Heute in Te Deum


Mittwoch · 1. Juli 2026

Ich hasse und verachte eure Feste und
mag eure Versammlungen nicht riechen.
Amos 5,21

Hinrich Voes und Jan van Esch († 1523), zwei Antwerpener Mönche gelten als die ersten Märtyrer der Reformation. Da sie darauf beharrten, dass Gottes Wort mehr gelte als Worte des Papstes, wurden sie zum Tod verurteilt und verbrannt.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Du Licht des Himmels, großer Gott,
    der ausgespannt das Sternenzelt
    und der es hält mit starker Hand,
    du sendest Licht in unsre Welt.

    Die Morgenröte zieht herauf
    und überstrahlt das Sternenheer,
    der graue Nebel löst sich auf,
    Tau netzt die Erde segensschwer.

    Das Reich der Schatten weicht zurück,
    das Tageslicht nimmt seinen Lauf
    und strahlend, gleich dem Morgenstern,
    weckt Christus uns vom Schlafe auf.

    Du, Christus, bist der helle Tag,
    das Licht, dem unser Licht entspringt,
    Gott, der mit seiner Allmacht Kraft
    die tote Welt zum Leben bringt.

    Erlöser, der ins Licht uns führt
    und aller Finsternis entreißt,
    dich preisen wir im Morgenlied
    mit Gott dem Vater und dem Geist. Amen.
    Nach »Deus, qui caeli lumen es« (5.–6. Jh.), Stundenbuch

  • PSALM 150

    Lobt Gott in seinem Heiligtum, *
    lobt ihn in seiner mächtigen Feste!
    Lobt ihn für seine großen Taten, *
    lobt ihn in seiner gewaltigen Größe!
    Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, *
    lobt ihn mit Harfe und Zither!
    Lobt ihn mit Pauken und Tanz, *
    lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!
    Lobt ihn mit hellen Zimbeln, *
    lobt ihn mit klingenden Zimbeln!
    Alles, was atmet, *
    lobe den Herrn!
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, du hast Großes getan und führst deine Pläne zu einem guten Ende. Hilf uns, dich zu erkennen und dir zu danken, damit wir dich in allem loben.

  • Lesung

    Matthäus 8,32

    Jesus sagte zu den Dämonen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Der Herr hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Benedictus öffnen...

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Herr Jesus Christus, dir hat der Vater alle Macht gegeben. Wir bitten dich:
    A: Herr, stehe uns bei.
    – Mach uns bereit, deine Wege zu gehen.
    – Befreie uns von allem, was uns von dir und untereinander trennt.
    – Hilf uns im Kampf gegen das Böse.

  • Vaterunser

    Unser Glaube ist immer wieder bedroht. Gott will uns stärken und uns den Weg zeigen. Daher beten wir zu ihm, unserem Vater:
    Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

  • Ora et labora

    Liebe bedeutet, die Allmachtsphantasien aufzugeben und auf die Herrschaft durch Angst zu verzichten. Eine gute Demokratie kann das. Sie wandelt die eigene Verletzlichkeit nicht in Kriege um.

    Corine Pelluchon (* 1967; französische Philosophin und Essayistin)


Segen

Gott segne uns in Versuchungen.
Er segne uns in unseren Zweifeln.
Er erneuere unsere Freude an ihm. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gnädiger Gott, dein Wort gebe uns die Kraft, dich zu lieben.


  • Lesung

    Amos 5,14–15.21–24°

    Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird, wie ihr sagt, der HERR, der Gott der Heerscharen, bei euch sein. Hasst das Böse, liebt das Gute und bringt im Tor das Recht zur Geltung! Vielleicht ist der HERR, der Gott der Heerscharen, dem Rest Josefs dann gnädig.
    Ich hasse eure Feste, – so spricht der Herr –, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen.
    Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen.
    Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

    Impuls

    Wer, um Himmels willen, würde von sich ausdrücklich sagen, er suche das Böse? Ist nicht vielmehr jeder Mensch bemüht, das Gute zu tun? Hier steht das Gute für das Richtige – es erscheint mir kaum vorstellbar, dass jemand absichtlich behauptet, er möchte das Falsche tun. Doch geht es wirklich um diese Alternative im Text des Propheten Amos? In dem Moment, wo das Augenmerkt nicht mehr auf den Alternative von Gut und Böse liegt, sondern auf dem Wort ›sucht‹, bekommt der Text einen anderen Akzent. Viele Menschen meinen zwar, das Gute und Richtige zu tun, aber sie haben sich nie bewusst dafür entschieden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich ein Mensch entschieden hat, KZ-Wächter zu werden oder Folterknecht. Er wurde es wahrscheinlich deswegen, weil er sich nie bewusst für das Gute und Richtige entschieden hat und erst im Nachhinein sein Tun rechtfertigen wird. Das Gute wird mehr in der Welt, wenn wir es suchen und uns dafür entscheiden.

