Heute in Te Deum

Donnesrstag · 9. April 2020

GRÜNDONNERSTAG

Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
1 Korinther 11,26

Der Gründonnerstag ist der letzte Tag der österlichen Bußzeit. An ihm wurden in der frühen römischen Kirche diejenigen wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen, die als öffentlich Büßende (»Weinende« – darum »Gründonnerstag« vom mittelhochdeutschen »gronan« = weinen) von der Eucharistiefeier ausgeschlossen waren. Die Liturgie am Abend des Gründonnerstags hat zwei Schwerpunkte: die Fußwaschung als Zeichen der dienenden Liebe des Herrn und die Einsetzung der Eucharistie, deren Feier er den Seinen als Ort seiner bleibenden Gegenwart hinterlassen hat.

Pessach Heute beginnt in den jüdischen Gemeinden das Pessachfest. Pessach (hebräisch) oder Pascha (aramäisch) gehört zu den höchsten Festen des Judentums. Es erinnert an den Auszug aus Ägypten, also an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei, mit der sie als eigenes Volk in die Geschichte eintraten. Für gläubige Juden bedeutet dieses Ereignis zugleich die bleibende Erwählung des Judentums zum »Volk Gottes«.
Das hebräische Wort »pessach« bedeutet wörtlich »vorüberschreiten«, »verschonen«. Der Name spielt auf einen dramaturgischen Höhepunkt des Auszugs (Ex 1–15) an: die Erzählung vom Engel des Todes, der in der Nacht des Auszugs alle ägyptischen männlichen Erstgeborenen tötete mit Ausnahme der Israeliten, die die Türen ihrer Unterkünfte mit dem Blut eines Lammes bestrichen hatten (Ex 12). Diese letzte und schlimmste der zehn Plagen soll den Pharao schließlich dazu bewegt haben, die Israeliten ziehen zu lassen. Die biblische Einsetzung des Pessach ist im Buch Exodus (12,1–28) berichtet. Vor einem Pessachfest wurde Jesus hingerichtet und ist am Fest auferstanden. So wurde der Festinhalt auf die Errettung Jesu aus dem Tod übertragen.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Geheimnis seiner Herrlichkeit
    versenkt sich ein
    in Brot und Wein.
    Das höchste Gut
    hat Leib und Blut
    für unser Heil dem Tod geweiht.
    Kommt, lasset uns anbeten.

    Geheimnis seiner Gegenwart,
    seit jener Nacht
    uns übermacht,
    da er sich bot
    als Wein und Brot
    und sich als Gott uns offenbart.
    Kommt, lasset uns anbeten.

    Geheimnis der Dreifaltigkeit,
    das einverleibt
    in uns verbleibt
    und Leben heißt
    und Glut und Geist
    und Auferstehung uns verleiht.
    Kommt, lasset uns anbeten.
    Zeitgenössisch, Stundenbuch

  • CANTICUM

    Weisheit 16,20–21.26; 17,1

    Herr, dein Volk nährtest du mit der Speise der Engel *
    und unermüdlich gabst du ihm fertiges Brot vom Himmel.
    Deine Gabe gewährte jeden Genuss /
    und entsprach jedem Geschmack; *
    sie offenbarte deine zarte Liebe zu deinen Kindern.
    Sie erfüllte das Verlangen eines jeden, der sie genoss, *
    und verwandelte sich in alles, was einer wollte.
    Deine geliebten Söhne, Herr, sollten daraus lernen: /
    Nicht die verschiedenartigen Früchte ernähren
    den Menschen, *
    sondern dein Wort erhält alle, die dir vertrauen.
    Groß und nicht zu ergründen sind deine Entscheide; *
    darum verfiel in Irrtum, wer sich nicht belehren ließ.
    CANTICUM-GEBET: Allmächtiger Gott, das Manna in der Wüste und die Brotvermehrung sind Zeichen deiner Liebe und Fürsorge. Stehe deinem Volk auch heute bei.

