Heute in Te Deum

Sonntag · 9. Mai 2021

6. SONNTAG DER OSTERZEIT
ROGATE

Darin besteht die Liebe:
nicht dass wir Gott geliebt haben,
sondern dass er uns geliebt hat
und gesandt seinen Sohn
zur Versöhnung für unsere Sünden.
1 Johannes 4,10

Muttertag Angeregt wurde der Muttertag 1907 durch Miss Anna Jarvis aus Philadelphia, USA. 1908 offiziell in Philadelphia gefeiert, traf die Idee den Zeitgeschmack. Am 9. Mai 1914 verkündete der amerikanische Präsident Wilson, den zweiten Sonntag im Mai künftig in den USA »als öffentlichen Ausdruck für die Liebe und die Dankbarkeit zu feiern, die wir den Müttern unseres Landes entgegenbringen«. Der Muttertag fand auch schnell Akzeptanz in Europa und in Mexiko, wo er sogar zwei Tage lang gefeiert wird.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde dieser Tag in Deutschland ideologisch missbraucht, was ihm heute noch als negativer Beigeschmack anhaftet. In der Gegenwart ist dieser Gedenktag, wie viele andere Feste auch, in Gefahr, in erster Linie als »Werbemittel« für das Verkaufen bestimmter Produkte vermarktet zu werden. In diesem Spannungsfeld bleibt es eine Herausforderung, den eigenen Standpunkt und die angemessene Form des Umgangs mit diesem Tag für die eigene Familie zu finden.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Ein Tag ist angebrochen
    wie nie ein Tag zuvor:
    Sein Licht verklärt die Schöpfung
    und bannt aus ihr den Tod.

    Das Licht ist Jesus Christus,
    der aus dem Grab ersteht
    und der mit seinem Strahlen
    die Finsternis vertreibt.

    Er leuchtet wie die Sonne
    hinein in unsre Welt,
    er weckt zu neuem Leben,
    was tot am Boden liegt.

    Und die Erlösten singen
    dem großen Sieger zu.
    Ihr Jubel dringt zum Himmel,
    der heute offensteht.

    Den Vater preisen alle,
    die seine Liebe schuf,
    den Sohn, der sie befreite,
    den Geist, der sie beseelt. Amen.
    Deutsches Hymnar

  • PSALM 98

    Verse 1–4

    Singt dem Herrn ein neues Lied, *
    denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
    Er hat mit seiner Rechten geholfen *
    und mit seinem heiligen Arm.
    Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht *
    und sein gerechtes Wirken enthüllt
    vor den Augen der Völker.
    Er dachte an seine Huld *
    und an seine Treue zum Hause Israel.
    Alle Enden der Erde *
    sahen das Heil unsres Gottes.
    Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, *
    freut euch, jubelt und singt!
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    PSALM-GEBET: Treuer Gott, du hast Wunderbares an uns vollbracht und uns dein Heil geschenkt. Denk an uns und steh uns bei, dann wollen wir uns an dir freuen und dich loben.

  • Lesung

    Johannes 15,14–15

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Halleluja.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Zu unserem Herrn Jesus Christus, der auch uns in seine Nachfolge berufen hat, beten wir:
    A: Herr, stehe uns bei.
    – Festige unsere Verbindung zu dir, wenn Irritation und Zweifel sich melden.
    – Gib uns die Kraft, unser Leben an deiner Weisung zu orientieren.
    – Sende deinen Geist in alles Erstarrte und Unfruchtbare.

  • Vaterunser

    Gott hat uns erwählt und verlässt uns nicht. Voll Vertrauen kommen wir daher zu ihm und beten, wie uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Entfällt sonntags.


Segen

Gott, segne uns mit Menschen, die dich kennen und lieben.
Segne uns mit Menschen, mit denen wir gemeinsam unterwegs
sein können.
Segne uns mit Menschen, mit denen wir unseren Glauben
teilen können. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, dein Wort helfe uns, unsere Berufung zu erkennen und ihr treu zu bleiben.


  • 1. Lesung

    Apostelgeschichte 10,25–26.34–35.44–48°

    Als Petrus in Cäsaréa beim Hauptmann Kornélius ankam, ging ihm dieser entgegen und warf sich ihm ehrfürchtig zu Füßen. Petrus aber richtete ihn auf und sagte: Steh auf! Auch ich bin nur ein Mensch.
    Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist. Noch während Petrus redete, kam der Heilige Geist auf alle herab, die das Wort hörten. Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen.
    Petrus aber sagte: Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben? Und er ordnete an, sie im Namen Jesu Christi zu taufen. Danach baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.

    Impuls

    »Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.« Bei diesen Worten spürt man förmlich, wie Petrus gerade etwas fundamental Wichtiges aufgeht. Diese Einsicht reißt nicht nur ihn, sondern alle Anwesenden mit. Sie vitalisiert und dynamisiert. Jeder ahnt, welch große Zukunft sie eröffnet. Niedergerissen sind die Schranken, die Menschen aufbauen. Überwunden sind die Grenzen zwischen Frau und Mann, Reich und Arm, Jung und Alt, denn: »Gott sieht nicht auf die Person«! Diese theologische Einsicht soll fortan zum Leitsatz werden. Er soll sich auswirken auf die Struktur der christlichen Gemeinde und das Leben in- und außerhalb.
    Wie sehr ist dieser Leitsatz in das Bewusstsein der Kirche bis heute eingedrungen? Sehen Sie strukturelle Auswirkungen oder eher nicht?

