Heute in Te Deum

Dienstag · 23. Oktober 2018

Selig sind die Knechte, die der Herr,
wenn er kommt, wachend findet.
Lukas 12,37a

Johannes von Capestrano Johannes (1386–1456) war zunächst Richter, bevor er Franziskaner wurde. Als größter Wanderprediger seines Jahrhunderts kam er nach Deutschland, Mähren, Polen und wiederholt nach Österreich und wirkte auch als gesuchter Beichtvater, Friedensstifter, Apostel der Nächstenliebe und Ratgeber von Päpsten und Königen. Am Sieg über die Türken bei Belgrad im Juli 1456 hatte er wesentlichen Anteil. Im Orden bewirkte er die endgültige Unabhängigkeit der Observanten von den Konventualen (der braunen von den schwarzen Franziskanern).
»Licht strahlt nicht für sich selbst, sondern ergießt sich nach allen Seiten und macht so alles sichtbar. Wer mit der Sorge um andere betraut ist, muss mit seinem eigenen Leben den anderen den Weg in das Haus des Herrn weisen« (Johannes von Capestrano).
L: 2 Kor 5,14– 20; E: Lk 9,57– 62

Johannes Zwick Johannes Zwick (1496–1542) wurde 1522 katholischer Pfarrer in Riedlingen. Weil er die reformatorischen Auffassungen Martin Luthers vertrat, wurde er von dort vertrieben und 1525 Pfarrer seiner Heimatstadt Konstanz, wo er zusammen mit den Brüdern Ambrosius und Thomas Blarer die Reformation durchführte. Er gab 1533/34 das erste Konstanzer Gesangbuch und 1540 das »Neu Gesangbüchle« in Zürich heraus und wurde so zum Bahnbrecher des Kirchengesangs im süddeutschen und schweizerischen Raum. Er starb an der Pest. Von ihm stammen die beiden Lieder »All Morgen ist ganz frisch und neu« und »Du höchstes Licht, du ewger Schein«.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Schon zieht herauf des Tages Licht,
    wir flehn zu Gott voll Zuversicht:
    Bewahre uns an diesem Tag
    vor allem, was uns schaden mag.

    Bezähme unsrer Zunge Macht,
    dass sie nicht Hass und Streit entfacht;
    lass unsrer Augen hellen Schein
    durch Böses nicht verdunkelt sein.

    Rein sei das Herz und unversehrt
    und allem Guten zugekehrt.
    Und gib uns jeden Tag das Brot
    für unsre und der Menschheit Not.

    Senkt sich hernieder dann die Nacht
    und ist das Tagewerk vollbracht,
    sei dir all unser Tun geweiht
    zum Lobe deiner Herrlichkeit.

    Dich, Vater, Sohn und Heil’ger Geist,
    voll Freude alle Schöpfung preist,
    der jeden neuen Tag uns schenkt
    und unser ganzes Leben lenkt. Amen.
    Nach „Iam lucis orto sidere“; Ambrosius († 397) zugeschrieben
    Melodie: GL 595 oder 704 · KG 679 oder 763

  • PSALM 5

    Verse 2–9.12–13

    Höre meine Worte, Herr, *
    achte auf mein Seufzen!
    Vernimm mein lautes Schreien, mein König und mein Gott, *
    denn ich flehe zu dir.
    Herr, am Morgen hörst du mein Rufen, *
    am Morgen rüst ich das Opfer zu, halte Ausschau nach dir.
    Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt; *
    der Frevler darf nicht bei dir weilen.
    Wer sich brüstet, besteht nicht vor deinen Augen; /
    du lässt die Lügner zugrunde gehn, *
    Mörder und Betrüger sind dem Herrn ein Gräuel.
    Ich aber darf dein Haus betreten *
    dank deiner großen Güte,
    ich werfe mich nieder in Ehrfurcht *
    vor deinem heiligen Tempel.
    Leite mich, Herr, in deiner Gerechtigkeit, /
    meinen Feinden zum Trotz; *
    ebne deinen Weg vor mir!
    Alle sollen sich freuen, die auf dich vertrauen, *
    und sollen immerfort jubeln.
    Beschütze alle, die deinen Namen lieben, *
    damit sie dich rühmen.
    Denn du, Herr, segnest den Gerechten. *
    Wie mit einem Schild deckst du ihn mit deiner Gnade.
    PSALM-GEBET: Gerechter Gott, du stellst uns unsere Schuld vor Augen und schenkst uns die Möglichkeit der Umkehr. Hilf uns, dass wir uns im Gottesdienst und im Gebet für deine Gerechtigkeit öffnen.

  • Lesung

    Lukas 12,35–36

    Jesus sprach zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Zu Jesus Christus, den wir als Richter erwarten, rufen wir:
    A: Herr, sei unsere Hilfe.
    ¬ Wecke in uns die Sehnsucht, die nach dir ausschauen lässt.
    ¬ Mach uns bereit zum Aufbruch, wenn du uns rufst.
    ¬ Erfülle uns mit Freude über deine gute Botschaft.

  • Vaterunser

    Gott kommt in unser Leben und wir wollen unser Leben mit Gott führen. So beten wir das Gebet Jesu: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Nur eine Aufbruchbewegung von der Basis her kann nach langer Durststrecke zur Erneuerung führen. Ansatz sollte dabei die Sehnsucht sein, von der das Leben heutiger Menschen durchzogen ist: nach Geborgenheit, Gemeinschaft, Freiraum, Frieden, Versöhnung, Wahrhaftigkeit.

