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Heute in Te Deum

Mittwoch · 22. Mai 2013

Wer nicht gegen uns ist,
der ist für uns.

Markus 9,40

Rita von Cascia
Rita, um 1370 bei Cascia in Umbrien geboren, wurde durch ihre Eltern zur Ehe gezwungen. Nach der Ermordung ihres Gatten und dem Tod ihrer beiden Söhne trat sie im Alter von 33 Jahren in das Augustinerinnen-Kloster ihrer Heimatstadt ein. Selbstlose Nächstenliebe und Herzensgüte verband sich bei ihr mit einer Liebe von mystischer Tiefe zum leidenden Jesus. 1432 empfing sie das Stigma der Dornenwunde an ihrer Stirn. 1900 heilig gesprochen, wird sie vor allem in Südamerika und auf den Philippinen verehrt als »Helferin in aussichtslosen Nöten«.
»Die Heiligkeit des Menschen besteht ganz und gar in der Liebe zu Jesus Christus, unserem höchsten Gut, unserem Erlöser. Wer ihn liebt, sagt Jesus Christus selbst, ist der Liebe des Vaters gewiss. Der hl. Franz von Sales sagt: ›Manche sehen die Vollkommenheit in einem strengen Leben, andere im Beten, im häufigen Empfang der Sakramente oder im Almosengeben. Doch sie täuschen sich. Die Vollkommenheit besteht darin, Gott aus ganzem Herzen zu lieben‹« (Alfons von Liguori).
L: 1 Kor 1,26–31; E: Lk 9,52–57

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

O komm, du Tröster, Heil’ger Geist!
Du Hauch, der neues Leben zeugt,
du Licht, das jede Nacht erhellt,
ergieße dich in unser Herz!

Erfülle uns mit deiner Kraft!
Belebe, was erstorben ist!
Komm, atme in uns, treibe uns,
denn nichts gelingt uns ohne dich.

Erhöre, Vater, dies Gebet
und nimm uns an durch deinen Sohn;
mit ihm und mit dem Heil’gen Geist
lenkst du die Welt in Ewigkeit. Amen.
Stundengebet Abtei Kellenried

PSALM 87

Verse 2–7

Der Herr liebt Zion, seine Gründung auf heiligen Bergen; *
mehr als all seine Stätten in Jakob liebt er die Tore Zions.
Herrliches sagt man von dir, *
du Stadt unseres Gottes.
Leute aus Ägypten und Babel *
zähle ich zu denen, die mich kennen;
auch von Leuten aus dem Philisterland, /
aus Tyrus und Kusch *
sagt man: Er ist dort geboren.
Doch von Zion wird man sagen: /
Jeder ist dort geboren. *
Er, der Höchste, hat Zion gegründet.
Der Herr schreibt, wenn er die Völker verzeichnet: *
Er ist dort geboren.
Und sie werden beim Reigentanz singen: *
All meine Quellen entspringen in dir.
Psalm-Gebet
Gott, du unser Schöpfer, du rufst alle Menschen zu dir und schließt keinen aus. Vereine uns alle in der Liebe zueinander und zu dir.

Lesung

Markus 9,38–40

Johannes, einer der Zwölf, sagte zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Der Herr hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.

Bitten

Gott, unser Vater, du willst alle Menschen bei dir sammeln, wir bitten dich:
A: Gott, komm deinem Volk zu Hilfe.
– Bewahre uns davor, andere auszuschließen und zu verurteilen.
– Hilf uns, dein verborgenes Wirken zu erkennen.
– Mach uns zu einer Kirche, die offen für alle Menschen ist.

Vaterunser

Gottes Liebe gilt allen Menschen, keinen schließt er davon aus. So dürfen wir immer Hoffnung haben und voll Vertrauen beten: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns, dass wir offen sind für deinen Willen,
auch wenn wir ihn nicht verstehen.
Segne uns, dass wir offen sind für alle, die dich suchen,
auch wenn sie uns fremd sind.
Segne uns, dass wir offen sind für deine Liebe,
die alle Grenzen überwindet.
Amen.

Ora et labora

Wir werden Kirche, indem wir uns als Kirche zeigen. Besonders junge Menschen brauchen nichts dringender als dies: dass Menschen sich ihnen zeigen; dass ihr Gesicht und ihre Lebenskonturen erkennbar werden. Lehren heißt zeigen, was man liebt.

Fulbert Steffensky (* 1933; deutscher ev. Theologe, Professor für Religionspädagogik in Hamburg)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, dein Wort lehre uns, dir zu gefallen.

Lesung

Jesus Sirach 4,11–19 (12–22)

Die Weisheit belehrt ihre Söhne, sie mahnt eindringlich alle, die auf sie achten. Wer sie liebt, liebt das Leben, wer sie sucht, wird Gott gefallen.
Wer sie ergreift, findet Ehre beim Herrn und wird unter Gottes Segen leben. Der Dienst an ihr ist Dienst am Heiligtum; wer sie liebt, den liebt der Herr.
Wer auf mich hört, wird gerecht richten, wer mir zuhört, wohnt in meinen innersten Kammern. Hat er Vertrauen zu mir, wird er mich erlangen, auch seine Nachkommen werden mich besitzen. Denn unerkannt gehe ich mit ihm und prüfe ihn durch Versuchungen. Furcht und Bangen lasse ich über ihn kommen, bis sein Herz von mir erfüllt ist.
Dann wende ich mich ihm zu, zeige ihm den geraden Weg und enthülle ihm meine Geheimnisse. Weicht er ab, so verwerfe ich ihn und überlasse ihn denen, die ihn vernichten.

