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Heute in Te Deum

Freitag · 30. Januar 2015

Wir aber sind nicht von denen,
die zurückweichen und verdammt werden,
sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.

Hebräer 10,39

Mary Ward Mary Ward (1585–1645) wuchs zur Zeit der erbitterten Verfolgung der Katholiken in England auf. So musste sie nach Frankreich gehen, um 1606 in ein Klarissinnenkloster in St. Omer einzutreten, war aber schon nach kurzer Zeit mit dem Klosterleben, wie sie es vorfand, nicht zufrieden. 1609 gründete sie in Flandern eine religiöse Frauengemeinschaft, das »Institut der englischen Fräulein«, die zwar wie Ordensfrauen lebten, sich aber gleichzeitig frei in der Stadt bewegten. Mary beschloss auf Grund einer Eingebung, die Ordensregel der Jesuiten anzunehmen.
Gleichzeitig gründete sie ein Institut zur Mädchenbildung nach dem Vorbild der Jesuitenschulen. Wegen der von Mary Ward eingeführten Neuerungen, besonders dem Verzicht auf die Klausur, löste Urban VIII. 1631 die Gemeinschaft auf, gestattete die Lehrund Erziehungstätigkeit jedoch weiter. Erst 1877 erhielt das Institut die päpstliche Anerkennung.
»Zeige dich so, wie du bist, und sei so, wie du dich zeigst« (Mary Ward).

Mahatma Gandhi Mahatma Gandhi (* 1869) – eigentlich Mohandas Karamchand Gandhi – war Pazifist, Menschenrechtler, politischer und geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Sie führte1947 mit dem von ihm entwickelten Plan des gewaltfreien Widerstandes das Ende der britischen Kolonialherrschaft über Indien herbei. Sein Konzept des Festhaltens an der Wahrheit beinhaltete neben der Gewaltfreiheit noch weitere ethische Forderungen, wie etwa die Bedürfnislosigkeit. Berühmtes Beispiel des zivilen Ungehorsams war der Salzmarsch 1930 gegen das britische Salzmonopol. Die britische Regierung reagierte hilflos. Gandhi setzte sich besonders für eine Einigung zwischen den rivalisierenden Hindus und Moslems ein, vermochte die Teilung Indiens jedoch nicht zu verhindern. Sein sozialpolitisches Ziel war die Steigerung des Lebensstandards der unteren Schichten und die Aufhebung des indischen Kastensystems. Am 30. Januar 1948 wurde Gandhi in Neu Delhi ermordet. Der sanskritische Ehrenname Mahátma (»Große Seele«) stammt von dem indischen Philosophen und Literaturnobelpreisträger Rabindranath Tagore.
»Mein Glaube an die Gewaltlosigkeit verpflichtet mich zu äußerster Entschlossenheit. Da bleibt kein Raum für Feigheit oder Schwäche … Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken« (Mahatma Gandhi).

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Komm, Heil’ger Geist, vom ew’gen Thron,
eins mit dem Vater und dem Sohn;
durchwirke unsre Seele ganz
mit deiner Gottheit Kraft und Glanz.

Erfüll mit heil’ger Leidenschaft
Geist, Zunge, Sinn und Lebenskraft;
mach stark in uns der Liebe Macht,
dass sie in uns das Herz entfacht.

Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt. Amen.
Nach »Nunc, Sancte, nobis, Spiritus«; Ambrosius († 397) zugeschrieben
Melodie: GL 241 • KG 481

PSALM 92

Verse 13–16

Der Gerechte gedeiht wie die Palme, *
er wächst wie die Zedern des Libanon.
Gepflanzt im Haus des Herrn, *
gedeihen sie in den Vorhöfen unseres Gottes.
Sie tragen Frucht noch im Alter *
und bleiben voll Saft und Frische;
sie verkünden: Gerecht ist der Herr; *
mein Fels ist er, an ihm ist kein Unrecht.
PSALM-GEBET Starker Gott, du säst dein Wort in unser Leben. Lass es in uns wachsen und uns erneuern, dass wir Frucht bringen.

Lesung

Markus 4,26–29

Jesus sprach zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

So hat der Herr verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten.

