Heute in Te Deum

Dienstag · 22. Mai 2018

Alles, was dir widerfährt, das nimm auf dich
und sei geduldig bei jeder neuen Demütigung.
Jesus Sirach 2,4

Rita von Cascia Rita, um 1370 bei Cascia in Umbrien geboren, wurde durch ihre Eltern zur Ehe gezwungen. Nach der Ermordung ihres Gatten und dem Tod ihrer beiden Söhne trat sie im Alter von 33 Jahren in das Augustinerinnenkloster ihrer Heimatstadt ein. Selbstlose Nächstenliebe und Herzensgüte verband sich bei ihr mit einer Liebe von mystischer Tiefe zum leidenden Jesus. 1432 empfing sie das Stigma der Dornenwunde an ihrer Stirn. 1900 heiliggesprochen, wird sie vor allem in Südamerika und auf den Philippinen verehrt als »Helferin in aussichtslosen Nöten«.
»Die Heiligkeit des Menschen besteht ganz und gar in der Liebe zu Jesus Christus, unserem höchsten Gut, unserem Erlöser. Wer ihn liebt, sagt Jesus Christus selbst, ist der Liebe des Vaters gewiss. Der hl. Franz von Sales sagt: ›Manche sehen die Vollkommenheit in einem strengen Leben, andere im Beten, im häufigen Empfang der Sakramente oder im Almosengeben. Doch sie täuschen sich. Die Vollkommenheit besteht darin, Gott aus ganzem Herzen zu lieben‹« (Alfons von Liguori).
L: 1 Kor 1, 26–31; E: Lk 9, 52–57

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    O komm, du Tröster, Heil’ger Geist!
    Du Hauch, der neues Leben zeugt,
    du Licht, das jede Nacht erhellt,
    ergieße dich in unser Herz!

    Erfülle uns mit deiner Kraft!
    Belebe, was erstorben ist!
    Komm, atme in uns, treibe uns,
    denn nichts gelingt uns ohne dich.

    Erhöre, Vater, dies Gebet
    und nimm uns an durch deinen Sohn;
    mit ihm und mit dem Heil’gen Geist
    lenkst du die Welt in Ewigkeit. Amen.
    Stundengebet Abtei Kellenried

  • PSALM 51

    Verse 12–19

    Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *
    und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
    Verwirf mich nicht von deinem Angesicht *
    und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!
    Mach mich wieder froh mit deinem Heil, *
    mit einem willigen Geist rüste mich aus!
    Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege *
    und die Sünder kehren um zu dir.
    Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles, *
    dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.
    Herr, öffne mir die Lippen *
    und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.
    Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *
    an Brandopfern hast du kein Gefallen.
    Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *
    ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
    wirst du, Gott, nicht verschmähen.
    PSALM-GEBET: Gerechter Gott, gib uns ein neues reines Herz, das deine Gebote kennt und dich zu loben weiß, sodass wir dir gefallen.

  • Lesung

    Markus 9,33–34

    Jesus und seine Jünger kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, dessen Geist alles erneuert, rufen wir an:
    A: Herr, erhöre uns!
    ¬ Öffne uns heute für ein Wort, dass der Geist uns zuträgt..
    ¬ Hilf uns, in anderen die Glaubensfreude zu entfachen.
    ¬ Gib, dass wir auf Zorn und Aggression mit Liebe reagieren können.

  • Vaterunser

    Wo immer wir sind, schaut Gott liebevoll auf uns. So können wir beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Dem anderen den Vortritt lassen. Warum nicht mal den unteren Weg gehen. Aus unserer Freiheit als Christenmenschen heraus. Aus Freiheit und Liebe. Mal den zweiten Platz belegen.

    Hanns Dieter Hüsch (1925–2005; Kabarettist)


Segen

Herr und Gott, wir erbitten deinen Segen.
Dein Segen sei uns Halt und Wegweiser.
Dein Segen sei unser Schutz und Begleiter.
Mit deinem Segen gehen wir sicher unseren Weg. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Starker Gott, dein Wort gebe uns Kraft in Prüfungen.


  • Lesung

    Jakobus 4,1–10

    Schwestern und Brüder! Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern. Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden.
    Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der wird zum Feind Gottes. Oder meint ihr, die Schrift sage ohne Grund: Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ. Doch er gibt noch größere Gnade; darum heißt es auch: Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.
    Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er vor euch fliehen. Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern. Reinigt die Hände, ihr Sünder, läutert euer Herz, ihr Menschen mit zwei Seelen! Klagt und trauert und weint! Euer Lachen verwandle sich in Trauer, eure Freude in Betrübnis. Demütigt euch vor dem Herrn; dann wird er euch erhöhen.

