Freitag · 31. Juli 2026
Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Matthäus 13,55a
Ignatius von Loyola (1491–1556), baskischer Adliger, war von 1518–1521 Offizier des spanischen Vizekönigs von Navarra und ein Lebemann. Nach einer schweren Verletzung in einer Schlacht ans Bett gefesselt, las er Schriften wie das »Leben Christi« des Kartäusers Ludolf von Sachsen und Heiligenlegenden. Nach der Genesung suchte er im Kloster Montserrat Klarheit über seinen weiteren Weg und ging dann für ein Jahr nach Manresa zu einem Leben in Gebet und äußerster Armut. Hier entstand der Entwurf zu seinem Exerzitienbüchlein. Er machte eine Pilgerfahrt nach Jerusalem, begann danach das Theologiestudium in Paris und gründete dort eine Bruderschaft. Ignatius war mehrfach Verdächtigungen durch die Inquisition ausgesetzt. Nach der Priesterweihe ist er tätig als Seelsorger und betreibt die formelle Gründung der »Gesellschaft Jesu« mit vier Gelübden: Armut, Keuschheit, Gehorsam und ausdrücklichem Gehorsam gegenüber dem Papst und mit der besonderen Zielrichtung, die Lehren Luthers zu bekämpfen. »Gott finden in allen Dingen«, die »Unterscheidung der Geister«, Mystik und Askese, Gehorsam und Freiheit, Aktion und Kontemplation sind nur wenige Stichworte ignatianischer Spiritualität. Sein Orden vermittelt die Spiritualität des Ignatius heute weltweit in Exerzitien und vor allem in Schulen und Hochschulen, die von Jesuiten unterhalten werden.
L: 1 Kor 10,31 – 11,1; E: Lk 14,25–33
Bartolomé de Las Casas (1474–1566) bekam mit 14 Jahren von seinem Vater, der Kolumbus auf dessen zweiter Reise begleitet hatte, einen Indiojungen als Sklaven, der nach eineinhalb Jahren wieder zurückgeschickt wurde. Bartolomé selbst nahm dann als Soldat an Eroberungszügen auf Hispaniola teil und bekam Land und Indios, die für ihn arbeiten mussten. Zugleich wirkte er als Laie im Unterricht zur Missionierung mit, studierte dann und wurde Dominikaner und Priester. Furchtlos trat er für eine menschliche Behandlung der Indiosklaven ein und wurde wegen Hochverrats angeklagt, weil sich Soldaten aufgrund seiner Predigt geweigert hatten, an einer Versklavungsaktion mitzuwirken. Unter Kaiser Karl V. konnte er am spanischen Hof 1542 einen gesetzlichen Schutz der Indigenen in allen neu eroberten Gebieten erreichen. Als Bischof setzte er in seiner Diözese Chiapas das Gesetz mit aller Konsequenz durch, was ihm den erbitterten Widerstand der spanischen Landesherren einbrachte. Die Regierung zog schließlich das Gesetz wieder zurück. 1547 musste Las Casas nach Spanien zurückkehren, wo er in einem Dominikanerkloster in der Nähe Madrids lebte und sich weiterhin bei der Regierung unermüdlich für die Rechte der Indios einsetzte. Las Casas’ Einsatz wirkt bis heute nach, er wird als Vater der Befreiungstheologie bezeichnet.
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und in der Karwoche)
-
Hymnus
Gott, deine Güte reicht so weit,
so weit die Wolken gehen;
du krönst uns mit Barmherzigkeit
und eilst, uns beizustehen.
Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort,
vernimm mein Fleh’n, merk auf mein Wort,
denn ich will vor dir beten.
Ich bitte nicht um Überfluss
und Schätze dieser Erden;
lass mir, so viel ich haben muss,
nach deiner Gnade werden!
Gib mir nur Weisheit und Verstand,
dich, Gott, und den, den du gesandt,
und mich selbst zu erkennen!
Christian F. Gellert (1757); EST 626 · CG 892 -
PSALM 81
Verse 9–17
Höre, mein Volk, ich will dich mahnen! *
Israel, wolltest du doch auf mich hören!
Für dich gibt es keinen andern Gott. *
Du sollst keinen fremden Gott anbeten.
Ich bin der Herr, dein Gott, /
der dich heraufgeführt hat aus Ägypten. *
Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen.
Doch mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört; *
Israel hat mich nicht gewollt.
Da überließ ich sie ihrem verstockten Herzen *
und sie handelten nach ihren eigenen Plänen.
Ach dass doch mein Volk auf mich hörte, *
dass Israel gehen wollte auf meinen Wegen!
Wie bald würde ich seine Feinde beugen, *
meine Hand gegen seine Bedränger wenden.