Bitten

Herr Jesus Christus, du legst das Wort von Gottes Reich in unser Herz. Wir bitten dich:
A: Herr, sei uns gnädig.
¬ Schenk uns die Geduld, auf dein Handeln zu warten.
¬ Schärfe unseren Blick für dein Wirken in unserem Leben.
¬ Bereite uns als guten Boden für den Samen deines Wortes.

Vaterunser

Der Same des Glaubens hat in unserem Leben Wurzeln gefasst, mit unserem Gebet tragen wir dazu bei, dass er wächst. So beten wir: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns mit der Geduld,
auf dein Handeln zu warten.
Segne uns mit dem Vertrauen,
dass du auch bei uns wirkst.
Segne uns mit dem Glauben,
dass dein Tun mehr bewirkt, als wir sehen. Amen.

Ora et labora

Gewaltloser Widerstand bedeutet nicht Nichtstun. Er bedeutet, die ungeheure Kraftanstrengung zu unternehmen, die nötig ist, um das Böse mit dem Guten zu besiegen.

Aldous Huxley (1898–1963; britischer Schriftsteller)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Treuer Gott, dein Wort werde zum Schatz unseres Lebens.

Lesung

Hebräer 10,32–39

Schwestern und Brüder! Erinnert euch an die früheren Tage, als ihr nach eurer Erleuchtung manchen harten Leidenskampf bestanden habt: Ihr seid vor aller Welt beschimpft und gequält worden, oder ihr seid mitbetroffen gewesen vom Geschick derer, denen es so erging; denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und auch den Raub eures Vermögens freudig hingenommen, da ihr wusstet, dass ihr einen besseren Besitz habt, der euch bleibt. Werft also eure Zuversicht nicht weg, die großen Lohn mit sich bringt. Was ihr braucht, ist Ausdauer, damit ihr den Willen Gottes erfüllen könnt und so das verheißene Gut erlangt.
Denn nur noch eine kurze Zeit, dann wird der kommen, der kommen soll, und er bleibt nicht aus. Mein Gerechter aber wird durch den Glauben leben; doch wenn er zurückweicht, habe ich kein Gefallen an ihm.
Wir aber gehören nicht zu denen, die zurückweichen und verloren gehen, sondern zu denen, die glauben und das Leben gewinnen.

Impuls

Phasen der Müdigkeit sind natürlich und auch unvermeidlich. Auf keiner Ebene des Lebens geht es immerzu mit voller Kraft voraus. Davon ist nicht abhängig, ob wir ausdauernde Menschen sind oder nicht. Ausdauer geschieht da, wo ich etwas im Blick behalte, nicht ablasse von etwas, mich nicht ablenken lasse. Sie ist eine Frage, welche Richtung ich nehme. Wir bringen sie nur auf für das, was uns wichtig ist. Es geht um ein geduldiges Dranbleiben, nicht um Schnelligkeit. Glauben braucht Ausdauer und Geduld und in diesem Sinn Unermüdlichkeit.
Wenn ich auf meine Erfahrungen mit geduldiger Ausdauer schaue, was sehe ich da, woher kenne ich sie, was habe ich von ihr schon verstanden?

Evangelium

Markus 4,26–34

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.
Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.
Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

Impuls

Keine Frage, es gibt viel zu tun. Aber vieles muss man auch geduldig kommen lassen. Bei allem, was wächst, nicht nur bei den Pflanzen, können wir säen, den Boden bearbeiten, vielleicht auch gießen und düngen, aber jede Pflanze wächst selbst. Gott schenkt und wirkt das Wachsen. Wachsen geschieht immer leise und unspektakulär, aus den stillen Kräften des Lebens selbst, es ist eins der großartigsten Geheimnisse des Lebens.
In alten Apsismosaiken ist oft neben dem Menschen ein Baum dargestellt, z. B. in St. Paul vor den Mauern in Rom neben den Aposteln. Und in den Buchmalereien steht oft beim Menschen noch ein Baum als Sinnbild für sein Leben. Auch der Mensch wächst und reift leise und unscheinbar.
So wächst, sagt Jesus, das Reich Gottes auch, so wird es groß, egal, wie klein es anfängt. Manchmal können wir pflegen und hüten, was da wächst, aber wir sollten Geduld mitbringen und Stille und ohne den Druck sein, es machen und leisten zu müssen.

