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Heute in Te Deum

Mittwoch · 17. Dezember 2014

Es wird das Zepter von Juda nicht weichen
noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen,
bis dass der Held komme,
und ihm werden die Völker anhangen.

Genesis/1. Mose 49,10

Die großen Antiphonen Die Tage vom 17.–23. Dezember sind durch die sieben O-Antiphonen als »Hoher Advent« besonders herausgehoben. In diesen Antiphonen wird Jesus Christus unter Bildworten und Titeln angerufen, die im Alten Testament dem erwarteten Messias zugesprochen werden. In dem eindringlichen Ruf »Veni« – Komm! – drückt sich die Heilssehnsucht des Gottesvolkes bis heute aus.
O Sapientia (Weisheit)
O Adonai (starker Gott)
O Radix Jesse (Wurzel Jesse [Isais])
O Clavis David (Schlüssel Davids)
O Oriens (Aufgang [des ewigen Lichtes])
O Rex Gentium (König der Völker)
O Immanuel (Gott mit uns).
Im Gotteslob (GL 772) und im Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz (KG 327) finden Sie eine eigene Andacht zu diesen O-Antiphonen.

Lichterfest (Chanukka) Heute beginnt in der jüdischen Gemeinde das achttägige Tempelweihfest. Es erinnert an den erfolgreichen Aufstand der Makkabäer gegen die syrische Herrschaft und die im Jahr 165 v. Chr. erfolgte Wiederaufnahme des Tempeldienstes in Jerusalem. Nach der Überlieferung fand man in dem von den Syrern entweihten Tempel nur einen einzigen unversehrten Ölkrug, dessen Inhalt – eigentlich hätte er nur einen Tag lang für den siebenarmigen Tempelleuchter gereicht – durch ein Wunder für acht Tage genügt habe, sodass inzwischen neues Öl hergestellt werden konnte. Zur Erinnerung an dieses freudige Ereignis werden nach Einbruch der Dunkelheit Lichter angezündet: am ersten Abend ein Licht, am zweiten zwei Lichter, bis dann am achten Tag alle Lichter brennen.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

O Schöpfer aller Herrlichkeit,
du ewges Licht der Christenheit,
du unser Heiland, Jesus Christ,
erhör uns, der du gütig bist.

Da alle Welt lag tief in Not
und ausgeliefert bittrem Tod,
trieb dich die Liebe, wunderbar
zu retten, was verloren war.

Gleich wie die Sonn aus ihrem Zelt,
tratst du hervor, o Licht der Welt,
aus einer reinen Jungfrau Schoß,
zu wenden unser Todeslos.

Gepriesen sei in Ewigkeit,
Herr, deines Namens Herrlichkeit,
vor dem sich Erd und Himmel beugt,
die Unterwelt ihr Lob bezeugt.

Gott Vater auf dem ewgen Thron
sei Lob und Preis und auch dem Sohn,
dem Heilgen Geist zu gleicher Zeit
von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
Nach »Conditor alme siderum« (10. Jh.), Zeitgenössisch

PSALM 89

Verse 20–22.30–38

Einst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen: /
»Einen Helden habe ich zum König gekrönt, *
einen jungen Mann aus dem Volk erhöht.
Ich habe David, meinen Knecht, gefunden *
und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.
Beständig wird meine Hand ihn halten *
und mein Arm ihn stärken.
Sein Geschlecht lasse ich dauern für immer *
und seinen Thron, solange der Himmel währt.
Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen, *
nicht mehr leben nach meiner Ordnung,
wenn sie meine Gesetze entweihen, *
meine Gebote nicht mehr halten,
dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute strafen *
und ihre Sünde mit Schlägen.
Doch ich entziehe ihm nicht meine Huld, *
breche ihm nicht die Treue.
Meinen Bund werde ich nicht entweihen; *
was meine Lippen gesprochen haben, will ich nicht ändern.
Eines hab ich geschworen, so wahr ich heilig bin, *
und niemals werde ich David belügen:
Sein Geschlecht soll bleiben auf ewig, *
sein Thron habe Bestand vor mir wie die Sonne;
er soll ewig bestehen wie der Mond, *
der verlässliche Zeuge über den Wolken.«
PSALM-GEBET Treuer Gott, in Jesus Christus hast du deine Verheißungen erfüllt und dich unauflöslich an uns Menschen gebunden. Stehe uns bei!

