Heute in Te Deum

Dienstag · 2. Juni 2020

Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist
und fragst nach niemand;
denn du siehst nicht auf das Ansehen der Menschen,
sondern du lehrst den Weg Gottes recht.
Markus 12,14b

Marcellinus und Petrus († um 300) sind Märtyrer aus der Diokletianischen Verfolgung. Sie wurden an der Via Labicana bestattet. Einhard, der Biograf Karls des Großen, brachte die Reliquien der beiden römischen Märtyrer um 827 nach Seligenstadt am Main.
L: 2 Kor 6,4–10; E: Joh 17,6a.11b–19

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Du Licht des Himmels, großer Gott,
    der ausgespannt das Sternenzelt
    und der es hält mit starker Hand,
    du sendest Licht in unsre Welt.

    Die Morgenröte zieht herauf
    und überstrahlt das Sternenheer,
    der graue Nebel löst sich auf,
    Tau netzt die Erde segensschwer.

    Das Reich der Schatten weicht zurück,
    das Tageslicht nimmt seinen Lauf
    und strahlend, gleich dem Morgenstern,
    weckt Christus uns vom Schlafe auf.

    Du, Christus, bist der helle Tag,
    das Licht, dem unser Licht entspringt,
    Gott, der mit seiner Allmacht Kraft
    die tote Welt zum Leben bringt.

    Erlöser, der ins Licht uns führt
    und aller Finsternis entreißt,
    dich preisen wir im Morgenlied
    mit Gott dem Vater und dem Geist. Amen.
    Nach »Deus, qui caeli lumen es« (5.–6. Jh.), Stundenbuch

  • PSALM 37

    Verse 1.3–11

    Errege dich nicht über die Bösen, *
    wegen der Übeltäter ereifere dich nicht!
    Vertrau auf den Herrn und tu das Gute, *
    bleib wohnen im Land und bewahre Treue!
    Freu dich innig am Herrn! *
    Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt.
    Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; *
    er wird es fügen.
    Er bringt deine Gerechtigkeit heraus wie das Licht *
    und dein Recht so hell wie den Mittag.
    Sei still vor dem Herrn und harre auf ihn! /
    Erhitze dich nicht über den Mann, dem alles gelingt, *
    den Mann, der auf Ränke sinnt.
    Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; *
    erhitze dich nicht, es führt nur zu Bösem.
    Denn die Bösen werden ausgetilgt; /
    die aber auf den Herrn hoffen, *
    werden das Land besitzen.
    Eine Weile noch und der Frevler ist nicht mehr da; *
    schaust du nach seiner Wohnung – sie ist nicht mehr zu
    finden.
    Doch die Armen werden das Land bekommen, *
    sie werden Glück in Fülle genießen.
    PSALM-GEBET: Gerechter Gott, stärke in uns die Liebe zu deinem Wort, damit wir das Rechte tun und Kraft finden im Leiden.

  • Lesung

    Markus 12,17

    Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Gott, dem die gesamte Schöpfung dient, bitten wir:
    A: Gott, sende uns deinen Geist.
    – Bewahre uns davor, andere gering zu achten oder sie bloßzustellen.
    – Hilf uns zu unterscheiden, was dir gehört und wo wir dir dienen müssen.
    – Mache uns wachsam, dass uns nicht das Streben nach Geld gefangen nimmt.

  • Vaterunser

    Gott hat uns zum Leben bei ihm geschaffen, sein Reich ist unsere wahre Heimat. Mit den Worten Jesu beten wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Von Geld oder Münzen dürfen wir keinen höheren Nutzen haben und erwarten als von Steinen.

    Franz von Assisi (1181–1226; Gründer des Franziskanerordens)


Segen

Gott, segne uns mit einer Heimat,
in der wir in Freiheit leben können.
Segne uns mit einer Ordnung, in der für jeden Platz ist.
Segne uns mit einer Liebe,
die uns auch den Nächsten lieben lässt. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, dein Wort sei unsere Hoffnung und unser Lohn.


  • Lesung

    2 Petrus 3,12–15a.17–18

    Liebe Schwestern und Brüder! Ihr müsst den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen und die Elemente werden im Brand zerschmelzen. Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt.
    Weil ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden. Seid überzeugt, dass die Geduld unseres Herrn eure Rettung ist.
    Ihr aber, liebe Brüder, sollt das im Voraus wissen und Acht geben, dass ihr euch nicht von dem Irrtum der Gottesverächter mitreißen lasst, euren Halt verliert und zu Fall kommt. Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm gebührt die Herrlichkeit, jetzt und bis zum Tag der Ewigkeit. Amen.

    Impuls

    Unsere Worte verhallen niemals vollkommen. Was wir tun, hat Gewicht. Wohin wir uns wenden, bleibt über den Tag hinaus wichtig. Weil Christus lebt, ist niemals vorbei, was wir mit unserem Leben beginnen. Daran haben die Apostel schon die erste Gemeinde erinnert. Der Glaube hat Folgen über den Tag hinaus. Mit unserem Sterben endet er nicht. Unsere Mütter und Väter im Glauben waren mit dem Gedanken vielleicht vertrauter. Sie haben wohl noch wie selbstverständlich mit dem Gedanken gelebt, dass sie sich vor Gott für das verantworten werden, was sie tun. Vielen ist diese Vorstellung heute eher fremd, dabei können wir es heute sogar mit den eigenen Augen sehen, dass unser Tun und Lassen für Gottes Geschöpfe Folgen hat und dass unsere Worte nachwirken. Unser Tun und unser Glauben haben Folgen. Der Apostel erinnert an die Verheißungen und vor allem die Gnade Gottes. Er droht nicht, er lockt. So hat er auch heute noch Chancen, mit seiner Aufforderung gehört zu werden. Lebt so, ruft er uns durch die Jahrhunderte hindurch zu, wie es Christus entspricht. So werden die Folgen eures Tuns, eures Lassens und eurer Worte dem Frieden dienen.

