Heute in Te Deum

Mittwoch · 1. Dezember 2021

Zu der Zeit wird man sagen:
»Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften,
dass er uns helfe.«
Jesaja 25,9ab

Charles Vicomte de Foucauld (1858–1916) war zunächst Offizier und Lebemann. Bei einer gefährlichen Reise im bis dahin unerforschten Süden Marokkos begegnet er der Frömmigkeit von Muslimen. Von da an treibt ihn die Frage nach Gott um: »Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich kennenlernen!« Nach einer Beichte und seiner zweiten »Erstkommunion« folgt er dem Ruf zur Vollkommenheit, wie er fünfzehn Jahre später bekennt: »Kaum hatte ich im Glauben erkannt, dass es einen Gott gibt, da konnte ich nicht mehr anders, als nur noch für ihn leben zu wollen.« Nach einem Aufenthalt in Nazareth will er dem Herrn in der »Verborgenheit« eines armen Lebens folgen, zuerst als Zisterzienser, dann als Trappist, schließlich als niedrigster Bruder bei Klarissen in Nazareth. Dann folgt er der Berufung zum Priester, um noch besser Jesus unter die Menschen tragen zu können. Seine eigentliche Berufung findet Bruder Karl als Einsiedler und Mönch-Missionar in der Südsahara, wo er schließlich ermordet wird, obwohl er der »universale Bruder« sein wollte. Damit erfüllt sich sein Wunsch: »Am Abend von seinem Leiden beim letzten Mahle hat Jesus gesagt, es gebe keine größere Liebe als die, für den sein Leben hinzugeben, den man liebt. Ich bin dieses Opfers nicht würdig, aber ich sehne mich danach.« In seinem Geiste entstanden Gemeinschaften, die heute als »Geistliche Familie Charles de Foucauld« verbunden sind.

Heute ist der Welt-Aids-Tag. Er wurde erstmals 1988 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Hört, eine helle Stimm erklingt,
    die mahnend durch das Dunkel dringt:
    Vom Schlaf erwacht und träumt nicht mehr!
    Seht, Jesus strahlt vom Himmel her!

    Erwach, erheb dich, träges Herz!
    Neig dich nicht ferner erdenwärts!
    Ein neuer Stern strahlt gnadenvoll,
    der alles Unheil wenden soll.

    Seht, Gottes Lamm naht uns voll Huld,
    zu tilgen unsrer Sünden Schuld.
    Auf, lasst uns alle zu ihm gehn,
    mit Tränen um Verzeihung flehn.

    Herr, wenn du wiederkommst im Licht,
    die bange Welt rufst ins Gericht,
    dann straf nicht unsre Missetat,
    sei Anwalt uns in deiner Gnad.

    Dir, Vater, Sohn und Heilger Geist,
    Dreieiniger, den alles preist,
    sei Lobpreis, Ruhm und Dank geweiht
    von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
    Nach »En clara vox redarguit«, Übertragung: Gesangbuch Münster (1897);
    GL (1975) 801, Eigenteil Rottenburg/Stuttgart

  • CANTICUM

    Weisheit 16,20–21.26; 17,1

    Herr, dein Volk nährtest du mit der Speise der Engel *
    und unermüdlich gabst du ihm fertiges Brot vom Himmel.
    Deine Gabe gewährte jeden Genuss /
    und entsprach jedem Geschmack; *
    sie offenbarte deine zarte Liebe zu deinen Kindern.
    Sie erfüllte das Verlangen eines jeden, der sie genoss, *
    und verwandelte sich in alles, was einer wollte.
    Deine geliebten Söhne, Herr, sollten daraus lernen: /
    Nicht die verschiedenartigen Früchte ernähren
    den Menschen, *
    sondern dein Wort erhält alle, die dir vertrauen.
    Groß und nicht zu ergründen sind deine Entscheide; *
    darum verfiel in Irrtum, wer sich nicht belehren ließ.
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    CANTICUM-GEBET: Barmherziger Gott, du schenkst uns das Leben. Gib jedem Menschen das Brot, das unser Leben erhält, und offenbare uns dein Wort, das uns zum ewigen Leben führt.

  • Lesung

    Matthäus 15,32

    Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Jesus sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen.

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, Brot des Lebens, wir bitten dich.
    A: Herr, stehe uns bei.
    – Erhalte in uns den Geschmack am ewigen Leben.
    – Nähre uns mit dem Brot, das du selber bist.
    – Gib uns ein Herz, das mit anderen fühlen kann.

  • Vaterunser

    Gott kennt unsere Bedürfnisse und Wünsche und will uns geben, was wir brauchen. In diesem Vertrauen beten wir mit den Worten Jesu:
    Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

  • Ora et labora

    Der Advent ist die Zeit, in der wir uns die Nähe Gottes ins Gedächtnis rufen, der zu uns hinabgestiegen ist.

    Papst Franziskus (* 1936)


Segen

Allmächtiger Gott, du hast uns geschaffen, segne uns.
Dein Segen rufe uns in die Mahlgemeinschaft mit dir.
Verbinde uns mit Christus, dass wir füreinander Brot werden.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort ist unsere Hoffnung, rette uns durch dein Wort.


  • Lesung

    Jesaja 25,6–10a

    An jenem Tag wird der Herr der Heere auf diesem Berg – dem Zion – für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen.
    Er zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt. Er beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der Herr hat gesprochen.
    An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. Das ist der Herr, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat. Ja, die Hand des Herrn ruht auf diesem Berg.

