Heute in Te Deum


Donnerstag · 29. Januar 2026

Mit welchem Maß ihr messt,
wird man euch wieder zumessen,
und man wird euch noch dazugeben.
Markus 4,24b

Joseph Freinademetz (1852–1908) war ein ladinisches Bergbauernkind in den Dolomiten. Er wurde Priester. Da er einen Ruf zum Missionar spürte, setzte er sich bald danach mit Arnold Janssen, dem Gründer der Steyler Missionare (SVD) in Verbindung, zog nach Steyl und ein Jahr später zusammen mit einem Mitbruder nach Hongkong, wo sie sich auf ihren weiteren Einsatz vorbereiteten. Nach zwei Jahren begannen sie mühsam auf gefahrvollen Reisen mit dem Aufbau von Gemeinden in der Provinz Süd-Shantung. Sie gewannen Katecheten, organisierten die Mission und entwickelten die Ausbildung einheimischer Priester. Joseph wollte ein Chinese unter Chinesen sein. Er blieb während des Boxeraufstandes bei seinen Leuten, lehnte auch eine Einladung für eine Reise nach Europa ab und verstarb schließlich während einer Typhusepidemie. Sein Wahlspruch war: »Die einzige Sprache, die jeder versteht, ist die Liebe.«
Sein Gedenktag ist allgemeinkirchlich am 28. Januar. In den Bistümer Bozen-Brixen und Wien und bei den Steyler Missionaren wird er am 29. Januar begangen.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)


  • Hymnus

    Gott ist gegenwärtig.
    Lasset uns anbeten
    und in Ehrfurcht vor ihn treten.
    Gott ist in der Mitte.
    Alles in uns schweige
    und sich innigst vor ihm beuge.
    Wer ihn kennt, wer ihn nennt,
    schlag die Augen nieder;
    gebt das Herz ihm wieder.

    Herr, komm in mir wohnen,
    lass mein’ Geist auf Erden
    dir ein Heiligtum noch werden;
    komm, du nahes Wesen,
    dich in mir verkläre,
    dass ich dich stets lieb und ehre.
    Wo ich geh, sitz und steh,
    lass mich dich erblicken
    und vor dir mich bücken.
    Gerhard Tersteegen (1729); GL 387 · CG 854 (Text) · EG 165 · EST 592

  • PSALM 18

    Verse 29–33

    Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, *
    mein Gott macht meine Finsternis hell.
    Mit dir erstürme ich Wälle, *
    mit meinem Gott überspringe ich Mauern.
    Vollkommen ist Gottes Weg, /
    das Wort des Herrn ist im Feuer geläutert. *
    Ein Schild ist er für alle, die sich bei ihm bergen.
    Denn wer ist Gott als allein der Herr, *
    wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?
    Gott hat mich mit Kraft umgürtet, *
    er führte mich auf einen Weg ohne Hindernis.
    PSALM-GEBET: Gütiger Gott, dein Licht erleuchtet unsere Finsternis. Entzünde es auch in unserem Leben, damit wir hell werden und zu dir gehören.

  • Lesung

    Markus 4,21–22

    Jesus sprach: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt.

    Benedictus - Lobgesang des Zacharias

    Antiphon:

    Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!

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    Benedictus

    Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
    Denn er hat sein Volk besucht
    und ihm Erlösung geschaffen;

    er hat uns einen starken Retter erweckt *
    im Hause seines Knechtes David.

    So hat er verheißen von alters her *
    durch den Mund seiner heiligen Propheten.

    Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
    und aus der Hand aller, die uns hassen;

    er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
    und an seinen heiligen Bund gedacht, *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

    er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
    ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
    denn du wirst dem Herrn vorangehn *
    und ihm den Weg bereiten.

    Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
    in der Vergebung der Sünden.

    Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
    wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

    um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
    und im Schatten des Todes, *
    und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Bitten

    Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt. Wir bitten dich:
    A: Herr, komm deinem Volk zu Hilfe.
    – Gib uns die Kraft zur Entscheidung für dich.
    – Hilf uns, dass wir uns nicht vor dir verstecken.
    – Mach unser Leben hell durch dein Licht.

  • Vaterunser

    Gott erleuchtet unseren Weg, damit wir zu ihm kommen können. Gestärkt durch das Licht seines Geistes, beten wir: Vater unser im Himmel …

  • Ora et labora

    Wenn du möchtest, dass andere liebevoller sind, dann beschließe, zuerst zu lieben.

