Heute in Te Deum

Donnerstag · 2. April 2020

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Wer mein Wort hält,
der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit.
Johannes 8,51

Franz von Páola (1416–1502) wurde von Franziskanern unterrichtet und zog sich schon als Jugendlicher zu einem asketischen Leben in eine einsame Gegend Kalabriens zurück. Seine Frömmigkeit faszinierte andere junge Männer, sodass um ihn eine kleine geistliche Gemeinschaft entstand, die zusammen mit ihm ein erstes Kloster in Cosenza gründete. Aus ihr entwickelte sich der Orden der »Minimen« – »Mindesten Brüder«, auch »Paulaner« genannt –, die nach franziskanischen Regeln, aber noch strenger asketisch lebten. Sie gelobten strenges Fasten, vegane Ernährung und regelmäßige Bußübungen. Franz selbst galt als heiligmäßig; ihm wurden Wunder zugeschrieben. Der französische König Ludwig XI. ließ ihn durch Papst Sixtus IV. an sein Krankenbett rufen und behielt ihn dann als Ratgeber in seiner Nähe.
L: Phil 3,8–14; E: Lk 12,32–34

Friedrich von Bodelschwingh d. Ältere (1831–1910) – der berühmte Pionier sozialer Fürsorge – verstarb am 2. April 1910. Sein Name steht für diakonisches Engagement und christlich motiviertes Unternehmertum im Dienst für Arme, Kranke und Schwache. »Neue große Nöte bedürfen neuer, mutiger Gedanken«, war sein Lebensmotto. Unter seiner Leitung wuchsen die nach ihm benannten v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld zu einem der größten diakonischen Unternehmen Europas.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • Hymnus

    Gott rufet noch. Sollt ich nicht endlich hören?
    Wie lass ich mich bezaubern und betören!
    Die kurze Freud, die kurze Zeit vergeht
    und meine Seel noch so gefährlich steht.

    Gott rufet noch. Sollt ich nicht endlich kommen?
    Ich hab so lang die treue Stimm vernommen.
    Ich wusst es wohl: Ich war nicht, wie ich sollt.
    Er winkte mir, ich habe nicht gewollt.

    Gott rufet noch. Wie, dass ich mich nicht gebe!
    Ich fürcht sein Joch und doch in Banden lebe.
    Ich halte Gott und meine Seele auf.
    Er ziehet mich; mein armes Herze, lauf!

    Gib dich, mein Herz, gib dich nun ganz gefangen.
    Wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen?
    Lass los, lass los; brich alle Band entzwei!
    Dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei.

    Ich folge Gott, ich will ihm ganz genügen.
    Die Gnade soll im Herzen endlich siegen.
    Ich gebe mich; Gott soll hinfort allein
    und unbedingt mein Herr und Meister sein.
    Gerhard Tersteegen (1735); EG 392

  • PSALM 9

    Verse 14–21

    Sei mir gnädig in meiner Not; *
    Herr, sieh doch, wie sie mich hassen!
    Führ mich herauf von den Pforten des Todes, /
    damit ich all deinen Ruhm verkünde in den Toren
    von Zion *
    und frohlocke, weil du mir hilfst.
    Völker versanken in der Grube, die sie selber gegraben; *
    im Netz, das sie heimlich gelegt, hat ihr Fuß sich verfangen.
    Kundgetan hat sich der Herr: /
    Er hielt sein Gericht; *
    im eigenen Werk hat sich der Frevler verstrickt.
    Hinabfahren müssen die Frevler zum Totenreich, *
    alle Heiden, die Gott vergessen.
    Doch der Arme ist nicht auf ewig vergessen, *
    des Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren.
    Erheb dich, Herr, damit nicht der Mensch triumphiert, *
    damit die Völker gerichtet werden vor deinem Angesicht.
    Wirf Schrecken auf sie, o Herr! /
    Erkennen sollen die Völker: *
    Sie sind nur Menschen.
    PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, wer dir fern ist, geht zugrunde. Schenk uns deinen Geist, der uns neu macht und in dein Reich führt, wo wir ewiges Leben empfangen.

  • Lesung

    Johannes 8,54–55

    Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.

    Benedictus öffnen...

    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Gott, unseren Vater, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, bitten wir:
    A: Gott, komm deinem Volk zu Hilfe.
    – Mach uns bereit, dir mehr zuzutrauen, als wir uns vorstellen können.
    – Gib uns die Kraft, trotz aller Widerstände immer an dir festzuhalten.
    – Schenke uns das neue und ewige Leben bei dir.

  • Vaterunser

    Gott hat uns von Ewigkeit her geliebt und dazu bestimmt, seine Kinder zu werden. Wir beten, wie uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Die wirklichen Vertrauenskünstler in der Arena Gottes, die großen Heiligen, waren Menschen, die wagemutig Neues riskiert und initiiert haben.

    Helmut Schlegel (* 1943; deutscher Franziskaner, Meditationslehrer und Autor)


Segen

Gott, segne uns mit der Freude, dich zu kennen.
Segne uns mit dem Dank für das, was du an uns wirkst.
Segne uns mit dem Lob, das dir allein zukommt. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, dein Wort mache uns zu deinen Kindern, die dir gehören.


  • Lesung

    Genesis 17,1a.3–9

    In jenen Tagen erschien der Herr dem Abram. Abram fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach: Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern. Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham – Vater der Menge – wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt. Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen; Könige werden von dir abstammen.
    Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein. Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu Eigen und ich will ihnen Gott sein.
    Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.

