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Heute in Te Deum

Samstag · 23. Mai 2015

Dies ist der Jünger, der dies alles bezeugt und aufgeschrieben hat,
und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.

Johannes 21,24


Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Komm, Geist, von Christus uns gesandt,
ergieße dich in unser Herz;
beseele uns an diesem Tag
und lenke alles, was wir tun.

Steh du uns bei, Gott nah zu sein
in allem, was uns widerfährt.
Entfache unsre Liebe neu
und lass uns eines Sinnes sein.

Dann singen wir vereint das Lob
dem Vater, der uns an sich zieht,
dem Sohn, der uns in Liebe sucht,
in dir, dem Geist, der beide eint. Amen.
Deutsches Hymnar

PSALM 116

Verse 1–9

Ich liebe den Herrn; *
denn er hat mein lautes Flehen gehört
und sein Ohr mir zugeneigt *
an dem Tag, als ich zu ihm rief.
Mich umfingen die Fesseln des Todes, /
mich befielen die Ängste der Unterwelt, *
mich trafen Bedrängnis und Kummer.
Da rief ich den Namen des Herrn an: *
»Ach Herr, rette mein Leben!«
Der Herr ist gnädig und gerecht, *
unser Gott ist barmherzig.
Der Herr behütet die schlichten Herzen; *
ich war in Not und er brachte mir Hilfe.
Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! *
Denn der Herr hat dir Gutes getan.
Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, /
meine Tränen getrocknet, *
meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten.
So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn *
im Land der Lebenden.
PSALM-GEBET Gütiger Gott, in deiner Liebe kommst du uns zu Hilfe. Richte uns auf und schenke uns dein Leben.

Lesung

Johannes 21,25

Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

In jener Zeit sprach Jesus zu Simon Petrus: Folge mir!

Bitten

Herr und Bruder Jesus Christus, am Beginn des Tages wollen wir deinen Beistand erbitten:
A: Herr, wende dich uns zu!
¬ Lass uns heute Menschen begegnen, die gesegnet sind.
¬ Hilf uns, andere Menschen froh zu machen.
¬ Zeige uns den Weg, den wir gehen sollen.

Vaterunser

Wir sind Kinder Gottes, weil Jesus uns erlöst. Dankbar beten wir daher zum Vater mit seinem Wort: Vater unser im Himmel …

Segen

Herr, segne uns mit Glaubensfreude und Humor.
Segne uns mit Gelassenheit und Güte.
Segne uns mit Vertrauen und Sanftmut.
Und sei bei uns auf all unseren Wegen. Amen.

Ora et labora

Der Ruf Jesu ergeht, und ohne jede weitere Vermittlung folgt die gehorsame Tat des Gerufenen. Die Antwort des Jüngers ist nicht ein gesprochenes Bekenntnis des Glaubens an Jesus, sondern das gehorsame Tun.

Dietrich Bonhoeffer (1906–1945, evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, führe uns durch dein Wort in dein Reich.

Lesung

Apostelgeschichte 28,16–20.30–31

Nach unserer Ankunft in Rom erhielt Paulus die Erlaubnis, für sich allein zu wohnen, zusammen mit dem Soldaten, der ihn bewachte.
Drei Tage später rief er die führenden Männer der Juden zusammen.
Als sie versammelt waren, sagte er zu ihnen: Brüder, obwohl ich mich nicht gegen das Volk oder die Sitten der Väter vergangen habe, bin ich von Jerusalem aus als Gefangener den Römern ausgeliefert worden. Diese haben mich verhört und wollten mich freilassen, da nichts gegen mich vorlag, worauf der Tod steht. Weil aber die Juden Einspruch erhoben, war ich gezwungen, Berufung beim Kaiser einzulegen, jedoch nicht, um mein Volk anzuklagen.
Aus diesem Grund habe ich darum gebeten, euch sehen und sprechen zu dürfen. Denn um der Hoffnung Israels willen trage ich diese Fesseln.
Er blieb zwei volle Jahre in seiner Mietwohnung und empfing alle, die zu ihm kamen. Er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor.

Impuls

Jude sein im Römischen Reich – das bedeutete jeden Tag aufs Neue: Leben mit der Angst vor Willkür und dem Risiko, den Status der »religio licita«, der erlaubten Religion, zu verlieren. Sich in dieser Situation zur Botschaft von der Königsherrschaft Gottes zu bekennen, barg höchste politische Brisanz. Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, zeichnet Parallelen zur Geschichte Jesu. Paulus steht nicht in der Schusslinie der Römer, sondern der Juden. Wie viel Gewicht deren politische Sorge innerhalb der Glaubensdifferenzen einnahm, wissen wir nicht. Paulus selbst dagegen trägt die Botschaft vom Reich Gottes »freimütig« über alle bereits erlebten und zu erwartenden Leiden und Tränen. Zwei Jahre lang bleibt er unbehelligt in seiner Verkündigung, doch auch das überzeugt die Juden nicht.
Die Apostelgeschichte bleibt ehrlich und endet ohne Antwort auf die Frage nach der einen Kirche für Juden und Heiden.