Gebet

Gott, wir sind geübt im Machen und Leisten, aber schwer ist es uns, geduldig zu sein mit uns selbst, mit dir und dem, was geschieht. Wir schaffen eher den Kraftakt und den Spurt als all das Lebenswichtige, was nur langsam geht. Wachsen geht langsam und leise. Und so wächst auch dein Reich unter uns. Es wächst aus seiner großen Lebenskraft, egal, wie klein es beginnt. Lass uns hinschauen und aufatmen, den aufgebauten Druck verlieren und zuversichtlich bleiben im Vertrauen auf dein Wort und deine stille Kraft. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Sonne der Gerechtigkeit,
gehe auf zu unsrer Zeit;
brich in deiner Kirche an,
dass die Welt es sehen kann.
Erbarm dich, Herr.

Weck die tote Christenheit
aus dem Schlaf der Sicherheit,
dass sie deine Stimme hört,
sich zu deinem Wort bekehrt.
Erbarm dich, Herr.

Schaue die Zertrennung an,
der sonst niemand wehren kann;
sammle, großer Menschenhirt,
alles, was sich hat verirrt.
Erbarm dich, Herr.

Tu der Völker Türen auf;
deines Himmelreiches Lauf
hemme keine List noch Macht.
Schaffe Licht in dunkler Nacht.
Erbarm dich, Herr.

Gib den Boten Kraft und Mut,
Glauben, Hoffnung, Liebesglut
und lass reiche Frucht aufgehn,
wo sie unter Tränen sä’n.
Erbarm dich, Herr.

Lass uns deine Herrlichkeit
sehen auch in dieser Zeit
und mit unsrer kleinen Kraft
suchen, was den Frieden schafft.
Erbarm dich, Herr.

Lass uns eins sein, Jesu Christ,
wie du mit dem Vater bist,
in dir bleiben allezeit
heute wie in Ewigkeit.
Erbarm dich, Herr.
Otto Riethmüller (1932); GL 481 • KG 509 • EG 262 • CG 822 • EST 546

PSALM 77

Verse 2.7–13

Ich rufe zu Gott, ich schreie, *
ich rufe zu Gott, bis er mich hört.
Mein Herz grübelt bei Nacht, *
ich sinne nach, es forscht mein Geist.
Wird der Herr mich denn auf ewig verstoßen *
und mir niemals mehr gnädig sein?
Hat seine Huld für immer ein Ende, *
ist seine Verheißung aufgehoben für alle Zeiten?
Hat Gott seine Gnade vergessen, *
im Zorn sein Erbarmen verschlossen?
Da sagte ich mir: »Das ist mein Schmerz, *
dass die Rechte des Höchsten so anders handelt.«
Ich denke an die Taten des Herrn, *
ich will denken an deine früheren Wunder.
Ich erwäge all deine Werke *
und will nachsinnen über deine Taten.
PSALM-GEBET Treuer Gott, tröste uns in aller Not und gib uns Hoffnung durch die Erinnerung an das Große, das du für uns getan hast.

LESUNG

Hebräer 10,35–36

Werft eure Zuversicht nicht weg, die großen Lohn mit sich bringt. Was ihr braucht, ist Ausdauer, damit ihr den Willen Gottes erfüllen könnt und so das verheißene Gut erlangt.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.

Fürbitten

Wir beten zu Gott, der uns beisteht in Leiden und Not:
A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
¬ Für alle, die nach neuen Formen der Seelsorge suchen.
¬ Für die Eltern, die darunter leiden, dass ihre Kinder den Glauben verloren haben.
¬ Für die Abhängigen von Alkohol und Drogen und ihre Familien.
¬ Für Menschen, die für Gewaltlosigkeit eintreten.

Vaterunser

Wir dürfen Zuversicht haben; denn Gott ist auf unserer Seite. So können wir auch in Angst, Zweifel und Not zu ihm beten: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns mit der Geduld, die warten und tragen kann.
Segne uns mit der Ausdauer,
die nicht müde wird und fest bleibt.
Segne uns mit der Festigkeit, die uns am Zurückweichen hindert.
Segne uns mit der Hoffnung, die uns auf dich ausrichtet
und in Fragen und Not schon jetzt nach dir ausschaut. Amen.

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