    Richard Rohr (* 1943; US-amerikanischer Franziskaner und Autor)


Segen

Gott, gib unserem Urteilen und Handeln das rechte Maß.
Gib uns die Liebe, die uns dieses Maß finden lässt.
Erfülle uns mit deiner maßlosen Liebe,
die uns die Fülle deines Segens schenkt. Amen.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gütiger Gott, dein Wort sei uns Ansporn, dir zu dienen.


  • Lesung

    2 Samuel 7,18–19.24–29

    Nachdem Natan zum König David gesprochen hatte, ging dieser hin und setzte sich vor dem Herrn nieder und sagte: Wer bin ich, mein Herr und Gott, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher geführt hast? Weil das in deinen Augen noch zu wenig war, mein Herr und Gott, hast du dem Haus deines Knechtes sogar Zusagen für die ferne Zukunft gemacht. Ist das eine Weisung, wie sie einem schwachen Menschen zukommt, mein Herr und Gott?
    Du hast Israel auf ewig zu deinem Volk bestimmt und du, Herr, bist sein Gott geworden. Doch nun, Herr und Gott, verleih dem Wort, das du über deinen Knecht und über sein Haus gesprochen hast, für immer Geltung und tu, was du gesagt hast. Dann wird dein Name groß sein für ewige Zeiten und man wird sagen: Der Herr der Heere ist Israels Gott!, und das Haus deines Knechtes David wird vor deinen Augen Bestand haben.
    Denn du, Herr der Heere, Gott Israels, hast deinem Knecht offenbart: Ich will dir ein Haus bauen. Darum fand dein Knecht den Mut, so zu dir zu beten: Ja, mein Herr und Gott, du bist der einzige Gott und deine Worte sind wahr. Du hast deinem Knecht ein solches Glück zugesagt. So segne jetzt gnädig das Haus deines Knechtes, damit es ewig vor deinen Augen Bestand hat. Denn du, mein Herr und Gott, hast es versprochen und mit deinem Segen wird das Haus deines Knechtes für immer gesegnet sein.

    Impuls

    Es gibt Menschen, die tun sich schwer, etwas Größeres über sich anzuerkennen. Besonders Menschen mit großer Machtfülle neigen dazu, sich selbst für die Größten zu halten. Ihre nähere Umgebung bestärkt sie oft noch in ihrem Gefühl der Großartigkeit. Von solcher Selbstüberschätzung scheint David weit entfernt. Gerade wurde ihm durch den Propheten übermittelt, dass Gott seinem Königtum Bestand verleihen wird (gestrige Lesung). David antwortet darauf mit einem sehr demütigen Gebet. Er betont, dass er ein ganz normaler Mensch ist, dass er Grenzen und Schwächen hat. Soviel Demut ist für einen Herrscher eher ungewöhnlich. David wird als Idealbild eines Herrschers in Israel dargestellt. Der ideale König stellt nicht seine eigene Größe in den Mittelpunkt. Vielmehr soll durch sein Königtum der Name Gottes groß gemacht werden. Was das heißt, wird in der Bibel so beschrieben: Der Name Gottes wird dann groß gemacht, wenn Arme und Schwache aufgerichtet werden und Witwen und Waisen zu ihrem Recht verholfen wird.

  • Evangelium

    Markus 4,21–25°

    In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel oder unter das Bett? Stellt man sie nicht auf den Leuchter? Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht bekannt werden soll, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommen soll. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!
    Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

    Impuls

    Kindern wird manchmal der Satz gesagt: »Stell dein Licht nicht unter den Scheffel!« Die Absicht dahinter ist klar: »Keine falsche Bescheidenheit! Du kannst etwas, zeig es!« Die eigenen Fähigkeiten sollen stark gemacht werden, sie sollen offensiv gezeigt werden. Solche Ermutigung hat es früher nicht immer gegeben. Leider hat auch die christliche Verkündigung in der Vergangenheit dazu beigetragen, Menschen und ihre Fähigkeiten klein zu machen. Das ist nicht im Sinne Jesu. Er will Menschen stark machen. Dennoch möchte er mit dem Bild des Scheffels auf etwas anderes hinaus. Das Licht der göttlichen Wirklichkeit soll leuchten! Denn diese Wirklichkeit ist oft sehr verborgen und nicht sichtbar. Die Jünger Jesu neigen offensichtlich dazu, ihren Glauben nur im kleinen Kreis zu leben. Die göttliche Wirklichkeit ist aber keine esoterische Geheimlehre. Das Reich Gottes ist nicht nur für Eingeweihte gedacht. Es gilt nicht nur einem Insiderkreis. Es soll in der ganzen Welt sichtbar werden. Dafür braucht es Menschen, die das Licht Gottes nicht unter den Scheffel stellen. Sie sollen es vor anderen Menschen zum Leuchten bringen. Sie dürfen dabei gerne auch ihr eigenes Licht einsetzen.


