Heute in Te Deum

Sonntag · 24. Januar 2021

3. SONNTAG IM JAHRESKREIS
3. SONNTAG NACH EPIPHANIAS

Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen.
Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Markus 1,15

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Du Licht vom Licht, seit Ewigkeit
    vom Vater anfanglos gezeugt:
    Mit Lobgesängen stehn wir früh
    vor dir, dem jedes Knie sich beugt.

    Herr Jesus Christ, steh du uns bei,
    nimm auf dies flehende Gebet
    für alle Menschen auf dem Weg,
    dein Volk, das dir entgegengeht.

    Erhör uns, Herr, auf deinem Thron,
    vom Vater eingesetzt in Macht;
    im Heilgen Geist sei dir dies Lob
    von Menschenlippen dargebracht. Amen.
    Stundengebet Abtei Kellenried

  • PSALM 63

    Verse 2–9

    Gott, du mein Gott, dich suche ich,
    meine Seele dürstet nach dir.
    Nach dir schmachtet mein Leib *
    wie dürres lechzendes Land ohne Wasser.
    Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *
    um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.
    Denn deine Huld ist besser als das Leben; *
    darum preisen dich meine Lippen.
    Ich will dich rühmen mein Leben lang, *
    in deinem Namen die Hände erheben.
    Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *
    mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.
    Ich denke an dich auf nächtlichem Lager *
    und sinne über dich nach, wenn ich wache.
    Ja, du wurdest meine Hilfe; *
    jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.
    Meine Seele hängt an dir, *
    deine rechte Hand hält mich fest.
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, du hast uns geschaffen und bist das Ziel unserer Sehnsucht. Wecke in uns die Sehnsucht nach dir, damit wir von dir gerufen deine Wege gehen.

  • Lesung

    Markus 1,17

    Jesus sagte zu Andreas und Simon: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Jesus sagte zu Simon und Andreas: Kommt her, folgt mir nach! Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Jesus Christus, der uns in seine Nachfolge ruft, bitten wir:
    A: Herr, stehe uns bei.
    – Mach uns bereit, dir nachzufolgen – sogleich.
    – Hilf uns, unsere persönliche Berufung zu finden.
    – Stärke unseren Glauben an deine frohe Botschaft.

  • Vaterunser

    Gottes Reich ist uns durch Jesus Christus nahegekommen und beginnt schon jetzt in unserem Leben. So beten wir mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Entfällt sonntags.


Segen

Gott, segne die Minuten, Stunden, Tage und Jahre
unseres Lebens.
Fülle sie mit deiner Gegenwart
und mache sie zu Zeiten der Entscheidung.
Lass uns wachsen und reif werden in deiner Liebe,
damit wir reiche Frucht bringen in der Zeit unseres Lebens.
Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, sprich zu uns durch dein Wort.


  • 1. Lesung

    Jona 3,1–5.10°

    Das Wort des HERRN erging an Jona: Mach dich auf den Weg und geh nach Nínive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde! Jona machte sich auf den Weg und ging nach Nínive, wie der HERR es ihm befohlen hatte.
    Nínive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Nínive ist zerstört!
    Und die Leute von Nínive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an.
    Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.

    Impuls

    Jona ist der einzige Prophet des Alten Testamentes, der sich darüber beklagt, dass er Erfolg hat. Er verzweifelt daran, dass die Menschen seine Botschaft annehmen und Gott seine Drohung zurücknimmt. Er verkündet Gottes Wort und sinnt zugleich auf Untergang und Vergeltung. Sein Mund verkündet Wahrheit, sein Herz dagegen ist bitter und kalt. Es gibt auch in unserer Zeit Propheten, die in den Untergang, vor dem sie warnen, regelrecht verliebt zu sein scheinen. Ihre Worte sollen wir hören und erwägen, vor ihrer Haltung moralischer Überlegenheit und ihrem Willen zur Macht sollten wir uns hüten.

  • 2. Lesung

    1 Korinther 7,29–31°

    Ich sage euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher soll, wer eine Frau hat, sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine, wer weint, als weine er nicht, wer sich freut, als freue er sich nicht, wer kauft, als würde er nicht Eigentümer, wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht.

    Impuls

    War für Paulus das Ende der Welt nahe? Hat er für die nächste Zukunft, womöglich für seine eigene Lebenszeit, die Wiederkunft Christi erwartet? Darüber streiten die Theologen. Diese Zeilen legen es nahe. Angesichts dessen, was vor der Tür steht, lohnt es seiner Ansicht nach kaum noch, sich zu freuen und zu verlieben, zu weinen und zu trauern, zu konsumieren oder Geschäfte abzuschließen. Wir können froh sein, dass die Menschheit diese Ratschläge zur umfassenden Abstinenz nicht wörtlich befolgt hat. Die Zeit ist kurz und die Gestalt dieser Welt vergeht. Wie wahr! Aber man kann, dies im Hinterkopf, auch ganz andere Schlüsse daraus ziehen. Carpe diem! Nutze den Tag. »Erfreue dich des Weibes deiner Jugend« (Spr 5,18). Oder wie Paulus selbst an anderer Stelle gesagt hat: »Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden« (Röm 12,15).

