Heute in Te Deum

Donnerstag · 13. Dezember 2018

Wer Ohren hat, der höre! Matthäus 11,15

Odilia Odilia (um 660–720), Tochter des elsässischen Alemannenherzogs, kam blind auf die Welt und sollte auf Geheiß ihres grausamen Vaters getötet werden. Sie wurde jedoch von der Mutter gerettet und in ein Kloster gegeben. Bei der Taufe empfing das Kind das Augenlicht – ein starkes Bild dafür, dass der Glaube sehend macht.
L: Jes 35, 1–4a.5–6.10; E: Lk 11, 33–36

Luzia Luzia (um 283–304) ist als Märtyrin bezeugt. Über ihr Leben erzählt die Legende, sie habe sich als Jungfrau Christus geweiht und geweigert, den für sie vorgesehenen Bräutigam zu heiraten. Der habe sie daraufhin als Christin angezeigt und so sei sie nach verschiedenen Martern und Wundern hingerichtet worden. Ihre Verehrung, besonders in Italien und Skandinavien, und die große Zahl ihrer Patronate beziehen sich einerseits auf ihren Namen (lux = Licht) und andererseits auf Details der Legenden von ihrem Martyrium.
L: 2 Kor 10, 17 – 11, 2; E: Mt 25, 1–13

Christian Fürchtegott Gellert Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769) war Professor für Dichtkunst, Beredsamkeit und Moral. 1757 erschienen seine »Geistlichen Oden und Lieder«, die bis heute Beachtung finden. Aus seiner Feder stammen: »Dies ist der Tag, den Gott gemacht« (EG 42); »Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken« (EG 91); »Jesus lebt, mit ihm auch ich« (EG 115); »So jemand spricht« (EG 412).

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Das erfragte ich unter den Menschen
    als gewaltigstes Wunder:
    Als Erde nicht war noch hoher Himmel,
    noch Baum noch Berg nicht war,
    noch Sonne nicht schien noch Stern,
    noch Mond nicht leuchtete,
    noch das mächtige Meer,
    als nirgends nichts war aller Enden und Wenden:
    da war der eine allmächtige Gott,
    der Herren mildester;
    bei ihm viele Geister voll Herrlichkeit.
    Doch eher als sie war der heilige Gott.

    Allmächtiger Gott, der du Himmel und Erde geschaffen
    und den Menschen viel Gutes gegeben hast,
    verleihe mir in deiner Huld den rechten Glauben,
    gewähre mir Weisheit und Klugheit und Kraft,
    dem Verderber zu widerstehen,
    das Böse zu meiden
    und deinen Willen zu vollbringen. Amen.
    Wessobrunner Gebet; 8. Jahrhundert

  • PSALM 99

    Der Herr ist König: Es zittern die Völker. *
    Er thront auf den Kerubim: Es wankt die Erde.
    Groß ist der Herr auf Zion, *
    über alle Völker erhaben.
    Preisen sollen sie deinen großen, majestätischen Namen. *
    Denn er ist heilig.
    Stark ist der König, er liebt das Recht. /
    Du hast die Weltordnung fest begründet, *
    hast Recht und Gerechtigkeit in Jakob geschaffen.
    Rühmt den Herrn, unseren Gott; /
    werft euch am Schemel seiner Füße nieder! *
    Denn er ist heilig.
    Mose und Aaron sind unter seinen Priestern, /
    Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen; *
    sie riefen zum Herrn und er hat sie erhört.
    Aus der Wolkensäule sprach er zu ihnen; /
    seine Gebote hielten sie, *
    die Satzung, die er ihnen gab.
    Herr, unser Gott, du hast sie erhört; /
    du warst ihnen ein verzeihender Gott, *
    aber du hast ihre Frevel vergolten.
    Rühmt den Herrn, unsern Gott, /
    werft euch nieder an seinem heiligen Berge! *
    Denn heilig ist der Herr, unser Gott.
    PSALM-GEBET: Gerechter Gott, du bist ein verzeihender Gott. Mach uns bereit, deine Gebote zu halten, und hilf uns, dass wir uns nicht deiner Liebe verweigern.