  • Evangelium

    Markus 12,13–17

    In jener Zeit wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken.
    Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?
    Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
    Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
    Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

    Impuls

    Die Erfolgschancen sind in der Regel gut, wenn politische Gegner oder Konkurrenten durch Nachfragen zur Steuer zu Fall gebracht werden sollen. Die Taktik ist so alt wie das Steuerwesen. Es kann also nicht überraschen, wenn sie auch gegen Jesus verfangen soll. Die Problematik war hinreichend kompliziert. Die Wahrscheinlichkeit sprach gegen Jesus. Die Chance, ungestraft davonzukommen, war gering. Einen Mächtigen würde er in jedem Fall gegen sich aufbringen: entweder Gott oder den Kaiser; entweder die Hüter der göttlichen Ordnung oder das Finanzamt; entweder den eigenen Anspruch oder den Anspruch der Allgemeinheit, denn die Mächtigen präsentieren sich als Sprachrohre der Allgemeinheit. Gegen jede Wahrscheinlichkeit scheitern jedoch die Gegner Jesu. Rückblickend überrascht das zwar niemanden. Jesus lässt sich eben nicht austricksen. Doch so selbstverständlich war Jesu Sieg nicht. Er gelang nur, weil er die hinter jeder Steuerdebatte stehende Frage aufgeworfen hat: Wem gehören wir im Leben und Sterben? Dem Kaiser, der Regierung, dem Finanzamt? Wer bestimmt unser Wollen und Vollbringen? Die Gesetze des Marktes oder das höchste Gebot? Nur scheinbar lautet die Antwort Jesu: Wir gehören dem Kaiser und Finanzamt. Tatsächlich gibt er uns zu verstehen, dass wir Gott gehören. Unser Wollen und Vollbringen sollen sich an der Liebe zu Gott und zu unseren Nächsten ausrichten.


Gebet

Guter Gott, atme mit uns. Gehe mit uns. Mische dich in unser Tun. Sprich in unsere Worte hinein. Forme uns. Verwandle durch deine Gegenwart diese Welt und wir werden mit allen deinen Geschöpfen voller Glück sein. Dir gehören wir. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    Gott, deine Güte reicht so weit,
    so weit die Wolken gehen;
    du krönst uns mit Barmherzigkeit
    und eilst, uns beizustehen.
    Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort,
    vernimm mein Fleh’n, merk auf mein Wort,
    denn ich will vor dir beten.

    Ich bitte nicht um Überfluss
    und Schätze dieser Erden;
    lass mir, so viel ich haben muss,
    nach deiner Gnade werden!
    Gib mir nur Weisheit und Verstand,
    dich, Gott, und den, den du gesandt,
    und mich selbst zu erkennen!
    Christian F. Gellert (1757); EST 626 · CG 892

  • PSALM 62

    Verse 8–13

    Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre; *
    Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht.
    Vertrau ihm, Volk Gottes, zu jeder Zeit! /
    Schüttet euer Herz vor ihm aus! *
    Denn Gott ist unsere Zuflucht.
    Nur ein Hauch sind die Menschen, *
    die Leute nur Lug und Trug.
    Auf der Waage schnellen sie empor, *
    leichter als ein Hauch sind sie alle.
    Vertraut nicht auf Gewalt, *
    verlasst euch nicht auf Raub!
    Wenn der Reichtum auch wächst, *
    so verliert doch nicht euer Herz an ihn!
    Eines hat Gott gesagt, *
    zweierlei habe ich gehört:
    Bei Gott ist die Macht; *
    Herr, bei dir ist die Huld.
    Denn du wirst jedem vergelten, *
    wie es seine Taten verdienen.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, du bist unser Lohn und unsere Hoffnung. Hilf uns, dass wir auf nichts anderes vertrauen.

  • LESUNG

    2 Petrus 3,12–13

    Liebe Schwestern und Brüder! Ihr müsst den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen und die Elemente werden im Brand zerschmelzen. Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Die Pharisäer waren sehr erstaunt über Jesus.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Zu Gott, unserem Vater, der uns sein Erbarmen zeigt, rufen wir:
    A: Wir bitten dich, erhöre uns.
    – Für die Kirche in unserem Land bei der Verkündigung des Evangeliums.
    – Für die Politiker mit einer internationalen Friedensmission.
    – Für Eintracht, Liebe und Respekt unter den Generationen in unseren Familien.
    – Für alle Menschen, die viel Leid und Sorge erfahren.

  • Vaterunser

    Von Gott kommt alles Gute und alles Gute findet bei ihm seine Vollendung. Wir setzen auf ihn unsere Hoffnung und beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit der Hoffnung,
die uns nicht zuschanden werden lässt.
Segne uns mit der Liebe, die uns alles ertragen lässt.
Segne uns mit dem Glauben, der alles von dir erwartet. Amen.