Freitag · 13. Februar 2026
Jesus hat alles wohl gemacht;
die Tauben macht er hören
und die Sprachlosen reden.
Markus 7,37b
Christian Friedrich Schwartz (1726–1798) war Missionar in Indien. Seine Beliebtheit brachte es mit sich, dass er eine Zeit lang die Amtsgeschäfte als Premierminister am Hof des Radschas von Tandschaur innehatte. Er führte Schutzimpfungen ein und bekämpfte die Armut in der Bevölkerung.
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
Du ew’ge Himmelsherrlichkeit!
Sel’ge Hoffnung der Sterblichen,
des höchsten Vaters Einziger
und auch der reinen Jungfrau Sohn.
Beim Aufstehn reich uns deine Hand,
nüchtern erheb’ sich auch das Herz,
erglühe hell im Gotteslob
und bringe dar den schuld'gen Dank.
Aufgehend strahlt der Morgenstern,
er kündet an das volle Licht;
die Finsternis der Nacht zerfällt,
ein heil’ges Licht erleuchte uns.
Es wohne unserm Innern ein,
vertreibe alle Nacht der Welt,
und für das Ende aller Zeit
bewahr’ es unsre Herzen rein.
Der Glaube werd' zuerst gesucht,
tief wurzle er in unserm Geist,
Hoffnung sodann sich mit ihm freu'.
Als Höchstes steht die Liebe da.
Dir, Christus, König voller Huld, dir,
Vater, sei die Herrlichkeit,
zugleich auch mit dem Tröstergeist
für alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
Nach „Aeterna caeli gloria“; 7.-8. Jahrhundert
Melodie: GL 557 · EG 441 -
PSALM 82
Gott steht auf in der Versammlung der Götter, *
im Kreis der Götter hält er Gericht.
»Wie lange noch wollt ihr ungerecht richten *
und die Frevler begünstigen?
Verschafft Recht den Unterdrückten und Waisen, *
verhelft den Gebeugten und Bedürftigen zum Recht!
Befreit die Geringen und Armen, *
entreißt sie der Hand der Frevler!«
Sie aber haben weder Einsicht noch Verstand, /
sie tappen dahin im Finstern. *
Alle Grundfesten der Erde wanken.
»Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter, *
ihr alle seid Söhne des Höchsten.
Doch nun sollt ihr sterben wie Menschen, *
sollt stürzen wie jeder der Fürsten.«
Erheb dich, Gott, und richte die Erde! *
Denn alle Völker werden dein Erbteil sein.
PSALM-GEBET: Gerechter Gott, deine Gebote führen zum Leben. Verzeih uns unsere Schuld und hilf uns, immer wieder zu dir umzukehren. -
Lesung
Markus 7,34–35
Jesus blickte zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Je mehr Jesus es ihnen verbot, desto mehr machten sie seine Wunder bekannt.
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Gott, unser Vater, du lebst und wirkst in unserem Leben. Öffne unser Herz und unsere Sinne:
A: Gott, komm deinem Volk zu Hilfe.
– Öffne unsere Ohren für das Klagen und das Weinen um uns.
– Gib uns das rechte Wort, mit dem wir helfen und trösten können.
– Hilf uns, durch das Übermaß an Leid in der Welt nicht abzustumpfen. -
Vaterunser
In der Taufe hat Gott uns in eine lebendige Beziehung berufen. Als seine Kinder beten wir: Vater unser im Himmel …
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Ora et labora
Höre nicht auf, Herr, unser Gott, uns und aller Welt mit deinem guten Wort zuzusetzen, dass der Glaube sich herumspreche bei allen Menschen und die Kraft deiner Barmherzigkeit sich durchsetze, wo Bedrückte verzweifeln und Unterdrückte den Mut verlieren, wo die Mächtigen sich vergessen und die Ohnmächtigen vergessen werden, wo nach Leben geschrien und um Gnade gebettelt wird: Erbarm dich, Herr!
Eberhard Jüngel (1934–2021; evangelische Theologe und Religionsphilosoph)
Segen
Gott, segne uns mit dem Staunen über das Große,
das du vollbringst.
Segne uns mit der Freude über die Gaben,
die du uns schenkst.
Segne uns mit Liebe,
die unseren Dank an dich zum Ausdruck bringt. Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, hilf uns, an deinem Wort ungeteilt festzuhalten.
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Lesung
1 Könige 11,29–32; 12,19°
Als in jener Zeit Jeróbeam einmal aus Jerusalem herauskam, begegnete ihm auf dem Weg der Prophet Ahíja aus Schilo. Dieser war mit einem neuen Mantel bekleidet.
Während nun beide allein auf freiem Feld waren, fasste Ahíja den neuen Mantel, den er anhatte, zerriss ihn in zwölf Stücke und sagte zu Jeróbeam: Nimm dir zehn Stücke; denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Ich nehme Sálomo das Königtum weg und gebe dir zehn Stämme. Nur ein Stamm soll ihm verbleiben wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe.
So überwarf sich Israel mit dem Haus David bis zum heutigen Tag.Impuls
Gestern im Lesungstext lasen wir, wie sich Gottes Gnade von König Salomo zurückzog, weil er kein ungeteiltes Herz mehr besaß, weil er den fremden Göttern Heiligtümer bauen ließ und sie verehrte. Zur Zeit der Herrschaft seines Sohnes Rehabeam werden die Konsequenzen sichtbar, als, wie durch den Propheten Ahija im Auftrag Gottes vorausgesagt, das Königreich auseinanderfiel und 10 der 12 Stämme Israel sich abspalteten und Jeróbeam zum König wählten.
