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Heute in Te Deum

Donnerstag · 27. November 2014

Seht auf und erhebt eure Häupter,
weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21,28b


Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Das erfragte ich unter den Menschen
als gewaltigstes Wunder:
Als Erde nicht war noch hoher Himmel,
noch Baum noch Berg nicht war,
noch Sonne nicht schien noch Stern,
noch Mond nicht leuchtete,
noch das mächtige Meer,
als nirgends nichts war aller Enden und Wenden:
da war der eine allmächtige Gott,
der Herren mildester;
bei ihm viele Geister voll Herrlichkeit.
Doch eher als sie war der heilige Gott.

Allmächtiger Gott, der du Himmel und Erde geschaffen
und den Menschen viel Gutes gegeben hast,
verleihe mir in deiner Huld den rechten Glauben,
gewähre mir Weisheit und Klugheit und Kraft,
dem Verderber zu widerstehen,
das Böse zu meiden
und deinen Willen zu vollbringen. Amen.
Wessobrunner Gebet; 8. Jahrhundert

PSALM 98

Singt dem Herrn ein neues Lied; *
denn er hat wunderbare Taten vollbracht.
Er hat mit seiner Rechten geholfen *
und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht *
und sein gerechtes Wirken enthüllt
vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld *
und an seine Treue zum Hause Israel.
Alle Enden der Erde *
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,*
freut euch, jubelt und singt!
Spielt dem Herrn auf der Harfe, *
auf der Harfe zu lautem Gesang!
Zum Schall der Trompeten und Hörner *
jauchzt vor dem Herrn, dem König!
Es brause das Meer und alles, was es erfüllt, *
der Erdkreis und seine Bewohner.
In die Hände klatschen sollen die Ströme, *
die Berge sollen jubeln im Chor
vor dem Herrn, wenn er kommt, *
um die Erde zu richten.
Er richtet den Erdkreis gerecht, *
die Nationen so, wie es recht ist.
Psalm-Gebet
Herr Jesus Christus, in aller Not hoffen wir auf dich. Lass uns dich loben, weil du kommst und uns erlöst hast.

Lesung

Lukas 21,25a.26–28

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Der Herr hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.

Bitten

Wir beten zu Gott, der unsere Hilfe in jeder Not ist:
A: Gott, komm deinem Volk zu Hilfe.
– Stärke unsere Hoffnung, dass wir nicht niedergedrückt und ängstlich sind.
– Bewahre uns davor, die Augen vor der Verfolgung und Not in vielen Ländern der Erde zu verschließen.
– Hilf uns, den anderen selbstlos zu dienen.

Vaterunser

Gott selbst richtet uns auf und ist unsere Hilfe in Not und Leid. So beten wir voll Vertrauen das Gebet Jesu: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, bewahre uns vor der Angst, die uns verwirrt,
und lass uns deinen Willen erkennen.
Bewahre uns vor dem Schrecken, der uns in die Flucht treibt,
und führe uns sicher auf deinem Weg.
Bewahre uns vor dem Zweifel, der uns den Antrieb nimmt,
und lass uns in der Hoffnung auf dich neu anfangen.
Amen.

Ora et labora

S o vieles spricht dagegen,
Sorgengründe und das
»Es war schon immer so!«
Heute aber wage ich die Ausnahme.
Geh die nächsten Schritte voll Vertrauen.
Sei offen für das Unerwartete.
Das Unmögliche werde dir geboren.

Brigitte Enzner-Probst (* 1949; ev. Theologin und Hochschulpfarrerin, Bern)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Ewiger Gott, dein Wort lehre uns, dich zu loben.

