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Heute in Te Deum

Montag · 30. Mai 2016

Und er sandte, als die Zeit kam,
einen Knecht zu den Weingärtnern,
damit er von den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten
des Weinbergs hole.

Markus 12,2


Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Seht, golden steigt das Licht empor –
da schwindet hin die dunkle Nacht,
die unsren richtungslosen Schritt
hart an des Abgrunds Rand gebracht.

Des neuen Tages heitres Licht
dringt tief in unsre Seele ein
und macht, von Arglist ungetrübt,
des Herzens Streben klar und rein.

Von Aug und Zunge, Mund und Hand
bleib jede böse Regung fern;
so führe uns der neue Tag
aus Finsternis zum Licht des Herrn.

Ein Auge schaut auf uns herab,
das über unsrem Leben wacht:
Es sieht voll Güte unser Tun
vom frühen Morgen bis zur Nacht.

Und jener letzte Morgen einst,
den wir erflehn voll Zuversicht,
er finde wachend uns beim Lob
und überströme uns mit Licht.

Gott Vater, dir und deinem Sohn
sei Lob und Dank und Herrlichkeit
und auch dem Geist, der bei uns ist,
jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.
Nach »Lux ecce surgit aurea (Sol ecce surgit igneus)«, Prudentius († nach 405), 5. Strophe: »Aurora iam spargit polum« (7.–8. Jh.), Stundenbuch; Melodie: GL 666 · KG 670

CANTICUM

Jesaja 5,1–7

Ich will ein Lied singen von meinem geliebten Freund, *
ein Lied vom Weinberg meines Liebsten.
Mein Freund hatte einen Weinberg *
auf einer fruchtbaren Höhe.
Er grub ihn um und entfernte die Steine *
und bepflanzte ihn mit den edelsten Reben.
Er baute mitten darin einen Turm *
und hieb eine Kelter darin aus.
Dann hoffte er, dass der Weinberg süße Trauben brächte, *
doch er brachte nur saure Beeren.
Nun sprecht das Urteil, Jerusalems Bürger *
und ihr Männer von Juda, *
im Streit zwischen mir und dem Weinberg!
Was konnte ich noch für meinen Weinberg tun, *
das ich nicht für ihn tat?
Warum hoffte ich denn auf süße Trauben? *
Warum brachte er nur saure Beeren?
Jetzt aber will ich euch kundtun, was ich mit meinem Weinberg
mache: /
Ich entferne seine schützende Hecke; *
so wird er zur Weide.
Seine Mauer reiße ich ein; *
dann wird er zertrampelt.
Zu Ödland will ich ihn machen. /
Man soll seine Reben nicht schneiden und soll ihn nicht
hacken; *
Dornen und Disteln werden dort wuchern.
Ich verbiete den Wolken, *
ihm Regen zu spenden.
Ja, der Weinberg des Herrn der Heere *
ist das Haus Israel
und die Männer von Juda sind die Reben, *
die er zu seiner Freude gepflanzt hat.
Er hoffte auf Rechtsspruch – doch siehe da: Rechtsbruch, *
und auf Gerechtigkeit – doch siehe da: Der Rechtlose
schreit.
CANTICUM-GEBET Treuer Gott, du hat dein Volk gesammelt und es geführt. Du kümmerst dich um uns und deine Liebe endet nie. Führe uns zu dir zurück, wenn wir dich verlassen.

Lesung

Markus 12,1

In jener Zeit begann Jesus, zu den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten in Form von Gleichnissen zu reden. Er sagte: Ein Mann legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden.

Bitten

Zu Jesus Christus, unserem Bruder, rufen wir am Beginn dieses Tages:
A: Wir bitten dich, erhöre uns!
¬ Schenke uns einen zuversichtlichen Glauben.
¬ Bewahre uns vor Angst und Trostlosigkeit.
¬ Mache uns frei, damit die Liebe Frucht tragen kann.

Vaterunser

Gott weiß, was wir brauchen, auch ohne unsere Worte. Aber wir finden Trost, wenn wir ihm unser Herz ausschütten. So beten wir: Vater unser im Himmel …

Segen

Herr, bleibe bei uns am heutigen Tag. Lass deinen Segen wie
die Frühlingssonne über unseren Taten und Wegen scheinen
und hilf, dass wir anderen zum Segen werden, der Menschen
aufblühen und wachsen lässt. Amen.

