Heute in Te Deum

Dienstag · 14. August 2018

Was meint ihr?
Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte
und eines unter ihnen sich verirrte:
lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen,
geht hin und sucht das verirrte?
Matthäus 18,12

Maximilian Kolbe Rajmund Kolbe (1894–1941) trat mit 17 Jahren in den Franziskanerorden ein und erhielt den Namen Maximilian Maria. Er studierte in Lemberg und Rom.
Technisch und journalistisch begabt, gründete er in Polen und Japan Zeitschriften im Dienste der Mission und Glaubensvertiefung. Im Zweiten Weltkrieg setzte er sich für Flüchtlinge, vor allem für Juden, ein. Er wurde verhaftet und kam in das Lager Oranienburg, später nach Auschwitz. Hier ging er stellvertretend für einen Familienvater in den Hungerbunker. Tagelang hörte man ihn dort singen und beten. Er wurde am 14. 8. 1941 mit einer Giftspritze getötet. – Bei seiner Heiligsprechung 1982 war der Mann anwesend, dem er das Leben gerettet hatte.

Florence Nightingale Florence Nightingale (1820–1910) war Krankenpflegerin. Im Krimkrieg 1854/55 setzte sie sich maßgeblich für die Versorgung der Verwundeten ein und baute das Sanitätswesen innovativ aus. Nach ihrer Rückkehr half sie bei der Neustrukturierung einer funktionstüchtigen Krankenpflege in England.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Schönes Morgenrot kündet der Welt
    die lichten Pfeile der Sonne an,
    hüllt alle Dinge in Farbe ein,
    lässt sie erstrahlen in neuem Glanz.

    Christus, lebendige Sonne du,
    die alle Zeiten hell überstrahlt;
    dir wenden wir uns im Lobpreis zu,
    und unser Herz sehnt sich nach dir.

    Du bist die Weisheit des Vaters, Herr,
    sein Wort, in dem alles widerstrahlt
    und in seiner Ordnung wunderbar
    all unsere Herzen an sich zieht.

    Lass uns stets Kinder des Lichtes sein,
    so unentwegt deine Wege gehn,
    dass ständig unser Leben und Tun
    die Liebe des Vaters sichtbar macht.

    Gewähre, dass klar und lauter sei,
    was je hervorgeht aus unserm Mund,
    dass die selige Freude der Wahrheit
    so uns führe und leite immerdar.

    Dir, Christus, König voller Huld,
    dir, Vater, sei die Herrlichkeit,
    zugleich auch mit dem Tröstergeist
    für alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
    Nach »Pergrata mundo nuntiat« (zeitgenössisch)
    Melodie: GL 308

  • PSALM 40

    Verse 5–11

    Wohl dem Mann, der auf den Herrn sein Vertrauen setzt, *
    sich nicht zu den Stolzen hält noch zu treulosen Lügnern.
    Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast, /
    und deine Pläne mit uns; *
    Herr, mein Gott, nichts kommt dir gleich.
    Wollte ich von ihnen künden und reden, *
    es wären mehr, als man zählen kann.
    An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, *
    Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
    Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt; /
    darum sage ich: Ja, ich komme. *
    In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.
    Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, *
    deine Weisung trag ich im Herzen.
    Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, *
    meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.
    Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen, *
    ich spreche von deiner Treue und Hilfe,
    ich schweige nicht über deine Huld und Wahrheit *
    vor der großen Gemeinde.
    PSALM-GEBET: Treuer Gott, wer auf dich vertraut, wird nicht zuschanden werden. Öffne unsere Ohren für dein Wort und mach uns fähig, dich zu bezeugen und dich zu loben.

  • Lesung

    Matthäus 18,1–3

    In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, der unser guter Hirt ist, bitten wir:
    A: Herr, stehe uns bei!
    ¬ Gib uns die Demut, uns selbst zu erkennen.
    ¬ Sei du unser Schutz in allen Bedrohungen.
    ¬ Gib uns das kindliche Vertrauen, ganz offen für Gott zu sein.

