Heute in Te Deum

Dienstag · 27. September 2022

So werden viele Völker und mächtige Nationen kommen,
den HERRN Zebaoth in Jerusalem zu suchen
und den HERRN anzuflehen.
Sacharja 8,22

Vinzenz von Paul (1581–1660) wurde schon mit 19 Jahren Priester, um an reiche Pfründe zu kommen, von denen auch seine Familie leben sollte. Das misslang, er machte Schulden, musste fliehen und kam nach diversen Abenteuern nach Paris.
Erschüttert von der Armut, der er als Pfarrer in einem Vorort von Paris begegnete, und von der mangelnden Bildung der Priester erkannte er seine Lebensaufgabe in der Sorge um die Ärmsten und einer besseren Bildung der Priester. So gründete er die Congregatio Missionis (Lazaristen oder später Vinzentiner) mit dem Ziel der Mission auf dem Land und der Priesterbildung sowie zusammen mit Louise de Marillac die »Bruderschaft der Damen der christlichen Liebe«, eine karitative Vereinigung von Bürgersfrauen, die arme, alte und kranke Menschen in seiner Pfarrei betreuten.
Daraus entwickelte sich in der Folge die Kongregation der Filles de la Charité – heute »Vinzentinerinnen« oder »Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul«, die in verschiedenen Föderationen die größte Frauengemeinschaft der katholischen Kirche bilden. Sie kümmerten sich um Kranke, Galeerensträflinge, Waisen- und Findelkinder, Alte und Geisteskranke.
Mit der Gründung von riesigen Volksküchen rettete Vinzenz in Frankreich die Bevölkerung ganzer Departements, die vom Krieg heimgesucht worden waren, vor dem Hungertod. Von großer Bedeutung für Vinzenz waren Begegnungen mit Franz von Sales und Johanna von Chantal.
L: 1 Kor 1,26–31; E: Mt 9,35–38

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Nun danket all und bringet Ehr,
    ihr Menschen in der Welt,
    dem, dessen Lob der Engel Heer
    im Himmel stets vermeld’t.

    Ermuntert euch und singt mit Schall
    Gott, unserm höchsten Gut,
    der seine Wunder überall
    und große Dinge tut.

    Er gebe uns ein fröhlich Herz,
    erfrische Geist und Sinn
    und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz
    in Meerestiefen hin.

    Er lasse seinen Frieden ruhn
    auf unserm Volk und Land;
    er gebe Glück zu unserm Tun
    und Heil zu allem Stand.
    Paul Gerhardt (1647); GL 403 · KG 518 · EG 322 · EST 581 · CG 833

  • CANTICUM

    Jesaja 42,10–16d

    Singt dem Herrn ein neues Lied, *
    verkündet seinen Ruhm bis ans Ende der Erde!
    Es jauchze das Meer und alles, was es erfüllt, *
    die Inseln und ihre Bewohner.
    Die Wüste und ihre Städte sollen sich freuen, *
    die Dörfer, die Kedar bewohnt.
    Die Bewohner von Sela sollen singen vor Freude *
    und jubeln auf den Gipfeln der Berge.
    Sie sollen die Herrlichkeit des Herrn verkünden, *
    seinen Ruhm auf den Inseln verbreiten.
    Der Herr zieht in den Kampf wie ein Held, *
    er entfacht seine Leidenschaft wie ein Krieger.
    Er erhebt den Schlachtruf und schreit, *
    er zeigt sich als Held gegenüber den Feinden.
    Ich hatte sehr lange geschwiegen, *
    ich war still und hielt mich zurück.
    Wie eine Gebärende will ich nun schreien, *
    ich schnaube und schnaufe.
    Die Berge und Hügel dörre ich aus *
    und lasse ihr Gras völlig vertrocknen.
    Flüsse mache ich zu festem Boden *
    und Teiche lege ich trocken.
    Blinde führe ich auf Wegen, die sie nicht kennen, *
    auf unbekannten Pfaden lasse ich sie wandern.
    Die Finsternis vor ihren Augen mache ich zu Licht; *
    was krumm ist, mache ich gerade.
    CANTICUM-GEBET: Gütiger Gott, du hast Geduld mit uns und wartest auf unsere Umkehr. Lass alle Menschen deine Größe erkennen, dann werden sie gehen in deinem Licht.

