Heute in Te Deum
Samstag · 19. Mai 2012
Ich bin vom Vater ausgegangen
Johannes 16,28
und in die Welt gekommen;
ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
Hymnus
Christus, wir bitten dich, gewähr,
um was die Deinen betend flehn,
dass doch das Böse in der Welt
den Glauben nicht gefangen hält;
dass nicht das Denken gottfern sei,
dass keinen treffe unser Neid,
wir nicht vergelten, was verletzt,
und Gutes Böses überwind’.
Aus unserm Herzen sei gebannt
Zorn, Arglist und der harte Stolz,
und auch die Habsucht sei ihm fern,
die Wurzel allen Übels ist.
Die Liebe, unverstellt und klar,
schütz und erhalt den Friedensbund,
und ungebroch'ne Gläubigkeit
bewahr die Keuschheit unversehrt.
Dir, Christus, König voller Huld,
dir, Vater, sei die Herrlichkeit,
zugleich auch mit dem Tröstergeist
für alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
Nach »Christe, precamur adnuas«
Melodie: GL 675 • KG 262
PSALM 28
Verse 6–9
Der Herr sei gepriesen. *
Denn er hat mein lautes Flehen erhört.
Der Herr ist meine Kraft und mein Schild, *
mein Herz vertraut ihm.
Mir wurde geholfen. Da jubelte mein Herz; *
ich will ihm danken mit meinem Lied.
Der Herr ist die Stärke seines Volkes, *
er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.
Hilf deinem Volk und segne dein Erbe, *
führe und trage es in Ewigkeit!
Treuer Gott, du hörst unser Beten. Schenke uns die Freude an dir, die unser Leben erneuert.
Lesung
Johannes 16,24
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.
Bitten
Wir beten zu Jesus Christus, der uns vollkommene Freude schenken will:
A: Herr, sende uns deinen Geist.
– Hilf uns, um das Rechte zu beten.
– Lass uns schon jetzt erahnen, was Gott uns in seinem Reich schenken will.
– Mach uns fähig, einander in Freundlichkeit und Freude zu begegnen.
Vaterunser
Jesus Christus selbst fordert uns auf zu bitten. Im Vertrauen auf ihn beten wir, wie er es uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne uns mit der Gabe der Freude,
die uns das Leben neu sehen lässt.
Stärke uns mit der Gabe der Freude,
die uns Schwierigkeiten überwinden lässt.
Vollende uns durch die Gabe der Freude,
die uns Platz in deinem Reich finden lässt.
Amen.
Ora et labora
Die geistliche Fröhlichkeit ist eine kostbare Frucht der Gaben des Heiligen Geistes und ein Kennzeichen der wahren Diener Gottes. Daher soll das Gesicht und der Blick aller … Heiterkeit und innere Freude ausdrücken. Sie sollen bedenken: Wenn dieses Merkmal fehlt, werden wenig Seelen zu Gott kommen, denn bei einem solchen Verhalten werden sie sich nicht dafür begeistern, Jesus Christus nachzufolgen.
Vinzenz Pallotti (1795–1850; Priester, Gründer der Pallottiner und der Pallottinerinnen)
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, lass dein Wort Eingang in unser Leben finden.
Lesung
Apostelgeschichte 18,23–28
Nachdem Paulus einige Zeit in Antiochia in Syrien geblieben war, zog er weiter, durchwanderte zuerst das galatische Land, dann Phrygien und stärkte alle Jünger.
Ein Jude namens Apollos kam nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war redekundig und in der Schrift bewandert. Er war unterwiesen im Weg des Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor; doch kannte er nur die Taufe des Johannes.
Er begann, offen in der Synagoge zu sprechen. Priszilla und Aquila hörten ihn, nahmen ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer dar. Als er nach Achaia gehen wollte, ermunterten ihn die Brüder dazu und schrieben den Jüngern, sie möchten ihn freundlich aufnehmen. Nach seiner Ankunft wurde er den Gläubigen durch die Gnade eine große Hilfe. Denn mit Nachdruck widerlegte er die Juden, indem er öffentlich aus der Schrift nachwies, dass Jesus der Messias sei.
Impuls
Die Eheleute Priszilla und Aquila standen Paulus in absoluter Treue zur Seite, gründeten Hauskirchen in Rom, Korinth und Ephesus, Zentren christlichen Lebens, Zentren der Verkündigung des Evangeliums inmitten einer Gesellschaft, die dem Christentum argwöhnisch gegenüberstand. Sie kümmerten sich um den »Neuling« Apollos und führten ihn in den christlichen Glauben ein. – Sich um andere kümmern, sich nicht ins Private einer Beziehung einschließen, sondern sie anderen zukommen zu lassen: ein weites Feld christlichen Engagements!
Evangelium
Johannes 16,23b–28
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.
Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde.
An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.
Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.
