Dienstag · 15. September 2026
Ihr seid der Leib Christi
und jeder Einzelne ein Glied
1 Korinther 12,27
Gedenktag der Schmerzen Mariens Im Mittelalter wurde die mater dolorosa, die Schmerzensmutter, ganz besonders verehrt. Im Jahr 1814 wurde dieser Gedenktag von Papst Pius VII. allgemein eingesetzt. Er wollte damit für seine Rückkehr aus der französischen Gefangenschaft danken. Papst Pius X. verlegte den Gedenktag auf den 15. September, den Tag nach dem Fest der Kreuzerhöhung.
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
Du guter Schöpfer allen Seins,
blick auf uns, die du führst und lenkst;
wir sind noch eingetaucht in Schlaf,
befreie uns von träger Ruh.
Dich, Christus, Heil’ger, bitten wir,
vergib uns gütig unsre Schuld.
Zu deinem Lobpreis stehn wir auf
und brechen ab die Ruh der Nacht.
Wir heben Herz und Händ’ empor,
wie es uns einstmals der Prophet
bei Nacht zu tun geboten hat
und Paulus durch sein Tun uns lehrt.
Du siehst, was Böses wir getan,
verborgne Taten sein dir kund,
und unter Tränen bitten wir:
erlass uns, was uns wurd’ zur Schuld.
Dir, Christus, König voller Huld,
dir, Vater, sei die Herrlichkeit,
zugleich auch mit dem Tröstergeist
für alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
Nach „Rerum creator optime“, 6. Jahrhundert (?)
Melodie: GL 675 -
PSALM 22
Verse 2–12
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, *
bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?
Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; *
ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe.
Aber du bist heilig, *
du thronst über dem Lobpreis Israels.
Dir haben unsre Väter vertraut, *
sie haben vertraut und du hast sie gerettet.
Zu dir riefen sie und wurden befreit, *
dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, *
der Leute Spott, vom Volk verachtet.
Alle, die mich sehen, verlachen mich, *
verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
»Er wälze die Last auf den Herrn, *
der soll ihn befreien!
Der reiße ihn heraus, *
wenn er an ihm Gefallen hat.«
Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, *
mich barg an der Brust der Mutter.
Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, *
vom Mutterleib an bist du mein Gott.
Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe *
und niemand ist da, der hilft.
PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, höre auf unser Schreien, denke an das Leiden deines Sohnes und reiß uns aus aller Not. -
Lesung
Johannes 19,25–27
In jener Zeit standen bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Gott, Schöpfer und Vater, du bist uns zuinnerst nahe. Wir bitten dich:
A: Gott, bleibe uns nahe.
– Mach uns bereit, anderen in ihrer Trauer beizustehen.
– Hilf uns, Menschen zu begleiten, die allein sind.
– Führe uns mit Menschen zusammen, auf die wir uns verlassen können. -
Vaterunser
Auch in den schweren Stunden dürfen wir voll Vertrauen und Hoffnung das Gebet sprechen, das uns Jesus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
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Ora et labora
Sterben ist wie Leben ein soziales Geschehen, es geschieht im Kontext eines großen Miteinanders … Es gibt ja nicht allein die, die gehen, sondern auch die, die zurückbleiben.
Susanne Breit-Keßler (* 1954; evangelische Theologin, ehem. Regionalbischöfin)
Segen
Gott, allmächtiger Vater, segne uns als Glieder deiner Kirche.
Dein Segen verwandle Ratlosigkeit in Zuversicht,
Enttäuschung in die Kraft, neue Wege zu gehen.
Wecke in uns die Hoffnung, wenn alles verloren scheint.
Dein Segen berge uns in deiner Liebe. Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gütiger Gott, dein Wort stärke uns und befreie uns aus der Angst.
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Lesung
1 Korinther 12,12–14.27–31a°
Schwestern und Brüder! Wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Auch der Leib besteht nicht nur aus e i n e m Glied, sondern aus vielen Gliedern.
Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm. So hat Gott in der Kirche die einen erstens als Apostel eingesetzt, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Machttaten zu wirken, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.
Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Machttaten zu wirken? Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle übersetzen?
Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!Impuls
Mich erinnert Paulus hier spontan an den Coach einer Fußballmannschaft, die massive Motivationsprobleme hat. Aufgespalten in einzelne Fraktionen, die untereinander rivalisieren und sich zum Teil verachten, kann sie auf dem Platz nicht mehr vernünftig agieren. Für die potenziellen Gegner sind sie ein gefundenes Fressen. »Das darf nicht sein!«, sagt Paulus entschieden und beschwört den alten »Team Spirit«. »Er hat uns doch zu einer Mannschaft zusammengeschweißt, bei dem jedem Teil eine Funktion für das Ganze zukommt. Nur gemeinsam sind wir stark, jetzt im Training und später auf dem Platz!« Aber Paulus hat noch mehr im Sinn. Richtige Motivation muss tief im Gemüt der Menschen ansetzen. Der begnadete Fußballer Franz Beckenbauer (1945–2024) konnte davon einmal ein Lied singen: »Gute Freunde kann niemand trennen, gute Freunde sind nie allein, weil sie eines im Leben können, füreinander da zu sein«.
