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Heute in Te Deum

Mittwoch · 1. April 2015

Aber Gott der Herr hilft mir,
darum werde ich nicht zuschanden.

Jesaja 50,7a


Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Schöpfer des lichten Himmels du,
den Mond hast du als Licht der Nacht,
die Sonne für den Lauf des Tags
auf festumriss’ne Bahn gesetzt.

Nun wird die schwarze Nacht verscheucht,
wiedergeborn der Glanz der Welt.
Des Herzens neue Lebenskraft
treibt uns zu guten Taten an.

Der wieder neu geschenkte Tag
mahnt uns, dass nun dein Lob erschall';
des Himmels lieblich Angesicht
macht unsre Herzen heiter-froh.

So lasst uns meiden die Gefahr,
der Geist wend’ sich vom Bösen ab,
das Tun erhalt’ das Leben rein,
die Zunge falle nicht in Schuld.

Beschließt die Sonne dann den Tag,
möge der Glaube tief erglühn,
Hoffnung ruft zur Verheißung auf,
die Liebe uns mit Christus eint.

Gewähr’ dies, milder Vater du,
und du, Einz’ger, dem Vater gleich,
zusammen mit dem Tröstergeist
herrschend in Zeit und Ewigkeit. Amen.
Nach »Fulgentis auctor aetheris« (5.–7. Jh.)
Melodie: GL 666

PSALM 41

Verse 5–14

Herr, sei mir gnädig, *
heile mich; denn ich habe gegen dich gesündigt.
Meine Feinde reden böse über mich: *
»Wann stirbt er endlich und wann vergeht sein Name?«
Besucht mich jemand, *
so kommen seine Worte aus falschem Herzen.
Er häuft in sich Bosheit an, *
dann geht er hinaus und redet.
Im Hass gegen mich sind sich alle einig; *
sie tuscheln über mich und sinnen auf Unheil:
»Verderben hat sich über ihn ergossen; *
wer einmal daliegt, steht nicht mehr auf.«
Auch mein Freund, dem ich vertraute, *
der mein Brot aß, hat gegen mich geprahlt.
Du aber, Herr, sei mir gnädig; *
richte mich auf, damit ich ihnen vergelten kann.
Daran erkenne ich, dass du an mir Gefallen hast: *
wenn mein Feind nicht über mich triumphieren darf.
Weil ich aufrichtig bin, hältst du mich fest *
und stellst mich vor dein Antlitz für immer.
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, *
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, ja amen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
PSALM-GEBET Treuer Gott, dir können wir vertrauen, wenn selbst unsere Freunde uns verlassen und verraten. Stelle uns vor dein Angesicht und wir werden leben.

Lesung

Matthäus 26,14–15a

Darauf ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere?

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

Bitten

Herr Jesus, du bist auch in der dunkelsten Stunde für uns Menschen eingetreten. Wir bitten dich:
A: Christus, höre uns!
¬ Nimm heute alle Falschheit und Blindheit von uns.
¬ Gib uns den Geist der Wahrhaftigkeit und Liebe.
¬ Lass uns zu Boten der Versöhnung und Umkehr werden.

Vaterunser

Wenn wir auch untreu werden, so bleibt Gott doch treu. Er hört uns immer, wenn wir zu ihm rufen. Darum wagen wir zu beten:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott, segne uns in der Kraft des Heiligen Geistes,
der unsere Herzen erneuert,
lass unser Tagewerk gesegnet sein
und mache uns zum Segen
für unsere Brüder und Schwestern. Amen!

Ora et labora

Weiß ein Mensch um »seine Stunde«? Heute ist man so weit, dass der Tag einer Geburt ziemlich genau bestimmt werden kann. Aber die letzte Stunde – sie ist verborgen. Aus dieser Welt zum Vater – eine Verheißung für die Menschen, weil jeder in seiner Stunde, zu seiner Zeit auch immer Ostern vor sich hat.

Lutz Nehk (* 1957; kath. Pfarrer der Erzdiözese Berlin)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, öffne unser Ohr, damit wir auf dein Wort hören.

Lesung

Jesaja 50,4–9a

Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
Er, der mich freispricht, ist nahe. Wer wagt es, mit mir zu streiten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? Er trete zu mir heran.
Seht her, Gott, der Herr, wird mir helfen. Wer kann mich für schuldig erklären?