  • Vaterunser

    Gott will niemand verloren gehen lassen. Er geht uns nach und ruft uns zu sich zurück. Wir beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Es geht um das Loslassen des eigenen kleinen Selbst, das immer die Oberhand behalten will. Und es fühlt sich immer an wie Sterben.

    Richard Rohr (* 1943; US-amerikanischer Franziskaner und Buchautor)


Segen

Gott, segne uns mit dem Staunen über deine Größe.
Segne uns mit der Offenheit, alles von dir zu erwarten.
Segne uns mit dem Glauben, dass auch bei uns Neues
möglich ist. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Starker Gott, mach uns bereit, dass wir dein Wort aufnehmen können.


  • Lesung

    Ezechiel 2,8 – 3,4

    So spricht der Herr: Du, Menschensohn, höre, was ich zu dir sage. Sei nicht widerspenstig wie dieses widerspenstige Volk! Öffne deinen Mund und iss, was ich dir gebe.
    Und ich sah: Eine Hand war ausgestreckt zu mir; sie hielt eine Buchrolle. Er rollte sie vor mir auf. Sie war innen und außen beschrieben und auf ihr waren Klagen, Seufzer und Weherufe geschrieben.
    Er sagte zu mir: Menschensohn, iss, was du vor dir hast. Iss diese Rolle! Dann geh und rede zum Haus Israel!
    Ich öffnete meinen Mund und er ließ mich die Rolle essen. Er sagte zu mir: Menschensohn, gib deinem Bauch zu essen, fülle dein Inneres mit dieser Rolle, die ich dir gebe. Ich aß sie und sie wurde in meinem Mund süß wie Honig.
    Er sagte zu mir: Geh zum Haus Israel, Menschensohn, und sprich mit meinen Worten zu ihnen!

    Impuls

    Gott bereitet seinen Propheten Ezechiel auf eine schwierige Mission vor. Er soll das Wort des Herrn dem Haus Israel nahebringen, das sich weitgehend von ihm abgewandt hat. Doch ob die Menschen es wollen oder nicht, Gott will sich jetzt allseits Gehör verschaffen. Was er ihnen zu sagen hat, das steht alles sorgsam geschrieben auf einer Buchrolle. Wer nun erwartet, Ezechiel solle diese Rolle lediglich überbringen und eine aufmerksame Lektüre anmahnen, der hat sich geirrt. Gott verlangt von seinem Propheten etwas besonders Außergewöhnliches: Er soll diese Rolle essen und dann gehen und zum Haus Israel reden! Was soll das? Dieser Vorgang des Essens ist ein hochsymbolischer Akt, der für die theologische Arbeit Ezechiels ein prägnantes Bild findet. Er, der aus einem gelehrten Milieu stammt, verlässt sich bei seiner Interpretation des Prophetendienstes nicht allein auf seine Intuition und seine Sensibilität Gott gegenüber. Er setzt auch auf das tiefschürfende Studium von Schrift und Tradition. Bei diesem Studium »verstoffwechselt« er die Worte Gottes. Am Ende dieses Prozesses haben sich die Klagen, Seufzer und Wehrufe verwandelt zu süßem Honig. Das heißt: Jetzt sind sie zu Wegweisern geworden, die auf eine gute Zukunft hinweisen.

