Heute in Te Deum

Dienstag · 18. September 2018

Ihr seid der Leib Christi
und jeder Einzelne ein Glied.
1 Korinther 12,27

Lambert Lambert wurde etwa 675 Bischof von Maastricht, jedoch im Zuge politischer Machtkämpfe durch den fränkischen Hausmeier nach Stablo verbannt. Nach seiner Rückkehr organisierte er die Missionsarbeit in Nordbrabant. In einer Fehde mit einem Grafen um die Immunität seiner Kirche ließ dieser ihn am 17. September 705/06 ermorden: Während er beim Gebet war, wurde Lambert erschlagen, obwohl er sich hätte verteidigen können.
L: Ez 34,11–16; E: Joh 10,11–16

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Seht, golden steigt das Licht empor –
    da schwindet hin die dunkle Nacht,
    die unsren richtungslosen Schritt
    hart an des Abgrunds Rand gebracht.

    Des neuen Tages heitres Licht
    dringt tief in unsre Seele ein
    und macht, von Arglist ungetrübt,
    des Herzens Streben klar und rein.

    Von Aug und Zunge, Mund und Hand
    bleib jede böse Regung fern;
    so führe uns der neue Tag
    aus Finsternis zum Licht des Herrn.

    Ein Auge schaut auf uns herab,
    das über unsrem Leben wacht:
    Es sieht voll Güte unser Tun
    vom frühen Morgen bis zur Nacht.

    Und jener letzte Morgen einst,
    den wir erflehn voll Zuversicht,
    er finde wachend uns beim Lob
    und überströme uns mit Licht.

    Gott Vater, dir und deinem Sohn
    sei Lob und Dank und Herrlichkeit
    und auch dem Geist, der bei uns ist,
    jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.
    Nach »Lux ecce surgit aurea (Sol ecce surgit igneus)«,
    Prudentius († nach 405), 5. Strophe »Aurora iam spargit polum« (7.–8. Jh.),
    Stundenbuch; Melodie: GL 666 · KG 670

  • CANTICUM

    Jona 2,3–10

    In meiner Not rief ich zum Herrn *
    und er erhörte mich.
    Aus der Tiefe der Unterwelt schrie ich um Hilfe *
    und du hörtest mein Rufen.
    Du hast mich in die Tiefe geworfen, in das Herz der Meere; /
    mich umschlossen die Fluten, *
    all deine Wellen und Wogen schlugen über mir zusammen.
    Ich dachte: Ich bin aus deiner Nähe verstoßen. *
    Wie kann ich deinen heiligen Tempel wieder erblicken?
    Das Wasser reichte mir bis an die Kehle, /
    die Urflut umschloss mich; *
    Schilfgras umschlang meinen Kopf.
    Bis zu den Wurzeln der Berge, tief in die Erde kam ich hinab; *
    ihre Riegel schlossen mich ein für immer.
    Doch du holtest mich lebendig aus dem Grab herauf, *
    Herr, mein Gott.
    Als mir der Atem schwand, dachte ich an den Herrn *
    und mein Gebet drang zu dir, zu deinem heiligen Tempel.
    Wer nichtige Götzen verehrt, *
    der handelt treulos.
    Ich aber will dir opfern und laut dein Lob verkünden. Was ich
    gelobt habe, will ich erfüllen.
    Vom Herrn kommt die Rettung.
    CANTICUM-GEBET: Allmächtiger Gott, in seiner Auferstehung hat Jesus Christus den Tod besiegt. Rufe auch uns aus dem Tod zum Leben bei dir.

  • Lesung

    Lukas 7,16–17

    Die Leute von Naïn wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen. Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Jesus sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Gott, der unserer Freude und unserem Schmerz nahe ist, bitten wir:
    A: Gott, sei uns gnädig!
    ¬ Gib uns die rechten Worte, um Trauernde zu trösten.
    ¬ Stärke unseren Glauben an die Auferstehung.
    ¬ Mach uns bereit, denen zu helfen, die keine Hilfe haben.

  • Vaterunser

    In Jesus Christus sind wir im Leben und im Tod mit Gott verbunden. So können wir beten, wie er uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Leben ist das, was an Potenzial in jedem Menschen steckt. Die Erfahrung der »Auferstehung« ist das Sichtbarwerden des »Nicht-für-möglich-Gehaltenen«. Totgeglaubtes kann lebendig werden, Erstarrtes kann aufbrechen, steter Tropfen den Stein aushöhlen. Leben beinhaltet mehr Potenzial, als menschlicher Verstand sich auszudenken vermag.

    Arnold Mettnitzer (* 1965; österreichischer Theologe, Seelsorger und Psychotherapeut)


Segen

Gott, segne die Neugeborenen und die Kinder.
Segne die Erwachsenen und Alten.
Segne uns alle Tage unseres Lebens. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, hilf uns, dein Wort festzuhalten und ihm zu vertrauen.


  • Lesung

    1 Korinther 12,12–14.27–31a

    Schwestern und Brüder! Wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.
    Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
    Auch der Leib besteht nicht nur aus e i n e m Glied, sondern aus vielen Gliedern.
    Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm. So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.
    Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Wunder zu tun? Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen?
    Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!