    Impuls

    Das Fest rückt nahe. Die Planungen sind schon weit vorangeschritten. Der Gedanke an die köstlichen Speisen liegt schon auf der Zunge, die wunderbaren Weine stehen schon fast bereit. Die Vorfreude ist groß und wächst von Tag zu Tag. Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir uns endlich wieder gemeinsam an die Tafel setzen können. Wir zählen die Tage. Dieses Fest, auf das wir uns so freuen, wird aber noch mehr sein als die Gelegenheit, endlich wieder miteinander zu singen und zu feiern. Wir werden einen Vorgeschmack von dem großen Fest genießen, das Gott seiner Schöpfung verspricht. Wir werden von der Vorfreude kosten können, für die Gott uns geschaffen hat. So ist unser Gott. Keine Tränen mehr, keine Todesnachrichten mehr, keine Schmerzen mehr, keine Krankheiten mehr, kein Streit und Krieg. Den Frieden, den wir uns heute für das näher rückende Fest so sehr ersehnen, hat Gott für uns schon für die Ewigkeit vorbereitet. Dann werden wir den Tod vergessen können. Wir werden feiern. Wir werden schmecken und sehen, wie freundlich unser Gott ist.

  • Evangelium

    Matthäus 15,29–37

    In jener Zeit kam Jesus an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie.
    Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels.
    Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen.
    Da sagten die Jünger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen?
    Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben und noch ein paar Fische. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern und die Jünger verteilten sie an die Leute.
    Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.

    Impuls

    Erst haben sie ihm zugehört, dann staunten sie darüber, dass Jesus Blinde geheilt und Lahme in Bewegung gebracht hat. Schließlich lobten sie Gott. So sollte es immer wieder geschehen. Hören, Staunen, Loben. Eines fehlt noch. Dem Hören, Staunen und Gott loben muss noch das Mahl folgen. So war es auf dem Berg in Galiläa, in Jerusalem, in Korinth, in Rom, in aller Welt. So ist es noch immer. Jesus hat Mitleid mit den Seinen und will sie nicht hungrig losschicken. Jesus will nicht, dass wir unterwegs zusammenbrechen. Der Weg ist länger als erhofft. Wir müssen die Wüste durchqueren. Wir müssen unsere Herzen vor den Gefahren verschließen. Wir müssen beieinanderbleiben und uns gegenseitig an die erlebten Wunder erinnern. Wir müssen zusammen hören, staunen, singen, feiern, beten und zusammen essen. Wir müssen das Mahl mit Jesus halten, sonst brechen wir auf dem Weg durch die Wüste zusammen. Jesus Christus spricht den Dank, bricht das Brot und segnet uns. Hören, staunen, loben, miteinander das Mahl halten und wir werden nicht zusammenbrechen.


Gebet

Herr Jesus, wir sehnen uns so danach, dass die Schmerzen aufhören, dass die Krankheiten besiegt werden, dass kein Streit mehr herrscht und dass sich niemand mehr zum Krieg rüstet. Wir sehnen uns danach, uns an deinen Tisch zu setzen und bei deinem großen Fest dabei zu sein. Der Weg ist noch weit. Stärke uns, dass wir unterwegs nicht zusammenbrechen. Auf dich hoffen wir heute und in diesen Tagen des Advents. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Wir bitten dich, Herr Jesu Christ,
    weil es nun Nacht geworden ist,
    du mögest bei uns bleiben;
    damit die Angst und Dunkelheit,
    die um uns lagern weit und breit,
    dein Licht uns nicht vertreiben.

    Beschütze du, was sich verirrt,
    was sich verwundet und verwirrt
    und was nicht heimgefunden.
    Entsende deine Engelschar
    uns zum Geleit durch die Gefahr
    in diesen dunklen Stunden.

    Dein Name soll gepriesen sein,
    er soll uns in den Schlaf hinein
    und durch die Nacht begleiten,
    damit wir alle insgemein
    in Ruhen und im Tätigsein
    dein Reich allhier bereiten.
    Quelle unbekannt

  • PSALM 9

    Verse 8–13

    Der Herr thront für ewig; *
    er stellt seinen Thron auf zum Gericht.
    Er richtet den Erdkreis gerecht, *
    er spricht den Völkern das Urteil, das sie verdienen.
    So wird der Herr für den Bedrückten zur Burg, *
    zur Burg in Zeiten der Not.
    Darum vertraut dir, wer deinen Namen kennt; *
    denn du, Herr, verlässt keinen, der dich sucht.
    Singt dem Herrn, der thront auf dem Zion, *
    verkündet unter den Völkern seine Taten!
    Denn er, der jede Blutschuld rächt, denkt an die Armen *
    und ihren Notschrei vergisst er nicht.
    PSALM-GEBET: Gott, unser gerechter Richter, stehe uns bei, wenn Menschen uns verurteilen. Sei du uns gnädig und bereit zu verzeihen.

  • LESUNG

    Jesaja 25,8

    Der Herr der Heere beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der Herr hat gesprochen.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.

    Magnifikat öffnen...

    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unseren Vater, der uns einlädt zum Mahl des Lebens, rufen wir an:
    A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
    – Für ein friedliches Zusammenleben von Juden, Christen und Moslems in Jerusalem.
    – Für den Kampf der Weltgesundheitsorganisation gegen neue Krankheitserreger.
    – Für alle, die Hilfe und Orientierung suchen in einem mühsam gewordenen Alltag.
    – Für Familien, die alte oder kranke Angehörige daheim pflegen.

  • Vaterunser

    Wir sind eingeladen zum Mahl in Gottes Reich. So wollen wir auf Gottes Weg gehen und mit Jesu Worten zu ihm beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gütiger Gott, öffne unsere Augen für deine Gegenwart.
Trockne die Tränen der Betrübten.
Erneuere unsere Hoffnung auf deine Verheißungen.
Segne uns durch die Gemeinschaft aller Glaubenden. Amen.