  • Lesung

    Lukas 9,51–53

    Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Der Herr hat an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat.

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, der in seiner Liebe alle Menschen erlöst hat, bitten wir:
    A: Herr, sei du unsere Hilfe.
    – Ermutige uns zur Gastfreundschaft gegenüber allen Menschen.
    – Schenke uns Geduld, die Ja sagt zur Eigenart aller Menschen.
    – Bewahre uns davor, rachsüchtig und ungerecht zu werden.

  • Vaterunser

    Gott ist voller Geduld und bereit zu verzeihen. In dieser Hoffnung sprechen wir das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Gott ist ein Gott, der selbst mit seinem Arm Macht ausübt, dessen Taten aber in scharfem Kontrast zum oft machtbesessenen Handeln des Menschen stehen. Er ist ein Gott, der seine Macht nicht um Kontrolle und Herrschaft willen ausübt, sondern zum Schutz und als Sorge für Einzelne ebenso wie für alle Menschen.

    Claudio Ettl (Neutestamentler)


Segen

Gott, allmächtiger Vater, segne uns.
Entzünde in uns das Feuer deiner Liebe.
Entflamme in uns die Begeisterung für deine Sache.
Bewahre uns vor brennendem Hass und vor Gewalt. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gütiger Gott, mach uns bereit, zu dir zu kommen und dein Wort zu hören.


  • Lesung

    Ijob 3,1–3.11–17.20–23

    Ijob tat seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag. Ijob ergriff das Wort und sprach:
    Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist empfangen. Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich? Weshalb nur kamen Knie mir entgegen, wozu Brüste, dass ich daran trank?
    Still läge ich jetzt und könnte rasten, entschlafen wäre ich und hätte Ruhe bei Königen, bei Ratsherren im Land, die Grabkammern für sich erbauten, oder bei Fürsten, reich an Gold, die ihre Häuser mit Silber gefüllt. Wie die verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht mehr, Kindern gleich, die das Licht nie geschaut. Dort hören Frevler auf zu toben, dort ruhen aus, deren Kraft erschöpft ist.
    Warum schenkt Gott dem Elenden Licht und Leben denen, die verbittert sind? Sie warten auf den Tod, der nicht kommt, sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze. Sie würden sich freuen über einen Hügel; fänden sie ein Grab, sie würden frohlocken. Wozu Licht für den Mann auf verborgenem Weg, den Gott von allen Seiten einschließt?

    Impuls

    Der Name Ijob bedeutet »Wo ist mein Gott?« Der gottesfürchtige und fromme Mann wird uns geschildert als ein Fragender und Suchender. Ist Gott eher der »Vater« oder doch der »Feind« des Menschen? Beide Deutungen sind sprachlich möglich. In der zweiten Testphase wird Ijob von einer schweren, schmerzhaften Krankheit befallen. Jetzt klingt er nicht mehr so gefasst wie bei den Unglücksnachrichten im ersten Kapitel des Buches. Seine Frau verspottete ihn. Die Freunde saßen tagelang stumm und ratlos neben ihm und konnten ihn nicht trösten. Da bricht das Elend aus ihm heraus: Warum starb ich nicht gleich bei meiner Geburt? Dann hätte ich jetzt Ruhe. Der Tod wäre jetzt das geringere Übel. Er wünscht ihn herbei, wie einen Freund, der sein Leiden beendet. Es dauert viele Gespräche lang, bis Ijob aus seiner Todessehnsucht herausfindet. »Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen?« (Ijob 2,10)

  • Evangelium

    Lukas 9,51–56

    Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.
    Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