  • Lesung

    Johannes 13,14–15

    Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Da Jesus die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, du hast deinen Leib und dein Blut hingegeben für die vielen, um alle zum Vater zu führen. Wir bitten dich:
    A: Kyrie, eleison!
    – Zeige uns, wo wir heute im Geist der Fußwaschung dienen können.
    – Stärke uns immer neu durch Teilhabe an deinem Sakrament.
    – Mach uns zum Segen für die Armen und Kranken.

  • Vaterunser

    Gott lädt uns immer wieder ein in seine Gemeinschaft. So rufen wir ihn mit Jesu Worten an: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    In Wahrheit sind wir, wenn wir Angst haben, der Meinung, dass nicht einmal Gott uns helfen kann … Wir glauben, dass nicht einmal Gott weiß, was er noch für uns tun kann – und so lassen wir das Beten gleich ganz sein. Jesus aber sagt: »Wachet und betet!«

    Carlo M. Martini (1927–2012; Jesuit, Erzbischof von Mailand, Kardinal)


Segen

Guter Gott, segne uns und sende uns.
Gib uns deinen Segen, damit wir dienen können.
Lass uns zum Segen werden, damit Menschen Hoffnung
schöpfen.
Dein Segen schließe alle Christen zusammen auf dem Weg,
die Kirche zu erneuern. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Wir rühmen uns des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus.
In ihm ist uns Heil geworden und Auferstehung und Leben.
Durch ihn sind wir erlöst und befreit.
Vgl. Gal 6,14


  • 1. Lesung

    Exodus 12,1–8.11–14°

    In jenen Tagen sprach der HERR zu Mose und Aaron im Land Ägypten: Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der Erste unter den Monaten des Jahres gelten. Sagt der ganzen Gemeinde Israel:
    Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus. Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wie viel der Einzelne essen kann. Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen. Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. In der Abenddämmerung soll die ganze versammelte Gemeinde Israel es schlachten. Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man es essen will. Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen.
    So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an euren Füßen und euren Stab in eurer Hand. Esst es hastig! Es ist ein Pessach für den HERRN – das heißt: der Vorübergang des Herrn. In dieser Nacht gehe ich durch das Land Ägypten und erschlage im Land Ägypten jede Erstgeburt bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der HERR. Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll für euch ein Zeichen sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich das Land Ägypten schlage.
    Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest für den HERRN! Für eure kommenden Generationen wird es eine ewige Satzung sein, das Fest zu feiern!

    Impuls

    Diese Lesung zeigt einen Gott, mit dem wir uns heute schwertun – und der für uns in seinem Verhalten nicht nachvollziehbar ist. Es ist ein Gott, der jede Erstgeburt töten wird. Sein Volk, das in Ägypten in Gefangenschaft lebt, wird er dagegen retten. Wir können an diesen Aussagen nichts ändern und müssen diese stehen lassen. Gleichzeitig zeigt sich hier ein Gott der Befreiung – für die, die sein Volk sind. Das Mahl, das die Israeliten halten sollen, ist der Beginn der Befreiung aus der Gefangenschaft in Ägypten. Das Paschamahl, das Gott hier einsetzt, ist bis heute für die Juden das Mahl, das sie jährlich halten und das sie an die Befreiung aus der Gefangenschaft in Ägypten erinnert. Für das Volk Israel begründet diese Erinnerung und dieses Mahl ihre Identität: Sie sind das Volk, das von Jahwe befreit worden ist, um in Freiheit leben zu können. Jesus hat sehr bewusst bei seinem Letzten Abendmahl auf dieses Mahl Bezug genommen. Zwar ist es in der Wissenschaft umstritten, ob das Abendmahl Jesu ein Paschamahl gewesen ist, aber Jesus feiert dieses Mahl zu dem Zeitpunkt, als die Zeit für das Paschafest gekommen war. Die Deutung, die er dabei diesem Mahl gibt, spricht auch von Befreiung: der Befreiung aus Schuld, Sünde und Tod. Wer von dem Brot isst, das sein Leib ist, und von dem Wein trinkt, das sein Blut ist, weiß, dass er leben wird – auf ewig. In Jesu Sterben und seiner Auferstehung ist die Macht der Sünde und des Todes gebrochen und nichts trennt den Menschen mehr von Gott. Diese Befreiung gilt allen Menschen – nicht nur dem Volk Israel. In Jesus zeigt sich der Gott der Befreiung für alle Menschen. Wenn wir heute am Gründonnerstag Mahl halten, dann dürfen wir es in Dankbarkeit tun und uns erinnern, dass wir Befreite sind. Als Befreite dürfen wir in der Freiheit der Kinder Gottes leben.