  • Lesung

    Matthäus 11,7b.11

    In jener Zeit begann Jesus zu der Menge zu reden: Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Herr Jesus Christus, du hast uns Gottes Reich geöffnet. Wir rufen zu dir:
    A: Herr, erbarme dich.
    ¬ Stärke in uns die Hoffnung auf dich auch in den dunklen Stunden.
    ¬ Hilf uns zu erkennen, dass wir unser Heil nicht selber machen können.
    ¬ Mach uns bereit, alles einzusetzen, um das Himmelreich zu gewinnen.

  • Vaterunser

    Gott hat uns als Krone der Schöpfung geschaffen. Zu Größerem hat er uns durch Jesus Christus berufen. Als seine Kinder beten wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Einen Freund, der mir den Spiegel zeiget, / den kleinsten Flecken nicht verschweiget, / mich freundlich warnt, mich herzlich schilt, / wenn ich nicht meine Pflicht erfüllt: / Der ist mein Freund.

    Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769; Angaben zur Person s. o.)


Segen

Gott, gütiger Vater,
der uns zu seinen Kindern berufen hat, segne uns.
Hilf uns zu erkennen,
dass wir von uns aus nichts vorzuweisen haben.
Schenke uns das Vertrauen, alles von dir zu erwarten.
Erwecke in uns die Dankbarkeit,
zur Würde deiner Kinder erwählt zu sein. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, mach dein Wort in unserem Leben stark, damit es reiche Frucht bringt.


  • Lesung

    Jesaja 41,13–20

    Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand ergreift und der zu dir sagt: Fürchte dich nicht, ich werde dir helfen. Fürchte dich nicht, du armer Wurm Jakob, du Würmlein Israel! Ich selber werde dir helfen – Spruch des Herrn. Der Heilige Israels löst dich aus.
    Zu einem Dreschschlitten mache ich dich, zu einem neuen Schlitten mit vielen Schneiden. Berge wirst du dreschen und sie zermalmen und Hügel machst du zu Spreu. Du worfelst sie und es verweht sie der Wind, es zerstreut sie der Sturm. Du aber jubelst über den Herrn, du rühmst dich des Heiligen Israels.
    Die Elenden und Armen suchen Wasser, doch es ist keines da; ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Ich, der Herr, will sie erhören, ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht.
    Auf den kahlen Hügeln lasse ich Ströme hervorbrechen und Quellen inmitten der Täler. Ich mache die Wüste zum Teich und das ausgetrocknete Land zur Oase. In der Wüste pflanze ich Zedern, Akazien, Ölbäume und Myrten. In der Steppe setze ich Zypressen, Platanen und auch Eschen.
    Dann werden alle sehen und erkennen, begreifen und verstehen, dass die Hand des Herrn das alles gemacht hat, dass der Heilige Israels es erschaffen hat.

    Impuls

    Die Welt, in der Jesaja wirkt, ist im Umbruch. Unaufhaltsam dringt die persische Großmacht nach Westen vor und verändert die politische Landschaft von Grund auf. Aus der Sicht des Propheten eröffnen sich durch den neuen starken Mann Kyros auch für Israel positive Perspektiven. Die neue Wendung der Weltgeschichte, davon ist Jesaja überzeugt, geht auf Gott als dem Herrn aller Geschichte zurück. Die Zeichen für Israel stehen also gut. Das will das Heilsorakel in Jes 41,13–20 bildreich zum Ausdruck bringen. Gott macht Israel wieder groß! Ja, es wird sogar in den Stand versetzt, potentiellen Gegnern mit Gewalt zu begegnen. Vor niemandem braucht es sich mehr zu fürchten. Wer in diesem erstarkten Israel nun aber meinen sollte, es könne nach der Maxime: »Israel zuerst!« verfahren, der sieht sich getäuscht. Gott geht es nicht um den Austausch von politischen Mächten, die einfach so weiteragieren, wie man es bisher von ihnen gewohnt war. Ihm geht es darum, dass sich die Menschen neu um IHN scharen. Paradiesische Landschaften will er schaffen, damit die Menschen gut und vor allem friedlich miteinander leben können. Und alle sollen sehen und erkennen, begreifen und verstehen, dass die Hand des Herrn das alles bewirkt hat.

  • Evangelium

    Matthäus 11,7b.11–15

    In jener Zeit begann Jesus zu der Menge zu reden: Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.
    Seit den Tagen Johannes’ des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich.
    Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt. Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll.
    Wer Ohren hat, der höre!

