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Heute in Te Deum

Samstag · 1. August 2015

Da kamen seine Jünger
und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn;
und sie kamen und verkündeten das Jesus.

Matthäus 14,12

Hl. Alfons Maria von Liguori Alfons (1696–1787) war ein gefeierter Rechtsanwalt, als er sich im Alter von 30 Jahren entschied, Priester zu werden. Er gründete 1731 den beschaulichen Orden der Redemptoristinnen und ein Jahr später die »Kongregation des allerheiligsten Erlösers« (Redemptoristen), einen Missionsorden für die Gemeindepastoral. Seit 1762 Bischof, war er vor allem Seelsorger und fühlte sich von Gott zu den Verlassenen gesandt. Alfons stellte die göttliche Barmherzigkeit in den Mittel punkt seiner Theologie. Seine »Moraltheologie« und seine Unterweisungen für Beichtväter haben großen Einfluss ausgeübt.
L: Röm 8,1–4; E: Mt 5,13–19

Bundesfeiertag in der Schweiz Verschiedene Traditionen verbinden sich am Schweizer Nationalfeiertag: der Gründungsmythos des Rütli-Schwurs, der Bundesbrief von 1291, der das Verteidigungsabkommen zwischen den drei Urkantonen festhielt, der Bund zu Brunnen von 1315. Die Bundesfeier wird in der gesamten Schweiz am 1. August begangen und ist seit 1994 ein gesetzlicher Feiertag.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Du Licht des Himmels, großer Gott,
der ausgespannt das Sternenzelt
und der es hält mit starker Hand,
du sendest Licht in unsre Welt.

Die Morgenröte zieht herauf
und überstrahlt das Sternenheer,
der graue Nebel löst sich auf,
Tau netzt die Erde segensschwer.

Das Reich der Schatten weicht zurück,
das Tageslicht nimmt seinen Lauf
und strahlend, gleich dem Morgenstern,
weckt Christus uns vom Schlafe auf.

Du, Christus, bist der helle Tag,
das Licht, dem unser Licht entspringt,
Gott, der mit seiner Allmacht Kraft
die tote Welt zum Leben bringt.

Erlöser, der ins Licht uns führt
und aller Finsternis entreißt,
dich preisen wir im Morgenlied
mit Gott dem Vater und dem Geist. Amen.
Nach »Deus, qui caeli lumen es« (5.–6. Jh.), Stundenbuch

PSALM 10

Verse 1–7.12–14.17–18

Herr, warum bleibst du so fern, *
verbirgst dich in Zeiten der Not?
In seinem Hochmut quält der Frevler die Armen. *
Er soll sich fangen in den Ränken,
die er selbst ersonnen hat.
Denn der Frevler rühmt sich nach Herzenslust, *
er raubt, er lästert und verachtet den Herrn.
Überheblich sagt der Frevler: /
»Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott.« *
So ist sein ganzes Denken.
Zu jeder Zeit glückt ihm sein Tun. /
Hoch droben und fern von sich wähnt er deine Gerichte.*
All seine Gegner faucht er an.
Er sagt in seinem Herzen: »Ich werde niemals wanken. *
Von Geschlecht zu Geschlecht trifft mich kein Unglück.«
Sein Mund ist voll Fluch und Trug und Gewalttat; *
auf seiner Zunge sind Verderben und Unheil.
Herr, steh auf, Gott, erheb deine Hand, *
vergiss die Gebeugten nicht!
Warum darf der Frevler Gott verachten *
und in seinem Herzen sagen: »Du strafst nicht«?
Du siehst es ja selbst; *
denn du schaust auf Unheil und Kummer.
Der Schwache vertraut sich dir an; *
du bist den Verwaisten ein Helfer.
Herr, du hast die Sehnsucht der Armen gestillt, *
du stärkst ihr Herz, du hörst auf sie:
Du verschaffst den Verwaisten und Bedrückten ihr Recht. *
Kein Mensch mehr verbreite Schrecken im Land.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
PSALM-GEBET Gerechter Gott, steh den Armen und Hilflosen bei und bewahre uns vor der Versuchung von ungerechtem Besitz.

Lesung

Matthäus 14,1–2

Zu dieser Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Der Herr hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.

Bitten

Wir beten zu Jesus, der uns stärken und senden will:
A: Herr, bleibe bei uns.
¬ Gib uns Vertrauen in den Heilsplan des Vaters.
¬ Sei du unser Halt, wenn wir unsicher werden.
¬ Hilf uns, heute der Einheit der Christen zu dienen.

Vaterunser

Beten wir als Kinder Gottes im Vertrauen auf seine Liebe:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Es segne uns der dreifaltige Gott.
Er wende sich uns zu inmitten seiner Schöpfung.
Er führe uns durch die sanfte Macht seines Geistes.
Er stärke uns durch das Kreuz Jesu Christi. Amen.

