Heute in Te Deum

Dienstag · 15. Oktober 2019

Ihr Narren, hat nicht der,
der das Äußere geschaffen hat,
auch das Innere geschaffen?
Lukas 11,40

Theresia von Jesus Theresia von Ávila (1515–1582) wurde in einer Familie geboren, die unter dem Druck der Reconquista, der christlichen Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Muslimen, vom Judentum zum Christentum übergetreten war. Mit 16 Jahren kam sie zur Erziehung in ein Augustinerinnenkloster, wurde aber krank. Während sie zur Genesung bei ihrer Schwester lebte, las sie Briefe des Kirchenvaters Hieronymus. Gegen den Willen ihres Vaters trat sie in den Karmel in Ávila ein. Sie wurde wieder krank bis zu einer todesähnlichen Starre und blieb drei Jahre gelähmt. Nach einer gesundheitlichen Besserung geriet sie in eine tiefe religiöse Krise. Sie fühlte sich zu schlecht für das Beten, das sie als »Verweilen bei einem Freund« verstand; auch empfand sie den Umgang mit Besuchern des Klosters als oberflächlich. Eine tiefe Erfahrung von Liebe vor einer Statue des Schmerzensmannes war für sie befreiend. Bei weiteren mystischen Erfahrungen fand sie in der Begleitung durch verschiedene Beichtväter zunächst Angst, zunehmend aber auch Aufklärung und Hilfe. Sie erhielt die Erlaubnis zu einem noch konsequenteren Leben zusammen mit Gefährtinnen. Daraus entstanden der Ordenzweig der Unbeschuhten Karmelitinnen, deren Ziel ein geschwisterlicher Lebensstil, das Freiwerden vom Ich und die intensive Pflege der Freundschaft mit Gott in großer Demut ist – im Unterschied zum zeitgenössischen Rigorismus, der auf extreme Askese durch Fasten, Selbstgeißelung und totale Abstinenz setzte. Zusammen mit Johannes vom Kreuz als Spiritual ihres Konvents konnte sie ihre Gemeinschaft in diesem Geist erneuern und weitere Klöster gründen.
L: Röm 8,22–27; E: Joh 15,1–8

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Dein bin ich, für Dich geboren,
    sag, was hast Du vor mit mir?

    Du Höchster Gott,
    Ewige Weisheit,
    gültige Güte für mein Herz,
    Gott, Größe, Einssein, Güte,
    sieh das Niedrige,
    das heut Dir Liebe singt.
    Sag, was hast Du vor mit mir?

    Dein bin ich, von Dir geschaffen,
    Dein, weil Du mich erlöst,
    Dein, weil Du mich geduldet hast,
    Dein, weil Du mich gerufen hast,
    Dein, weil Du mich erwartet hast,
    Dein, weil ich nicht verloren ging.
    Sag, was hast Du vor mit mir?

    Da ist mein Herz,
    in Deine Hand gelegt,
    mein Leib, mein Leben,
    meine Seele, mein Gemüt.
    Dir gab ich mich ganz hin,
    mein süßer Freund, meine Zuflucht.
    Sag, was hast Du vor mit mir?

    Schweigen werde ich oder sprechen,
    Früchte tragen oder keine,
    zeig mir die Gesetzestafeln,
    labe mich am Evangelium;
    ob ich froh bin oder leide,
    Dich allein leb ich in mir.
    Sag, was hast Du vor mit mir?

    Dein bin ich, für Dich geboren.
    Sag, was hast Du vor mit mir?
    Teresa von Ávila

  • PSALM 24

    Verse 1–6

    Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, *
    der Erdkreis und seine Bewohner.
    Denn er hat ihn auf Meere gegründet, *
    ihn über Strömen befestigt.
    Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, *
    wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
    Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, *
    der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.
    Er wird Segen empfangen vom Herrn *
    und Heil von Gott, seinem Helfer.
    Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, *
    die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, du rufst uns in die neue Gemeinschaft deines Sohnes. Mach uns bereit, zu dir zu gehen und dich zu suchen.

  • Lesung

    Lukas 11,39–41

    Der Herr sagte zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Gott, unser Vater, der die Herzen kennt, wir bitten dich:
    A: Gott, komm deinem Volk zu Hilfe.
    ¬ Hilf uns, dass wir nie gleichgültig sind gegenüber den Armen.
    ¬ Mach uns bereit, umzukehren und um Vergebung zu bitten.
    ¬ Reinige uns von unseren Fehlern und Sünden.

  • Vaterunser

    Wer nach Gott fragt, fragt nach dem Wesentlichen in seinem Leben und lässt Äußerlichkeiten hinter sich. Wir beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Alle Gottesvorstellungen sagen eher etwas über den Menschen als über Gott aus.

    Thomas Halik (* 1948; tschechischer Soziologe, Theologe und katholischer Priester)


Segen

Gott, reinige uns von allem Bösen.
Mach uns frei von allem, was uns von dir trennt.
Halte fern von uns, was uns verwirrt und ratlos macht.
Segne uns mit deiner Nähe, die uns Kraft zum Guten gibt.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, dein Wort wecke in uns den Glauben, der sich in der Liebe wirksam zeigt.