Impuls
In einer Kirche hängen an einer Gebetswand unzählige Zettel mit Bitten: Bitten um die kranke Katze, die kranke Mutter, das kranke Kind. Die Bitte um die Treue der Liebsten, um die Rückkehr des Partners, um Hilfe bei der Prüfung, um Seelenfrieden für einen Verstorbenen… Darunter ist auch folgende Bitte: »Gib mir die Gabe der Freude, Gott, jeden Tag!«
»Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.« Vollkommene Freude muss die Freude sein, die uns erfüllt, wenn der Tod keine Macht mehr über das Leben hat, wenn das Glück des Augenblicks Ewigkeit wird und wir bei Gott geborgen sind. Jesus hat uns durch seinen Tod und seine Auferstehung schon jetzt in diese Freude hineingenommen. Wie unser Leben auch sein mag, seine Freude umwirbt uns, Tag für Tag. Aber es scheint, als gäbe es nichts, was wir so leicht unterlassen, als uns zu freuen. »Vielleicht mehr als alles andere zerstören wir unser eigenes Leben und unser Leben miteinander, wenn uns die Fähigkeit zur Freude abgeht… Es gehört geistige Kraft dazu, sich zu freuen, und die fehlt uns möglicherweise mehr als irgendetwas anderes« (P. Logstrup). Das letzte Wort über unser Leben ist die vollkommene Freude. Lassen wir sie schon jetzt wirksam werden in unserem Alltag, indem wir bitten: »Gib mir die Gabe der Freude, Gott, jeden Tag.«
Gebet
Guter Gott, wir gehen oft so freudlos durch die Tage, obwohl es so viele Gründe zur Dankbarkeit gibt. Öffne unseren Blick für die oft so unscheinbaren Dinge des Alltags, die uns zur Freude gegeben sind: ein Lächeln, ein Duft, eine Freundlichkeit, der blaue Himmel, die Sonne, der erfrischende Regen. Gib uns die Gabe der Freude, Gott, jeden Tag! Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
HYMNUS
Des Himmels Schöpfer, großer Gott.
Du hast das Firmament gebaut
und so geschieden Flut von Flut,
dass sie nicht wirr zusammenströmt.
Den Wolken wiesest du die Bahn,
den Flüssen zeigtest du ihr Bett;
nun hemmt die Flut des Feuers Macht,
damit die Erde nicht verbrennt.
So gieße denn, o guter Gott,
der Gnaden Ströme in uns ein,
damit uns nicht mit neuem Trug
die alte Schwachheit bringt zu Fall.
Der Glaube, den die Nacht bedrängt,
den Kleinmut zu verwirren droht,
er überwinde Trug und Wahn:
Er finde Licht und spende Licht.
Dies schenk uns, Vater voller Macht,
und du, sein Sohn und Ebenbild,
die ihr in Einheit mit dem Geist
die Schöpfung zur Vollendung führt. Amen.
Nach »Immense caeli conditor«; 7.-8. Jahrhundert
Melodie: GL 605 • KG 781
PSALM 119
Verse 97–104
Wie lieb ist mir deine Weisung; *
ich sinne über sie nach den ganzen Tag.
Dein Gebot macht mich weiser als all meine Feinde; *
denn immer ist es mir nahe.
Ich wurde klüger als all meine Lehrer; *
denn über deine Vorschriften sinne ich nach.
Mehr Einsicht habe ich als die Alten; *
denn ich beachte deine Befehle.
Von jedem bösen Weg halte ich meinen Fuß zurück; *
denn ich will dein Wort befolgen.
Ich weiche nicht ab von deinen Entscheiden, *
du hast mich ja selbst unterwiesen.
Wie köstlich ist für meinen Gaumen deine Verheißung, *
süßer als Honig für meinen Mund.
Aus deinen Befehlen gewinne ich Einsicht, *
darum hasse ich alle Pfade der Lüge.
Ewiger Gott, mach uns bereit, dein Wort zu hören und uns immer mehr auf dich einzulassen. Gib uns die Kraft, dein Wort zu leben und anderen weiterzugeben.
LESUNG
Apostelgeschichte 18,25–26
Ein Jude namens Apollos war unterwiesen im Weg des Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor; doch kannte er nur die Taufe des Johannes. Er begann, offen in der Synagoge zu sprechen. Priszilla und Aquila hörten ihn, nahmen ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer dar.
Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.
Fürbitten
Wir beten zu Gott, der uns durch seinen Geist erneuern will:
A: Höre auf die Bitten deines Volkes.
– Für die christlichen Familien, in denen der Glaube gelebt wird.
– Für die Völker, die unter einer Diktatur leben müssen.
– Für alle, die sich im internationalen Jugendaustausch engagieren.
– Für Menschen, die ihre Gefühle nicht zeigen können.
Vaterunser
Gott öffnet uns das Herz, damit wir ihn erfahren können. So können wir zu ihm beten, wie es uns Jesus Christus gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne uns mit Menschen, die von dir wissen.
Segne uns mit Menschen, die dich erfahren haben.
Segne uns mit Menschen, die dich bezeugen.
Segne uns mit Menschen, die uns den Weg zu dir eröffnen.
Amen.