Heute in Te Deum

Freitag · 5. März 2021

Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie
zueinander: Das ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten
und sein Erbe an uns bringen!
Matthäus 21,38

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Gott rufet noch. Sollt ich nicht endlich hören?
    Wie lass ich mich bezaubern und betören!
    Die kurze Freud, die kurze Zeit vergeht
    und meine Seel noch so gefährlich steht.

    Gott rufet noch. Sollt ich nicht endlich kommen?
    Ich hab so lang die treue Stimm vernommen.
    Ich wusst es wohl: Ich war nicht, wie ich sollt.
    Er winkte mir, ich habe nicht gewollt.

    Gott rufet noch. Wie, dass ich mich nicht gebe!
    Ich fürcht sein Joch und doch in Banden lebe.
    Ich halte Gott und meine Seele auf.
    Er ziehet mich; mein armes Herze, lauf!

    Gib dich, mein Herz, gib dich nun ganz gefangen.
    Wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen?
    Lass los, lass los; brich alle Band entzwei!
    Dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei.

    Ich folge Gott, ich will ihm ganz genügen.
    Die Gnade soll im Herzen endlich siegen.
    Ich gebe mich; Gott soll hinfort allein
    und unbedingt mein Herr und Meister sein.
    Gerhard Tersteegen (1735); EG 392

  • CANTICUM

    Jesaja 5,1–7

    Ich will ein Lied singen von meinem geliebten Freund, *
    ein Lied vom Weinberg meines Liebsten.
    Mein Freund hatte einen Weinberg *
    auf einer fruchtbaren Höhe.
    Er grub ihn um und entfernte die Steine *
    und bepflanzte ihn mit den edelsten Reben.
    Er baute mitten darin einen Turm *
    und hieb eine Kelter darin aus.
    Dann hoffte er, dass der Weinberg süße Trauben brächte, *
    doch er brachte nur saure Beeren.
    Nun sprecht das Urteil, Jerusalems Bürger *
    und ihr Männer von Juda, *
    im Streit zwischen mir und dem Weinberg!
    Was konnte ich noch für meinen Weinberg tun, *
    das ich nicht für ihn tat?
    Warum hoffte ich denn auf süße Trauben? *
    Warum brachte er nur saure Beeren?
    Jetzt aber will ich euch kundtun, was ich mit meinem Weinberg
    mache: /
    Ich entferne seine schützende Hecke; *
    so wird er zur Weide.
    Seine Mauer reiße ich ein; *
    dann wird er zertrampelt.
    Zu Ödland will ich ihn machen. /
    Man soll seine Reben nicht schneiden und soll ihn nicht
    hacken; *
    Dornen und Disteln werden dort wuchern.
    Ich verbiete den Wolken, *
    ihm Regen zu spenden.
    Ja, der Weinberg des Herrn der Heere *
    ist das Haus Israel
    und die Männer von Juda sind die Reben, *
    die er zu seiner Freude gepflanzt hat.
    Er hoffte auf Rechtsspruch – doch siehe da: Rechtsbruch, *
    und auf Gerechtigkeit – doch siehe da: Der Rechtlose
    schreit.
    CANTICUM-GEBET: Treuer Gott, du hast dein Volk gesammelt und geführt. Führe uns zu dir zurück, wenn wir dich verlassen.

  • Lesung

    Matthäus 21,37–38

    Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, der uns zum Vater zurückführt, bitten wir:
    A: Herr, sei uns gnädig.
    – Mach uns bereit, Gott zu geben, was Gott gehört.
    – Hilf uns, dankbar für Gottes Gaben zu sein.
    – Mach unser Leben fruchtbar für uns und den Nächsten.

  • Vaterunser

    Gott legt den guten Samen in unser Leben, damit wir eine gute Ernte bringen. Mit den Worten Jesu beten wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Ich rufe alle Menschen guten Willens auf, nicht-angepasst zu sein, weil es sehr wohl sein könnte, dass die Rettung unserer Welt in den Händen der Nicht-Angepassten liegt.

    Martin Luther King (1929–1968; US-amerikanischer Baptistenpfarrer und Bürgerrechtler)


Segen

Gott, segne uns mit dem Halt in dir,
aus dem unser Leben wächst.
Segne uns mit der Gemeinschaft mit dir,
die uns Freude schenkt.
Segne uns mit der Treue zu dir,
durch die wir dein Erbe gewinnen. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, dein Wort lehre uns, deine Verheißungen zu leben.