Impuls

Weisheit in Verbindung mit Glauben gilt im Buch des Weisheitslehrers Jesus Sirach als richtungsweisende Lebenshilfe.
Die Weisheit kommt von Gott.
Ihr Ursprung ist Gottesfurcht.
Sie erzieht den Menschen von Jugend an
und sie bringt uns auf den Weg glückenden Lebens.
Die Weisheit ist das Charisma, das Gott uns schenkt, denn sie lässt uns erkennen, was wir uns als Leitlinie für unser Leben in dieser oft so verwirrenden Welt aneignen sollen, damit uns die Orientierung nicht verloren geht.

Evangelium

Markus 9,38–40

In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.
Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

Impuls

»Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.« So Markus. »Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich.« So Matthäus (12,30) einige Jahre später. Matthäus steht in seiner Gemeinde vor der Herausforderung, kirchliche Strukturen, klar geregelte Kriterien der Zugehörigkeit und gleichzeitig Abgrenzung von Anders- oder Nichtgläubigen festzulegen. Die junge Kirche soll in ihrem Wachstum gestärkt, neue Mitglieder sollen gewonnen werden. Sie fängt an, sich als Institution zu etablieren. Markus jedoch überliefert das ursprüngliche Wort, das uns den weitherzigen toleranten Jesus nahebringt. Der Jünger, der einen Fremden hindern will, im Namen Jesu einen Besessenen zu heilen, »verkörpert die natürliche Haltung des Menschen, der auf Gewinnung von Mitgliedern und Stärkung seiner kirchlichen Gruppe bedacht ist, daher für Randsiedler nicht allzu viel übrig hat. Dass die Gemeinde nie ängstlich ihr äußeres Wachstum im Auge haben, sondern weitherzig für den Außenseiter offen sein soll, entspricht Jesu Haltung« (E. Schweizer, Das Evangelium nach Markus, 105).
Dieses Wort Jesu wirkt wie eine Warnung vor Überheblichkeit der Gemeinde und zugleich ruft es zu einer Nachfolge auf, bei der es nicht auf die äußere Zugehörigkeit, sondern auf ein Leben im Geiste Jesu ankommt. Ansonsten liefe die Kirche Gefahr, was der Religionskritiker Friedrich Nietzsche hart auf den Punkt bringt: »Die Kirche ist exakt das, wogegen Jesus gepredigt hat – und wogegen er seine Jünger kämpfen lehrte« (aus: Umwertung aller Werte).

Gebet

Gott der Menschen, du schließt alle in deine Liebe ein, die einander heilsam und fürsorglich begegnen. Lass auch uns dazugehören und statt Grenzen zu ziehen Grenzen abbauen, damit wir Kirche der offenen Türen verkörpern, in der jeder willkommen ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der uns das weitherzige Wort zur Nachahmung überliefert hat: »Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.« Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Herr, schicke unserer Zeit den Geist,
der alle Menschen in dir eint,
die Ungezählten, die nach Glück
und Frieden suchen in der Welt.

Gieß deinen Geist auf alle aus
und lass das Wunder neu geschehn,
dass alle Menschen sich verstehn
und bauen an der einen Welt.

Wo du bist, flammt die Liebe auf
und drängt zum Tun, das allen hilft.
Dein Geist beseele unser Werk
zum Lobe deiner Herrlichkeit. Amen.
Zeitgenössisch

PSALM 1

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, /
nicht auf dem Weg der Sünder geht, *
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, *
über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, *
der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt *
und dessen Blätter nicht welken.
Alles, was er tut, *
wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler: *
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen, *
noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, *
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.
Psalm-Gebet
Gütiger Gott, du hast uns deine Weisung gegeben als Weg, der zum Leben führt. Gib uns die Weisheit, sie zu bedenken und zu lieben.

LESUNG

Jesus Sirach 4,11–15

Die Weisheit belehrt ihre Söhne, sie mahnt eindringlich alle, die auf sie achten. Wer sie liebt, liebt das Leben, wer sie sucht, wird Gott gefallen. Wer sie ergreift, findet Ehre beim Herrn und wird unter Gottes Segen leben. Der Dienst an ihr ist Dienst am Heiligtum; wer sie liebt, den liebt der Herr. Wer auf mich hört, wird gerecht richten, wer mir zuhört, wohnt in meinen innersten Kammern.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Fürbitten

Wir beten zu Gott, der sich uns in seiner Liebe offenbart:
A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
– Für alle, die den Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften führen.
– Für die Politiker, die sich gegen eine Spaltung unserer Gesellschaft wenden.
– Für die Asylsuchenden in unserem Land.
– Für alle Menschen, die nach Orientierung und Sinn suchen.

Vaterunser

Gott will unser Herz mit seinem Wort erfüllen. Wir öffnen uns für ihn und antworten mit unserem Gebet: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns mit der Weisheit,
die uns diese Welt lieben lehrt.
Segne uns mit der Weisheit,
die uns das rechte Handeln zeigt.
Segne uns mit der Weisheit,
die unseren Blick zu dir hin lenkt. Amen.

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