  • Lesung

    Römer 1,16–25

    Schwestern und Brüder! Ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen. Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart aus Glauben zum Glauben, wie es in der Schrift heißt: Der aus Glauben Gerechte wird leben.
    Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart. Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar.
    Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren. Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen.
    Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, sodass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten. Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers – gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen.

    Impuls

    Seltsam, dass Paulus von Juden und Griechen spricht, wo er doch an Römer schreibt. Offenbar besteht die Gemeinde in Rom nicht in erster Linie aus waschechten Einheimischen, sondern aus Fremden, Zugewanderten, freigelassenen Sklaven. Auch die Namen, die er in seinem Brief erwähnt, lassen diesen Schluss zu. Die ersten römischen Christen gehörten anscheinend nicht zu den etablierten Bürgern, sondern waren Außenseiter. In den Versen davor lobt Paulus ausdrücklich den Glauben der Gemeinde, an die er schreibt, auch wenn er sie nur vom Hörensagen kennen kann. Diaspora kann stark machen, wo der Zusammenhalt groß ist, die Botschaft überzeugt und die Bereitschaft besteht, sich für andere einzusetzen und darin, wenn es sein muss, bis zum Äußersten zu gehen. Gut möglich, dass ein solches Bewusstsein unter denen am stärksten ist, die sich dort, wo sie leben, nicht ganz zu Hause fühlen.

  • Evangelium

    Lukas 11,37–41

    In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.
    Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?
    Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

    Impuls

    Dass Jesus sich vor dem Essen nicht die Hände wäscht, ist ein eklatanter Regelverstoß und im Grunde genommen eine Respektlosigkeit gegenüber seinem Gastgeber. Es muss sich um ein gravierendes Vergehen handeln, auf das Jesus aufmerksam machen will, wenn er die im Orient heilige Gastfreundschaft verletzt und einen, der ihn zum Essen einlädt, auf diese Art brüskiert. »Raubgier und Bosheit« wirft er ihm vor. Wir müssen annehmen, dass seine Vorwürfe nicht grundlos sind. Ansonsten wäre sein Verhalten durch nichts zu rechtfertigen.


Gebet

Herr, du willst nicht, dass wir uns ohne Not über Regeln des Zusammenlebens, des Respekts und der Höflichkeit hinwegsetzen, denn diese sind Ausdruck der Menschenfreundlichkeit. Du allein weißt, wo und wann es geboten sein kann, den Eklat der Konvention vorzuziehen. Schenk uns deinen Geist, der uns »geistesgegenwärtig« das Gebotene erkennen lässt. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Christus, sei unsern Herzen nah,
    die deine große Lieb’ erlöst,
    wir bitten: Unserm Rufen sei
    die Gnad’ der Tränen nicht versagt.

    Vor dich, o Jesus, Gütigster,
    bringen wir gläubig unser Flehn;
    verzeih uns bitte, Christus,
    Herr, das Böse all, das wir getan.

    Des heil’gen Kreuzes Zeichen,
    das geheiligt ist durch deinen Leib,
    beschütze uns, wir bitten dich,
    als deine Kinder überall.

    Dir, Christus, König voller Huld,
    dir, Vater, sei die Herrlichkeit,
    zugleich auch mit dem Tröstergeist
    für alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
    Nach: „Adesto, Christe, cordibus“
    Melodie: GL 704 · KG 679

  • PSALM 112

    Verse 1–9

    Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt *
    und sich herzlich freut an seinen Geboten.
    Seine Nachkommen werden mächtig im Land, *
    das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.
    Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, *
    sein Heil hat Bestand für immer.
    Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: *
    der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.
    Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, *
    der das Seine ordnet, wie es recht ist.
    Niemals gerät er ins Wanken; *
    ewig denkt man an den Gerechten.
    Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung; *
    sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.
    Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; *
    denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.
    Reichlich gibt er den Armen, /
    sein Heil hat Bestand für immer; *
    er ist mächtig und hochgeehrt.
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, mache uns bereit, allen zu helfen, die in Not sind, und lege deinen Segen auf unser Tun.

  • LESUNG

    Römer 1,16

    Schwestern und Brüder! Ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Der Herr denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, unseren Vater, der seine Macht und Weisheit offenbart hat, bitten wir:
    A: Gott, höre auf die Bitten deines Volkes.
    ¬ Für die Professoren und Studenten der Theologie.
    ¬ Für die Verantwortlichen der internationalen Finanzmärkte.
    ¬ Für Pädagogen, die mit gefährdeten Jugendlichen arbeiten.
    ¬ Für alle Menschen, die nach Enttäuschungen einen neuen Anfang suchen.

  • Vaterunser

    Wir sind auf Gott hin geschaffen. Wir ahnen ihn und er schenkt uns in Jesus Christus seine Antwort. So beten wir: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, unser Vater, du hast uns Jesus Christus geschickt
als unseren Retter und Erlöser.
Hilf uns zu erkennen, dass er die Mitte unseres Lebens ist
und sich an ihm alles entscheidet.
Mach uns bereit, uns ihm anzuvertrauen
und von ihm alles zu erwarten.
Lass ihn für uns zum Segen werden,
der unser Leben erleuchtet und vollendet. Amen.