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Heute in Te Deum

Donnerstag · 24. Juli 2014

Euch ist’s gegeben,
die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen.

Matthäus 13,11b

Christophorus
Christophorus stammte der Überlieferung zufolge aus Kleinasien und erlitt um 250 unter Decius den Märtyrertod. Er wird im Osten und Westen verehrt und zählt zu den Vierzehn Nothelfern. Im Mittelalter gab es die Vorstellung, dass derjenige, der ein Bild des Heiligen betrachtet, an diesem Tag nicht stirbt. Das ist auch der Hintergrund, warum er in moderner Zeit zum Schutzpatron der Autofahrer wurde.
L: Sir 41,1–8; E: Mt 10,28–33

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

O Geist, vom Vater ausgesandt,
o Kraft, vom Sohn verheißen:
Ergieße dich in unser Herz
und nimm es dir zu Eigen.

Wo du bist, flammt die Liebe auf,
und Liebe will lobsingen.
Die Liebe öffnet Herz und Hand,
sie will sich ganz verschwenden.

Lob sei dem Vater und dem Sohn,
Lob sei dem Heiligen Geiste,
wie es von allem Anfang war,
jetzt und für alle Zeiten.
Nach »Nunc, Sancte, nobis, Spiritus«; Ambrosius († 397) zugeschrieben

PSALM 95

Verse 1–11

Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn *
und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, *
vor ihm jauchzen mit Liedern!
Denn der Herr ist ein großer Gott, *
ein großer König über allen Göttern.
In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, *
sein sind die Gipfel der Berge.
Sein ist das Meer, das er gemacht hat, *
das trockene Land, das seine Hände gebildet.
Kommt, lasst uns niederfallen,
uns vor ihm verneigen, *
lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
Denn er ist unser Gott, /
wir sind das Volk seiner Weide, *
die Herde, von seiner Hand geführt.
Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /
»Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, *
wie in der Wüste am Tag von Massa!
Dort haben eure Väter mich versucht, *
sie haben mich auf die Probe gestellt und hatten doch mein
Tun gesehen.
Vierzig Jahre war mir dies Geschlecht zuwider /
und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre
geht; *
denn meine Wege kennen sie nicht.
Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: *
Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe.«
Psalm-Gebet
Starker Gott, du hast uns dein Wort gesandt, damit wir dich hören und dir folgen. Öffne immer wieder unsere Ohren für dein Wort.

Lesung

Matthäus 13,16–17

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Ihr seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

So hat der Herr verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten.

Bitten

Wir beten zu Jesus Christus, der uns Gottes Reich verkündet hat:
A: Herr, bleibe uns nahe.
– Schick uns Boten, die uns Gottes Wort neu verkünden.
– Öffne unsere Ohren und Herzen für Gottes Wort.
– Heile unseren Unglauben und alles Unechte in uns.

Vaterunser

Jesus Christus ist zu uns gekommen, um unser Herz für Gott zu gewinnen. Er weckt in uns die Liebe zu sich und zum Vater, so beten wir: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, du schenkst uns deine Liebe, segne uns,
dass die Liebe uns dich verstehen lässt,
dass die Liebe uns dir zuwendet,
dass die Liebe uns auf immer mit dir verbindet.
Amen.

Ora et labora

Gott – der ganz Andere, den wir nicht einfach verrechnen können mit dem, was wir aus unserem Alltag kennen, der immer wieder für Überraschungen gut ist.

Karl Kardinal Lehmann (* 1936; Bischof von Mainz)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Starker Gott, dein Wort wecke und stille unseren Durst nach dir.

Lesung

Jeremia 2,1–3.7–8.12–13

Das Wort des Herrn erging an mich: Auf! Ruf Jerusalem laut ins Ohr: So spricht der Herr: Ich denke an deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist, im Land ohne Aussaat.
Heiliger Besitz war Israel dem Herrn, Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon aß, machte sich schuldig, Unheil kam über ihn – Spruch des Herrn.
Ich brachte euch dann in das Gartenland, um euch seine Früchte und Güter genießen zu lassen. Aber kaum seid ihr dort gewesen, da habt ihr mein Land entweiht und mir mein Eigentum zum Abscheu gemacht.
Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Die Hüter des Gesetzes kannten mich nicht, die Hirten des Volkes wurden mir untreu. Die Propheten traten im Dienst des Baal auf und liefen unnützen Götzen nach.
Entsetzt euch darüber, ihr Himmel, erschaudert gewaltig – Spruch des Herrn. Denn mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten.

