Freitag · 16. Januar 2026
Als nun Jesus ihren Glauben sah,
sprach er zu dem Gelähmten:
Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.
Markus 2,5
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
Der du die Welt in Händen hältst,
mit Weisheit lenkst der Zeiten Lauf,
der du dem Morgen Glanz verleihst,
des Mittags Höhe führst herauf.
Nimm fort, Herr, allen bösen Sinn,
der deines Tages Glanz uns trübt;
schenk Frieden der zerstrittnen Welt,
lösch aus den Hass, der uns entzweit.
Erhöre, Vater, dies Gebet
und nimm uns an durch deinen Sohn;
mit ihm und mit dem Heilgen Geist
lenkst du die Welt in Ewigkeit. Amen.
Monastisches Stundengebet -
PSALM 121
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: *
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, *
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er lässt deinen Fuß nicht wanken; *
er, der dich behütet, schläft nicht.
Nein, der Hüter Israels *
schläft und schlummert nicht.
Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten; *
er steht dir zur Seite.
Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden *
noch der Mond in der Nacht.
Der Herr behüte dich vor allem Bösen, *
er behüte dein Leben.
Der Herr behüte dich,
wenn du fortgehst und wiederkommst, *
von nun an bis in Ewigkeit.
PSALM-GEBET: Gott, du unser Helfer, zu dir können wir voll Vertrauen unsere Augen erheben. Du richtest uns auf. Nimm unsere Last von uns ab, damit wir aufrecht vor dir stehen können. -
Lesung
Markus 2,9–12a
Jesus sagte zu den Schriftgelehrten: Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Jesus sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Herr Jesus Christus, dich hat der Vater erhöht. Zu dir bringen wir unsere Bitten:
A: Herr, sei uns gnädig.
– Vergib uns Schuld und Versagen, die uns lähmen und niederdrücken.
– Richte uns auf, damit wir Kraft für unser Leben haben.
– Zeige uns Möglichkeiten, anderen den Weg zu dir zu erschließen. -
Vaterunser
Gott richtet uns auf, damit wir auf ihn schauen und zu ihm kommen können. Wir beten, wie uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
-
Ora et labora
Ich habe glückliche Menschen im Rollstuhl getroffen und Unglückliche, die sich jeden Wunsch erlauben konnten.
Willigis Jäger (1925–2020; Benediktinermönch und Zen-Meister)
Segen
Gott, unser Vater, der uns als seine Kinder liebt, segne uns.
Er richte uns auf, wenn wir am Ende sind und darniederliegen.
Er schenke uns Gemeinschaft mit ihm und den Menschen,
wenn wir isoliert und ausgegrenzt sind.
Er öffne vor uns den Weg, damit wir unser Leben
an seinem heiligen Willen ausrichten. Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Allmächtiger Gott, dein Wort lehre uns, allein dir zu vertrauen und zu dienen.
-
Lesung
1 Samuel 8,4–7.10–22a°
In jenen Tagen versammelten sich alle Ältesten Israels und gingen zu Sámuel nach Rama. Sie sagten zu ihm: Du bist nun alt und deine Söhne gehen nicht auf deinen Wegen. Darum setze jetzt einen König bei uns ein, der uns regieren soll, wie es bei allen Völkern der Fall ist!
Aber Sámuel missfiel es, dass sie sagten: Gib uns einen König, der uns regieren soll! Sámuel betete deshalb zum HERRN und der HERR sagte zu Sámuel: Hör auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein.
Sámuel teilte dem Volk, das einen König von ihm verlangte, alle Worte des HERRN mit. Er sagte: Das werden die Rechte des Königs sein, der über euch herrschen wird: Er wird eure Söhne holen und sie für sich bei seinen Wagen und seinen Pferden verwenden und sie werden vor seinem Wagen herlaufen. Er wird sie zu Obersten über Tausend und zu Führern über Fünfzig machen. Sie müssen sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen. Sie müssen seine Kriegsgeräte und die Ausrüstung seiner Streitwagen anfertigen.
Eure Töchter wird er holen, damit sie ihm Salben zubereiten und kochen und backen.
Eure besten Felder, Weinberge und Ölbäume wird er euch wegnehmen und seinen Beamten geben. Von euren Äckern und euren Weinbergen wird er den Zehnten erheben und ihn seinen Höflingen und Beamten geben. Eure Knechte und Mägde, eure besten jungen Leute und eure Esel wird er holen und für sich arbeiten lassen. Von euren Schafherden wird er den Zehnten erheben. Ihr selber werdet seine Sklaven sein.
An jenem Tag werdet ihr wegen des Königs, den ihr euch erwählt habt, um Hilfe schreien, aber der HERR wird euch an jenem Tag nicht antworten.
Doch das Volk wollte nicht auf Sámuel hören, sondern sagte: Nein, ein König soll über uns herrschen. Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein. Unser König soll uns Recht sprechen, er soll vor uns herziehen und soll unsere Kriege führen.