    Impuls

    In einer Predigt an Neugetaufte (Sermo 272) schrieb der Kirchenvater Augustinus (354–430) als Bischof von Hippo in Nordafrika: »Ein einziger Leib, wir, die wir viele sind. Denkt daran, dass man Brot nicht aus einem Korn herstellt, sondern aus vielen. Seid das, was ihr seht, und empfangt, was ihr seid!«
    Das Brot aus vielen Körnern, der Leib mit seinen vielen unterschiedlichen Gliedern, die Bilder machen uns deutlich, wie wir dem Ganzen zugehören und uns auf das Ganze einlassen sollen. Sie zeigen uns, wie wir dankbar uns selbst annehmen, mit unseren Gaben leben und dankbar die Gaben der andern wertschätzen können. Das Zweite geht nicht ohne das Erste.
    Die Verschiedenheit der Gaben macht uns nicht zu Konkurrenten, sondern bereichert die Ergänzungsbedürftigkeit eines jeden. Wenn wir wetteifern wollen, dann darin, dass wir uns ganz einbringen und dem Miteinander dienen. Wer uns zusammenhält, ist der, der uns als Glaubende zusammengeführt hat, Jesus Christus, in dessen Leib wir durch die Taufe hineingenommen, eingegliedert worden sind. Wenn sein Geist uns immer mehr erfüllt und unser Leben tränkt, wird Frieden unter uns werden, so wir jetzt noch zu ringen haben und im Unfrieden in uns selbst und miteinander sind.

  • Evangelium

    Lukas 7,11–17

    In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm.
    Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.
    Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.
    Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen. Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

    Impuls

    Die Geschichte der Totenerweckung des jungen Mannes aus Naïn lesen wir nur im Evangelium nach Lukas. Das bewegende Wort ist »Mitleid«. Mitfühlen können und Mitleiden gehört zu den Wesensmerkmalen Jesu. Er ist gekommen, damit uns Gottes Erbarmen nahekommt. In der Tradition der alten Propheten Israels offenbart er, was das bedeutet: Blinde sehen wieder, Lahme gehen wieder, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet (Lk 7, 22b; vgl. Jes 35,5–6; 42,7; 26,19; 61,1).
    Heute sind wir die Menschen, denen Gottes Erbarmen nahegehen will.
    Heute sind wir die Menschen, die Jesus auf dem Weg des Mitfühlens und Mitleidens mitnehmen will.
    Heute sind wir die Menschen, die bezeugen: Gott hat sich unser angenommen.
    Oder, realistischer gesagt, ich habe die Möglichkeit, heute einer dieser Menschen zu sein.


Gebet

Erbarmender Gott, lass uns von Neuem dein Wort hören, das Jesus sagt: Steh auf!, und aufstehen. Gib auch uns das Leben wieder, wo wir uns oder einem, der uns nahe ist, wie tot und leblos vorkommen und nicht zueinanderfinden können. Und gib uns dem Leben wieder, wo wir teilnahmslos geworden sind. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Ewiger Gott, aus dem Nichts
    hast du das Weltall geschaffen;
    lag doch kein Urstoff bereit
    neben dir, ewig wie du.

    Ebenso wird einst dein Wille
    die Welt von Grund auf verwandeln;
    doch du bleibst immer dir gleich,
    so wie von jeher du warst.

    Klein ist die Spanne der Zeit,
    durch die unsre Jahrhunderte gleiten,
    kurz bemessen die Frist,
    heilig zu werden wie du.

    König der Welten, lass uns
    in Treue dir dienen auf Erden,
    und zum heiligen Kampf
    schenk uns göttliche Kraft.
    Nach »Tu qui de nihilo«; Fulbert von Chartres († 1028)

  • PSALM 30

    Verse 2–6

    Ich will dich rühmen, Herr, /
    denn du hast mich aus der Tiefe gezogen *
    und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.
    Herr, mein Gott, ich habe zu dir geschrien *
    und du hast mich geheilt.
    Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, *
    aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.
    Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen, *
    preist seinen heiligen Namen!
    Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, *
    doch seine Güte ein Leben lang.
    Wenn man am Abend auch weint, *
    am Morgen herrscht wieder Jubel.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, heile uns und rette uns aus aller Not. Mach uns bereit, unser Leben dir anzuvertrauen und dir zu folgen.

  • LESUNG

    1 Korinther 12,12–13a

    Wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Jesus Christus, in dem unsere Hoffnung liegt, rufen wir an:
    V: Christus, höre uns! A: Christus, erhöre uns!
    ¬ Um Gottes Segen für alle Christen, die sich in der Hospizbewegung engagieren.
    ¬ Für den Kampf der Weltgesundheitsorganisation gegen Seuchen.
    ¬ Um Hilfe für die sozial schwachen Familien in unserem Land.
    ¬ Für unsere Verstorbenen.

  • Vaterunser

    In Jesus Christus können wir Gott erkennen und den Weg zum Vater finden. Wir beten mit seinen Worten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne unser Ohr, dass wir dein Wort hören.
Segne unseren Mund, dass wir dein Wort sprechen.
Segne unser Herz, dass wir nach deinem Wort handeln.
Amen.