Gebet

Großer Gott, du hast jedem von uns viele Fähigkeiten geschenkt. Oft sind wir uns gar nicht bewusst, was wir alles können. Gib uns die Kraft, dass wir uns mit all unseren Begabungen dafür einsetzen, dass dein Reich in dieser Welt spürbar und lebendig wird. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)


  • HYMNUS

    Der du bist drei in Einigkeit,
    ein wahrer Gott von Ewigkeit:
    die Sonn mit dem Tag von uns weicht;
    lass leuchten uns dein göttlich Licht.

    Des Morgens, Gott, dich loben wir,
    des Abends auch beten vor dir;
    unser armes Lied rühmet dich
    jetzund, immer und ewiglich.

    Gott Vater, dem sei ewig Ehr,
    Gott Sohn, der ist der einig Herr,
    und dem Tröster, Heiligen Geist,
    von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
    Martin Luther (1543); »O lux beata trinitas« (9. Jh.); EG 470

  • PSALM 36

    Verse 6–11

    Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, *
    deine Treue, so weit die Wolken ziehn.
    Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, *
    deine Urteile sind tief wie das Meer.
    Herr, du hilfst Menschen und Tieren. *
    Gott, wie köstlich ist deine Huld!
    Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, /
    sie laben sich am Reichtum deines Hauses; *
    du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.
    Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, *
    in deinem Licht schauen wir das Licht.
    Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld *
    und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem
    Herzen!
    PSALM-GEBET: Barmherziger Gott, öffne unsere Augen für deine Größe und Liebe, damit wir dich erkennen und unsere Hilfe suchen bei dir.

  • LESUNG

    2 Samuel 7,24–26b

    König David sagte zum Herrn: Du hast Israel auf ewig zu deinem Volk bestimmt und du, Herr, bist sein Gott geworden. Doch nun, Herr und Gott, verleih dem Wort, das du über deinen Knecht und über sein Haus gesprochen hast, für immer Geltung und tu, was du gesagt hast. Dann wird dein Name groß sein für ewige Zeiten und man wird sagen: Der Herr der Heere ist Israels Gott!

  • Magnifikat – Lobgesang Mariens

    Antiphon:

    Achtet auf das, was ihr hört!

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    Magnifikat

    Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)

    Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
    und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

    Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
    Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!

    Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
    und sein Name ist heilig.

    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
    über alle, die ihn fürchten.

    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
    er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

    er stürzt die Mächtigen vom Thron *
    und erhöht die Niedrigen.

    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
    und lässt die Reichen leer ausgehn.

    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
    und denkt an sein Erbarmen,

    das er unsern Vätern verheißen hat, *
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

    Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
    und dem Heiligen Geist,

    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
    und in Ewigkeit. Amen.

  • Fürbitten

    Gott in den Anliegen von Kirche und Welt treten wir vor dich und bitten dich:
    A: Wir bitten dich, erhöre uns.
    – Für die Christen, die in der Welt Gewalt und Unterdrückung widerstehen.
    – Für alle, die noch heute unter den Folgen des Nationalsozialismus und des 2. Weltkriegs leiden.
    – Für die Opfer von politischer und religiöser Verfolgung.
    – Für einen dauerhaften und gerechten Frieden in den Kriegsgebieten der Erde.

  • Vaterunser

    Unser Glaube ist angefochten, daher müssen wir uns immer wieder neu im Gebet an Gott wenden. So beten wir mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …


Segen

Gott, segne uns mit Zuversicht in allen Zweifeln,
segne uns mit Gewissheit nach allen Fragen,
segne uns mit der Hoffnung, die festen Halt gibt. Amen.