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Heute in Te Deum

Sonntag · 19. April 2015

3. Sonntag der Osterzeit
Miserikordias Domini

Fasst mich an und seht;
denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen,
wie ihr seht, dass ich sie habe.

Lukas 24,39b


Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Ein Tag ist angebrochen
wie nie ein Tag zuvor:
Sein Licht verklärt die Schöpfung
und bannt aus ihr den Tod.

Das Licht ist Jesus Christus,
der aus dem Grab ersteht
und der mit seinem Strahlen
die Finsternis vertreibt.

Er leuchtet wie die Sonne
hinein in unsre Welt,
er weckt zu neuem Leben,
was tot am Boden liegt.

Und die Erlösten singen
dem großen Sieger zu.
Ihr Jubel dringt zum Himmel,
der heute offensteht.

Den Vater preisen alle,
die seine Liebe schuf,
den Sohn, der sie befreite,
den Geist, der sie beseelt. Amen.
Deutsches Hymnar

PSALM 16

Verse 1–2.5.7–10

Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir. /
Ich sage zum Herrn: »Du bist mein Herr; *
mein ganzes Glück bist du allein.«
An den Heiligen im Lande, den Herrlichen, *
an ihnen nur hab ich mein Gefallen.
Viele Schmerzen leidet, wer fremden Göttern folgt. /
Ich will ihnen nicht opfern, *
ich nehme ihre Namen nicht auf meine Lippen.
Du, Herr, gibst mir das Erbe
und reichst mir den Becher; *
du hältst mein Los in deinen Händen.
Auf schönem Land fiel mir mein Anteil zu. *
Ja, mein Erbe gefällt mir gut.
Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. *
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.
Ich habe den Herrn beständig vor Augen. *
Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.
Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; *
auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.
Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; *
du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.
Du zeigst mir den Pfad zum Leben. /
Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle, *
zu deiner Rechten Wonne für allezeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
PSALM-GEBET Gütiger Gott, du beschenkst alle, die auf dich vertrauen. Rette uns aus der Macht des Todes und erfülle uns mit deinen Gaben und dem Glück deiner Liebe.

Lesung

Lukas 24,35

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen.

Bitten

Christus ist wahrhaft auferstanden. Ihn bitten wir an diesem Sonntagmorgen:
A: Kyrie eleison!
¬ Stärke unsere Liebe heute im heiligen Mahl.
¬ Schenke uns Begegnungen, die unseren Glauben stärken.
¬ Nimm alle Traurigkeit aus unseren Herzen.

Vaterunser

Christus hat den Tod besiegt. In ihm finden wir Frieden. Mit seinen Worten lasst uns jetzt beten: Vater unser im Himmel …

Segen

Herr, segne uns an diesem Sonntag,
segne uns mit festlicher Freude,
segne uns mit froher Gemeinschaft
und segne uns mit der Geisteskraft,
die uns durch die neue Woche führen kann.

Ora et labora

Entfällt sonntags.

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Starker Gott, dein Wort gebe uns die Kraft, deinen Willen zu tun.

1. Lesung

Apostelgeschichte 3,12a.13–15.17–19

In jenen Tagen wandte sich Petrus an das Volk: Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen.
Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer. Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im Voraus verkündigt hat: dass sein Messias leiden werde. Also kehrt um und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden.

Impuls

Schon früh hat Israel begonnen, Gott, den Urheber allen Lebens, als Gott zu verstehen, der nicht nur an einem Ort wohnt, sondern als einen, der mitgeht durch die Geschichte und allem, was darin an Heil und Unheil geschieht. Sein Mitgehen macht die Geschichte zur Heilsgeschichte und den Weg – selbst den Weg durch die Wüste – zum Heilsweg. Das ist der Mutterboden Jesu und des Christentums. In diesem Boden ist Jesus verwurzelt und aufgewachsen. Auf diesem Boden hat er gelebt, gepredigt, gelitten, erlösend geliebt bis in den Tod und durch ihn hindurch.
Aber damit diese Geschichte als Heilsgeschichte auch bei uns ankommen kann, müssen sich die, die davon hören, öffnen, die Zuhörer des Petrus in der Apostelgeschichte wie wir heute. Sie müssen sich davon treffen lassen und Herz und Leben samt der ganzen eigenen Geschichte öffnen. Nur mit offenem Herzen kann man das verstehen lernen. Man sieht nur mit dem Herzen gut, schrieb A. de Saint-Exupéry. Nur über eine solche Betroffenheit kann sich Unwissen in Wissen, Erkenntnis in Bekehrung, Schuld in Erlösung, Geschichte in Heilsgeschichte wandeln.

2. Lesung

1 Johannes 2,1–5a

Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt.
Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner und die Wahrheit ist nicht in ihm.
Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet.