Ora et labora

Jesus Christus ist lebendiges, pulsierendes Leben, Liebe, voll des lebendig machenden Geistes. Gleichzeitig das Bild des harten Felsens, der Fels in der Brandung meines Lebens, die starke Treue und ewige Wahrheit. Dieser Stein lebt nicht nur, er kann auch andere beleben. Er kann uns Christen zu ähnlichen lebendigen Steinen machen, wenn wir ihm vertrauen, wenn wir in unserem Leben auf ihn bauen.

Francesca Redelberger (* 1960; Benediktinerin der Abtei St. Hildegard)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Lehre uns, Gott, und lass dein Wort fruchtbar werden in unserem Leben.

Lesung

2 Petrus 1,2–7

Liebe Schwestern und Brüder! Gnade sei mit euch und Friede in Fülle durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn. Alles, was für unser Leben und unsere Frömmigkeit gut ist, hat seine göttliche Macht uns geschenkt; sie hat uns den erkennen lassen, der uns durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat. Durch sie wurden uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt, damit ihr der verderblichen Begierde, die in der Welt herrscht, entflieht und an der göttlichen Natur Anteil erhaltet.
Darum setzt allen Eifer daran, mit eurem Glauben die Tugend zu verbinden, mit der Tugend die Erkenntnis, mit der Erkenntnis die Selbstbeherrschung, mit der Selbstbeherrschung die Ausdauer, mit der Ausdauer die Frömmigkeit, mit der Frömmigkeit die Brüderlichkeit und mit der Brüderlichkeit die Liebe.

Impuls

Wie der 1. Petrusbrief richtet sich auch der 2. Petrusbrief an Christen in Kleinasien, an Juden- wie auch an Heidenchristen. Die letzten Verse des heutigen Lesungsabschnitts weisen uns auf verschiedene Stufen hin, in denen sich geistliches Wachstum zeigt: Glaube – Tugend – Erkenntnis – Selbstbeherrschung – Ausdauer – Frömmigkeit – Brüderlichkeit – Liebe.
Es ist ein Weg, der hier umfangen wird vom Glauben und von der Liebe. Beide sind nie abstrakt, sondern wachsen in der Realität eines Menschen, der die inneren, meist unscheinbaren Aufgaben seines Lebens annimmt und darin reift.
Ich nehme eines dieser Worte wie einen Wanderstab in die Hand auf meinen Weg durch den heutigen Tag und alles, was er bringt. Ich nehme diesen Stab mit, ich halte mich an ihm und kann mich auf ihn stützen.

Evangelium

Markus 12,1–12

In jener Zeit begann Jesus zu den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten in Form von Gleichnissen zu reden.
Er sagte: Ein Mann legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen. Sie aber packten und prügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen fort. Darauf schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; auch ihn misshandelten und beschimpften sie. Als er einen dritten schickte, brachten sie ihn um. Ähnlich ging es vielen anderen; die einen wurden geprügelt, die andern umgebracht. Schließlich blieb ihm nur noch einer: sein geliebter Sohn. Ihn sandte er als Letzten zu ihnen, denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Die Winzer aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, dann gehört sein Erbgut uns. Und sie packten ihn und brachten ihn um und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus.
Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer töten und den Weinberg anderen geben. Habt ihr nicht das Schriftwort gelesen:
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?
Daraufhin hätten sie Jesus gern verhaften lassen; aber sie fürchteten die Menge. Denn sie hatten gemerkt, dass er mit diesem Gleichnis sie meinte. Da ließen sie ihn stehen und gingen weg.