Lesung

Matthäus 1,1.17

Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Im Ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus – der Messias – genannt wird.

Bitten

Wir beten zu Jesus Christus, dem Sohn Davids und Sohn Gottes:
A: Herr, sei du unsere Kraft.
¬ Mach uns dafür offen, in der Tradition Israels zu stehen.
¬ Hilf uns, deine Göttlichkeit und Menschlichkeit zu glauben.
¬ Mach uns bereit, den Glauben weiterzugeben.

Vaterunser

Verbunden mit allen Generationen, die vor uns geglaubt haben, beten wir das Gebet, das uns Jesus Christus selbst gelehrt hat: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns mit der Geschichte unseres Heils,
in der wir stehen und aus der wir leben können.
Segne uns mit den Hoffnungen und Erwartungen,
die wir hegen und aus denen wir Kraft ziehen.
Segne uns mit der Vollendung bei dir,
die wir erwarten und die allen Segen mit sich bringt. Amen.

Ora et labora

Jesus weiß, dass der angstgeplagte Mensch nicht loslassen kann, dass eine Gesellschaft, die sich vor allem durch Verdienste und Hierarchien definiert, niemals zur Ruhe kommt. Wenn das Hamsterrad der Forderungen jemals verlangsamt werden soll, dann kann dies nur in der »Familia dei« geschehen, in einer Gemeinschaft, deren Mitglieder sich als Gottes Kinder verstehen.

Christian Heidrich (* 1960; Publizist, Heidelberg)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Barmherziger Gott, sprich uns in deinem Wort Heil und Leben zu.

Lesung

Genesis 49,1–2.8–10

In jenen Tagen rief Jakob seine Söhne und sprach: Versammelt euch, dann sage ich euch an, was euch begegnet in künftigen Tagen. Kommt zusammen, ihr Söhne Jakobs, und hört, auf Israel hört, auf euren Vater!
Juda, dir jubeln die Brüder zu, deine Hand hast du am Genick deiner Feinde. Deines Vaters Söhne fallen vor dir nieder. Ein junger Löwe ist Juda. Vom Raub, mein Sohn, wurdest du groß. Er kauert, liegt da wie ein Löwe, wie eine Löwin. Wer wagt, sie zu scheuchen?
Nie weicht von Juda das Zepter, der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der kommt, dem er gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt.

Impuls

Dieser Abschnitt ist ein Teil des Segens, den der altgewordene Jakob kurz vor seinem Tod seinen Söhnen zuspricht. Er will ihnen, die immer noch als »Gäste« in Ägypten leben, Hoffnung auf selbstbestimmtes Leben im eigenen Land geben – so eine Deutung.
Gleichzeitig sind das natürlich Träume, die von Gewalt, Krieg und Unterdrückung anderer genährt sind. Das ist einfach heute schwer verständlich. Wer in Freiheit lebt, träumt nicht vom Krieg. Aber Vorsicht bei Wertungen wie: »Das Alte Testament ist ein Buch voller Gewalt und Krieg und auch Gott ist gewalttätig.« Schon eher an der Realität sind Aussagen wie: »Der Erfahrungshintergrund der Menschen, die die alttestamentlichen Texte verfasst haben, ist auch geprägt von Krieg und vor allem von Niederlagen und Unterdrückung. Sie suchen darin nach Wegen, auf ein besseres Leben zu hoffen und wie doch der Traum vom gewaltfreien Leben möglich werden könnte …«

Evangelium

Matthäus 1,1–17

Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams:
Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David.
David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa, Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft.
Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, Schealtiël von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob.
Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus – der Messias – genannt wird. Im Ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