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Evangelium
Johannes 19,25–27°
In jener Zeit standen bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Mágdala.
Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter!
Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.Impuls
Die römischen Soldaten haben Jesus ans Kreuz geschlagen. Sein Ende ist nur noch eine Frage der Zeit. Von den Jüngern lässt sich niemand blicken. Einzig Jesu engste Begleiterinnen sind auszumachen. Bei Markus (Mk 15,40) und Lukas (Lk 27,55) verfolgen sie das Geschehen von weitem. Allein der Evangelist Johannes macht den Abschied zu einer zukunftsweisenden Szene. Bei ihm sind die Frauen dicht beim sterbenden Jesus. Seine Mutter Maria, die ihm einst das Leben schenkte, begleitet ihn jetzt, da er aus dem Leben scheidet. Dann geschieht das Unerwartete: Der scheidende Jesu stellt eine neue familiäre Bindung her zwischen seiner Mutter und dem »Schüler« (so im griechischen Text), den er liebte. Er stiftet die Adoption eines »neuen Sohnes« und macht so die menschliche Herkunftsfamilie wieder ganz. Zugleich »transzendiert« er sie hin zu einem neuen christlichen Modell der »Familia Dei« wie es die »Reich Gottes Verkündigung« intendiert. Auch so gesehen stiftet der Tod Jesu zukünftiges, tragfähiges Leben.
Gebet
Guter Vater, ein Leben lang machen wir Pläne, legen unsere Hoffnung in kleine oder große Dinge, um irgendwann feststellen zu müssen, dass der Aufwand zu groß und der Ertrag zu klein war. Aber auch unsere Enttäuschungen sind bei dir nicht umsonst. Denn du fügst am Ende alles zusammen, sodass wir den Sinn erkennen. Dank sei dir, guter Vater. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
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HYMNUS
Ja, ich will euch tragen
bis zum Alter hin.
Und ihr sollt einst sagen,
dass ich gnädig bin.
Ihr sollt nicht ergrauen,
ohne dass ich’s weiß,
müsst dem Vater trauen,
Kinder sein als Greis.
Ist mein Wort gegeben,
will ich es auch tun,
will euch milde heben:
Ihr dürft stille ruhn.
Stets will ich euch tragen
recht nach Retterart.
Wer sah mich versagen,
wo gebetet ward?
Denkt der vor’gen Zeiten,
wie, der Väter Schar
voller Huld zu leiten,
ich am Werke war.
Denkt der frühern Jahre,
wie auf eurem Pfad
euch das Wunderbare
immer noch genaht.
Lasst nun euer Fragen,
Hilfe ist genug.
Ja, ich will euch tragen,
wie ich immer trug.
Jochen Klepper; EG 380 -
PSALM 28
Verse 1–3.9
Zu dir rufe ich, Herr, mein Fels. *
Wende dich nicht schweigend ab von mir!
Denn wolltest du schweigen, *
würde ich denen gleich, die längst begraben sind.
Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie, *
wenn ich die Hände zu deinem Allerheiligsten erhebe.
Raff mich nicht weg mit den Übeltätern und Frevlern, /
die ihren Nächsten freundlich grüßen, *
doch Böses hegen in ihrem Herzen.
Hilf deinem Volk und segne dein Erbe, *
führe und trage es in Ewigkeit!
PSALM-GEBET: Gütiger Gott, du hörst unser Rufen. Komm uns mit deiner Hilfe entgegen und stärke uns mit deinem Segen. -
LESUNG
1 Korinther 12,12–13a
Wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.
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Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Der Herr nimmt sich seines Knechtes Israel an.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Gott, du schenkst uns Leben in Fülle. Wir bitten dich:
A: Herr, unser Gott, erhöre uns.
– Für die Seelsorger, die Trauernde begleiten.
– Für einen stabilen Frieden im Nahen Osten.
– Für ein gutes Verhältnis der Generationen.
– Für alle, die um einen Verstorbenen trauern. -
Vaterunser
Jesus Christus ist mit seinem Gebet erhört und von der Angst befreit worden. So dürfen auch wir voll Zuversicht beten: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne unsere Tränen,
die wir um uns und andere weinen.
Segne die Schmerzen,
die das Leiden in der Welt in uns weckt.
Segne uns mit deiner Hoffnung,
in der wir alles zu dir bringen können. Amen.