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Heute in Te Deum

Samstag · 7. März 2015

Lass uns Wunder sehen wie zur Zeit,
als du aus Ägyptenland zogst.

Micha 7,15

Perpetua und Felizitas Perpetua und ihre Sklavin Felizitas starben als Märtyrerinnen in Karthago. Als sie 202/03 gefangen genommen wurden, waren sie noch Taufbewerber, empfingen aber auf dem Weg in den Kerker die Taufe. Perpetua hatte auf dem Gang ins Gefängnis ihren kleinen Sohn auf dem Arm, Felizitas gebar ihr Kind unter unmenschlichen Bedingungen im Kerker. Die jungen Frauen wurden Raubtieren zum Fraß vorgeworfen. Schwer verletzt versetzte man ihnen den Todesstoß.
L: Jona 3,1–10; E: Lk 11,29–32

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Wir rufen aus dem Dunkel dich,
den Vater, der im Lichte wohnt.
Aus tiefem Elend rufen wir
zu dir wie der verlorne Sohn.

Sieh unsren Hunger, unsre Not,
in die uns eigne Schuld verstrickt;

dein Erbe haben wir vertan,
wir sind nicht wert, dein Kind zu sein.

Doch dein Erbarmen tilgt die Schuld
und nimmt uns auf ins Vaterhaus.
Du brichst nicht das geknickte Rohr,
den Docht, der glimmt, zertrittst du nicht.

Gib uns die Kraft zum Neubeginn,
ein neues Denken, neuen Mut;
damit die Freude uns bei dir
an deinem Tisch auf ewig eint.

Du gütige Dreifaltigkeit,
die Gnade und Vergebung schenkt,
dich preise unser frohes Lied
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.
Deutsches Hymnar

PSALM 86

Verse 1–5

Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr! *
Denn ich bin arm und gebeugt.
Beschütze mich, denn ich bin dir ergeben! *
Hilf deinem Knecht, der dir vertraut!
Du bist mein Gott. Sei mir gnädig, o Herr! *
Den ganzen Tag rufe ich zu dir.
Herr, erfreue deinen Knecht; *
denn ich erhebe meine Seele zu dir.
Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen, *
für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.
PSALM-GEBET Barmherziger Gott, du bist gütig und bereit zu verzeihen. Sei uns gnädig, damit wir immer wieder neu mit dir anfangen dürfen.

Lesung

Lukas 15,17–18

Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Bitten

Zu Jesus Christus, der uns immer neu durch sein Evangelium ermutigt, rufen wir:
A: Christus, höre uns!
¬ Lass uns heute aufbrechen und die Gerechtigkeit Gottes suchen.
¬ Zeige uns, wie wir dir heute dienen können.
¬ Hilf uns, nach Fehlern und Sünden freimütig umzukehren.

Vaterunser

Jesus hat uns Kunde von der Barmherzigkeit des Vaters gebracht, darum beten wir voll Freude: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, sende uns und segne uns.
Zeige uns den Weg, den wir heute gehen sollen.
Erhalte uns und unsere Brüder und Schwestern
immer in deiner Liebe. Amen.

Ora et labora

Gottes Vergebung ist ohne Bedingung; sie kommt aus einem Herzen, das rein nichts für sich verlangt, einem Herzen, das von Selbstsucht restlos leer ist. Diese göttliche Vergebung habe ich in meinem täglichen Leben zu üben.

Henri J. M. Nouwen (1932–1996; Pastoraltheologe, geistlicher Leiter der Arche-Gemeinschaft, Toronto)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort zeige uns deine Liebe und rufe uns zu dir.

Lesung

Micha 7,14–15.18–20

Herr, unser Gott, führe mit deinem Stab dein Volk auf die Weide, die Schafe, die dein Erbbesitz sind, die einsam lagern in einer Wildnis mitten im fruchtbaren Land. Sie sollen wieder im Baschan und in Gilead weiden wie in den Tagen der Vorzeit. Wie in den Tagen, als du aus Ägypten auszogst, lass uns deine Wunder schauen!
Wer ist ein Gott wie du, der du Schuld verzeihst und dem Rest deines Erbvolkes das Unrecht vergibst? Gott hält nicht für immer fest an seinem Zorn; denn er liebt es, gnädig zu sein. Er wird wieder Erbarmen haben mit uns und unsere Schuld zertreten.
Ja, du wirfst all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres hinab. Du wirst Jakob deine Treue beweisen und Abraham deine Huld, wie du unseren Vätern geschworen hast in den Tagen der Vorzeit.

