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Konrad Adenauer - 150 Jahre

5. Januar 2026 / Neuigkeiten

Konrad Adenauer an der sogenannten "Adenauer-Pforte" in der Klostermauer der Abtei Maria LaachFoto: Archiv Maria Laach

Konrad Adenauer und Maria Laach

Am 5. Januar hätte Konrad Adenauer seinen 150. Geburtstag begangen. Als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gehört er zu den prägenden Gestalten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Weniger im öffentlichen Bewusstsein, für seine persönliche und geistige Entwicklung jedoch von besonderem Gewicht, ist seine enge und lebenslange Verbindung zur Abtei Maria Laach. Die Benediktinerabtei wurde für Adenauer in entscheidenden Phasen seines Lebens zu einem Ort der Sammlung, der Gewissensprüfung und der geistlichen Vergewisserung.

Diese Verbindung gründete in einer persönlichen Freundschaft. Abt Ildefons Herwegen, der von 1913 bis 1946 der Abtei vorstand, war ein Schulfreund Adenauers. Der katholische Glaube bildete das tragende Fundament ihres Verhältnisses und prägte den lebenslangen Austausch zwischen dem Politiker und dem Benediktiner. Bereits während Adenauers Amtszeit als Oberbürgermeister von Köln bestand ein enger Kontakt zur Abtei, in dem politische Verantwortung und christliche Orientierung immer wieder miteinander ins Gespräch gebracht wurden.

Als Adenauer 1933 von den Nationalsozialisten entmachtet und verfolgt wurde, fand er in Maria Laach Zuflucht. Der zunächst nur vorübergehend geplante Aufenthalt weitete sich auf nahezu ein Jahr aus. Ein wichtiges und schweres Jahr für Adenauer, das ihn entscheidend geprägt hat. Getrennt von seiner Familie, ohne öffentliches Amt und unter dem Druck politischer Bedrohung lebte Adenauer in der Abgeschiedenheit des klösterlichen Alltags. Er fand Zeit zur Lektüre und Reflexion und setzte sich auch mit seinem Glauben auseinander. Zugleich nahm er den juristischen Kampf gegen die existenzbedrohenden Anschuldigungen auf, die die Nationalsozialisten gegen ihn erhoben.

Auch nach seinem Weggang im Jahr 1934 blieb die Verbindung Adenauers zur Abtei und zu ihren Benediktinern eng. In den folgenden Jahren war er wiederholt Gast in Maria Laach. Nach 1945 übernahm er erneut Verantwortung für das Gemeinwesen: beim Aufbau eines demokratischen Staates und bei der Gründung der überkonfessionellen Christlich-Demokratischen Union. Dass eine frühe Tagung der jungen Partei 1947 in Maria Laach stattfand, war Ausdruck der Überzeugung, dass der politische Neubeginn einer geistigen und sittlichen Grundlegung bedurfte. Für Adenauer standen dabei die unantastbare Würde des Menschen und seine Verantwortung vor Gott und den Mitmenschen im Zentrum – Leitgedanken, die er in die Programmatik der CDU ebenso einbrachte wie in die Arbeit am Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das 1949 in Kraft trat.

Auch als Bundeskanzler blieb Maria Laach für Adenauer ein Ort besonderer Verbundenheit. 1952 besuchte er die Abtei gemeinsam mit dem italienischen Ministerpräsidenten Alcide de Gasperi, einem Weggefährten auf dem Weg zu einem geeinten Europa, das aus christlicher Verantwortung heraus Frieden und Versöhnung suchte. Darüber hinaus unterstützte Adenauer den Bau des Jugendhauses St. Winfrid, das früh zu einem Ort der Begegnung und der deutsch-französischen Verständigung wurde. Zugleich blieb Maria Laach auch ein persönlicher Ort seines Lebens: Zwei seiner Töchter feierten hier ihre Hochzeit.


Dokumentationen zum Thema:

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über Sendetermine und mediale Beiträge, die anlässlich des 150. Geburtstags von Konrad Adenauer stattfinden.

EWTN Dokumentation – Konrad Adenauer Christ und Realist

Die EWTN Dokumentation widmet sich dem christlichen Leben und Wirken von Konrad Adenauer: Wie hat es ein Mann geschafft, ein Land, das materiell, geistig und moralisch völlig zerstört war, wieder aufzubauen?


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