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Heute in Te Deum

Mittwoch · 8. Juli 2015

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!

Hosea 10,12a

Kilian und Gefährten Der irische Wanderbischof Kilian predigte ab 687 mit dem Diakon Totnan und dem Priester Kolonat in Würzburg und bekehrte die thüringische Herzogsfamilie zum Glauben an Christus. 689 wurde er aus Rache ermordet.
L: Weish 3,1–9; E: Lk 6,17–23

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Was für ein fremdartiges Wunder,
der Weisheit Gottes
überaus schönes Kunstwerk,
die sichtbare Schöpfung,
die mitteilt
die Herrlichkeit des
allmächtigen Schöpfers
des Himmels und der Erde,
der alles Sichtbare
und Unsichtbare
durch das Wort
zusammenstellte.
Herr,
wie groß sind deine Werke,
rufen wir Gläubigen
und verherrlichen dich,
Anfangloser!
Orthodoxes Sticheron zu den Lichtpsalmen der Vesper


aus der Gebetsordnung für den Tag der Schöpfung am 1. September
zusammengestellt von Metropolit Nikodemos von Patras 1990

PSALM 19

Verse 2–7

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, *
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem andern, *
eine Nacht tut es der andern kund,
ohne Worte und ohne Reden, *
unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, *
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.
Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut. *
Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam;
sie frohlockt wie ein Held *
und läuft ihre Bahn.
Am einen Ende des Himmels geht sie auf /
und läuft bis ans andere Ende; *
nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.
PSALM-GEBET Allmächtiger Gott, dein Wort durchdringt die Welt und offenbart deine Macht und Größe. Mach uns bereit, von dir Zeugnis zu geben.

Lesung

Matthäus 10,1

Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Der Herr hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet.

Bitten

Zu Christus, der uns täglich neu in seinen Dienst ruft, beten wir:
A: Kyrie eleison!
¬ Erwecke uns und deine Kirche immer neu zu Dienst und Lobpreis
¬ Gib uns Liebe, die dem Frieden dient.
¬ Führe uns auf deinen Wegen hin zu denen, die uns brauchen.

Vaterunser

Vertrauen wir Gottes Güte und beten wir mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns an diesem neuen Tag!
Öffne uns Augen, Ohren und Herz, damit wir segensreich
wirken können.
Und leg deinen Segen auf alle, die uns Gutes tun. Amen.

Ora et labora

Nachfolge – das heißt: Folge mir nach, laufe hinter mir her! Das ist alles. Man ist herausgerufen und soll »heraustreten« aus der bisherigen Existenz. Das Alte bleibt zurück, es wird ganz hingegeben.

Dietrich Bonhoeffer ( 1906–1945; evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gütiger Gott, dein Wort nähre uns und bewahre uns vor dem Tod.

Lesung

Genesis 41,55–57; 42,5–7a.17–24a

In jenen Tagen, da ganz Ägypten Hunger hatte, schrie das Volk zum Pharao nach Brot. Der Pharao aber sagte zu den Ägyptern: Geht zu Josef! Tut, was er euch sagt.
Als die Hungersnot über das ganze Land gekommen war, öffnete Josef alle Speicher und verkaufte Getreide an die Ägypter. Aber der Hunger wurde immer drückender in Ägypten. Auch alle Welt kam nach Ägypten, um bei Josef Getreide zu kaufen; denn der Hunger wurde immer drückender auf der ganzen Erde.
Die Söhne Israels kamen mitten unter anderen, die auch gekommen waren, um Getreide zu kaufen; denn Hungersnot herrschte in Kanaan. Josef verwaltete das Land. Er war es, der allen Leuten im Lande Getreide verkaufte. So kamen Josefs Brüder und warfen sich vor ihm mit dem Gesicht zur Erde nieder. Als Josef seine Brüder sah, erkannte er sie. Aber er gab sich ihnen nicht zu erkennen, sondern fuhr sie barsch an. Dann ließ er sie für drei Tage in Haft nehmen.
Am dritten Tag sagte Josef zu ihnen: Tut Folgendes und ihr werdet am Leben bleiben, denn ich fürchte Gott: Wenn ihr ehrliche Leute seid, soll einer von euch Brüdern in dem Gefängnis zurückgehalten werden, in dem ihr in Haft gewesen seid. Ihr anderen aber geht und bringt das gekaufte Getreide heim, um den Hunger eurer Familien zu stillen. Euren jüngsten Bruder aber schafft mir herbei, damit sich eure Worte als wahr erweisen und ihr nicht sterben müsst. So machten sie es.
Sie sagten zueinander: Ach ja, wir sind an unserem Bruder schuldig geworden. Wir haben zugesehen, wie er sich um sein Leben ängstigte. Als er uns um Erbarmen anflehte, haben wir nicht auf ihn gehört. Darum ist nun diese Bedrängnis über uns gekommen.
Ruben entgegnete ihnen: Habe ich euch nicht gesagt: Versündigt euch nicht an dem Kind! Ihr aber habt nicht gehört. Nun wird für sein Blut von uns Rechenschaft gefordert.
Sie aber ahnten nicht, dass Josef zuhörte, denn er bediente sich im Gespräch mit ihnen eines Dolmetschers. Er wandte sich von ihnen ab und weinte.