  • 2. Lesung

    1 Johannes 4,7–10°

    Geliebte, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.
    Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.
    Darin besteht die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.

    Impuls

    »Geliebtes Du, mein Herz, mon amour …« Wie schön ist doch die Sprache der Liebenden. Sie liebkosen sich mit zärtlichen Worten, schenken sich einander jeden Moment neu. Aus der Fülle leben sie, dringen tief ein in das Geheimnis des Lebens. Dieses Geheimnis ist selbst Liebe. Wir verbinden uns immer wieder aufs Neue mit ihm, wenn wir an »Gott« denken. Er ist der »Angerufene«, der uns so liebt wie kein anderer. Er zieht uns hinein in seine Liebe, die Leben in Fülle ist. Wer liebt, der bewegt sich nicht in einem Zirkel, nicht im Kreis, bei dem er nach jeder Umdrehung wieder am selben Punkt vorbeikommt. Ein Liebender bewegt sich vielmehr auf einer Spirale, die ihn mit seinem Du in die Höhe und letztlich zu Gott führt. So wird er Teil einer großen, kraftvoll-zärtlichen Bewegung der ewigen Liebe Gottes. Diese Liebe schließt alle und jeden ein. Nie ist sie exklusiv, sondern immer inklusiv.

  • Evangelium

    Johannes 15,9–17°

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
    Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
    Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
    Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
    Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.

    Impuls

    Der Evangelist Johannes und seine Nachfolger machen uns immer wieder klar: Wahre Liebe kennt keine Hierarchien! Es gibt in ihr keinen Herrn und keinen Knecht, keinen, der befiehlt, und keinen, der zu folgen hat. In und durch Jesus Christus hat Gott alle Arten von Hierarchien, die Menschen so gerne installieren, als reine Machtsysteme entlarvt. In Christus Jesus sind sie endgültig überwunden. Im »Reich Gottes« sind Gott und Mensch in Freundschaft vereint. In Liebe sind sie einander verbunden. Deshalb braucht es auch keine »Mittler«, keine »Türsteher«, die meinen, darüber befinden zu können, wer reinkommen darf und wer draußen zu bleiben hat. Denn Gott selbst ist da! Das Reich Gottes beginnt auch nicht erst nach des Menschen Tod. Es ist schon da, wie Gott da ist!


Gebet

Guter Gott, in deinem Reich herrschen Gerechtigkeit, Frieden, Barmherzigkeit und Liebe. Denn du bist bei uns und wir sind ganz bei dir. Dein Sohn hat uns einen Vorgeschmack auf dein Reich gegeben. Das macht uns selig! Danke, dass du es so gut mit uns meinst. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Herr,
    sprich dein ewiges Wort in mich
    und lass es mich hören.

    Herr,
    strahle dein Licht in mich
    und lass es mich schauen.

    Herr,
    drücke dein Bild in mich
    und lass es mich bewahren.

    Herr,
    wirke dein Werk in mir
    und lass es mich stets
    von Neuem empfangen.
    Aus dem Kloster Rheinau (14. Jh.)

  • PSALM 24

    Verse 3–10

    Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, *
    wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
    Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, *
    der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.
    Er wird Segen empfangen vom Herrn *
    und Heil von Gott, seinem Helfer.
    Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, *
    die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.
    Ihr Tore, hebt euch nach oben, /
    hebt euch, ihr uralten Pforten; *
    denn es kommt der König der Herrlichkeit.
    Wer ist der König der Herrlichkeit? /
    Der Herr, stark und gewaltig, *
    der Herr, mächtig im Kampf.
    Ihr Tore, hebt euch nach oben, /
    hebt euch, ihr uralten Pforten; *
    denn es kommt der König der Herrlichkeit.
    Wer ist der König der Herrlichkeit? /
    Der Herr der Heere, *
    er ist der König der Herrlichkeit.
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    PSALM-GEBET: Starker und gewaltiger Gott, du rufst alle Menschen zu dir. Mach uns bereit, dir die Tore zu öffnen, um dein Heil zu empfangen.

  • LESUNG

    Apostelgeschichte 10,34–35

    Dann begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr Frucht bringt und eure Frucht bleibt.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unser Vater, du erneuerst uns durch die Gabe deines Geistes. Wir bitten dich:
    – Für die Kirchen, dass sie ein Zeichen von Gottes Liebe in der Welt seien.
    A: Gott, stehe ihnen bei.
    – Für Künstler, Musiker und Dichter, die Wege zum Geheimnis Gottes bereiten.
    – Für Politiker, die mit Verantwortung für die Zukunft der nächsten Generation handeln.
    – Für Menschen, die wirren und gefährlichen Theorien verfallen sind.

  • Vaterunser

    Gott hat uns in unserer Taufe zu seinen Kindern gemacht. Nichts soll uns von ihm trennen. So beten wir zu ihm mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit Menschen, die deine Liebe bezeugen.
Segne uns mit Menschen, die mit dir verbunden sind.
Segne uns mit Menschen, die aus der Kraft der Auferstehung
leben. Amen.