Heute in Te Deum

Donnerstag · 18. Juli 2019

Des Herzens Begehren steht nach
deinem Namen und deinem Lobpreis.
Jesaja 26,8b

Paul Schneider Paul Schneider (1897–1939), evangelischer Pfarrer aus dem Hunsrück, wurde wegen seiner Kritik am Naziregime mehrfach verhaftet und kam schließlich ins KZ Buchenwald. Hier hielt er, als Tausende zum Appell angetreten waren, aus seinem Arrestgebäude mehrmals eine Predigt, in denen er die Folter und das Morden anprangerte und zum furchtlosen Bekenntnis für Gott als dem alleinigen Herrscher der Welt aufrief. Er wurde daraufhin so schwer verprügelt, dass er an den Folgen seiner Verletzungen starb. Auch Papst Johannes Paul II. würdigte Paul Schneider 2000 stellvertretend für alle protestantischen Christen, die die Treue zum christlichen Glauben mit ihrem Leben bezahlten.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Du, dessen Rechte
    alle Reiche
    einzig leitet,

    zeig deinem Volke
    deine große Macht,
    gewähre ihm das lang ersehnte Heil.

    Du, den des Sehers Mund
    weissagend kündet
    hoch von des Himmels heller Burg,
    steige herab auf unsre Erde,
    Jesus, Herr.
    Nach »Qui regis sceptra« (9./10. Jh.), Stundenbuch

  • PSALM 145

    Verse 1–7

    Ich will dich rühmen, mein Gott und König, *
    und deinen Namen preisen immer und ewig;
    ich will dich preisen Tag für Tag *
    und deinen Namen loben immer und ewig.
    Groß ist der Herr und hoch zu loben, *
    seine Größe ist unerforschlich.
    Ein Geschlecht verkünde dem andern den Ruhm deiner
    Werke *
    und erzähle von deinen gewaltigen Taten.
    Sie sollen vom herrlichen Glanz deiner Hoheit reden; *
    ich will deine Wunder besingen.
    Sie sollen sprechen von der Gewalt deiner erschreckenden
    Taten; *
    ich will von deinen großen Taten berichten.
    Sie sollen die Erinnerung an deine große Güte wecken *
    und über deine Gerechtigkeit jubeln.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, du schenkst uns Trost und Freude. Mach uns bereit, dich in allem zu verkünden und zu loben.

  • Lesung

    Matthäus 11,28–30

    In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, der für uns das Kreuz getragen hat, bitten wir:
    A: Herr, sei uns gnädig.
    ¬ Lass uns in dir Ruhe und Frieden finden.
    ¬ Gib uns die Kraft, die Lasten unseres Lebens zu tragen.
    ¬ Mach uns bereit, anderen in ihren Nöten beizustehen.

  • Vaterunser

    Gott ist uns Zuflucht und Stärke. Mit dem Gebet Jesu beten wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Wenn Gott tot ist, bleibt seine Stelle nicht lange unbesetzt.

    Holger Zaborowski (* 1974; Professor für Philosophie und philosophische Ethik)


Segen

Gott, segne uns durch das Kreuz Jesu Christi.
Es trage uns, wenn wir es tragen.
Es richte uns auf, auch wenn wir sein Gewicht spüren.
Es heile uns, selbst wenn es drückt.
Das dürre Holz blühe mit deiner Gnade auf und trage Frucht.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gütiger Gott, dein Wort tröste und stärke uns.


  • Lesung

    Exodus 3,13–20

    In jenen Tagen, als Gott dem Mose aus dem Dornbusch zurief, sagte Mose zu Gott: Ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen?
    Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der »Ich-bin-da«. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der »Ich-binda« hat mich zu euch gesandt.
    Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen.
    Geh, versammle die Ältesten Israels und sag ihnen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ist mir erschienen und hat mir gesagt: Ich habe sorgsam auf euch geachtet und habe gesehen, was man euch in Ägypten antut. Darum habe ich beschlossen, euch aus dem Elend Ägyptens hinaufzuführen in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
    Wenn sie auf dich hören, so geh mit den Ältesten Israels zum König von Ägypten; sagt ihm: Jahwe, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet. Und jetzt wollen wir drei Tagesmärsche weit in die Wüste ziehen und Jahwe, unserem Gott, Schlachtopfer darbringen.
    Ich weiß, dass euch der König von Ägypten nicht ziehen lässt, es sei denn, er würde von starker Hand dazu gezwungen. Erst wenn ich meine Hand ausstrecke und Ägypten niederschlage mit allen meinen Wundern, die ich in seiner Mitte vollbringe, wird er euch ziehen lassen.