Ora et labora

Johannes scheut sich auch nicht, seine Zuhörer in die Pflicht zu nehmen und ihnen konkrete Werke der Barmherzigkeit und Nächstenliebe vor Augen zu führen. Haben wir heute dazu noch den Mut?
Unterfordern wir die Menschen nicht und »verkaufen« wir das Reich Gottes nicht unter Wert. Wagen wir es, christliche Existenz als echte Alternative zu leben und zu verkündigen.

Philippa Rath (* 1955; Benediktinerin der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort mache uns frei für dich.

Lesung

Levitikus 25,1.8–17

Der Herr sprach zu Mose auf dem Berg Sinai; er sagte: Du sollst sieben Jahreswochen, siebenmal sieben Jahre, zählen; die Zeit von sieben Jahreswochen ergibt für dich neunundvierzig Jahre.
Im siebten Monat, am zehnten Tag des Monats, sollst du das Signalhorn ertönen lassen; am Versöhnungstag sollt ihr das Horn im ganzen Land ertönen lassen.
Erklärt dieses fünfzigste Jahr für heilig und ruft Freiheit für alle Bewohner des Landes aus! Es gelte euch als Jubeljahr. Jeder von euch soll zu seinem Grundbesitz zurückkehren, jeder soll zu seiner Sippe heimkehren. Dieses fünfzigste Jahr gelte euch als Jubeljahr.
Ihr sollt nicht säen, den Nachwuchs nicht abernten, die unbeschnittenen Weinstöcke nicht lesen. Denn es ist ein Jubeljahr, es soll euch als heilig gelten. Vom Feld weg sollt ihr den Ertrag essen.
In diesem Jubeljahr soll jeder von euch zu seinem Besitz zurückkehren. Wenn du deinem Stammesgenossen etwas verkaufst oder von ihm etwas kaufst, sollt ihr einander nicht übervorteilen. Kaufst du von deinem Stammesgenossen, so berücksichtige die Zahl der Jahre nach dem Jubeljahr; verkauft er dir, dann soll er die noch ausstehenden Ertragsjahre berücksichtigen. Je höher die Anzahl der Jahre, desto höher berechne den Kaufpreis; je geringer die Anzahl der Jahre, desto weniger verlang von ihm; denn es ist die Zahl von Ernteerträgen, die er dir verkauft.
Ihr sollt einander nicht übervorteilen. Fürchte deinen Gott; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Impuls

Im Buch Levitikus wird erzählt, dass JHWH, der als der Heilige inmitten seines Volkes wohnt (Ex 40,34ff.), dem Volk Regeln an die Hand gibt, diese Heiligkeit zu leben und sie – bei den immer wieder unvermeidbar geschehenden Verletzungen – wiederherzustellen. Zu diesen Regeln gehört auch »das Jobeljahr«, ein Jahr der Versöhnung, das Unrecht ins Recht setzt, Gerechtigkeit wiederherstellt. Hinter dieser wirtschaftlichen und sozialen Gesetzgebung steht die Auffassung, dass der Mensch frei ist und seine Freiheit nie endgültig verlieren kann; alles Land aber ist Eigentum Gottes, deshalb kann es nicht endgültig verkauft werden. Der Beginn des Jobeljahres fällt mit dem Versöhnungstag zusammen; damit wird auch angedeutet, dass mit dem Schulderlass ein Sündenerlass verbunden ist. Dabei ist die Heiligung von ganz Israel an JHWH das große Ziel, damit die ursprüngliche Gottesbeziehung vom Anfang der Schöpfung wiederhergestellt wird.

Evangelium

Matthäus 14,1–12

In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.
Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen.
Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten.
Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen. Und sie gefiel Herodes so sehr, dass er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte.
Da sagte sie auf Drängen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes herbringen.
Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte – noch dazu vor allen Gästen –, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen und sie brachte ihn ihrer Mutter.
Die Jünger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.