Lesung

Offenbarung 18,1–2.21–23; 19,1–3.9a

Ich, Johannes, sah einen Engel aus dem Himmel herabsteigen; er hatte große Macht und die Erde leuchtete auf von seiner Herrlichkeit. Und er rief mit gewaltiger Stimme: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große! Zur Wohnung von Dämonen ist sie geworden, zur Behausung aller unreinen Geister und zum Schlupfwinkel aller unreinen und abscheulichen Vögel.
Dann hob ein gewaltiger Engel einen Stein auf, so groß wie ein Mühlstein; er warf ihn ins Meer und rief: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hinabgeworfen werden und man wird sie nicht mehr finden.
Die Musik von Harfenspielern und Sängern, von Flötenspielern und Trompetern hört man nicht mehr in dir. Einen kundigen Handwerker gibt es nicht mehr in dir. Das Geräusch des Mühlsteins hört man nicht mehr in dir.
Das Licht der Lampe scheint nicht mehr in dir. Die Stimme von Braut und Bräutigam hört man nicht mehr in dir. Deine Kaufleute waren die Großen der Erde, deine Zauberei verführte alle Völker.
Danach hörte ich etwas wie den lauten Ruf einer großen Schar im Himmel: Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht ist bei unserm Gott. Seine Urteile sind wahr und gerecht. Er hat die große Hure gerichtet, die mit ihrer Unzucht die Erde verdorben hat. Er hat Rache genommen für das Blut seiner Knechte, das an ihren Händen klebte.
Noch einmal riefen sie: Halleluja! Der Rauch der Stadt steigt auf in alle Ewigkeit.
Jemand sagte zu mir: Schreib auf: Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist.

Impuls

Babylon ist in der Offenbarung des Johannes ein Symbol. Der Name steht für die widergöttlichen Machtzentren dieser Welt. Es ist ein Inbegriff für Sünde und Dekadenz und Verführung. Babylon wird untergehen, verheißt der Text. Das Gegenbild zu Babylon ist das himmlische Jerusalem. Das ist dort, wo das Hochzeitsmahl des Lammes gefeiert werden wird, die Einladungen ergehen schon.

Evangelium

Lukas 21,20–28

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr seht, dass Jerusalem von einem Heer eingeschlossen wird, dann könnt ihr daran erkennen, dass die Stadt bald verwüstet wird. Dann sollen die Bewohner von Judäa in die Berge fliehen; wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in die Stadt gehen. Denn das sind die Tage der Vergeltung, an denen alles in Erfüllung gehen soll, was in der Schrift steht.
Wehe den Frauen, die in jenen Tagen schwanger sind oder ein Kind stillen. Denn eine große Not wird über das Land hereinbrechen: Der Zorn Gottes wird über dieses Volk kommen. Mit scharfem Schwert wird man sie erschlagen, als Gefangene wird man sie in alle Länder verschleppen und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden sich erfüllen.
Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.
Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Impuls

Dann sollen die Bewohner fliehen …, sagt Jesus. Von den heute 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde sind laut Bericht der UNFlüchtlingshilfe über 45,2 Millionen Flüchtlinge weltweit. Etwa 28,8 Millionen davon sind innerhalb ihres eigenen Landes geflohen. In Deutschland haben im Jahr 2011 insgesamt 53.347 Menschen einen Asylantrag gestellt, 1,5 % von ihnen wurden anerkannt, 54,7 % erhielten einen Ablehnungsbescheid. Offiziell leben in Deutschland 589.700 Flüchtlinge. Das ist ein gewaltiger Flüchtlingsstrom.
Wem solche Flucht erspart bleibt, flüchtet auch oft. Es scheint mir, was diese Flucht angeht, gibt es zwei Grundrichtungen, die Menschen nehmen können: die der Ausflucht oder die der Zuflucht.
Unter den 316 Bildern im Stuttgarter Psalter, einer Psalmenhandschrift von Anfang des 9. Jahrhunderts, die bis heute eine starke Ausdruckskraft besitzen, gibt es etwa 60 Bilder, die den Menschen in großer Bedrängnis zeigen. Sie zeigen auch, dass die Bedrängnisse höchst unterschiedliche Gründe haben. Aber eines ist immer gleich: Der Mensch in der Bedrängnis in diesen Bildern nimmt immer Zuflucht. Seine Not bringt ihn in Bewegung. Oft ist es die Zuflucht zu einem Gott, von dem noch nichts zu sehen ist, ein Laufen über den Rand hinaus. Und noch eins fällt auf, das allen Bildern gemeinsam ist: Der Mensch, der da Zuflucht nimmt, hat immer ausgestreckte, leere Hände. Oft sind die leeren Hände im Gebet zu Gott ausgestreckt, aber immer sind sie leer und immer ausgestreckt. Es sind Menschen auf dem Weg, die der letzte Vers des heutigen Evangeliums weist.