    Impuls

    Um die Theologie der Befreiung ist es in unseren Breiten merklich stiller geworden. Entstanden in den 1960igern, vor allem in Mittel- und Südamerika, war und ist sie eine Theologie der Armen. Sie kritisiert die ungerechten sozialen und ökonomischen Lebensbedingungen, unter denen Menschen ihr Leben fristen müssen, und stellt die Befreiung aus diesen Zwängen in den Mittelpunkt. Den Impuls dazu empfängt sie wesentlich aus der Bibel, in der »Befreiung« das zentrale Thema ist. Niemand anders als Gott selbst ist der Garant und Promotor der Befreiung. Der Text aus dem Buch Exodus zeigt, dass Gott das Elend und das Unrecht sieht, unter dem das Volk zu leiden hat. Er selbst wird das Volk aus der Unterdrückung heraus- und in ein besseres Leben hineinführen. Aufgenommen wird dieser befreiungstheologische Faden im Neuen Testament, wo es zum Beispiel im Evangelium nach Lukas 1,53 heißt: »Er stößt die Mächtigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.« Gerade heute, wo in unseren Breiten die Schere zwischen Reich und Arm immer mehr auseinandergeht, müssten wir uns dringend an die Theologie der Befreiung erinnern und sie voranbringen.

  • Evangelium

    Matthäus 11,28–30

    In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
    Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.

    Impuls

    Unsere heutige Zeit ist geprägt von einer zunehmenden Geschwindigkeit. Alle Lebensbereiche sind davon erfasst. Wer zum Beispiel im Beruf steht, von dem wird erwartet, das Doppelte in noch kürzeren Zeiten zu schaffen. Arbeitsmediziner warnen deshalb immer dringlicher: Stress und Hektik machen auf Dauer krank. Man hat jedoch den Eindruck, ihre Warnungen werden meistens überhört. Die Furcht vor Jobverlust und sinkendem Status ist offenbar stärker. Dabei braucht der Mensch Erholung so nötig wie das täglich Brot. Erst wer zur Ruhe kommt, der kann wieder zu sich selbst kommen. Wie wohltuend ist auf diesem Hintergrund die Einladung Jesu: »Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.« Endlich einer, der mich nicht durchs Leben treibt, endlich einer, bei dem ich nichts leisten muss, sondern bei dem ich einfach sein darf. Ja, so ist Gott!


Gebet

Gott, du stößt die Mächtigen vom Thron und erhebst die Niedrigen. Die Hungrigen füllst du mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Öffne uns die Augen, auf dass wir endlich erkennen, welche Freiheit mit deiner Herrschaft kommt. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit,
    nach seinem Worte handeln und leben allezeit.
    Die recht von Herzen suchen Gott
    und seiner Weisung folgen, sind stets bei ihm in Gnad.

    Lehr mich den Weg zum Leben, führ mich nach deinem Wort,
    so will ich Zeugnis geben von dir, mein Heil und Hort.
    Durch deinen Geist, Herr, stärke mich,
    dass ich dein Wort festhalte, von Herzen fürchte dich.

    Dein Wort, Herr, nicht vergehet; es bleibet ewiglich,
    so weit der Himmel gehet, der stets beweget sich.
    Dein’ Wahrheit bleibt zu aller Zeit,
    gleichwie der Grund der Erde, durch deine Hand bereit’.
    Nach Cornelius Becker (1602); GL 543 · KG 551 · EST 531 · CG 804

  • PSALM 139

    Verse 1–5

    Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. /
    Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. *
    Von fern erkennst du meine Gedanken.
    Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; *
    du bist vertraut mit all meinen Wegen.
    Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge – *
    du, Herr, kennst es bereits.
    Du umschließt mich von allen Seiten *
    und legst deine Hand auf mich.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, du bist uns nahe und kennst uns. Bleibe bei uns und verlasse uns nicht.

  • LESUNG

    Exodus 3,13–14

    In jenen Tagen, als Gott dem Mose aus dem Dornbusch zurief, sagte Mose zu Gott: Ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der »Ich-bin-da«. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der »Ich-bin-da« hat mich zu euch gesandt.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Zu Gott, unserem Vater, der alles erschaffen hat, beten wir:
    A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
    ¬ Für die Studenten und Professoren der Theologie.
    ¬ Für ein weiteres Zusammenwachsen Europas für eine friedliche Zukunft des Kontinents.
    ¬ Für alle, die sich von falschen politischen Parolen leiten lassen.
    ¬ Für alle Menschen, die schwer an ihrem Schicksal zu tragen haben.

  • Vaterunser

    Der unendlich große Gott ist doch jedem von uns nahe und kennt unsere Sorgen. So beten wir zu ihm: Vater unser im Himmel …


Segen

Allmächtiger Gott, sieh auf unsere Schwäche.
Segne uns mit Kraft in unserer Müdigkeit.
Segne uns mit Hoffnung in unserer Mutlosigkeit.
Segne uns mit Vertrauen in unserer Angst. Amen.