Heute in Te Deum

Freitag · 19. April 2019

KARFREITAG

Fürwahr, er trug unsre Krankheit
und lud auf sich unsre Schmerzen.
Wir aber hielten ihn für den, der geplagt
und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
Jesaja 53,4

Der Name Karfreitag kommt (wie Karwoche und Karsamstag) vom althochdeutschen kara = Trauer, Klage.
Die Karfreitagsliturgie geht in ihrer Gestalt auf jene Feier zurück, in der in Jerusalem seit dem 4. Jahrhundert die Menschen dem letzten Weg Jesu folgten. So bilden die Lesung der Passion und die Kreuzverehrung die beiden Schwerpunkte. Dazwischen werden die Fürbitten gebetet. In ihnen geht es um die Kirche, die sich der Hingabe Jesu verdankt und berufen ist, sein Werk der Erlösung in der Welt präsent zu halten.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Da wiederkehrt des Tages Licht,
    woll’n wir mit dankbar froher Stimm'
    besingen Gottes Herrlichkeit,
    Zeugen von Christi Gnade sein.

    Durch ihn hat, der das All erschuf,
    den Tag und auch die Nacht gemacht,
    nach ewigem Gesetz bestimmt,
    dass sie einander folgen stets.

    Du wahres Licht der Glaubenden
    bist nicht gebunden durchs Gesetz;
    du gehst nicht unter in der Nacht
    und leuchtest uns mit ew’gem Licht.

    O unerschaffner Vater du,
    gewähre, dass an diesem Tag
    wir Christus wohlgefällig sind
    und ganz erfüllt vom Heil’gen Geist. Amen.
    Nach „Diei luce reddita“; 7.-8. Jahrhundert
    Melodie: GL 265 · KG 534

  • PSALM 142

    Mit lauter Stimme schrei ich zum Herrn, *
    laut flehe ich zum Herrn um Gnade.
    Ich schütte vor ihm meine Klagen aus, *
    eröffne ihm meine Not.
    Wenn auch mein Geist in mir verzagt, *
    du kennst meinen Pfad.
    Auf dem Weg, den ich gehe, *
    legten sie mir Schlingen.
    Ich blicke nach rechts und schaue aus, *
    doch niemand ist da, der mich beachtet.
    Mir ist jede Zuflucht genommen, *
    niemand fragt nach meinem Leben.
    Herr, ich schreie zu dir, /
    ich sage: Meine Zuflucht bist du, *
    mein Anteil im Land der Lebenden.
    Vernimm doch mein Flehen; *
    denn ich bin arm und elend.
    Meinen Verfolgern entreiß mich; *
    sie sind viel stärker als ich.
    Führe mich heraus aus dem Kerker, *
    damit ich deinen Namen preise.
    Die Gerechten scharen sich um mich, *
    weil du mir Gutes tust.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, du hast uns auf den Weg zu dir gerufen. Bewahre uns auf diesem Weg und führe uns in das Land des Lebens bei dir.

  • Lesung

    Johannes 18,4–6a

    Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen. Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und stürzten zu Boden.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Jesus trug sein Kreuz und ging hinaus zur Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, der für uns am Kreuz gestorben ist, rufen wir an:
    A: Herr, sei uns gnädig.
    ¬ Sei du unsere Kraft und unser Trost im Leiden.
    ¬ Mach uns bereit, in deiner Nachfolge unser Kreuz zu tragen.
    ¬ Stärke unsere Hoffnung angesichts des Leids in der Welt.

  • Vaterunser

    In dem Glauben, den Jesus uns gelehrt hat, dürfen wir mit seinen Worten beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Radikaler christlicher Glaube kann nur heißen, sich vorbehaltlos auf den »gekreuzigten Gott« einzulassen. Das ist gefährlich. Es verspricht nicht Bestätigung eigener Vorstellungen, Hoffnungen und guter Absichten. Es verspricht zuerst den Schmerz der Umkehr und der gründlichen Veränderung.

    Jürgen Moltmann (*1926; evangelischer Theologe)


Segen

Gott, segne das Kreuz, das uns aufgeladen wird.
Dein Segen mache es fruchtbar für uns und andere,
dein Segen schenke die Kraft, es zu tragen,
dein Segen verwandle es uns in das Tor zum ewigen Leben.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gedenke, Herr, der großen Taten, die dein Erbarmen gewirkt hat. Schütze und heilige deine Diener, für die dein Sohn Jesus Christus sein Blut vergossen und das österliche Geheimnis eingesetzt hat, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.