    Impuls

    Gastfreundschaft ist im Orient ein hohes Gut. Offensichtlich waren die Bewohner Samarias nicht bereit, Fremde zu beherbergen. Vor allem die Pilger auf dem Weg nach Jerusalem wurden abgewiesen. Grund dafür sind politische und religiöse Spannungen zwischen Samaritanern und Juden seit Jahrhunderten. Bei der Suche nach einer Unterkunft finden die Boten Jesu keine Aufnahme. Jakobus und Johannes sind darüber zornig. Jesus reagiert besonnen. Er geht in ein anderes Dorf. Später erklärt er seine Haltung: Auf dem Weg nach Jerusalem gibt es Wichtigeres als ein Nachtquartier. »Die Füchse haben Höhlen und die Vögel Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann«. So warnt er einen Mann, der ihm nachfolgen wollte. Er weiß, dass er abgelehnt und verfolgt wird, nicht nur von den Samaritanern, sondern auch von den Frommen in Jerusalem. Dort wird sein Weg enden. Wie einst der Prophet Elija wird Jesus in den Himmel aufgenommen werden. Den Zorn der beiden Jünger weist Jesus zurück. Er findet sogar lobende Worte für die Samaritaner: Wenige Verse weiter erzählt Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Er führt mit der Samariterin am Jakobsbrunnen ein Glaubensgespräch. Und er lobt einen der 10 Aussätzigen, der dankbar für seine Heilung zu Jesus zurückkam: Dieser Mann war ein Samariter (Lk 17,16).


Gebet

Herr Jesus Christus, du hast unser Leben geteilt. Du hast Zustimmung und Ablehnung erfahren. Du bist deinen Weg zu Ende gegangen und hast Leiden und Tod ertragen. Wir schauen auf dich und bitten: Gib uns die Kraft, anzunehmen, was Gott uns schickt, und lass uns mit dir verbunden sein. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Das Licht des Tages schwindet hin
    und wieder bricht die Nacht herein:
    ein Bild des wechselnden Geschicks,
    dem unser Leben unterliegt.

    Allein bei dir, du starker Gott,
    ist niemals Finsternis und Tod.
    Du bist das Leben, bist das Licht
    und bleibst dir treu in Ewigkeit.

    So schenk uns festen Halt in dir
    und gib uns teil an deinem Licht,
    damit wir niemals untergehn
    und stets bei dir geborgen sind.

    Lob, Ehre, Ruhm und Preis sei dir,
    dreieinger Gott, in dieser Zeit,
    bis wir dereinst das neue Lied
    dir singen in der Ewigkeit. Amen.
    Stundengebet Abtei Kellenried

  • PSALM 7

    Verse 11–18

    Ein Schild über mir ist Gott, *
    er rettet die Menschen mit redlichem Herzen.
    Gott ist ein gerechter Richter, *
    ein Gott, der täglich strafen kann.
    Wenn der Frevler sein Schwert wieder schärft, *
    seinen Bogen spannt und zielt,
    dann rüstet er tödliche Waffen gegen sich selbst, *
    bereitet sich glühende Pfeile.
    Er hat Böses im Sinn; *
    er geht schwanger mit Unheil und Tücke gebiert er.
    Er gräbt ein Loch, er schaufelt es aus, *
    doch er stürzt in die Grube, die er selber gemacht hat.
    Seine Untat kommt auf sein eigenes Haupt, *
    seine Gewalttat fällt auf seinen Scheitel zurück.
    Ich will dem Herrn danken, denn er ist gerecht; *
    dem Namen des Herrn, des Höchsten,
    will ich singen und spielen.
    PSALM-GEBET: Gott, du allein bist unsere Rettung. Schau auf den Schwachen, der keine Hilfe hat, und erweise an ihm deine Macht und Gerechtigkeit.

  • LESUNG

    Ijob 3,1–3.11

    Ijob tat seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag. Ijob ergriff das Wort und sprach: Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist empfangen. Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Meine Seele preist die Größe des Herrn.

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    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, der alle Menschen zu einem Leben in Fülle beruft, bitten wir:
    A: Gott, höre unser Gebet.
    – Für mutige Schritte der christlichen Kirchen zur Gemeinschaft am Tisch des Herrn.
    – Für verbindliche Schritte auf dem synodalen Weg zur Erneuerung in unseren Gemeinden.
    – Für eine Politik in unserem Land, die sozialer Gerechtigkeit und individueller Freiheit gleichermaßen verpflichtet ist.
    – Für alle, die sich privat und dienstlich um die Integration der Flüchtlinge in unserem Land bemühen.

  • Vaterunser

    Jesus Christus hat am Kreuz all unser Leid auf sich genommen. Es ist ihm nicht fremd und er tritt für uns ein. So beten wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, allmächtiger Vater, segne uns.
Bewahre uns davor, dass wir Wut und Ärger verbreiten.
Hindere uns am Bösen und fördere uns zum Guten.
Begleite uns, damit wir zuversichtlich auf unserem Weg bleiben.
Amen.