Alle, die den Herrn hassten, müssten Israel schmeicheln *
und das sollte für immer so bleiben.
Ich würde es nähren mit bestem Weizen *
und mit Honig aus dem Felsen sättigen.
PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, du bist der einzige Gott und es gibt keine Hilfe außer bei dir. Handle an uns nach deinen Plänen und mach uns offen für dein Wirken. -
Lesung
Matthäus 13,54a.57b–58
Jesus kam in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie. Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
Alle staunten über Jesus und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun?
Zur Aufnahme des gesungenen Benedictus mit monatlich wechselnder Antiphon.
Benedictus
Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68-79)
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
Denn er hat sein Volk besucht
und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt *
im Hause seines Knechtes David.So hat er verheißen von alters her *
durch den Mund seiner heiligen Propheten.Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns hassen;er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /
und an seinen heiligen Bund gedacht, *
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /
ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
vor seinem Angesicht all unsre Tage.Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /
denn du wirst dem Herrn vorangehn *
und ihm den Weg bereiten.Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
in der Vergebung der Sünden.Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes, *
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Bitten
Herr Jesus Christus, du hast als Mensch unter uns Menschen gelebt, wir bitten dich:
A: Herr, sende uns deinen Geist.
– Schenke uns den Blick, der über Gottes große Taten staunen kann.
– Bewahre uns davor, Anstoß an dir zu nehmen.
– Mach uns hörend für das, was Gott uns sagen will. -
Vaterunser
Gott ist in Jesus Christus unwiderruflich in unsere Welt gekommen. Mit Jesu Worten können wir zu ihm beten: Vater unser im Himmel …
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Ora et labora
Wenn du Frieden schliessen willst, sprich nicht mit deinen Freunden, sondern mit deinen Feinden.
Moshe Dayan (1915?1981; israelischer General und Politiker)
Segen
Gott, segne uns mit offenen Ohren,
die dein Wort hören.
Segne uns mit offenen Augen,
die dich in der Schöpfung erkennen.
Segne uns mit einem offenen Herzen,
das dir im Glauben vertraut. Amen.
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, durch dein Wort wird alles erschaffen und vollendet. Lass uns aus deinem Wort leben.
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Lesung
Jeremia 26,1–9°
Im Anfang der Regierung Jójakims, des Sohnes Joschíjas, des Königs von Juda, erging vom HERRN dieses Wort:
So spricht der HERR: Stell dich in den Vorhof des Hauses des HERRN und sag zu den Leuten, die aus allen Städten Judas kommen, um sich im Haus des HERRN niederzuwerfen, alles, was ich dir ihnen zu verkünden aufgetragen habe; kein Wort sollst du weglassen.
Vielleicht hören sie und kehren um, jeder von seinem bösen Weg, sodass mich das Unheil reut, das ich ihnen wegen der Bosheit ihrer Taten zugedacht habe.
Sag also zu ihnen: So spricht der HERR: Wenn ihr nicht auf mein Wort hört und meiner Weisung nicht folgt, die ich euch gegeben habe, wenn ihr nicht auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, die ich zu euch sende, unermüdlich sende, obwohl ihr nicht hört, dann verfahre ich mit diesem Haus wie mit Schilo und mache diese Stadt zu einem Fluch bei allen Völkern der Erde.
Die Priester, die Propheten und das ganze Volk hörten, wie Jeremía diese Worte vor dem Haus des HERRN vortrug.
Als Jeremía alles gesagt hatte, was er im Auftrag des HERRN vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk und schrien: Du musst sterben! Warum prophezeist du im Namen des HERRN: Wie Schilo wird es diesem Haus gehen und diese Stadt wird verwüstet und entvölkert werden?
Das ganze Volk rottete sich beim Haus des HERRN um Jeremía zusammen.Impuls
In die Situation des Jeremia versetzt, ich würde kein Wort rausbringen. Ich bin nicht derjenige, der mutig ist vor hohen Thronen und vielen Menschen. Daher gilt ihm und allen, die in solchen Situationen waren, meine volle Bewunderung. In der Ausbildung gab es die Frage, wie wir uns als Priester einmal sehen (möchten)? Wie ein Lehrer, ein Arzt, ein Prophet usw. Nicht wenige junge Männer wünschten sich damals, wie ein Prophet aufzutreten und zu agieren. Wenige hatten am Ende dazu den Schneid und ich mache ihnen deswegen keine Vorwürfe. Aber sie sind so unglaublich wichtig, die Menschen, die weiter sehen als der Rest.