  • 1. Lesung

    Jesaja 52,13 – 53,12°

    Siehe, mein Knecht wird Erfolg haben, er wird sich erheben und erhaben und sehr hoch sein. Wie sich viele über dich entsetzt haben – so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen –, so wird er viele Nationen entsühnen, Könige schließen vor ihm ihren Mund. Denn was man ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt.
    Wer hat geglaubt, was wir gehört haben? Der Arm des HERRN – wem wurde er offenbar? Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, sodass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.
    Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.
    Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der HERR ließ auf ihn treffen die Schuld von uns allen. Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
    Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen. Bei den Frevlern gab man ihm sein Grab und bei den Reichen seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.
    Doch der HERR hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten. Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt, wird er Nachkommen sehen und lange leben. Was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.
    Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen und mit Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ. Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein.

    Impuls

    Der Gottesdienst des Karfreitags ist wie keiner sonst im Jahr von Kargheit und Worten geprägt. Keine Glocken laden ein, in Stille wird eingezogen, die Orgel schweigt, wenige oder keine Kerzen brennen. In diese Atmosphäre hinein wird das Gottesknechtslied von Jesaja gesprochen und vor unserem geistigen Auge erscheint das Bild Jesu in der Passion. Hineingewoben ist jedoch auch eine theologische Interpretation des Geschehens: Zu unserem Heil geschieht dies – durch seine Wunden sind wir geheilt – der Gerechte macht die Vielen gerecht – er hob die Sünden der Vielen auf und lädt ihre Schuld auf sich.

  • 2. Lesung

    Hebräer 4,14–16; 5,7–9°

    Schwestern und Brüder! Da wir nun einen erhabenen Hohepriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten. Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitfühlen könnte mit unseren Schwächen, sondern einen, der in allem wie wir versucht worden ist, aber nicht gesündigt hat. Lasst uns also voll Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit!
    Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört worden aufgrund seiner Gottesfurcht. Obwohl er der Sohn war, hat er durch das, was er gelitten hat, den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.

    Impuls

    Im Jesajatext hören wir eine Vision und in der Lesung aus dem Hebräerbrief eine Erinnerung. So bilden diese beiden Texte die Klammer von Zukunft (Jesaja) und Vergangenheit (Hebräerbrief). Was wir dann in der Passion hören, können wir wie ein gegenwärtiges Geschehen auffassen, das jetzt stattfindet, während wir es hören. Der Autor des Hebräerbriefes schreibt von der Passion Jesu nicht als einem geschichtlichen Vorgang, sondern er bringt eine theologische Deutung: Zur Vollendung gelangt ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden. Das objektive Tun Jesu verlangt jedoch von mir die gläubige Annahme, dass er der Urheber des ewigen Heils ist, mein Erlöser!

  • Evangelium


Gebet

Herr, unser Gott, reicher Segen komme herab auf dein Volk, das den Tod deines Sohnes gefeiert hat und die Auferstehung erwartet. Schenke ihm Verzeihung und Trost, Wachstum im Glauben und die ewige Erlösung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Dreifaltigkeit, du sel’ges Licht!
    Der Einheit Ursprung, Anbeginn!
    Schon sinkt der Sonne Feuerball:
    Dein Licht ergieß in unser Herz.

    Dich preisen wir am Morgen schon,
    dich bitten wir zur Abendzeit,
    dich lobe unser frohes Lied
    voll Dank in alle Ewigkeit.

    Dem Vater Gott sei Ruhm und Ehr
    und seinem eingebornen Sohn
    und Lob dem Geist, der kraftvoll hilft,
    zu dienen in der heil’gen Pflicht.
    Quelle unbekannt
    Melodie: GL 241/245 · KG 228

  • CANTICUM

    1 Petrus 2,21a–24

    Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, *
    damit ihr seinen Spuren folgt.
    Er hat keine Sünde begangen *
    und in seinem Mund war kein trügerisches Wort.
    Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; /
    er litt, drohte aber nicht, *
    sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.
    Er hat unsere Sünden mit seinem Leib
    auf das Holz des Kreuzes getragen, /
    damit wir tot seien für die Sünden *
    und für die Gerechtigkeit leben.
    Durch seine Wunden *
    seid ihr geheilt.
    CANTICUM-GEBET: Treuer Gott, in der Auferstehung deines Sohnes hast du deine Verheißungen erfüllt. Hilf uns, in ihm das Leben zu finden.

  • LESUNG

    Hebräer 5,7

    Als Christus auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Jesus sprach: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Jesus Christus, der uns am Kreuz erlöst hat, bitten wir:
    A: Herr, erbarme dich.
    ¬ Für die christlichen Kirchen, die zerrissen und gespalten sind.
    ¬ Für die Staaten, in denen ein diktatorisches Regime herrscht.
    ¬ Für die Kinder, die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch geworden sind.
    ¬ Für die Menschen, an denen wir schuldig geworden sind.

  • Vaterunser

    Jesus Christus hat seine Liebe zu uns durchgehalten bis über das Kreuz hinaus. Wir beten, wie er es uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott,
segne uns in Leiden und Not,
segne uns in Angst und Dunkelheit
und gehe mit uns auch in unseren Tod.
In deinem Segen werde unser Leben neu. Amen.