    Impuls

    Die Zeit des anbrechenden Gottesreiches ist eine Zeit der Krise und der Entscheidung. Alles kommt von Gott her auf den Prüfstand. Und alles soll verändert werden. Doch das Beharrungsvermögen alter Instanzen und eingeschliffener Lebensweisen ist stark. Das religiöse, politische und ökonomische Establishment reagiert abwehrend und zunehmend aggressiv. Alle, die sich wie Jesus und Johannes von Gott gesandt wissen, bekommen dies zu spüren. Wer als Künder und Zeuge des Gottesreiches auftritt, der riskiert sein Leben. Das war zu Johannes’ und Jesu Zeiten schon so, das ist es auch heute noch. Was kann man da tun? Sich wegducken, Kompromisse bis zur Unkenntlichkeit eingehen? Jesu und Johannes’ Sache wäre das nicht gewesen, denn sie wussten genau: Zum Gottesreich gibt es im wahrsten Sinne des Wortes keine Alternative, wenn Menschen ein menschenwürdiges Leben führen sollen.


Gebet

Vater, dein Reich stellt uns vor eine Entscheidung: Wollen wir unser Leben mit all den Strukturen, die uns beherrschen, so weiterführen oder wollen wir uns deinem Reich der Freiheit und Liebe anschließen? Schenke uns den Mut, den richtigen Schritt zu tun. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Tauet, Himmel, aus den Höhn,
    tauet den Gerechten;
    was verdorrt ist, blühe auf
    unter seinem Segen.

    Wolken, regnet ihn herab,
    regnet den Ersehnten.
    Öffne, Erde, deinen Schoß,
    spross hervor den Heiland.

    Komm, du Trost der ganzen Welt,
    rette uns vom Tode.
    Komm, aus deiner Herrlichkeit,
    komm, uns zu erlösen.

    Komm, du Sonne voller Glanz,
    komm in unser Dunkel
    und erhelle unsere Nacht,
    Herr, in deinem Lichte.

    Komm, Herr Jesu, komme bald,
    such uns heim in Frieden.
    Mach die ganze Schöpfung neu.
    Komm, o komm, Herr Jesus.
    Johannes Schlick (1970); GL (1975) 104 · KG 313 · EST 319

  • PSALM 107

    Verse 33–38.41–43

    Gott machte Ströme zur dürren Wüste, *
    Oasen zum dürstenden Ödland,
    fruchtbares Land zur salzigen Steppe; *
    denn seine Bewohner waren böse.
    Er machte die Wüste zum Wasserteich, *
    verdorrtes Land zu Oasen.
    Dort siedelte er Hungernde an, *
    sie gründeten wohnliche Städte.
    Sie bestellten Felder, pflanzten Reben *
    und erzielten reiche Ernten.
    Er segnete sie, sodass sie sich gewaltig vermehrten, *
    gab ihnen große Mengen an Vieh.
    Die Armen hob er aus dem Elend empor *
    und vermehrte ihre Sippen, einer Herde gleich.
    Die Redlichen sehn es und freuen sich, *
    doch alle bösen Menschen verstummen.
    Wer ist weise und beachtet das alles, *
    wer begreift die reiche Huld des Herrn?
    PSALM-GEBET: Gnädiger Gott, von dir geht das Wasser des Lebens aus. Heile mit ihm auch unser Leben und mach es fruchtbar.

  • LESUNG

    Jesaja 41,13–14

    Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand ergreift und der zu dir sagt: Fürchte dich nicht, ich werde dir helfen. Fürchte dich nicht, du armer Wurm Jakob, du Würmlein Israel! Ich selber werde dir helfen – Spruch des Herrn. Der Heilige Israels löst dich aus.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Jesus sagte: Wer Ohren hat, der höre!

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unseren Vater, der der Welt seine Herrlichkeit offenbaren will, bitten wir:
    A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
    ¬ Für die Christen in Lateinamerika.
    ¬ Für den Frieden in Afghanistan.
    ¬ Für alle, die sich für den Klimaschutz einsetzen.
    ¬ Für jene, die anderen Menschen Hoffnung und Hilfe geben.

  • Vaterunser

    Gott vertreibt die Furcht und gibt uns neue Kraft. Mit ihm können wir alles bestehen. In diesem Vertrauen beten wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit dem Wasser, das unsere Sünden abwäscht.
Segne uns mit dem Wasser, das die Wüste belebt und blühen lässt.
Segne uns mit dem Wasser des Lebens,
das als Quelle aus dir entspringt. Amen.