Alles Tun zieht seine eigenen Konsequenzen nach sich. Gott hat das Salomo nicht erspart und wird es auch Jeróbeam nicht ersparen. Denn der wollte nicht riskieren, dass, wie Gott es wollte, allein in Jerusalem der Tempel stand und Gott verehrt wurde, und ließ deswegen an zwei Orten seines Reiches in Heiligtümern goldene Stierbilder aufstellen, wo die Menschen Gott verehren sollten, statt weiterhin nach Jerusalem hinaufzuziehen.
Wie Salomo wird auch Jerobeam von den Konsequenzen seines Handelns eingeholt werden. Und es wäre ratsam, das wahrzunehmen und in unserer Zeit auf das, was da geschieht, und unser eigenes Verhalten zu beziehen. Da geht es nicht um eine Strafe, die von außen fremd daherkommt, sondern um Konsequenzen, die sich von innen her entwickeln. -
Evangelium
Markus 7,31–37°
In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekápolis.
Da brachten sie zu ihm einen, der taub war und stammelte, und baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu ihm: Éffata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.
Jesus verbot ihnen, jemandem davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr verkündeten sie es. Sie staunten über alle Maßen und sagten: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.Impuls
Heilung kommt nicht ungefragt über den Menschen, der aufgrund seiner eingeschränkten Sinneskräfte nur noch stark behindert am Leben teilnehmen kann, weil er nicht mehr sehen, nicht mehr sprechen, nicht mehr laufen oder wie in der heutigen Geschichte des Evangeliums nicht mehr hören kann.
Wer Heilung will für einen Menschen, wer selbst geheilt werden will, muss auch selbst mittun. Die, die den Tauben zu Jesus bringen, tun mit, helfen ihm dahin zu kommen, wo Hilfe gegeben werden kann. Der, der geheilt werden will, tut das, indem er sich zuerst mitnehmen lässt und sich auch selbst einlässt und seine Bitte stammelt. Jesus heilt ihn nicht, indem er ihm sagt: ›Ich öffne dir dein Gehör‹, sondern indem er ihm sagt: »Öffne dich!« Das kann aber erst geschehen, nachdem der Hilfesuchende an seinen wunden Punkten berührt wurde und sich berühren ließ. Heilung geschieht nicht ohne Mittun.
Gebet
Mit den alten Worten des Psalm 70, mit dem im Stundengebet der Kirche jede Gebetszeit beginnt, rufe ich heute aus Not und in gläubigem Vertrauen auf dich, aus tiefster Seele zu dir, mein Gott: »Gott, komm mir zu Hilfe! Herr, eile mir zu helfen!« Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
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HYMNUS
Dich, Gott meines Lebens,
will ich neu lernen,
dich, Geheimnis von allem,
dich, tiefster Grund, dich,
Quelle des Lebens.
Gott, öffne dich auf mich hin,
lass mich dich erahnen,
lass mich dich ertasten,
lass mich dich spüren,
du Gott meines Lebens.
Jenseits von Sprache und Denken,
jenseits von Bildern und Worten,
jenseits menschlicher Vorstellungen,
jenseits meiner Wünsche und Ängste
zeige du dich mir.
Gott, öffne mich auf dich hin,
öffne mein Denken und Fühlen,
öffne mein Herz und meine Sinne,
öffne mich ganz für dich
und erfülle mich ganz mit dir.
Mach mich wie eine leere Schale
und erfülle mich ganz,
mach mich wie eine offene Hand
und schenke dir mich,
sei mir nahe, Unbegreiflicher.
Dich, Gott meines Lebens,
will ich neu lernen,
dich, Geheimnis von allem,
dich, tiefster Grund,
dich, Gott der Zukunft.
Verfasser unbekannt -
PSALM 51
Verse 12–19
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht *
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!
Mach mich wieder froh mit deinem Heil, *
mit einem willigen Geist rüste mich aus!
Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege *
und die Sünder kehren um zu dir.
Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles, *
dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.
Herr, öffne mir die Lippen *
und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.
Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *
an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du, Gott, nicht verschmähen.
PSALM-GEBET: Treuer Gott, deine Erwählung bleibt ewig. Sorge für dein Volk und führe uns immer neu zu dir zurück. -
LESUNG
1 Könige 11,31b–32
So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich nehme Salomo das Königtum weg und gebe dir, Jerobeam, zehn Stämme. Nur ein Stamm soll ihm verbleiben wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe.
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Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Jesus hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Gott, unser Vater, du bist die Liebe. Wir rufen zu dir:
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
– Für PAX-Christi und die Friedensarbeit der christlichen Kirchen.
– Für alle Christen, die in den Medien den Glauben verkünden.
– Für unser Volk und seine Verantwortung inmitten der Völker Europas.
– Für alle, die nicht selbst für sich sprechen und eintreten können. -
Vaterunser
Gott hat uns alle zu Erben seines Reichs berufen. So beten wir zusammen mit Armen und Reichen und Menschen aus allen Nationen: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne uns mit Mut, wenn wir bedrängt sind.
Segne uns mit der Hoffnung, die auf dich schaut.
Segne uns mit deiner Hilfe, die uns rettet und neu ausrüstet.
Amen.