Impuls

Gott liebt es, gnädig zu sein. Er wirft die Sünden in die Tiefe des Meeres hinab. Ist das nicht genug, um meine eigene Anklage gegen mich selbst und andere auch loszulassen?
Mit welchen Vorwürfen gegen mich selbst konfrontiere ich mich am liebsten? Wie wirkt sich das aus? Welche könnte ich loslassen?

Evangelium

Lukas 15,1–3.11–32

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Impuls

Als die »Guten und Gerechten« sich über den Umgang Jesu mit den »Schlechten« empören, erzählt er ihnen dieses Gleichnis von Liebe und Barmherzigkeit.
Es ist mehr als durchsichtig, dass ihre Rollenzuschreibung die des älteren Sohnes ist. Es bleibt aber offen, wie der ältere Sohn sich ganz am Ende entscheidet. Feiert er mit oder nicht? Im Evangelium stehen am Ende zumindest einige der Pharisäer und Schriftgelehrten auf Jesu Seite.
Mit wem identifiziere ich mich in dieser Erzählung am stärksten? Wen finde ich vielleicht ganz unmöglich oder einfach nur unverständlich?

Gebet

Barmherziger Vater, weglaufen wollen oder sich im Bestehenden einrichten – beides kenne ich. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich. Lass mich in deinem Haus und in deiner Liebe finden, was mein Herz sucht und mein Leben heil macht. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Hört die Mahnung der Schrift:
Jetzt ist die Zeit der Gnade da.
Paulus sagt uns das Wort:
Jetzt ist die Stunde unsres Heils;
empfangt nicht vergeblich die göttliche Gabe.

Maßvoll lebe der Leib,
wachsam und lauter sei der Geist,
dass der Weg dieser Zeit
Durchgang zur Auferstehung sei.
Die Erde zu heilen, schuf Gott diese Tage.

Zeichen schauen wir nun,
Irdisches wird zum Bilde hier;
denn das kreisende Jahr
lässt nach des Winters Frost und Nacht
den Frühling die Erde für Ostern bereiten.

Laßt uns loben den Herrn,
lieben die Werke, die er schuf,
froh erwarten den Tag,
der die Verheißung uns erfüllt!
Dem Vater, dem Sohne, dem Geist sei die Ehre! Amen.
Zeitgenössisch, Stundenbuch

PSALM 25

Verse 8–15

Gut und gerecht ist der Herr, *
darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.
Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, *
die Gebeugten lehrt er seinen Weg.
Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue *
denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren.
Um deines Namens willen, Herr, verzeih mir; *
denn meine Schuld ist groß.
Wer ist der Mann, der Gott fürchtet? *
Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll.
Dann wird er wohnen im Glück, *
seine Kinder werden das Land besitzen.
Die sind Vertraute des Herrn, die ihn fürchten; *
er weiht sie ein in seinen Bund.
Meine Augen schauen stets auf den Herrn; *
denn er befreit meine Füße aus dem Netz.
PSALM-GEBET Barmherziger Gott, du bist unser Vater, der uns liebt. Führe uns zurück zu dir und lass uns bei dir wohnen.

LESUNG

Micha 7,18

Wer ist ein Gott wie du, der du Schuld verzeihst und dem Rest deines Erbvolkes das Unrecht vergibst? Gott hält nicht für immer fest an seinem Zorn; denn er liebt es, gnädig zu sein.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.

Fürbitten

Gott, wir alle sind als Brüder und Schwestern Kinder deiner Gnade. In diesem Glauben rufen wir zu dir:
¬ Steh allen Menschen bei, die sich gegen die Zerstörung der Schöpfung einsetzen.
¬ Schenke den Kindern und Jugendlichen an unseren Schulen Freude am Lernen und die Erfahrung von Solidarität und Geborgenheit.
¬ Steh den Frauen und Kindern bei, die Opfer von sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind.
¬ Hilf allen, die ihren Mitmenschen Leid zufügen, Einsicht in ihr Unrecht und Kraft, zur Umkehr zu finden.

Vaterunser

Gott kennt unsere Herzen und weiß, was wir brauchen, noch bevor wir ihn bitten können. Wir bekennen unseren Glauben an seine Macht und Güte, wenn wir jetzt beten: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne unsere Herzen, dann wird die Liebe wachsen.
Segne unsere Kinder, dann werden die Familien aufblühen.
Segne deine Christenheit, dann wird der Glaube reiche Frucht
tragen.
So schenke uns allen Segen und Frieden. Amen.

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