  • Lesung

    Genesis 37,3–4.12–13a.17b–28

    Israel liebte Josef unter allen seinen Söhnen am meisten, weil er ihm noch in hohem Alter geboren worden war. Er ließ ihm einen Ärmelrock machen. Als seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, hassten sie ihn und konnten mit ihm kein gutes Wort mehr reden.
    Als seine Brüder fortgezogen waren, um das Vieh ihres Vaters bei Sichem zu weiden, sagte Israel zu Josef: Deine Brüder weiden bei Sichem das Vieh. Geh, ich will dich zu ihnen schicken. Da ging Josef seinen Brüdern nach und fand sie in Dotan.
    Sie sahen ihn von Weitem. Bevor er jedoch nahe an sie herangekommen war, fassten sie den Plan, ihn umzubringen. Sie sagten zueinander: Dort kommt ja dieser Träumer. Jetzt aber auf, erschlagen wir ihn und werfen wir ihn in eine der Zisternen. Sagen wir, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Dann werden wir ja sehen, was aus seinen Träumen wird.
    Ruben hörte das und wollte ihn aus ihrer Hand retten. Er sagte: Begehen wir doch keinen Mord. Und Ruben sagte zu ihnen: Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Zisterne da in der Steppe, aber legt nicht Hand an ihn! Er wollte ihn nämlich aus ihrer Hand retten und zu seinem Vater zurückbringen.
    Als Josef bei seinen Brüdern angekommen war, zogen sie ihm sein Gewand aus, den Ärmelrock, den er anhatte, packten ihn und warfen ihn in die Zisterne. Die Zisterne war leer; es war kein Wasser darin.
    Als sie dann beim Essen saßen und aufblickten, sahen sie, dass gerade eine Karawane von Ismaelitern aus Gilead kam. Ihre Kamele waren mit Tragakant, Mastix und Ladanum beladen. Sie waren unterwegs nach Ägypten. Da schlug Juda seinen Brüdern vor: Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder erschlagen und sein Blut zudecken? Kommt, verkaufen wir ihn den Ismaelitern. Wir wollen aber nicht Hand an ihn legen, denn er ist doch unser Bruder und unser Verwandter. Seine Brüder waren einverstanden.
    Midianitische Kaufleute kamen vorbei. Da zogen sie Josef aus der Zisterne heraus und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an die Ismaeliter. Diese brachten Josef nach Ägypten.

    Impuls

    Die meisten haben zwar nicht so komplizierte Verhältnisse wie Josef und seine Familie, aber von Schuld und Unrecht ist keine Familie frei. Wir tun uns als Menschen immer wieder weh, in der Ehe, als Geschwister, als Verwandte. Streit, Verletzung, Schuld – eine menschliche Situation, wie wir sie auch immer wieder erleben. Beruhigend zu wissen, dass es wenigstens hier am Ende gut ausgeht, denn Josef hat viel gelernt in seinem Leben.
    Er hat auch in den schwierigsten Situationen seines Lebens Gottes Hilfe erfahren und kann im Nachhinein positiv auf sein Leben blicken. Darum kann er später den Brüdern verzeihen, als sie um Entschuldigung bitten. So kann Neues beginnen.

  • Evangelium

    Matthäus 21,33–43.45–46

    In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
    Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso.
    Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.
    Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?
    Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.
    Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?
    Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.
    Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. Sie hätten ihn gern verhaften lassen; aber sie fürchteten sich vor den Leuten, weil alle ihn für einen Propheten hielten.

    Impuls

    Interessant finde ich besonders das Ende der Erzählung: Jesus verlangt von den Hohenpriestern ein Ende des unendlichen »Wie du mir, so ich dir«, eine Befreiung aus der Wechselwirkung. Für mein Handeln ist nicht mehr maßgeblich, wie die oder der andere mich zuvor behandelt hat, sondern ich habe unabhängig davon dem anderen mit Liebe und Friedfertigkeit, mit Güte und Respekt zu begegnen. Nur das durchbricht den Kreislauf der offenen und der verborgenen Gewalt. An solchen Sätzen scheiden sich vermutlich die Geister – aber an solchen Ecksteinen kommt niemand vorbei.


Gebet

Gott, so stelle ich mir Zukunft vor, dass Menschen heil und friedlich miteinander leben können; sich zumindest mit großer Intensität darum bemühen. Vergangenes ruhen lassen können, neu beginnen, ganz neu. Dafür bitte ich dich um deinen Segen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Dir, unserm Herrn, der alles weiß,
    sei jubelnd Lob und Preis gebracht;
    du siehst des Herzens Innerstes,
    erwärme es mit deiner Gnad'.

    Denn du behütest, guter Hirt,
    das Gute, suchst Verlorenes.
    Auf reicher Weide füg uns einst
    in deine gute Herde ein.

    Nicht zähl’ dein richterlicher Zorn
    uns den verlor’nen Böcken zu;
    lass uns bei dir, dem Richter, sein
    als Schafe auf der ew'gen Weid.

    Dir sei, Erlöser, Herrlichkeit,
    dir Ehre, Macht und Siegespreis,
    denn du regierst und lenkst das All
    durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
    Nach: »Scientiarum Domino« (13.–14. Jh.)

  • PSALM 62

    Verse 2–8

    Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, *
    von ihm kommt mir Hilfe.
    Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg; *
    darum werde ich nicht wanken.
    Wie lange rennt ihr an gegen einen Einzigen, /
    stürmt alle heran wie gegen eine fallende Wand, *
    wie gegen eine Mauer, die einstürzt?
    Ja, sie planen, ihn von seiner Höhe zu stürzen; *
    Lügen ist ihre Lust.
    Sie segnen mit ihrem Mund, *
    doch in ihrem Herzen fluchen sie.
    Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; *
    denn von ihm kommt meine Hoffnung.
    Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg; *
    darum werde ich nicht wanken.
    Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre; *
    Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, in Not und Unglück rufen wir zu dir; denn du bist unser Halt. Hilf uns und lass uns bei dir sein.

  • LESUNG

    Matthäus 21,42a

    Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden?

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unseren Vater, der sich der Armen und Schwachen erbarmt, rufen wir an:
    A: Wir bitten dich, erhöre uns.
    – Für alle Christen, die sich miteinander zum Gebet treffen.
    – Für die Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung.
    – Für Familien, die untereinander zerstritten sind.
    – Für Menschen, deren Leben von Neid bestimmt ist.

  • Vaterunser

    Gott kann das Unheil zum Guten wenden. In dieser Hoffnung beten wir, wie es uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit Träumen von einer besseren Welt.
Segne uns mit Erfahrungen, die uns deinen Willen zeigen.
Segne uns mit der Kraft, uns für dich einzusetzen. Amen.