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Heute in Te Deum

Donnerstag · 17. April 2014

Gründonnerstag

Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

1 Korinther 11,26

Der Abend des Gründonnerstags wird bereits zum österlichen Triduum gerechnet, weil nach biblischer und antiker Auffassung ein neuer Tag schon mit dem Vorabend beginnt. Die deutsche Bezeichnung Gründonnerstag leitet sich vom mittelhochdeutschen »gronan« (= weinen) ab, das in den Worten »grienen« oder »greinen« heute noch lebendig ist. An diesem Tag wurden in der frühen römischen Kirche diejenigen wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen, die während der Fastenzeit als öffentlich Büßende, die man auch Weinende nannte, von der Eucharistiefeier ausgeschlossen waren.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Mit neu vom Schlaf gestärkten Gliedern
stehn aufrecht wir, achten der Ruhe nicht;
wir, Vater, wollen Lob dir singen,
sei liebevoll uns nah, wir bitten dich.

Für dich erkling’ zuerst die Zunge,
des Herzens Glut such’ dich mit Leidenschaft,
dass für die Taten, die dann folgen,
du, Heiliger, der Anfang seist in Kraft.

Weit fliehe vor dem Licht das Dunkel,
die Nacht vor dem Gestirn des Tageslichts;
was eingebracht die Nacht an Sünde,
zerfall’ in Nichts vor dem Geschenk des Lichts.

Dies woll’n wir tief geneigt erflehen:
schneid mit der Wurzel ab, was schaden kann,
damit dir aus dem Munde derer,
die dir nun singen, ewig Lob erschall'.

Gewähre dies, du milder Vater,
und du, Einz’ger, dem Vater wesensgleich,
zusammen mit dem Tröstergeiste
herrschend durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
Nach »Somno refectis artibus« (6.–7. Jh.)

CANTICUM

1 Petrus 2,21a–24

Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, *
damit ihr seinen Spuren folgt.
Er hat keine Sünde begangen *
und in seinem Mund war kein trügerisches Wort.
Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; /
er litt, drohte aber nicht, *
sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.
Er hat unsere Sünden mit seinem Leib
auf das Holz des Kreuzes getragen, /
damit wir tot seien für die Sünden *
und für die Gerechtigkeit leben.
Durch seine Wunden *
seid ihr geheilt.
Canticum-Gebet
Ewiger Gott, du hast uns in Jesus Christus ein Beispiel gegeben. Lass uns ihm in seinem Leben und in der Treue in Leiden und Tod folgen.

Lesung

Johannes 13,14–15

Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen.

Bitten

Herr Jesus Christus, du hast deinen Jüngern ein Vorbild der Liebe und des Dienens gegeben, wir bitten dich:
A: Herr, sei uns gnädig.
– Mach uns bereit, einander zu dienen.
– Reinige uns von unseren Sünden.
– Hilf uns, das anzunehmen, was du uns schenken willst.

Vaterunser

Jesus Christus gibt uns Anteil am Vater. Dankbar erinnern wir uns an das, was er an uns getan hat, und beten mit seinen Worten: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns,
dass wir groß werden, indem wir uns beugen.
Segne uns,
dass wir herrschen, indem wir dienen lernen.
Segne uns,
dass wir aufsteigen, indem wir zu den Armen gehen.
Amen.

Ora et labora

Entfällt heute.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

1. Lesung

Exodus 12,1–8.11–14

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose und Aaron in Ägypten: Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der erste unter den Monaten des Jahres gelten. Sagt der ganzen Gemeinde Israel:
Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus. Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wie viel der Einzelne essen kann. Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen. Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Gegen Abend soll die ganze versammelte Gemeinde Israel die Lämmer schlachten. Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man das Lamm essen will. Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen.
So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn.
In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr. Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu eurem Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich in Ägypten dreinschlage.
Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!

Impuls

Im Paschafest, so wie es seit dem 7. Jh. v.Chr. von gläubigen Juden gefeiert wird, ist die Verschmelzung zweier ursprünglich verschiedener Frühlingsfeste zu erkennen: einmal das Fest der Hirten, die durch das Opfern von Tieren den Segen Gottes für ihre Herden erbaten, und dann das Fest der Ungesäuerten Brote, in dem die Bauern in Kanaan Gott mit dem aus frischen Körnern gewonnenen Brot für die neue Ernte dankten. Nach der Exoduserfahrung wurde das Paschafest explizit als Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten gedeutet. Das Volk Israel hat diese einschneidende historische Erfahrung immer als Gottes Werk angesehen und geglaubt. Von ihm, und nur von ihm, ist wahre Rettung zu erhoffen; diese Überzeugung zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Schrift. Neben der religiösen Bedeutung, der Erinnerung an die mächtige Befreiungstat Gottes und der Dankbarkeit über das Verschontbleiben vom drohenden Tod, ist dieses Fest durch seine sehr starke soziale Dimension charakterisiert: alle sollen genug zum Essen haben, und falls eine Familie zahlenmäßig klein ist, wird das Teilen eines Tieres mit den Nachbarn zur Selbstverständlichkeit! Auch im menschlichen Umgang mit Nahrung, und sei es ein Festessen, spiegelt sich der tiefe Respekt gegenüber dem, der alles Leben ermöglicht und schenkt!