  • Evangelium

    Markus 1,14–20°

    Nachdem Johannes der Täufer ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
    Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
    Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

    Impuls

    »Die Zeit ist kurz«, sagt Paulus. »Die Zeit ist erfüllt«, sagt Jesus. Beide verwenden für die Zeit denselben Begriff: Kairos, ein Wort, das den verdichteten Moment bezeichnet, den rechten Augenblick, sich zu entscheiden und zu handeln. Der Kairos ist kein Zeitmaß, das sich mit Uhr oder Kalender messen ließe. In der antiken griechischen Dichtung wird Kairos als Gestalt mit wallendem Stirnhaar und kahlem Hinterkopf dargestellt. Er will beim Schopfe gepackt werden, denn von hinten, wenn er erst einmal vorübergegangen ist, lässt er sich nicht mehr fassen. Ein solches Zeitverständnis erfordert Aufmerksamkeit, Wachheit, geistige Präsenz. Wo sie mit einer liebenden Grundhaltung zusammenfällt, erfahren wir in der Tat Erfüllung und reine Gegenwart in dem, was wir tun. Aber es gibt auch das Gegenteil dieser Präsenz. Die Psychologie kennt das Phänomen der Kairophobie, eine Angststörung, die Menschen entscheidungsunfähig macht und panisch werden lässt gerade vor dem, was ihnen besonders viel bedeutet. Ein Vermeidungsverhalten löst das andere ab, die Zeit verrinnt, leer und gestaltlos, und diese Menschen kommen nie zu dem, was ihnen wichtig ist. Erfüllung und Entleerung, Liebe und Angst, Himmel und Hölle, das sind die Pole, zwischen die schon unser irdisches Leben gespannt ist.


Gebet

Herr, wir kennen nicht Zeit und Stunde, die du uns bestimmt hast. Wir wissen nicht, wie lang unser eigenes Leben, das unserer Gattung und das unseres Planeten währt. Wir wissen nur: Jetzt ist die Zeit, die wir nutzen müssen. Schenke uns deinen Geist und die Weisheit, zur rechten Zeit das rechte Wort zu sagen und zu handeln, wo wir gebraucht werden. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Ob deiner Auferstehung, o Herr,
    frohlocken Himmel und Erde.
    Das All erstrahlt in göttlichem Licht,
    das Paradies hat die Pforten geöffnet.
    Die ganze Schöpfung will dir lobsingen.

    Wir beten dich an und verehren dich,
    denn durch dein Kreuz kam die Freude zu uns.
    Du hast die verderbte Natur geheilt
    zu unvergänglichem Leben.
    Die ganze Schöpfung will dir lobsingen.

    Die Tore des Todes hast du zertrümmert
    und seine ehernen Riegel zermalmt.
    Der Unterwelt hast du die Beute entrissen.
    Heiliger, starker, unsterblicher Gott!
    Die ganze Schöpfung will dir lobsingen.
    Neues Stundenbuch

  • PSALM 89

    Verse 2–9.12–15

    Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, *
    bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.
    Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig; *
    deine Treue steht fest im Himmel.
    »Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten *
    und David, meinem Knecht, geschworen:
    Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand, *
    und von Geschlecht zu Geschlecht
    richte ich deinen Thron auf.«
    Die Himmel preisen, Herr, deine Wunder *
    und die Gemeinde der Heiligen deine Treue.
    Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, *
    wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?
    Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen, *
    für alle rings um ihn her ist er groß und furchtbar.
    Herr, Gott der Heere, wer ist wie du? *
    Mächtig bist du, Herr, und von Treue umgeben.
    Dein ist der Himmel, dein auch die Erde; *
    den Erdkreis und was ihn erfüllt hast du gegründet.
    Nord und Süd hast du geschaffen, *
    Tabor und Hermon jauchzen bei deinem Namen.
    Dein Arm ist voll Kraft, *
    deine Hand ist stark, deine Rechte hoch erhoben.
    Recht und Gerechtigkeit sind die Stützen deines Thrones, *
    Huld und Treue schreiten vor deinem Antlitz her.
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.
    PSALM-GEBET: Treuer Gott, in deinem Sohn hast du deinen Bund mit uns geschlossen. Erweise an uns deine Macht und deine Liebe.

  • LESUNG

    Markus 1,14–15

    Nachdem man Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Meine Seele preist die Größe des Herrn.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott, der in Treue sein Volk führt, bitten wir:
    – Für die Teilnehmer am synodalen Weg und alle, die sich ehrenamtlich in den Kirchen engagieren.
    A: Gott, stehe ihnen bei.
    – Für Frauen und Männer in pädagogischen Berufen, die Kinder und Jugendliche erziehen.
    – Für alle Strafgefangenen und ihre Familien.
    – Für Menschen, die sich nach einer Enttäuschung in ihrem Leben neu orientieren.

  • Vaterunser

    Jesus Christus ist zu Gott heimgekehrt und hat uns den Zugang zum Vater eröffnet. So beten wir, wie er uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, unser Vater, rüttele uns auf, wenn wir deiner vergessen.
Sage uns dein Wort, wenn wir uns vor ihm verschließen.
Gehe uns nach, wenn wir uns von dir abwenden.
Segne uns durch deine Nähe und die Gemeinschaft mit dir.
Amen.