Sámuel hörte alles an, was das Volk sagte, und trug es dem HERRN vor. Und der HERR sagte zu Sámuel: Hör auf ihre Stimme und setz ihnen einen König ein!Impuls
Es ist so menschlich, so sein zu wollen wie die anderen. Ratsam ist es nicht immer. Es kann sogar unheilvolle Folgen haben, wenn man sein Handeln an dem ausrichtet, was andere machen. Dies gilt auch für das Volk Israel. Der Wunsch, einen König zu haben, hat jedenfalls nicht nur gute Konsequenzen. Das Argument der Befürworter lautet: Andere Völker haben doch auch einen König. Leider verhalten sich einige der späteren Könige Israels genauso, wie sich auch sonst Könige oft verhalten. Sie denken mehr an den eigenen Machterhalt und die eigene Bereicherung als an die Nöte der Menschen. Und genauso kommt es: Königliche Steuerlasten und erzwungene Militärdienste lasten später schwer auf der Bevölkerung Israels. Engagiert warnt der Prophet Samuel sein Volk vor den Gefahren des Königtums. Gott sollte der einzige König des Volkes bleiben. Damit kann die Herrschaft von Menschen über Menschen vermieden werden. Doch Samuel findet kein Gehör. Der Wunsch, wie die anderen zu sein, fegt alle Bedenken hinweg. Gott sagt zu Samuel: Dann lass sie mal machen. Die Chance ist vertan, einen anderen Weg als die Völker zu gehen. Ob ein eigener Weg je realistisch gewesen wäre, steht auf einem anderen Blatt. Aber Dinge nur deshalb zu tun, weil andere sie auch machen, ist selten ein überzeugendes Argument.
-
Evangelium
Markus 2,1–12°
Als Jesus wieder nach Kafárnaum hineinging, wurde bekannt, dass er im Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.
Da brachte man einen Gelähmten zu ihm, von vier Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Liege durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten in ihrem Herzen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Liege und geh umher?
Damit ihr aber erkennt, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben – sagte er zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause!
Er stand sofort auf, nahm seine Liege und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle in Staunen; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.Impuls
Menschen können viel erreichen, wenn sie wissen, was sie wollen. Sie können noch mehr erreichen, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen. So wie diese Männer, die auf ein Dach steigen und es kurzerhand abdecken. Auch wenn die damals üblichen einfachen Flachdächer nicht mit unseren Dächern zu vergleichen sind, bleibt der Einsatz der Männer für diesen hilflosen Menschen überaus bewundernswert. Die Männer sehen, wie ohnmächtig der Gelähmte ist. Ganz anders die Menschenmenge. Sie hat nur Augen für Jesus, aber keinen Blick für den, der es aus eigener Kraft nicht schaffen wird. Man kann dem Einzelnen in dieser Menge wahrscheinlich noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Der Einzelne hat sicher keine böse Absicht. Eine anonyme Masse von Menschen hat einfach eine eigene Dynamik. Im Hype um Jesus putschen sich die Menschen gegenseitig hoch. Dadurch entsteht eine paradoxe Situation: Weil sie nur auf Jesus fixiert sind, verlieren die Menschen den Gelähmten aus den Augen. Eine übertriebene Jesusfixierung kann dazu führen, dass ein Mensch in Not aus dem Blick gerät. Wahrlich etwas, was nicht im Sinne Jesu sein kann.
Gebet
Barmherziger Gott, deine Liebe und Fürsorge zeigt sich besonders bei Menschen, die körperlich oder seelisch gelähmt sind. Stärke in uns die Fähigkeit, uns vom Leid anderer berühren zu lassen. Sei du unsere Stärke und Freude. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
-
HYMNUS
Dreifaltigkeit, dreiein’ger Gott,
du Licht voll Glut und Seligkeit:
Nun, da der Sonnenball versinkt,
geh du in unsrem Herzen auf.
Dich preist am Morgen unser Lied,
dich rufen wir am Abend an,
zu dir erhebt sich unser Herz
an jedem Tag, den du uns schenkst.
Du ew’ger Vater, du Gott Sohn,
du, beider Odem, Heil’ger Geist:
Erhöre gütig unser Flehn,
allmächtige Dreifaltigkeit. Amen.
Nach »O Lux, beata Trinitas« (7./8. Jh.), Stundenbuch -
PSALM 145
Verse 13b–21
Der Herr ist treu in all seinen Worten, *
voll Huld in all seinen Taten.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
und richtet alle Gebeugten auf.
Aller Augen warten auf dich *
und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.
Du öffnest deine Hand *
und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.
Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, *
voll Huld in all seinen Werken.
Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, *
allen, die zu ihm aufrichtig rufen.
Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er, *
er hört ihr Schreien und rettet sie.
Alle, die ihn lieben, behütet der Herr, *
doch alle Frevler vernichtet er.
Mein Mund verkünde das Lob des Herrn. *
Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen
immer und ewig!
PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, richte uns auf, wenn wir fallen. Hab Geduld mit uns und hilf, dass wir zu dir umkehren. -
LESUNG
1 Samuel 8,7
Der Herr sagte zu Samuel: Hör auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen. Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein.
-
Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Jesus, dein Wort hat heilende Kraft. Wir vertrauen darauf und bitten dich:
V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
– Für die sichtbar gelebte Einheit aller Christen im Sakrament der Taufe.
– Für Frauen und Männer, die ehrenamtlich Zeit und Kraft verschenken.
– Für alle, die ein Leben lang unter einer Behinderung leiden.
– Für Menschen aus unserem Lebensumfeld, die auf unser Gebet vertrauen. -
Vaterunser
Als von Gott Gerufene wollen wir ihm antworten. Wir tun das mit dem Gebet, das uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott segne den Beginn am Morgen.
Er segne unsere Arbeit und Mühe am Tag.
Er segne die Ruhe am Abend.
Er leite alles so, dass es zu seiner Ehre
und dem Heil der Menschen dient. Amen.