Impuls

Sie wissen nicht, wer vor ihnen steht, doch Josefs Brüder begreifen sofort, dass sie gerade von der Vergangenheit eingeholt werden. Ohne Widerspruch fügen sie sich den schwerwiegenden Auflagen des unbekannten Mannes in Ägypten. Das dunkelste Kapitel ihres Lebens ist noch längst nicht abgeschlossen: nicht bekannt, nicht gesühnt, nicht verziehen. Ungeklärt lauert das einst Geschehene unter einer Decke, die sich zu heben beginnt. Die Zeit hat die Wunden nicht geheilt.
In Josefs Tränen fließen viele bedrückende Erfahrungen zusammen: Das Verständnis für die Eifersucht der Brüder. Das Bereuen seiner kränkenden Provokationen den Geschwistern gegenüber. Dann das leidvolle Durchleben von Verrat, Verkauf, Verlust. Viel zu tief liegen die Verletzungen, als dass einfach Gras darüber wachsen könnte. Das wahre Wunder dieser Erzählung ist, dass nun der Prozess einer fast unmöglich geglaubten Versöhnung beginnt.

Evangelium

Matthäus 10,1–7

In jener Zeit rief Jesus seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat.
Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.

Impuls

Der Abschnitt vermittelt eine strenge Systematik. Ein exaktes Mitarbeiterverzeichnis mit klar definierten Aufgaben. Auch für den Glauben, die Nachfolge und die Mission gilt die Lebensweisheit: Es ist wichtig, sich nicht zu verzetteln oder zu überfrachten. Es kann heilsam sein, manche Posten abzugeben, um dann dem Kernauftrag besser zu dienen.

Gebet

Gott, wenn unser Leben prall gefüllt ist mit Aufgaben, Beziehungen und Informationen, ist dein Auftrag an uns in der Dichte des Alltags oft verschüttet. Wenn wir zurückgezogen und einsam sind, ist es schwer, in eine wirksame Verbindung mit der übrigen Welt zu gelangen. Wir bitten dich: Lasse uns unsere wahren Aufgaben erkennen, damit wir zu Boten deines Reiches heranreifen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Schon neigt der Tag dem Abend zu,
die Schatten werden länger.
Vergänglich ist, was uns umgibt,
du aber bleibst bestehen.

Im Tageslicht, das steigt und sinkt,
wird uns die Zeit bemessen,
bis uns der Tod hinüberführt,
wo alle Grenzen fallen.

Lob sei dem Vater und dem Sohn,
Lob sei dem Heil’gen Geiste.
Wie es von allem Anfang war,
jetzt und für alle Zeiten.
Nach »Rerum, Deus, tenax vigor«; Ambrosius († 397) zugeschrieben
Melodie: GL 462 · KG 46 (beide letzte Melodiezeilen entfallen)

PSALM 14

Die Toren sagen in ihrem Herzen: *
»Es gibt keinen Gott.«
Sie handeln verwerflich und schnöde; *
da ist keiner, der Gutes tut.
Der Herr blickt vom Himmel herab auf die Menschen, *
ob noch ein Verständiger da ist, der Gott sucht.
Alle sind sie abtrünnig und verdorben, *
keiner tut Gutes, auch nicht ein Einziger.
Haben denn all die Übeltäter keine Einsicht? *
Sie verschlingen mein Volk.
Sie essen das Brot des Herrn, *
doch seinen Namen rufen sie nicht an.
Es trifft sie Furcht und Schrecken; *
denn Gott steht auf der Seite der Gerechten.
Die Pläne der Armen wollt ihr vereiteln, *
doch ihre Zuflucht ist der Herr.
Ach, käme doch vom Zion Hilfe für Israel! /
Wenn einst der Herr das Geschick seines Volkes wendet, *
dann jubelt Jakob, dann freut sich Israel.
PSALM-GEBET Gütiger Gott, du bist unser Vater, der uns Gutes tun will. Lehre uns deine Gebote, damit wir Heil und Leben finden.

LESUNG

Genesis 42,21

Die Brüder Josefs sagten zueinander: Ach ja, wir sind an unserem Bruder schuldig geworden. Wir haben zugesehen, wie er sich um sein Leben ängstigte. Als er uns um Erbarmen anflehte, haben wir nicht auf ihn gehört. Darum ist nun diese Bedrängnis über uns gekommen.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat der Herr geschaut.

Fürbitten

Zu Gott, dessen Liebe von Aposteln und Propheten verkündet wird, rufen wir:
A: Gott, guter Vater, höre uns!
¬ Stärke alle Männer und Frauen, die sich für die Verkündigung des Evangeliums einsetzen.
¬ Hilf allen, die nicht an die Liebe und Erlösungsmacht Christi glauben können.
¬ Segne alle Therapeuten, die psychisch erkrankte Menschen betreuen, und gib ihrem Wirken Erfolg.
¬ Tröste alle, die um einen Verstorbenen trauern.

Vaterunser

Gott will uns in Freiheit zum Frieden führen. Seiner Liebe vertrauen wir und rufen: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, schenke deinen Segen in dieser Abendstunde!
Schenk uns den Frieden, den dein Wort verheißt,
und segne alle,
die uns heute Worte des Lebens geschenkt haben. Amen.

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