Heute in Te Deum

Dienstag · 26. Oktober 2021

Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm
und unter drei Scheffel Mehl mengte,
bis es ganz durchsäuert war.
Lukas 13,21

Österreichischer Nationalfeiertag Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit gehören zu den höchsten Gütern der einzelnen Menschen wie ihrer Gemeinschaften als Staaten und Völker. Darum begleitet die Kirche einen Tag wie heute in Österreich mit ihrem Gebet für Staat und Gesellschaft.
Der erste Tag, an dem nach zehn Jahren Besatzungszeit keine fremden Truppen mehr auf österreichischem Hoheitsgebiet standen, war der 26. Oktober 1955. An diesem Tag beschloss der österreichische Nationalrat in Form eines Verfassungsgesetzes, wie von den Alliierten gefordert, die »Immerwährende Neutralität«. Der von 1955 bis 1964 begangene sogenannte »Tag der Fahne« wurde 1965 zum »Nationalfeiertag«. Seit 1967 gilt an diesem Tag auch die Feiertagsruhe.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Du Licht des Himmels, großer Gott,
    der ausgespannt das Sternenzelt
    und der es hält mit starker Hand,
    du sendest Licht in unsre Welt.

    Die Morgenröte zieht herauf
    und überstrahlt das Sternenheer,
    der graue Nebel löst sich auf,
    Tau netzt die Erde segensschwer.

    Das Reich der Schatten weicht zurück,
    das Tageslicht nimmt seinen Lauf
    und strahlend, gleich dem Morgenstern,
    weckt Christus uns vom Schlafe auf.

    Du, Christus, bist der helle Tag,
    das Licht, dem unser Licht entspringt,
    Gott, der mit seiner Allmacht Kraft
    die tote Welt zum Leben bringt.

    Erlöser, der ins Licht uns führt
    und aller Finsternis entreißt,
    dich preisen wir im Morgenlied
    mit Gott dem Vater und dem Geist. Amen.
    Nach »Deus, qui caeli lumen es« (5.–6. Jh.), Stundenbuch

  • PSALM 8

    Verse 2–7.10

    Herr, unser Herrscher, /
    wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; *
    über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.
    Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst
    du dir Lob, /
    deinen Gegnern zum Trotz; *
    deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.
    Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger, *
    Mond und Sterne, die du befestigt:
    Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, *
    des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
    Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, *
    hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
    Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner
    Hände, *
    hast ihm alles zu Füßen gelegt.
    Herr, unser Herrscher, *
    wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!
    PSALM-GEBET: Ewiger Gott, du hast uns wunderbar geschaffen und noch wunderbarer erneuert. Hilf uns, dass du in unserem Leben als unser Urbild sichtbar wirst.

  • Lesung

    Lukas 13,18–19

    In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Das Reich Gottes ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.

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    Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Gott, den Herrn der Ernte, der den guten Samen gibt, bitten wir:
    A: Gott, sende uns deinen Geist.
    – Stärke unser Vertrauen in die kleinen Anfänge, die wir sehen.
    – Mach uns zu Mitarbeitern an deinem Reich.
    – Verwandle in uns, was dir widerstrebt, und lass es zur guten Frucht wachsen.

  • Vaterunser

    Gottes Reich wächst auch in unserem Leben. Es soll alles durchdringen, damit wir ganz Gott gehören. Wir beten: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Die Erfahrung, gewohnter Sicherheiten beraubt zu sein, kann eine österliche Chance sein. Solange wir meinen, alles selbst in der Hand zu haben oder zumindest klug kommentieren zu können, wird uns die Hand des Auferstandenen nicht interessieren. Wer jedoch tiefe Trostlosigkeit und verletzende Grenzen erlebt hat, wird empfänglicher für dieses eigentliche Ostergeschenk.

    Hermann Glettler (* 1965; Bischof von Innsbruck)


Segen

Gott, allmächtiger Vater, segne uns.
Schütze bei uns die kleinen Anfänge.
Gib uns die Offenheit, uns auf dich einzulassen.
Schenke uns das Wachstum,
damit wir die Gestalt erreichen, in der wir dir ähnlich sind.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, dein Wort stärke und heilige uns, damit wir ohne Makel vor dir sind.


  • Lesung

    Römer 8,18–25

    Schwestern und Brüder! Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes.
    Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
    Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.
    Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.

    Impuls

    Die seufzende und in Geburtswehen liegende Schöpfung. Paulus beschreibt hier das, was sozusagen die DNA unserer Welt ist. Ihr ist zu eigen, dass sie vergänglich und unvollkommen ist. Dies erfahren die Menschen aller Zeiten auf verschiedene Weise und in unterschiedlichem Ausmaß, aber keine Epoche und keine Generation lebt im vollkommenen Glück. Jeder einzelne Mensch, ob gläubig oder nicht, trägt eine Ur-Sehnsucht mit durch sein Leben: die Sehnsucht nach Heil. Die Antwort auf diese Sehnsucht mag unterschiedlich aussehen. Uns Christen jedoch spricht die heutige Lesung Hoffnung zu. Unsere Sehnsucht erfüllt sich, wenn »wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden«. Das klingt sehr zukünftig und so ist es auch gemeint. Es geht um die Zeit nach unserem Tod, es geht um unsere Vollendung bei Gott. Wenn wir Gott von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, dann ist es so weit. Dann wird unsere Sehnsucht endgültig gestillt. Tröstet Sie das? Oder schleicht sich da eher sowas wie Frust ein – nach dem Motto »Vertröstung auf das Jenseits« oder »Opium für das Volk«? Der Gemeinde von Rom ging es wohl ähnlich; daher erklärt Paulus den Begriff der Hoffnung. »Hoffnung, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung.« Hoffnung ist also immer auf Zukunft hin ausgerichtet. Aber Hoffnung zu haben, bedeutet auch, neugierig und gespannt zu sein, das Leben anzunehmen und dankbar zu sein, die frohen Stunden zu schätzen und geduldig weiterzugehen, Täler zu durchqueren und Gipfel zu erstürmen. Hoffnung macht das Leben reich – und zwar schon im Hier und Jetzt!