    Gerhard Debbrecht (* 1941; katholischer Pfarrer und Autor)


Segen

Gott, segne uns mit der Aufmerksamkeit
für die Zeichen deines Wirkens in dieser Welt.
Segne uns mit der Wachsamkeit für alles,
was in dieser Welt geschieht.
Segne uns mit dem Verantwortungsbewusstsein für das,
was wir gestalten oder verhindern können. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, dein Wort schenke uns den Frieden mit dir.


  • Lesung

    Epheser 2,12–22

    Schwestern und Brüder! Einst wart ihr von Christus getrennt, der Gemeinde Israels fremd und von dem Bund der Verheißung ausgeschlossen; ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt. Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen.
    Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile – Juden und Heiden – und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet.
    Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und uns, den Nahen. Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.
    Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

    Impuls

    Was für eine wahrlich himmlische Hausgemeinschaft, in die wir im Geiste versetzt werden, wenn es von uns heißt, wir seien Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. In der Eucharistie wird dies besonders deutlich, wenn es in der Präfation heißt: »Und so rufen wir mit allen Engeln und Heiligen: Heilig, heilig, heilig.« In diesem Moment verbindet sich die irdische Liturgie mit der des Himmels, verbinden sich Himmel und Erde. Mit dieser Verbindung tun wir uns leichter als mit der konkreten, die nur auf der Erde stattfindet: in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, zwischen den Kulturen und Traditionen. Fügen wir Christus nicht nur in das himmlische Gebäude als Schlussstein ein, sondern in jede Begegnung dieses Tages.

  • Evangelium

    Lukas 12,35–38

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft.
    Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen.
    Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie.

    Impuls

    Immer wach sein, nie den Gürtel ablegen, nie die Lampe löschen, nicht in der ersten Nachtwache, nicht in der zweiten, nicht in der dritten. Für jemanden, der gerne in der Nacht schläft und auch einem Nickerchen am Nachmittag nicht abgeneigt ist, ist das ein nicht leicht zu hörendes Evangelium. Theologisch lässt sich das leicht deuten und überhöhen. Wie gut, dass es daneben auch das Evangelium der klugen und törichten Jungfrauen gibt. Dort sind alle eingeschlafen, aber die Klugheit zeigte sich darin, dass die einen mit der Müdigkeit gerechnet, die anderen selbst diese verschlafen haben.


Gebet

Gott, wir können uns nicht vorstellen, dass du jemals nicht wach sein könntest. Wir wünschen uns so sehr, dass dein liebender Blick nie von uns und dieser Welt weicht. Selbst wenn wir ermüden, dein Blick und deine Liebe nicht. Sie mögen uns durch diesen Tag geleiten und auch dann nicht von uns weichen, wenn wir am Abend die Lampen löschen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Der Glanz verfällt, die Zeit flieht hin,
    das Tagwerk zehrt an unsrer Kraft.
    Herr, Gott, an den kein Abend rührt,
    nimm uns Erschöpfte liebreich auf.

    Wir gehn dahin wie Tag und Traum;
    kein Wunsch hält unser Leben fest.
    Dein Glanz, o Herr, erstrahle uns,
    wenn unser kleines Licht erlischt.

    Gewähr uns dies, o guter Gott,
    du Vater, und du einz’ger Sohn,
    die ihr mit ihm, dem Heil’gen Geist,
    regiert durch Zeit und Ewigkeit. Amen.
    Nach „Telluris ingens conditor“; 7.-8. Jahrhundert
    Melodie: GL 704/705 · KG 679 · EG 467

  • PSALM 65

    Verse 2–6

    Dir gebührt Lobgesang, Gott, auf dem Zion, *
    dir erfüllt man Gelübde.
    Du erhörst die Gebete. *
    Alle Menschen kommen zu dir unter der Last ihrer Sünden.
    Unsere Schuld ist zu groß für uns, *
    du wirst sie vergeben.
    Wohl denen, die du erwählst und in deine Nähe holst, *
    die in den Vorhöfen deines Heiligtums wohnen.
    Wir wollen uns am Gut deines Hauses sättigen, *
    am Gut deines Tempels.
    Du vollbringst erstaunliche Taten, *
    erhörst uns in Treue, du Gott unsres Heiles,
    du Zuversicht aller Enden der Erde *
    und der fernsten Gestade.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, ruf uns zu dir, dass wir in Gemeinschaft mit dir leben. Schenke uns das, was wir zum Leben brauchen.

  • LESUNG

    Epheser 2,14–15a

    Christus Jesus ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile – Juden und Heiden – und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt!

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Zu Gott, der uns in sein Volk berufen hat, beten wir:
    A: Gott, höre die Bitten deines Volkes.
    ¬ Für die Friedensarbeit der christlichen Kirchen.
    ¬ Für alle Menschen, die unter einer Diktatur leiden.
    ¬ Für alle neugeborenen Kinder und ihre Eltern.
    ¬ Für alle Christen, die zu Gott in Leid und einem schweren Anliegen beten.

  • Vaterunser

    Gott hat seinen Bund mit uns geschlossen und uns zu seinen Freunden gemacht. Daher beten wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, du unser Vater, segne uns.
Beginne mit der kleinen Flamme in unserer Dunkelheit.
Lass sie wachsen, dass wir Licht werden.
Setze uns in Brand mit dem Feuer deiner Liebe,
dass die Flammen dieser Liebe zum Himmel lodern. Amen.