Impuls

Johannes der Täufer, der Bußprediger, er polarisiert. Er zieht die in seinen Bann, die einen Neuanfang wagen wollen, sie lassen sich von ihm taufen. Johannes war in seinen Forderungen nach Umkehr radikal, weshalb er in Konflikt geriet mit den Pharisäern und den Sadduzäern, den religiösen Entscheidungsträgern jener Zeit. Auch die Römer fürchten ihn und seiner Herrscherkritik. Sein Auftreten erinnert an die großen Propheten, z. B. an Elija.
Ich staune, wie mutig er dafür – im wahrsten Sinn des Wortes – seinen Kopf hingehalten hat. Er nahm kein Blatt vor den Mund und nannte die Missstände mit Namen, ganz gleich, ob es den König Herodes betraf oder kleine Leute.
Mir kommt hier der Vergleich mit Martin Luther King in den Sinn, der von sich sagte: »Ich möchte, dass ihr an meiner Bahre sagt, dass ich ein Trommler war für Gerechtigkeit, für Frieden, für Gottes Wort. Wenn ich einem von euch den Weg zur Erlösung gezeigt und die Botschaft des Herrn verbreitet habe, dann war mein Leben nicht umsonst.«
Beide mussten für ihre Überzeugung, ihren Mut sterben, aber beide haben die Wahrheit und die Macht Gottes auf ihrer Seite. Einen Propheten kann man töten, aber sein Wort lebt.

Gebet

Guter Gott, es fällt uns nicht immer leicht, für unsere Überzeugungen einzustehen, den Kopf hinzuhalten für unbequeme Wahrheiten. Schenke uns das Vertrauen, dass du uns den Rücken stärkst, wenn wir es wagen, unbequem zu sein, und die Stimme erheben für ein besseres Miteinander und Gerechtigkeit. Schenke uns aber auch den Mut und die Kraft, immer wieder umzukehren, wenn wir uns von dir entfernen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Herr, unser Gott, dich loben wir.
Wir danken dir, Herr, unser Gott.
Alles, was lebt, neigt sich vor dir.
Alle Engel im Himmel,
Kerubim und Seraphim rufen dir zu:
Heilig bist du, heiliger Herr;
Himmel und Erde erfüllst du,
heilig bist du.

Dich preist der Chor der Apostel,
Propheten und Märtyrer huldigen dir.
Dich rühmt auf der Erde dein heiliges Volk,
dich, den Vater in ewiger Hoheit,
deinen wahren und einzigen Sohn
und den Geist, den Schöpfer und Helfer.

Christus, Herrscher der Welten,
Gottes ewiger Sohn.
Du wurdest Mensch im Schoß der Jungfrau.
Du trugst die Sünde der Welt.
Du öffnest jedem, der glaubt,
das Tor des himmlischen Reiches.
Du thronst zur Rechten des Vaters
und du wirst kommen in Herrlichkeit,
Richter der Welt und ihr Retter.

Dich bitten wir: Hilf deinem Volk;
lass dein Erbarmen über uns walten,
denn wir vertrauen auf dich.
Dich loben wir.
Dich preisen wir, Herr Jesus Christus,
eins mit dem Vater im Heiligen Geist
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
Stundengebet Abtei Kellenried, nach dem »Te Deum« (4. Jh.)

PSALM 59

Verse 2–5.10–11

Entreiß mich den Feinden, mein Gott, *
beschütze mich vor meinen Gegnern!
Entreiß mich denen, die Unrecht tun, *
rette mich vor den Mördern!
Sieh her: Sie lauern mir auf, *
Mächtige stellen mir nach.
Ich aber habe keinen Frevel begangen und keine Sünde; *
Herr, ich bin ohne Schuld.
Sie stürmen vor und stellen sich auf. *
Wach auf, komm mir entgegen, sieh her!
Meine Stärke, an dich will ich mich halten, *
denn du, Gott, bist meine Burg.
Mein huldreicher Gott kommt mir entgegen; *
Gott lässt mich herabsehen auf meine Gegner.
PSALM-GEBET Gerechter Gott, Unrecht und Unterdrückung können vor dir nicht bestehen. Lehre uns Erbarmen und Gerechtigkeit.

LESUNG

Levitikus 25,17

Der Herr sprach zu Mose auf dem Berg Sinai; er sagte: Ihr sollt einander nicht übervorteilen. Fürchte deinen Gott; denn ich bin der Herr, euer Gott.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Fürbitten

Wir rufen zu Christus, der uns die Liebe Gottes in der Welt offenbart hat:
V: Christus, höre uns! A: Christus, erhöre uns!
¬ Um deinen Segen für alle, die heute den Armen gedient haben.
¬ Um Mut und Weisheit für alle, die in diesen Tagen vor schweren Entscheidungen stehen.
¬ Um Schutz und Beistand für alle Christen, die wegen ihres Glaubens leiden müssen.
¬ Um neue Klarheit im Glauben für alle, deren Gottvertrauen erschüttert worden ist.

Vaterunser

Gott lädt uns immer wieder ein, zu ihm zu sprechen. Ihn, der seinen Sohn Jesus als den Christus beglaubigt hat, rufen wir mit Jesu Worten an: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, der Herr, lege seinen Segen auf uns.
Gott, der Schöpfer, wende uns sein Angesicht zu.
Gott, der Allmächtige, umgebe uns schützend mit seiner
Huld. Amen.

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