2. Lesung

1 Korinther 11,23–26

Schwestern und Brüder! Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe:
Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Impuls

Die Überlieferung vom Letzten Mahl, während dem Jesus Brot und Wein mit seinen Freunden teilt, lesen wir bei den drei ersten Evangelisten und bei Paulus in seinem Brief an die Korinther, den er gegen 55 n.Chr. verfasst. Paulus legt im Gegensatz zu der synoptischen Tradition keinen Wert darauf zu präzisieren, ob es sich um das jüdische Paschamahl handelte oder nicht. Schon die ersten Christengemeinden erinnerten sich im gemeinschaftlichen Gebet mit diesen Worten an ihren Herrn und versammelten sich in seinem Namen. Für sie war diese Symbolhandlung Ausdruck des Neuen Bundes mit Gott, den Jesus in seiner Lebenshingabe ermöglicht hatte. Auf seine baldige Wiederkunft warteten sie voll Zuversicht.

Evangelium

Johannes 13,1–15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.
Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.
Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.
Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen!
Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.
Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.
Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Impuls

Jesus stellt die Gesellschaftsregeln radikal auf den Kopf, nicht nur bei der Fußwaschung. Sein unerhörtes Tun wird aber gerade in dieser Geste besonders greifbar und zugleich Sinn-intensiv, da der Verfasser die Episode als letzte Handlung Jesu vor seinem Leidensweg beschreibt. Das 4. Evangelium kennt kein Mahl mit sogenanntem Einsetzungsbericht; es spricht schon gar nicht von einem Paschamahl, da in seiner theologischen Deutung Jesus selber dieses neue Lamm ist das geopfert wird – Jesu Tod fällt bei Johannes zeitgleich mit dem Schlachten der Lämmer im Tempel. Aber die einzig von ihm tradierte Fußwaschung spielt während eines gemeinsamen Essens Jesu mit seinen Jüngern. Hier zeigt er ihnen noch einmal ganz konkret, nach welchen Regeln das Reich Gottes funktioniert: die Trennung in Herrschende und Knechte, Angesehene und Verachtete mit ihren ganzen gesellschaftlichen Zwängen und Diskriminierungen sind aufgehoben: es gibt nur gleichwertig anzuerkennende Menschen und Dienste. In der Fußwaschung lesen wir nicht nur einen Jesus der sich freiwillig erniedrigt und einen Sklavendienst erledigt, sondern auch einen Jesus der den Menschen in seiner menschlichen Arbeit, in seinem Menschsein ernst nimmt, unabhängig von jeglicher sozialen Anerkennung. Die Begebenheit hat in 2000-jähriger Geschichte nichts an Sprengkraft eingebüßt, und wir müssen ehrlicherweise mit Petrus eingestehen, dass wir uns oft schwer tun mit dem Verständnis und vor allem mit der Befolgung dieser Reich Gottes Regel.

Gebet

Gott du, uns ganz nah, du, der Mächtige, wirst zum Dienenden, du, der Große, beugst dich nieder in den Staub. Lass uns erkennen, dass uns das gegenseitige Dienen und die Bewegung nach unten, zu denen, die auf uns angewiesen, unsere eigentliche Größe ausmacht. Gib uns dich in jedem Bissen Brot, in jedem Schluck Wasser, damit unser Leben immer mit dir verbunden ist. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Geheimnis seiner Herrlichkeit
versenkt sich ein
in Brot und Wein.
Das höchste Gut
hat Leib und Blut
für unser Heil dem Tod geweiht.
Kommt, lasset uns anbeten.

Geheimnis seiner Gegenwart,
seit jener Nacht
uns übermacht,
da er sich bot
als Wein und Brot
und sich als Gott uns offenbart.
Kommt, lasset uns anbeten.

Geheimnis der Dreifaltigkeit,
das einverleibt
in uns verbleibt
und Leben heißt
und Glut und Geist
und Auferstehung uns verleiht.
Kommt, lasset uns anbeten.
Zeitgenössisch, Stundenbuch

CANTICUM

Weisheit 16,20–21.26; 17,1

Herr, dein Volk nährtest du mit der Speise der Engel *
und unermüdlich gabst du ihm fertiges Brot vom Himmel.
Deine Gabe gewährte jeden Genuss /
und entsprach jedem Geschmack; *
sie offenbarte deine zarte Liebe zu deinen Kindern.
Sie erfüllte das Verlangen eines jeden, der sie genoss, *
und verwandelte sich in alles, was einer wollte.
Deine geliebten Söhne, Herr, sollten daraus lernen: /
nicht die verschiedenartigen Früchte ernähren den Menschen, *
sondern dein Wort erhält alle, die dir vertrauen.
Groß und nicht zu ergründen sind deine Entscheide; *
darum verfiel in Irrtum, wer sich nicht belehren ließ.
Canticum-Gebet
Herr Jesus Christus, du gibst dich uns selbst in Brot und Wein. Mach uns fähig, dich aufzunehmen und so von Gott alles zu empfangen.

LESUNG

Exodus 12,1.14

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose und Aaron in Ägypten: Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Da Jesus die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.

Fürbitten

Wir beten zu Jesus Christus, der unseren Hunger nach Leben stillt:
V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
– Wir sehnen uns nach Fortschritten in den ökumenischen Gesprächen zur gemeinsamen Feier des Abendmahls.
– Wir erhoffen uns Erfolg beim Kampf gegen den Hunger in der Welt.
– Wir bitten um Kraft für die Ärzte und das Pflegepersonal in den Hospizen.
– Wir erbitten für alte und einsame Menschen Trost und Zuwendung.

Vaterunser

Jesus Christus schenkt sich uns. So wollen auch wir uns in der Liebe zu Gott und dem Nächsten verschenken. Wir beten: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns mit der Fülle deiner Gaben.
Segne uns mit dem Überfluss deiner Liebe.
Segne uns mit der Gemeinschaft mit dir, in der wir alles finden.
Amen.

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