  • Evangelium

    Lukas 13,18–21

    In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.
    Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

    Impuls

    Die beiden Bilder, mit denen Jesus das Reich Gottes vergleicht, sind faszinierend. Den sogenannten schwarzen Senf pflanzte man als Gemüse an. Da er unter den anderen Gartengewächsen mit einer Größe von 2 bis 3 Metern Höhe so hervorragt, konnte man ihn volkstümlich auch als »Baum« bezeichnen, in dessen Äste sogar Vögel nisten konnten. Zum Säuern des Brotteigs ließ man einen kleinen Teil des Brotteigs sauer werden und bewahrte ihn bis zum nächsten Backen auf. Der Sauerteig wurde dann mit dem Teig gemischt. Auch hier genügte bereits eine sehr kleine Menge an Sauerteig. Beide Bilder zeigen, dass Veränderung möglich ist und meist im Kleinen beginnt. Reich Gottes braucht keine großen Aktionen, keine besonderen Fähigkeiten und keine großen materiellen Güter. Bei Gott kann aus ganz Kleinem etwas ganz Großes werden! Beide Bilder müssen aber auch übersetzt werden in unsere Zeit. Wo ist Veränderung in unserer Welt nötig, damit Reich Gottes wachsen kann? Wo ist Veränderung in meinem Leben nötig, damit Reich Gottes schon heute und hier erlebbar wird? Und wo kann ich heute, in diesem Augenblick, damit beginnen?


Gebet

Gott, dein Himmelreich ist schon da, hier auf unserer Erde. Ganz klein, fast unsichtbar – wie ein Senfkorn, wie ein Stückchen Teig. Unscheinbares hat oft großes Potenzial. Dein Reich wächst, wenn wir mithelfen mit dem, was wir sind und was wir haben. Schenke uns die Bereitschaft, uns immer wieder neu in diesen Reich-Gottes-Dienst nehmen zu lassen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Lobet den Herren alle, die ihn ehren;
    lasst uns mit Freuden seinem Namen singen
    und Preis und Dank zu seinem Altar bringen.
    Lobet den Herren.

    Der unser Leben, das er uns gegeben,
    in dieser Nacht so väterlich bedecket
    und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket.
    Lobet den Herren.

    Gib, dass wir heute, Herr, durch dein Geleite
    auf unsern Wegen unverhindert gehen
    und überall in deiner Gnade stehen.
    Lobet den Herren.
    Paul Gerhardt (1653); GL 81 · KG 674 · EG 447

  • PSALM 45

    Verse 11–17

    Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, *
    vergiss dein Volk und dein Vaterhaus.
    Der König verlangt nach deiner Schönheit; *
    er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm!
    Die Töchter von Tyrus kommen mit Gaben, *
    deine Gunst begehren die Edlen des Volkes.
    Die Königstochter ist herrlich geschmückt, *
    ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen.
    Man geleitet sie in bunt gestickten Kleidern zum König, /
    Jungfrauen sind ihr Gefolge, *
    ihre Freundinnen führt man zu dir.
    Man geleitet sie mit Freude und Jubel, *
    sie ziehen ein in den Palast des Königs.
    An die Stelle deiner Väter treten einst deine Söhne; *
    du bestellst sie zu Fürsten im ganzen Land.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, in Maria hast du unsere Erlösung begonnen. Rufe auch uns zu dir und fange neu mit uns an.

  • LESUNG

    Römer 8,24–25

    Schwestern und Brüder! Wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Das Reich Gottes ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

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    Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unseren Schöpfer, der alles ordnet und erhält, rufen wir an:
    A: Wir bitten, dich erhöre uns.
    – Für die Christen in Lateinamerika um Offenheit für Gottes Geist.
    – Um eine gerechte gesellschaftliche Entwicklung in den industriellen Schwellenländern.
    – Für ein wachsendes Bewusstsein in den Regierungen, dass die Themen Klimawandel und Umweltschutz höchste Priorität haben.
    – Um neue Hoffnung für die Menschen, die in ihrem Leben schweres Leid erfahren haben.

  • Vaterunser

    Gott hört das Seufzen der Schöpfung und sieht die Not der Menschen. So beten wir mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns, wenn wir Leid und Not erfahren.
Segne uns, wenn wir gebunden und gequält sind.
Segne uns und führe uns zu der Freiheit,
zu der die Erlösten berufen sind. Amen.