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Heute in Te Deum

Montag · 31. August 2015

Euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit,
sondern auf Gottes Kraft.

1 Korinther 2,5

Paulinus Paulinus (um 300–358), Bischof von Trier, stand in den dogmatischen Auseinandersetzungen seiner Zeit unerschrocken auf der Seite von Athanasius gegen die Lehre des Arius, dass Jesus nicht gleich dem Vater sei. Als einziger Bischof weigerte er sich auf der Synode von Arles 353, Athanasius zu verurteilen. Er wurde daher von den auf der Synode versammelten Bischöfen abgesetzt und von Kaiser Konstantius II. nach Phrygien verbannt. Dort starb er 358 nach großen Entbehrungen und wird daher als Märtyrer verehrt.
L: 1 Joh 5,1–5; E: Mt 10,22–25a

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Du höchstes Licht, du ewger Schein,
du Gott und treuer Herre mein,
von dir der Gnaden Glanz ausgeht
und leuchtet schön so früh als spät.

O Gott, du schöner Morgenstern,
gib große Lieb zu unserm Herrn
und schenke uns die Einigkeit,
dass niemand bleibt in Dunkelheit.

Treib aus, o Licht, die Finsternis,
behüt uns, Herr, vor Ärgernis;
erneure uns in deiner Kraft,
die Glauben, Hoffnung, Liebe schafft.

Du Sonne ohne Untergang,
wir singen dir den Lobgesang,
und preisen dich, Dreifaltigkeit,
von nun an bis in Ewigkeit.
Nach Johannes Zwick (1541/45); GL (1975) 557 · EG 441 · EST 469

PSALM 98

Singt dem Herrn ein neues Lied; *
denn er hat wunderbare Taten vollbracht.
Er hat mit seiner Rechten geholfen *
und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht *
und sein gerechtes Wirken enthüllt
vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld *
und an seine Treue zum Hause Israel.
Alle Enden der Erde *
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,*
freut euch, jubelt und singt!
Spielt dem Herrn auf der Harfe, *
auf der Harfe zu lautem Gesang!
Zum Schall der Trompeten und Hörner *
jauchzt vor dem Herrn, dem König!
Es brause das Meer und alles, was es erfüllt, *
der Erdkreis und seine Bewohner.
In die Hände klatschen sollen die Ströme, *
die Berge sollen jubeln im Chor
vor dem Herrn, wenn er kommt, *
um die Erde zu richten.
Er richtet den Erdkreis gerecht, *
die Nationen so, wie es recht ist.
PSALM-GEBET Gütiger Gott, in Jesus Christus schenkst du allen Menschen dein Heil. Hilf uns, dir mit Glauben und Freude zu antworten.

Lesung

Lukas 4,17b–18b

Jesus schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht.

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Bitten

Wir bitten Jesus, der uns die frohe Botschaft geschenkt hat:
A: Stärke uns durch deinen Geist!
¬ Gib uns die Freude des Herzens durch dein Wort.
¬ Hilf uns, den Armen Hoffnung zu geben.
¬ Mach uns frei, damit wir anderen dienen können.

Vaterunser

Christus öffnet uns die Augen, wenn wir blind werden für die Liebe Gottes. Preisen wir mit ihm den himmlischen Herrn: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, mach uns reich mit deinem Segen, denn oft sind wir
arm an Liebe. Mache uns sehend durch deinen Geist, denn
oft übersehen wir unseren Nächsten. Mach uns frei im Glauben,
denn oft sind wir Gefangene unserer Ängste. Amen.

Ora et labora

Wir bringen nicht nur unsere Solidarität mit den Armen zum Ausdruck, um ihnen Befreiung zu bringen. Im Gegenteil: Es sind die Armen, die uns retten. Es sind diese Ränder, die der Kirche in unserer Zeit Bedeutung geben. Der Weg einer Kirche, die nur mit sich selbst beschäftigt ist, führt in eine Sackgasse

Daniel Pilaro (* 1961; Professor in Quezon City, Philippinen)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort erweise seine Kraft in unserem Leben.

Lesung

1 Thessalonicher 4,13–18

Brüder, wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben.
Wenn Jesus – und das ist unser Glaube – gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen. Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind, wenn der Herr kommt, werden den Verstorbenen nichts voraushaben.
Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen; dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen. Dann werden wir immer beim Herrn sein.
Tröstet also einander mit diesen Worten!

Impuls

Trauern ohne Hoffnung, für Paulus eine schreckliche Vorstellung, die jeder nachvollziehen kann, der Abschied nehmen musste von einem geliebten Menschen. An was sich halten, wenn sich plötzlich die Erde auftut, der Boden unter den Füßen weggezogen wird? Der älteste Brief des Apostel Paulus gibt Orientierung. An Jesus ist offenbar geworden, was Gott mit uns Menschen vorhat: Er lässt uns auch im Tod nicht fallen, wir bleiben in seiner Hand. Paulus lebte wie Jesus in einer starken Naherwartung des endzeitlichen Tages, daher sein Bestreben, seinen Gemeinden Zuversicht zu schenken: In großer Dichtheit verbindet er in nur zwei Zeilen Menschenschicksale über die Jahrtausende mit dem Schicksal Jesu. Was am Ostermorgen geschah, betrifft alle Menschen, durch alle Zeiten. Der, der dank der Liebe des Vaters aus dem Grab gezogen wurde, der zieht die anderen mit sich.