Impuls

Der heutige Text ist das 3. der vier Lieder vom Gottesknecht, die im Buch des Propheten Jesaja überliefert werden. Er steht dem Volk gegenüber, das nicht hört und Gottes Wort nicht folgt. Er ist der Mensch, dessen Ohr auch in schwerer Zeit offen ist für Gottes Wort. Er lässt nicht ab davon, mit dem Herzen eines Jüngers zu hören. An der Schwelle zu den liturgischen drei heiligen Tagen und Nächten weist uns dieser Text auf Jesus hin.
An der Schwelle zu den liturgischen drei heiligen Tagen und Nächten lege ich mein Ohr an diesen Text, um seinen Herzschlag in mich aufzunehmen.

Evangelium

Matthäus 26,14–25

In jener Zeit ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.
Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.
Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch.
Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.
Da waren sie sehr betroffen und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr?
Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten.
Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.

Impuls

Nahezu unscheinbar steht in diesem Text voll innerer Dramatik zum erschütternden Thema Verrat das Wort: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. – Meine Zeit ist da.
Bei der Hochzeit zu Kana hatte Jesus zu seiner Mutter gesagt: Meine Stunde ist noch nicht gekommen (Joh 2,4). In Johannes 7,6 sagt er zu seinen Brüdern vor dem Laubhüttenfest der Juden: Meine Zeit ist noch nicht gekommen, für euch aber ist immer die rechte Zeit. Wenige Verse weiter sagt er noch einmal: Geht ihr nur hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist (Joh 7,8).
Was auch in den kommenden Tagen geschehen wird und schon geschieht, es steht unter diesem von Jesus mit seiner ganzen Person gefüllten Geheimnis: Meine Zeit ist da.

Gebet

Gott, alles was ist und geschieht, liegt wie ein offenes Geheimnis vor deinen Augen. Aber wir sind ohne deine Gnade der Dichte und dem Dunkel des Lebens nicht gewachsen und wenig liegt offen vor unsern Augen. Hilf uns, auch wo wir nicht klar sehen, in diese Tage hineinzugehen und mit offenem Ohr und offenem Herzen zu hören, was du uns heute sagen willst durch Christus unsern Bruder und Herrn. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Du Urheber und Herr der Zeit!
In fester Ordnung zeichnest du
den hellen Tag durch Arbeit aus,
die Nacht jedoch durch Schlaf und Ruh’,

Ein laut’res Herz richt’ auf dich aus,
dass unheilvolle Ruhe nicht
es öffne für des Bösen Pfeil,
der grausam es verwunden will.

Frei von Begierde sei das Herz,
dass es in jener Glut nicht brenn’,
die sich in unsre Sinne schleicht,
die Lebenskraft des Geistes schwächt.

Gewähr dies, milder Vater du,
und du, Einz’ger, dem Vater gleich,
zusammen mit dem Tröstergeist
die Herrschaft führt in Ewigkeit. Amen.
Nach: „Sator princepsque“; 7.-8. Jahrhundert

PSALM 60

Verse 3–7.12–14

Du hast uns verworfen, o Gott, und zerschlagen. *
Du hast uns gezürnt. Richte uns wieder auf!
Erschüttert hast du das Land und gespalten. *
Heile seine Risse! Denn es kam ins Wanken.
Du hast dein Volk hart geprüft, *
du gabst uns betäubenden Wein zu trinken.
Für alle, die dich fürchten, hast du ein Zeichen aufgestellt, *
zu dem sie fliehen können vor dem Bogen.
Hilf mit deiner Rechten, erhöre uns, *
damit die gerettet werden, die du so sehr liebst.
Gott, hast denn du uns verworfen? *
Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren.
Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind! *
Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos.
Mit Gott werden wir Großes vollbringen; *
er selbst wird unsere Feinde zertreten.
PSALM-GEBET Treuer Gott, du bleibst uns nahe, wenn uns der Erfolg versagt bleibt. Bring du uns Hilfe und mach uns bereit, mit dir neu zu beginnen.

LESUNG

Jesaja 50,5b–6

Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Während sie aßen, sprach Jesus: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.

Fürbitten

Wir beten zu Jesus Christus, der das Leid der Menschen kennt und mitträgt:
A: Christus, erbarme dich!
¬ Steh allen bei, die Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden sind.
¬ Hilf allen, die schuldig geworden sind, Umkehr und Vergebung zu suchen.
¬ Segne alle, die sich in den Krisengebieten für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.
¬ Tröste alle, die um einen Verstorbenen trauern.

Vaterunser

In kindlichem Vertrauen rufen wir so zu Gott, wie Jesus es tat und wie es Millionen Christen weltweit täglich tun: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns, da der Tag sich neigt!
Lass die Wunden heilen, die wir heute erlitten.
Lass die Hoffnung wachsen, die uns heute geschenkt wurde.
Lass die Liebe Frucht tragen, die wir heute einander schenkten.
Amen.

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