  • Evangelium

    Matthäus 18,1–5.10.12–14

    In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte?
    Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.
    Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
    Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?
    Und wenn er es findet – amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.
    So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

    Impuls

    In einer Kultur und Gesellschaft, die von Männern dominiert wird, herrschen ganz eigene Regeln. Dort geht es um Rang und Namen, um Macht und Hierarchien. Gegner sind zu besiegen, Größe ist zu erstreben. Wer ganz oben angelangt ist, der ist der Sieger und eine Klasse für sich. Der Maßstab im Reich Gottes stellt dies völlig auf den Kopf. Da regieren keine alten Männer mit wichtig würdigem Gehabe, da gibt es keine Geschlechterdominanz nach der einen oder anderen Seite. Geschwisterlich geht’s dort zu und die gemeinsame Sorge gilt den Niedrigen, den Verachteten, den Armen, den Unwichtigen. Sie werden vom Rand in die Mitte geholt und so integriert. Die Leitlinie für eine Gemeinde, die sich christlich nennt, ist die Niedrigkeit, die Barmherzigkeit, das Dienen und die Liebe. Das schreibt Jesus seinen Schülerinnen und Schülern ins Stammbuch!


Gebet

Guter Gott, anders als wir bist du ein Freund des Kleinen, Niedrigen und Randständigen. Aus deiner Perspektive siehst du mehr, als wir uns je träumen lassen. Nimm uns bei der Hand und führe uns an Orte, wo wir sehen lernen wie du. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Mein Hirt ist Gott, der Herr,
    er will mich immer weiden.
    Darum ich nimmermehr
    mag Not und Mangel leiden.
    Er wird mit treuem Mut
    auf grünen Auen gut
    mir Rast und Weide geben
    und wird mich immerdar
    an Wassern still und klar,
    erfrischen und beleben.

    Er wird die Seele mein
    mit Lebenstrank erquicken,
    wird durch den Namen sein
    auf rechte Bahn mich schicken.
    Und wandelt ich einmal
    weglos im finstern Tal,
    da Todesschatten wäre,
    fürcht ich mich dennoch nicht;
    ich weiß mit Zuversicht:
    du bist bei mir, o Herre.
    Kaspar Ulenberg (1582)

  • PSALM 34

    Verse 2–11

    Ich will den Herrn allezeit preisen; *
    immer sei sein Lob in meinem Mund.
    Meine Seele rühme sich des Herrn; *
    die Armen sollen es hören und sich freuen.
    Verherrlicht mit mir den Herrn, *
    lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
    Ich suchte den Herrn und er hat mich erhört, *
    er hat mich all meinen Ängsten entrissen.
    Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten *
    und ihr braucht nicht zu erröten.
    Da ist ein Armer; er rief und der Herr erhörte ihn. *
    Er half ihm aus all seinen Nöten.
    Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren, *
    und er befreit sie.
    Kostet und seht, wie gütig der Herr ist; *
    wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!
    Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; *
    denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel.
    Reiche müssen darben und hungern; *
    wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, in aller Not dürfen wir auf dich vertrauen und zu dir rufen. Stärke unseren Glauben und steh uns allezeit bei.

  • LESUNG

    Ezechiel 2,8–10

    Du, Menschensohn, höre, was ich zu dir sage. Sei nicht widerspenstig wie dieses widerspenstige Volk! Öffne deinen Mund und iss, was ich dir gebe. Und ich sah: Eine Hand war ausgestreckt zu mir; sie hielt eine Buchrolle. Er rollte sie vor mir auf. Sie war innen und außen beschrieben und auf ihr waren Klagen, Seufzer und Weherufe geschrieben.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Zu Gott, der sein Volk nicht verlässt, beten wir:
    A: Höre unser Gebet!
    ¬ Für eine erfolgreiche kirchliche Kinder- und Jugendarbeit.
    ¬ Für die Friedensbemühungen der Vereinten Nationen.
    ¬ Für den Dialog zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.
    ¬ Für die Menschen, die schweres Leid tragen.

  • Vaterunser

    Gott legt seine Worte in unser Herz und öffnet uns den Mund, damit wir ihm antworten können. So beten wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit deinem Wort, das uns die Wahrheit sagt.
Segne uns mit deinem Wort, das unseren Hunger stillt.
Segne uns mit deinem Wort, das uns Kraft für den Weg gibt.
Segne uns mit deinem Wort, das zu uns kommt und bei uns
bleibt. Amen.