  • 2. Lesung

    1 Korinther 11,23–26°

    Schwestern und Brüder! Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe:
    Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
    Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
    Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

    Impuls

    Der hier vorliegende Bericht über das Letzte Abendmahl ist der älteste Bericht, den wir zum Letzten Abendmahl Jesu haben. Der 1. Korintherbrief ist vor dem ersten Evangelium verfasst worden. Paulus überliefert hier nach eigener Aussage das, was auch er empfangen hat. Bis heute wird die Feier des Abendmahles überliefert, weitergegeben, seine Bedeutung zu erfassen gesucht und eben gefeiert. Bis heute ist das, was in dieser Feier vollzogen wird, eine existenzielle Geste: Brot wird geteilt. Sie erzählt von etwas Grundlegendem des Lebens: der Erfahrung der Gemeinschaft und Solidarität. Menschen, mit denen ich das Brot teile, sind meine Freunde; sind Menschen, gegen die ich im Herzen keinen Groll trage. Das Mahl ist damit Zeichen des Friedens und der Geschwisterlichkeit der Menschen. Genauso existenziell ist es, Jesus zu teilen, Jeus mit-zu-teilen, sein Handeln zu überliefern. Seine Handlungen sind bis heute revolutionär. In der Diskussion über die Zukunft der Kirche muss auch das ins Gespräch gebracht werden: Jesus war frei von Machtansprüchen. Keiner soll sich nach seinen Worten über den anderen stellen, keiner sich mit Herrschaftstiteln anreden lassen, noch nicht einmal »Vater« soll sich jemand nennen lassen (vgl. Mt 23,8ff.). Alle, die das Brot im Namen Jesu teilen, sind gleich. Alle sind zum Mahl um einen Tisch versammelt. Und jeder Mensch braucht diese Geste: die Geste der Zuwendung, der Liebe, der Gemeinschaft. Ohne diese Erfahrungen kann ein Mensch nicht leben – so wie er auch ohne Brot nicht leben kann. Jesus macht uns darauf aufmerksam: Nicht unsere Machtansprüche nähren uns, sondern die liebende Zuwendung – sie empfangend und sie gebend.

  • Evangelium

    Johannes 13,1–15°

    Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung.
    Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskáriot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.
    Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
    Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.
    Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen!
    Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.
    Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.
    Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
    Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