Gebet

Gott, noch ist die Not unter uns groß und vielfältig. Deine Einladungen sind zwar schon ergangen, aber die Bedrängnisse sitzen uns noch im Nacken und treiben uns davon, oft auch in die Fremde, oft auch in die Entfremdung von uns selbst. Die Bewegungen, in die die Nöte uns bringen, haben längst noch nicht immer die Richtung zu dir hin. Hilf uns, in die Haltung des Zufluchtnehmens hineinzuwachsen und andern Mut zu machen und zu helfen, die Zuflucht suchen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Du hast uns, Herr, geheißen,
zu warten, bis du kommst;
wir wollen uns bereiten
für diesen großen Tag.

Du willst bei Nacht erscheinen
im Dunkel wie ein Dieb:
So gib uns wache Herzen
und halt den Schlaf uns fern.

Vermehr in uns die Liebe,
die sich den Menschen schenkt;
lass uns einander dienen
und eines Sinnes sein.

Wir ziehen dir entgegen
und freuen uns auf dich.
Du wirst die Welt vollenden,
Gott Vater, Sohn und Geist. Amen.
Stundengebet Abtei Kellenried

PSALM 28

Verse 1–5.9

Zu dir rufe ich, Herr, mein Fels. *
Wende dich nicht schweigend ab von mir!
Denn wolltest du schweigen, *
würde ich denen gleich, die längst begraben sind.
Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie, *
wenn ich die Hände zu deinem Allerheiligsten erhebe.
Raff mich nicht weg mit den Übeltätern und Frevlern, /
die ihren Nächsten freundlich grüßen, *
doch Böses hegen in ihrem Herzen.
Vergilt ihnen, wie es ihrem Treiben entspricht, *
und ihren bösen Taten.
Vergilt ihnen, wie es das Werk ihrer Hände verdient. *
Wende ihr Tun auf sie selbst zurück!
Denn sie achten nicht auf das Walten des Herrn *
und auf das Werk seiner Hände.
Darum reißt er sie nieder *
und richtet sie nicht wieder auf.
Hilf deinem Volk und segne dein Erbe, *
führe und trage es in Ewigkeit!
Psalm-Gebet
Starker Gott, keine Macht, die sich gegen dich stellt, wird bestehen. Gib uns die Kraft, auf dich zu vertrauen, und schenke uns dein Heil.

LESUNG

Offenbarung 19,1–2a

Danach hörte ich etwas wie den lauten Ruf einer großen Schar im Himmel: Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht ist bei unserm Gott. Seine Urteile sind wahr und gerecht.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Die Hungernden beschenkt der Herr mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.

Fürbitten

Lasst uns zu Gott beten, der voll Erbarmen ist, doch vor dem das Böse keinen Bestand hat:
A: Herr, unser Gott, erhöre uns.
– Für die jungen Menschen, die einen geistlichen Beruf ergreifen wollen.
– Für den inneren Frieden in den arabischen Ländern.
– Für die Asylbewerber in unserem Land.
– Für alle Frauen, die ein Kind erwarten.

Vaterunser

Wir sind eingeladen zum Hochzeitsmahl des Lammes. Wer dieser Einladung folgt, wird Leben und Freude erben. So beten wir: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns, dass unsere Herzen nicht hart werden
und sich verschließen.
Segne uns, dass unser Blick sich nicht vom Leid abwendet
und wir nur für uns leben.
Segne uns, dass wir nicht gedankenlos und träge werden
und über andere Menschen hinweggehen.
Amen.

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