Heute in Te Deum

Mittwoch · 19. Februar 2020

Die Taube kam zu ihm um die Abendzeit,
und siehe, sie hatte ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel.
Genesis 8,11

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Der du die Welt in Händen hältst,
    mit Weisheit lenkst der Zeiten Lauf,
    der du dem Morgen Glanz verleihst,
    des Mittags Höhe führst herauf.

    Nimm fort, Herr, allen bösen Sinn,
    der deines Tages Glanz uns trübt;
    schenk Frieden der zerstrittnen Welt,
    lösch aus den Hass, der uns entzweit.

    Erhöre, Vater, dies Gebet
    und nimm uns an durch deinen Sohn;
    mit ihm und mit dem Heilgen Geist
    lenkst du die Welt in Ewigkeit. Amen.
    Monastisches Stundengebet

  • PSALM 146

    Lobe den Herrn, meine Seele! /
    Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, *
    meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin.
    Verlasst euch nicht auf Fürsten, *
    auf Menschen, bei denen es doch keine Hilfe gibt.
    Haucht der Mensch sein Leben aus /
    und kehrt er zurück zur Erde, *
    dann ist es aus mit all seinen Plänen.
    Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist *
    und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt.
    Der Herr hat Himmel und Erde gemacht, /
    das Meer und alle Geschöpfe; *
    er hält ewig die Treue.
    Recht verschafft er den Unterdrückten, /
    den Hungernden gibt er Brot; *
    der Herr befreit die Gefangenen.
    Der Herr öffnet den Blinden die Augen, *
    er richtet die Gebeugten auf.
    Der Herr beschützt die Fremden *
    und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.
    Der Herr liebt die Gerechten, *
    doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
    Der Herr ist König auf ewig, *
    dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, du bist unser Schöpfer, bei dir allein finden wir Hilfe und Rettung. Führe uns aus der Dunkelheit in dein Licht.

  • Lesung

    Markus 8,22b–23a

    Man brachte einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel und legte ihm die Hände auf.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, der uns Gottes Liebe offenbart, bitten wir:
    A: Herr, komm deinem Volk zu Hilfe.
    – Führe uns immer wieder in deine Nähe zurück.
    – Mach uns fähig, die Nöte und Bitten unserer Nächsten in unser Beten aufzunehmen.
    – Nimm von uns alles, was uns von dir trennt.

  • Vaterunser

    Jesus öffnet uns die Augen, den Weg zum Vater zu sehen. Wir beten mit seinen Worten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Immer deutlicher erkannte ich, dass man den Menschen nicht zuhören darf, sondern sie verstehen muss.

    Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944; französischer Pilot und Schriftsteller)


Segen

Gott, segne uns mit Augen, die sich nicht vom Elend abwenden.
Segne uns mit Augen, die die Wirklichkeit erkennen.
Segne uns mit Augen, die deine verborgene Anwesenheit
nicht übersehen. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, mache uns bereit, uns dein Wort zu Herzen zu nehmen.


  • Lesung

    Jakobus 1,19–27

    Denkt daran, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden und nicht schnell zum Zorn bereit; denn im Zorn tut der Mensch nicht das, was vor Gott recht ist. Darum legt alles Schmutzige und Böse ab, seid sanftmütig und nehmt euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden ist und das die Macht hat, euch zu retten.
    Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst. Wer das Wort nur hört, aber nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachtet: Er betrachtet sich, geht weg und schon hat er vergessen, wie er aussah. Wer sich aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht nur hört, um es wieder zu vergessen, sondern danach handelt, der wird durch sein Tun selig sein.
    Wer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, der betrügt sich selbst und sein Gottesdienst ist wertlos. Ein reiner und makelloser Dienst vor Gott, dem Vater, besteht darin: für Waisen und Witwen zu sorgen, wenn sie in Not sind, und sich vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren.

    Impuls

    Seid schnell im Hören; seid langsam beim Reden; seid langsam im Zorn. Die Handlungsanweisungen des Jakobus sind wahrlich nicht leicht in die Tat umzusetzen. Wir sollen dem anderen rasch unser Ohr leihen, ganz Ohr für die andere sein. Anders beim Reden, das soll überlegt sein. Wer langsam hört und schnell redet, wer nicht ausreden lässt, wer gar nicht richtig hinhört und sofort dazwischenredet, nimmt sich zu wichtig. An der Art und Weise, wie wir aufeinander hören und miteinander reden, wird deutlich, was uns das Gegenüber bedeutet. Als dritten Rat gibt uns Jakobus mit, langsam im Zorn zu sein. Das ist doch ein Widerspruch in sich: Zorn lebt davon, dass er auflodert, dass er sofort freien Raum fordert. Langsam kann nur der Zorn sein, der schon verraucht ist oder der wohlbedacht auf seine Stunde wartet. Der Jakobusbrief bleibt eine Herausforderung und ein Ansporn zugleich: Abstand zu nehmen von mir selbst und von dem, was mich pausenlos beschäftigt!

  • Evangelium

    Markus 8,22–26

    In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas?
    Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht.
    Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen.
    Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein!