    Impuls

    »Begreift ihr, was ich an euch getan habe?« – Für uns, die wir jedes Jahr am Gründonnerstag die Fußwaschung ritualisiert erleben, hat sie nichts Revolutionäres mehr. Eher schon ist sie Gewohnheit, Normalität. Für die Jünger war sie etwas zunächst nicht Denkbares. Petrus bringt es auf den Punkt: »Du, Herr, willst mir die Füße waschen?« Jesus, der Meister und Herr, soll vor seinen Jüngern auf die Knie gehen? Unvorstellbar! Als Papst Franziskus an seinem ersten Gründonnerstag als Papst in ein Gefängnis ging, um mit dortigen Gefangenen diese Feier zu begehen, war die Verwunderung groß. Und auch hier hieß es: Das kann der Papst doch nicht tun! Mit der Fußwaschung kniet ein Mensch vor einem anderen nieder und bezeugt ihm damit Ehrfurcht und Respekt. Es ist das Gegenteil von »sich dem anderen gegenüber behaupten«, sich machtvoll zu zeigen oder gegenüber dem anderen unbedingt recht behalten zu wollen. Mit dem Waschen der Füße berührt ein Mensch den anderen an seinem tiefsten Punkt. Die Füße der Menschen waren damals schmutzig; wenn überhaupt, trugen die Menschen Sandalen auf den sandigen Straßen. Heute waschen die Auserwählten für die Fußwaschung ihre Füße vor dem Gottesdienst und reinigen sich. Jesus also wäscht die Jünger dort, wo sie am »schmutzigsten« sind, und reinigt sie. Dieses Zeichen war so eindrücklich in der Urkirche, dass man überlegte, es anstelle der Eucharistie zum Sakrament zu machen. Auch wenn dies nicht geschehen ist, so hat Jesus doch seinen Jüngern und damit uns diesen Dienst aufgetragen. Er meint aber nicht nur den liturgischen Vollzug am heutigen Tag, sondern auch die innere Haltung, die ich einem anderen gegenüber einnehme. Einander – egal, wem – in Ehrfurcht und Respekt zu begegnen, bereit sein zum Dienst am anderen, bereit sein, ihm so zu begegnen, dass es ihm guttut – das ist der Liebesdienst Jesu heute.


Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott, am Abend vor seinem Leiden hat dein geliebter Sohn der Kirche das Opfer des Neuen und Ewigen Bundes anvertraut und das Gastmahl seiner Liebe gestiftet. Gib, dass wir aus diesem Geheimnis die Fülle des Lebens und der Liebe empfangen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Liebe, die sich tief herabbeugt,
    hat die Kraft, uns aufzurichten.
    Jesus hat sie uns gezeigt.

    Brot und Wein auf seinem Tisch –
    göttlich nährt uns seine Liebe,
    lädt auch Sünder dazu ein: Kv

    Sklavendienst an seinen Jüngern –
    als Gesetz des Neuen Bundes,
    Zeichen, das er hinterlässt: Kv

    Abschiedsworte voller Leben –
    Trost und Weisung für die Freunde
    und für eine ganze Welt: Kv

    Liebe, die sich tief herabbeugt,
    hat die Kraft, uns aufzurichten.
    Jesus hat sie uns gezeigt.
    Zeitgenössisch

  • PSALM 63

    Verse 2–9

    Gott, du mein Gott, dich suche ich, *
    meine Seele dürstet nach dir.
    Nach dir schmachtet mein Leib *
    wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.
    Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *
    um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.
    Denn deine Huld ist besser als das Leben; *
    darum preisen dich meine Lippen.
    Ich will dich rühmen mein Leben lang, *
    in deinem Namen die Hände erheben.
    Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *
    mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.
    Ich denke an dich auf nächtlichem Lager *
    und sinne über dich nach, wenn ich wache.
    Ja, du wurdest meine Hilfe; *
    jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.
    Meine Seele hängt an dir, *
    deine rechte Hand hält mich fest.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, wecke in uns die Sehnsucht nach dir, damit wir dich in allem suchen und zu dir gehen.

  • LESUNG

    Exodus 12,1.14

    In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose und Aaron in Ägypten: Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Jesus Christus, der für uns Blut geschwitzt hat, bitten wir:
    V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns!
    – Um eine Erneuerung der Kirche im Geist der Liebe und des Dienstes.
    – Um Beistand und Erfolg für alle, die sich der Flüchtlinge und Vertriebenen annehmen.
    – Um das Licht des Glaubens für alle, die nach dem Sinn ihres Lebens fragen.
    – Um Trost und Hoffnung für alle, die um ihre Verstorbenen trauern.

  • Vaterunser

    Im Abendmahl hat Christus das Gedächtnis seines Opfers gestifet. Wir verkünden die Liebe des Vaters, wenn wir im Mahl und Gebet einig sind und miteinander rufen: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns in Stunden der Trauer.
Segne uns in Zeiten der Scham.
Segne uns, wenn wir im Finstern gehen,
und gib, dass dein Segnen uns neue Hoffnung schenkt. Amen.