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Evangelium
Matthäus 13,54–58°
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen in ihrer Synagoge, sodass sie außer sich gerieten vor Staunen und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Machttaten? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und sind nicht Jakóbus, Josef, Simon und Judas seine Brüder? Leben nicht auch alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles?
Und sie nahmen Anstoß an ihm.
Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat und in seiner Familie. Und er wirkte dort nicht viele Machttaten wegen ihres Unglaubens.Impuls
Bei der Perikope ergreife ich instinktiv die Partei der Menschen seiner Heimatstadt. Was muss das für diese eine Herausforderung gewesen sein, den Jesus, den sie schon als kleinen Stropp auf der Straße erlebt haben, der mit ihren Kindern spielte und wahrscheinlich auch den ein oder anderen Blödsinn gemacht hat, jetzt ausgestattet mit solchen Möglichkeiten zu erleben. Ohne eine solche Vorgeschichte ist es einfach leichter, ihm unvoreingenommen zu begegnen.
Doch auch für Jesus war es eine besondere Herausforderung, den Menschen gegenüberzutreten und zu wirken, mit denen er so viele Jahre zusammen gelebt hat, bei denen er am Küchentisch gesessen hat und die ihn als pubertierenden Jungen erlebt hatten. Anstoß jedoch an seiner Person zu nehmen, dass ist eine Steigerung ins Ungute.
Gebet
Ewiger Gott, du berufst Menschen und gibst ihnen eine Stimme, auch wenn ihr Weg daraufhin voller Widerstand, Zweifel und Einsamkeit ist. Oft werden deine Propheten nicht verstanden, werden verspottet und beschimpft. Doch sie haben keine Wahl und müssen deine Botschaft weitergeben, obwohl sie selbst schwach und verletzlich sind.
Schenke uns die Kraft, in schwierigen Situationen an deiner Wahrheit festzuhalten, Geduld zu haben, wenn Worte abgelehnt werden, und Liebe zu bewahren, wenn Ablehnung und Missverständnis uns treffen. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit und Karwoche)
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HYMNUS
Wenn leise nun der Abend naht,
bedenken wir des Tages Zeit.
Zu loben dich sind wir bereit
aus Liebe, Herr, weil du uns liebst.
Wir danken, wenn das Werk getan,
für deinen Beistand, deinen Rat,
für gutes Wort und gute Tat,
gelenkt durch deines Geistes Licht.
So einfach bist du, ewig wahr,
in deiner Macht Dreifaltigkeit.
Dir, Gott, sei dieser Tag geweiht,
dir, Vater, Sohn und Heil’ger Geist.
Quelle unbekannt – Melodie: GL 696 · KG 284 -
PSALM 33
Verse 6–12
Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, *
ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.
Wie in einem Schlauch fasst er das Wasser des Meeres, *
verschließt die Urflut in Kammern.
Alle Welt fürchte den Herrn; /
vor ihm sollen alle beben, *
die den Erdkreis bewohnen.
Denn der Herr sprach und sogleich geschah es; *
er gebot und alles war da.
Der Herr vereitelt die Beschlüsse der Heiden, *
er macht die Pläne der Völker zunichte.
Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, *
die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten.
Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, *
der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat.
PSALM-GEBET: Allmächtiger Gott, du wirkst allezeit und erhältst uns durch deine Liebe. Hilf uns, dich zu erkennen und deinem Wort zu folgen. -
LESUNG
Jeremia 26,8
Als Jeremia alles gesagt hatte, was er im Auftrag des Herrn vor dem ganzen Volk zu verkünden hatte, ergriffen ihn die Priester, die Propheten und alles Volk und schrien: Jetzt musst du sterben.
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Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Die Menschen nahmen Anstoß an Jesus und lehnten ihn ab.
Zur Aufnahme des gesungenen Magnificat mit monatlich wechselnder Antiphon.
Magnifikat
Lobgesang Mariens (Lk 1, 46-55)
Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehn.Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen. -
Fürbitten
Gott, du wachst über dein Volk und führst es. Dich rufen wir an:
A: Herr, höre unsere Bitten.
– Für Menschen, an die wir dankbar denken, weil sie uns Gottes Wort nahegebracht haben.
– Für alle, die in den Medien für einen guten Kommunikationsstil arbeiten.
– Für gegenseitige Akzeptanz und Frieden zwischen den Generationen in unseren Familien.
– Für alle, die unangenehme Wahrheiten aussprechen und in Konflikten vermitteln müssen. -
Vaterunser
Gott ruft uns als sein Volk zusammen, damit wir ihm folgen. Wir beten mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, segne unsere Feste, damit sie uns an dich erinnern.
Segne unsere Feste, damit sie Raum bieten, um dir zu
begegnen.
Segne unsere Feste, damit wir in ihnen deine Freude finden.
Amen.