Geologie

Der Laacher See ist das Zentrum des jungen Vulkangebietes der Osteifel. Dieses quartäre Vulkanfeld erstreckt sich mit etwa 10 Kilometern Radius rund um den Laacher See. Der Rhein ist dabei eine natürliche Grenze.

In diesem Gebiet zählt man mehr als 120 Ausbruchspunkte. Dabei sind knapp sechzig deutliche Vulkanberge entstanden, die z. T. von mehreren Schloten aus aufgebaut wurden. Die meisten sind basaltische Schlackenkegel, sieben bestehen aus Phonolith.

Vor ca. 13.000 Jahren war der Laacher Vulkan aktiv. Über drei aufeinander folgende Phasen kam es so zur bislang größten Vulkankatastrophe auf europäischem Boden, bei der die Ausbrüche Explosionen mit einer Sprengkraft von rund 500 Hiroshima-Bomben entfalteten.

Aufdringendes Magma traf in ca. 100 Metern Tiefe auf Grundwasser und löste eine so genannte Wasserdampfexplosion aus. Wäre diesem Ausbruch keine weitere gefolgt, hätte sich wohl ein Maar gebildet.

Doch es schloss sich unverzüglich eine „plinianische“ Eruptionsphase an, das ist eine Aktivität vom Typ Vesuv. Hierbei schießen unter hohem Druck gasreiche Laven mehrere zehntausend Meter hoch, werden von den ausbrechenden Gasen zerfetzt und bilden Aschensäulen, deren Produkte in großen Höhen jeweils in Windrichtung verdriftet werden. Aschen vom Laacher See findet man so in zwei „Fächern“ bis nach Südskandinavien und Norditalien.
Kommt es bei einem solchen Ausbruch zu Unterbrechungen, stürzen die gewaltigen Säulen in sich zusammen und es bilden sich heiße Glutwolken (pyroklastische Ströme), die mit großen Geschwindigkeiten durch die nahen Täler rasen und diese verfüllen. So geschah es bei den Laacher Aktivitäten in Richtung Brohltal und in die Pellenz.
Die erkalteten vulkanischen Produkte der Glutströme wurden und werden noch heute im Brohltal und in der Pellenz (Meurin) abgebaut. Man spricht hierbei von Trass. Bei den Römern war er überwiegend Baustein, wurde aber auch, wie bis heute, fein gemahlen, zu einem wichtigen Bestandteil von wasserfestem Mörtel.

An diese zweite aktive Phase schloss sich abschließend noch eine weitere, jedoch nur kurze explosive Wasserdampfphase an, bei der gewaltige Basaltblöcke aus den älteren den See umgebenden Vulkanbauten herausgesprengt wurden. In den Laacher Bims-Ablagerungen über dem Wingertsbergvulkan wurden gewaltige Basaltblöcke aus dieser explosiven Endphase freigelegt.

Sprach man bei der Dauer der Laacher Vulkanaktivitäten anfangs von wenigen Tagen, so waren es später Wochen und heute schließen die Wissenschaftler ein halbes Jahr und länger nicht mehr aus.
Die von SW nach NO gestreckte Form des Sees ist darauf zurückzuführen, dass bei der „plinianischen“ Hauptphase die nach und nach aktiven Schlote nach NO „wanderten“.
Nachdem sich die Magmenkammer umfassend entleert hatte, brach darüber das Dach des Grundgebirges, in unserem Fall das devonische Sedimentgestein, ein und es formte sich ein Einbruchskessel, den der Fachkundige Caldera (spanisch: Kesselchen) nennt.
Dieser Kessel füllte sich mit der Zeit mit Wasser. Heute misst der See an seiner tiefsten Stelle 53 Meter. Er wird hauptsächlich von Grundwasser gespeist und besitzt keinen natürlichen Abfluss.

Zweimal wurde der Seespiegel durch Stollengrabungen abgesenkt, jeweils um ca. 5 Meter. Wollte man um 1200, Amtszeit des zweiten Abtes Fulbert, die Hochwassergefahr für das Kloster bannen, so ging es Mitte des 19. Jh. unter dem preußischen Regierungspräsident und Eigentümer des Klostergutes Daniel Heinrich Delius um die Vergrößerung der Nutzflächen um den See.

Am Ostufer des Sees treten über die Wasseroberfläche ständig Kohlendioxide als so genannte CO2-Exhalationen aus. Fachlich bezeichnet man diese als Mofetten.
Sieht man diese Austritte im Wasser, so erkennt man sie, nicht aber am Waldboden, über den sie ebenfalls austreten. Entdecken kann man diese Stellen an Land durch das Auftreten so genannter „mofettophiler“ Pflanzen, wie der Sumpfsegge am östlichen Uferweg.

Bewertet eine Gruppe der Fachleute die Mofetten als Ankündigung baldiger neuer Lacher Vulkanaktivitäten, so sprechen andere Wissenschaftler vom „kalten Atem“ des „ersterbenden Vulkans“.

Regelmäßig werden seit einigen Jahrzehnten die Ausgasungen im See gemessen und bewertet. Zurzeit und in naher Zukunft dürfte keine Gefahr vom Laacher Vulkan ausgehen, der Laacher Vulkan „schläft“.