Impuls

Seine Gebote halten, heißt, zu tun, was Jesus sagt.
Tun, was Jesus sagt, mit allem, was ich bin, auf das reagieren, was ich davon zu verstehen begonnen habe.
Tun, was Jesus sagt, und dabei nicht verwechseln, dass nicht Perfektion, sondern Ganzheitlichkeit gemeint ist.
Tun, was Jesus sagt, der uns Rettung und Beistand ist, und Zuversicht behalten für uns und die ganze Welt, egal, wie es gerade aussieht.
Tun, was Jesus sagt, und darauf vertrauen, dass das der Weg ist, auf dem nicht wir die Gottesliebe vollenden, sondern die Gottesliebe sich in uns vollendet.

Evangelium

Lukas 24,35–48

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.
Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.
Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

Impuls

Den Jüngern, die nach Emmaus gingen, gehen beim Brotbrechen die Augen auf, sodass sie Jesus erkennen. Da haben sie schon einen längeren Weg mit ihm hinter sich.
Auch den Jüngern in Jerusalem gehen neu die Augen auf, als sie Jesus in ihrer Mitte erfahren. Dann heißt es, dass Jesus ihnen noch mehr die Augen öffnet. Er hilft ihnen, ihn von der Heiligen Schrift her noch mehr zu verstehen.
Die Geschichte der aufgehenden Augen ist noch nicht zu Ende. Sie tut sich bis heute vor allem in drei Bereichen kund:
– in der Gemeinschaft mit andern Glaubenden, die seine Zeuginnen und Zeugen sind, und im Gespräch mit ihnen.
– in der persönlichen Christuserfahrung.
– im Lesen der Heiligen Schrift.

Gebet

Gott, wir feiern die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn und Bruders Jesus Christus. Öffne unsere Herzen, dass wir ganz davon betroffen werden. Öffne unsere Augen, dass wir tiefer erkennen und verstehen. Öffne unsere Hände und unser Leben, damit wir freier miteinander teilen können, was uns so wunderbar geschenkt ist. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Schon neigt der Tag dem Abend zu,
die Schatten werden länger.
Vergänglich ist, was uns umgibt,
du aber bleibst bestehen.

Im Tageslicht, das steigt und sinkt,
wird uns die Zeit bemessen,
bis uns der Tod hinüberführt,
wo alle Grenzen fallen.

Lob sei dem Vater und dem Sohn,
Lob sei dem Heil’gen Geiste.
Wie es von allem Anfang war,
jetzt und für alle Zeiten.
Nach »Rerum, Deus, tenax vigor«; Ambrosius († 397) zugeschrieben
Melodie: GL 462 • KG 46 (beide letzte Melodiezeilen entfallen)

PSALM 116

Verse 1–9

Ich liebe den Herrn; *
denn er hat mein lautes Flehen gehört
und sein Ohr mir zugeneigt *
an dem Tag, als ich zu ihm rief.
Mich umfingen die Fesseln des Todes, /
mich befielen die Ängste der Unterwelt, *
mich trafen Bedrängnis und Kummer.
Da rief ich den Namen des Herrn an: *
»Ach Herr, rette mein Leben!«
Der Herr ist gnädig und gerecht, *
unser Gott ist barmherzig.
Der Herr behütet die schlichten Herzen; *
ich war in Not und er brachte mir Hilfe.
Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! *
Denn der Herr hat dir Gutes getan.
Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, /
meine Tränen getrocknet, *
meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten.
So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn *
im Land der Lebenden.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
PSALM-GEBET Ewiger Gott, in der Auferstehung Jesu zeigst du auch uns den Pfad zum Leben. Gib uns Anteil an deinem Erbe, deinem ewigen Reich.

LESUNG

Apostelgeschichte 3,12a.14–15

Petrus wandte sich an das Volk und sprach: Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Jesus sagte zu den Jüngern: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?

Fürbitten

Zu Gott, dem Herrn der Schöpfung, rufen wir:
A: Gott, wende dich uns zu!
¬ Bewege die Frauen und Männer in kirchlichen Ämtern, dass sie sich furchtlos einsetzen für Gerechtigkeit und Frieden.
¬ Hilf den Familien, die von Zerrüttung bedroht sind, dass sie Unterstützung bekommen und neu beginnen können.
¬ Stifte Frieden in den Staaten und Völkern Afrikas und lass alle Gottgläubigen der Versöhnung dienen.
¬ Gedenke all unserer Toten und nimm sie auf in dein himmlisches Reich.

Vaterunser

Wer betet, ist nie allein. Gott hört und hilft, wenn wir wahrhaftig beten. So rufen wir: Vater unser im Himmel …

Segen

Herr, sende deinen Segen
und werde uns zum Licht in der Finsternis,
zum Halt in der Orientierungslosigkeit,
zum Frieden in der Hektik unseres Seins
und schenke uns einen heiteren Abend.
Amen.

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