Impuls

Matthäus will mit diesem Stammbaum keine historische Aussage machen. Ihm geht es um Theologie. Er will klären, woher kommt Jesus? Wer ist er? Was kann man von ihm erwarten?
Das kennt man aus der eigenen Biografie. Wenn die eigene Identität unsicher ist, wenn man nicht genau weiß, wer man ist, was einen prägt, wie es zu bestimmten Situationen kommt, dann hilft manchmal, sich die eigenen Ahnen genau zu betrachten. Von wem habe ich welche Aufträge, Begabungen, Verhaltensweisen und Charakterzüge »geerbt«?
So macht es auch Matthäus am Anfang seines Evangeliums. Er gibt eine deutliche Antwort auf die Frage: Wer ist Jesus? Er ist der, auf den die ganze Geschichte Israels zuläuft. In ihm erfüllen sich aber vor allem die davidischen Verheißungen. Das wird greifbar in seiner Zählung der Generationen. Allerdings: Diese Rechnung stimmt einfach nicht. Liest man aber D a v i d wie im Hebräischen üblich auch als Zahlzeichen, so erhält man (ohne Konsonanten: d = 4; v = 6) als Endsumme 4 + 6 + 4 = 14! Theologische Mathematik ist das.
Im Übrigen ist der Stammbaum bei Matthäus auch grundverschieden von dem bei Lukas – überprüfen Sie es! Es geht nicht um historische Fakten, sondern um Theologie.

Gebet

Gott, wenn ich auf meine Ahnen schaue, dann merke ich, Gutes habe ich mitbekommen, aber auch »Dinge«, auf die ich gut verzichten könnte. In so ein Geflecht hast du auch deinen Sohn gestellt. So wird er Mensch, mir Bruder und ganz nah. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Mein Hirt ist Gott, der Herr,
er will mich immer weiden.
Darum ich nimmermehr
mag Not und Mangel leiden.
Er wird mit treuem Mut
auf grünen Auen gut
mir Rast und Weide geben
und wird mich immerdar
an Wassern still und klar,
erfrischen und beleben.

Er wird die Seele mein
mit Lebenstrank erquicken,
wird durch den Namen sein
auf rechte Bahn mich schicken.
Und wandelt ich einmal
weglos im finstern Tal,
da Todesschatten wäre,
fürcht ich mich dennoch nicht;
ich weiß mit Zuversicht:
du bist bei mir, o Herre.
Kaspar Ulenberg (1582)

PSALM 110

Verse 1–5.7

So spricht der Herr zu meinem Herrn: /
Setze dich mir zur Rechten *
und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.
Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: *
»Herrsche inmitten deiner Feinde!«
Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, *
wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;
ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, *
wie den Tau in der Frühe.
Der Herr hat geschworen und nie wird’s ihn reuen: *
»Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.«
Der Herr steht dir zur Seite; *
er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes.
Er trinkt aus dem Bach am Weg; *
so kann er von Neuem das Haupt erheben.
PSALM-GEBET Gott, du bist unser Schöpfer und dir gebührt alle Herrschaft. Ordne du deine Schöpfung und bringe alles zu einem gute Ende.

LESUNG

Genesis 49,10

Nie weicht von Juda das Zepter, der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der kommt, dem er gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

O Weisheit, hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten – die Welt umspannst du von einem Ende zum andern, in Kraft und Milde ordnest du alles: O komm und offenbare uns den Weg der Weisheit und Einsicht!

Fürbitten

Wir beten zu Gott, der alles geschaffen hat und alles erhält:
A: Höre unser Gebet.
¬ Für die Seelsorger und Mitglieder der Hochschulgemeinden.
¬ Für den Frieden im Heiligen Land.
¬ Für Respekt zwischen den Generationen.
¬ Für alle, die in diesen Tagen unter Hektik leiden.

Vaterunser

In den Tagen der Erwartung von Weihnachten beten wir mit den Worten Jesu, dass Gottes Reich komme und unter uns anbreche: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns, dass in uns die Hoffnung nicht stirbt,
dass wir mehr erwarten, als in der Welt sichtbar ist,
dass die Liebe in uns brennt,
die nach deinem Kommen verlangt. Amen.

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