  • Evangelium

    Matthäus 8,28–34°

    In jener Zeit, als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet der Gadaréner, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so gefährlich, dass niemand auf jenem Weg entlanggehen konnte. Und siehe, sie schrien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, um uns vor der Zeit zu quälen?
    In einiger Entfernung weidete eine große Schweineherde. Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde! Und er sagte zu ihnen: Weg mit euch! Die aber fuhren aus und in die Schweine hinein. Und siehe, die ganze Herde stürmte den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um.
    Die Hirten aber flohen, liefen in die Stadt und erzählten alles, auch das, was mit den Besessenen geschehen war. Und siehe, die ganze Stadt zog hinaus, um Jesus zu begegnen; als sie ihn sahen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.

    Impuls

    Ich werde nie vergessen, wie bei einem Bibelgespräch ein Teilnehmer sagte, dass er die Bitte der Bewohner, Jesus möge ihr Gebiet verlassen, gut verstehe, denn der finanzielle Schaden seiner Dämonenheilung sei schließlich immens gewesen. Abgesehen von einer materiellen Betrachtung des Geschehens, fällt es doch auf, dass die Dämonen in Schweine fahren, werden diese doch im Judentum als unrein betrachtet und dürfen nicht verzehrt werden. Die Menschen der Stadt ziehen zu Jesus hinaus und anscheinend sogar alle. Sie sehen den, der Gutes getan hat und sogar den Weg frei gemacht hat, den die Dämonen mittels der Besessenen bis dahin blockierten. Doch sie laden ihn nicht in ihre Stadt ein, sondern bitten ihn, weiterzuziehen. Das Gute ist zum Greifen nah und wird doch nicht ergriffen.


Gebet

Gott, der du der Gute bist, hilf mir, in allen Situationen meines Lebens das Gute zu suchen und zu erkennen. Schenke mir Klarheit und Weisheit, damit ich unterscheiden kann zwischen Gut und Böse. Gib mir den Mut, mich immer wieder für das Richtige zu entscheiden, auch wenn der Weg dahin manchmal schwer erscheint. Erfülle mein Herz mit Liebe und Mitgefühl, damit ich zu einem Werkzeug des Guten werde. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    Du aller Dinge Grund und Ziel,
    Gott, dessen Wort das Weltall trägt,
    im Wechsellauf der Zeiten bleibst
    nur du die Mitte, unbewegt.

    Schenk einen lichten Abend uns,
    mit Christus sei das Werk vollbracht;
    wenn einst des Lebens Stern uns sinkt,
    bewahr uns vor des Todes Nacht.

    Der du des Lebens Fülle bist,
    ohn’ Ende sei dir Lob geweiht:
    dir, Vater, Sohn und Heilger Geist,
    schon jetzt und bis in Ewigkeit. Amen.
    Deutsches Hymnar

  • PSALM 102

    Verse 2–9

    Herr, höre mein Gebet! *
    Mein Schreien dringe zu dir.
    Verbirg dein Antlitz nicht vor mir! /
    Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu! *
    Wenn ich dich anrufe, erhöre mich bald!
    Meine Tage sind wie Rauch geschwunden, *
    meine Glieder wie von Feuer verbrannt.
    Versengt wie Gras und verdorrt ist mein Herz, *
    sodass ich vergessen habe, mein Brot zu essen.
    Vor lauter Stöhnen und Schreien *
    bin ich nur noch Haut und Knochen.
    Ich bin wie eine Dohle in der Wüste, *
    wie eine Eule in öden Ruinen.
    Ich liege wach und ich klage *
    wie ein einsamer Vogel auf dem Dach.
    Den ganzen Tag schmähen mich die Feinde; *
    die mich verhöhnen, nennen meinen Namen beim Fluchen.
    PSALM-GEBET: Starker Gott, du bist ein Gott des Lebens und nicht des Todes. Führe die Sünder in die Gemeinschaft zurück und schenke uns allen Leben in Fülle.

  • LESUNG

    Amos 5,14–15a

    Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird, wie ihr sagt, der Herr, der Gott der Heere, bei euch sein. Hasst das Böse, liebt das Gute und bringt bei Gericht das Recht zur Geltung!

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes?

    Magnifikat öffnen...

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    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, Schöpfer und liebender Vater, wir rufen dich an:
    A: Gott, stehe ihnen bei.
    – Für Erzieherinnen und Kinder in den kirchlichen Kindergärten.
    – Für Anwälte und Richter an den Gerichten unseres Landes.
    – Für alle, die sich für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen.
    – Für Menschen, die nur an sich selbst denken.
    Fügen Sie hier und bei den Fürbitten an allen weiteren Tagen Ihre ganz persönlichen Anliegen ein und nehmen Sie aktuelle Krisen mit ins Gebet.

  • Vaterunser

    Gott ist ein Freund des Lebens. Wir bauen mit an seinem Reich, wenn wir uns und den Nächsten zu dem Leben in Fülle helfen. Wir beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, dein Segen ist wie ein Samenkorn,
das wächst und gedeiht.
Dein Segen ist wie ein starker Wind
in den Segeln unseres Lebensschiffes.
Dein Segen ist wie eine Medizin,
die Leib und Seele genesen lässt.
So segne und behüte uns. Amen.