Impuls

Solange ihr meine Hilfe brauchtet, war ich euch gut genug, als ihr dann gerettet wart, seid ihr untreu geworden. Diesen Vorwurf Gottes muss der Prophet Jeremia dem Volk Israel laut ins Ohr rufen – und mehr noch, Gott lässt Jeremia ziemlich genau hinsehen, was alles geschehen ist: Doppeltes Unrecht. Nicht nur, dass Israel seinen Herrn verlassen hat – es hat versucht, sich selbst die Kraftquellen zu erbauen, eben weil es unabhängig von seinem Gott sein wollte.
Sind wir diejenigen, die sich lieber unter Gottes Schutz stellen wollen und seinen Geboten gehorchen? Oder ist uns das Streben nach Autarkie nicht viel sympathischer? Man muss nicht in Gegensätzen denken. Wir dürfen unsere gesamte Schaffenskraft nutzen, um eigenständig, fortschrittlich und erfindungsreich die Erde zu beackern. Aber wir kommen jeden Tag an Grenzen, an denen wir scheitern oder die wir leichtsinnig antasten. Spätestens an diesen Grenzen wäre es gut, wenn wir die Stimme des Propheten Jeremia im Ohr hätten, um unsere Entscheidungen nach der Antwort des Glaubens zu befragen.

Evangelium

Matthäus 13,10–17

In jener Zeit kamen die Jünger zu Jesus und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.
An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas:
Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden und mit ihren Ohren hören sie nur schwer und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile.
Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Impuls

Warum glauben die einen an Gott, die andern aber nicht? Warum ringen die einen darum, Gottes Wort zu erfahren, die anderen aber »verstockt« es geradezu? Die hermeneutische Abhandlung Jesu, also seine Gedanken über das Verstehen und Nichtverstehen der Gleichnisse wird schon von den Evangelisten unterschiedlich dargestellt und spiegelt die Auseinandersetzung mit den Misserfolgen der frühen Missionsgeschichte. Gibt es einen Deutungshorizont für uns? In der Nachfolge Jesu gegen die »Verstockung« einwirken zu wollen, scheint vermessen. Wichtig dagegen ist, auch in der Verkündigung selbst immer das Hören zu bewahren.

Gebet

Gott, kaum haben wir einen Rockzipfel von dir erwischt, müssen wir schon wieder neu danach suchen. So, wie du nie nachlässt, dich für uns zu offenbaren, so wollen wir nie nachlassen, unsere Sinne zu schärfen, um dich mit dem Herzen zu erkennen. Ja, unsere Sehnsucht ist groß, mit offenen Ohren und Augen dein Reich wahrzunehmen. Das Reich, das schon da ist und noch kommen wird. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Ewiger, gütiger Gott,
du Schöpfer und Herr aller Dinge:

Innig umfängt dich mein Geist
und die ganze Kraft meiner Seele,
du meine Liebe, mein Lob,
du Zierde und Licht meines Herzens.

Du hast den Leib mir erbaut,
schufst mir Augen zum Schauen der Schöpfung,
schenkst mir zum Hören das Ohr,
zum Werken die wendigen Hände.

Was die Erde auch birgt,
was Meer und Himmel umschließen
und was immer sich regt,
was atmet, begehrt und empfindet,

all dies schuf deine Hand
und trägt und erhält es im Dasein,
gibt ihm Leben und Kraft
und lenkt es mit Allmacht und Weisheit.
Nach „O Deus aeterne“ (Ad Deum Oratio); Hrabanus Maurus († 856)

CANTICUM

Deuteronomium 32,1.6–10

Hört zu, ihr Himmel, ich will reden, *
die Erde lausche meinen Worten.
Ist das euer Dank an den Herrn, *
du dummes, verblendetes Volk?
Ist er nicht dein Vater, dein Schöpfer? *
Hat er dich nicht geformt und hingestellt?
Denk an die Tage der Vergangenheit, *
lerne aus den Jahren der Geschichte!
Frag deinen Vater, er wird es dir erzählen, *
frag die Alten, sie werden es dir sagen.
Als der Höchste den Göttern die Völker übergab, *
als er die Menschheit aufteilte,
legte er die Gebiete der Völker *
nach der Zahl der Götter fest;
der Herr nahm sich sein Volk als Anteil, *
Jakob wurde sein Erbland.
Er fand ihn in der Steppe, *
in der Wüste, wo wildes Getier heult.
Er hüllte ihn ein, gab auf ihn acht *
und hütete ihn wie seinen Augenstern.
Canticum-Gebet
Treuer Gott, du hast uns Menschen geschaffen und dir ein Volk erworben, hilf uns, dir zu folgen und uns dir nicht zu entziehen.

LESUNG

Jeremia 2, 1–2

Das Wort des Herrn erging an Jeremia: Auf! Ruf Jerusalem laut ins Ohr: So spricht der Herr: Ich denke an deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüs te gefolgt bist, im Land ohne Aussaat.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.

Fürbitten

Wir beten zu Gott, der sein Volk liebt und es um sich sammelt:
A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
– Für das Volk Israel, Gottes auserwähltes Volk.
– Für die Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.
– Für alle, die den Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaften führen.
– Für die Jugendlichen, die von zu Hause weggelaufen sind.

Vaterunser

Wir sind Gottes Kinder und gehören zu ihm. So wollen wir auf sein Rufen antworten mit dem Gebet Jesu: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, erschließe in uns die Quelle deines Geistes,
der unser Leben tränkt und es für dich fruchtbar macht.
Bewahre uns davor, dass das Wasser des Geistes versickert.
Vermehre deinen Geist in uns, dass er uns erfüllt
und überfließt als Segen und Hilfe für den Nächsten.
Amen.

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