Evangelium

Johannes 21,20–25

In jener Zeit sprach Jesus zu Simon Petrus: Folge mir! Petrus wandte sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte, diesem folgte. Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird? Als Petrus diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm? Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach!
Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an?
Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.
Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.

Impuls

Spekulationen über Zuständigkeiten werden hier verarbeitet. Das Kapitel ist geschrieben zu einem Zeitpunkt (ca. 64 – 67 n. Chr.), als Petrus schon das Martyrium erlitten hatte. Da ist der Gedanke verlockend, es könnte einen Verantwortlichen für die junge Gemeinde geben, der nicht nur ein besonders inniges Verhältnis zu Jesus hatte, sondern sogar unsterblich ist! Wäre er dann nicht ein echter Garant für eine zweifelsfreie Orientierung und Anleitung?
Keine grauen Theorien bitte, ist die Antwort Jesu. Es ist wichtiger, sich selbst auf den Weg der Nachfolge zu begeben, als Konzepte für andere zu erstellen.

Gebet

Gott, die eigene Aufgabe klar zu erkennen, fällt oft viel schwerer, als dem anderen einen gangbaren Weg aufzuzeigen. Ich möchte wach sein für einen guten Rat oder einen wohlwollenden Wink von Menschen, die es gut mit mir meinen. Vor allem aber soll mein Sinn offen sein für das, was du, Gott, mit mir vorhast. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Herr, Gott, du Ursprung aller Ding’,
als du die ganze Welt erschufst,
hast du das weite All erfüllt
mit deiner Gaben Überfluss.

Und da das große Werk vollbracht,
hast du geruht am siebten Tag,
damit auch wir von unsern Mühn
ausruhen und erleichtert sind.

Uns, die dem Tod entgegengehn,
gewähr den Geist der Buße,
Herr, gib uns den Eifer für dein Reich,
beschenke uns mit deinem Heil.

Und wenn uns vor dem Endgericht
die große Todesangst befällt,
dann hol uns in die Freude heim;
lass uns in deinem Frieden ruhn.
Neues Stundenbuch
Melodie: GL 220 • KG 455

PSALM 37

Verse 30–34a.37.39–40

Der Mund des Gerechten bewegt Worte der Weisheit *
und seine Zunge redet, was recht ist.
Er hat die Weisung seines Gottes im Herzen, *
seine Schritte wanken nicht.
Der Frevler belauert den Gerechten *
und sucht ihn zu töten.
Der Herr überlässt ihn nicht seiner Hand, *
lässt nicht zu, dass man ihn vor Gericht verurteilt.
Hoffe auf den Herrn *
und bleib auf seinem Weg!
Achte auf den Frommen und schau auf den Redlichen! *
Denn Zukunft hat der Mann des Friedens.
Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn, *
er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not.
Der Herr hilft ihnen und rettet sie, *
er rettet sie vor den Frevlern;
er schenkt ihnen Heil, *
denn sie suchen Zuflucht bei ihm.
PSALM-GEBET Treuer Gott, lege uns deine Weisung ins Herz und gib uns Kraft zu dem, was du von uns wünschst. Mach uns bereit, auch unter Widerständen und bei Angriffen zu dir zu halten.

LESUNG

Apostelgeschichte 28,30–31

Paulus blieb zwei volle Jahre in seiner Mietwohnung und empfing alle, die zu ihm kamen. Er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an?

Fürbitten

Lasst uns zu Gott beten, der den Bund mit seinem Volk treu bewahrt:
A: Höre unser Beten!
¬ Um Segen und Freude für alle, die sich in kirchlichen Vereinen und Instituten engagieren.
¬ Um Schutz und Beistand für alle schwangeren Frauen und ihre Familien.
¬ Um Gottes guten Geist für Dichter, Musiker und Kunstmaler mit ihrer Schaffenskraft.
¬ Um Trost und Zuwendung für alle Einsamen.

Vaterunser

Der Geist treibt uns an, die Liebe des himmlischen Vaters zu bezeugen. Nach dem Rat Jesu tun wir es, indem wir beten: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, du hast uns in der Taufe angenommen.
Segne uns und behüte uns.
Du hast uns in Christi Kreuz Versöhnung geschenkt.
Segne und befreie uns.
Du hast uns den heiligen Geist verheißen als Beistand in allen
Lebenslagen.
Segne und vollende uns. Amen.

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