Impuls

Von den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Ältesten, an die Jesus sich in seinem Gleichnis richtet, heißt es: Sie hatten gemerkt, dass er mit diesem Gleichnis sie meinte. Mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung lassen sie ihn nicht verhaften. Stattdessen lassen sie ihn stehen und gehen weg.
Auch wir wissen, dass sie gemeint waren. Zweifellos gibt es das, wofür sie stehen, in allen Generationen und allen Kulturen. Aber das zu wissen, soll mich nicht abhalten, mich selbst zu fragen, wo ich vielleicht gemeint bin, wo in mir Haltungen nisten und sich auswirken, die ihnen nicht unähnlich sind.
Jesus will ja sie und die Haltungen, für die sie beispielhaft im Text stehen, nicht von sich wegtreiben, sondern wirklich ansprechen. In einer Zeit der Stille will ich mich und meine Wirklichkeit von ihm ansprechen lassen.

Gebet

Gott, du willst uns den Weg des Lebens führen, willst, dass wir das Leben in Fülle finden. Alle Tage sprichst du zu uns, leitest uns und gibst uns, was wir brauchen, um auf dem Weg zu bleiben und einen Schritt weiterzugehen. Wir öffnen uns deinem Wort und deiner Leitung, wir lassen dich nicht stehen und gehen weg und anderswohin. Wir sind noch nicht in allem reif und liebevoll, aber wir glauben dir schon. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

O Gott, in deiner großen Macht
hast du, was aus den Wassern kam,
teils in die Flut zurückgesandt,
teils hoch erhoben in die Luft.

Die Fische tauchtest du ins Meer,
die Vögel warfst du hoch ins Blau,
und was dem gleichen Schoß entsprang,
ist nun getrennt nach Art und Ort.

O Herr, wir sind in Jesu Tod
wie in die Flut hineingetaucht:
Steh gnädig deinen Dienern bei,
die Wasser tauft und Blut entsühnt.

Gib, dass uns Kleinmut nicht erdrückt,
nicht Hochmut überheblich macht.
Zerbrich nicht das gebeugte Herz,
das stolze schütze vor dem Sturz.

Dies schenk uns, Vater voller Macht,
und du, sein Sohn und Ebenbild,
die ihr in Einheit mit dem Geist
die Schöpfung zur Vollendung führt. Amen.
Nach »Magnae Deus potentiae« 7.–8. Jh.) – Melodie: GL 705 · EG 467

PSALM 145

Verse 13b–21

Der Herr ist treu in all seinen Worten, *
voll Huld in all seinen Taten.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
und richtet alle Gebeugten auf.
Aller Augen warten auf dich *
und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.
Du öffnest deine Hand *
und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.
Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, *
voll Huld in all seinen Werken.
Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, *
allen, die zu ihm aufrichtig rufen.
Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er, *
er hört ihr Schreien und rettet sie.
Alle, die ihn lieben, behütet der Herr, *
doch alle Frevler vernichtet er.
Mein Mund verkünde das Lob des Herrn. *
Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen immer und
ewig!
PSALM-GEBET Gnädiger Gott, wir bauen nicht auf unsere Verdienste. Hilf uns in deiner reichen Barmherzigkeit.

LESUNG

2 Petrus 1,3

Liebe Schwestern und Brüder! Alles, was für unser Leben und unsere Frömmigkeit gut ist, hat seine göttliche Macht uns geschenkt; sie hat uns den erkennen lassen, der uns durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Der Herr erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

Fürbitten

Zu Jesus Christus, der gegen das Unrecht auf Erden Gottes Gerechtigkeit verkündet hat, rufen wir:
A: Christus, höre unser Beten!
¬ Stärke alle Christen im Blick auf dein heiliges Kreuz.
¬ Hilf allen, die wegen ihres Glaubens Vertreibung und Terror erleiden, Heilung und Trost zu finden.
¬ Segne alle, die sich für Asylsuchende engagieren.
¬ Begleite alle, die Sterbende in ihrer letzten Lebensphase liebevoll betreuen.

Vaterunser

Herr, du bist überall für uns da und hörst unser Flehen. Darum beten wir auch jetzt: Vater unser im Himmel …

Segen

Segne, guter Gott, uns alle in dieser Abendstunde.
Lass die Flüchtenden eine Bleibe und die Einsamen eine Gemeinschaft
finden. Lass die Traurigen ein Wort des Trostes
und die Reichen den Mut zur Großmut finden. Und schenke
Frieden allen, die sich danach sehnen. Amen.

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