    Impuls

    Abraham ist das Bindeglied zwischen den drei großen Religionen Judentum, Islam und Christentum. Von Abrahams Sohn Ismael soll Mohammed, der Begründer des Islam, abstammen; sein Sohn Isaak ist der Begründer der 12 Stämme Israels und damit des Judentums. Aus diesem wiederum ging Jesus hervor, auf den sich das Christentum zurückführt. Abraham zeichnet sein großes Gottvertrauen aus. Zunächst Anhänger des Mondgottes Sin, wendet er sich Jahwe zu – nachdem dieser ihm persönlich begegnet ist. In Abraham ist unwiderruflich der Bund geschlossen worden zwischen Gott und Mensch. Auch wenn dieser Bund in Christus erneuert wurde, so hat Gott doch den »Alten Bund« nie gekündigt. Der verstorbene Professor für Altes Testament, Erich Zenger, hat genau deshalb den Begriff »Erstes Testament « und »Zweites Testament« für Altes und Neues Testament eingeführt. »Alt« weckt die Assoziation, das sei etwas Vergangenes und Überholtes. Gott aber bleibt treu – auch im Ersten Bund mit dem Volk Israel. Das Entscheidende ist die immer wieder neu gelebte und vollzogene Zuwendung zu Jahwe, die Erinnerung an seinen Bund mit den Menschen und die Treue zu seinen Weisungen im Alltag.

  • Evangelium

    Johannes 8,51–59

    In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.
    Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?
    Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.
    Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.
    Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.
    Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

    Impuls

    In seiner ganzen Verkündigung war es Jesus immer wichtig, auf Gott, den er Vater nannte, Bezug zu nehmen. Nie ging es ihm um das eigene Ansehen und darum, dass ihn die Menschen ehrten und bejubelten. Dieser Gott, dessen Sohn Jesus ist, ist größer als alles. Er ist größer als Abraham und er ist ewig. Es wäre Hochmut, wenn man versuchen würde, diesen Gott, der über menschliches Denken und Fühlen hinausgeht, in seiner Gänze zu erfassen. Manchmal aber geschieht es, dass ein Mensch eine Ahnung der Ewigkeit bekommt und eine Ahnung der göttlichen Gegenwart. Jesus als Sohn Gottes war vor Abraham bei Gott und wer ihm begegnet, begegnet Gott und seiner göttlichen Kraft und Liebe. Und der Kraft seiner Auferstehung. Es ist und bleibt die Entscheidung jedes Einzelnen: Ist der Glaube an Jesus Christus als Gottes Sohn eine Gotteslästerung, weil es im Denken vieler Juden unmöglich war, dass Gott sich in einem Menschen offenbart, oder ist Jesus Christus der menschgewordene Sohn Gottes, der den Tod besiegt hat, und der, der mit Gott auf ewig sein wird?


Gebet

Gott, eine lange Geschichte verbindet dich mit deinen Menschen. Abraham hast du zum Stammvater des monotheistischen Glaubens berufen. Mit ihm erkennen wir dich als den einen Gott der Juden, Muslime und Christen. Deshalb lass uns miteinander einen Weg der Geschwisterlichkeit gehen, mit allen Religionen den Frieden suchen und in deinem Sohn Jesus Christus einen Lehrer der bedingungslosen Liebe zu allen Menschen erkennen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)


  • HYMNUS

    In Not und Tod gefangen,
    wir rufen, Herr, zu dir;
    lass uns Gehör erlangen,
    schließ auf dein’s Herzens Tür.

    Dein Kreuz, das du getragen
    und das dich trug im Tod,
    lass, Herr, die Arme schlagen
    auch über unsre Not!

    Herr, lass uns auferstehen,
    wie du erstanden bist,
    den Himmel wieder sehen,
    der deine Gnade ist!

    Dein Reich, o Herr, wird kommen,
    wenn diese Welt vergeht
    und wenn das Heil der Frommen,
    dein Kreuz, am Himmel steht.
    Quelle unbekannt

  • PSALM 49

    Verse 13–16

    Der Mensch bleibt nicht in seiner Pracht; *
    er gleicht dem Vieh, das verstummt.
    So geht es denen, die auf sich selbst vertrauen, /
    und so ist das Ende derer, *
    die sich in großen Worten gefallen.
    Der Tod führt sie auf seine Weide wie Schafe, *
    sie stürzen hinab zur Unterwelt.
    Geradewegs sinken sie hinab in das Grab; /
    ihre Gestalt zerfällt, *
    die Unterwelt wird ihre Wohnstatt.
    Doch Gott wird mich loskaufen aus dem Reich des Todes, *
    ja, er nimmt mich auf.
    PSALM-GEBET: Ewiger Gott, bei dir finden wir das Leben. Hilf uns, dass wir nicht von Besitz und Macht, sondern von dir alles erwarten.

  • LESUNG

    Genesis 17,3b.7.9b

    Gott redete mit Abraham und sprach: Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein. Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.

    Magnifikat öffnen...

    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Zu Gott, unserem Vater, der einen ewigen Bund mit uns schließt, beten wir:
    A: Erhöre die Bitten deines Volkes.
    – Für die Lehrer und Schüler an kirchlichen Schulen.
    – Für alle Menschen, die als Fremde in unserem Land wohnen.
    – Für die Strafgefangenen in den Gefängnissen unseres Landes.
    – Für alle Menschen, die sich auf den Tod vorbereiten.

  • Vaterunser

    Gott hat uns berufen, in den Bund mit ihm einzutreten. Wir wollen an ihm festhalten und das Gebet Jesu beten: Vater unser im Himmel …


Segen

Allmächtiger Gott, segne uns.
Reihe uns ein in die Geschichte der Mütter und Väter unseres
Glaubens.
Lass uns teilhaben an den Verheißungen des Ersten Bundes.
Mache uns zu Glaubenszeugen für heute und für die kommenden
Generationen. Amen.