    Impuls

    Was der Verfasser des Jakobusbriefs als »Welt« bezeichnet, würden wir heute eher hemmungslosen Egoismus nennen oder rücksichtslosen Selbsterhaltungstrieb. Das ist etwas anderes, ja Schlimmeres als der Umstand, dass unsere ganze Umwelt, die Tiere und die Pflanzen und auch wir Menschen darauf angelegt sind, uns auf Kosten von vielem anderem am Leben erhalten und ein möglichst gutes Leben führen zu wollen. Daran kann nichts grundsätzlich Sündhaftes sein. Dagegen sind die »Freunde der Welt« diejenigen, die diesen Selbsterhaltungstrieb ins Extrem treiben. Im Sprachgebrauch des Jakobusbriefs sind das die »Stolzen«. Wir sollten angesichts dieser – genau besehenen Dynamik – eher die »Demütigen« sein und möglichst behutsam mit allem umgehen, was wir brauchen und nutzen dürfen.

  • Evangelium

    Markus 9,30–37

    In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.
    Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei.
    Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt
    hat.

    Impuls

    Diese kurze Schilderung eröffnet eine Ahnung von der Naivität und Ichbezogenheit der engsten Freunde Jesu. Sie hatten schon lange Zeiten und Erfahrungen mit ihm geteilt – aber verstanden hatten sie ihn offensichtlich noch nicht. Eine abgrundtiefe Kluft trennte sie von ihm. Er wusste um sein baldiges schreckliches Schicksal, wollte sich ihm stellen und äußerte seine Zuversicht, im Tod nicht endgültig unterzugehen. Sie dagegen hatten nichts anderes im Kopf, als einen möglichst hohen Rang in ihrer Gemeinschaft einzunehmen. Mit seiner Geste, sich hinabzubeugen und ein Kind in die Arme zu nehmen, wies Jesus ihnen die entgegengesetzte Richtung. In der wahrhaftigen Nachfolge Christi verläuft der Weg der Karriere nicht nach oben, sondern nach unten.


Gebet

Gott aller Menschen, du schützt das Kleine, Verletzliche, Hilflose, du bist der Gott der Kinder und derer, die sich das Herz eines Kindes bewahrt haben, weil sie das Staunen nicht verlernt haben und offen sind für die Wunder des Lebens. Lass uns unsere kindliche Seite im Karussell der Wichtigkeiten nicht verlieren, damit wir bereit sind für den Himmel, wenn du uns zu dir rufst. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Getreuer Gott, du bist uns nah,
    auch wenn der Sinn es nicht bedenkt.
    Wir flüchten, da der Tag sich senkt,
    zu dir und wissen: Du bist da.

    Mit deinen Schwingen deck uns zu.
    Von unsern Fehlern heil uns, du.
    Lass uns mit dir verbunden sein,
    so finde unser Sehnen Ruh.

    Dreieiner Gott, so groß und gut:
    Wir sind gefirmt, auf dich getauft.
    Durch deines Geistes Gabenband
    gib unserm Glauben Kraft und Glut.
    Zeitgenössisch
    Melodie: GL 474 · KG 40 · EG 2881

  • PSALM 131

    Herr, mein Herz ist nicht stolz, *
    nicht hochmütig blicken meine Augen.
    Ich gehe nicht um mit Dingen, *
    die mir zu wunderbar und zu hoch sind.
    Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; /
    wie ein kleines Kind bei der Mutter *
    ist meine Seele still in mir.
    Israel, harre auf den Herrn *
    von nun an bis in Ewigkeit!
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, wer auf dich vertraut, darf ruhig sein. Nimm unsere Schwäche an und erfülle sie mit deiner Kraft.

  • LESUNG

    Jakobus 3,16–17

    Wo Eifersucht und Ehrgeiz herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art. Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam, voll Erbarmen und reich an guten Früchten, sie ist unparteiisch, sie heuchelt nicht.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, der unsere Herzen kennt, wird uns erhören, wenn wir rufen:
    A: Gott und Herr, erbarme dich!
    ¬ Für jene Christen, deren Glaube müde oder hart geworden ist.
    ¬ Für Moslems und Juden um den Mut zur Versöhnung.
    ¬ Für alle, die arbeitslos geworden sind und keine Perspektive für die Zukunft haben.
    ¬ Für die Menschen, die in Hospizen und Kliniken Sterbende betreuen.

  • Vaterunser

    Beten wir, wie Jesus es uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, öffne unsere Augen,
dass wir Neues sehen und Großes erhoffen.
Öffne unsere Ohren,
damit wir dein Wort hören und glauben.
Öffne unser Herz,
damit wir dein Leben empfangen und lieben. Amen.