    Impuls

    Einer, der blind war, kann wieder sehen. Und das wegen eines bisschen Speichels, Handauflegens und gut Zuredens, das kann doch nicht helfen. Das ist ein Wunder, meinen die einen. Jesus konnte Wunder tun. Wer an ihn glaubt, der wird es erleben. Andere sind enttäuscht, weil für sie so ein Wunder gar nicht erst geschieht. So prallen sie aufeinander: Meine Vorstellungen und Gottes Möglichkeiten. Über die Wunder Jesu kann man verschieden denken. Wahrscheinlich deshalb, weil wir alle auf einem Auge blind sind, wenn es um Wunder geht. Manche auf dem einen Auge, manche auf dem anderen; das kann sein, nicht wahr? Kann es weiter sein, dass ich gar nicht merke, wie blind ich bin? Im heutigen Evangelium passiert etwas, was wir uns nicht erklären können. Heutzutage sind Medikamente, Operationen die Ursachen von Heilung. Hier soll einer wieder sehen können ohne all das? Dazu gibt es keine Ursache. Unsere rationale Verbindung von Ursache und Wirkung verhindert das Erkennen. Unsere Logik macht uns blind für die Möglichkeiten Gottes – und dann sagen wir: Das kann doch nicht sein.
    So wenig, wie ich normalerweise nicht sehe, was manche Kranken und Behinderten können, sondern nur das bemerke, was sie nicht können – so wenig hoffe ich auf ein Wunder? Oder erst dann, wenn ärztliche Kunst am Ende ist? Es ist viel mehr möglich, als ich mir je vorstellen kann. Wer nur darauf wartet, dass seine eigenen Vorstellungen Wirklichkeit werden – der ist blind für die wunderbaren Möglichkeiten Gottes.


Gebet

Wie oft unterschätze ich deine Möglichkeiten, Gott. Wundern kann ich nur dann glauben, wenn sie meinen Vorstellungen entsprechen. Ich sehe sie sonst nicht einmal. Meine Vorstellungen machen mich blind für deine Möglichkeiten, Gott. Erlöse mich, damit ich sehend werde für die Wunder meines Lebens. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Öffne meine Augen, Herr,
    für die Wunder deiner Liebe.
    Mit dem Blinden rufe ich:
    Heiland, mache, dass ich sehe.

    Öffne meine Ohren, Herr,
    für den Anruf meiner Brüder.
    Lass nicht zu, dass sich mein Herz
    ihrer großen Not verschließe.

    Öffne meine Hände, Herr,
    Bettler stehn vor meiner Türe
    und erwarten ihren Teil.
    Christus, mache, dass ich teile.
    Vinzenz Stebler OSB († 1997), Stundenbuch

  • PSALM 12

    Verse 2–3.5–9

    Hilf doch, o Herr, die Frommen schwinden dahin, *
    unter den Menschen gibt es keine Treue mehr.
    Sie lügen einander an, einer den andern, *
    mit falscher Zunge und zwiespältigem Herzen reden sie.
    Sie sagen: »Durch unsre Zunge sind wir mächtig; *
    unsre Lippen sind unsre Stärke. Wer ist uns überlegen?«
    Die Schwachen werden unterdrückt, die Armen seufzen. /
    Darum spricht der Herr: »Jetzt stehe ich auf, *
    dem Verachteten bringe ich Heil.«
    Die Worte des Herrn sind lautere Worte, /
    Silber, geschmolzen im Ofen, *
    von Schlacken geschieden, geläutert siebenfach.
    Du, Herr, wirst uns behüten *
    und uns vor diesen Leuten für immer erretten,
    auch wenn die Frevler frei umhergehen *
    und unter den Menschen die Gemeinheit groß wird.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, dein Wort ist Wahrheit. Es hilft den Schwachen auf und weist die zurück, die andere unterdrücken. Hilf uns, auf dein Wort zu vertrauen und aus ihm zu leben.

  • LESUNG

    Jakobus 1,19b

    Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden und nicht schnell zum Zorn bereit; denn im Zorn tut der Mensch nicht das, was vor Gott recht ist.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Der Herr denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, der uns zu der Freiheit seiner Kinder berufen hat, bitten wir:
    – Für die Aufgaben der Blinden- und Gehörlosenseelsorger.
    A: Gott, stehe ihnen bei.
    – Für alle, die ihren Arbeitsplatz verloren haben und sich neu orientieren müssen.
    – Für alle, die in den Medien durch Wort und Bild öffentlichen Einfluss haben.
    – Für Menschen, die mit ihren Nachbarn im Streit leben.

  • Vaterunser

    Gott hat die Macht, uns zu retten, und den Willen, es auch zu tun. Wir beten mit seinen Worten: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, pflanze dein Wort in uns ein
und behüte es, damit es in uns wächst.
Mach dein Wort zu unserer Kraft, damit wir in ihm wachsen
und es unser Handeln bestimmt.
Erfülle uns mit deinem Wort, damit wir neu werden
und als deine Kinder leben. Amen.