unserm Volk und Land;
    er gebe Glück zu unserm Tun
    und Heil zu allem Stand.
    Paul Gerhardt (1647); GL 403 · KG 518 · EG 322 · EST 581 · CG 833

  • PSALM 85

    Verse 9–14

    Ich will hören, was Gott redet: /
    Frieden verkündet der Herr seinem Volk
    und seinen Frommen, *
    den Menschen mit redlichem Herzen.
    Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. *
    Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.
    Es begegnen einander Huld und Treue; *
    Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
    Treue sprosst aus der Erde hervor; *
    Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.
    Auch spendet der Herr dann Segen *
    und unser Land gibt seinen Ertrag.
    Gerechtigkeit geht vor ihm her *
    und Heil folgt der Spur seiner Schritte.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, dein Wort bringt Heil und Segen. Hilf uns, deinen Weg zu gehen und deinen Segen zu empfangen.

  • LESUNG

    Sacharja 8,22

    Viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere zu suchen und den Zorn des Herrn zu besänftigen.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Meine Seele preist die Größe des Herrn.

    Magnifikat öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, der alle Menschen zu einem Leben in Fülle beruft, bitten wir:
    A: Gott, höre unser Gebet.
    – Für mutige Schritte der christlichen Kirchen zur Gemeinschaft am Tisch des Herrn.
    – Für verbindliche Schritte auf dem synodalen Weg zur Erneuerung in unseren Gemeinden.
    – Für eine Politik in unserem Land, die sozialer Gerechtigkeit und individueller Freiheit gleichermaßen verpflichtet ist.
    – Für alle, die sich privat und dienstlich um die Integration der Flüchtlinge in unserem Land bemühen.

  • Vaterunser

    Jesus Christus hat am Kreuz all unser Leid auf sich genommen. Es ist ihm nicht fremd und er tritt für uns ein. So beten wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, allmächtiger Vater, segne uns.
Bewahre uns davor, dass wir Wut und Ärger verbreiten.
Hindere uns am Bösen und fördere uns zum Guten.
Begleite uns, damit wir zuversichtlich auf unserem Weg
bleiben. Amen.