Evangelium

Lukas 4,16–30

In jener Zeit kam Jesus nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt:
Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

Impuls

Jesus provoziert: So spricht doch kein einfacher Zimmermann, werden die Zuhörer in der Synagoge gedacht haben, im Gegenteil, sie halten ihn für anmaßend, für gotteslästerlich. Es fällt ihnen schwer, gefangen in ihren Gottesvorstellungen und verhaftet in ihren Ideologien, sich einer neuen Wirklichkeit zu öffnen.
Mit dem Hinweis auf die Salbung rückt Jesus sich in die Nähe der großen Propheten und Könige und in seiner programmatischen Rede zeigt er auf, dass er dazu bestimmt ist, die gute Nachricht zu verkünden. In Verbindung mit dem Salbungsgedanken wird verdeutlicht, dass der Messias nicht mehr Gegenstand der Hoffnung ist – er ist vielmehr da.
Mit dieser Heilszusage rückt er sich aber zugleich ins Aus: Jesus wird der unverstandene Prophet, der sterben muss.
»Da gingen ihnen die Augen auf«, das Aha-Erlebnis, das Begreifen seiner Worte ereignete sich erst im wachsenden Glauben an den Auferstandenen. In der Rückschau wird klar: Jesus ist wirklich der Christus, der Gesalbte und der Retter, wahrhaftig ein Grund zum Jubeln!

Gebet

Gott, in deinem Sohn hast du uns die Hoffnung geschenkt. Hoffnung, die wir brauchen, an den schweren Tagen, die scheinbar sinnlos bleiben. Hoffnung, wenn wir uns ohnmächtig und ungeliebt fühlen. In all diesen Momenten dürfen wir darauf vertrauen: Du bist der Ich bin da – bis ans Ziel der Zeiten. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Der lieben Sonne Licht und Pracht
hat nun den Lauf vollführet,
die Welt hat sich zur Ruh gemacht,
tu, Seel’, was dir gebühret.

Tritt an die Himmelstür
und sing ein Lied dafür;
lass deine Augen, Herz und Sinn
auf Jesum sein gerichtet hin.

Der Schlaf wird fallen diese Nacht
auf Menschen und auf Tiere;
doch einer ist, der droben wacht,
bei dem kein Schlaf zu spüren.

Es schlummert Jesum nicht,
sein Aug’ auf mich er richt.
Drum soll mein Herz auch wachend sein,
dass Jesus wache nicht allein.

Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh
und schlaf fein sanft und stille;
ihr müden Augen schließt euch zu,
denn das ist Gottes Wille;

schließt aber dies mit ein:
O Jesus, ich bin dein!
So ist der Schluss recht wohl gemacht.
In Jesu Namen: Gute Nacht.
Christian Scriver († 1693)
Melodie: GL 220 · KG 455

PSALM 86

Verse 12–17

Ich will dir danken, Herr, mein Gott, aus ganzem Herzen, *
will deinen Namen ehren immer und ewig.
Du hast mich den Tiefen des Totenreichs entrissen. *
Denn groß ist über mir deine Huld.
Gott, freche Menschen haben sich gegen mich erhoben, /
die Rotte der Gewalttäter trachtet mir nach dem Leben; *
doch dich haben sie nicht vor Augen.
Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, *
du bist langmütig, reich an Huld und Treue.
Wende dich mir zu und sei mir gnädig, /
gib deinem Knecht wieder Kraft *
und hilf dem Sohn deiner Magd!
Tu ein Zeichen *
und schenke mir Glück!
Alle, die mich hassen, /
sollen es sehen und sich schämen, weil du, Herr, *
mich gerettet und getröstet hast.
PSALM-GEBET Gott, du bist gnädig und barmherzig. Richte du uns auf und gib uns Kraft, damit wir auf deinem Weg gehen und dir für immer danken.

LESUNG

1 Thessalonicher 4,14

Wenn Jesus – und das ist unser Glaube – gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?

Fürbitten

Zu Gott, dem Herrn des Friedens, beten wir an diesem Abend:
A: Gott, höre unser Gebet!
¬ Bewege die Mächtigen in Politik und Wirtschaft zu selbstlosem Einsatz für Versöhnung und Frieden.
¬ Hilf den Eheleuten und Familien, die im Streit liegen, dass sie gemeinsam umkehren und neu beginnen können.
¬ Stifte Frieden zwischen den Weltreligionen und lass alle Gottgläubigen stark werden in der Liebe und Versöhnungsbereitschaft.
¬ Schenke unseren verstorbenen Schwestern und Brüdern Auferstehung und ewige Freude bei dir.

Vaterunser

Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung. Darum beten wir: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, segne uns an diesem Abend.
Segne die Taten der Liebe, die wir heute empfingen und
schenkten.
Segne die Menschen, durch deren liebevolle Aufmerksamkeit
du uns heute reich gemacht hast.
Und bewahre uns alle in deinem Segen. Amen.

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